Nebel der Andromeda Das merkwürdige Vermächtnis eines Irdischen
Part 8
Die jüngere aber der beiden Frauen schien zu ahnen, was ich wolle. Sie machte eine Bewegung mit den rundgeformten Händen vor ihrem mageren Körper, als ob sie volle Brüste fasse, hob dann die Hand über ihren Kopf, wie um körperliche Größe anzudeuten, zuckte wie bedauernd mit den Achseln und wies nach draußen. Es war möglich, daß sie Irid meinte, die also außerhalb der Hütte sei. --
Noch viele Tage war meine Kraft zu schwach und der Schmerz in Kopf und Körper zu heftig, als daß ich vermocht hätte, irgend etwas in der Richtung meines Wunsches zu tun.
Dann aber, nachdem ich durch das bewundernswert liebevolle Verhalten der unbekannten, gastlichen Hüttenbewohner, die mir köstliche Früchte brachten, Bananen, Orangen, auch gekochte Fische und eine schöne braune Kakaosuppe, einigermaßen wieder zu Kräften gekommen war, führten mich die beiden Männer der Familie, halb mich tragend, hinaus.
Es war eine tropische Vegetation um mich, ich blickte über ein felsiges Flußtal, und in der Nähe rauschte stark ein Wasserfall.
Sie setzten mich auf einer Bank vor der Hütte nieder, neben welcher ein Fischernetz zum Trocknen hing.
So saß ich in der warmen Sonne, noch nackt, wie sie mich gefunden hatten. Zum Schutze gegen die Strahlung legten sie mir eine Decke um und setzten einen Basthut auf meinen Kopf.
Von Irid vermochte ich nichts zu erfahren. In Zeichen gegebenen Fragen wich man aus oder verstand sie nicht. Ich verging fast vor Qual.
Später, wieder in der Hütte, fand ich ein Stück alter Zeitung, in spanischer Sprache geschrieben und in Porto Cabello gedruckt, welchen Ort ich nicht kannte, ihn aber der Umstände wegen richtig im nördlichen Südamerika wähnte.
Nach einigen weiteren Tagen war ich, trotz noch erheblicher Schmerzen, so weit wieder hergestellt, daß ich unter Hilfeleistung der Männer einige Schritte gehen konnte.
Als ich nun mit Hilfe spanischer Brocken, deren ich mich jetzt entsann, dringlicher als bisher nach meinem Weibe fragte, wechselten die Männer ernste Blicke, nahmen mich unter die Arme, führten mich in eine zwischen der Hütte und dem Flußtale liegende kleine Orangenwaldung und wiesen auf einen frisch aufgeworfenen Hügel von Erde und Steinen.
Die Urkraft meines starken Körpers klage ich an.
Ich klage sie der Überwindung des schweren Siechtums an, in das ich zurückfiel.
Ich klage sie des Fortschrittes meiner Genesung an, während derer ich in stummer Dumpfheit auf dem Grabe saß, bis das brutale Muß des Lebens, der Zwang, meinem Leibe durch eigene Arbeit Nahrung zu verschaffen, mich zu dem machte, als der ich dieses niederschreibe.
L. Staackmann Verlag, Leipzig
Rudolf Hans Bartsch
Heidentum
Die Geschichte eines Vereinsamten
Einbandzeichnung von Alfred Keller-Wien
40. Tausend Geheftet M. 14.-- :: Pappband M. 20.-- Leinen M. 22.50
»Schubert und Stifter sind zugleich in dieser Naturphilosophie, die ein göttliches Heidentum aufrichtet aus tiefster Andacht vor allem Lebendigen. Das Ethos und seine innigbeseelte Melodie klingt zeugend und rein aus diesem gefühlsstarken Buch an die Seelen, die der Andacht ihre Tore öffnen.«
Das literarische Echo.
L. Staackmann Verlag, Leipzig
Robert Hohlbaum
Unsterbliche
Novellen
Umschlag und Buchschmuck von K. Alex. Wilke, Wien
5. Tausend Geheftet M. 6.--, gebunden M. 9.--
Aus den zahlreichen glänzenden Pressestimmen:
»Ein Buch der Liebe und des Mitleidens. Die Arbeit eines künstlerisch erlebenden Menschen über die großen Dichter unseres Volkes.«
Reclams Universum.
»Es sind durchweg Kunstwerke von einer erstaunlichen Innigkeit der Einfühlung in die Zeiten sowohl, als auch in die grundverschiedensten Charaktere. Die Größe und seelische Wucht der einzelnen Helden wird weder theatralisch aufgeputzt, noch aber auch sentimental verbürgerlicht.«
Die Lese, Stuttgart.
L. Staackmann Verlag, Leipzig
Marx Möller
Die Spieluhr
Gedichte und Spiele (1892-1919)
Einbandzeichnung v. Kurt Möller-Fernau
Geheftet M. 7.50, gebunden M. 9.50
»Marx Möller -- selbst ein ausgezeichneter und mitreißender Sprecher -- hat in seiner »Spieluhr« auf Grund langjähriger Erfahrungen alles zusammengestellt, was sich aus seinen eigenen und den von ihm übertragenen Dichtungen als besonders wirkungsvoll auf den Leser und Hörer erwies. Das Buch umfaßt also nicht nur Gedichte des Heimatlandes und Spiele in mittelalterlicher deutscher Art, sondern bringt auch eine große Auswahl aus malayischen Mythen, aus den Lagerliedern Rudyard Kiplings, aus altjapanischen Spielen und aus schönen Legenden. Der Geschmack des Künstlers hat dafür gesorgt, daß nur das Beste sowohl an gemütreichen als auch humorvollen Dichtungen vertreten ist.«
L. Staackmann Verlag, Leipzig
A. De Nora
Die Rächer
Novelle aus der Revolutionszeit
Einbandzeichnung von Professor Hugo Steiner-Prag
5. Tausend Pappband M. 7.--
»Eines der wild-heißesten Bücher seit langer Zeit. Nur ein kurzer Abriß aus der Zeit der Pariser Schreckensherrschaft, als der gefräßigen Madame Guillotine täglich hunderte von Köpfen des französischen Adels zum Opfer fielen.«
Berliner Tageblatt.
Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigert. Weitere Änderungen sind hier aufgeführt (vorher/nachher):
[S. 87]: ... Wo in dem kosmetischen Gewimmel mochte ... ... Wo in dem kosmischen Gewimmel mochte ...