Meine Lebens-Erinnerungen - Band 3
Part 18
Professor =Wolffhardt= treibt hier den Magnetismus ins Große und hat eine ordentliche Fabrik für seine Patienten, die er alle mit Hülfe desselben curirt. Herr =Muhr= aus Kopenhagen, der sich auch auf diesen Zweig der Wissenschaft legt, führte mich in Wolffhardt's Laboratorium, einen großen, finstern Saal, voll von Herren und Damen, die stumm wie das Grab da saßen und sich selbst magnetisirten. Zwei große magnetische Säulen stehen in jedem Winkel des Saales; von diesen Säulen gehen dünnere Stahlstäbe aus. Nun setzen die Patienten sich in zwei Kreisen um die Hauptsäulen; jeder nimmt seine Stahlstange in die Hand, setzt sie auf die Herzgrube, und fängt nun an so lange darauf zu reiben, bis er in Schlaf fällt. Darauf führt der Professor die Schlummernden auf einige kleine Sophas, die sich an den Wänden hinter grünen Gardinen befinden. Und wenn nun Jeder in seinem Behältniß sitzt, so flüstert er ihnen, wie ein Beichtvater in einem Beichtstuhle, zu, und erhält Antwort. Uebrigens herrscht Todtenstille da, und Keiner spricht mit dem Andern ein Wort. Ich folgte Wolffhardt, und hörte ihn eine Dame Etwas über ihren Zustand fragen. Sie sagte: daß sie noch einige Wochen das Medicament gebrauchen müsse, das sie angefangen habe u. s. w. Es war nicht so amüsant, wie bei Tschöppholz in Wien. Hier waren mir zu Viele, es war nicht so zauberhaft, wie mit jenem einzelnen Clairvoyant; und mochte es nun daher kommen, daß ich mich an diese Vorstellung gewöhnt hatte, oder was es sei -- kurz -- ich hatte genug an dem einen Male und kam nicht öfter, obgleich der Professor so freundlich war, mir freien Zutritt zu erlauben, so oft ich wollte.
* * * * *
[Sidenote: Professor Solger.]
Ich habe einen Abend bei Frau =Reichardt= zugebracht. Ihre Tochter Sophie sang mir einige von den Liedern des Vaters vor und wir träumten uns nach Giebichenstein zurück. Hier traf ich den Professor =Solger=. Ich las ihm meine Romanze »der Walrabe«, die ich kurz vorher ins Deutsche übersetzt hatte, vor. Ich besuchte ihn ein paar Tage darauf mit Tieck. Der Mann interessirte mich als ein geschmackvoller Gelehrter. Seine Uebersetzung des Sophokles hatte ich sehr fleißig studirt und mich dadurch sowohl mit dem Trimeter, wie mit der musikalischen Schönheit des Chors und der effectvollen Anwendung der Anapästen und Spondeen bekannt gemacht. Aber ich merkte wohl, daß Solger nicht viel mehr für mich empfand. Er und Tieck lobten unablässig den verstorbenen Heinrich Kleist als einen großen Dichter, dessen Tod eine empfindliche Lücke in der deutschen Literatur zurückgelassen hätte. Darin war ich auch einig mit ihnen, denn ich achtete selbst dieses Talent sehr hoch. Dagegen konnte ich nicht ihren Enthusiasmus für die Tragödie »der Prinz von Homburg« theilen, die mir zu preußisch ist, als daß sie recht poetisch sein könnte, und in der das Motiv »augenblickliche Feigheit« eines sonst braven Officiers etwas Peinliches und Kleinliches hat. Solger war ein blinder Bewunderer Tieck's und nahm all' dessen Ansichten in seine Philosophie auf. In seinem »Erwin,« den ich etwas später las, fand ich dies bestätigt. Ich ward in diesem Buche in eine Klasse mit Werner und Fouqué gestellt und als ein untergeordneter Dichter betrachtet. Aber daran bin ich bei den norddeutschen Literatoren gewöhnt (in Süddeutschland spricht man in einem andern Tone). Doch habe ich den Trost, daß Solger in seinem Buche mit Verachtung von Jean Paul's Aesthetik, einem Werke, spricht, das leben, beliebt sein und gelesen werden wird, so lange eine deutsche Literatur existirt. Solger ist fast schon vergessen.
* * * * *
Es that mir recht leid, mich so bald wieder von meinem guten Tieck, unleugbar einem der genialsten Dichter Deutschlands, und mit dem ich in so vielen Dingen sympathisire, trennen zu müssen. »Du bist mir zu sentimental,« sagte er einmal zu mir mit freundlichem Lächeln. »»Ich weiß, daß ich Dir das sein muß,«« war meine Antwort. Ich hatte damals nicht Lust weiter zu antworten, sonst hätte ich gesagt: »»Und Du bist mir zu phantastisch.««
Ich erinnerte mich des Gesprächs, das ich einmal mit Werner hatte, als er die Hand auf meine Schulter legte und sagte: »Lieber Freund, Ihr seid mir gar zu gesund,« und ich ihm antwortete: »»Lieber Freund, Ihr seid mir gar zu krank!««
* * * * *
[Sidenote: Schleiermacher.]
Ich war auch in der reformirten Kirche und hörte =Schleiermacher= predigen. Schleiermacher spricht durch den Verstand zum Herzen. Es scheint, als sollte es eine trockene, moralische Abhandlung werden; plötzlich verbinden sich all' die ruhig bewiesenen Sätze wie hohe Blumenstengel zu einem Tempel zur Ehre der Gottheit, in dessen Mitte der Altar der Liebe steht und seine Flamme mit dem Licht der Wahrheit vereinigt. Schleiermacher ist im täglichen Leben freundlich und witzig. Er hat in seinen Gesprächen Etwas von jener schönen sokratischen Ironie, die sich so gut mit dem höchsten Streben vereinigen läßt. Ich nahm im Beichtstuhl von ihm Abschied, wo er mit dem Küster stand, und das Geld zählte, welches im Klingelbeutel eingekommen war.
* * * * *
Mein Reisegefährte, Justizrath Wiedemann, ist ein sehr vernünftiger, einsichtsvoller Mann. Sein Fach ist die Naturgeschichte, und er war nach Berlin unter Anderm gereist, um einige Insecten zu erhalten. Hiervon trug er die besten aus dem Schooß, und es amüsirte mich, in den vielen freien Stunden, wenn der Wagen nicht allzusehr stieß, die schönen, blau und roth geschildeten Roßkäfer, die wunderlichen Hirschkäfer, die Nashörner, kleine coquette Gotteskühchen mit den Pünktchen zu sehen. All' die Armen waren lebendig gespießt, und der Insectenkasten war eigentlich eine große Richtstätte voller Galgen. Indessen saß er doch wie ein liebevoller Vater mit seinen kleinen lebendig gespießten Schooßkindern auf den Händen die ganze Reise hindurch, und wiegte sie, damit sie sich nicht stoßen sollten.
* * * * *
Lübeck, den 18. September.
Das Erste, was ich hier that, war, in der Zeitung mich nach einer Gelegenheit nach Kopenhagen umzusehen. Es gab deren zwei: die eine mit dem =Delphin=, die andere mit dem =Jungen Lars=. Als Poet versuchte ich natürlich zuerst auf den Delphin zu kommen, da ich von Arion her weiß, daß er es mit den Dichtern ehrlich meint. Aber der war erst in drei Wochen segelfertig. Nun mußte ich mich nach dem =Jungen Lars= umsehen; aber Lars hatte nicht mehr Geduld gehabt, in Lübeck zu bleiben, sondern war nach Travemünde hinausgeschwommen, und spähte von dort auf eine günstige Gelegenheit zum Weiterreisen. Nun schickte ich zum Schiffer, Herrn =Mörck=, und er antwortete, ich würde willkommen sein.
* * * * *
[Sidenote: Heimkehr.]
Vorgestern morgen legte das Schiff bei, und ich ließ mich an die Treppe der Zollbude rudern. Es hat etwas viel Anziehenderes, zur See, als zu Lande nach Hause zu kommen. Zu Lande gewöhnt man sich nach und nach an das Vaterland; hier aber kommt es auf einmal. Die kräftigen Flüche der lieben Matrosen klangen mir süßer im Ohre, als Nachtigallengesang; und ich hätte ihnen beinahe Geld gegeben, um noch mehr zu fluchen. Als ich am Wirthshause bei der Zollbude stand, überlegte ich, ob ich gleich nach Hause eilen sollte, wie ich war, oder ob es besser sei, erst einen Boten vorauszusenden. Dies schien mir zuletzt doch dass Beste zu sein. Ich schickte also Jemand fort, ließ mich rasiren und kleidete mich um. Welch wunderbares Gefühl, hier in einem fremden Wirthshause, in einem fremden Zimmer zu stehen, was ich so oft gethan; aber jetzt nun zum letzten Male, und so nahe meinem eigenen Heerde. Der Bote kam zurück, berichtete mir von der Freude der Geliebten, und nun eilte ich heim.
Wie soll ich mein Entzücken beschreiben, als ich sie Alle weinend und schluchzend mir Kußhände durchs Fenster zuwerfen sah. Sie kamen mir auf der Treppe entgegen! Alle drei Kinder waren ein gutes Stück gewachsen, und hatten wegen des Vaters Rückkehr neue Kleider an. William erkannte mich gleich an meinem Portrait, das er in meiner Abwesenheit so oft betrachtet hatte; ihm war vor dem halbfremden Vater gar nicht bange, sondern er klammerte sich neugierig und vertrauensvoll und freundlich an mich an. Lotte stand sprachlos und weinte und küßte meine Hände; der kleine Johannes starrte zu seinem Vater schweigend mit schweren Thränen in den ernsten Augen empor. Meine treue Christiane wußte nicht, wo sie vor Freude hin sollte. Seligere Augenblicke giebt es auf Erden nicht; sie sind eben so süß und belebend, wie der Abschied schmerzlich ist.
=Ende des dritten Bandes.=
Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig.
* * * * *
Verlag von Carl B. Lorck.
=Literarische Neuigkeiten.=
Ostern bis Michaelis 1850.
Alle unten angezeigten Werke sind in allen Buchhandlungen Deutschlands und des Auslandes entweder vorräthig oder können zu den beigesetzten Preisen bezogen werden.
Oersted, Hans Christian, Der Geist in der Natur. Deutsch von Prof. Dr. K. L. Kannegießer. Nebst einer biographischen Skizze von P. L. Möller und mit dem Portrait des Verfassers in Stahl gestochen von Weger. Preis 1 Thlr. 10 Rgr.
Oersted, Hans Christian, Die Naturwissenschaft und die Geistesbildung. Auch u. d. T.: Der Geist in der Natur. II. Deutsch von Prof. Dr. K. L. Kannegießer. 1 Thlr. 5 Rgr.
Oersted, Hans Christian, Die Naturwissenschaft in ihrem Verhältniß zur Dichtkunst und Religion. Ein Supplement zu: Der Geist in der Natur. Deutsch von Prof. Dr. K. L. Kannegießer, mit einem Vorworte von P. L. Möller. Preis 15 Rgr.
Seit Humboldt's »Kosmos« dürfte kein Werk mit ähnlichem Beifall aufgenommen worden sein, wie diese Schriften des berühmten Physikers, die in leicht verständlicher Sprache abgefaßt, für das ganze gebildete Publikum berechnet sind. Die Blätter für literarische Unterhaltung sagen: »In anspruchsloser gemüthlicher Sprache durchwandert dieses Buch die fruchtbarsten Gefilde der gesammten Naturkunde und bestellt bald hier bald dort den Boden mit der geistigen Frucht scharfsinnigen Denkens. Der Leser folgt ihm überall mit dem lebhaftesten Interesse, und kehrt gewiß nie anders heim als mit den dankbarsten Gefühlen eines reichen Erntesegens. Das Werk wird viel gelesen werden, weil es ohne Ausnahme für alle Leser einen reichen Stoff zum Denken giebt. Es wird für die Sachverständigen und Freunde der Naturwissenschaften mit triumphirender Freude begrüßt werden; denn es bietet Das, was Jeder längst als wahr erkannt hat, daß nämlich ein verständiger und weiser Umgang mit der Natur den Menschen bessere, erhebe, und ihn allmälig emporführe zu den höchsten Stufen geistiger Bildung. Darum werden sie ohne Ausnahme Alle wünschen, daß diese durchaus populair gehaltene Schrift gerade in die Hände der bisherigen heimlichen Feinde der Naturwissenschaften kommen möge, damit sie in diesem klaren Spiegel der reinsten und edelsten Naturanschauung die häßliche Unnatur Ihres versteckten Strebens zur Erkenntniß bringen, und den Vorsatz zur Besserung fassen können. Die liebevolle Milde, das freundliche Dulden aller Einreden und selbst Vorwürfe, womit das Buch jeden Schritt vorwärts thut, die hülfereiche Rücksicht mit der es sich auf naturwissenschaftlich schwachgebildete Leser bezieht, und sich zu ihnen herabläßt ohne die Reifern dadurch gerade zu langweilen, dies Alles ist es was das Buch zu einer Lieblingslectüre eines sehr großen Kreises von Denkern aller Grade und Richtungen stempeln wird. Es interessirt den gebildeten Mann wie die geistreiche Frau; es erhebt und kräftigt das Denken und Wollen des edeln Jünglings ebenso mächtig wie es den geistigen Blick der feinfühlenden Jungfrau klärt und stark macht zum Eindringen in die Ehrfurcht einflößenden Tiefen des Schöpfers aller Welten und aller Natur auf Erden und im Himmel. Ja, das Werk zeigt mit der Fülle eines hochbegabten, vielgeübten Geistes das Ewigbleibende, den Geist in der Natur.«
»Eine kurze, aber in jeder Hinsicht würdig gehaltene Biographie des Verfassers bildet den Eingang des Werks. Sie ist aus der Feder P. L. Möller's, eines jetzt in Berlin wohnenden dänischen Gelehrten geflossen, und zeigt überall eine tiefgefühlte Hochachtung vor dem großen Manne, ohne das Lob bis zu der excentrischen Höhe zu steigern wo es leicht umschlagen und misfallen kann. Die ganze Art der Auffassung der Lebensmomente des großen Mannes ist nobel und ruht überall auf dem sichersten Grunde der reinsten Wahrheit.«
»Dem Herrn Kannegießer müssen wir schließlich noch ein warmes anerkennendes Wort des Dankes aussprechen für die Sorgfalt womit derselbe ein so ausgezeichnetes Werk auch ausgezeichnet auf unsern deutschen Grund und Boden verpflanzt hat. Daß das Buch mehr wie eine bloße Uebersetzung sei, fühlt jeder aufmerksame Leser.«
Wir begnügen uns =dieses= Urtheil anzuführen, bemerken aber, daß =alle= kritischen Organe sich =einmüthig= in derselben Weise ausgesprochen haben.
$[Handsymbol] Die obenerwähnten drei Werke Oersted's, welche zusammen ein Ganzes bilden, sind auch elegant in zwei Bände gebunden zu haben; Preis des Einbandes 20 Rgr., und eignen sich diese Werke so ganz vorzüglich zu Festgeschenken.$
Oehlenschläger, Adam, Meine Lebens-Erinnerungen. Ein Nachlaß des Dichters. Deutsche Originalausgabe. Mit dem Portrait des Verfassers nach Gertner, in Stahl gestochen von Weger. 4 Bände. 6. Thlr. 20 Rgr. Elegant geb. für den Einband 1 Thlr. 10 Rgr.
Als Schlußstein seiner literarischen Wirksamkeit beabsichtigte Oehlenschläger seine Erinnerungen erscheinen zu lassen. Das Manuscript war zur Herausgabe geordnet, es sollte jedoch dem Dichter nicht beschieden sein, diese selbst zu leiten, indem der Tod seine schöne und reiche Wirksamkeit im verflossenen Januar endigte. Oehlenschläger's Leben war nicht eine Kette abenteuerlicher Begebenheiten, es floß, wie das des deutschen »Dichterfürsten« ruhig und heiter hin, aber Wenige hatten, wie »der nordische Dichterfürst« Gelegenheit tiefere Einblicke in die literarischen Verhältnisse seiner Zeit zu thun; Wenigen war es vergönnt, in eine so enge Beziehung, zu beinahe allen Koryphäen der Literatur, der Kunst und der Bühne zu treten. Hierdurch gewinnen seine Erinnerungen ein großes Interesse und sie werden stets einen bedeutenden Platz in der Memoiren-Literatur Deutschlands einnehmen.
Kopenhagen und seine Umgebungen. Ein Handbuch für Reisende nach Dänemark. Mit einer =Ansicht von Kopenhagen= in Stahl gestochen, einer =Karte der Stadt= und des =nordöstlichen Seelands= und einem =Plane von Thorwaldsen's Museum=. Eleg. geb. 1 Thlr. 15 Rgr.
Es ist dieses Werk mit der größten Sorgfalt und mit besonderer Rücksicht auf die Bedürfnisse des deutschen Reisenden abgefaßt. Außer einer genauen Beschreibung der Stadt und deren Sehenswürdigkeiten, der Umgebungen, einem Ausfluge durch das nördliche Seeland und das südliche Schoonen enthält das Werk noch einen gedrängten Abriß der Geschichte, der Statistik, der Staatsverfassung und der Literaturgeschichte Dänemarks, viele Nachweisungen, Verzeichnisse, allgemeine Bemerkungen &c. &c.
Burckhardt, Eduard, Allgemeine Geschichte der Jahre 1840-46. Preis 1 Thlr. 20 Rgr. Gebunden 2 Thlr. Elegant geb. für den Einband 10 Rgr.
A. u. d. T.: Allgemeine Geschichte der neuesten Zeit. 5. Band.
Burckhardt, Eduard, Allgemeine Geschichte der Jahre 1815-40. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Zweite unveränderte Ausgabe. 4 Bände. 5 Thlr. 10 Rgr. Elegant gebunden für den Einband 1 Thlr. 10 Rgr.
A. u. d. T.: Allgemeine Geschichte der neuesten Zeit. 1-4. Band.
$[Handsymbol] Die Geschichte der Jahre 1847-1850 (der allgemeinen Geschichte 6. und 7. Band) wird binnen Kurzem erscheinen.$
Der erste Band schildert die Ereignisse von der Stiftung der heiligen Allianz bis zum Congresse von Laibach.
Der zweite Band begreift den Zeitraum vom Ausbruch der griechischen Revolution bis zum Tode Alexander's I.
Der dritte Band beginnt mit der Thronbesteigung Karl's X. und schließt mit der Beendigung der griechischen Revolution.
Der vierte Band endlich erzählt die Begebenheiten von der Julirevolution bis zum Tode Friedrich Wilhelm's III.
Unter den vielen in neuester Zelt erschienenen Geschichtswerken dürfte wohl keines dem denkenden Leser willkommener sein, als eine treue unparteiische Darstellung der Zeitereignisse, welche vor unsern eigenen Augen vorübergegangen, und an denen wir alle mehr oder minder, wenn auch nur geistigen Antheil genommen haben. Welch eine Reihe großartiger Ereignisse hat sich nicht seit der Stiftung des sogenannten heiligen Bundes, bis in die jüngsten Tage begeben? Und wer wäre wohl geistig theilnahmlos geblieben in dem großen Kampfe zwischen Liberalismus und Antiliberalismus, der allgemeinste und Grundcharakter der neuesten Zeit besteht! »Die fortschreitende Entwickelung und Ausführung des Systems der heiligen Allianz, die Einwirkung desselben auf alle äußern und innern Verhältnisse der Nationen, auf alle Interessen und auf alle Schicksale des Welttheils, ja der ganzen civilisirten Welt, bilden den weitaus vorherrschenden Character der neuesten Geschichte.« Und diese Zeit in ihren großartigen sowohl als verwerflichen Erscheinungen zu characterisiren, jenen Kampf zu beschreiben mit seinen Niederlagen und Siegen, dieß war der Zweck des Verfassers bei dem vorgenannten Werke; in wie weit er seinen Zweck erreicht hat, darüber mag am besten die Verbreitung der ersten Abtheilung des Werkes in drei starken Auflagen und die Einmüthigkeit, womit eine ehrenhafte Kritik es als gutes und tüchtiges Werk begrüßt hat, sprechen.
Historische Hausbibliothek. Herausgegeben von Prof. Dr. Friedrich Bülau. 13-17. Band.
Enthält:
Haltaus, Carl, Geschichte des Kaisers Maximilian des Ersten. Mit dem Portrait Maximilian's in Stahl gestochen nach Albrecht Dürer. 1 Thlr. Eleg. geb. für den Einband 10 Rgr.
A. u. d. T.: Historische Hausbibliothek. 13. Band.
Guizot, Franz, Geschichte der englischen Revolution bis zum Tode Karl's des Ersten. Mit dem Portrait Karls. 1 Thlr. Eleg. geb. für den Einband 10 Rgr.
A. u. d. T.: Historische Hausbibliothek. 14. Band.
Nordstein, F. A., Geschichte der Wiener Revolution. Mit dem Portrait des Erzherzogs Johann in Stahl gestochen. Preis 1 Thlr. Eleg. geb. für den Einband 10 Rgr.
A. u. d. T.: Historische Hausbibliothek. 15. Band.
Irving, Washington, Das Leben Mohammeds. Mit dem Portrait Mohammed's in Stahl gestochen. Preis 1 Thlr. Eleg. geb. für den Einband 10 Rgr.
A. u. d. T.: Historische Hausbibliothek. 16. Band.
Schröder, Joh. Friedr., Geschichte Karls des Großen. Mit dem Portrait Karls nach Albrecht Dürer. 1 Thlr. Eleg. geb. für den Einband 10 Rgr.
A. u. d. T.: historische Hausbibliothek. 17. Band.
Früher erschien: 1. Kugler, Friedrich der Große. 2. Conscience, Belgien. 3. Laurent, Napoleon. 4. Groß-Hoffinger, Joseph II. 5. Groß-Hoffinger, Karl von Oesterreich. 6. Gravière, Nelson. 7. Pelz (Welp), Peter der Große. 8. Bonnechose, Huß. 9. Mignet, Revolution. 10. Williards, Nordamerika. 11. Allen, Dänemark. 12. Lamartine, Februar-Revolution. Preis eines jeden Bandes 1 Thlr.
$Subscriptionsbedingungen.$ =Jeder Band= von circa 25 enggedruckten Bogen mit einem Stahlstich bildet ein =abgeschlossenes Werk= und ist einzeln zu haben für den Preis von nur 1 Thlr.
Es findet durchaus $kein Abnahmezwang$ statt, so daß Jeder nach seinem Bedürfnisse oder seiner Neigung sich eine =gewählte= Bibliothek zusammenstellen kann, weßhalb auch jeder Band mit einem =Doppeltitel= versehen ist.
Alle Bände sind auch in $gleichförmigen$ =geschmackvollen englischen Einbänden= zu haben, so daß diese, selbst zu =verschiedenen Zeiten= bestellt, doch =genau aneinander passen=; sie dürften sich so ganz besonders als =Geschenk= und =Prämienbücher= eignen. Der Preis des Einbandes ist 10 Rgr.
[Handsymbol] Ausführliche Prospecte sind in allen Buchhandlungen zu haben.
Thiers, Adolf, Geschichte des Consulats und des Kaiserreichs. Aus dem Französischen von Dr. Eduard Burckhardt. Illustrirte Prachtausgabe. 73-82. Lieferung à 4 Rgr.
Die 10 Bände des Originals werden in circa 90 Lieferungen erscheinen.
Andersen, H. C., Gesammelte Märchen. Miniatur-Ausgabe. Elegant gebunden, mit Goldschnitt. Preis 1 Thlr. 20 Rgr.
Andersen, H. C., Gesammelte Märchen. Dritte, vollständige, vom Verfasser selbst besorgte Ausgabe. Preis 1 Thlr. Elegant gebunden 1 Thlr. 10 Rgr.
Andersen, H. C., Bilderbuch ohne Bilder. Miniatur-Ausgabe. Elegant gebunden, mit Goldschnitt. Preis 25 Rgr.
Andersen's Märchen und Bilderbuch ohne Bilder sind bereits ihrem Inhalte und innerem Werthe nach zu bekannt, als daß wir über diesen noch hier zu reden nöthig hätten. Es sei uns gestattet, in Betreff der vorliegenden Ausgaben darauf aufmerksam zu machen, daß die erstere sich neben guter Ausstattung durch die höchste Wohlfeilheit auszeichnet. Die zwei letzteren in Format und Ausstattung sich genau an die bekannten Cotta'schen Miniatur-Ausgaben so wie an die in meinem Verlag erschienene Henrik Hertz König René's Tochter anschließend, eignen sich ganz besonders zu Geschenken.
Niederländische Bibliothek. Eine Sammlung der vorzüglichsten belletristischen Werke holländischer und vlämischer Schriftsteller. In Bänden à 10 Rgr.
Erschienen sind 1-6. Bd.: Conscience, Jakob von Artevelde. 7. Bd.: Conscience, Der Rekrut. 8-11. Band: van Schaik, Dorfgeschichten. 12. Band: Conscience, Baas Gansendonck.
Conscience, Hendrik, Jakob von Artevelde. Historischer Roman. Aus dem Vlämischen unter Mitwirkung des Verfassers von O. L. B. Wolff. Mit einer biographischen Skizze und Portrait des Verfassers. 6 Bände. 2 Thlr.
A. u. d. T.: $Niederländische Bibliothek.$ 1-6. Band.