Robert Blum: Ein Zeit- und Charakterbild für das deutsche Volk

v. Terzki (auch Tertschanski genannt und unter dem Namen Vilney

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als Novellenschreiber bekannt) und einem Herrn v. Schlechta gethan worden. Alle vier schliefen im gleichen Zimmer[351].“

Dasselbe erzählt Fröbel in seinen „Briefen“ (S. 51, 56 fg.). --

Wie Herr v. Helfert bereits aus den Tagen der Octoberrevolution eifrig Alles zusammengetragen hat, was Bosheit und Unverstand Blum nach jenen Tagen mit Unrecht schuld gegeben, und wie wir ihn hierbei sogar auf eigenen Verdächtigungen ertappten, so läßt er sich von nun an angelegen sein, das Bild des Sterbenden durch all den Unglimpf zu entstellen, den eine feile und tendenziöse Presse und die Schriften der frohlockenden Feinde Blum's in einem Menschenalter auf seinen Namen gehäuft haben. So versteht der Edle von Helfert das _de mortuis nil nisi bene_.[352]

Am 9. November fünf Uhr früh wurde Blum aus gesundem, tiefem Schlafe geweckt und zur Anhörung des Urtheils in eine dritte Zelle abgeführt, in der er allein war. Tief bewegt, doch standhaft und gefaßt vernahm er hier den blutigen Spruch. Nur das Eine konnte er nicht fassen: daß man auf Grund #solcher# Thatsachen ihn zum Tode verurtheile, und gegen das Unverletzlichkeitsgesetz das Urtheil zu vollstrecken wage. Er äußerte diese Zweifel gegen den Offizier, doch wurde ihm erwidert, daß es voller Ernst sei mit dem Urtheil wie mit der Vollstreckung. Von da an hat Blum, so schwer es ihn ankam, an die Möglichkeit dieses Justizmordes zu glauben, sich in sein Schicksal ergeben. Der Auditeur verließ Blum. An seiner Stelle trat ein Geistlicher ein, Pater Raimund vom Schottenstift. Er war in tiefer Nacht geweckt worden, als eine Ordonnanz am Stift klingelte. Er habe Einen zum Tode vorzubereiten, hieß es. Erst im Stabsstockhause nannte man dem Pater den Namen Robert Blum's. Er wußte aber, wie wir sehen werden, schon vorher, wem es gelte. Er fand Blum bereits ruhig und gefaßt. „Sie wissen vielleicht“, sagte ihm Blum, „daß ich Deutschkatholik bin; ich glaube daher, daß Sie mir die Ohrenbeichte erlassen werden.“ „Der Geistliche, glücklicherweise ein Mann von Bildung und Einsicht, stimmt vollkommen bei; Blum bittet ihn noch um einige Zeit, da er noch an seine Frau und Kinder und seine Mutter schreiben wolle. Nachdem dies geschehen, sprachen Beide noch viel mit einander, Blum, sehr gefaßt und ruhig, ist erfreut, in dem Geistlichen einen Achtungswerthen zu finden und sagt ihm zuletzt ungefähr: „Es hat mich sehr gefreut in Ihnen zum Unterschiede von leider so vielen Pfaffen, die man in Deutschland findet, einen ehrenwerthen, wahrhaft christlichen Mann kennen gelernt zu haben. Ich möchte Ihnen gern ein Andenken hinterlassen, allein ich habe jetzt nichts hier als meine Haarbürste. Wollen Sie diese von mir annehmen, so machen Sie mir noch eine Freude.““[353]

Indessen nicht blos von geistlichen Dingen war in jener ernsten Stunde zwischen beiden Männern die Rede. Der Pater war der Träger der letzten Möglichkeit einer Rettung Blum's, die menschlichem Ermessen denkbar war.

Als nämlich die politischen Freunde Blum's in Frankfurt von seiner Verhaftung hörten, was etwa den 6. der Fall war, erklärte Karl Vogt mit seinem richtigen realistischen Instincte den vertrautesten Parteigenossen rund heraus, daß er Blum für verloren halte, wenn derselbe nicht in den Besitz einer Summe Geldes gesetzt werde, die den muthmaßlichen Durchschnittspreis der Ehrlichkeit seiner Wächter erreiche. Wenige Stunden darauf stand Karl Vogt an der Spitze einer kleinen Deputation vor Rothschild und bat ihn, gegen gute Procente die Summe von etwa 3000 Gulden in Robert Blum's Hände nach Wien gelangen zu lassen. Der alte Amschel schüttelte den Kopf und fand das Geschäft bedenklich. War er doch österreichischer Freiherr. Der jüngere aber fand die Procente des Wagnisses werth und sagte zu. Während die Quittung ausgeschrieben wurde, blieb Vogt allein zurück und bat um Auskunft, auf welchem Wege denn das Geld an den gefangenen Blum besorgt werden solle. Der Börsenkönig wollte lange nicht heraus mit der Sprache. Endlich sagte er flüsternd: „Durch den Prior des Schottenklosters in Wien.“[354] Allein auch diese Hülfe kam nun zu spät. Wer hätte es gewagt, für den zehnfachen Preis dem Fürsten Windischgrätz eine Beute zu entreißen, die man sich in Schönbrunn nun keinesfalls mehr hätte entgehen lassen! In diese Erkenntniß fand Blum sich rasch. Das Geld ist bald nach seinem Tode auf demselben Wege nach Frankfurt zurückgelangt und zu den Sammlungen für die Wittwe und Waisen Blum's gezogen worden.

Der erste bestimmte Wunsch, den Blum an den Geistlichen richtete, war der nach Schreibmaterial, um seine letzten Scheidegrüße an seine Lieben aufzusetzen.

Der Wunsch wurde sofort erfüllt und Blum schrieb zuerst jenen unvergeßlichen Brief an seine Gattin, in welchem die ganze Gemüths- und Gefühlstiefe, die ganze Seelengröße des Mannes sich ausprägt. So oft dieser Brief auch gedruckt oder in anderer Weise vervielfältigt worden ist, er kann wohl nie zu oft mitgetheilt und gelesen werden. Er lautet:

„Mein theures, gutes, liebes Weib, lebe wohl! wohl für die Zeit, die man ewig nennt, die es aber nicht sein wird. Erziehe unsere -- jetzt nur #Deine# Kinder zu edeln Menschen, dann werden sie ihrem Vater nimmer Schande machen. Unser kleines Vermögen verkaufe mit Hilfe unserer Freunde. Gott und gute Menschen werden Euch ja helfen. Alles, was ich empfinde, rinnt in Thränen dahin, daher nur nochmals leb' wohl, theures Weib! Betrachte unsere Kinder als theures Vermächtniß, mit dem Du wuchern mußt, und ehre so Deinen treuen Gatten. Leb' wohl, leb' wohl! Tausend, tausend, die #letzten# Küsse von Deinem

Robert.

#Wien#, den 9. November 1848.

Morgens 5 Uhr, um 6 Uhr habe ich vollendet.

Die Ringe hatte ich vergessen; ich drücke Dir den letzten Kuß auf den Trauring. Mein Siegelring ist für Hans, die Uhr für Richard, der Diamantknopf für Ida, die Kette für Alfred, als Andenken. Alle sonstigen Andenken vertheile Du nach Deinem Ermessen. Man kommt! Lebe wohl! wohl!“

An Carl Vogt schrieb er:

„Ein Sterbender empfiehlt sich Dir und allen deutschen Freunden meiner armen Familie. Sie hatten nur mich als Ernährer. Tragt Eure Liebe für mich auf sie über, dann sterbe ich ruhig. Allen ein tausendfaches Lebewohl!

Blum.

#Wien#, den 9. November früh ½6 Uhr.“

An C. Cramer in Leipzig schrieb er:

Lieber Freund!

„Es ist 5 Uhr und um 6 werde ich erschossen. Also nur zwei Worte: Lebe wohl, Du und #alle# Freunde. Bereite meine Frau langsam vor[355] auf das Geschick des -- Kriegs. Schreibe Günther meinen letzten Gruß. Ich sterbe als Mann -- es muß sein. Lebt wohl! Lebt wohl!

#Wien#, den 9. November 1848.

Blum.“

Endlich fand sich bei Blum's Sachen, die einige Wochen später in Leipzig anlangten, folgender Zettel von seiner Hand:

„Meine Frau heißt Eugenie Blum, Eisenbahnstraße Nr. 8. Es versteht sich von selbst, daß sie meinen Nachlaß erhält, sie hat nichts. Sachen liegen noch in der Stadt London. Ein herzliches Lebewohl mit diesen Zeilen an Fröbel, er soll bei der Rückkehr in Frankfurt a. M. grüßen, auch meine Frau und Kinder besuchen.

Blum.“

Die Stunde war gekommen, wo Blum seine letzte Fahrt antreten sollte. Es war nach sechs Uhr. Er stieg in den Wagen, Pater Raimund und Lieutenant Anton Pokorny mit ihm. Drei Jäger auf dem Kutschbock, drei hinten auf dem Wagen. Eine Abtheilung Cavallerie zu beiden Seiten des Wagens. Es war ein langer Weg bis zur Brigittenau. Die grausame Verlängerung der Todesstunde preßte Blum mehrmals die Frage aus, ob dies wirklich der Weg zur Brigittenau sei? Dann aber sprach er wieder ruhig zum Geistlichen, zum Offizier. Als eine Frühglocke ertönte, fühlte er sich in seine erste Kindheit versetzt, da er Meßknabendienste verrichtete und seiner armen Mutter hatte verdienen helfen und er sprach das gegen Pater Raimund aus. Dann dachte er immer schmerzlicher bewegt seiner eigenen bald verwaisten Kinder, die er so sehr liebte. Wiederholt hielt er seine Hände vor die Augen und schluchzte: „Meine Frau, meine Kinder“ -- das Gedenken an sie machte ihm das Sterben am schwersten. Dann aber schüttelte er wieder den Schmerz und die Wehmuth ab und sprach fest: „Nicht der Abgeordnete Blum weint, nur der Gatte und Vater!“

Bis zur Reiterkaserne der Leopoldstadt war man jetzt gekommen. Hier wollte man Blum, wie üblich[356], Ketten anlegen. Er sträubte sich dagegen und sprach: „Ich will als freier deutscher Mann sterben. Sie werden mir auf mein Wort glauben, daß ich nicht den lächerlichen Versuch machen werde, zu entkommen. Verschonen Sie mich mit Ihren Ketten!“

Von hier an begleitete eine sehr starke Militaireskorte -- gleichzeitige Berichte sprechen von 2000 Mann -- den Todeswagen. Neugier und furchtsames Erstaunen führten manchen Bürger hinter den Spuren des düsteren Zuges drein.

Gegen halb acht Uhr Morgens hielt der Zug an dem zur Richtstätte erlesenen Platze in der Brigittenau, damals einem Militairschießplatz mit Kugelfängen und einigen Bretterhütten. Im Hintergrunde in weitem Bogen Erlen und Weiden und im Frühnebel dämmerndes Gebirge.

Blum stieg aus dem Wagen. In der Militairmasse angelangt, fragt er den Offizier, wer ihn erschießen werde. „Jäger“, lautet die Antwort. „Nun, das ist mir lieb“, sagt Blum, „die Jäger sollen gut schießen. Ich habe von ihnen ein Merkmal.“ Dabei hob er den linken Arm, um zu zeigen, wo ihn die Streifkugel am 26. October berührt hatte.[357] Die Jäger und Blum mit dem Geistlichen bekamen ihren Platz angewiesen. Die wenigen Zuschauer standen in einiger Entfernung. Das Urtheil wurde noch einmal verlesen. Der Profoß bat in üblicher Weise mechanisch dreimal um das Leben des Verurtheilten. Ein starres Nein war dreimal die Antwort. Blum erhielt den Befehl, sich bereit zu machen. Man wollte ihm die Augen verbinden. „Ich möchte dem Tode frei in's Auge sehen“, sagt er. Der commandirende Offizier aber ersucht ihn, das Verbinden der Sicherheit der Schützen wegen geschehen zu lassen.

Da schlingt Blum die Binde selbst um das Auge, stellt sich vor das Peloton und ruft laut: „Ich sterbe für die Freiheit, möge das Vaterland meiner eingedenk sein!“ Der Offizier gibt das stumme Zeichen. Drei Schüsse krachen zugleich. Sie haben Haupt und Herz des deutschen Mannes durchbohrt, er sinkt rücklings und verblutet -- eine Leiche, einen Tag vor seinem einundvierzigsten Geburtstage.[358]

20. Deutschlands Todtenklage.

Unbarmherzig hatten die wilden Novemberstürme die letzten Blätter herabgerissen und dahingewirbelt, die einst in hoffnungsreichem Grün der Frühlingssonne des Jahres 1848 entgegenrauschten. Entblättert und stöhnend im Wintersturm stand der stolze Stamm der deutschen Eiche.

Wie nächtliche Windsbraut grollte die Kunde über Deutschland: Am 9. November sei der Staatsstreich in Berlin vollzogen worden, General Wrangel eingerückt, die preußische Nationalversammlung gesprengt.

Aber weit aufregendere Kunde folgte nach. Am 13. November wußte man in Sachsen und Preußen, am 14. in Frankfurt: #Robert Blum# sei am 9. in der Brigittenau standrechtlich erschossen worden.

Nie werde ich die Nacht vergessen, die dem Tage folgte, an dem ich mit sieben Jahren erkannte, was es heißt, den Vater plötzlich durch gewaltsamen Tod zu verlieren. Schlaflos hörte ich, wie vor dem Hause, vor dem ein Vierteljahr zuvor Tausende im Fackelglanz, Blum zujubelnd, vorübergezogen waren, in der tiefen dunkeln Nacht viele, viele Männer nun abermals vorüberzogen, am Heim ihres Todten, und den Namen des Mannes riefen, der ihnen bei Lebzeiten der liebe, untrügliche Führer gewesen. „Blum ist todt! Blum ist todt!“ riefen sie in allen Tönen des Schmerzes und der Rache. Und der Novembersturm setzte die Klage wehmüthig fort, als ihre Schritte verhallt waren.

Durch ganz Deutschland zitterte die schmerzliche Klage. Nie hatte das deutsche Land die Ohnmacht seiner Lage, den jähen Niedergang seiner schönsten Hoffnungen so hart empfunden, wie in diesen Tagen! Jede der deutschen Versammlungen fast hat sich damals mit der Frage beschäftigt, wie Blum's Tod an den Schuldigen zu rächen sei; was man thun müsse, um dem verletzten Ansehen des Reichsgesetzes Genugthuung zu bieten wie man den Schimpf, den die ganze Nation durch die Tödtung ihres unverletzlichen Vertreters erfahren, ahnden könne? Aber ein Narr wartete auf Antwort. Nicht eine einzige dieser Versammlungen hat ihre Absicht durch eine That zu krönen vermocht.

Voran ging die #Paulskirche#. Alle Parteien traten hier einmüthig zusammen, um die Rechte und Freiheiten des Parlaments gegen die Willkür der Wiener Landsknechte zu schützen! Fast einstimmig wurde am 16. November der Beschluß gefaßt: „gegen die Tödtung des Abg. Robert Blum feierliche Verwahrung einzulegen und das Reichsministerium zur Bestrafung der mittelbaren und unmittelbaren Schuldtragenden aufzufordern“. Aber irgend einen nennenswerthen Erfolg hatte dieser Beschluß nicht. Selbst die vom Parlament Anfangs beschlossene Todtenfeier für Blum scheiterte an dem nach der ersten Bestürzung und der ersten pietätvollen Regung wieder übermächtig hervortretenden Parteihader. Und schadenfroh durfte der höhnische Schmerling in die Versammlung rufen: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um!“

In #Preußen# verlangte der ehrwürdige Waldeck Sühne für den Mord der Brigittenau. In jedem Einzellandtag regte sich das Gefühl der Solidarität der in Blum vergewaltigten Gerechtsame der Abgeordneten.

Am tiefsten und schmerzlichsten war die Aufregung in #Sachsen#, dem Lande, in dem der Todte die größte Wirksamkeit seines Lebens entfaltet hatte. Auch hier einigten sich alle Parteien, alle Stände, von der Regierung bis zum schlichten Arbeiter, zu einstimmiger Verurtheilung der That. In #Leipzig# traten schon am Nachmittag des 13. November die Stadtverordneten zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen und beschlossen gemeinsam mit dem Rath drei Adressen, an die Reichscentralgewalt, an die Nationalversammlung in Frankfurt und an das Gesammtministerium in Dresden zu richten,[359] auch die Adresse in Frankfurt durch eine besondere Deputation übergeben zu lassen. Am nämlichen Tag fand eine stürmische Trauerversammlung statt in der Thomaskirche, die der Rath eingeräumt hatte und die mit umflorten Vereinsfahnen angefüllt war. In der Nacht wurden durch eine empörte Volksmenge das österreichische Consulatswappen herabgerissen und zertreten. Am 14. November folgte eine ungeheure Volksversammlung im Leipziger Odeon. Die Rede hielt Professor Flathe, auch Joseph und Schaffrath sprachen. -- In #Dresden# fanden ähnliche Vorgänge statt. Am 13. faßten die sächsischen Kammern den Beschluß: „die Königliche Regierung anzugehen, den sächsischen Gesandten in Wien zur strengen Rechenschaft zu ziehen.“ Am 16. folgte die Stadtverordnetenversammlung mit dem Beschlusse: „die Staatsregierung wolle den sächsischen Gesandten am österreichischen Hofe sofort zurückberufen und über sein Verhalten bei Robert Blum's Verhaftung zur Verantwortung ziehen, schleunigst die Actenstücke einfordern und bekannt machen, und bei der Centralgewalt entschiedene Schritte für die nothwendige Genugthuung beantragen.“ Am 18. November erschien im offiziellen Dresdner Journal eine Bekanntmachung des Gesammtministeriums vom 17., in welcher die Regierung erklärte: „sie erkenne die inhaltsschwere Bedeutung dieses traurigen Ereignisses, sowie die Pflichten, welche es ihr auferlege, und sie werde sie erfüllen.“ Am 19. fand eine außerordentliche kirchliche Todtenfeier in der Frauenkirche statt. Minister Oberländer ging mit im Zuge, der 8-9000 Personen zählte, Minister v. d. Pfordten wohnte der Feier in der Kirche bei. Diakonus Pfeilschmidt sprach von der Kanzel über die Worte Jesu: „Ich bin nicht allein bereit, mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben.“

Doch wer könnte sie erschöpfend aufzählen alle jene unzähligen Anträge, Schritte und Aussprachen von Behörden aller Art, welche Sühne für Blum's Tödtung heischten? Was der Todte dem ganzen Volke gewesen, erkannte schmerzlich bewegt Freund und Feind.

Noch gewaltiger und ergreifender aber äußerte sich die Todtenklage der schlichten Volksseele. Treffend schreibt Gustav Kühne:[360] „Keinem Helden, der auf dem Felde der Ehre, keinem Dichter, keinem Genius irgend welcher Art, der für Deutschlands Ruhm verblutet, keinem Könige und Fürsten hat noch je deutsches Volk so im Tode gehuldigt.“ In Hunderten von Volksversammlungen forderten Millionen deutscher Männer Sühne für das begangene Verbrechen: Alle umsonst; denn wir waren ein ohnmächtiges Volk. Wie ohnmächtig wir waren, ergibt am besten folgender Vorgang. Als die deutschen Reichscommissare Paur und Pözl, welche zur Ausführung des über Blum's Hinrichtung am 16. November in der Paulskirche gefaßten Beschlusses nach Wien gesendet worden, den bösen Willen und das böse Gewissen Oesterreichs endlich in einer Denkschrift brandmarkten, schrieb dagegen der österreichische Bevollmächtigte in Frankfurt an das Reichsministerium: daß man zu Wien sich der Hoffnung hingebe, „es werde das Reichsministerium sich mit dieser erschöpfenden (!) und jedenfalls letzten Entgegnung der k. k. Regierung in Betreff der in Rede stehenden Hinrichtung definitiv beruhigen!“ --

In rührendster Weise zeigte sich, wie herzlich das Volk an dem Erschossenen gehangen. In Mannheim und Mainz flaggten alle Schiffe schwarz, Todtenfeiern fanden überall statt. Reich waren im Vergleich zu der damaligen Armuth unseres Volkes die Sammlungen für Blum's Hinterlassene zu nennen. Manches schöne Gedicht hat die Erregung der schmerzlichen Kunde geboren, keines schöner als Freiligrath's „Blum“:

Vor zweiundvierzig Jahren war's, da hat mit Macht geschrieen Ein siebentägig Kölner Kind auf seiner Mutter Knieen; Ein Kind mit breiter, offner Stirn, ein Kind von heller Lunge, Ein prächtig Proletarierkind, ein derber Küferjunge. Er schrie, daß in der Werkstatt rings des Vaters Tonnen hallten; Die Mutter hat mit Lächeln ihn an ihre Brust gehalten; An ihrer Brust, auf ihrem Arm hat sie ihn eingesungen; -- Es ist zu Köln das Wiegenlied des Knaben hell erklungen.

Und heut' in diesem selben Köln zum Weh'n des Winterwindes Und zu der Orgel Brausen schallt das Grablied dieses Kindes. Nicht singt die Ueberlebende, die Mutter, es dem Sohne: Das ganze schmerzbewegte Köln singt es mit festem Tone. Es spricht: Du, deren Schooß ihn trug, bleib still auf deiner Kammer Vor deinem Gott, du graues Haupt, ausströme deinen Jammer! Auch ich bin seine Mutter, Weib! ich und noch eine Hohe -- Ich und die Revolution, die grimme, lichterlohe! Bleib du daheim mit deinem Schmerz! Wir wahren seine Ehre -- Das Robert-Requiem singt Köln, das revolutionäre!

So redet Köln! und Orgelsturm entquillt dem Kirchenchore; Es stehn die Säulen des Altars umhüllt mit Trauerflore, Die Kerzen werfen matten Schein, die Weihrauchwolken ziehen, Und tausend Augen werden naß bei Neukomm's Melodien. So ehrt die treue Vaterstadt des Tonnenbinders Knaben -- Ihn, den die Schergen der Gewalt zu Wien gemordet haben! Ihn, der sich seinen Lebensweg, den steilen und den rauhen, Auf bis zu Frankfurts Parlament mit starker Hand gehauen! (Dort auch, was er allstündlich war, ein Wackrer, kein Verräther!) -- Was greift ihr zu den Schwertern nicht, ihr Singer und ihr Beter? Was werdet ihr Posaunen nicht, ihr eh'rnen Orgeltuben, Den jüngsten Tag ins Ohr zu schrein den Henkern und den Buben? Den Henkern, die ihn hingestreckt auf der Brigittenaue -- Auf festen Knieen lag er da im ersten Morgenthaue! Dann sank er hin -- hin in sein Blut -- lautlos! -- heut vor acht Tagen Zwei Kugeln haben ihm die Brust, eine das Haupt zerschlagen!

Ja, #ruhig# hat man ihn gemacht: -- er liegt in seiner Truhe! So schall' ihm denn ein Requiem, ein Lied der ew'gen Ruhe! Ruh' ihm, der uns die Unruh' hat als Erbtheil hinterlassen: -- Mir, als ich heut im Tempel stand in den bewegten Massen, Mir war's, als hört' ich durch den Sturm der Töne ein Geraune: Du, rechte mit der Stunde nicht! die Orgel wird Posaune! Es #werden# die du singen siehst das Schwert in Händen tragen -- Denn Nichts als Kampf und wieder Kampf entringt sich diesen Tagen! Ein Requiem ist Rache nicht, ein Requiem nicht Sühne -- Bald aber steht die Rächerin auf schwarzbehangner Bühne! Die dunkelrothe Rächerin! mit Blut bespritzt und Zähren, Wird sie und soll und muß sie sich in Permanenz erklären! Dann wird ein ander Requiem den todten Opfern klingen -- Du rufst sie nicht, die Rächerin, doch wird die Zeit sie bringen! Der Andern Greuel rufen sie! So wird es sich vollenden -- Weh' Allen, denen schuldlos Blut klebt an den Henkerhänden!

Vor zweiundvierzig Jahren war's, da hat mit Macht geschrieen Ein siebentägig Kölner Kind auf seiner Mutter Knieen! Acht Tage sind's, da lag zu Wien ein blut'ger Mann im Sande -- Heut scholl ihm Neukomm's Requiem zu Köln am Rheinesstrande.

Wir haben heute erreicht, was Robert Blum erstrebte, und bei seinem Tode unerfüllt sah; wir haben es erreicht, in anderer Weise, als er dachte; anders, als auch unter uns viele erwarteten. Einem Manne danken wir vornehmlich die Verwirklichung unserer nationalen Einheit. So mag denn dieses Mannes Urtheil über Robert Blum diese Lebensgeschichte beschließen.

Am 23. Mai 1870, nach einer Sitzung des Reichstags, in der mich die Herren Socialisten beschimpft hatten, weil durch meine Stimme das Strafgesetzbuch mit zu Stande gekommen war, ersuchte mich der Bundeskanzler, Graf Bismarck, in sein Cabinet zu kommen.

Er reichte mir seine Rechte und sagte: „Lassen Sie uns in dieser Stunde, von der ich hoffe, daß sie für ganz Deutschland segensreich sein wird, ein Bündniß schließen“ -- ich stutzte -- „ein Bündniß,“ sagte er mit feinem Lächeln -- „nicht zu Gunsten eines von uns oder eines Lebenden -- sondern zu Gunsten eines Todten. Sie werden erkennen, was ich meine. Wenn es den Herren Socialisten wieder einfallen sollte, Ihren Vater herabzuwürdigen dadurch, daß sie ihn für einen der ihrigen ausgeben, so verfügen Sie über die Macht, die ich besitze, namentlich etwa in der Presse, um dies Bild rein zu halten. Ihr Vater war sehr liberal -- er würde auch heute, wenn er noch lebte, sehr liberal sein. Aber er war auch gut national.“

Alphabetisches Namensverzeichniß.

A.

#Abegg#, Abg. 270. 307.

#v. Abendroth#, Sächs. Lieut. 173. fg.

#Ackermann#, Sächs. Reg.-Rath. 191. fg.

#Albert#, Prinz-Gemahl von England. 281.

#Albrecht#, Professor. 101. fg. 317. 369.

#Althaus#, 268.

#Andree#, Dr. Carl, Geograph, Freund Blum's. 79. 95. 108. Seite_532 #Apel#, Dr., Dichter, Freund Blum's. 79. 95.

#Arndt#, Ernst Moritz. 230.

#Arnim#, Graf von, Abgeordneter. 326.

#Arnim#, Graf von, Preuß. Minister. 329.

#Arnoldi#, Bischof v. Trier. 173. fg.

#Asthöver#, Goldschmied in Köln, Blum's Meister. 35. fg.

#Auerbach#, Berthold. 157. 477. 492. 515. 565. 570. 573.

#Auerswald#, General und Abg. 329. fg. Ermordet. 445.

#Auersperg#, Oesterr. General. 467. 469. 477.

B.

#v. Bach#, Oesterr. Minister. 460. 532.

#v. Bally#, Abg. 330.

#Bamberger#, Ludwig. 274.

#Bassermann#, Abg. 213. 279. 297. 341. 417.

#Baumbach#, D. Carl. 384.

#Baumstark#, Prof. 242.

#Becher#, Wiener Schriftsteller. 494.

#Beckerath#, Abg. 328.

#Bem#, Polnischer General und Commandant der Mobilgarde in Wien. 495. 497. 505. 508.

#Berger#, Abg. 466.

#Bertling#, Adv., Vorsteher des Sächs. Vaterlands-Vereins. 228. 267. fg. 384. 411.

#Biedermann#, Prof. D. Karl., Abg. 2. 146. 205. 216. 228. 232. 243. 251. fg. 262. 265. 274. 305. 358. fg. 394. fg. 420/21.

#Binder#, Robert, Sächs. Demokrat. 268. 384.

#Bismarck#, Fürst v. 281. 579. fg.

#Blöde#, Advoc. und Parteiführer in Dresden. 384.

#Blum, Agnes#, Tante Robert Blum's. 5. 6. 20. fg. 25. 168.

-- #Engelbert#, Vater Robert Blum's. 5. fg. Stirbt. 9.

-- #Heinrich#, Onkel Robert Blum's. 5. 6.

-- #Margaretha#, Schwester Rob. Blum's, später verehel. Selbach. 5. 23. fg. 167. 171. fg. 303. fg.

-- #Maria Katharina#, geb. Brabender, Mutter Robert Blum's. 7. fg. 26. fg. 52. 170. 172. 181. 227. 303. fg.

-- #Robert#, s. Inhaltsverzeichniß.

#v. Boddien#, Abg. 373.

#Boehler#, Fabrikant in Plauen (Sachsen). 105. 132. 138. fg.

#Boehme#, Lina, Gattin des Dr. Günther. 139.

#v. Bonin#, General. 415.

#Bracht#, Dr., Augenarzt. 8.

#Braun#, Alex. Carl Hermann, Sächs. Abg. und Märzminister. 105. 131. 160. 216. 223. 263. 553.

#Braun#, Abg. für Cöslin in Frankfurt. 347.

#Braun#, Carl (Wiesbaden). Dessen Erstlingsschrift über Weidig's Tod. 150.

#Braune#, Prof. in Leipzig (1838). 110. fg.

#Breithaupt#, Hermann. Stadtrath in Zwickau (1848). 269.

#Brestel#, Wiener Gemeinderath. 496.

#Brockhaus#, Heinrich. Abg. 158. 216. 217. 220. 223. 232. 254.

#Bromme#, Adv. und Parteiführer in Dresden. 384. 411.

#v. Bruck#, 532.

#Buhl#, Abg. 305.

#v. Bunsen#, Preuß. Diplomat. 281. 318.

#Burg#, Lehrer in Cöln. 30.

#Burckhardt#, Historiker, Freund Blum's. 79. 84. fg. 95.

#v. Buttlar#, Sächs Oberst. 192. fg. 202.

C.

#Caboga#, Graf, Hauptmann, verhaftet Blum. 523. fg.

#v. Canitz#, Offizier der Leipz. Communalgarde 1845. 190.

#v. Carlowitz#, Sächs. Minister. 261. fg.

#Chaizes#, Awrum, Demagog in Wien. 478.

#Compéis#, Gemeiner. 49. 52. 55. 543.

#Cordier#, Major. 561.

#v. Cordon#, Oesterr. Gen.-Major. 509. 517. 518. fg. 521. fg. 525. fg. 543. 550.

#Cramer#, Carl, Schriftsteller, Freund Blum's. 79. 95. 267. fg. 384. 411. 454. fg. 568/69.

#Crusius#, D., Mitgl. der Ersten Sächs. Kammer. 238. 261. fg.

#Csorich#, croatischer F. M. L. 518. fg.

#Czerski#, Deutsch-kathol. Priester. 173. fg. 179.

D.

#Dahlmann#, Prof. und Abg. 101. fg. 282. 285. 287. 317. fg. 358. fg. 416. fg. 419. fg.

#v. Dieskau#, Abg. 94. 105. 131. 132. 141. 341.

#Doblhoff#, österr. Minister. 532.

#Dräsecke#, Bischof von Magdeburg. 98.

#Drobisch#, Prof. in Leipzig. 84.

#Droysen#, Abg. 317.

#Duckwitz#, Reichsminister. 370.

#Düringer#, Regisseur in Leipzig. 85. 108. 113.

#Dunder#, Schriftsteller. 506. fg. 514.

E.

#Ebersberg's# „Zuschauer“ 558.

#Eisenmann#, Abg. 330.

#Eisenstuck#, Bernh. v. Chemnitz, Abg. in Frankfurt a./M. 321. 339. 421.

#Eisenstuck#, Abg. in Dresden. 140. 221. fg.

#Ernst August#, König von Hannover. 101. 125. 369.

#Esenbeck#, Nees v., Prof. in Breslau. 151.

#Ewald#, Göttinger Prof. 101.

F.

#v. Falkenstein#, Sächs. Minister. 205. 217. 254. fg.

#Faucher#, Julius, Abg. 444. fg.

#v. Felsenthal#, Wiener Polizei-Ober-Commissar. 523.

#Fenneberg#, Fenner von, Generalstabschef Messenhauser's in Wien. 472. 476. 479.

#Fischhof#, Dr. Demagog in Wien. 462.

#Flathe#, Prof. in Leipzig (1848). 576.

#Forster#, Auguste, Blum's erste Liebe. 87. fg. 105.

#Franz#, Kaiser von Oesterreich. 460. fg. 464. fg.

#Freiligrath#, Ferd. 212. 304. 578.

#Frey#, Arthur, Biograph Blum's. 2. 515. 570.

#Freytag#, Gustav. 285. 306.

#Friedrich August# II., König von Sachsen, 186. 207. 216. 253. 255. fg. 387.

#Friedrich Wilhelm# IV., König von Preußen. 140. 272. fg. 281. fg. 318.

#Friese#, Robert, Buchhändler in Leipzig, später Associé Blum's. 95. 239. 312. 332. Stirbt 364.

#Fröbel#, Julius, Abg. 466. 478. fg. 481. 499. 501. 502. 503. fg. 508. 510. fg. 514. 520. 522. fg. 524. 525. 531. 533. 537. fg. 545. fg. 549. 551. fg. 554. fg. 560. 562. fg. 575.

G.

#Gagern#, Heinrich v., Abg. Präsid. der Nat.-Vers. und Minister. 295. 297. 309. 316. fg. 330. fg. 357. 360. 367. 419.

#Gagern#, Max v., Unterstaatssecretär. 416.

#Georgi#, Kaufherr, Abg. und Sächs. Märzminister. 132. 216. 263.

#Gervinus#, Prof. 101.

#Giskra#, Abg 338. 422.

#Görres#, Familie, gelbe Blätter derselben. 517. 565.

#Goldmark#, österr. Abg. 524.

#Gräff#, Justizrath. 241.

#Grimm#, die Gebrüder. 101.

#Groß#, Bürgermeister von Leipzig. 196. fg. 210. 253.

#Großmann#, Superintendant. 182. 184. fg. 204.

#Grumbrecht#, Abg. 2.

#Günther#, Dr. Georg, Schriftsteller, später Schwager Blum's und Abg. 79. fg. 95. 117. fg. 149. 312. 319. 330. 452. fg. 454. 456.

#Gutzkow#, D. Karl. 157.

H.

#Haase#, Dr. Commandant der Communalgarde. 189. fg.

#Haase#, D. Stadtverordnetenvorsteher in Leipzig. 203.

#Harkort#, Gustav. Abg. 83. 223.

#Hartmann#, Moritz, Abg. 325. 466. 470. 499. 520. 522. fg. 551.

#Haubold#, Dr. Gustav, Advoc. in Leipzig, Freund Blum's. 310. fg. 362. 446.

#Haug#, Ernst, Commandant des Elite-Corps in Wien. 499. 502.

#Hecker#, Friedrich, Abg. 136. 155. 169. 213. 270. 274. 275. 288. fg. 295. fg. 382.

#Heckscher#, Abg., später Reichsminister. 296. 307. 324. 328. 370. 416. 437.

#Heicke#, Karl, Kaufm. in Leipzig. 236.

#Helfert#, Alex. Frhr. v., österr. Historiker. 458. 465. 468. 471. fg. 479. fg. 506. fg. 508. 513. fg. 518 fg. 524. 534. fg. 539. fg. 552. fg. 558. fg. 562. fg. 570. fg. 574.

#Hell#, Camillo, Mitgefangener Blum's. 562.

#Hensel#, Sächs. Abg. 132. 216. 223.

#Hentges# v. Heilbronn, Abg. 441.

#Hergenhahn#, Abg. 213. 321.

#Herloßsohn#, Schriftsteller, Freund Blum's, 79. 95. 107.

#Hermann#, Gottfried, Prof. 145.

#Herwegh#, Dichter, 155. 169.

#Heymann#, Berliner Buchhändler, 107. fg.

#Heyner#, Dr. med. Hauptmann der Comm.-G. 191. fg. 511.

#Herz#, Vorsteher des Vaterl.-Vereins in Dresden. 384.

#Hillebrand#, Karl, Historiker. 272.

#Hipssich#, österr. Generalmajor. 99. 534. 541. fg. 556. 559. fg.

#Hoffmann v. Fallersleben#, Dichter. 155. 169.

#v. Holtzendorff#, Sächs. Minister. 263.

#Hornbostl#, österr. Minister. 460. 532.

#v. Hüser#, Preuß. General. 321.

I.

#Itzstein#, Adam v. Abg. 134. fg. 169. 213. 230. 231. 238. 270. 279. 287. 300. 360.

#Ivánka#, ungar. Oberst. 512.

J.

#Jacoby#, Dr. Johann. Abg. 136. 151. 155. 169. 231. 238. 270. 274. 298.

#Jahn#, Turnvater und Abg. 97. fg. 437.

#Jäkel#, sächs. Agitator. 268. 391. fg. 410. fg. 450. fg.

#Janiszewski#, Abg. 381.

#Jelačić#, Banus v. Kroatien. 464. 467. fg. 512.

#Jelineck#, Schriftsteller in Wien. 494.

#Joerg#, Prof. in Leipzig (1838). 110. fg.

#Jörg#, Dr. Redacteur der histor. polit. Blätter. 518.

#Johann#, Prinz (später König) von Sachsen. 182. 186. 196. 212.

#Johann#, Erzherzog von Oesterreich, Reichsverweser. 357. 370. 460. 531. 537.

#Jordan#, S. Abg. 287.

#Jordan#, Dr. W. Abg. 205. 209. 381.

#Joseph#, Dr. Hermann, Adv. u. Abg. 95. 216. 223. 226. 228. 231. 239. 262. 320. 330. 392. 456. 576.

#Jost#, Schwager Blum's. 121.

#Jucho#, Dr. Adv. und Abg. 238. 286.

#Jürgens#, Pastor und Abg. 270. 440.

K.

#Kapp#, Abg. 274.

#Keil#, Ernst, Buchhändler. 230.

#Klinger#, Abg. u. Bürgermeister in Leipzig (1848). 132. 228. 262.

#Koch#, Adv., Abg. (und späterer Oberbürgermeister von Leipzig). 144. 228. 254. 262.

#Köcher#, Franz, „ein gewisser Stud. jur.“ 472. 514.

#Köchly#, Prof. 259. fg.

#Köhler#, Schriftsteller, Freund Blum's. 73.

#v. Könneritz#, Sächs. Minister. 159. 161. fg. 163. fg. 181. fg. 215. 238. fg. 257.

#v. Könneritz#, Sächs. Gesandter in Wien (1848). 478. 524. fg.

#Kolaczek#, Abg. 438.

#Kolb#, Abg. 325.

#Kossuth#, Ludw. ungar. Dictator. 512. 556.

#Kraus#, österr. Minister. 460. 469. 474. 496. 524. 525. 532. 534.

#Kübeck#, österr. Geh.-Rath. 484. fg.

#Kühne#, Gustav, Schriftsteller. 79. 577.

#Kümpeler#, Gerichtsvollzieher in Köln, Blum's Prinzipal. 70.

#Kuranda#, Ignaz, Eigenthümer der Ostdeutschen Post. 544.

L.

#Langenau#, Baron v., Sendling des Fürsten Windischgrätz. 482.

#v. Langenn#, Kgl. Sächs. Commissar. 206. fg.

#Langenschwarz#, Improvisator, Demagog. 310.

#Lasker#, Eduard, kämpft unter Blum. 499. 501.

#Latour#, österr. Kriegsminister, ermordet. 464. 483. 495.

#Laube#, Dr. Heinrich. 264. 285. 288. fg. 299. 324. fg. 332. 350. 571. fg.

#Leopold#, König der Belgier. 281.

#v. Lepel#, hess. Bundestagsgesandter. 307. fg.

#Lichnowsky#, Fürst v. und Abg. 324. 331. fg. 416. 418. 422. 436. Ermordet 445.

#Lindenau#, Bernh. v. Sächs. Minister und Abg. der Paulskirche. 93. 104. 142. 157. 158. 162.

#Louis Philippe#, König der Franzosen. 125.

#Lortzing#, Albert, Componist, 79. 95.

#Ludwig# I., König von Baiern. 50. 347.

#Ludwig#, Rich. Adv. 384.

#Lyser#, Schriftsteller, 500. fg.

M.

#Mac Mahon.# 272.

#Mammen#, Fabrikant und Abg. 105. 132. fg.

#Marbach#, Dr., Censor in Leipzig. 256.

#Marggraff#, Hermann, Schriftsteller, 79. 95. 107.

#Mathy#, Carl, Abg. 213. 279. 285. 305. fg. 370.

#Mengewein#, österr. G-M. 548.

#Messenhauser#, Wenzel, Obercommandant v. Wien, October 1848. 462. fg. 474. fg. 498. fg. 505. fg. 508. fg. 512. 513. 515. 529. 542/44. 549. 551. fg. 556. fg. 560.

#Metternich#, Germain, Demagog. 442. fg.

#Mey#, Adelheid, Blum's erste Gattin. 106. fg. 109. fg. Stirbt 112.

#Minkwitz#, Adv. in Dresden. 384. 411.

#Miquèl#, Abg. 274.

#Mittermaier#, Abg. 287. fg. 421.

#Moga#, ungar. General. 468. fg. 473. 512.

#Mohl#, Rob. v. Reichsminister. 242. 370.

#Moltke#, Graf Carl v., Dänenfreund. 416.

#Montez#, Lola, Favoritin. 377.

#Mosen#, Julius, Dichter, Freund Blum's, 79. 95. 123. 155. 157.

#Mosle#, Abg. 488. fg.

N.

#Napoleon#, Louis Bonaparte. 373.

#Nordstein#, Schriftsteller. 565. 570. 573.

#v. Nostiz-Wallwitz#, Sächs. Kriegsminister. 192. 209.

O.

#Oberländer#, Abg., später Sächs. Märzminister. 158. 262. 264. 386. 391. 410. 411. 450. 576.

#Oelckers#, Schriftsteller und Republikaner. 310.

#Osterloh#, Dr. Offizier der Com.-Garde in Leipzig. 190.

P.

#Paulus#, Dr. 213.

#Paur#, Abg. 532. 548. 577.

#v. Peucker#, Reichskriegsminister. 370. fg. 417.

#Pfeilschmidt#, Diaconus. 577.

#v. d. Pfordten#, Prof. u. später Sächs. Märzminister. 259. 263. 266. 387. 524. 527. 530. fg. 576.

#v. Pfuel#, Preuß. General. 375.

#Pierer#, Buchhändler. 107. fg.

#v. Pillersdorf#, österr. Staatsmann. 485.

#Pockorny#, Anton, österr. Lieutenant, Begleiter Blum's zur Brigittenau. 552. 569. 572. fg.

#Pözl#, Abg. 532. 548. 577.

#Poppe#, Kramermeister in Leipzig. 211.

#Porth#, Schauspieler, Freund Blum's. 73. 123.

#v. Posern#, Klostervoigt. 553.

#Pulszky#, Agitator. 495.

R.

#v. Radowitz#, Abg. 281.

#Raeder#, Gelbgießer, Meister Blum's. 37. fg.

#Raimund#, Pater vom Schottenkloster. 564. fg. 569.

#Rave#, Schriftsteller, Freund Blum's. 73.

#Regenbrecht#, Prof. in Breslau. 173.

#Reichenbach#, die Grafen v. 169. 173.

#Rewitzer#, Franz, Weber, Abg. u. Präs. d. 2. Sächs. Kammer. 105. 216. 385.

#Riesser#, Gabriel, Abg. 382. 421. 443.

#Riehl#, Abg. 421.

#Ringelhardt#, Schauspieldirector in Cöln, später in Leipzig, Blum's Prinzipal. 62. fg. 73. 75. fg. 85. fg. 166.

#Römisch#, Paul, Adv. in Leipzig. 165.

#Ronge#, Joh. 173. fg. 179. 270. 304.

#Roßmäßler#, Abg. 466.

#Rothschild#, Anselm und sein Sohn. 567.

#Rüder#, Dr. Adv. und Red. 95. 229. 267. 384. 411. 454. fg.

#Ruge#, Arnold, Schriftsteller und Abg. 2. 155. 157. fg. 268. 274. 438.

S.

#Savoye#, französ. Gesandter in Frankfurt. 373.

#Schaffrath#, Adv. und Abg. 2. 95. 216. 262. 319. 325. fg. 328. 332. 349. 392.

#Schilder#, Caspar Georg, Schiffer, Stiefvater Blum's. 11. fg. Stirbt 168.

-- #Elise#, Blum's Stiefschwester. 52. 170. fg.

-- #Agnes#, Blum's Stiefschwester. 52. 168.

#v. Schlechta#, Mitgefangener Blum's. 562.

#Schlöffel#, Abg. 372. 438. fg. 441.

#v. Schmerling#, Abg. u. Minister. 317. 318. 322. 368. fg. 370. fg. 416. fg. 443. fg. 449. 575.

#Schmidt#, Dr. med., Theaterdirector in Leipzig. 79. 166. fg. 239. fg.

#Schmitz#, J. W. Principal Blum's. 42. fg. 57. fg.

#Schulze-Delitzsch#, Abg. 245. 246.

#Schröder#, Abg. 158.

#Schumann#, Abg. 158. 222.

#Schuselka#, Abg. 472. 524.

#Schwarzenberg#, Felix Fürst v. österr. Staatsmann. 484. 534. fg. 540. 547. 549.

#Schwetschke#, Dr., Gustav, Abg. 277.

#Seeburg#, Stadtrath in Leipzig. 253.

#Semmig#, Herm. 268. 310. 314.

#Simon#, Heinrich v. Breslau, Abg. 136. 169. 238. 241. 270. 283. 308. 418. 420.

#Simon#, Ludwig v. Trier, Abg. 289. 372. 422. 441. 445.

#Simson#, Ed. Abg. (später Präsident der N.-Vers.). 325. 439.

#Skrobek#, Republikaner. 268.

#v. Soiron#, Abg. 213. 279. 300. fg. 305. 316. 382.

#Spatz#, Abg. 305.

#Spitzer#, D. Schriftsteller. 486. fg.

#Sporschil#, Schriftsteller. 79. 80.

#Springer#, Anton, Historiker. 285. 420. fg. 457. fg. 471. fg. 502. 519.

#v. Stavenhagen#, General und Abg. 439. 446.

#Steger#, Ludwig, Schriftsteller. 152. 155. 163.

#Stegmeyer#, Capellmeister. 95. 113.

#Stockmar#, Baron v., Vertrauter des Prinz-Gemahls Albert von England &c. 281.

#v. Süßmilch#, Sächs. Oberstlieutenant. 191. fg.

#v. Sybel#, Abg. 277.

T.

#v. d. Tann#, Freischaarenführer in Holstein (jetziger bair. General). 415.

#Thilo#, Bad. Liberaler. 213.

#Tiefenthaller#, Gemeiner. 543. 549. 552. 555.

#Todt#, Carl, Sächs Abg. 94. 103. 105. 131. fg. 137. 142. 158. fg. 217. Bundestagsgesandter. 262. 266. 320.

#Trampusch#, Albert, Abg. 466. 520. 522. fg. 551.

#Treitschke#, Heinrich v. 18. 420.

#Trützschler#, A. v. Abg. 340. 438.

#Tyssowski#, Dictator v. Krakau. 235.

#Tzschirner#, Sächs. Abg. 386. 388. 450.

#Tzschukke#, Abg. 158.

U.

#Uhland#, Ludwig, Dichter und Abg. 155. 298. 382. 421.

#Uhlig#, Lichtfreund, 184.

V.

#Venedey#, Jacob, Abg. 298. 305. 442. 446.

#Vincke#, G. v. Abg. 325. 330. 421.

#Vogt#, Carl. Abg. 271. 291. 321. fg. 372. 439. 441. fg. 466. fg. 517. 567. 568. 573.

#Vollborn#, Sächs. Lieutenant. 193. fg.

W.

#Walesrode#, L. Schriftsteller. 155.

#Waitz#, Abg. und Prof. 416.

#Watzdorf#, O. v. Abg. 131. fg. 136. 141.

#Weber#, Göttinger Prof. 101.

#Welcker#, C. Th. Abg. 155. 213. 279. 291. 298. 324. 488. fg. 496.

#Weller#, Leipziger Demagog. 268.

#Werner# (v. Coblenz). Abg. 326. fg.

#Wesendonck#, Abg. 298. 418. 441.

#v. Wessenberg#, österr. Minister. 460. fg. 464. 516. 534. 540. 556.

#Wiesner#, Abg. 300.

#v. Wietersheim#, Sächs. Minister. 257.

#Wiegand#, Otto, 157. fg.

#Wigard#, Franz, Prof. Abg. 179. 327.

#Wilhelm#, Prinz von Preußen. 273. 381. 318. 323. (Jetzt Deutscher Kaiser.)

#Windischgrätz#, Fürst Alfred zu, 458. 463. fg. 481. fg. 493. fg. 497. 505. fg. 508. 514. 516. 517. 518. 523. 525. 533. fg. 540. 546. fg. 553. 557. 561. 573.

#Winkler#, Hofrath (Th. Hell). 79. 95. 123.

#Winter#, Abg. 136. fg. 238.

#Wippermann#, Abg. 238. 421.

#Wislicenus#, G. A. 184.

#Wittig#, L., Kampfgenosse Blum's in Wien. 492. 515. 573.

#Wössel#, D. Ed. „Mitarbeiter d. Ostdeutschen Post.“ 544.

#Wolferom#, Auditor u. Hauptmann. 552. 554. fg. 557. 561. 563.

#v. Wrangel#, Preuß. General. 414. 574.

#Wuttke#, Dr. Heinr. Prof. 146. 234. 267. fg. 384. 392. 478.

#v. Wydenbrugk#, Abg. 382.

Z.

#Zachariä#, Prof. 369.

#Zell#, Abg. 437.

#Zille#, Dr. 205.

#Zimmermann#, Abg. 418.

#Zittel#, Dr. 230.

#Zitz#, Abg. 270. 297. fg. 317. 321. fg. 438. fg. 441.

W. Schuwardt & Co. Leipzig.

FUSSNOTEN:

[1] Namentlich ist das Ungenügende der bisherigen Biographieen handgreiflich. Ich übergehe die Aufzählung der kleineren biographischen Arbeiten über Blum, die sich in Zeitschriften, Lexicons &c. zerstreut finden. Aber auch die größeren Versuche dieser Art leiden an zwei Hauptfehlern. Sie sind sämmtlich unmittelbar nach der Revolution und insgesammt vom radicalsten, parteiischsten Standpunkt aus geschrieben. Und sie sind geschrieben, ohne daß den Verfassern -- mit Ausnahme der Wiener Briefe Blum's an seine Frau, einiger seiner Gedichte, Zeitungsartikel, Broschüren und Reden, -- eine einzige Mittheilung oder Aeußerung Blum's über sich selbst oder Mittheilungen seiner Angehörigen über ihn zur Verfügung gestanden hätten. Der reiche Schatz handschriftlicher Aufzeichnungen, den Blum hinterlassen, und der zwar keine Selbstbiographie, wohl aber überall die wichtigsten Fingerzeige für die Geschichte seines Lebens enthält, der überaus interessante Briefwechsel Blum's mit den Seinen, den Freunden u. s. w. wurde von jenen früheren Biographen völlig unbenützt gelassen. Selbst die historischen Quellen, welche uns heute über die wichtigsten Jahre in Blum's Leben, namentlich über das Jahr 1848 zu Gebote stehen, waren damals zum großen Theil unerschlossen. Die Titel jener früheren biographischen Versuche sind:

„#Das Buch von Robert Blum.# Ein Denkmal seines Lebens und Wirkens von #Eduard Sparfeld#, eingeführt durch Franz Rauch, Pfarrer der christ-kathol. Gemeinde zu Leipzig. Leipzig, 1849. Im Selbstverlag des Verfassers und in Commission bei H. Matthes,“ 96 Seiten. Völlig werthlos. -- „#Robert Blum# als Mensch, Schriftsteller und Politiker von #Arthur Frey#. Mit einem Portrait Robert Blum's. Mannheim, J. P. Grohe. 1849. 216 Seiten.“ Der Verfasser steht auf dem Standpunkt der äußersten Linken. Das Büchlein gibt eine Anzahl Zeitungsartikel, Briefe und Reden Blum's im Wortlaut. -- „#Robert Blum.# Sein Leben, sein Wirken. Ein Buch für das Volk, nach den besten Quellen bearbeitet von #Adolph Streckfuß#.“ Enthält interessante, nur leider durchaus beweislos gelassene und nach der parteiischen Schreibweise des Verfassers wenig glaubhafte Details aus den Leipziger Augusttagen, den Jubelwochen der Revolution und den Frankfurter Septembertagen. Im Uebrigen breiter, gedankenarmer Schwatz. Alle diese Biographen berichten über die Jugend Blums fast wortgetreu dasselbe und beschränken sich betreffs der parlamentarischen Wirksamkeit ihres Helden auf einige gesinnungstüchtige Phrasen.

[2] In den Familienaufzeichnungen, denen ich hier folge, und welche in der Hauptsache von der Schwester Robert Blum's, Frau Margaretha Selbach geb. Blum in Köln herrühren, werden sogar ausdrücklich die „Lehren des Professor Hermes“, wird E. Blum ein „Hermesianer“ genannt. Da jedoch die erste epochemachende Schrift dieses Gelehrten erst 1805 erschienen ist und Hermes nur fünf Jahre älter war (geboren 1795) als Engelbert Blum, so ist das jedenfalls ein Irrthum, zumal da Hermes niemals persönlich als Lehrer oder sonstwie auf die Schüler jenes Kölner Gymnasiums eingewirkt hat.

[3] #Treitschke#, die Anfänge des Zollvereins, Preuß. Jahrb. 30. Band. S. 897 fg.

[4] Das „Reisejournal“ verzeichnet hier, charakteristisch genug, nur Orte und Meilendistanzen ohne jede Bemerkung.

[5] Das älteste Heftchen dieser Art trägt den stolzen Titel: _Mémorial analytique de mes recettes et dépenses pour les ans 1828, 29 et 30_. Von da an bis 1848 liegen von Blum eigenhändig geschriebene Jahreshefte über seine Einnahmen und Ausgaben vor, von der Leipziger Zeit (1832) an auch fast sämmtliche Belege über die Ausgaben. Hierauf beruhen, wo nicht andere Quellen angegeben sind, meine Angaben über die finanziellen Verhältnisse Blums.

[6] Dem Reisejournal wird im Nachstehenden in allen Zeitangaben u. s. w. gefolgt, während das „Mémorial“ die finanziellen Verhältnisse Blum's klar legt.

[7] In dem schon erwähnten _Mémorial analytique_.

[8] Die bei weitem billigeren Preise jener Jahre sind dabei schon berücksichtigt. Die Sächsische Gesindeordnung von 1835 setzt den Unterhalt für einen rechtswidrig entlassenen Dienstboten auf 1 meißn. Gülden (zwei Mark dreiundsechszig Pfennig) pro Woche fest. Viel mehr dürfte Robert Blum damals (1830) auch nicht zu verzehren gehabt haben.

[9] Der Titel lautet: „Kurze Abhandlung über die Straßenbeleuchtung zum Gebrauche (!) der städtischen Polizei- und Verwaltungsbehörden, nebst einigen Erläuterungen über das allgemeine Unternehmen der Straßenbeleuchtung“ von R. Blum (Preis 10 Sgr.), Berlin bei Leopold Wilhelm Krause, Adlerstraße Nr. 6. 1829.

[10] #Große#, Gesch. Leipzigs, 2. Band S. 704, berechnet 32 Einwohner auf ein Haus (1840).

[11] Auch R. Wagner lebte bis 1824 hier.

[12] Heutzutage freilich ist in diesem Blatte von einer literarischen Fundgrube nichts mehr zu entdecken.

[13] Bekanntlich hat die Sächsische Regierung vor zwei Jahren die trefflich rentirende Bahn angekauft und dabei jede Actie von hundert Thaler Nominalwerth mit eintausend Mark 3%iger Sächsischer Rente entschädigt.

[14] Z. vergl. die gedruckten Protocolle dieser Generalversammlungen 1842 bis 1846.

[15] Dem späteren König Friedrich August von Sachsen.

[16] Extra-Beilage zum Leipziger Tageblatt 30. Nov. 1835.

[17] Er selbst rauchte damals Zigarren zu 40 Pfennigen 25 Stück.

[18] Leipzig, Verlag von Robert Blum & Comp. 1848. I. Band. S. 369, 370.

[19] Selbst die Brockhausische Leipziger Allgemeine bezog in den ersten Jahren ihres Bestehens eine große Anzahl offiziöser Mittheilungen. Vgl. Wigand's Vierteljahrsschrift 1845.

[20] Große, Geschichte Leipzigs S. 686.

[21] Zeitung für die elegante Welt, 13., 14., 16. November 1837.

[22] #A. Springer#, Dahlmann, 2 Thl. S. 22 fg.

[23] Damals war der Bruch zwischen den Freunden noch nicht erfolgt.

[24] Für Spiritisten und andere Menschen, die ungewöhnliche, krankhafte Seelenfunctionen gern zum Gegenstand ihres Nachdenkens machen, lasse ich die wesentlichsten Stellen dieser Niederschrift im Wortlaut folgen. (Die Worte „Er“, „Sie“, sind von mir hinzugefügt.)

#Er.# „Adelheid, endlich sehe ich Dich wieder!“

#Sie.# „Endlich? scheint Dir das so lange! Du weißt und ich habe Dir's gesagt, daß wir uns nur selten, und immer seltener sehen können. Du mußt mich vergessen.“

#Er.# „Das kann ich nicht. Warum kommst Du nicht öfter? Mußt Du auf ein Glück, auf die Seeligkeit verzichten, wenn Du kommst?“

#Sie.# „Lieber Robert, die Begriffe von Glück und Unglück sind mit unserer Existenz und ihrer Gestaltung verwachsen. Ich habe keinen Maßstab für Dein Gefühl, Du keinen für das meinige.“

#Er.# „Kannst Du Dir die Möglichkeit der Vertauschung Deines jetzigen Zustandes mit einem früheren denken?“

#Sie.# „Ich würde gern noch mit Dir leben und wäre glücklich.“

#Er.# „Es giebt also eine Fortdauer? Eine Fortdauer mit Bewußtsein?“

#Sie.# „Robert, Dein Wissen geht nicht über die Grenzen Deiner jetzigen Existenz. Forsche nicht nach Dingen, die jenseits liegen.“

#Er.# „Um meiner Ruhe willen, gib mir eine bestimmte Antwort! Meine Zweifel können ja Frevel sein.“

#Sie.# „Dein Zweifel, der in Deiner mangelhaften Natur begründet ist, stört den ewigen Gang der Wesen nicht. Die Skepsis ist eine Frucht der menschlichen Schwäche und der Eitelkeit; sie leugnet die Dinge, die sie nicht begreift, deren Ahnung sie indessen nicht verbannen kann. Laß diese Fragen und wenn es Dich freut mich zu sehen, so grüble nicht die kurze Zeit, die uns vergönnt ist.“

„(Hier ist eine Lücke, nicht unbedeutend in der Zeit, von der ich gar keine Erinnerung habe, als daß wir zusammen verkehrten, traulich und herzlich, doch ohne irgend einen Anflug von Heiterkeit.)“

#Er.# „Seh' ich Dich wieder? und wann? --“

#Sie.# „Du wirst mich wiedersehen.“

#Er.# „Aber wann? wann?“

#Sie.# „Das kann ich Dir nicht sagen. Du wirst mich ganz von Dir stoßen, Robert. Du willst wissen, wo Du nur ahnen kannst. Der Versuch zu wissen, zerstört die Ahnung für immer. Ich muß nun fort ... Robert, weine nicht! Du weißt ja, daß ich scheiden #muß#! Wende Dich ab von einer Lebensphase, die nun einmal ganz vollendet ist, und richte Dich auf das Leben, das noch viele Ansprüche an Dich hat.“

„(Hier ist wahrscheinlich eine kleine Lücke; wenigstens ist der Moment wie die Art der Entfernung gänzlich verschwommen. Auf meiner Uhr schlug es Eins, als ich mich sitzend mit nassen Augen im Bett fand. Ein Lichtschimmer war mir aus dem Traume geblieben; als ich ihn verfolgte, war es ein einzelner Stern, der vor dem Fenster stand, woraus hervorgeht, daß meine Augen geöffnet waren.)“

„Niedergeschrieben in der Nacht vom 11. bis 12. November 1838.“ „Erste Erscheinung am 24. September; zweite am 1. October.“

[25] Von den Schwiegereltern fort.

[26] Nach § 1 b des Verlagsvertrags 7½ Druckbogen.

[27] „Die Eroberung von Mantua.“ Zeitung für die Eleg. Welt. Nr. 172-187. (3. bis 15. Sept. 1838).

[28] Auch von ihr hat Maler Storck Mitte 1840 ein lebensgroßes Brustbild gemalt, welches gleichfalls bekundet, wie wenig diesem Meister die Kunst des Schmeichelns eigen war.

[29] Noch im Jahre 1848 schrieb Fanny Lewald über Blum, er habe etwas dämonisch Anziehendes in seiner Natur.

[30] Auch vom Rechtsstandpunkte aus waren diese Verlangen durchaus unbegründet.

[31] Hier, wie überall, wo nicht das #ganze# urkundliche Material mitgetheilt werden konnte, bin ich bestrebt gewesen, ohne alle Tendenz und vorgefaßte Meinung dasjenige herauszuheben, was den Mann am besten zeichnet. Namentlich ist nirgendwo etwa eine Aeußerung unterdrückt worden, die ihn und insbesondere seine politischen Ansichten, in einem #anderen# Lichte erscheinen lassen könnte, als die von mir ausgewählten Aeußerungen Blum's.

[32] Der verfassungsbrüchige König von Hannover.

[33] So schreibt er am 17. Juni 1846 an Johann Jacoby: „Meine Pflicht legt mir auf, Sie zu benachrichtigen, daß die im Mai v. I. beschlossene Familienconferenz im August und zwar auf dem Gute meines alten Onkels Hallgarten bei Oestrich am Rhein“ (bei Adam v. Itzstein), „stattfindet, und Sie einladen, derselben beizuwohnen, oder irgend einen Verwandten zur Theilnahme zu veranlassen. Die Erscheinungen gerade der letzten Zeit haben die Nothwendigkeit eines innigeren und festeren Zusammenhaltes, eines gemeinsamen und gleichmäßigen Handelns dargethan; sofern man -- woran ich kaum zweifle -- einig darüber ist, daß der bisherige Weg keine Früchte bringt oder verspricht, wird man gemeinsam einen anderen suchen oder den bisherigen fruchtbar machen, vor allen Dingen aber an die Herbeischaffung von Mitteln zur Hebung und Förderung des Geschäfts denken müssen.... Die Einrichtung ist so, daß der 8. August als Versammlungstag, der 9. und 10. aber als Berathungstermin bestimmt sind.“

[34] Auch Th. #Flathe#, Gesch. v. Sachsen, 3. Band S. 525 gibt dieser Zusammenkunft diese Auslegung.

[35] Mithin nahmen auch Voigtländer Parteigenossen an der Versammlung Theil.

[36] Da Böhler's keine Literaten, sondern Fabrikanten waren, so wird auch hier die S. 136 ausgesprochene Vermuthung bestätigt, daß Alles, was in den Briefen an Eugenie auf literarische Zwecke bei diesem Unternehmen und seiner Theilnehmer hindeutet, fingirt ist.

[37] „In der Ueberzeugung, daß jene Rechtsfrage schon in der Bundesversammlung ihren Richter finden werde.“ Flathe a. a. O. S. 522.

[38] Flathe, a. a. O. S. 526.

[39] a. a. O. S. 689.

[40] Zu vergleichen „Bericht über das Entstehen, die Zwecke und die bisherige Wirksamkeit des Leipziger Literatenvereins. Vorgetragen in der 18. Versammlung des Vereins den 30. April 1842.“

[41] Flathe a. a. O. S. 526.

[42] Gesammelt in dem Gedenkbuch an Friedr. Schiller, das 1855 der Schillerverein bei Th. Thomas in Leipzig herausgegeben.

[43] Vergleiche z. B. Flathe a. a. O. S. 545 flg. 578.

[44] Anspielung auf den Verfassungsbruch in Hannover 1837.

[45] Anspielung auf den bekannten Toast des Erzherzogs Johann von Oesterreich.

[46] Es ist das Verdienst der Erstlingsschrift von #Karl Braun#, diesen Irrthum nachgewiesen zu haben.

[47] So schreibt Blum am 5. Januar 1845 an Jacoby: „Morgen haben wir hier eine Versammlung der Gesinnungstüchtigen“ (Abgeordneten) „um unsere Operationen für die einzelnen Wahlen sowohl, als für die Haltung in und außer der Kammer im Allgemeinen zu besprechen und feststellen, soweit sichs thun läßt.“

[48] Den ich der Güte des Herrn Dr. Wittig in Leipzig verdanke.

[49] Die Redaktion sagt zum Taschenbuch von 1844: „Für den vorigen Jahrgang gab uns ein süddeutscher bekannter Dichter ein Gedicht „Der arme Gaul“, welches wir leider nicht mittheilen konnten. Da dasselbe jedoch später vielfach bekannt geworden ist, glauben wir uns hier wohl darauf beziehen zu können, da den Dichter zu nennen uns nicht vergönnt ist.“ Die Gedichte dieses Mitarbeiters stellt die Redaktion immer oben an.

[50] Das Taschenbuch wurde 1843, 1845, 1846, 1847, ausgegeben. 1844 erlag es der frischen, fröhlichen Reaction.

[51] Zu vergleichen über das Folgende #Flathe# a. a. O. S. 528 flg. Die #Gegenwart#, 5. Band, das Königreich Sachsen (v. 1831 bis März 1849.) S. 574 flg. Ein sehr lehrreicher Aufsatz, wahrscheinlich von Biedermann. (Brockhaus 1850.)

[52] Ges. vom 5. Februar 1844.

[53] Braun bestimmte 1851 die Erträgnisse dieser Sammlungen zu einer Stiftung für arme Leidende in Bad Elster und bestritt alle diese Reisen aus eigenen Mitteln. (Flathe, a. a. O. S. 534).

[54] Ergangen bei dem Vereinigten Criminalamt der Stadt Leipzig. Rep. I. Nr. 6664, 1843.

[55] Das gelang erst ein Jahr später.

[56] Gretchen war Lehrerin.

[57] Beilage zu Nr. 26. der Sächs. Vaterl.-Bl. 1845.

[58] Rede am Grabe des Herrn Joseph Della Porta von Robert Blum. Leipzig, Robert Friese, 1845.

[59] Zu vergl. #Biedermann#, Sächs. Zustände, S. 309 flg. in der von ihm herausgegebenen „Unsere Gegenwart und Zukunft,“ 1846 Leipzig. Gustav Mayer.

[60] #Flathe#, a. a. O. S. 539.

[61] Die von mir über die Leipziger Augustereignisse benutzten Quellen sind: die Sächs. #Landtagsmittheilungen# v. 1845/46. -- Das Leipziger #Tageblatt# vom 14. August 1845 an (Leipziger Rathsbibliothek). -- #Eduard Hermsdorf#, Mittheilungen aus den Plenarverhandlungen der Stadtverordneten zu Leipzig, 2. Band, 2. Heft, Jahr 1845. Leipzig, Fest'sche Buchhandlung, 1846, S. 38 flg. -- #Biedermann#, Sächs. Zustände a. a. O. S. 338-351. -- #Deutsche Allgemeine Zeitung#, 1845 v. 14. August an. -- #Dr. Carl Krause#, der 12. 13. 14. und 15. August 1845 in Leipzig, Leipzig, Hoßfeld, 1845. -- Die Opfer des zwölften August, Leipzig, Pönicke, 1845. -- Die Leipziger Augustnacht (12. August 1845) und die Verhandlungen der gegenwärtigen sächsischen Ständeversammlung über dieselbe, nebst dem Deputationsberichte der Kammer, allen #Actenstücken# und einem Situationsplan. Leipzig, Pönicke, 1846. -- #Bekanntmachung# des Köngl. Sächs. Ministeriums des Innern, das Ergebniß der commissarischen Erörterungen über die am 12. August 1845 in Leipzig stattgefundenen Ereignisse betreffend. Nebst Beilagen. Mit höherer Erlaubniß. Nebst Situationsplan. Leipzig, B. G. Teubner 1845. -- Die letzten vier Schriften sind auf der Leipziger Stadtbibliothek sehr verständig in einem Bändchen (H. Sax. 226 ᵖ.₆) vereinigt worden. Weitere Quellen finden sich im Text nachgewiesen.

[62] Bei Darstellung der Ereignisse vom 12. August folge ich #nur# den officiellen Berichten.

[63] Officielle Bekanntmachung des Ministeriums (letzte der S. 187 namhaft gemachten Schriften) S. 16.

[64] Landtagsmittheilungen über die Sitzung der 2. Kammer am 14. Mai 1846.

[65] Offizieller Bericht S. 29.

[66] Diese Details sind dem Leipziger Tageblatt vom 14. August 1845 an entnommen.

[67] Offizieller Bericht, Anlage ☉ (Zeitberechnung der Ereignisse des 12. August).

[68] Offizieller Bericht, S. 43.

[69] D. Allg. Ztg. v. 15. August 1845.

[70] Ebenda.

[71] #Flathe#, a. a. O. S. 545.

[72] a. a. O.

[73] In dem Aufsatz „das Königreich Sachsen“ 1830-49. Gegenwart, Band 5 S. 585 heißt der Ausdruck: Blum habe erklärt, dem Stadtrath „die Majestät des Volkes zeigen zu wollen.“

[74] „Die Opfer des 12. August“ S. 8. D. Allg. Ztg. a. a. O.

[75] D. Allg. Ztg. a. a. O.

[76] „Generalanzeiger für Deutschland,“ Leipzig, den 15. Aug. 1845. -- Unsere Gegenwart und Zukunft, Sächs. Zustände. #Biedermann#, S. 340. -- „Die Opfer des 12. August“ S. 14

[77] Das siebente Opfer wurde erst Nachmittags beerdigt.

[78] Der König gab also in seiner vom 15. August datirten Antwort selbst zu, daß noch Dunkel über den Vorgängen vom 12. August liege. Herr v. Langenn dagegen erklärte gleichzeitig, die Regierung werde „ihre Organe vertreten“, sie hätten „nach dem Gesetz gehandelt!“

[79] Nr. 196, 1845.

[80] #Biedermann#, Sächs. Zustände a. a. O. S. 348.

[81] #Biedermann#, ebenda S. 349.

[82] Erklärung des Kriegsministers v. Nostiz-Wallwitz in der letzten Sitzung der zweiten Kammer über die Augustereignisse. (s. u.)

[83] Bekanntmachung der Regierung über die Untersuchungsergebnisse vom 29. August 1845.

[84] Landtagsmittheilungen der 2. Kammer über die Sitzung vom 14. Mai 1846.

[85] Wahrhaft erfreulich im Gegensatze zu diesem von einer junkerlichen Reaction dem milden König in die Feder dictirten Bescheid lautete die echt königliche Antwort des Prinzen Johann: „Ich war stets von der Anhänglichkeit aller guten und loyalen Bürger Leipzigs überzeugt und bin weit entfernt davon, die Frevel eines aufgeregten Haufens einer ganzen Bevölkerung auferlegen zu wollen.“

[86] Daraus folgt, von welch' willkürlichen Alternativen die Reaction die Duldung verhaßter Schriftsteller abhängig machte.

[87] Durch alle diese Chicanen und Confiscationen wurde schließlich selbst die Rentabilität des Taschenbuchs aufgehoben (Brief Friese's und Blum's an Heinrich Grahl in Schwarzenberg v. 19. August 1846).

[88] Ueber das Folgende zu vergl. #Landtagsmittheilungen# 1845/46; #Flathe# a. a. O. S. 549 flg.; #Gegenwart#, 5. Band S. 588. flg.

[89] In Erwiderung auf die Rede Schumann's. Landtagsmittheilungen. Sitzung der 2. Kammer vom 14. Mai flg.

[90] So sagte der Kriegsminister v. Nostitz zum Abgeordneten Hensel: „Ich kann dem Abgeordneten nur wünschen, daß, wenn er jemals in die Lage kommen sollte, als Commandant der Communalgarde längere Zeit geschimpft und mit Steinen geworfen zu werden, ihm auch gelingen möge, bei nächtlichem Tumult Diejenigen herauszufinden, welche ihm #diese Ehre# erwiesen haben“. Und als der Abgeordnete Joseph sich auf Zeugenaussagen in Acten berief, erlaubte sich der Minister Könneritz die Antwort: „Sind sie vor einer Behörde oder vielleicht infolge einer Aufforderung der Versammlung auf dem Schützenhause aufgenommen worden?“

[91] #Gegenwart#, V. Band, S. 591.

[92] #Ebenda# S. 592.

[93] Acten d. Ver. Crim. A. Rep. I. #Nr.# 6664. 1843 fg. Bl. 122.

[94] Diese Aeußerung, die geschrieben wurde, ein Jahr bevor Frankreich ihre Richtigkeit so bitter an den „Nationalwerkstätten“ erprobte, beweist deutlich, wie fern Robert Blum den socialistisch-communistischen Utopien stand.

[95] Geschichte und Literatur der Staatswissenschaften. I. S. 163. (Erlangen, Enke, 1855.)

[96] Sehr interessant und faßlich zusammengestellt in: Franz Mehring, Die deutsche Sozialdemokratie. Bremen, Schünemann. 2. Aufl. 1878.

[97] Als Quellen für diesen Abschnitt sind benützt: #Sparfeld#, Chronik von Leipzig, Leipzig 1848. S. 210 fg. -- Leipziger #Tageblatt# 1848, I. u. II. Quartal (Rathsbibliothek). -- #Vaterlandsblätter# I. u. II. Quartal 1848. -- #D. Allg. Zeitung# I. u. II. Quartal 1848. -- Die #Gegenwart#, V. Band. S. 594 bis 602. -- #Flathe#, a. a. O. S. 563-571. -- #Biedermann#, Erinnerungen aus der Paulskirche, Leipzig, G. Mayer 1849. -- #H. Laube#, das erste deutsche Parlament, I. Band. Leipzig, Widmann 1849. -- #Biedermann#, Beiträge zur Geschichte des Frankfurter Parlaments im #Histor. Taschenb.# von Riehl, V. Folge, 7. Jahrg., S. 107 fg. -- #Protokolle# der Stadtverordneten zu Leipzig vom 1. März an. (Archiv der Leipziger Stadtverordneten.) -- Außerdem die im Text nachgewiesenen.

[98] Auch an anderen Orten urtheilt Biedermann unter Allen am gerechtesten über Blum, s. unten.

[99] #Flathe#, S. 578, dessen tapfere Wahrhaftigkeit im Uebrigen aufs freudigste anerkannt wird.

[100] Später ist er nach Preußen übergesiedelt und ein langjähriges Mitglied des Abgeordnetenhauses unter den Altliberalen geworden. Auch im Norddeutschen Reichstag bin ich noch mit ihm gesessen. (1867 flg.). Starb 9. August 1874.

[101] Sehr charakteristisch für die mesquine Art, wie Herr Heinrich #Laube#, in seinem zweibändigen Opus „Das deutsche Parlament“ „Geschichte“ schreibt, oder vielmehr das, was Herr Laube für Geschichte hält, ist z. B. die Episode S. 139-141, in der er Frau Oberländer nach Leipzig in Blum's Buchhandlung reisen läßt, um sich da „von dem feisten Mann in Hemdsärmeln, welcher an einem unangestrichenen Schreibpult stand und ein Papier faltete“ Raths zu erholen, „ob ihr Mann Minister werden solle und was das Leben in Dresden ungefähr kosten werde.“ Diesem traurigen Klatsch widmet Herr Laube den ihm zur Verfügung stehenden Witz und Raum -- heute würde sich die kleinste Winkelzeitung bedenken, so etwas unter dem Strich zu drucken. Und die Pointe von alledem ist: „Herr Oberländer wurde Minister des Innern und ist es noch; der weiter sehende Rathgeber“ (Blum) „aber ist in den Tod gerathen (!).“ Um keinen Zweifel darüber zu lassen, wann dieses tiefe Urtheil zur Welt gekommen, bemerkt Herr Laube in einer Note: „Im Winter 1848/49 geschrieben --“ also #nach# dem Tode Blum's! Wir werden dem Herrn noch öfter begegnen.

[102] #Biedermann#, Beiträge zur Geschichte des Frankfurter Parlaments in Riehl's Histor. Taschenbuch 5. Folge, 7. Jahrgang S. 115. (Brockhaus, 1877.)

[103] #Biedermann# a. a. O. S. 137.

[104] Mittheilungen eines noch lebenden Ohrenzeugen an mich.

[105] #Laube# a. a. O. I. Bd. S. 10-35. Die Zeit des Vorparlaments bis S. 120. -- An anderen Quellen sind für diesen Abschnitt benützt: #Biedermann#, Erinnerungen aus der Paulskirche. -- #Jürgens#, „Das deutsche Verfassungswerk,“ 3 Bände, ein leidenschaftlich-großdeutsches, für objective Würdigung der Gegner fast unbrauchbares Buch. -- #Freytag#, Karl Mathy. 4. Abschnitt. -- #A. Springer#, Dahlmann II. Band. S. 203-251. -- #Flathe# a. a. O. 571-578. -- #Gegenwart#, das Königreich Sachsen. V. Band S. 602-609. -- #Ggwart#, Bd. II. S. 682-707. (Vorparlament). Bd. IV. S. 419 bis 442. (Fünfzigerausschuß). -- #Biedermann#, Beiträge zur Gesch. des Frankf. Parl. a. a. O. S. 116 fg. -- Und vor Allem: #Verhandlungen des Deutschen Parlaments#, Offizielle Ausgabe, 1. und 2. Lieferung (Vorparlament und Fünfzigerausschuß), Sauerländer, Frankfurt 1848. Andere Quellen sind im Text nachgewiesen. --

[106] #Biedermann#, Beiträge, S. 117 (geschrieben 1877).

[107] Profile, Berlin, Oppenheim 1878. Essay über Thiers S. 171 fg.

[108] Es ist einer der schönsten Züge in diesem Leben voll Pflichterfüllung, daß der Prinz während seiner Verbannung sich auf's Eingehendste mit der deutschen Verfassung beschäftigte und deßhalb mit einigen der besten Männer der damaligen Zeit, die innerhalb und außerhalb des Parlaments standen, regen Briefwechsel unterhielt.

[109] Miquèl war mit andern republikanischen Commilitonen aus Heidelberg, bis an die Zähne bewaffnet, auf der Eisenbahn einmal sogar schon bis Frankfurt vorgedrungen, wurde aber, da man dem Landfrieden seiner Gesinnung nicht traute, auf ein todtes Gleis geschoben und dann sammt seinem Anhang wieder nach Heidelberg zurückgefahren! (Persönliche Mittheilungen an mich). Ueber Bamberger's damalige Gesinnung und Heldenthaten hat dieser selbst einen reizenden Artikel im #Salon# (Leipzig, Payne, unter Lindau's Redaction) „Aus grünen Tagen“ veröffentlicht. Namentlich ist die geradezu märchenhafte Pracht, mit welcher „die gütige Fee Revolution“ damals vor den Augen aller Zeitgenossen, auch der nüchternsten auftauchte und einherzog, höchst anschaulich und liebenswürdig geschildert.

[110] #Biedermann#, Beiträge S. 142.

[111] #Ebenda# S. 136.

[112] Verhandlungen des Deutschen Parlaments 1. Lieferung S. 162. f. Von Preußen waren nur 141 Abgeordnete, von Baiern 44, von Würtemberg 52 (!), von Sachsen 26, von Baden 72 (!), von Hessen-Darmstadt 84 (!) Mitglieder erschienen. Von den Preußen stimmten 30 (darunter Geheimrath