Märchen und Erzählungen für Anfänger. Erster Teil

Part 6

Chapter 63,603 wordsPublic domain

Sie tanzten so unermüdlich von Mittag an, bis es beinahe Zeit zum Sonnenuntergang war. Da hielt das Mädchen plötzlich inne, und jetzt dachte Betty wieder zum erstenmal an ihren ungesponnenen Flachs und weinte bitterlich.

»Weinen Sie nicht, mein Kind,« rief das schöne Mädchen. »Ich will das schon besorgen.«

Sie nahm die Spindel und spann so blitzschnell, daß aller Flachs gesponnen war, als die Sonne am Horizonte hinunterging.

»Da, mein Kind,« rief sie freudig. »Sehen Sie nur, die Spindel ist ganz voll!«

Mit diesen Worten reichte sie Betty die Spindel. Dann verschwand sie plötzlich, und nun ging Betty glücklich singend nach Hause. Da fand sie ihre Mutter in sehr böser Laune, denn sie hatte den Faden winden wollen, und hatte die halb volle Spindel gefunden. Sie schalt das Kind und sagte:

»Betty, du bist ein faules Kind. Gestern hast du deine Spindel nicht voll gesponnen.«

»Ja, Mutter,« erwiderte sie entschuldigend, »gestern habe ich zu lange getanzt, aber siehe, heute ist meine Spindel voll prächtigen Fadens!«

Die Mutter sah die volle Spindel an und schalt nicht mehr.

Am dritten Morgen ging Betty wieder in den Wald mit Ziegen und Spindel, spann wieder fleißig den ganzen Morgen, und aß ihr Mittagsbrot und Erdbeeren wie gewöhnlich. Als sie sich zum Tanzen schickte, kam das schöne Mädchen plötzlich wieder und sagte freundlich:

»Kommen Sie, Betty, wir wollen wieder zusammen tanzen!«

Sie tanzten lustiger als je, eine Stunde nach der anderen, und fühlten keine Müdigkeit, so lange die kleinen Vögel fröhliche Tanzmusik sangen.

Endlich hörten die Vögel auf zu singen und die Mädchen zu tanzen, und Betty rief wieder traurig:

»Ach, da geht die Sonne schon unter, und meine Arbeit ist nicht fertig! Meine Mutter wird tüchtig schelten! Sie wird wieder sagen, daß ich träge gewesen sei!«

»Nein, liebes Mädchen, Ihre Mutter soll Sie nicht schelten. Ich will Ihnen helfen. Geben Sie mir Ihren Korb!«

Das schöne Mädchen nahm den Korb, ging weiter in den Wald hinein, und kam bald damit wieder:

»Da, Betty,« sagte sie. »Ich habe etwas in Ihren Korb gelegt, das die Mutter entschädigen wird für den Faden, den Sie heute nicht gesponnen haben. Öffnen Sie den Korb erst, wenn Sie nach Hause kommen!«

Das schöne Mädchen verschwand wieder, und Betty ging nach Hause. Unterwegs dachte sie:

»Mein Korb ist eben so leicht, als ob er leer wäre. Es kann ja unmöglich etwas darin sein!«

Sie konnte nicht warten, bis sie nach Hause kam, um den Deckel ein wenig zu heben, sah aber nichts als dürre Birkenblätter!

Da fing sie an zu weinen, warf zwei Hände voll Birkenblätter aus dem Korbe, und ging traurig nach Hause.

Als sie dorthin kam, rief ihre Mutter laut:

»Ums Himmelswillen, Kind, was ist los mit der Spindel, die du mir gestern heimgebracht hast? Sie ist sicher verhext, denn ich habe heute den ganzen Tag gewunden, und der Faden kam nicht zu Ende, bis ich laut rief: 'Ein böser Geist muß dies gesponnen haben!'«

Dann erzählte Betty ihrer Mutter alles, was ihr in dem Birkenwalde begegnet war, und die Mutter sagte:

»Ach, das war eine Waldfrau, oder ein Moosweiblein! Sie sind gute Geister. Sie thun uns nichts zu leide, und wäre ich nur nicht ungeduldig gewesen, so hätte ich ein ganzes Zimmer voll Faden gehabt. Die Waldfrauen sind den guten Mädchen immer behülflich!«

Da dachte Betty: »Vielleicht hat sie noch eine Spindel Faden unter die dürren Blätter versteckt? Ich muß suchen!«

Wieder hob sie den Deckel des Korbes auf, und siehe, da waren statt dürrer Birkenblätter lauter schöne Goldmünzen.

»Ach Mutter, siehe doch diese schönen Goldmünzen an!« rief das entzückte Mädchen.

Die Mutter war auch entzückt und sagte:

»Es ist gut, mein Kind, daß du nicht alle Birkenblätter fortwarfst! Hier haben wir Gold genug, um uns ein kleines Gut zu kaufen!«

Betty und ihre verwitwete Mutter kauften nun wirklich ein kleines Gut. Sie kauften auch viele Kühe, Pferde, Ochsen, Schafe, Ziegen, Hühner, Gänse und Enten, und wurden sehr reich. Betty mußte das Vieh nicht mehr hüten, aber sie ging oft in den Wald, denn sie hoffte immer die schöne Waldfrau noch einmal dort zu sehen. Diese Hoffnung aber war immer vergebens, und Betty wurde sehr alt, ohne ihr schönes Mädchen je wiedergesehen zu haben.

(14) This is one of the Western Slavonian myths, belonging in Bozena Nuncova's collection. It is very popular in Bohemia, and has been translated into English by Wratislaw, in his "Sixty Folk Tales from Exclusively Slavonic Sources." The belief in wood nymphs, who took an interest in, and helped industrious mortals, was very common among all the nations of Northern and Central Europe, where they were known as Wood and Moss Maidens or as Huldra-folk.

15. Die vier Brüder.(15)

Ein Jäger hatte vier Söhne, die alle ihr Glück in der Welt suchen wollten, und die zu ihrem Vater sagten:

»Vater, wir sind jetzt alle mehr als sechszehn Jahre alt; wir möchten in die Welt gehen, um unser Glück zu suchen. Bitte, gieb uns ein wenig Geld für die Reise.«

Der Vater gab jedem zwanzig Florin und ein Pferd. Sie ritten munter über Berg und Thal, und kamen endlich auf einen Berg, wo vier Wege zusammenkamen.

Hier rief der älteste Bruder laut:

»Meine Brüder, wir wollen hier auseinandergehen. Jeder soll einen verschiedenen Weg einschlagen, um sein Glück zu finden. Wir wollen unsere Messer in diesen Birkenbaum stecken, und über Jahr und Tag wollen wir uns hier versammeln. Wenn einer von uns nicht kommt, und ein Messer verrostet ist, werden wir wissen, daß dessen Eigentümer tot ist.«

Die vier Brüder verabschiedeten sich. Jeder ging seines Weges, und als sie an günstige Orte kamen, lernten sie jeder ein Handwerk. Der Älteste wurde Schuster, der Zweite Dieb, der Dritte Astrolog und der Vierte Jäger.

Als Jahr und Tag herum waren, kamen sie alle an den Kreuzweg, fanden ihre Messer ohne Rost, und gingen fröhlich nach Hause.

»Gott sei dank!« rief der Älteste. »Hier kommen wir alle wohlbehalten nach Hause, mein Vater.«

»Nun,« sagte der Vater, »erzählt mir jetzt alle euere Erlebnisse. Welches Handwerk hast du gelernt, mein ältester Sohn?«

»Ich bin Schuster geworden. Aber ich bin nicht wie die anderen Schuster, mein Vater. Ich kann alles ausbessern, und dafür brauche ich nur die Worte: 'Bessere dich aus,' zu sagen.«

Der Vater, der einen sehr alten Rock hatte, gab ihn dem Sohne und sagte:

»Zeige mir einmal, wie du es machst, mein Sohn, hier ist mein abgetragener Rock.«

Der älteste Sohn nahm den Rock, rief laut: »Bessere dich aus, Rock,« und augenblicklich war der Rock da, ebenso gut wie neu.

Dann fragte der Vater den zweiten Sohn:

»Nun, mein Sohn, welches Handwerk hast du gelernt?«

»Mein Vater, ich bin Dieb geworden; aber ich bin kein gewöhnlicher Dieb, denn ich brauche ja nur an ein Ding zu denken und da kommt es von selbst zu mir.«

Durch die Fensterscheiben sah der Vater einen Hasen vorbeispringen. Er sagte:

»Mein Sohn, da ist ein Hase. Ich möchte ihn zum Mittagessen haben. Sieh, ob du ihn stehlen kannst.«

Der Sohn dachte an den Hasen und rief: »Ich möchte den Hasen hier haben.« Und augenblicklich lag der Hase auf dem Tische.

Als der Vater den dritten Sohn fragte, welches Handwerk er gelernt, sagte er:

»Nun, Vater, ich bin Astrolog geworden. Aber ich bin kein gewöhnlicher Astrolog, denn ich brauche den Himmel nur anzuschauen, und ich kann sogleich alles sehen, was auf Erden geschieht.«

Der Vater fragte den vierten Sohn, was er Schönes gelernt, und er erwiderte:

»Nun, Vater, ich bin Jäger geworden!«

»Ach, das ist recht! das ist ein ehrliches Geschäft!« rief der Vater. »Ich bin ja auch Jäger!«

»Ja, mein Vater!« erwiderte der Jüngste, »aber ich bin nicht Jäger wie du, sondern wenn ich das Wild sehe, brauche ich nur zu rufen: 'Du sollst sterben!' und es ist augenblicklich tot.«

Der Vater, der wieder einen Hasen sah, antwortete:

»Töte den Hasen, so werde ich dir glauben.«

Der Sohn rief sogleich: »Du sollst sterben, Hase!« und der Hase war tot.

Der Vater konnte ihn aber nicht sehen. Dann schaute der Astrolog den Himmel an, und sagte:

»Mein Vater, der Hase liegt dort, hinter dem Busche!«

»Das ist schon gut!« sagte der Vater, »aber wie können wir ihn hierher bringen?«

»Er soll hier sein!« rief der Dieb, und er war sogleich da.

Der Hase war in einen Dornenstrauch (Busch) gefallen und sein Pelz war zerrissen. Der Vater sagte:

»Schade, daß der Pelz so zerrissen ist!«

»Bessere dich aus!« rief der Schuster dem Pelze zu, und augenblicklich war er wieder ganz.

Der Vater war mit seinen vier Söhnen sehr zufrieden, und sagte:

»Nun, jetzt ist es klar, daß ihr nun euer Brot verdienen könnt, da ihr euere Handwerke doch so gut gelernt habt!«

Die vier Brüder hörten bald, daß der König des Landes sehr traurig sei, denn er hatte seine einzige Tochter verloren. Er ließ überall bekannt machen, daß er sein Reich und seine Tochter demjenigen Manne geben würde, welcher sie finden und heimbringen würde. Die Brüder sagten zugleich:

»Wir wollen in den Palast gehen und dem König sagen, daß wir seine Tochter finden und heimbringen werden!«

Sie gingen alle vier in den Palast, und als der König hörte, daß sie die Prinzessin finden und heimbringen wollten, war er sehr froh. Als die Nacht heranbrach, schaute der Astrolog den Himmel an, und sah, daß die Prinzessin von einem Drachen entführt worden sei, und daß er sie auf eine Insel jenseits des Roten Meeres gebracht, wo sie ihn jeden Tag während einiger Stunden liebkosen mußte.

Die vier Brüder stiegen in einen Wagen und fuhren nach dem Roten Meere.

Als sie an das Ufer kamen, stiegen sie in ein Boot, und ruderten zu der Insel, wo die Prinzessin war. Sie spazierte langsam an der Küste des Roten Meeres. Der Dieb sah sie zuerst und rief laut:

»Die Prinzessin soll hier sein!« und augenblicklich saß sie in dem kleinen Boote bei ihnen.

Dann kam der böse Drache, und die Prinzessin schrie laut vor Schreck, denn er wollte sie alle töten. Aber der Jäger sagte:

»Der Drache soll sterben!« und sogleich fiel er tot in das Wasser. Eine seiner Krallen aber riß ein Loch in das Schiff, und sie wären alle ertrunken, hätte der Schuster nicht laut gerufen:

»Bessere dich aus, Schiff!«

Das Schiff wurde augenblicklich wieder ganz. Sie kamen glücklich in den Wagen, aber da fingen die Brüder an zu zanken.

»Die Prinzessin soll mein Weib werden!« rief der Astrolog. »Ich habe sie ja entdeckt!«

»Nein, sie soll mein Weib werden!« rief der Dieb, »denn ich habe sie gestohlen!«

»Ach nein; sie soll meine Frau werden!« rief der Jäger. »Ich habe den Drachen getötet.«

»Still!« rief der Schuster, »sie soll meine Gemahlin werden, denn ich habe das Loch in dem Boote ausgebessert, und wäre ich nicht da gewesen, wäret ihr alle ertrunken!«

Als sie in den Palast kamen, sagten sie dem König, daß er zwischen ihnen entscheiden solle, und er sagte:

»Nun, ich habe die Prinzessin dem Manne versprochen, der sie ~finden~ würde. Darum soll sie den Astrologen heiraten. Aber da Sie alle redlich mitgeholfen, soll jeder von Ihnen ein Viertel (¼) meines Reiches zu eigen haben.«

Die vier Brüder waren mit dieser Entscheidung zufrieden, und lebten glücklich, jeder in seinem eigenen Reiche. Der alte Vater wohnte im Frühling bei dem Schuster, im Sommer bei dem Diebe, im Herbst bei dem Jäger, und im Winter bei dem Astrologen, und überall war er gut aufgehoben, und hatte alles was er sich nur wünschen konnte, so lange er lebte.

(15) This is a Moravian tale, forming part of their collection of National Stories. It has been related by Kulda, and by Mr. Wratislaw in his collection of Folk-Tales. Grimm has also a similar story in his collection, where it is known as "The Four Accomplished Brothers."

Kleine Gedichte.

1. Ehre Vater und Mutter.

Was der Vater will, Was die Mutter spricht, Das befolge still. Warum? frage nicht!

~Anon.~

2. Des Kindes Spiel.

Vögel, die nicht singen, Glocken, die nicht klingen, Pferde, die nicht springen, Pistolen, die nicht krachen, Kinder, die nicht lachen -- Wer hat Freud' an solchen Sachen?

~Blumauer.~

3. Vergiß mein nicht.

Es blüht ein schönes Blümchen Auf unsrer grünen Au', Sein Aug' ist wie der Himmel So heiter und so blau.

Es weiß nicht viel zu reden, Und alles, was es spricht, Ist immer nur dasselbe, Ist nur: »Vergiß mein nicht!«

~Hoffmann.~

4. Du bist wie eine Blume.

Du bist wie eine Blume, So hold und schön und rein; Ich schau' dich an, und Wehmut Schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände Aufs Haupt dir legen sollt', Betend, daß Gott dich erhalte So rein und schön und hold.

~Heine.~

5. Kind und Buch.

Komm' her einmal, du liebes Buch; Sie sagen immer, du bist so klug. Mein Vater und Mutter, die wollen gerne, Daß ich was Gutes von dir lerne; Drum will ich dich halten an mein Ohr; Nun sag' mir all deine Sachen vor.

Was ist denn das für ein Eigensinn, Und siehst du nicht, daß ich eilig bin? Möchte gern spielen und springen herum, Und du bleibst immer so stumm und dumm? Geh', garstiges Buch, du ärgerst mich, Dort in die Ecke werf' ich dich.

~Hey.~

6. Pflücke Rosen, wenn sie blüh'n.

Pflücke Rosen, wenn sie blüh'n, Morgen ist nicht heut'. Keine Stunde laß' entflieh'n. Flüchtig ist die Zeit.

Leb' der Freude! sieh', es ist Heut' Gelegenheit. Weißt du, wo du morgen bist? Flüchtig ist die Zeit.

Aufschub einer guten That Hat schon oft gereu't. Fröhlich leben ist mein Rat. Flüchtig ist die Zeit.

~Langbein.~

7. Der Schöpfer.

Wer hat die Blumen nur erdacht, Wer hat sie so schön gemacht, Gelb und rot und weiß und blau, Daß ich meine Lust dran schau'?

Wer hat im Garten und im Feld Sie so auf einmal hingestellt? Erst war's doch so hart und kahl, Blüht nun alles auf einmal.

Wer ist's, der ihnen allen schafft In den Wurzeln frischen Saft, Gießt den Morgentau hinein, Schickt den hellen Sonnenschein?

Wer ist's, der sie alle ließ Duften noch so schön und süß, Daß die Menschen, groß und klein, Sich in ihren Herzen freu'n?

Wer das ist und wer das kann Und nicht müde wird daran? Das ist Gott in seiner Kraft, Der die lieben Blumen schafft.

~Hey.~

8. Vom Auge.

Es sind zwei kleine Fensterlein In einem großen Haus, Da schaut die ganze Welt hinein, Die ganze Welt heraus.

Ein Maler sitzet immer dort, Kennt seine Kunst genau, Malt alle Dinge fort und fort Weiß, schwarz, rot, grün und blau.

Dies malt er eckig, jenes rund, Lang, kurz, wie's ihm beliebt. Wer nennet all' die Farben und Die Formen, die er giebt?

Ein Zaub'rer ist's, ich sag' es kühn, Denn alles, was der Schoß Der Erde faßt, das malt er hin Aufs Fleckchen linsengroß.

Auch was der Hausherr denkt und fleht, Malt er ans Fenster an, Daß jeder, der vorüber geht, Es deutlich sehen kann.

Und freut der Herr vom Hause sich, Und nimmt der Schmerz ihn ein, So zeigen öfters Perlen sich An beiden Fensterlein.

Ist schönes Wetter, gute Zeit, Da sind sie hell und lieb, Doch wenn es stürmet, fröstelt, schneit, Da werden sie gar trüb.

Und geht der Hausherr einst zur Ruh', Nicht braucht er dann ein Licht; Da schlägt der Tod die Laden zu, Und ach! das Fenster -- bricht.

~Castelli.~

9. Die wandelnde Glocke.

Es war ein Kind, das wollte nie Zur Kirche sich bequemen, Und Sonntags fand es stets ein Wie, Den Weg ins Feld zu nehmen.

Die Mutter sprach: Die Glocke tönt, Und so ist dir's befohlen, Und hast du dich nicht hingewöhnt, Sie kommt und wird dich holen.

Das Kind es denkt: Die Glocke hängt Da droben auf dem Stuhle. Schon hat's den Weg ins Feld gelenkt, Als lief' es aus der Schule.

Die Glocke, Glocke tönt nicht mehr, Die Mutter hat gefackelt. Doch welch ein Schrecken hinterher! Die Glocke kommt gewackelt.

Sie wackelt schnell, man glaubt es kaum; Das arme Kind im Schrecken Es läuft, es kommt, als wie im Traum', Die Glocke wird es decken.

Doch nimmt es richtig seinen Husch, Und mit gewandter Schnelle Eilt es durch Anger, Feld und Busch Zur Kirche, zur Kapelle.

Und jeden Sonn- und Feiertag Gedenkt es an den Schaden, Läßt durch den ersten Glockenschlag Nicht in Person sich laden.

~Goethe.~

VOCABULARY.

A

=ab=, off, from; auf und ab, up and down.

=Abend=, _m._ -s, Abende, evening; abends, in the evening; eines Abends, one evening.

=aber=, but, however.

=abgegangen=, _see_ abgehen.

=abgehen=, _imp._ ging ab, _p.p._ abgegangen, to go away, to go down.

=abgetragen=, worn out.

=ablösen=, _imp._ löste ab, _p.p._ abgelöst, to relieve (a guard).

=abwärts=, downward.

=Abweisung=, _f._ refusal, rebuff.

=abzulösen=, _see_ ablösen.

=Ach=, ah, oh.

=acht=, eight.

=achten=, _imp._ achtete, _p.p._ geachtet, to heed, to honor.

=achtete=, _see_ achten.

=all=, -e, -em, -en, -er, -es, all, each, every; aller guten Dinge sind drei, all good things go by threes (_lit._ of all good things there are three).

=Ähre=, _f._ Ähren, ear of grain.

=allein=, alone, only.

=alles=, everything.

=als=, as, than, but, when.

=alt=, -e, -em, -en, -er, -es, _pos._ alt, _comp._ älter, _super._ der älteste, old.

=Alte=, _f._ old woman.

=älter=, _see_ alt.

=älteste=, -m, -n, -r, -s, _see_ alt.

=am= = an dem, on the, at the, in the.

=an=, on, of, to.

=Andenken=, _n._ remembrance, memory.

=andere=, -m, -n, -r, -s, other, else.

=ändern=, _imp._ änderte, _p.p._ geändert, to change, to alter.

=Andernacher=, people of Andernach.

=Änderung=, _f._ Änderungen, alteration, change.

=Anerbieten=, _n._ offer.

=anfangen=, _imp._ fing an, _p.p._ angefangen, to begin.

=angekommen=, _see_ ankommen.

=Anger=, _m._ pasture, green.

=Angriff=, _m._ Angriffe, attack.

=Angst=, _f._ Ängste, anxiety, anguish.

=ängstlich=, -e, -em, -en, -er, -es, anxious, anxiously.

=ankommen=, _imp._ kam an, _p.p._ angekommen, to arrive, to come.

=anlangen=, _imp._ langte an, _p.p._ angelangt, to arrive, to reach.

=anmachen=, _imp._ machte an, _p.p._ angemacht, to light, to make.

=annehmen=, _imp._ nahm an, _p.p._ angenommen, to accept, to take.

=ans= = an das, on the, to the.

=anschauen=, _imp._ schaute an, _p.p._ angeschaut, to gaze at.

=ansehen=, _imp._ sah an, _p.p._ angesehen, to see, to view, to gaze at.

=anstellen=, _imp._ stellte an, _p.p._ angestellt, to prepare.

=Antwort=, _f._ Antworten, answer.

=antworten=, _imp._ antwortete, _p.p._ geantwortet, to answer, to reply.

=antwortete=, _see_ antworten.

=anzulangen=, _see_ anlangen.

=anzünden=, _imp._ zündete an, _p.p._ angezündet, to light, to set fire to.

=anzuschauen=, _see_ anschauen.

=Arbeit=, _f._ Arbeiten, _work_.

=arbeiten=, _imp._ arbeitete, _p.p._ gearbeitet, to work.

=arbeitete=, _see_ arbeiten.

=ärgerlich=, -e, -em, -en, -er, -es, angry, irritated.

=ärgern=, _imp._ ärgerte, _p.p._ geärgert, to vex, to fret.

=ärgerst=, _see_ ärgern.

=arm=, -e, -em, -en, -er, -es, poor, _pos._ arm, _comp._ ärmer, _super._ der ärmste.

=Arm=, _m._ -e, -es, Arme, arm.

=ärmlich=, -e, -em, -en, -er, -es, poor, poverty-stricken.

=Astrolog=, _m._ -en, Astrologen, astrologer.

=aß=, =aßen=, _see_ essen.

=Atem=, _m._ breath.

=atmen=, _imp._ atmete, _p.p._ geatmet, to breathe.

=Au'= = Aue, _f._ Auen, meadow.

=auch=, also, too.

=auf=, on upon, at; -- =einmal=, all at once, suddenly; auf und ab, up and down.

=aufbewahren=, _imp._ bewahrte auf, _p.p._ aufbewahrt, to preserve, to keep.

=aufbewahrt=, _see_ aufbewahren.

=Aufbrechen=, _n._ departure.

=Aufenthalt=, _m._ ceasing, pause, stay.

=auffordern=, _imp._ forderte auf, _p.p._ aufgefordert, to invite, to ask.

=aufforderte=, _see_ auffordern.

=aufgegangen=, _see_ aufgehen.

=aufgehen=, _imp._ ging auf, _p.p._ aufgegangen, to go up, to rise.

=aufgehoben=, _see_ aufheben.

=aufgeregt=, -e, -em, -en, -er, -es, excited.

=aufgestellt=, _see_ aufstellen.

=aufgewacht=, _see_ aufwachen.

=aufheben=, _imp._ hob auf, _p.p._ aufgehoben, to raise (a siege), to lift, to take care of.

=aufhören=, _imp._ hörte auf, _p.p._ aufgehört, to cease.

=aufhörte=, _see_ aufhören.

=aufmachen=, _imp._ machte auf, _p.p._ aufgemacht, to open.

=aufnahm=, _see_ aufnehmen.

=aufnehmen=, _imp._ nahm auf, _p.p._ aufgenommen, to take up.

=aufs= = auf das, on the.

=aufschlagen=, _imp._ schlug auf, _p.p._ aufgeschlagen, to build up, to open.

=Aufschub=, _m._ postponement, delay.

=aufstehen=, _imp._ stand auf, _p.p._ aufgestanden, to stand up, to rise.

=aufstellen=, _imp._ stellte auf, _p.p._ aufgestellt, to post (sentinels), to set up.

=auftauchen=, _imp._ tauchte auf, _p.p._ aufgetaucht, to rise up suddenly.

=aufwachen=, _imp._ wachte auf, _p.p._ aufgewacht, to wake by one's own volition.

=aufwecken=, _imp._ weckte auf, _p.p._ aufgeweckt, to be awakened, to awaken.

=aufweckte=, _see_ aufwecken.

=Auge=, _n._ -s, Augen, eye; Aug', p. 93, _poetical for_ eye.

=Augenblick=, _m._ -e, -es, Augenblicke, -n, moment.

=augenblicklich=, instantaneously, immediately.

=aus=, out of, through, by, from.

=ausbessern=, _imp._ besserte aus, _p.p._ ausgebessert, to mend.

=auseinandergehen=, to part.

=ausführen=, _imp._ führte aus, _p.p._ ausgeführt, to carry out.

=ausgebessert=, _see_ ausbessern.

=ausgesprochen=, _see_ aussprechen.

=ausrufen=, _imp._ rief aus, _p.p._ ausgerufen, to call out, to exclaim.

=aussehen=, _imp._ sah aus, _p.p._ ausgesehen, to appear, to look out.

=aussprechen=, _imp._ sprach aus, _p.p._ ausgesprochen, to express.

=austeilen=, _imp._ teilte aus, _p.p._ ausgeteilt, to portion out, to serve.

=außer=, except.

B

=Bach=, _m._ -e, -es, Bäche, brook.

=backen=, _imp._ buk, _p.p._ gebacken, to bake, to cook.

=Bäcker=, _m._ baker.

=Bäckersjungen=, _m._ baker boys.

=Backhaus=, _n._ baking-house.

=bald=, soon.

=Bank=, _f._ Bänke, bench.

=bat=, _see_ bitten.

=bauen=, _imp._ baute, _p.p._ gebaut, to build.

=Baum=, _m._ -e, -es, Bäume, tree.

=baute=, _see_ bauen.

=Bayonet=, _n._ Bayonette, bayonet.

=bedauern=, _imp._ bedauerte, _p.p._ bedauert, to pity.

=bedrohen=, _imp._ bedrohte, _p.p._ bedroht, to threaten.

=bedrohte=, _see_ bedrohen.

=befahl=, _see_ befehlen.

=Befehl=, _m._ -es, Befehle, order.

=befehlen= (ich befehle, du befiehlst, er befiehlt, wir befehlen, etc.), _imp._ befahl, _p.p._ befohlen, to command.

=befolge=, _see_ befolgen.

=befolgen=, _imp._ befolgte, _p.p._ befolgt, to obey.

=befohlen=, _see_ befehlen.

=begann=, _see_ beginnen.

=begegnen=, _imp._ begegnete, _p.p._ begegnet, to meet.

=begegnet=, _see_ begegnen.

=begegnete=, _see_ begegnen.

=begießen=, _imp._ begoß, _p.p._ begossen, to water.

=beginnen=, _imp._ begann, _p.p._ begonnen, to begin.

=begonnen=, _see_ beginnen.

=begreifen=, _imp._ begriff, _p.p._ begriffen, to understand.

=begriffen=, _see_ begreifen.

=behalten=, _imp._ behielt, _p.p._ behalten, to keep, to preserve.

=behaupten=, _imp._ behauptete, _p.p._ behauptet, to assert.

=behauptet=, _see_ behaupten.

=behülflich=, helpful.

=behüten=, _imp._ behütete, _p.p._ behütet, to watch over, to guard, to preserve.

=behütete=, _see_ behüten.

=bei=, by, with.

=beide=, -m, -n, -r, -s, both.

=beinahe=, nearly, almost.

=Beistand=, _m._ assistance.

=bekannt=, known; p. 90, l. 18, ließ bekannt machen, had it proclaimed.

=bekommen=, _imp._ bekam, _p.p._ bekommen, to receive, to get.

=belagern=, _imp._ belagerte, _p.p._ belagert, to besiege.

=belagert=, _see_ belagern.

=belieben=, _imp._ beliebte, _p.p._ beliebt, to take pleasure in, to please.

=beliebt=, _see_ belieben.

=bellen=, _imp._ bellte, _p.p._ gebellt, to bark.

=bellt=, _see_ bellen.

=bellte=, _see_ bellen.

=belohnen=, _imp._ belohnte, _p.p._ belohnt, to reward.

=belohnten=, _see_ belohnen.

=bequemen= (sich), _imp._ bequemte, _p.p._ bequemt, to accommodate one's self; p. 98, l. 6, to make up his mind (to go).

=beraten=, _imp._ beriet, _p.p._ beraten, to advise, to assist.

=bereit=, ready.

=Berg=, _m._ -e, -es, Berge, -n, mountain.