Studien und Plaudereien im Vaterland. Second Series
Part 18
So geb' ich denn euern zwei tüchtigen Backen Zur Kurzweil drei artige Nüsse zu knacken. Drei Monden von nun an bestimm' ich zur Zeit. Dann will ich auf diese drei Fragen Bescheid.
Zum ersten: Wann hoch ich im fürstlichen Rate, Zu Throne mich zeige im Kaiser-Ornate, Dann sollt ihr mir sagen, ein treuer Wardein, Wie viel ich wohl wert bis zum Heller mag sein?
Zum zweiten sollt ihr mir berechnen und sagen: Wie bald ich zu Rosse die Welt mag umjagen? Um keine Minute zu wenig und viel! Ich weiß, der Bescheid darauf ist euch nur Spiel.
Zum dritten noch sollst du, o Preis der Prälaten, Auf's Härchen mir meine Gedanken erraten. Die will ich dann treulich bekennen; allein Es soll auch kein Titelchen Wahres dran sein.
Und könnt ihr mir diese drei Fragen nicht lösen, So seid ihr die längste Zeit Abt hier gewesen; So lass' ich euch führen zu Esel durch's Land, Verkehrt, statt des Zaumes den Schwanz in der Hand.« --
Drauf trabte der Kaiser mit Lachen von hinnen. Das Pfäfflein zerriß und zerspliß sich mit Sinnen. Kein armer Verbrecher fühlt mehr Schwulität, Der vor hochnotpeinlichem Hals-Gericht steht.
Er schickte nach ein, zwei, drei, vier Un'vers'täten, Er fragte bei ein, zwei, drei, vier Fakultäten, Er zahlte Gebühren und Sporteln vollauf; Doch löste kein Doktor die Fragen ihm auf.
Schnell wuchsen, bei herzlichem Zagen und Pochen, Die Stunden zu Tage, die Tagen zu Wochen, Die Wochen zu Monden, schon kam der Termin! Ihm ward's vor den Augen bald gelb und bald grün.
Nun sucht' er, ein bleicher hohlwangiger Werther, In Wäldern und Feldern die einsamsten Örter, Da traf ihn, auf selten betretener Bahn, Hans Bendix, sein Schäfer, am Felsen-Hang an.
»Herr Abt,« sprach Hans Bendix, »was mögt ihr euch grämen? Ihr schwindet ja wahrlich dahin, wie ein Schemen. Maria und Joseph! wie hotzelt ihr ein! Mein Sixchen! es muß euch was angetan sein.«
»Ach, guter Hans Bendix, so muß sich's wohl schicken. Der Kaiser will gern mir am Zeuge was flicken, Und hat mir drei Nüss' auf die Zähne gepackt, Die schwerlich Beelzebub selber wohl knackt.
Zum ersten: Wann hoch er, im fürstlichen Rate, Zu Throne sich zeiget im Kaiser-Ornate, Dann soll ich ihm sagen, ein treuer Wardein, Wie viel er wohl wert bis zum Heller mag sein?
Zum zweiten soll ich ihm berechnen und sagen: Wie bald er zu Rosse die Welt mag umjagen? Und keine Minute zu wenig und viel! Er meint, der Bescheid darauf wäre nur Spiel.
Zum dritten, ich ärmster von allen Prälaten, Soll ich ihm gar seine Gedanken erraten; Die will er mir treulich bekennen; allein Es soll auch kein Titelchen Wahres dran sein.
Und kann ich ihm diese drei Fragen nicht lösen, So bin ich die längste Zeit Abt hier gewesen; So läßt er mich führen zu Esel durch's Land, Verkehrt, statt des Zaumes den Schwanz in der Hand.« --
»Nichts weiter?« erwidert Hans Bendix mit Lachen, »Herr, gebt euch zufrieden! das will ich schon machen. Nur borgt mir eur Käppchen, eur Kreuzchen und Kleid; So will ich schon geben den rechten Bescheid.
Versteh' ich gleich nichts von lateinischen Brocken, So weiß ich den Hund doch vom Ofen zu locken. Was ihr euch, Gelehrte, für Geld nicht erwerbt, Das hab' ich von meiner Frau Mutter geerbt.«
Da sprang, wie ein Böcklein, der Abt vor Behagen. Mit Käppchen und Kreuzchen, mit Mantel und Kragen Ward stattlich Hans Bendix zum Abte geschmückt, Und hurtig zum Kaiser nach Hofe geschickt.
Hier thronte der Kaiser im fürstlichen Rate, Hoch prangt' er, mit Scepter und Kron', im Ornate: »Nun sagt mir, Herr Abt, als ein treuer Wardein, Wie viel ich itzt wert bis zum Heller mag sein?« --
»Für dreißig Reichsgulden ward Christus verschachert; Drum gab' ich, so sehr Ihr auch pochet und prachert, Für Euch keinen Deut mehr, als zwanzig und neun, Denn einen müßt Ihr doch wohl minder wert sein.« --
»Hum!« sagte der Kaiser, »der Grund läßt sich hören, Und mag den durchlauchtigen Stolz wohl bekehren. Nie hätt' ich, bei meiner hochfürstlichen Ehr'! Geglaubet, daß so spottwohlfeil ich wär'.
Nun aber sollst du mir berechnen und sagen: Wie bald ich zu Rosse die Welt mag umjagen? Um keine Minute zu wenig und viel! Ist dir der Bescheid darauf auch nur ein Spiel?« --
»Herr, wenn mit der Sonn' Ihr früh sattelt und reitet, Und stets sie in einerlei Tempo begleitet, So setz' ich mein Kreuz und mein Käppchen daran, In zweimal zwölf Stunden ist alles getan.« --
»Ha,« lachte der Kaiser, »vortrefflicher Haber! Ihr füttert die Pferde mit _Wenn_ und mit _Aber._ Der Mann, der das _Wenn_ und das _Aber_ erdacht, Hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht.
Nun aber zum dritten, nun nimm dich zusammen: Sonst muß ich dich dennoch zum Esel verdammen. Was denk' ich, das falsch ist? Das bringe heraus! Nur bleib' mir mit _Wenn_ und mit _Aber_ zu Haus!« --
»Ihr denket, ich sei der Herr Abt von St. Gallen.« -- »Ganz recht! Und das kann von der Wahrheit nicht fallen.« -- »Sein Diener, Herr Kaiser! Euch trüget euer Sinn: Denn wißt, daß ich Bendix, sein Schäfer, nur bin!« --
»Was Henker! Du bist nicht der Abt von St. Gallen?« Rief hurtig, als wär er vom Himmel gefallen, Der Kaiser mit frohem Erstaunen darein; »Wohlan denn, so sollst du von nun an es sein!
Ich will dich belehnen mit Ring und mit Stabe. Dein Vorfahr besteige den Esel und trabe! Und lerne fortan erst _quid Juris_ verstehn! Denn wenn man will ernten, so muß man auch sä'n.« --
»Mit Gunsten, Herr Kaiser! Das laßt nur hübsch bleiben! Ich kann ja nicht lesen, noch rechnen und schreiben; Auch weiß ich kein sterbendes Wörtchen Latein. Was Hänschen versäumt, holt Hans nicht mehr ein.« --
»Ach, guter Hans Bendix, das ist ja recht schade! Erbitte demnach dir ein' andere Gnade! Sehr hat mich ergetzet dein lustiger Schwank; Drum soll dich auch wieder ergetzen mein Dank.« --
»Herr Kaiser, groß hab' ich so eben nichts nötig; Doch seid ihr im Ernst mir zu Gnaden erbötig, So will ich mir bitten, zum ehrlichen Lohn, Für meinen hochwürdigen Herren Pardon.« --
»Ha bravo! Du trägst, wie ich merke, Geselle, Das Herz, wie den Kopf, auf der richtigen Stelle. Drum sei der Pardon ihm in Gnaden gewährt, Und obenein dir ein Panis-Brief beschert:
»Wir lassen dem Abt von St. Gallen entbieten: Hans Bendix soll ihm nicht die Schafe mehr hüten. Der Abt soll sein pflegen, nach unserm Gebot, Umsonst, bis an seinen sanftseligen Tod.«
Leise zieht durch mein Gemüt Liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlings-Lied, Kling' hinaus in's Weite.
Kling' hinaus bis an das Haus, Wo die Blumen sprießen. Wenn du eine Rose schaust, Sag', ich laß sie grüßen.
*Das Gewitter.*
Urahne, Groß-Mutter, Mutter und Kind In dumpfer Stube beisammen sind; Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt. Groß-Mutter spinnet, Urahne gebückt Sitzt hinter dem Ofen im Pfühl -- Wie wehen die Lüfte so schwül!
Das Kind spricht: »Morgen ist's Feier-Tag, Wie will ich spielen im grünen Hag, Wie will ich springen durch Tal und Höh'n, Wie will ich pflücken viel Blumen schön! Dem Anger, dem bin ich hold!« -- Hört ihr's, wie der Donner grollt?
Die Mutter spricht: »Morgen ist's Feier-Tag, Da halten wir alle fröhlich Gelag, Ich selber, ich rüste mein Feier-Kleid; Das Leben, es hat auch Lust nach Leid, Dann scheint die Sonne wie Gold!« -- Hört ihr's, wie der Donner grollt?
Groß-Mutter spricht: »Morgen ist's Feier-Tag, Groß-Mutter hat keinen Feier-Tag, Sie kochet das Mahl, sie spinnet das Kleid, Das Leben ist Sorg' und viel Arbeit; Wohl dem, der tat, was er sollt'!« -- Hört ihr's, wie der Donner grollt?
Urahne spricht: »Morgen ist Feier-Tag, Am liebsten morgen ich sterben mag; Ich kann nicht singen und scherzen mehr, Ich kann nicht sorgen und schaffen schwer, Was thu' ich noch auf der Welt?« -- Seht ihr, wie der Blitz dort fällt?
Sie hören's nicht, sie sehen's nicht, Es flammet die Stube wie lauter Licht, Urahne, Groß-Mutter, Mutter und Kind Vom Strahl mit einander getroffen sind; Vier Leben endet ein Schlag -- Und morgen ist's Feier-Tag.
Lieber Sterne ohne Strahlen, Als Strahlen ohne Sterne -- Lieber Kerne ohne Schalen, Als Schalen ohne Kerne -- Geld lieber ohne Taschen, Als Taschen ohne Geld -- Wein lieber ohne Flaschen, Als umgekehrt bestellt!
*Räuber-Lied.*
(Zur 2. Sektion.)
Friedrich von Schiller. (1780.)
*Nicht zu schnell.* Nachbildung von {»Gaudeamus igitur.«} (Vor 1717.)
1. Ein frei - es Le - ben füh - ren wir, ein Le - ben vol - ler Won - ne! Der Wald ist un - ser Nacht - Quar - tier, bei Sturm und Wind han - tie - ren wir; der Mond ist uns - re Son - ne, der Mond ist uns - re Son - ne.
*Krambambuli.*
(Zur 3. Sektion.)
Ged. von Crescentius Koromandel, d.i. Hof-Rat Wittekind in Danzig. (1745.)
*Fröhlich.* Volksweise des 18. Jahrh.
1. { Kram - bam - bu - li, das ist der Ti - tel des { Tranks, der sich bei uns be - währt; { er ist ein ganz pro - ba - tes Mit - tel, wenn { uns was Bö - ses wi - der - fährt.
{ Des A - bends spät, des Mor - gens früh trink' { ich mein Glas Kram - bam - bu - li. Kram - { bim - bam - bam - bu - li, Kram - bam - bu - li!
2. { Bin ich im Wirts - Haus ab - ge - stie - gen, gleich { ei - nem gro - ßen Ka - va - lier, { dann lass' ich Brot und Bra - ten lie - gen und { grei - fe nach dem Propf - en - Zieh'r,
{ dann bläst der Schwa - ger Tan - tran - ti zu { ei - nem Glas Kram - bam - bu - li. Kram - { bim - bam - bam - bu - li, Kram - bam - bu - li!
*Blau blüht ein Blümelein.*
Volks-Lied vom Thüringer Walde.
(Zur 5. Sektion.)
{__Moderato.__}
1. Ach, wie ist's mög - lich dann, daß ich dich las - sen kann! hab' dich von Her - zen lieb, das glau - be mir! Du hast das Her - ze mein so ganz ge - nom - men ein, daß ich kein' an - dre lieb', als dich al - lein.
2. Blau ist ein Blü - me - lein, das heißt Ver- giß - nicht - mein: dies Blüm - lein leg' an's Herz und denk' an mich! Stirbt Blum' und Hoff - nung gleich, wir sind an Lie - be reich; denn die stirbt nie bei mir, das glau - be mir!
3. Wär' ich ein Vö - ge - lein, wollt' ich bald bei dir sein, scheut' Falk und Ha - bicht nicht, flög' schnell zu dir. Schöß' mich ein Jä - ger tot, fiel' ich in dei - nen Schoß; säh'st du mich trau - rig an, gern stürb' ich dann!
*Gebet während der Schlacht.*
(Zur 5. Sektion.)
Theodor Körner. (1813.)
*Langsam und mit Würde.* Friedrich Heinrich Himmel. (1813.)
1. Va - ter, ich ru - fe dich! Brül - lend um- wölkt mich der Dampf der Ge - schü- tze, sprü - hend um - zu - cken mich ras - seln - de Bli - tze. Len - ker der Schlach - ten, ich ru - fe dich! Va - ter du, füh - re mich!
2. Va - ter du, füh - re mich! führ' mich zum Sie - ge, führ' mich zum To - de: Herr, ich er - ken - ne dei - ne Ge- bo - te; Herr, wie du willst, so füh - re mich! Gott, ich er - ken - ne dich!
3. Gott, ich er - ken - ne dich! So im herbst - li - chen Rau - schen der Blät - ter als im Schlach - ten - Don - ner- Wet - ter, Ur - quell der Gna - de, er- kenn' ich dich! Va - ter du, seg - ne mich!
*Wenn die Schwalben heimwärts ziehn.*
_Abschied._
(Zur 7. Sektion.)
Carl Herloßsohn. (1842.)
Franz Abt. (1842.) {__Andantino.__}
1. Wenn die Schwal - ben heim - wärts ziehn, wenn die Ro - sen nicht mehr blühn, wenn der Nach - ti - gall Ge - sang mit der Nach - ti - gall ver - klang, fragt das Herz in ban - gem Schmerz, fragt das Herz in ban - gem Schmerz: ob ich dich auch wie - der seh'? Schei - den, ach Schei - den, Schei - den tut weh! Schei - den, ach Schei - den, Schei - den tut weh!
2. Wenn die Schwä - ne süd - lich ziehn, dort - hin wo Ci - tro - nen blühn, wenn das A - bend - Rot ver - sinkt, durch die grü - nen Wäl - der blinkt, fragt das Herz in ban - gem Schmerz, fragt das Herz in ban - gem Schmerz: ob ich dich auch wie - der seh'? Schei - den, ach Schei - den, Schei - den tut weh! Schei - den, ach Schei - den, Schei - den tut weh!
*Jäger-Leben.*
(Zur 8. Sektion.)
Wilhelm Bornemann. (1816).
*Lebhaft.* Volks-Weise (1827.) Von Gehricke (?)
1. Im Wald und auf der Hei - de, da such' ich mei - ne Freu - de, ich bin ein Jä - gers - Mann, ich bin ein Jä - gers- Mann! Die For - sten treu zu pfle - gen, das Wild - bret zu er - le - gen, mein' Lust hab' ich da - ran, mein' Lust hab' ich da - ran. |: Hal - li, hal - loh, hal- li, hal - loh! mein' Lust hab' ich da - ran. :|
2. Im Wal - de hin - ge - streck - et, den Tisch mit Moos mir deck - et, die freund - li- che Na - tur; die freund - li - che Na- tur; den treu - en Hund zur Sei - te, ich mir das Mahl be - rei - te auf Got - tes frei - er Flur, auf Got - tes frei - er Flur. |: Hal - li, hal - loh, hal- li, hal - loh! auf Got - tes frei - er Flur. :|
3. Und streich' ich durch die Wäl- der und zieh' ich durch die Fel - der ein - sam den gan - zen Tag; ein - sam den gan - zen Tag; doch schwin - den mir die Stun - den gleich flüch - ti - gen Se - kun - den, tracht' ich dem Wil - de nach, tracht' ich dem Wil - de nach. |: Hal - li, hal - loh, hal- li, hal - loh! tracht' ich dem Wil - de nach. :|
4. Wenn sich die Son - ne nei - get, der feuch - te Ne - bel stei - get, mein Tag - Werk ist ge - than, mein Tag - Werk ist ge- than, dann zieh' ich von der Hei - de zur häus - lich - stil - len Freu - de, ein fro - her Jä - gers - Mann, ein fro - her Jä - gers - Mann! |: Hal - li, hal - loh, hal- li, hal - loh! ein fro - her Jä - gers - Mann! :|
*Lorelei.*
(Zur 8. Sektion.)
Heinrich Heine. (1822.)
Friedrich Silcher. (1837.)
{__Andante.__}
1. Ich weiß nicht, was soll es be - deu - ten, daß ich so trau - rig bin; ein Mär - chen aus al - ten Zei - ten das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dun - kelt, und ru - hig fließt der Rhein; der Gi - pfel des Ber - ges fun - kelt im A - bend - Son - nen - schein.
2. Die schön - ste Jung - frau sit - zet dort o - ben wun - der - bar, ihr gold - nes Ge - schmei - de blit - zet, sie kämmt ihr gol - de - nes Haar. Sie kämmt es mit gol - de - nem Kam - me, und singt ein Lied da - bei; das hat ei - ne wun - der - sa - me, ge- wal - ti - ge Me - lo - dei.
3. Den Schif - fer im klei - nen Schif - fe er- greift es mit wil - dem Weh; er schaut nicht die Fel - sen - Rif - fe, er schaut nur hin - auf in die Höh'. Ich glau - be, die Wel - len ver - schlin - gen am En - de Schif - fer und Kahn; und das hat mit ih - rem Sin - gen die Lo - re - lei ge - than.
*Es ist bestimmt in Gottes Rat.*
(Zur 8. Sektion.)
Ernst von Feuchtersleben. (Vor 1826.)
Felix Mendelssohn-Bartholdy. (1839.)
{__Poco sostenuto.__}
1. Es ist bestimmt in Got - tes Rat, daß man vom Lieb - sten, was man hat, muß schei - den. Wie- wohl doch nichts im Lauf der Welt dem Her - zen ach, so sau - er fällt, als Schei - den, ja Schei - den! 4. Nun mußt du mich auch recht ver - stehn, ja recht ver - stehn: wenn Men - schen aus - ein- an - der gehn, so sa - gen sie: auf Wie - der - sehn, auf Wie - der - sehn, auf Wie - der - sehn!
_Noten._
*Noten zur ersten Sektion.*
Seite
1. *kräftig;* stark.
*stärkt;* macht uns stark.
2. *Anfang,* der; der Beginn.
*Mut,* der; die Courage.
*faßt tiefe Wurzeln;* die Sprache geht fest in uns ein, wie die unteren Enden des Baumes in die Erde.
*wächst;* er wird groß.
*wirklich?* ist das so?
3. *Augenblick,* der; der Moment.
*unerwartetes Glück;* ein Glück, das ich nicht erhoffen konnte, groß.
*Neuigkeit,* die; etwas Neues.
*erraten;* finden.
4. *fechten;* kämpfen mit dem Schwerte.
*Schnurrbart,* der; der Bart unter der Nase.
5. *grausam;* Sie haben ein hartes Herz.
*verzeihe;* vergebe.
*Gesundheit,* die; Substantiv von gesund = wohl.
6. *Besuch,* der; die Visite.
*gebraucht;* haben müssen.
*versichern;* sagen.
*Lands-Leute,* die; Leute aus unserm Lande, aus Amerika.
*liebenswürdig;* freundlich und gut.
*jugendliche Kraft,* die; Kraft, wie sie junge Leute haben.
*Locken,* die; die langen, schönen Haare seines Kopfes.
*regiert;* kommandiert.
*gebietet;* kommandiert.
*Fluten,* die; das Wasser des Rheines.
*erhebt sich;* das Land wird hoch auf beiden Seiten.
*ragen;* die Türme reichen über die Häuser.
*strahlt;* scheint.
7. *Wolken,* die; das Wasser, das verdunstet und in die Atmosphäre steigt, wo es sich wieder sammelt.
*verschiedenen;* anderen, ungleichen.
*wallet;* geht, fließt.
*friedlich;* still.
*Frieden,* der; die Ruhe, die Rast.
*Fläche,* die; die obere Seite des Wassers war glatt, wie ein Spiegel, ein Glas.
*blinkt;* glitzert.
*Farben,* die; das Wasser schien grün, gelb, blau, {etc.}
*würzig;* süß.
*sauge;* trinke.
*erquickt;* erfrischt.
*schnellen Schrittes;* schnell gehend.
*Tafel,* die; der Tisch.
*bietet;* offeriert.
*Speise,* die; das Essen.
*ich labe mich;* ich esse, trinke und bin froh.
*aufblickend;* wenn ich vom Tische aufsehe.
*Dörfer,* die; kleine Plätze auf dem Lande, wenige Häuser.
*Felsen,* der; ein hoher, harter Stein.
*stolz;* majestätisch.
*brausten;* rauschten, lärmten.
*gestemmt;* gestellt.
8. *Haupt,* das; der Kopf.
*gezwungen;* er war ihr Herr geworden.
*übermütig;* sorglos und wild.
9. *Verein,* der; der Klub.
*bilden;* machen, beginnen.
*ordnen;* arrangieren, tun.
*nötig;* was sein muß.
10. *steigt;* kommt.
*zerfließen;* schmelzen, zu Wasser werden.
*sprießt;* aus der Erde kommt.
*Tal,* das; zwischen zwei Bergen ist das Tal.
*Winter-Qual,* die; alles das, was nicht angenehm ist im Winter.
*schallt;* kommt ein Ton.
*Gletscher,* der; Eis-Berg in den Alpen.
*leckt;* wenn die Sonne auf die Gletscher scheint.
*Luft-Getön,* das; das Singen der Vögel, {etc.}
*lind und lau;* mild und warm.
*Au,* die; ein schöner Platz mit Gras bedeckt.
11. *unterhalten;* gut sprechen, so daß alle sich freuen.
*Zügel,* der; der Zügel ist von Leder, er ist im Munde des Pferdes und in der Hand des Reiters.
*bäumt sich;* stellt sich auf die Hinter-Füße.
*drückt;* preßt.
*lenkt;* leitet.
*nimm dich in Acht;* sieh', daß du nicht fällst.
12. *übel behandelt;* mir hat er böses getan.
*verhöhnt;* insultiert.
*geblendet;* blind gemacht.
*fordern Recht;* wollen Recht haben.
*klagen;* traurig sprechen.
13. *wider;* gegen.
*will wenig bedeuten;* ist nichts.
*Wimmern,* das; lautes Weinen.
*Gebüsch,* das; der Busch, die Büsche.
*zauset;* zieht Lampe bei den Ohren hin und her.
*schlau;* klug, genial.
*wagen;* tun.
*Beute,* die; alles, was sie stehlen und rauben.
*Oheim,* der; der Onkel.
14. *hämisch;* ironisch.
*Fuhrmann,* der; der Mann bei dem Wagen.
*fraß;* aß. Ich esse, ich aß, ich habe gegessen.
*Gräten,* die; Skelett des Fisches.
*handelt;* tut.
15. *verlor;* ich verliere, ich verlor, ich habe verloren.
*Gras und Kräuter;* Pflanzen.
*gekleidet;* bedeckt mit dem Mantel eines Mönches.
16. *streiten;* kämpfen, zanken.
*Hof,* der; der Raum um ein Haus auf dem Lande.
*dichten;* dicken.
*erwürgt;* ermordet, getötet.
*unmutig;* unzufrieden.
*bestatten;* legen.
*scharren;* graben, kratzen.
17. *fördern;* Frieden machen, Recht machen.
*so kam man denn überein;* alle sagten.
*auffordern;* ihm sagen sollten.
*strafen;* ihm böses tun.
*stattlich;* groß und schön.
*heimliche Gänge;* Wege unter der Erde.
*entschlüpfen;* fliehen.
*Geselle,* der; der Kamerad.
*Thor,* das; die große Thür.
18. *erhitzt;* heiß, sehr warm.
*Staub,* der; feine Erde, Schmutz, wie im Sommer bei trockenem Wetter.
*beschwerliche;* schwere.
*ärmlich;* nicht reich und nicht gut.
*erfreut;* froh.
*Keil,* der; ein Instrument, um den Baum zu spalten; an dem einen Ende spitz, an dem andern stumpf; der Keil wird in den Baum getrieben mit dem stumpfen Ende der Axt.
*gar;* sehr.
19. *zugleich;* zur selben Zeit.
*zog;* ich ziehe, ich zog, ich habe gezogen.
*es gelang ihm;* er konnte.
*Mühe,* die; die Arbeit.
*entfernen;* herausbringen.
*Geschrei,* das; das Heulen.
*eilends;* schnell.
*Besen,* der; Instrument, mit dem man das Zimmer reinigt.
*Verzweiflung,* die; die Desperation.
*Haut,* die; die Haut des Bären ist mit Haaren bedeckt.
*entkommen;* rennen.
*Elend,* das; das Unglück.
20. *entsetzt;* voll Furcht, Schrecken und Trauer.
*issest;* ich esse; du issest, {etc.}
*speisen;* essen.
21. *Menge,* die; viele.
*Scheune,* die; der Land-Mann hat Stroh und Heu in der Scheune.
*erzürnt;* böse.
*Prediger,* der; der Pastor.
*Loch,* das; die Öffnung.
*mausest;* Mäuse fängst.
*einäugig;* mit einem Auge.
22. *entbrannte in gewaltigem Zorne;* wurde sehr böse.
*Frevler,* der; böser, böser Charakter.
*verdient den Tod;* soll sterben.
*ähnlich;* waren wie der Vater.
*versetzte;* antwortete.
23. *zärtlich;* liebevoll.
*Abschied,* der; sagte Adieu.
*achte;* siehe gut.
*artig;* gut.
*Zorn,* der; der böse Wille.
*Bote,* der; der Diener, den der König gesandt hatte.
*bekenne;* sage.
*gelobe;* versprich.
24. *haschen;* schnappen, fangen.
*hassen;* nicht lieben.
*schwätzest;* sprichst.
25. *gefräßig;* der Bär frißt (ißt) gerne zu viel.
*auftraten;* sprachen.
*galt;* war.
*fällte das Urteil;* sprach das Recht.
*betrübt;* traurig.
*finster;* ernst.
*weiches;* gutes.
*bekennen;* sagen.
26. *Schatz,* der; viele Gold, Diamanten, {etc.}
*Kette,* die; die Taschen-Uhr hängt an einer Kette; Damen tragen goldene Ketten um den Hals.
*nützt;* wozu ist es mir gut?
27. *Ort,* der; der Platz.
*Blitz,* der; der Blitz zuckt im zickzack vor dem Donner.
*versteckt;* stand hinter einem Busche.
*starrte;* sah.
*rührte;* bewegte.
*Arge,* der; der Böse.
28. *gerade;* direkt.
*öfters;* oft.
*Versammlung,* die; viele Personen zusammen.
*Truppen,* die; die Soldaten.
*Sold,* der; das Geld.
*voraus;* zuvor.
*ausführen;* realisieren.
*führt;* bringt.
*Gefängnis,* das; ein Haus in welchem man die Diebe und Mörder festhält.
29. *Wüste,* die; Sahara ist eine Wüste; Prairie, Heide.
*einsamen;* stillen.
*haust;* ist, wohnt.
*Birke,* die; der Name eines Baumes.
*Bann,* der; hat mich verdammt.
*gelobt;* gesagt.
30. *jauchzte;* freute sich.
*prachtvolles;* sehr schönes.
*Noten zur zweiten Sektion.*
32. *Darf;* kann ich kommen.
*störe;* hindere.
*stürmt;* wild, hastig kommt.
*Treppe,* die; ist vor dem Hause; sie ist hoch und hat Stufen; man geht von der Straße auf die Haus-Treppe in das Haus; siehe »Studien und Plaudereien, I.« Seite 163.
*vorzustellen;* zu introduzieren; siehe »Studien und Plaudereien, I.« Seite 159.
*Herrschaften,* die; Damen u. Herren.
*Grüße;* der Gruß; das Kompliment, gute Wünsche.
*Bekannten,* die; Personen, die ich kenne.
*heimisch;* wie zu Hause.
33. *Fahrt,* die; die Reise auf dem Schiffe zur See.
*verflossen;* vergangen, vorüber.
*verließen;* ich verlasse, ich verließ, ich habe verlassen.