Romanzen vom Rosenkranz

Chapter 15

Chapter 15214 wordsPublic domain

Doch der Schmerz ihn so durchdringet, Daß er sich muß niedersetzen; Alle rings sein Leid bezwinget, Keiner wagt ihn zu verletzen.

Noch, eh er begann zu sprechen, Sah mit wild gehobnen Armen Er das dichte Volk durchbrechen Seine Freunde, alle Armen.

Und sie schrien mit lauter Stimme: "Treibt die Ochsen, fahret zu! Bringet trotz des Toren Grimme Unsre Mutter jetzt zur Ruh!"

Um den Wagen mit den Kindern Klaget Agnus castus laut: "Wer will frech den Brautzug hindern Einer himmlisch reinen Braut!"

Und das Volk zu beiden Seiten Treibt die Stiere mächtig an, Und indem sie vorwärts schreiten, Zieht die Leiche ihre Bahn.

Daß sich Apo still entferne, Läßt der Rektor ihn ermahnen, Und der Schergen Morgensterne Müssen ihm den Weg schier bahnen,

Bis ihn seine Schüler finden, Die ihn nun mit Biondetten Eng mit ihrem Kreis umwinden Und aus dem Gedränge retten.

Doch es ist das Volk geteilet, Viele hinter Apo drängen, Der hin zu dem Rathaus eilet; Andre sich dem Zug vermengen.

Beide könnte ich geleiten; Doch ich gehe zu der Linde, Wo ich an Meliores Seiten Rosablanken trauernd finde.

Pietro aber steht am Bronnen, Und von Eifersucht durchpeint, Fühlt er nicht den Strahl der Sonne, Die ihm auf den Scheitel scheint.

End of Project Gutenberg's Romanzen vom Rosenkranz, by Clemens Brentano