Part 23
_Iwan von Günß_ (Sohn des Grafen Heinrich) empörte sich erst gegen seinen eigenen König, fiel dann, häufig plündernd, auch in Oestreich und Steyermark ein, und verübte unzählige Grausamkeiten. Im Jahr 1286 schlug er den gegen ihn gesandten Abt von Admont; später auch Herman von Landenberg, der sich ihm mit seinen östreichischen und steyerischen Kriegern ergeben mußte. Herzog Albrecht, von Truppen entblößt, verschloß sich in Neustadt, und ging sogar den Vertrag von Hainburg ein, vermöge welchem die Gefangenen ausgewechselt, und in einem Krieg mit Ungern sie sich beide gegenseitige Hülfe leisten sollten. Iwan setzte seine Verheerungen in Oestreich bald wieder fort, bis endlich im Jahr 1280 ihn Albrecht mit starker Macht bekriegte, ihm Oedenburg nebst vielen andern Vesten, Burgen und Märkten abnahm, und ihn endlich, nach einer hartnäckigen Belagerung, in Günß bezwang. Ueber diese Belagerung siehe _Horneck R. Chron._ von Cap. 312 bis 315.
[5] Vers 228.
Ueber dieses historische Faktum siehe Fugger _Ehrenspiegel_ S. 75. Cap. VIII.
[6] Vers 236.
_Antwerk_ war ein Wurfgeschütz, aus welchem Steine von bedeutender Schwere, ja auch zuweilen Schwefelfeuer nach den Erkern, und auf die Häuser der Veste geworfen wurden. (Ueber diese und die folgenden Kriegswerkzeuge des Mittelalters, siehe: _Schachts vortreffliches Werk über Hornecks Reim-Chronik_, Mainz 1821, S. 388.)
[7] Vers 238.
_Katzen_ nannte man die mit Erde gedeckten Werke, welche inwendig mit Stoßbäumen versehen, nach Ausfüllung der Gräben, bis an die Mauern vorgeschoben wurden, und gegen welche man sich durch Minen, und Geschosse von den Mauern herab, zu wehren suchte. S. oben.
[8] Vers 245.
_Ebenhoch_ hießen eine Art Thürme, die, wahrscheinlich auf Rädern, an die Mauern geschoben, verschiedene Geschosse in die Veste zu schleudern, dienten. Ihr Nahme zeigt, daß sie hoch genug waren, um das Innere der ummauerten Städte und Vesten übersehen zu können. S. oben.
[9] Vers 297.
Dem Verfasser der berühmten _Reim-Chronik_, die zuerst von dem gelehrten Benediktiner von Melk, _Hieronymus Pez_, im Jahre 1745 zum Druck befördert ward, hat Lazius +Comment. Geneal. p. Auster.+ 233 außer dem Nahmen _Ottakcher_ (Ottokar), den er sich selber R. Chr. Cap. 177 beilegt, unbekannt aus welcher Quelle, auch den von _Horneck_, aufgefunden. Er lebte unter _Rudolphs_ I. und _Albrechts_ I. Zeiten; war in Steyermark geboren; hatte den berühmten Meistersänger Kunrad von Rotenberg, der vorher an Manfreds Hofe lebte, zum Lehrmeister; stand, man weiß nicht, in welcher Eigenschaft, im Gefolge Ulrich und Otto Lichtensteins; wohnte der Marchfelder Schlacht 1278 bei, und starb erst nach dem Jahr 1309, da er noch von dem Aufruhr einiger aus dem Adel, und der Wiener Bürger, gegen _Friedrich den Schönen_ spricht, und damit sein Werk beschließt. Die _Reim-Chronik Hornecks_, die mit dem Tode _Friedrichs_ II. röm. Kaisers beginnt, und um das Jahr 1309 der Regierung _Friedrich des Schönen_ endet, enthält über 83,000 kurze gereimte Verse in 830 Capiteln.
Ein anderes noch ungedrucktes Werk Hornecks: _Von den Monarchen und Kaisern der Welt bis auf Friedrich II. röm. Kaiser_, in ähnlichen Versen verfaßt, ist im Besitze der k. k. Hofbibliothek zu Wien. (Siehe die Vorerinnerungen des Hieronymus Pez zu Hornecks Reim-Chronik in seinem Werke: +Scriptores rerum Austriacarum III.+ Band; und obiges treffliche Werk: _Aus- und über Ottokars von Horneck Reim-Chronik_, von Th. Schacht, Mainz 1821.)
[10] Vers 305.
Ulrich von Lichtenstein, aus der steyerischen Linie der Lichtensteine -- ein trefflicher Ritter und Minnesänger zugleich, der die beiden merkwürdigen Gedichte: _Frauendienst_, und: _Ytwitz oder der Frauen Puech_, verfaßte, mag kurz vor der Marchfelder Entscheidungsschlacht gestorben seyn. Das erstere Werk enthält ein prächtiger Codex in München, und wurde herausgegeben durch Ludwig Tieck. Stuttgart und Tübingen in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung 1812. Das zweite befindet sich in der Ambraser Sammlung zu Wien, Bl. 220-225 noch ungedruckt. (S. die Beschreibung Primißers -- Seite 279.)
Eilfter Gesang.
[1] Vers 38.
_Siehe oben Anmerkungen_ zum _dritten Gesang_ [8] Vers 308.
[2] Vers 73.
Was hier von den Vorbereitungen zur Schlacht, als: von der Feier des Abendmahls im Lager; von der Beicht' und Communion, und weiter unten: von dem Mustern der Gurt' und Steigbügel; von den Aufträgen, welche die Ritter im Fall, daß sie dem Feinde erlägen, an ihre Daheimgebliebenen den Knappen ertheilen; von dem Zusammenhalten der Freunde in der Schlacht u. s. w. gesagt wird, ist durchaus der damaligen Rittersitte gemäß, und in Hornecks _Reim-Chronik_ Cap. 147, 329, 330 und 530 begründet.
[3] Vers 135.
Die ausgezeichnetsten Ritter wetteiferten um den Vorzug, das Hauptbanner, oder die Sturmfahn, dem Herrscher selber in der Schlacht vorzutragen. Horneck _Reim-Chronik_ C. 148.
[4] Vers 181.
Ueber die Sitte, sich gegenseitig die Schlacht anzukündigen, und dazu Tag und Stunde zu bestimmen, siehe oben _Anmerkung zum siebenten Gesange_ Vers 536. [[Anm. 7.7.]]
[5] Vers 184.
Im Jahr 1289 überzog Kaiser Rudolph den Herzog von Burgund mit Krieg, eroberte Mömpelgard, und zwang ihn zum Frieden. Vor der Schlacht sandte er einen Bothen mit der Frage an ihn: »ob er zum Streiten bereit sey?« und der Herzog ließ ihm sagen: »er seye darum hergekommen.« (Siehe _Horneck Reim-Chronik_ C. 329.)
[6] Vers 211.
Den Ritterschlag auf Schild und Schwert ertheilte Rudolph also vor der Schlacht: S. _Horneck_ R. Chr. C. 149.
[7] Vers 542.
In den Gebirgsthälern Tirols, Steyermarks und Oestreichs, ist das sogenannte _Scheibenschießen_ eine beliebte und mitunter nützliche Unterhaltung des Volks. _Zu Hauptschießen_ werden von nahe und ferne die Schützen geladen: das _Kreisschießen_ ist das gewöhnliche an Sonn- und Festtagen; das _Beste_, ist der Preis dessen der den besten Schuß gethan.
Zwölfter Gesang.
[1] Vers 54.
Ueber diesen Klaggesang Hornecks siehe dessen _Reim-Chronik_ Cap. 163 und 164. Hier nur Einiges aus demselben:
Sieh Welt aller Untrew Chron, Daz ist auch ainer deiner Lon! -- -- -- -- -- -- Auf der Erden lag er par Sein eigen Pluts naz. Wo waren die Matraß, Und die gulter Seydein, Darauf er sollt gelegen sein? Wo waren die ihn sollten chlagen? Von Mannen und von Magen, (Anverwandte) Pelieb er Trostes frey. Wo waren Erzt und Erzeney, Damit man seine Wunden Solt han gepunden? -- -- -- -- -- Er hat so viel Guts, Wer er gewesen des Muts, Daz er tegleich wolt Von edlem Gestain und Gold Haben tragen Kleider an, Daz hiet er wol getan. Dez liez er ihm so gar zerrinnen Daz man im muest gewinnen Ain Graz, daß man ihn mit pedackt, So gar pelieb er nakht. -- -- -- -- -- -- Ungetrev Welt, die spielt Du von im so gar, Daz aus dainer Schar Im Niempt volgt nach. -- -- -- -- -- -- Sieh Welt daz ist dein Sold. We im! der dir ist hold Und We im den du trewtest. Mit dem Mund du im pewtest Honig an dem Anwang, Und hechst als ein Gift-Slang An dem End -- -- -- -- -- -- -- -- Wer nicht will Gottes Haz Und seinen Zorn leiden, Der muß die Welt vermeiden. Dann die Werich, die sy geert Die sind vor Gott unwert. Dez vermaid nit der wakcher Von Pehaim Kunig Ottakher: Wann er vollfurt mit Gelust Der Welt Achust, (unordl. Begierden und Laster.) Und rang hier also ser Nach der zergenklichen Er, Daz er sich dez nicht liez befillen Damit er nach irm Willen Möcht gewerben, und geleben, Daz sol im Gott vergeben!
[2] Vers 209.
Die Stephanskirche, nachdem sie vorher zweimal abgebrannt war, hat Ottokar beinahe in derselben Gestalt, wie sie noch heut' zu Tage zu sehen ist, während er über Oestreich herrschte, hergestellt.
[3] Vers 347.
Daß Rudolph den König Ladislav adoptirt habe, meldet auch Fugger I. Buch 12. Cap. S. 101.
[4] Vers 401.
Die Belehnung Albrechts mit Oestreich, Steyer, Krain, der Windischmark und Portenau geschah eigentlich zu Augsburg während des Reichstags daselbst im Jahr 1282, wo, im sogenannten _Frohnhof_, ein kaiserlicher Thron, umgeben von den Churfürsten und Fürstensöhnen, zu sehen war, und die Feierlichkeit nach denen, von Friedrich I., Heinrich IV. Friedrich II. ertheilten Privilegien geschah.
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Druckfehler:
Rechtschreibeformen in -lll- (_allletzter_, _hellleuchtend_) sind ungeändert.
1. Gesang Des Friedens erwähnst du? [ererwähnst] »daß es also gescheh'n wird!« [_« aus 1827 Auflage ergänzt_]
2. Gesang Manches Helden Gebein', auch Friedrichs ... [Fiedrichs] stets in deinem Geschlechte noch dauern.«[7] [_« 1827_] und waldumsäumtes Gehöftland; [waldumsaumtes]
3. Gesang ein trefflicher Stürmer!« [_« 1827_]
4. Gesang und nahten ihm, grüßend mit Ehrfurcht. [grußend] Wahrlich vor Kummer das Herz um den treugesinneten Helden.« [_hier und anderswo fehlt das zweite «_] hoben den Helm von dem Haupt', und empfiengen [_ungeändert_] »Euch entbiethet zuvor [_»,Euch« mit einfaches Anführungszeichen_] der letzte der Kämpfe gewähret!« [gewahret]
8. Gesang Heinrich, dem Hort der Baiern [_ungeändert: anderswo »Bayern«_] Draußen am Lagerrand, vor allen dem feindlichen näher [_»naher«; aber vielleicht »nahe« wie in 1827_]
9. Gesang Drüben der Wunderstadt, Venezia,[2] [_[1] statt [2]_] die Feinde, sie fliehen!« [_« 1827_] die Alrune,[3] [_[4] statt [3]_]
10. Gesang Sie zu vollbringen dereinst. [_« fehlt hier?_] Retter zu seyn Unglücklicher!« [_« 1827_]
11. Gesang O so sprich: »Treu bis in den Tod ihr weiht' ich das Leben!« [_zweites « fehlt_] Nun die Schützen Tyrols [Schützens] den schwer zu erklimmenden Höhen [erglimmenden]
Anmerkungen:
[Einige Anmerkungen, wie 2.5, 3.8, 9.2, und das Dicht in 12.1, sind scheinbar nach Pyrkers Tod eingefügt.]
1. Gerard. Roo Hist. Austr. Lib. I.) [_) fehlt_] [_eigentlich Gerard de Roo_] von dem babenbergischen Leopold VII. [_. fehlt_]
2. gewährt einen ergreifenden Anblick. [_. fehlt_]
3. Uladislav II. [_ungeändert_]
5. noch viel weiter erstrecken.« [_« fehlt_] (Siehe _Hanthalers_ ... [_( fehlt_]
6. Wohl hundert Wegen tragen, [_»hunbert«; 1827 »hundert«_]
7. [8] Vers 550. [_[5] statt [8]_]
12. Privilegien geschah. [_. fehlt_]
End of Project Gutenberg's Rudolph von Habsburg., by Ladislav Pyrker