Singapore, Malacca, Java. Reiseskizzen von F. Jagor.
Part 28
[61] Man muss sie aber nicht, wie häufig geschieht, mit einem andern Feigenbaum, F. religiosa, dem heiligen Baum der Buddhisten verwechseln, der im Ganzen viel Aehnlichkeit mit unserer Silberpappel hat und keine Seitenstämme bildet. Seine an ihrer sehr lang ausgezogenen schwanzartigen Spitze kennbaren herzförmigen Blätter bestehen aus einem so dichten Netzwerk fester dünner Fasern, dass nach Entfernung der Blattsubstanz durch Mazeration und Bleichen ein filigranartiges Skelett zurückbleibt, welches gefirnisst und miniaturartig bemalt, jetzt häufig als Kuriosität von China mitgebracht wird.
[62] Dike (spr.: Deik) nennt man die im flüssigen Zustand in die Spalten der Kegelberge eingedrungene, nach dem Erkalten fest gewordene Lava.
[63] Wie schon bei Gelegenheit der Zinnablagerungen angedeutet, werden mit der Zeit durch Einwirkung von Wasser und Luft die härtesten Gesteine zersetzt. Die Hauptgemengtheile der meisten krystallinischen Gebirgsarten (nicht-krystallinische sind schon Zersetzungsprodukte) bestehen aus Doppelverbindungen von Thonerde-Silikaten und Alkali- (oder Kalk-) Silikaten. Erstere sind als Thon (in reinem Zustand Kaolin) wohl bekannt. Zur Versinnlichung der letzteren kann das künstlich dargestellte, in der Technik jetzt vielfach angewendete Wasserglas (kieselsaures Kali oder Natron) dienen. Erstere sind unlöslich und bleiben bei dem Verwittern des Gesteins übrig, während die löslichen Alkali- und Kalk-Silikate theils als solche, theils nach Einwirkung von Kohlensäure als kohlensaure Salze durch die Gewässer fortgeschafft werden.
Was durch Luft und Wasser bei gewöhnlicher Temperatur sehr langsam, wenn auch ununterbrochen, stattfindet, wird viel schneller bewirkt durch heisses Wasser, heisse Dämpfe und Gase, wie sie aus hier nicht näher zu erörternden Ursachen namentlich häufig in Vulkanen und ihrer Nachbarschaft auftreten. Ausströmungen von heissen Gasen und Dämpfen nennt man Fumarolen, Ausströmungen von Kohlensäure Mofetten; da dieses Gas 1-1/2 mal so schwer ist als atmosphärische Luft, so breitet es sich am Boden aus und bildet zuweilen, an Stellen, die gegen den Luftzug geschützt sind, so hohe Schichten, dass Thiere, die hineingerathen, darin ersticken. Solfataren heissen die Punkte, in deren Dampfausströmungen die schwefelhaltigen Gase vorwiegen: Schwefelwasserstoff, durch dessen Zersetzung der die Wände bekleidende Schwefel gebildet wird, und schweflige Säure, die sich beide durch Zutritt feuchter Luft in Schwefelsäure verwandeln, endlich Schwefel in Dampfform. Während Wasser und Luft in der Art auf die Gesteine einwirken, dass unlösliche Thonerde-Silikate übrig bleiben, vermögen die in den Solfataren sich fortwährend bildenden starken Säuren des Schwefels die Doppel-Silikate vollständig zu zersetzen. So entsteht aus alkalihaltigen Doppel-Silikaten Alaun (schwefelsaure Thonerde verbunden mit schwefelsaurem Alkali), aus kalkhaltigen Doppelsilikaten Gyps (schwefelsaurer Kalk). Alaun und Gyps bleiben mit dem halb zersetzten Gestein und dem stets neben ihnen gebildeten Thone gemengt, oder werden vom Wasser gelöst und an Nebenpunkten wieder abgesetzt. Es würde zu weit führen, die Vorgänge in den Solfataren näher in Betracht zu ziehen; daher mögen auch die Wirkungen der häufig auftretenden Salzsäure hier unberücksichtigt bleiben. Zum oberflächlichen Verständniss der beschriebenen Erscheinungen in Kawa-manuk wird das Gesagte genügen. Wesentlich dieselben Erscheinungen wiederholen sich, wenn auch in sehr verschiedener Intensität, in allen Solfataren; ich werde daher später nicht wieder darauf zurückkommen.
[64] Zum Verständniss dieser Werthsteigerung bei feststehenden Preisen muss erwähnt werden, dass der Thee in 8 Sorten, 4 schwarzen, 4 grünen, von verschiedenem Werth, abgeliefert wurde, und dass die Fabriken gelernt hatten, die theuren Sorten in grösserer Menge zu produziren.
[65] Der Unterschied zwischen den Ergebnissen der Theekultur durch freie Arbeiter unter Unternehmern, die für eigene Rechnung wirthschafteten und den Resultaten, welche die Regierung durch Zwangsarbeit unter Aufsicht von Beamten erlangte, sind so schlagend und volkswirthschaftlich so interessant, dass ich einen kleinen Auszug aus Dr. W. Bosch, Vrije en gedwongen Arbeid, Tydschr. v. Ned. Ind. 1858 II 297 anführe, in welchem folgende, amtlichen Berichten entnommene Thatsachen gegenübergestellt sind:
667 Arbeiter (freiwillige) produziren 1855 auf 560 Bau: 344,849 ℔ Thee, also 1-1/5 Arbeiter per Bau, 517 ℔ per Arbeiter, 615 ℔ per Bau.
Der Arbeitslohn ist unbekannt. Angenommen, sie hätten das ganze Jahr hindurch 360 Tage, à 20 Deuten, gearbeitet, dann hätte die Bebauung gekostet 72 fl. per Bau d. h. 80% mehr als die Regierung dafür zahlte; und gleichwohl kosten die 615 ℔ Thee, die dafür erhalten werden, nicht mehr als 12 cents pro ℔, d. h. nur 40 % von dem, was die Regierung dafür bezahlte; und dennoch hat der Arbeiter bei dem Privatmann 3mal so viel per Tag verdient, als der Arbeiter in Bagelen, selbst wenn dieser nicht mehr als 100 Tage per Jahr zu arbeiten hätte.
4,375 Arbeiter (gezwungene) produziren 1855 auf 660 Bau: 87,312 ℔ Thee, 6-1/2 Arbeiter per Bau, 22 ℔ per Arbeiter, 132-1/2 ℔ per Bau.
6 Arbeiter per Bau angenommen, die zusammen 40 fl. 72 c. erhalten, giebt 6,79 fl. per Arbeiter. Angenommen, dass Jeder nicht mehr als 100 Tage gearbeitet hätte, so würde der Tagelohn 6-3/4 cents betragen, und das ℔ Thee auf 30 cents zu stehen kommen.
Aus diesen amtlichen Angaben geht hervor, dass freie Arbeit 25mal produktiver war als Zwangsarbeit, dass der Boden 5mal so viel trug, dass das Produkt der Privatleute noch nicht die Hälfte kostete, während ihre Arbeiter 3mal so viel verdienten.
[66] Nicht sowohl die Varietät des Theestrauches, als vielmehr Boden, Lage und Klima bedingen die Qualität (ähnlich wie beim Wein). In China giebt es Gegenden, wo nur grüner Thee fabrizirt wird, nicht, weil man aus den Sträuchern keinen schwarzen Thee machen kann, sondern weil der dort gewonnene grüne Thee besser ausfällt, als der schwarze. In Java finden solche Unterschiede noch nicht statt; man bereitet grünen und schwarzen Thee auf derselben Plantage.
[67] Die Rongengs sind öffentliche Tänzerinnen, sie fehlen bei keinem grösseren Feste; ihr Tanz versetzt die Eingebornen oft in Entzücken und reisst zuweilen selbst die Vornehmsten hin, sich daran zu betheiligen. Ihre Kunst besteht mehr im Biegen und Wenden der Glieder als in graziöser Fortbewegung. -- „Die Rongeng gehört dem Staat, der Oeffentlichkeit. Ueber eine Frau, die sich als Rongeng einschreiben lässt, verliert der Ehemann sein Recht, sowie auch ihre Eltern.” (Brumund, Indiana.) Sie sind völlig frei bis auf die polizeiliche und ärztliche Kontrolle.
[68] Eigentlich Kerne.
[69] Der Musang ist ein kleines Raubthier, das nur die reifsten Früchte nascht und nur ihre fleischige Hülle verdaut. Die nur aus Kaffeebohnen bestehenden, vom Musang ausgeworfenen, vom Regen abgewaschenen Häufchen werden besonders gesammelt und von den Packhausmeistern für begünstigte Kunden aufgehoben, da sie den wohlschmeckendsten Kaffee geben. -- Der Musang befindet sich fast in jedem zoologischen Garten.
[70] Trotz der sehr vermehrten Bevölkerung nimmt die Zahl der Bäume ab. 1851 zählte man: 231,693,843 und 1861: 223,301,000 fruchttragende Bäume. In dem viel kleineren, besonders aber an Arbeitskräften so viel ärmeren Ceylon hat sich die Kaffeeproduktion, die 1850 kaum 1/4 derjenigen von Java betrug, so gehoben, dass sie 1862 schon mehr als 2/3 derselben gleichkam. Den meisten Kaffee liefert gegenwärtig Brasilien, das allein so viel erzeugt, als alle übrige Kaffeeländer zusammen ... 1858/59: Brasilien 346, Java 135, Ceylon 70, alle übrigen Kaffeeländer zusammen 155 Millionen Zollpfund, im Ganzen also 696 Millionen Zollpfund.
[71] In den Regierungspflanzungen betrug 1854/57 die Zahl der Kaffeebäume durchschnittlich: 295,276,073, wovon 221,295,764 fruchttragende; die Ernte 962,876 Pikul oder etwas über 1/2 ℔ per Baum. -- 1828, vor Einführung des Kultursystems, erntete man 416,000 Pikul von etwa 50,000,000 Bäumen, d. h. über 1 ℔ per Baum, im günstigsten Jahre nach Einführung des Systems (1855) 1,264,000 Pikul von 300,000,000 Bäumen, d. h. etwas über 1/2 ℔ per Baum, so dass sich die Zahl der Bäume seit 1832 zwar versechsfacht, der Gesammtertrag aber nur verdreifacht hatte. Seit 1840 ist die Kaffeeproduktion auf Java, einige besonders günstige Jahre ausgenommen, stationär geblieben. Das auf Zwang beruhende künstliche System hatte also schon nach 8 Jahren seine Kraft erschöpft.
[72] In Arabien war der Kaffee als Getränk wohl schon Ende des 15. Jahrhunderts bekannt; 1556 wurde das erste Kaffeehaus in Konstantinopel, 1652 in London, 1671 in Marseille, 1672 in Paris, 1683 in Wien errichtet. Wie man darauf gekommen sein mag, die harten, unschmackhaften Samen zu rösten und ein Getränk daraus zu bereiten, ist durchaus unbekannt. Es ist höchst merkwürdig, dass das Kaffeïn, das eigentlich Wirksame im Kaffee, chemisch identisch ist mit Theïn und beliebig aus Kaffeebohnen oder Theeblättern dargestellt werden kann, dass es ebenfalls im Paraguaythee oder Mate enthalten ist, und dass die Pflanzen, die es liefern, ganz verschiedenen natürlichen Familien angehören. Noch auffallender ist es, dass gerade diese Pflanzen von halbzivilisirten, weit von einander entfernt wohnenden Völkern zum Getränk erkoren wurden. Die daraus bereiteten Aufgüsse regen an, ohne zu berauschen, und haben deshalb einen höchst wohlthätigen Umschwung in der Lebensweise der zivilisirten Völker hervorgebracht. Ihre schnelle, immer wachsende Verbreitung ist ein erfreuliches Zeichen zunehmender Gesittung. Nicht erfreulich, aber recht interessant ist auch „die plumpe Selbsttäuschung der Cichorientrinker, die aus Armuth und Unwissenheit einen Absud geniessen, der vom Kaffee nichts weiter hat, als die Farbe. Es dürfte kaum zweifelhaft sein, dass mit der Aufklärung des Publikums über den wahren Werth des Kaffees die Cichorienfabriken alsbald eingehen müssten.” (Knapp's Technologie II 83.)
[73] Folgende Rezepte stammen aus sehr guten Quellen:
1. ~Allgemeines Kari-Pulver~, 2 verschiedene Sorten. Man mische zum Pulver No. 1 die uneingeklammerten, zum Pulver No. 2 die eingeklammerten Gewichtstheile folgender Gewürze: Koriander 48 (8), schwarzer Pfeffer 24 (8), Curcuma 19 (8), Kümmel 12 (2), Capsicum 6 (1), Reismehl 4 (2), Cardamom 2 (1), Nelken 1 (0), Ingwer 0 (4), Trigonella foenum graecum 0 (6).
2. ~Krebs-Sambal:~ Zu 2 Stück feingeschnittenen Zwiebeln und 2 Stück Knoblauch setze man 3 Theelöffel Balatschong (siehe unten), 1/2 Theelöffel Curcumapulver, 1/2 Quart Krabben- oder Krebsschwänze, lasse alles etwas braten, füge Tomaten oder Tamarinden, Capsicum, 1/2 Tasse Kokosmilch (siehe unten) hinzu und lasse es schmoren.
3. ~Bengal-Kari:~ Zu 3 grossen, feingeschnittenen, in Butter gebratenen Zwiebeln setze man folgende in einem steinernen Mörser sehr fein gestossene mit etwas Wasser angefeuchtete Gewürze: 2 Nelken, 1 Capsicum, 2 Theelöffel Koriander, 2 Prisen Anis, 1 desgl. Kümmel, 2 Stück Knoblauch, 1/2 Theelöffel Zimmet und etwas Ingwer, 1 Theelöffel Curcuma. Nachdem alles etwas gebraten, setze man 1 ℔ in kleine Stücke geschnittenes Fleisch dazu (Rind, Kalb, Hammel, Wild, Geflügel oder Fisch), und eine Tasse voll Kokosmilch oder guter Brühe und lasse es schmoren.
4. ~Madras-Kari:~ Man brate 2 kleine fein geschnittene Zwiebeln in 2 Unzen Butter, setze vom Karipulver No. 2 dazu und verfahre übrigens wie bei dem Bengal-Kari, man kann auch etwas Zitronensaft hinzufügen.
5. ~Malayische Karis~ unterscheiden sich von den indischen wesentlich nur durch einen viel bedeutenderen Zusatz von Cocosmilch; sie sind daher gelblich statt braun, flüssiger, weniger gewürzt und werden Europäern, die an starke Würzen nicht gewöhnt sind, wohl besser schmecken. -- Zu allen Karis isst man das 3- oder 4fache Volumen Reis, in Dampf gekocht.
6. ~Balatschong~ ist eine mehr oder weniger feste Paste, aus gestossenen Krabben bereitet, die vorher etwas eingesalzen und an der Sonne getrocknet worden; sie lässt sich sehr annähernd durch ein Gemisch von Shrimp- und Anchovy-Sauce ersetzen.
7. ~Cocosmilch,~ nicht zu verwechseln mit der aromatischen, angenehm süsslichen Flüssigkeit, die den inneren Raum junger Kokosnüsse ausfüllt, und Allen, die tropische Küstenländer bereist haben, in dankbarer Erinnerung bleibt, erhält man, indem man die mandelartige Substanz, mit welcher die holzige Schale der reifen Nuss inwendig gefüttert ist, fein raspelt, mit Wasser vermengt und unter starkem Druck auspresst. Die erhaltene Flüssigkeit ist eine Emulsion, ähnlich der Mandelmilch. Ist Kokosmilch nicht zu haben, so lässt sie sich am besten durch Thiermilch ersetzen.
[74] Der Gamelang, das javanische Orchester, ist in Raffles und Crawfurd beschrieben und abgebildet. Die Instrumente bestehen hauptsächlich aus sehr wohlklingenden metallischen Becken und metallischen und hölzernen Stäben, die mit Ausnahme der grössten Becken (Gongs), welche an Gestellen aufgehängt sind, auf Resonanzböden oder auf straffen Stricken liegen, und wie Lauten geschlagen werden. Pauke, Flöten und eine Art Violine sind auch dabei. Ueber die Musik der Javanen sagt Crawfurd: „Die Musik ist wahrscheinlich die Kunst, in welcher die Javanen im Vergleich zu den meisten asiatischen Völkern den grössten Fortschritt gemacht haben. Die javanischen Melodien sind wild, klagend und mehr als alle andre asiatische Musik, vielleicht die der Perser nicht ausgenommen, dem europäischen Ohr wohlgefällig..... Der verstorbene Dr. Crotch, ein sehr kompetenter Richter, gab mir, nachdem er die schöne Sammlung von Instrumenten, die Sir Stamford Raffles nach England gebracht, besichtigt hatte, seine Meinung über dieselben sowohl, als über den allgemeinen Charakter der javanischen Musik. Ueber die einfachen Gongs sagte er, der Ton dieses Instrumentes sei zugleich mächtig und süss, seine Intonation klar und vollkommen; und über die Perkussions-Instrumente im Allgemeinen bemerkte er, dass er erstaunt und entzückt wäre über ihre sinnreiche Anfertigung, ihre Pracht, Schönheit und vollendete Intonation. In Bezug auf den Charakter der javanischen Musik im Allgemeinen machte er folgende Bemerkungen: „Die Instrumente haben alle dieselbe Skala wie die, welche durch die schwarzen Tasten des Pianos hervorgebracht wird, in welcher so viele der schottischen und irischen, alle chinesischen und einige der besten indischen und nordamerikanischen Melodien komponirt sind.”
[75] Eine in Paris erworbene echte Calisaya war schon April 1852 in Batavia angekommen; sie starb, aber 2 Ableger derselben waren 1862 zu 20 Fuss hohen Bäumen herangewachsen.
[76] Am 20. Juli 1856 waren vorhanden 99 C. Calisaya, 140 C. Pahudiana, 7 C. lanceolata, 1 C. succirubra, 3 C. lancifolia, 1 C. pubescens. (de Vrij Cultivation of Quinine in Java and British-India.)
[77] Seine Untersuchungen ergaben sehr günstige Resultate für die Calisaya-Rinden, nur waren, wegen der fehlerhaften Kulturmethode im tiefen Schatten, die Rinden viel dünner als die südamerikanischen. In der Pahudiana- Rinde fand er aber nur Spuren von Arzneistoffen; erst 1861 entdeckte er in der Wurzelrinde einer 8jährigen Pflanze eine grössere Menge (3%) und fand später sowohl in Java als in Britisch-Indien ~junge~ Wurzelrinde nimmer reicher an Alkaloiden als Stammrinde. Nach einem Bericht der Tyd. N. I. Febr. 1866 scheint es, dass man jetzt in Java die jungen Wurzelrinden ausbeuten will.
[78] Nach Professor Karsten's langjährigen an Ort und Stelle gemachten Erfahrungen verlangen die alkaloidreichen Arten einen relativ kalten, nebelreichen und mit Sonnenblicken wechselnden Standort.
[79] Mac Jvor zieht gar keine Sämlinge mehr, ausser etwa von neuen Arten -- er vermehrt nur noch durch Ableger und Knospen (cuttings and buds). de Vrij.
[80] Herr de Vrij theilt mir mit, dass er im August 1865 in einer Rinde von C. succirubra, aus den Neilgherries, 11% (!) Alkaloide fand, wovon der grösste Theil aus Chinin bestand, während die besten Perurinden selten mehr als 5% geben; und nach Prof. Karsten fand Howard sogar in den Blättern der in Ostindien gewachsenen C. rubra, Chinin in genügender Menge, um es darzustellen.
[81] Andere endogene Pflanzen, besonders Pandaneen, liefern aber auf diese Weise noch bessere Pinsel; in den Philippinen dienen diese allgemein zum Tünchen der Wände.
[82] Siehe auch: Brücke bei Wonosobo.
[83] Die Passvorschriften sind jetzt aufgehoben.
[84] Wahrscheinlich Kleinhoffia hospita, vergl. Hasskarl Anteekeningen over het nut ... 835.
[85] Die grössten Teakwälder kommen in den gebirgigen Theilen von Malabar, Birma und Siam vor, sie waren eine der Hauptursachen für die Besitznahme von Tenasserim durch die Engländer, und werden auch wohl die Veranlassung zur allmäligen Erschliessung der nördlich von Siam und Birma gelegenen Laosländer werden. Die regelmässige Beschaffung einer zureichenden Menge Teakholz für die englische Marine ist so wichtig geworden, dass wahrscheinlich demnächst die Gründung eines Vice-Consulats in Chang-mai, der Hauptstadt von Süd-Laos bevorsteht. -- „Malabar ausgenommen, liefert Java das beste Teak, jenes wird für Kiele, dieses für Planken vorgezogen. Teakschiffe sind durch gewöhnliche Abnutzung fast unzerstörbar; Beispiele, dass sie 80 und 100 Jahre gedauert haben, sind nicht selten.” (Mac Culloch 1859.)
[86] Selbst noch als Ceylon an die britische Krone überging, verpflichtete sich die ostindische Kompanie, jährlich 60,000 £ für 400,000 ℔ Zimmet zu zahlen, und es wurde festgesetzt, dass der etwaige Mehrertrag verbrannt werden sollte. (Capper Port and trade of London 371.)
[87] Der Zimmet stammt aus Ceylon; er war schon im Alterthum bekannt und hoch geschätzt, mehr wegen seines Wohlgeruchs, denn als Gewürz. Man erhielt ihn über Arabien. Erst durch Entdeckung des Seewegs nach Indien wurde sein Vaterland den Portugiesen bekannt. Von diesen ging der Zimmethandel an die Holländer über, die ihn nach den damals herrschenden handelspolitischen Ansichten zum Gegenstand des strengsten Monopols machten. Regelmässige Pflanzungen wurden zuerst 1765 angelegt, bis dahin benutzte man nur wilde Pflanzen. Als 1796 die Engländer Ceylon nahmen, war Zimmet das Hauptprodukt der Insel. Sie setzten das Monopol und das damit verbundene System der Zwangsarbeit mit unglaublicher Strenge fort. -- Wenn in irgend einem Garten eine Zimmetpflanze aufging, so durfte sie der Besitzer des Gartens nicht als sein Eigenthum betrachten, eben so wenig durfte er sie vertilgen, sondern er war gezwungen, sie für die Regierung zu pflegen und aufzuziehen; und nach dem alten holländischen Gesetz wurde dem, der einen Zimmetbaum fällte, die rechte Hand abgehauen (Porter). Erst 1833 wurde der Zimmetbau und -Handel auf Ceylon freigegeben, nahm aber nicht sehr zu, weil die englische Regierung einen Ausfuhrzoll von 200-300% ad valorem darauf legte. Nächst Ceylon liefert Cochinchina den meisten Zimmet. Letzterer geht nach China, wo er dem von Ceylon vorgezogen wird.
[88] Tijdschrift voor taal-land-en. volkenkunde. 1853, I, 304.
[89] ~Adat~ heisst: alter Brauch, alte Sitte, und hat für den Inländer Gesetzeskraft.
[90] Over de zoogenoemde eetbare Vogelnesten. -- Beiträge zur näheren Kenntniss der Gattung Collocalia Gr.
[91] Demselben, der das duftende Agallocheholz liefert, in Java aber nicht vorkommt.
[92] Vergl. Zeichnung: die Bündel bestehen aus Bambusen, die Seile aus Rotang.
[93] Der mich begleitende Javane erklärte sie folgendermassen: der grösste, ruma radja (Haus des Königs), die übrigen: Häuser der Frauen und Verwandten, der fünfte, ruma dija punja jonge (das Haus für den Diener). Das holländische Wort, das zur Bezeichnung eines Dieners ins Malayische übergegangen, machte sich sonderbar genug in dieser antiquarischen Erläuterung.
[94] Nach einer neueren Beobachtung (Proc. Zool. Soc. 1863, pag. 439) fangen sie auch Fische. Dr. Schott beobachtete in Conleeveram, wie die Kalongs über den Teichen schwebten, die Fische mit den Klauen packten und dann auf Tamarindenbäume flogen, um sie zu verzehren. Er hielt sie erst für Vögel, schoss aber am andern Abend mehrere im Akt des Fischens und wiederholte die Beobachtung mehreremal.
[95] 1849 beauftragte der damalige General-Guvernör zwei geschickte Zeichner, die Herren Wilsen und Schomberg, sämmtliche Reliefs und Statuen von Borobudor für den Steindruck zu zeichnen. Die Arbeit hat mehrere Jahre in Anspruch genommen und soll sehr gut ausgefallen sein. -- Obgleich ich schon bei meiner Anwesenheit in Java einige Probedrucke gesehen, scheint das Werk, das mit erläuterndem Text erscheinen soll, noch nicht herausgegeben zu sein. Herr W. hat auch in der Tijds. v. T. L. en V. einen Aufsatz über Borobudor bekannt gemacht, dem obige Maasse und noch einige der folgenden Angaben entnommen sind, nur ist statt niederl. Ellen der gleichwerthige, bekanntere Ausdruck Meter gesetzt.
[96] Um einen solchen Eimer zu machen, faltet man das grosse, fächerförmige Blatt wie einen aus Papier geknifften Fächer zusammen, näht die sich berührenden Ränder je zweier Blattspitzen, von da an, wo sie sich theilen, zusammen, und biegt das Blatt ringförmig, die Rippen nach Aussen, so dass die Blattspitzen und der Ansatz des Blattstiels über einander greifen; diese werden fest zusammengebunden und bilden die Handhabe des Eimers, der nur noch wie das Verdeck eines Wagens oder der Ugly einer Engländerin entfaltet zu werden braucht und die Form eines in der Richtung der Axe durchgeschnittenen sehr flachen Kürbis hat.
[97] Nach den neuesten Nachrichten (1865) ist diese blühende Industrie in Jokjokarta fast gänzlich zu Grunde gegangen, indem die Pflanzen durch Insekten zerstört wurden.
[98] Dicht am Stamm vieler Bäumchen war ein mit Wasser gefüllter poröser Topf bis an den Rand in den Boden eingegraben; das langsam durchsickernde Wasser erhält die Wurzeln feucht, die ein dickes Geflecht um den Topf bilden sollen. Vielleicht ist dies Verfahren, das ich in Europa nie gesehen, in wasserarmen Gärten oder für besondere Zwecke in der Gärtnerei anwendbar.
[99] In Mexico kauen zwar Männer und Weiber, letztere mit wahrer Leidenschaft, ein Gummi, Cicle genannt, den verdickten Milchsaft einer an der Westküste wild wachsenden Sapota (Zapote chico), das in Speichel völlig unlöslich, geschmack- und geruchlos ist. Die Substanz hat grosse Aehnlichkeit mit Guttapercha, die man von einer ebenfalls zu den Sapotaceen gehörenden Pflanze (Isonandra) gewinnt und wird etwa bei derselben Temperatur plastisch; man formt Blumen und allerlei Spielereien daraus; in der Technik findet sie noch keine Verwendung, da ihr hoher Preis, 1 Dollar per ℔, es verhindert.
[100] Was ich für Muthwillen gehalten, hatte vielleicht einen andern Grund. Van Dooren erzählt, dass ihn sein Kutscher bei einer ganz ähnlichen Gelegenheit mit den Worten beruhigte: „Fürchten Sie sich nicht, Herr, der Tiger will sich ein Pferd holen.”
[101] Gegenwärtig (1865) ist eine Eisenbahn zwischen Samarang und Surakarta in vollem Bau; das Samarang zunächst gelegene Stück ist bereits mit der Lokomotive befahren worden. Dieselbe Gesellschaft baut eine andre Bahn zwischen Batavia und Buitenzorg. Mit diesen beiden kurzen Strecken wird sich zunächst wohl der Verkehr begnügen müssen. Eine andre Gesellschaft, welche über ganz Java ein Eisenbahnnetz legen wollte, kam leider mit ihren Anträgen zu spät und erhielt keine Konzession, weil eine solche die jener ersten Gesellschaft gemachten Zugeständnisse verletzt haben würde.
[102] Von 3 Schiffsladungen voll javanischer Kunstdenkmäler, die Prof. Reinwardt nach Holland sandte, versank eine im Schiff Ida en Adelaide, eine zweite im Kriegsschiff Amsterdam, die dritte im Schiff Evereus, welches verbrannte. (Brumund Indiana.)
Register.
_Berge unter Gunong, Tempel unter Tjandi zu suchen. J = Java, M = Malacca, S = Singapore._
Aberglaube, 55, 116, 134, 184, 198, 222, 229.
Ackerbau M., 117, S. 21.
Affen, 110, 124, 139, 216.