Sklaven der Liebe, und andere Novellen
Part 8
Die letzte Matte wurde in den Lastraum versenkt, und der letzte Passagier kam an Bord. Plötzlich entsteht ein allgemeines Fragen nach dem Herrn von Sinvara, der mitfahren wollte. Wo war er geblieben? Sein alter Diener springt auf. Wo in aller Welt war sein Herr? Der Dampfer blieb liegen, man konnte doch nicht ohne den großen Herrn abfahren! Wir durchsuchen alle das Schiff, den Kai, alle Ecken und Winkel, wir fragen alle Menschen nach ihm, und niemand vermag uns Bescheid zu geben. War er ins Wasser gefallen? Hatte er sich hineingestürzt und war in aller Stille ertrunken? Plötzlich überkommt mich eine Ahnung, ein ganz sonderbarer Gedanke, ich bitte den Schiffer noch fünf Minuten zu warten, dann würde ich vielleicht Auskunft über den Vermißten geben können.
Ich springe an Land, ich eile nach dem Hotel, stürme die Treppe hinauf, in das blaue Stockwerk. Mit verhaltenem Atem öffne ich die Thür und sehe hinein.
Zuerst sehe ich das kleine Mädchen des Herrn von Sinvara. Sie hat ihre errötende Miene wiedergewonnen und sieht glücklich aus. Und vor ihr auf dem Stuhl sitzt der Herr von Sinvara wieder am Roulette.
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Knut Hamsun
Die Königin von Saba
und andere Novellen
Dritte Auflage
_Hamburger Fremdenblatt_: Wer es noch nicht gewußt hat, kann es an dem neuen _großartigen_ Novellenband Knut Hamsuns wieder empfinden, daß hier eine der merkwürdigsten Dichterindividualitäten der Zeit auf den Plan getreten ist. Hamsun schildert alles _mit tiefem Seherblick_, seine Menschen sprechen lautere Wahrheit und bezahlen diese Wahrheit, die sie in der Natur schauen dürfen, mit seelischer Qual. Auch in dem neuen, _auf großer dichterischer Höhe stehenden Novellenbande_ tritt Hamsun dem Leser wieder in der Gestalt eines Sonderlings entgegen, zumal in seiner »Königin von Saba« ... Zum Schlusse möchte ich noch auf eine ganz kleine Skizze hinweisen: »Der Ring«, die, trotzdem sie nur wenige Zeilen umfaßt, _das Werk eines echten Dichters ist_.
_Literarisches Echo, Berlin_: Es ist nicht alltägliches in dem Buch, es enthält Dichtungen von überaus apartem Reiz, die uns so oft überraschen, da sie zu so unvermuteten Ausgängen geführt werden, ohne daß diese willkürlich wären. Hamsun versteht es wunderbar, mit wenigen Worten große Perspektiven zur eröffnen, er versteht es, den Leser zwischen den Zeilen finden zu lassen, und gibt ihm mehr zu ahnen, als er enthüllt.
_Albert Langen, Verlag in München_
Knut Hamsun
Pan
Aus Leutenant Thomas Glahns Papieren
Einundzwanzigste Auflage
»Irgendwo in einer Waldecke muß man dieses seltsame Buch lesen,« -- schreibt der »Hannoversche Courier« in einem längeren Artikel -- »um den vollendeten Zauber seiner poetischen Stimmungen völlig genießen zu können. Der Sturm und die Ruhe des Waldes zugleich atmen aus diesen Blättern, die Wildheit sommerschwüler Träume wechselt ab mit der _Innigkeit wahrster Empfindung_; Glut und Kälte, höchste Leidenschaft und tiefste Ermattung zugleich sprechen sich _in Worten von außerordentlicher Formvollendung_ aus.«
_Neue Freie Presse, Wien_: _Knut Hamsun_ ist ein merkwürdiger Schriftsteller, in vielen Dingen wohl der erste unter allen modernen Norwegern. Sein Roman »_Pan_« enthält viel Wunderliches, aber ein heller Schimmer von Poesie strahlt aus dem Buche. Eine so innige Freude an der Natur, ein so unmittelbarer Zusammenhang mit ihr, ein so meisterhaftes Eindringen in alle ihre Reize und Geheimnisse ist wenigen gegeben. Hamsun ist ein Landschaftsmaler ersten Ranges mit der Feder.
_Albert Langen, Verlag in München_
Knut Hamsun
Victoria
Geschichte einer Liebe
Fünfzehnte Auflage
»_Victoria_« oder »_Die Geschichte einer Liebe_« kann nicht besser als mit diesem Untertitel charakterisiert werden. Wie Hamsun im »Pan« eine Symphonie über die _Natur_ schuf, die vor ihm vielleicht niemals intensiver künstlerisch erfaßt worden ist, so hat _Knut Hamsun_ in »_Victoria_« das _Hohe Lied der Liebe_ gesungen mit all den Farben und Zwischentönen, mit all der ursprünglichen Eindringlichkeit und Zartheitsfülle, die nur Hamsun eigen sind.
»Victoria« oder »Die Geschichte einer Liebe« ist ein _seltsames, unendlich feines Buch, warm und leuchtend wie ein Johannisfeuer in einer stillen Juninacht_.
_Allg. Zeitung, München_: Was _Hamsun_ auszeichnet und ihm unter den zeitgenössischen Dichtern einen hervorragenden Platz sichert, das ist der Scharfblick, mit dem er in die Tiefen der Seelen dringt, die Meisterschaft, mit der er die feinsten, intimsten inneren Regungen und Schwingungen zu ergründen und darzustellen weiß.
_Albert Langen, Verlag in München_
Einzelausgaben der Werke von _Knut Hamsun_ aus dem Verlag von _Albert Langen_:
_Hunger_, Roman 18. Auflage _Mysterien_, Roman 12. Auflage _Neue Erde_, Roman 8. Auflage _Pan_ (Aus Leutnant Thomas Glahns Papieren) 21. Auflage _Redakteur Lynge_, Roman 6. Auflage _Viktoria_, Geschichte einer Liebe 15. Auflage _Die Königin von Saba_, Novellen 3. Auflage _Sklaven der Liebe_, Novellen 6. Auflage _Im Märchenland_, Erlebtes und Geträumtes aus Kaukasien 3. Auflage _Kämpfende Kräfte_, Novellen 3. Auflage _Schwärmer_, Roman 3. Auflage _Unter dem Halbmond_, Reisebilder 3. Auflage _Benoni_, Roman 5. Auflage _Rosa_, Roman 3. Auflage _Unter Herbststernen_, Erzählung eines Wanderers 3. Auflage _Gedämpftes Saitenspiel_, Erzählung eines Wanderers 5. Auflage _Die letzte Freude_, Roman 7. Auflage _Kinder ihrer Zeit_, Roman 11. Auflage _Die Stadt Segelfoß_, Roman 8. Auflage _Segen der Erde_, Roman 23. Auflage _Die Weiber am Brunnen_, Roman 15. Auflage _Abenteurer_, Ausgewählte Novellen 15. Auflage _Erzählungen_, Ausgewählt und eingeleitet von Walter von Molo 20. Auflage _An des Reiches Pforten_, Schauspiel _Abendröte_, Schauspiel _Munken Vendt_, Dramatisches Gedicht _Königin Tamara_, Schauspiel _Spiel des Lebens_, Schauspiel _Vom Teufel geholt_, Schauspiel
Druck von Hesse & Becker in Leipzig
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Die folgende Tabelle enthält die vorgenommenen Änderungen.
S. 12: .. -> ... (mit hinauf zu kommen! ... Aber ich habe nur) S. 34: später -> späten S. 66: Offentlichkeit -> Öffentlichkeit S. 66: Christen -> Kristen (hieß übrigens Nyke, Kristen Nyke) S. 68: Karl Johann-Toiletten -> Karl-Johann-Toiletten S. 69: Christen -> Kristen (unserer Koje hatten auch Kristen Nyke) S. 72: Getose -> Getöse (das Getöse unten sich ein wenig gelegt) S. 79: Offnung -> Öffnung S. 116: vorzubringen -> vorbringen S. 116: »Jetzt -> Jetzt (Jetzt bitte ich Sie eins zu beachten) S. 116: gekannt -> gekannt; (lange gekannt; wir hatten eine) S. 117: Ubergewicht -> Übergewicht S. 122: verwelten -> verwelkten S. 126: abgeschnittes -> abgeschnittenes S. 132: kommen? -> kommen! (Laß noch eine Flasche Wein kommen!) S. 152: einmal -> einmal, (noch einmal, setze hundert auf dreizehn) S. 153: Gerade? -> Gerade! S. 156: Uberblick -> Überblick S. 171: Rechnung! -> Rechnung!« S. 172: Uberfall -> Überfall S. 184: Rot!« -> Rot! (»Wieder Rot! Ja, ich hatte)