Meinauer Naturlehre

Chapter 1

Chapter 12,773 wordsPublic domain

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[oe] [-e] [)o] usw.: Vokale mit lang- bzw. kurz-zeichen

Im Haupttext (die Naturlehre) bedeutet das Zeichen ß nicht -ss- sondern »geschwänztes z«. Das »eszet« ist sonst nicht gebraucht.

Rechtschreibung, Zeichensetzung und Großschreibung sind ungeändert. Bildbeschreibungen stehen am Ende des Textes, hinter die Anmerkungen.]

BIBLIOTHEK

des

LITERARISCHEN VEREINS

In Stuttgart.

XXII.

STUTTGART. Gedruckt auf Kosten des Literarischen Vereins. 1851.

_LITERARISCHER VEREIN_

in

STUTTGART

_Gegründet 1839_.

Protector:

SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG VON WÜRTTEMBERG.

* * *

_Präsident_: Dr _Keller_, professor in Tübingen.

_Secretär_: Dr _Holland_, privatdocent in Tübingen.

_Kassier_: _Huzel_, reallehrer in Tübingen.

_Ausschuss für das jahr 1851_:

Gr. freiherr _Cotta_ v. _Cottendorf_, k. baier, kämmerer in Stuttgart. Dr _Fallati_, professor in Tübingen. Hofrath dr _Grimm_, akademiker in Berlin. Dr E. v. _Kausler_, archivrath in Stuttgart. Dr _Klüpfel_, bibliothekar in Tübingen. F. v. _Lehr_, director der k. privatbibliothek in Stuttgart. Dr _Menzel_ in Stuttgart. Dr _Michelant_, professor in Rennes. Dr _Schmeller_, professor in München. Oberstudienrath dr C. v. _Stälin_, oberbibliothekar in Stuttgart. Dr _Wackernagel_, professor in Basel. Dr G. v. _Wächter_, kanzler in Tübingen.

_Agent_: _Fues_, sortimentsbuchhändler in Tübingen.

MEINAUER NATURLEHRE

Herausgegeben

von

WILHELM WACKERNAGEL.

STUTTGART. _Gedruckt Auf Kosten Des Literarischen Vereins._ 1851.

_Tübingen_, gedruckt bei Ludwig Friedrich Fues.

Vorwort.

Das altdeutsche Prosawerkchen, das auf den nachfolgenden Blättern veröffentlicht wird, steht in der Basler Pergamenthandschrift B. VIII. 27[1] zwischen Hugos von Langenstein Marter der heil. Martina und Schondochs Litthauer; es ist mit dem ersteren dieser Gedichte von demselben Lohnschreiber des vierzehnten Jahrhunderts, einem Konrad von S. Gallen,[2] sauber und zierlich aufgesetzt worden. Eine zweite Handschrift, die es enthielte, ist zur Zeit noch unbekannt. Einzelne Stücke daraus sind bereits an anderem Ort erschienen;[3] der vollständige Abdruck, welcher hier nun vorliegt, wird sich durch den bedeutenden Werth rechtfertigen, den dieses Buch für die Litteraturgeschichte und namentlich für die Geschichte der Naturwissenschaft besitzt.

Es fehlt unsrer alten Litteratur nicht an anderen ganz deutsch oder deutsch und lateinisch verfassten Prosaschriften aus eben diesem Gebiet. Aber die übrigen geh[oe]ren entweder lediglich der Arzneikunde an, und sind dann eine kaum zusammengehaltene Reihe von Recepten, wie die mit dem Namen des Hippocrates aufgeschmückten in Zürich,[4] Basel[5] und Leipzig[6] und selbst jene grosse Krankheits- und Heilmittellehre, deren Handschriften in Breslau und München liegen;[7] oder sie verbinden, wie Konrad von Megenberg,[8] die Medicin mit der gesammten Naturgeschichte, oder weben endlich, wie das älteste Buch dieser ganzen Reihe, der Lucidarius,[9] Weltbeschreibung, Weltgeschichte und Theologie in einander. Den praktischen Bezug auf die Gesundheitspflege hat auch unsre Schrift: sie behandelt in solcher Art gleich zu Anfang die vier Temperamente. Die Hauptsache jedoch, während Thier- und Pflanzenkunde u. s. f. gänzlich bei Seite bleiben, ist ihr die Astronomie, die Lehre von der Gestalt der Erde, der Bewegung der Himmelskörper, der Berechnung und Benennung der Zeiten nach Sonnen- und Mondenlauf und dem Lauf der übrigen Gestirne. Und hier tritt uns, anziehend genug und überraschend, eine Kenntniss entgegen, wie sie dem Mittelalter nicht allgemein geläufig, wie sie der Kirche nicht immer genehm, ja von derselben mehrfach verp[oe]nt war. Der Verfasser weiss nicht bloss, woher Sonnen- und Mondfinsterniss rühren (297c, ff.): er weiss auch, dass die Erde eine Kugel (293a.)[10] und der Fall eine Bewegung nach deren Mittelpunkte sei (294c.).[11] Kurz, er hat von diesen Dingen diejenige Kenntniss, bis zu der schon das griechisch-r[oe]mische Alterthum durch Eratosthenes und Ptolemæus gelangt war. Nur erscheint die Ueberlieferung davon in der Weise des Mittelalters trüb und verwirrt: Romulus z. B. und Numa Pompilius, die er auf Anlass der Römischen Jahres- und Monatrechnung zu nennen hat, sind ihm zu _meistern_, das heisst hier zu Astronomen, und aus _Pompilius_ ist noch _Pompeius_ geworden (296a. b. 301d. ff.). Ich vermuthe, dass er diesen antiken und überhaupt den ganzen Stoff seines Buches durch Vermittelung der Aerzte und Naturgelehrten zu Montpellier empfangen habe. Dahin deutet nebst der Erwähnung eines namhaften Astronomen der in Spanien benachbarten Araber, des Alfraganus (293a.) d. i. des Mohammed ben Ketir von Ferganah,[12] der diætetische Abschnitt Bl. 297a. ff. Denn eben diese Regeln über Essen und Trinken, Schlafen und Baden finden sich, theilweis mit beinahe wörtlicher Uebereinstimmung, auch in einer Sammlung medicinischer Schriften wieder, die, jetzt der Bibliothek zu Basel angeh[oe]rig, ihren Ursprung in Montpellier genommen hat.[13] Sie lauten daselbst auf Provenzalisch also:

_Om quan ce leua de dormir deu anar petit epla esos membres estendre eson cap penchenar. car lestendilar aferma locors el penchenar enfa issir lo fum que pueia el cap lanueg_

_In en estiu deu hom som cors lauar am baynga freia car estrenh lo fum delcor edona talent demaniar E deu se hom uestir de blancas camizas ede bels uestimens car lo coragge dome sen alegra. epueis bregue las dens elas gingiuas am bonas especias. epueis onhgua lo cors am debos enguens car lo cors sen es gauis perlas bonas odors. E pueis mania debos lectuaris confortatius et aias una liura daloe car aisso mou lacalor naturalh edezembarga lacalor del pania edestiu lauentozitat pueis an sen estar edeportar ab sos priuatz per es gauzir son cors. E quant uolra maiar[14] osopar. caualgue. i. pauc que mais ne maniara_

Wo aber und von wem ist unser deutsches Buch verfasst worden? Es wäre gewagt zu behaupten, so nahe gelegt auch die Behauptung ist, dass Hugo von Langenstein, der die heil. Martina gedichtet, auch dieses in der Handschrift gleich auf die Martina folgende Werk zuerst geschrieben habe. Denn Hugo, der in seinen Versen so geschmacklos und der Sprache nur wenig Meister ist,[15] konnte die Prosa schwerlich mit so leichter Einfachheit handhaben; die zu solchem Werk erforderliche Gelehrsamkeit hätte ihm vielleicht nicht gefehlt.[16] Aber ein Zeitgenosse wird es gewesen sein (die Martina ist von 1293)[17] und ein Ordensbruder Hugos, ein Deutschritter, und auch in dem Ordenshause auf der Meinau angesessen, welches Hugo stiften helfen und in welchem er selbst vielleicht als Commenthur sein Leben beschlossen hat.[18] Die Handschrift ist sichtlich zuerst im Besitze Deutscher Ritter gewesen und für solche gefertigt worden: ein Glied des Ordens hat die Martina gedichtet, und die später erst beigefügten Reime Schondochs von dem heidnischen König in Litthauen behandeln eine Ordenssage. Jene Diætetik sodann setzt ein vornehm bequemes Herrenleben voraus, wie es solch einem Orden vergönnt war; wirklich hat auch sie die Grundlage oder wenigstens doch Beitræge hergegeben zu æhnlichen Anweisungen, die spæterhin für den Hochmeister in Preussen von einem berühmten Arzte niedergeschrieben wurden.[19] Und wenn endlich Bl. 298b. der Eurus _niderwint_, der Auster _waßßirwint_, der Zephyrus _waltwint_ heisst, so sind das Benennungen, die gerade auf der Meinau, in der nördlichen Bucht des Bodensees, am füglichsten Platze waren: denn da ist östlich niederes ebneres Land, westlich der Schwarzwald, südlich das grosse Schwabenmeer. Deshalb ist der Titel »Meinauer Naturlehre« schon früher gewæhlt[20] und auch diessmal festgehalten worden.

Die ursprüngliche Aufsetzung jedoch haben wir in der Basler Handschrift so wenig von diesem Prosabüchlein als von der Martina. Beide enthalten mancherlei Fehler, die auf eine nicht ganz leserlich gefertigte oder stellenweis verwischte Urschrift zurückdeuten, und der Abschreiber erweist sich oft gedankenlos und überall unkundig. Ich habe mich bemüht die so entstandenen Fehler zu beseitigen; die Anmerkungen verzeichnen bei jeder Besserung die handschriftliche Lesart. Nur wo es lateinische und griechische Worte betrifft, habe ich lieber nicht geändert, da in solchen schon die Urschrift irren mochte. In der Bearbeitung des Textes noch weiter zugehn und so, wie es die Herausgeber altdeutscher Schriften lieben, die Sprache ebenmæssiger zu machen, als sie im Munde des Schreibers und wohl auch des Verfassers selber war, schien unerlaubt. Es sind demnach mehrerlei Formen derselben Worte, mehrerlei Schreibungen desselben Lautes gern und geflissentlich geduldet, und nur in einigen unwesentlichen Stücken ist um das Geschäft des Lesers zu erleichtern die strenge Buchstæblichkeit verlassen worden: die Abkürzungen sind aufgelöst, die vocalischen _v_ gegen _u_, die consonantischen _u_ gegen _v_ vertauscht; Präpositionen, wo sie mit ihren Substantiven in eins geschrieben waren, davon getrennt; umgekehrt Zusammensetzungen, wo ihre Bestandteile getrennt waren, in eins geschrieben; und endlich anstatt der blossen Punkte noch andere Satzzeichen, aber mit m[oe]glichster Einfachheit des Verfahrens, eingefügt.

_Basel_, im August 1850.

+Wilhelm Wackernagel.+

[Anmerkungen:

1. Ausführliche Beschreibung derselben in den Altd. Handschriften der Basler Univ. Bibliothek S. 39 ff. 2. Am Schluss der Martina, Bl. 292d: _Der dis buoch geschriben hat Der heizit von sant Gallen Cvonrat._ Als Lohnschreiber bezeichnet er sich durch den Schlussvers der Naturlehre, 304b: _Finis adest operis mercedem pasco_ (d. i. _posco_) _laboris_. 3. Altd. Lesebuch Sp. 767-774. 4. Graffs Diutiska 2, 269. 5. Haupts und Hoffmanns Altd. Blätter 2, 133. 6. Aufsess Anzeiger f. Kunde des deutschen Mittelalters 2, 242. 7. Hoffmanns Fundgruben 1, 317. Schmellers Bair. Wörterb. 3, 678. 8. Büschings wöchentl. Nachr. 2, 273 ff. 293 ff. 9. Aufsess und Mones Anzeiger 3, 311. Altd. Blätter 2, 5. 10. Vgl. Haupts Zeitschr. f. Deutsches Alterthum 6, 145. 11. _Wie swærer last sich neiget zer erden zenter_: der Kanzler in vdHagens Minnesingern 2, 390b. 12. Schnurrers Biblioth. Arab. 462 ff. 13. Handschr. D. II. 11; vgl. Haupts Zeitschr. 5, 16. 14. lies _maniar_ 15. Altd. Handschr. d. Basler Univ. Bibl. 46. 16. Ein Abschnitt der Martina (_von der menschlichen bl[oe]de_ 114d.-137b.) ist nach Pabst Innocenz III. Schrift _de miseria conditionis humanæ_ gearbeitet. 17. _Als man mit warheit spurte Do waz nach gottes geburte Diz buoch gemachet daz ist war Do man zalte tusent iar vnde dar zvo zwei hundert mit warheit vs gesundert. Driv vnde nvnzic darzvo_ 292c. 18. Im Jahr 1287 war er Commenthur zu Sumiswald (im Canton Bern); 1298 lebte er noch zu Freiburg im Breisgau; Commenthur auf der Meinau ward er nach Lassbergs Vermuthung 1319: Altd. Handschr. d. Basl. Univ. Bibl. 40. Haupts Zeitschr. 7, 169. 19. Auszüge aus diesem »Regiment des Lebens« in Raumers Hist. Taschenbuch 1, 189 ff. 20. Altd. Lesebuch 767.]

* * * * * * * * *

Deß menschin lip ist gemachet uß vier elementen[1]. da von so wil ich dir sagen welhes siu sint. Daß erste ist diu erde. diu ist kugeleht. daß mac man kiesin da bi. wan so der mane verleschit, daß schinet uns an der ersten stunde der naht. aber die da sint in oriente, die sehint des manen gebresten umbe die dritten stunde der naht. daß ist darumbe. wan eß ist in e naht dan uns. daß en mohte niemer gesehen, enwere daß[2] ertriche niht kugeleht unde enmitten hoch. da von so gat in diu sunne e uf danne uns. wonde si danne also gar michel ist, da von schinet si sleht unde breit. unde daß mer hat dise welt in driu also geteilit: [Bild 1] Daß minste heißit Europa, Daß ander affrica, Daß dritte asya. Von dem ertriche sprichet ein phylosophus, alfraganus »Den minsten sternen den der mensche mac gesehin, der ist großir (293b.) danne daß ertriche alle sament, unde ein Sterne ist als ein punctel gein dem himel.« Nu merke wie groß der himel si gein dem ertriche. Diu erde ist der andern elemente reinate unde ein drussene. Unde diu erde ist von ir nature durre unde kalt. also der naturen sint och ein teil liute. den sprechint die arzate[3] Melancolici. die artent nach der erden, unde sint sorghaft, gerne truric, gitic unde habende, ungetruwe, zahe[4] unde swarzir varwe. Nu hest du ein element. daß ist diu erde.

Daß ander element ist daß wasser, unde ist och cugeleht umbe daß ertriche. als in eime eige daß luter umbe den duttern gat, also umbegat daß wasser die erde. nuwen daß uns got den luft hie lat, daß wir genesen, eß solte anders alles hie waßßir sin. unde ist och daß waßßir kalt unde fiuhte. der[5] naturen sint och die liute, den die meister sprechint sanguinei. die ar-(293c.)tent nach dem waßßir, unde sint gebinde, minnende, frolich, lachende, unde rotenthafter varwen, unde singent, unde feißet sint si, geturstic unde guotmuotic. Nu hestu daß ander element, daß wasser.

Daß dritte element daß ist der luft. der beslußit in sich die ersten zwei, unde ist warm unde fiuhte. darnach artent die, den die arzate sprechint fleumatici, unde sint an slafenne gerne drage, unde mugent vil speichlotun haben, unde hant herten sin, veißt, unde wis sint siu gerne. Nu hestu daß dritte element. daß ist der luft.

Daß vierde ist daß[6] fiur, unde ist durre unde warm, unde umbegat die andern alle. der nach artent die lute, die da heißint colorici. die sint los, drugenhaft, zornic, gebinde unde geturstic, ruh, cranc, durre, unde bleicher varwen. dise vier element gent dem libe fuorunge. daß sint die erde, waßßir, luft unde fiur. (293d.)

Darnach[7] ob disen elementen gat ein gar luter gegni an, der sibin[8] sternen, die da heißint planeten. die gant anders danne ander sternen, daß man[9] sprichit, si sin die ierrenden sternen. E danne ich dir von disen siben sternen sage, so wil ich von den[10] obresten sagen, daß du eß deste baß merkest. ob disen siben sternen, von den ich dir sagende wirde, sint alle sternen, unde alle sternen an dise siben heißent die steten sternen oder die gesteten, wonde si gestetent sint in die witen, die da heißit daß firmamentum[11], daß siu gelich balde gant mit dem firmamentum allumbe die elementa. Von dem lande gant si her uber, da die sunne uf gat, hine da diu sunne under gat, under die erde hine. von disen steten sternen en wil ich nihtesniht sagen iegnote, nuwan daß dise sternen unde ir firmamentum also balde (294a.) umbe gant, daß siu soltent mit in[12] umbe ciehin die vier elementen, also gehes, daß nihtes niht en solte noch en mohte begruonen oder bekumen. da von so het si got beschaffen, dise[13] siben sternen, daß die[14] fuoren sulent die welt unde den obresten sternen widerstan sulent. Daß firmamentum gat umbe von orient vil swinde zuo dem occident. aber da wider her dan gant die planeten von occident zuo orient. Spreche danne ieman »ich en weiß waß du seist. ich weiß wol, die sternen gant alle zuo orient uf unde ze occident under,« deß antwurte ich also. die steten sternen[15] gant von dem oriente zuo dem occidente naturliche. den ganc hant si. aber die planete hant zwene genge. einen betwungenlichen hant si mit dem firmamente von oriente, unde der ganc nimet obern hant.[16] der ander ganc ist der (294b.) naturlich ganc den die planeten hant von occidente wider daß firmamente. der ganc ist so verdruckit, daß er kume[17] schinet. wonde aber nieman mich lihte noch niht verstat, so wil ich ein bizeichen setzin. nim ein wurmel unde setze daß umbe ein umbe gendes rat, daß eß crieche wider deß rades lof. so gat daß wurmel für sich, unde wirfet daß rat umbe diß wurmelin hin wider vil menic werbe, e dan eß gecrieche wider an daß zeichen[18] da eß an huob. also wirfet daß firmamentum die planeten von oriente zuo dem occidente aller tegelich umbe. der wider strebint die planete, unde sument sich, daß siu niht also schiere under gant also die steten sternen. daß ander bizeichen ist. die meister sprechint, unde ist och war: so diu creature ie liehter ist, so dringet eß ie me hin uf, alse diu flamme. daß abir ie swerer ist, daß duget so eß meist mac zuo (294c.) dem centrum, daß ist zuo dem allir mittelsten puncten, der en mitten in dem ertriche[19] stat. der heißit daß centrum, also der puncte der en mitten in eime umbecreise ist, der heißit och der centrum, als du kiesen[20] maht an dirre figuren: [Bild 2] nemest du denne einen stein, unde wurfest in hohe uf, so heter zwene genge, einen hin uf betwungenlichen, unde sinket doch naturlichen, daß er drætecliche stiget. so er danne den betwungenlichen ganc verlat, so vellet er swinde. also hant och die planeten zwene genge. der erste planete heißit Saturnus, der ander Jupiter, darnach Mars, unde danne die sunne, unde venus, Mercurius unde der Mane. Jupiter unde venus sint geluckehaft, Saturnus unde Mars ubil. aber die sunne unde der mane unde mercurius sint etwenne guot, etwenne ubil. Saturnus ist kalt unde durre, Jupiter heiß unde fiuhte, Mars unde (294d.) die sunne heiß unde durre, der mane unde venus fiuhte unde calt. Mercurius het mittelmæsige nature. unde het ie einer witern ganc danne der ander. daß mahtu[21] allis kiesen ander figuren die hie nach gat.[22]

[Bild 3: Dise figura betiutet die welt wenne die elementen und die himmele die hie getecket sint daz heizet ah die welt. Der mazse iutet hundert iur und heizzet ouch diu welt. Primus motus oder primum mobile deist er himel der oberest der da umbe gat. / daz firmamentum / Saturnus / Jupiter / Mars / Sol / Venus / Mercurius / der mane / daz fiur / der luft / daz wassir / die erde]