Papierprüfung: Eine Anleitung zum Untersuchen von Papier
Part 14
[70] Die Beträge gelten für die Prüfung +eines+ Papiers. Bei Prüfungen für Ausländer werden die Gebühren um 50% erhöht. Außer den Gebührenbeträgen sind zu zahlen 1 Mk. 50 Pf. für Stempel und ferner die Auslagen für Schreibhilfe und Postbestellgeld.
[71] Die Beträge gelten für die Prüfung +eines+ Stoffes. Bei Prüfungen für Ausländer werden die Gebühren um 50% erhöht. Außer den Gebührenbeträgen sind zu zahlen 1 Mk. 50 Pf. für Stempel und ferner die Auslagen für Schreibhilfe und Postbestellgeld.
Auszug aus den Vorschriften für Frachtbriefpapiere.
(Reichs-Eisenbahnamt. 13. Oktober 1892.)
Zu den Frachtbriefen ist Normalpapier 4a mit vorschriftsmäßigem Wasserzeichen zu verwenden (vergl. S. 136). Die Farbe des Papiers muß entschieden weiß sein und das Gewicht bei der für Frachtbriefe durch die Verkehrsordnung vorgeschriebenen Bogengröße von 76×60 cm für je 1000 Bogen (4000 Frachtbriefe) 39 kg betragen. Eine Abweichung von diesem Einheitsgewicht um 2,5% nach oben und unten ist gestattet. Bei der Gewichtsfeststellung wird die Riesumhüllung (das zum Verpacken von 1000 Bogen verwendete Umschlagpapier) mit gewogen.
Fabrikanten, die Frachtbriefpapier herstellen, haben ihr Wasserzeichen bei einer mit der Prüfung von Papier zu amtlichen Zwecken in einem Bundesstaat beauftragten Behörde anzumelden. Die Prüfung, ob das Frachtbriefpapier den vorbezeichneten Bedingungen entspricht, erfolgt nach Maßgabe der bei diesen Behörden bestehenden Vorschriften.
Auszug aus den Vorschriften für Quittungskarten-Karton.
(Gesetz betreffend Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22. Juni 1889.)[72]
Der Karton muß aus Zellstoff, Leinen und Baumwolle hergestellt sein. Der Zellstoffgehalt darf nicht mehr als 50% betragen. Der Gehalt an Leinen muß mindestens 5% größer sein als der Baumwollgehalt. Der Aschengehalt darf 4% nicht übersteigen. Der Karton muß mit Eisenoxyd und Bleichromat nach niedergelegtem Muster gelb gefärbt sein und ein Quadratmetergewicht von 277-283 g aufweisen.
Die mittlere Reißlänge muß 4500 m, die mittlere Dehnung 4% betragen.
(+Bekanntmachungen des Reichskanzlers vom 13. Juli 1893 und 8. Juni 1898.+)
Die für die Selbstversicherung vom Bundesrat vorgeschriebenen besonderen Quittungskarten (Formular B) müssen in Stoff und Format den vorstehenden Bedingungen ebenfalls entsprechen, aber nach niedergelegtem Muster grau gefärbt sein.
Die graue Färbung ist durch Zuteilen von naturblauer Lumpenfaser zum Stoff und Abtönen mit Miloriblau und Chromgelb herzustellen.
(4. Januar 1900.)
[72] Reichsgesetzblatt 1889, S. 97.
Auszug aus den Vorschriften über die Herstellung von Beitragsmarken zur Invaliditätsversicherung.
(13. November 1899.)
Zum Druck sämtlicher Beitragsmarken ist reines Lumpenpapier zu verwenden, welches fein gemahlen, in der Durchsicht gleichmäßig sein und eine Reißlänge von wenigstens 3000 m, eine Dehnung von mindestens 1,9% und einen Aschengehalt von höchstens 12% haben muß.
Das Markenpapier ist mit einem unsichtbaren Aufdruck zu versehen, der die Möglichkeit gewährt, die Echtheit der Marken jederzeit zu prüfen. Die Verwendung eines Wasserzeichens an Stelle des Aufdruckes bedarf der besonderen Genehmigung des Reichs-Versicherungsamtes.
Vorschriften für das Papier zu Standesregistern und Registerauszügen.
(Ministerium des Innern. 2. April 1892.)
Das Papier für die
Standesregister muß der Stoffklasse I, Festigkeitskl. 2, (Verwendungskl. 2a), Registerauszüge „ „ „ I, „ 3, ( „ 2b)
angehören.
Ausbildung im Papierprüfen.
Zur Ausbildung im Papierprüfen nimmt die Charlottenburger Versuchsanstalt Volontäre auf. Bestimmte Anforderungen an deren Vorbildung werden nicht gestellt. Bewerber müssen dem Aufnahmegesuch Lebenslauf und Abschriften der in ihrem Besitz befindlichen Zeugnisse beifügen; daraufhin erfolgt die Entscheidung über die Aufnahme.
Die Ausbildung nimmt drei Monate in Anspruch und erfolgt für Reichsdeutsche kostenfrei; Ausländer zahlen 300 Mk.
Gegenstand des Unterrichtes bilden in erster Linie die gesamten Papierprüfungsverfahren; hierbei wird auf die Ausbildung im Mikroskopieren besonderes Gewicht gelegt. In zweiter Linie erfolgt die Unterweisung im Prüfen der wichtigsten Rohstoffe für die Papierfabrikation. In der zweiten Hälfte der Ausbildungszeit können die Volontäre auf Wunsch auch Fragen bearbeiten, die für sie besonderes Interesse haben.
Die bisher gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß die Teilnahme an diesen Ausbildungskursen für das spätere Fortkommen der Teilnehmer vielfach von Wert gewesen ist, so daß allen jungen Papiermachern dringend anzuraten ist, von dieser im Interesse der Papierindustrie geschaffenen Einrichtung Gebrauch zu machen. Frühzeitige Anmeldung empfiehlt sich, da nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen zur Verfügung steht.
Zur Ausführung amtlicher Prüfungen, wie vielfach angenommen wird, dürfen die Volontäre nicht herangezogen werden; die ganze Zeit, welche sie in der Anstalt zubringen, wird ausschließlich auf ihre Ausbildung verwendet.
Literatur.[73]
+Behrens+, Anleitung zur mikrochemischen Analyse, Hamburg 1896.
+Beveridge+, Papermakers’ Pocket Book, London 1901.
+Clapperton+, Practical Paper Making, London 1894.
+Cross & Bevan+, Cellulose, London 1895.
+Erdmann-König+, Waarenkunde, Leipzig 1895.
+Griffin & Little+, The Chemistry of Paper Making, New York 1894.
+Hanausek+, Lehrbuch der technischen Mikroskopie, Stuttgart 1901.
+Hofmann+, Handbuch der Papierfabrikation, Berlin 1891.
+Hofmann+, Normalpapier, Berlin 1892.
+v. Höhnel+, Die Mikroskopie der technisch verwendeten Faserstoffe, Wien 1887.
+v. Hoyer+, Das Papier, seine Beschaffenheit und deren Prüfung, München 1882.
+v. Hoyer+, Die Fabrikation des Papiers, Braunschweig 1887.
+v. Hoyer+, Ueber die Entstehung und Bedeutung der Papiernormalien, sowie deren Einfluß auf die Fabrikation, München 1888.
+Kirchner+, Das Papier, Biberach.
+Klemm+, Papier-Industrie-Kalender, Leipzig.
+Lohnes+, Papier-Kalender, Dresden.
+Lunge+, Chemisch-technische Untersuchungsmethoden, 3. Band, Berlin 1900, Artikel „Papier“ von W. Herzberg.
+Mierzinski+, Handbuch der praktischen Papierfabrikation, Wien 1886.
+Müller+, Qualitative und quantitative Bestimmung des Holzschliffes im Papier, Berlin 1887.
+Muspratt+’s Chemie, 6. Band, Braunschweig 1898, Artikel „Papierprüfung“ von Dr. Klemm.
+Muth+, Jahrbuch der Papierindustrie, Leipzig 1890.
+Rejtö+, Anleitung für Private zur Durchführung der Papierprüfung, Budapest 1893.
+Rössel+, Papiere und Papierprüfung mit Berücksichtigung der in der Schweiz verwendeten Schreib- und Druckpapiere, Biel 1895.
+L. Rostaing, M. Rostaing et Fleury Percie du Sert+, Végétaux propres à la fabrication de la Cellulose et du Papier, Paris 1899.
+Schacht+, Prüfung der im Handel vorkommenden Gewebe, Berlin 1853.
+Vétillart+, Études sur les fibres végétales textiles, Paris 1876.
+Wiesner+, Die Rohstoffe des Pflanzenreiches, 8. Lieferung, Leipzig 1902, Artikel: Papierfasern.
+Wiesner+, Die mikroskopische Untersuchung des Papiers, Wien 1887.
+Wiesner+, Einleitung in die Technische Mikroskopie, Wien 1867.
+Winkler+, Der Papierkenner, Leipzig 1887.
+Winkler+, Die Trockengehaltsbestimmung der Papierfaserstoffe (Ermittelung des Wassergehaltes), Leipzig 1902.
[73] Selbständige Werke, die sich in mehr oder minder umfangreichem Maße mit der Papierprüfung befassen.
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=Die Fabrikation der Weinsäure.= Von Dr. +=Hermann Rasch=+. Mit in den Text gedruckten Abbildungen.
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=Die Fabrikation der Kartoffelstärke.= Von Professor Dr. +=O. Saare=+. Mit zahlr. Textabbild. und 5 Tafeln.
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=Der Zeugdruck=, Bleicherei, Färberei, Druckerei und Appretur baumwollener Gewebe. Von +=A. Sansone=+ (Manchester). Deutsche Ausgabe von +B. Pick+ (Mülhausen). Mit Textabbildungen, 23 Figuren-Tafeln u. 12 Musterkarten.
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=Grundlagen der Kokschemie.= Von Hütteningenieur +=Oscar Simmersbach=+.
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=Bleichen und Färben der Seide und Halbseide= im Strang und Stück. Von +=Carl H. Steinbeck=+. Mit zahlreichen Textfiguren und 80 Ausfärbungen auf 10 Tafeln.
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=Die künstliche Seide.= Ihre Herstellung, Eigenschaften und Verwendung. Unter besonderer Berücksichtigung der Patent-Litteratur bearbeitet von Dr. +=Carl Süvern=+. Mit 25 Textfiguren und 2 Musterbeilagen.
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=Anlage, Konstruktion und Einrichtung von Bleicherei- und Färberei-Lokalitäten.= Von +=J. Trey=+ (Schaffhausen). Mit 73 in den Text gedruckten Abbildungen.
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