v. Kügelgen und Johannes Hau aufgenommenen Revaler Ansichten, die von
G. Eggers in Reval herausgegeben unter dem Titel: Collection des XII vues gravées à l’aquatinta, 1828 erschienen. -- Fünf Ansichten von Reval in farbigen Lithographien 1850, qu. 8^o. -- Ansicht von Reval. Lith. von Tempeltey, Druck von Delius, Berlin. Gr. qu. fol. -- Szenen aus dem estnischen Bauernleben, lith. v. Schlater, qu. 8^o (5 Blatt).
=Geiger=, ~Pauline~, geb. v. Schultz. Malerin. Geb. 21. April 1851 in Petersburg, erhielt ihre künstlerische Ausbildung anfänglich in Dresden, dann in Paris unter Labrichon und schliesslich in Venedig unter Eugen v. Blaas. Sie lebt in Venedig. Von ihr u. a: Am Brunnen; Venetianischer Crevettenhändler.
=Gerling=, ~Johanna~, aus Riga, zeichnet 1823 das Porträt des Grafen L. A. Mellin; lith. v. Lindroth in Riga.
v. Recke und Napierski: Baltisches Schriftstellerlexikon, III, 199.
=Gern=, ~Alexander Otto~. Holzschneider aus Dorpat gebürtig, wurde dort Schüler des Malers L. v. Maydell, der um 1840 eine xylographische Anstalt angelegt hatte. 1859 arbeitete G. in der Kretschmarschen Anstalt in Leipzig. Von ihm: Diverse Holzschnitte nach v. Maydellschen Zeichnungen: Christuskopf. -- Das Universitätsgebäude in Dorpat. -- Die Marienkirche daselbst. Die beiden letzten als Beilage zum estnischen Kalender von 1840 und 1841.
Inland 1850 S. 336; 1859 S. 459.
=Gerstfeldt=, ~Katharina v.~ Malerin. Geb. 4. September 1873 in Livland, erhielt ihre Ausbildung in der Schule zur Förderung der Künste in Petersburg und kopierte in der Eremitage viel nach alten Meistern (Velasquez, Rembrandt, Rubens). Seit 1898 Lehrerin an der Jung-Stillingschen Zeichen- und Malschule in Riga. Sie hat sich auch auf kunstgewerblichem Gebiet betätigt.
=Gesse=.... Maler. Seit 1738 in Narva nachweisbar; gest. daselbst 1766 oder 1768. Er malte für die deutsche evangelische Kirche in Narva: König David und der Prophet Nathan, 1738. -- Christus einen Gichtbrüchigen heilend. -- Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes.
J. Bernoulli’s Reisen III S. 290. -- Hupel’s topographische Nachrichten von Liv- und Estland. Riga 1774, 1777.
=Giese=, ~Karl~. Architekt. Gebürtig aus Livland, wurde auf Ansuchen seiner Eltern am 18. Januar 1798 als Schüler in die Petersburger Akad. aufgenommen und in der Baukunst ausgebildet. 28. VIII. 1809 silb. Med. Am 1. Oktober 1809 wurden Giese und Thon (der spätere Prof. der Akad.) als Gehilfen des Kaiserl. Kabinettsarchitekten Stassow angestellt.
=Glandorf=, ~Lambert~. Maler. Lebte um 1560 in Reval, wo er das schöne Epithaph der am 11. September 1560 im Kampfe gegen die Russen gefallenen Schwarzhäupter malte (Reval, Schwarzhäupterhaus. Teilweise abgeb. in F. Amelungs baltisch. kulturhist. Atlas. Beschreibung in Nottbeck und Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval II. S. 208).
=Goebel=, ~Friedrich~. Lithograph in Dorpat. Von ihm lithograph. Blätter zu einer Reise in die Steppen des südlichen Russlands. Dorpat 1837. 4^o. 18 Tafeln mit einer Karte.
=Gottfriedt=, ~Johann Daniel~. Baumeister. Geb. 1768 zu Dömitz in Mecklenburg-Schwerin; gest. 14. Juli 1831 in Riga an der Cholera, kam 1789 nach Riga und arbeitete anfangs unter der Leitung des Stadtbaumeisters Christoph Haberlandt. 1812 war er beim Wiederaufbau der Rigaschen Vorstädte beschäftigt und errichtete in der Folge mehrere grosse Gebäude im Innern der Stadt. Unter diesen sind ausser verschiedenen Wohngebäuden zu nennen: Der Ausbau des Flügels am Rigaschen Schlosse mit den Kaiserl. Zimmern. -- Die Einrichtung des Observatoriums daselbst. -- Die Gebäude im Kaiserlichen Garten. -- Das grosse Packhaus am Jakobsplatz, die Ressource in Riga und die Fleischscharren in der Scharrenstrasse; auch die zu Ehren des Kaisers Alexander I. 1815 von der Stadt errichtete Triumphpforte ist sein Werk.
Rigasche Stadtbl. 1815 S. 238; 1823 S. 185; 1831 S. 348.
=Gottlob=, ~Ernst~. Porträt- und Landschaftsmaler. Geb. 1744 in Glogau; 1789 in Leipzig noch am Leben, war Schüler von Oeser und machte sich durch seine Bildnisse einen geachteten Namen. Er hat mehrere Jahre in Kurland verbracht. Von ihm: Das Porträt des Mitauschen Professors Johann Benjamin Koppe (Bes. Mus. Mitau. Sein Porträt ausserdem vor Bergers Magazin für Prediger V. St. 5; auch mehrmals besonders gest.). -- Das Porträt des Rektors der Rigaschen Domschule Dr. Gottlieb Schlegel, gem. 1772 (Bes. Dom-Mus., Riga). -- Eine Landschaft mit Brücke, Aquar., bez. E. Gottlob, Leipzig 1786 (in dem Album des Joh. Jak. Voss im städt. Mus. zu Riga).
=Grabbe=, ~Arthur v.~ Architekt. Geb. 1839 in Kurland gest. 22. Mai 1871 in Petersburg, besuchte die Akad. der Künste und wurde 12. 1. 1862 für den Entwurf zu einem Lustschloss zum freien Künstler ernannt. In Riga baute er das Haus der Kinderbewahranstalt (voll. 1868).
Rigasche Ztg. 1871 Nº 118.
=Graefenstein=, G... Stempelschneider und Medailleur in Mitau 1762-1764. Das Mitauer Museum besitzt von ihm 11 Stempel.
Nagler, Monogrammisten II S. 947 (J. Döring).
=Gräff=, ~Anton~ (?) Stuckateur. Stammte aus Deutschland und war seit 1763 unter der Oberleitung des Architekten Rastrelli mit der Ausführung der Stuckverzierungen in den herzoglich kurländischen Schlössern zu Ruhenthal und Mitau beschäftigt.
v. d. Recke, Gesch. d. Schlosses zu Mitau in Mon. Livon antiq. -- Sitzungsber. der kurl. Ges. für Lit. und Kunst 1877 S. 40, 43. -- L. Arbusow, Auszüge aus den Bauskeschen Kirchenbüchern, ebenda, 1888 S. 28.
=Grass=, ~Karl Gotthard~. Landschaftsmaler. Geb. 8. Oktober 1767 im Pastorat Serben in Livland; gest. 22. Juli (3. Aug.) 1814 in Rom, studierte, nach Absolvierung des Rigaschen Lyzeums (1786) Theologie und versuchte schon während seiner Studienzeit seine künstlerische Veranlagung durch Zeichnen nach der Natur auszubilden. Seine dichterische Begabung brachte ihn in Verkehr mit Schiller, mit dem er bis zu dessen Tode einen Briefwechsel unterhielt. Nach einer durch Deutschland und die Schweiz unternommenen Reise kehrte er 1790 nach Riga zurück, setzte hier seine künstlerischen Studien fort und erteilte auch Unterricht im Zeichnen. 1796 wurde er zum Prediger in Sunzel ordiniert, doch veranlasste ihn die unerwidert gebliebene Neigung zu einer jungen Dame einen Urlaub nachzusuchen und ins Ausland zu gehen. Er ging nach Zürich und entschloss sich hier nach schweren inneren Kämpfen zur Aufgabe des Predigeramts. Im Hause des Dichters J. G. v. Salis lebend, widmete er sich wieder der Dichtkunst und seiner Lieblingsmuse, der Malerei, auch unterhielt er einen lebhaften Briefwechsel mit Schiller, dem Maler und Altertumsforscher Heinr. Meyer und mit Konrad Gessner. 1801 begab er sich nach Paris, um sich in der Kunst ernstlich auszubilden, doch vertrieben ihn von dort die unerquicklichen politischen Zustände. Er kehrte nach Zürich zurück, lebte dort bis 1803 und ging dann nach Italien. Mit dem Schriftsteller Ph. Jos. Rehfues und den Architekten C. Fr. Schinkel und Steinmeier aus Berlin unternahm er eine Reise durch Sizilien, die er später sehr anziehend beschrieben und illustriert hat. Im Herbst 1805 liess er sich in Rom nieder. Seine literarischen Arbeiten sind verzeichnet im allgem. balt. Schriftsteller- und Gelehrtenlexikon III. S. 89 ff. -- Von seinen künstlerischen Arbeiten führen wir an: Zeichnungen vom Rheinfall. In Kupfer gest. von J. H. Meyer zu seinem Werk: Fragmente von Wanderungen in der Schweiz. Zürich, 1797. -- Küstenlandschaft von Taormina. -- Wasserfall von Carracci am Aetna. -- Konkordientempel bei Girgenti. -- Das Tal St. Angelo di Brolo im Frühling (Ausgest. 1809 in Rom auf dem Kapitol; dort erworben von dem Rigaschen Handelsherrn G. W. v. Schröder, der sie dem Himselschen Mus. vermachte; jetzt im städt. Mus. zu Riga). -- Italienische Landschaft (Bes. Staatsrat v. Grass, Riga). -- Aus der Villa des Mäcenas in Rom. Sepiastudie (Bes. städt. Mus. zu Riga). -- Zwei Ansichten vom Aetna, 1811 in Rom gem. für Joh. Friedr. Cotta in Tübingen. -- Das Theater von Taormina, gem. für den Schriftsteller v. Rehfues. -- Schweizer-Landschaft (Bes. A. Koch, Dorpat). -- Selbstporträt. Pastell (Bes. städt. Mus. zu Riga). -- Zeichnungen zu dem von ihm herausgeg. Werke: Sizilianische Reise oder Auszüge aus dem Tagebuche eines Landschaftsmalers, in Kupfer gest. von Chr. Fr. Duttenhofer. Stuttgart und Tübingen, 1815. -- Zwei kleine Landschaften kamen in den Bes. des Kollegienrats v. Blanckenhagen auf Lemburg in Livl. -- Zwölf Aquar. nach Ludw. Hess im Bes. der Familie v. Stackelberg, Livland. -- Eine Gouachelandschaft: Der Lungersee nach L. Hess im Bes. des Landrats v. Richter auf Waimel, Livl. -- Sizilianische Landschaft, 1810 im Bes. eines Hn. Auer in Ulm. Die Farbenskizze dazu im Bes. des Hn. v. Blanckenhagen auf Drobbusch in Livland.
Ein Porträt des Künstlers von einem Maler Richter aus Zittau, 1790 gem., besass Kollegienrat Prof. J. W. Krause in Dorpat. -- Im Besitze desselben auch eine grosse Sammlung von Landschaftsstudien in Sepia und Tusche, meist Studien aus der Schweiz. -- Ein 1808 von Georg Dillis gemaltes Porträt des Künstlers kam durch Professor C. Morgenstern 1810 in den Besitz der Familie.
Allgem. balt. Schriftsteller- und Gelehrtenlex. III. S. 88 ff. -- Ztg. für Lit. und Kunst. Nº 3 vom 20. Januar 1812. -- Biographie von G. Tilemann in Livonas Blumenkranz 1818 S. 179 ff. -- Desgl. in „die balt. Provinzen Russlands“ von Jul. Eckardt, 1868. -- Rigasche Biographien III S. 108 ff. -- Wöchentliche Unterhaltungen 1806 S. 125. -- C. Morgenstern, Dörptische Beiträge III S. 125-131. -- Baltisches Dichterbuch S. 361. -- A. v. Wolzogen, Aus Schinkels Nachlass I S. 107 ff. -- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 17 ff. -- Derselbe in der Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1908 Nº 11-13.
=Graubitz=, ~Jakob Ortlof~. Maler. Er stammte aus Giessen und kam um 1665 nach Goldingen in Kurland, wo er am 22. Dezember desselben Jahres den Bürgereid leistete und am Hofe des in Goldingen residierenden Herzogs Friedrich Kasimir von Kurland als Hofmaler beschäftigt wurde. Gest. vor 1697.
Eintrag seines Sohnes, des späteren Kaufmannes Christoffer Carl G. in ein 1636 angelegtes Stammbuch des Sebast. Besser, (in der Bibliothek der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde): Mein vatter war ausz der stat Giessen gebirttig und war seiner Kunst nach ein mahler, war auch vom seeligen hertzog Casimir alsz hoffmahler verschrieben (am Rande: Anno 1665 verschrieben ausz Giessen) in Goldingen gewohnet und da auch in der pest gestorben. -- Goldingensches Kirchenbuch (N. Busch).
=Grosewsky=, ~Theodor Robert~, Dr. phil. Landschaftsmaler. Geb. 1. Mai 1823 zu Annenburg in Kurland; gest. 2. März 1866 in Moskau, studierte 1842-44 in Dorpat und promovierte in Jena. 1855 wurde er Schüler des Landschaftsmalers K. Millner in München. Mehr als Maler hat er als Dichter Anerkennung gefunden.
Baltisches Dichterbuch S. 363.
=Grün=, ~Moritz~. Genremaler. Geb. 1868 in Reval, besuchte von 1888-1890 die Münchener Akademie und 1890-1893 die Akademie in Paris. 1894 ging er nach Amerika und wurde 1895 von der brasilianischen Regierung an die Akademie zu Bahia berufen.
Dünazeitung 1895 Nº 154, 158 u. 220. Mitausche Zeitung 1895 Nº 55.
=Grüner=, ~Wilhelm~. Landschafts- u. Architekturmaler. Geb. 19. Oktober 1823 in Riga; gest. 18. April 1892 in Petersburg. Er besuchte die Petersburger Akademie als freier Zuhörer und nahm dann einen eineinhalbjährigen Aufenthalt in Paris. Ende der sechziger Jahre begleitete er den General Loris-Melnikow auf einer Reise nach Aegypten und Palästina, um für diesen eine Folge von Bildern der heiligen Stätten zu malen. Von ihm: Kirche der Geburt Christi in Bethlehem. -- Kirche der Schwestern von Zion. -- Kapelle über dem Grabe Christi. -- Golgatha. -- Der Stein der Salbung. -- Innere Ansicht der Kapelle des heil. Grabes. -- Die Höhle der Geburt Christi. (Sämtlich Aquar.). -- Die Gromowsche Sommervilla. -- Zwei Ansichten von Oranienbaum. -- Drei Ansichten vom Südufer der Krim. -- Ansicht von Orianda in der Krim. -- Zwei Ansichten von Livadia, Aquar. -- Christus in Gethsemane. Atlargem. für die Jesuskirche in Riga (1880 vom Künstler geschenkt). -- Ansicht von Jerusalem. -- Innere Ansicht der Kirche der Geburt Christ. -- Der Garten zu Gethsemane. -- Innere Ansicht der Kirche auf Golgatha. -- Das heilige Grab. -- Die alte Wand vom Richterstuhl des Pilatus in der Kirche der Schwestern von Zion. -- Der Stein der Salbung. -- Kirche der Geburt Christi in Bethlehem. -- Porträt des Professors der Malerei Primazzi, Aquar. in Konstantinopel gem. -- Das städt. Museum in Riga besitzt von ihm das Porträt einer Dame vor dem Theater in Aquarell.
Rigasche Zeitung 1880 Nº. 270. Наши художники I S. 126.
=Gruenewaldt=, ~Nikolai Gerhard v.~ Landschaftsmaler. Geb. 7. Mai 1853 auf Ramelshof in Livland, absolvierte in Riga das Studium der Ingenieurwissenschaften, wandte sich aber 1884 der Landschaftsmalerei unter Prof. Alb. Kappis an der Stuttgarter Kunstschule zu. 1896 stellt er in Riga aus. Mühle bei Beigersheim -- Vorfrühling am Neckar.
Das geistige Deutschland I, S. 250 -- Rigasche Zeitung 1881 Nº 277. -- Dünazeitung 1895 Nº 240 u. 252.
=Grünfeldt=, ~Alexander Heinrich Johann~. Maler aus Livland, gehörte in den fünfziger Jahren zu den Hospitanten der Petersburger Akademie und wurde 21. Juni 1852 für ein Porträt eines alten Mannes zum freien Künstler befördert.
=Grummel=, (~Krummel~), ~Johann~. Bildhauer. Lebte um die Mitte des 17. Jahrhunderts als „Fürstlicher Bildhauer“ in Mitau; dort urkundlich nachweisbar vom 6. Mai 1662 bis 11. Mai 1677, in welchem Jahre er sich zum zweiten Male verheiratete.
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau (J. Döring).
=Grun=, (~Gruhn~), ~Sebastian~. Maler. Geb. um 1690; gest. 26. Januar 1772 in Mitau. Wird als Porträtmaler (Contrafeyer) aufgeführt.
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau (J. Döring).
=Grune=, ~Johann Samuel Benediktus~. Maler. Geb. um 1782 in Eisleben; gest. 3. Dezember 1848 in Blieden in Kurland, empfing seine künstlerische Ausbildung in Berlin, bereiste dann Deutschland und Oberitalien und kam 1800 nach Kurland. 1808 lebte er in Zierau, später im Hause des Fürsten Lieven in Blieden, mit dessen Familie er sich für einige Jahre nach Petersburg begab. Von 1824 bis 1834 hielt er sich in Senten auf, später in Grenzhof und Blieden. Sein Nachlass kam zum grössten Teil in den Besitz seines Freundes, des Arztes Dr. K. Bursy und befindet sich jetzt nebst vielen Briefen von ihm im Museum zu Mitau. Es gibt viele Bildnisse von ihm, die in einer eignen flotten Art gemalt sind. Zu seinen grössten Arbeiten zählen: Lasset die Kindlein zu mir kommen. Altargemälde für die Kirche zu Talsen in Kurland, 1876 ersetzt durch eine Himmelfahrt Christi von Schönherr in Dresden. -- Das Altargemälde für die Kirche zu Bersteln in Kurland, 1843 gem. 1861 ersetzt durch ein Gemälde von J. Döring. -- Das Abendmahl; gem. im Auftrage des Fürsten Lieven; aus Blieden gestohlen. -- Porträt des blinden lettischen Naturdichters Indrik aus Appriken; gest. in Punktiermanier v. Arndt.
U. v. Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland, Riga und Leipzig 1809 S.383. -- Inland 1844 S. 92; 1854 S. 756. -- D. A. Rowinsky: Подробн. словарь IV S. 187.
=Grusdin=, ~Artemii Michailowitsch~. Porträt- und Genremaler. Geb. 1825 in Riga als Sohn eines Arbeiters; gest. daselbst 8. Februar 1891, kam zu einem Stubenmaler in die Lehre, bildete sich aber als Autodidakt im Porträtmalen aus. Von 1850-1856 lebte er in Mitau, dann längere Zeit in Goldingen mit Porträtieren beschäftigt. Mit dem bei diesen Arbeiten gewonnenen Verdienste ging er im Herbst 1858 nach München, wo er bis 1864 die Akademie besuchte. Er kehrte nach Riga zurück, verfiel aber bald in Trübsinn. Die meisten seiner Arbeiten befinden sich in Privatbesitz. Von ihm: Die Ankläger der durch Daniel verteidigten Susanna werden in Ketten gelegt, 1862 in München gem. -- Ein Porträt des Kaisers Alexander II. 1868 für das Zeughaus der Stadtgarde gem. -- Christus in Gethsemane, Altargemälde für die Kirche zu Warklany in Poln.-Livland (1879 gem.). -- Der Weihnachtsmarkt in Riga (Bes. Gesellschaft der Schwarzhäupter in Riga). -- Porträt der Sängerin Caroselli. -- Römisches Mädchen, Kopie nach A. Rizzoni (Bes. städt. Museum in Riga). -- Ansicht der alten Gildenhäuser, des Rathausplatzes und der ehemaligen Sandpforte in Riga (1884 gem. für den Konferenzsaal des Rathauses in Riga). -- In seinem Nachlasse befand sich ein Album mit vielen kleinen sauber gemalten Oelbildern, deren Inhalt jedoch den geistigen Zustand des Künstlers während der letzten Jahre seines Lebens widerspiegelt.
Rigasche Zeitung 1869 Nº 20. -- Zeitung für Stadt und Land 1879 Nº 207. -- Наши художники I S. 126.
=Gussewitsch=, ~Nikolai v.~ Architekt. Gest. 17. Mai 1873 in Mitau. Er kam 1862 nach Absolvierung der Petersburger Bauschule nach Mitau und wurde dort als jüngerer Architekt bei der Gouvernementsregierung angestellt. In Mitau führte er aus das Haus Gley 1865, die russische Kapelle auf dem Paradeplatze in Mitau 1868 und die Kirche zu Dalbingen bei Mitau 1869.
(J. Döring.)
=Gyllenschmidt=, ~Karl Otto~. Zeichner, stammte aus einer schwedischen Familie, trat in russische Kriegsdienste und nahm nach seiner Verwundung bei Zorndorf seinen Abschied. Er wandte sich dem Kunststudium zu, zeichnete anfangs im Generalstabe unter Leitung des Generals v. Stoffel, bildete sich dann weiter und wurde namentlich durch baltische Gelehrte gefördert, besonders durch Gadebusch, Brasch, Hupel und Ewers. Er bereiste die baltischen Provinzen und fertigte 241 Blatt Zeichnungen, Ansichten von Landschaften, Städten, Merkwürdigkeiten usw. aus Liv-, Est- und Kurland, die er mit einem Text versehen herauszugeben gedachte. Der Text hat sich im Bes. der Gelehrt. estnischen Gesellschaft erhalten; die Zeichnungen scheinen verloren zu sein.
R. Hausmann, Sitzungsber. d. Gelehrten estn. Gesellsch. 1895 S. 113 ff.
H
=Haag=, ~Georg~. Porträtmaler. Geb. 1808 zu Hatzenweiler in Württemberg; gest. 21. August 1882 in München. Er trat 1829 in die Münchener Akad. und arbeitete unter H. M. von Hess. 1840 bereiste er Russland und setzte 1845 seine Studien in München in der von Jos. Bernhardt begründeten Kunstschule fort. 1847 kam er zum zweiten Male nach Petersburg, war Anfang 1849 in Reval und 1851 in Riga, wo er sich neben dem Porträtmalen mit der Erteilung von Zeichenunterricht beschäftigte. Im Herbst 1852 ging er nach Deutschland zurück, kam aber in der Folge wieder nach Riga und hielt sich hier bis 1861 auf. Die Gal. des Schlosses Koltzen in Livland besitzt von ihm ein Porträt der Lola Montez und das eines Tiroler Bauern.
Inland 1857 S. 315. -- Rigasche Ztg. 1882 Nº 226.
=Haaren=, ~Franz Baron v.~ Bildhauer. Geb. 11. November 1856 in Johannenhof bei Bauske; gest. 18. Februar (2. März) 1879 in Stuttgart, war Schüler von Donndorf. Bekannt sind von ihm: Das Porträt seines Vaters. -- Porträt des Hn. K. v. Löwis of Menar. -- Porträt des Leipziger Prof. d. Musik G. J. Becker (Basreliefs in Medaillenform. Riga Jub. A. 1901. Bes. K. von Löwis of Menar, Riga).
=Haberland=, ~Christoph~. Baumeister. Getauft am 6. Januar 1750 in Riga; gest. daselbst 7. April 1803. Nachdem er praktisch das Maurerhandwerk erlernt hatte, ging er auf die Wanderschaft und scheint hauptsächlich in Berlin und Dresden künstlerischen Studien obgelegen zu haben. Am 30. Januar 1778 machte er sein Meisterexamen und wurde am 13. Mai desselben Jahres vom Rigaschen Rate zum Adjunkten des Stadtwerkmeisters ernannt. Seine spätere Ernennung zum Stadtbau- und Werkmeister lässt sich urkundlich nicht belegen. H. gehörte zu den bedeutendsten Architekten s. Z. im Lande. Zu seinen vornehmsten Bauten gehören: Der Ausbau der Stadtbibliothek über dem Ostflügel des Domkreuzganges in Riga, 1778-1783 erbaut, mit prächtigem Saal (jetzt Konfirmandensaal der Domgemeinde). -- Das Wohnhaus des ehem. Grosskaufmanns Joh. Sam. Hollander (gr. Pferdestr. 28). -- Umbau des Gefängnisses zum Polizeihause (jetzt Hotel London, Kalkstr. 11). -- Wohnhaus des weil. Ratsherrn Seb. Heinr. Kruse, in der Altstadt. -- Wohnhaus des Bürgers Arn. Senger (gr. Pferdestr. 14). -- Das eigne Haus des Meisters (gr. Schmiedestr. 4; jetzt mit dem Hause der Gesellsch. Ulei verschmolzen, aber in der Fassade erhalten). -- Das Wohnhaus des Grosskaufmanns Conrad Heinr. v. Sengbusch, ursprünglich für den Zinngiesser Joh. Hayen begonnen, der den angefangenen Bau 1793 an v. S. verkaufte, v. S. übertrug H. die Ausführung (gr. Jungfernstr. 3, jetzt A. G. Ruhtenberg). -- Die luth. Rundkirche in Kattlekaln bei Riga, 1791 begonnen. -- Zugeschrieben wird ihm der Entwurf für die Marmorkanzel der Petrikirche; sie wurde in Carrara ausgeführt und am 1. Advent 1794 geweiht; eine Stiftung der Frau Gertrud von der Horst.
Nach einem Manuskr. von Dr. Anton Buchholtz, Riga †.
=Hagen=, ~Alexander~. Maler. Geb. 17. Februar 1827 auf dem Gute Klein-Wrangelshof in Livl. Sohn des Malers Aug. Matth. H., gest. in Peru, erhielt seine erste Ausbildung von seinem Vater und ging dann zu weiterer Ausbildung nach München. 1855 zog er nach Rom, lebte 1856/57 in Paris und begleitete dann den bayrischen Gesandten Dr. M. Wegner auf einer Forschungsreise durch Südamerika, von der er im Herbst 1859 nach Deutschland zurückkehrte. Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland ging er wieder nach Peru, wo er durch Porträtmalen mehrere Jahre sich und seine Familie erhalten haben soll. Sein tüchtig gemaltes Selbstporträt befand sich 1901 auf der Rigaschen Jubiläumsausstellung.
=Hagen=, ~August Matthias~. Landschaftsmaler und Kupferstecher; Vater des Vorigen. Geb. 12. Februar 1794 auf dem Gute Wiezeemhof im Kirchspiel Trikaten; gest. 20. November 1878 in Dorpat, wurde Schüler des Kupferstechers C. A. Senff und ging 1821 ins Ausland, wo er sich in München und Passau, dann in Tirol und der Schweiz weiter bildete. 1825 wurde er Lehrer des Zeichnens am Gymnasium und an der Töchterschule in Dorpat und folgte 1838 seinem Lehrer Senff als Zeichenlehrer an der Universität im Amte. 3. August 1837 ernannte ihn die Petersburger Akademie zum freien Künstler. Seine Haupttätigkeit lag auf dem Gebiete der graphischen Künste. Wir nennen von seinen Arbeiten: Sechs Ansichten des Universitätsgebäudes in Dorpat, 1827-1828, Aquatinta. qu. fol. -- Ansicht von Dorpat vom Dom aus gesehen. Sternwarte der Universität Dorpat, 1839. Auf den Stein gez. von F. Stern, gedr. von G. F. Schlater -- Die Erziehungsanstalt zu Birkenruh bei Wenden, 1839; lith. von G. F. Schlater. qu. fol. -- Der Marktplatz zu Wenden; nach H. E. Hartmann auf den Stein gez.; lith. von Schlater. qu. 8^o -- Der Prahm in Segewold, 1841, lith. v. Schlater. qu. fol. -- Malerische Ansichten aus Livland, lith. v. Schlater. qu. fol. -- Der lange Hermann (Turm am Schloss zu Reval); in Holz geschnitten v. Schmidt im v. Maydellschen Atelier. -- 17 Blatt Tierstudien. Atlas zur Tierveredlungskunde, herausgegeben von J. F. L. Schmalz, lith. v. Winckelmann & Söhne, Berlin, qu. fol. -- „Sachte Karo!“ Jagdszene, lith. v. Schlater. qu. fol. -- Die Ruinen von Schloss Wenden (Bes. K. V. Riga; auch als Aquatintastich erschienen). -- Der Königssee zu Berchtesgaden (Bes. v. Köhler, Dorpat). -- Wasserfall bei Galling im Salzburgischen (Bes. Prof. Walter). -- Einzelne Landschaften gingen in Kaiserlichen Besitz über; sie wurden von dem Dichter Joukoffsky für die Kaiserin erworben. Eine grosse Anzahl landschaftlicher Studien aus Finnland und Estland befindet sich im Besitz der Gelehrt. estn. Gesellschaft.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer S. 47-49.
=Hagen=, (Hagen-Schwarz) ~Julie Wilhelmine~. Porträt- und Genremalerin. Geb. 15. Oktbr. 1824 auf dem Gute Klein-Wrangelshof bei Dorpat, gest. 7. Oktbr. 1902 in Dorpat; Tochter des Vorigen. Sie machte ihre ersten Studien unter der Leitung des Vaters und beschäftigte sich zunächst mit Blumenmalerei. Ihre weitere Ausbildung empfing sie dann in Dresden unter Friedr. Gonne; auch kopierte sie nach Rembrandt und van Dyck. 1848 wandte sie sich nach München, arbeitete zunächst unter Jos. Bernhardt, dann unter Moritz Rugendas. Von München ging sie nach Rom und erhielt hier durch Vermittlung der Herzogin Marie v. Leuchtenberg, der damaligen Präsidentin der Petersburger Akademie ein Stipendium für drei Jahre. 1854 kehrte sie nach Dorpat zurück und begleitete sechs Monate später ihren Gemahl, den Professor Ludw. Schwarz auf seinen wissenschaftlichen Reisen nach Sibirien. 1858 zurückgekehrt, wurde sie nach einer Ausstellung ihrer Gemälde in Petersburg von der Akademie zum Akademiker ernannt unter dem Namen Hagen-Schwarz. Von 1872-1898 hat die Künstlerin gegen 500 Porträts gemalt, von denen nur wenige öffentlich bekannt geworden sind.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 104-105.
=Hagen=, ~Ferdinand v.~ Architekt Geb. 5. Dezember 1849 in Reval, besuchte die Zivilingenieurschule Kaiser Nikolai I. in Petersburg, wurde 1883 Gouvernementsarchitekt in Nowotscherkask und übernahm 1886 das Amt des Stadtarchitekten in Jekaterinoslaw, das er 1891 krankheitshalber aufgeben musste. Nach seiner Wiederherstellung verwaltete er von 1893-1899 das Amt des Gouvernementsingenieurs in Orenburg und lebt jetzt in Petersburg. Zu seinen bedeutenderen Bauausführungen gehören: Das Donsche Museum in Nowotscherkask 1884 (I. Preis); das Zirkusgebäude daselbst, mehrere russische Kirchen im Dongebiet, mehrere Militärbauten, das Realgymnasium, mehrere Wohngebäude in Jekaterinoslaw, die russ. Kapelle in Losowaja zur Erinnerung an die Errettung der Kaiserlichen Familie bei Borki am 17. Oktober 1888, das Hotel Eliasberg und die Rettungsstation für Schiffbrüchige am Dnjepr bei Jekaterinoslaw.
Nach Autobiographie.
=Hagen=, ~Julius August v.~ Architekt. Geb. 29. Juni 1829 in Reval, Oheim des Vorigen, trat 1847 in die Bauschule des Ministeriums des Wegebaues (jetzt Zivilingenieurinst.), absolvierte sie 1852 mit dem Diplom ersten Grades und trat in den Dienst der livländischen Gouvernements-Bau- u. Wegekommission, wurde 1875 zum Gouvernementsarchitekten befördert und verliess 1901 den Staatsdienst. Von 1887 bis 1904 Dozent am Rigaschen Polytechnikum für Baugesetzgebung und Bauanschläge; seit 1898 Baurevident des städtischen Bauamts. Als Inspektor der Arbeiten zur Abtragung der Festungswälle Rigas war er in den Jahren 1857-1863 den Generalgouverneuren Fürst Suworow und Baron Lieven attachiert. H. hat die vielfachen Umbauten im Ordensschloss, die dieses zur Aufnahme der Staatsbehörden dienstbar machen sollten, geleitet, in Riga mehrere Privatgebäude, in Pernau das Kronsgymnasium ausgeführt und sich namentlich an der Sammlung und Einführung der Rigaschen Bauordnung verdienstvoll beteiligt. H. ist Ehrenmitglied des Rigaschen Architekten- und des Rigaschen technischen Vereins.
=Haken=, ~Hildegard v.~ Malerin. Geb. 7. April 1873 in Riga, besuchte von 1896-1898 die Jung-Stillingsche Zeichen- und Malschule in Riga und empfing ihre weitere Ausbildung im Berliner Künstlerinnen-Verein. Gleichzeitig war sie Schülerin der Blumenmalerin Kath. Klein und arbeitete seit 1899 ab im Atelier der Frau v. Sivers. Sie lebt z. Z. in Berlin.
Nach Autobiographie.
=Hardenack=, ~Paul v.~ Architekt. Geb. 4. März 1819 in Riga, als Sohn eines Zollbeamten, gest. daselbst 1879; erhielt seine Ausbildung in Petersburg auf der Bauschule des Ministeriums des Wegebaues, jetzt Zivilingenieurinstitut, wurde 1844 Architektsgehilfe und 1858 Architekt der livländischen Gouvernementsregierung. 1863 wurde er auf Kosten der Regierung ins Ausland geschickt, um Studien zu Gefängnisbauten in Deutschland, Frankreich, Belgien und in der Schweiz zu machen. Krankheitshalber verliess er 1875 den Staatsdienst. Zu seinen bedeutendsten Bauten gehört die grosse Synagoge in Riga, 1871 vollendet.
Nach Familiennachrichten.
=Hartmann=, ~Hermann Eduard~. Maler und Holzschneider. Geb. 20. Juli 1817 in Dorpat; gest. daselbst 26. Dezember 1880. Seine erste Ausbildung erhielt er von Aug. M. Hagen. 1836 ging er zu weiterer Ausbildung nach Düsseldorf, später nach München. Von 1841-1844 bekleidete er das Amt eines Zeichenlehrers an der Landesschule zu Birkenruh und liess sich 1845 in Dorpat nieder, wo er sich vorherrschend mit dem Holzschnitt beschäftigte. Mehrere seiner Holzschnitte erschienen in der estnischen Zeitschrift Postimees, im estnischen Volkskalender und in der lettischen Zeitschrift Pasaule. Er hat auch mehrere Porträts gemalt. Seit dem Dezember 1860 bekleidete er das Amt des Konservators am Museum der Gelehrten estnischen Gesellschaft und war gleichzeitig in verschiedenen Kommunalämtern tätig. Von seinen Arbeiten seien genannt: Zeichnung des Marktplatzes zu Wenden, 1844. Auf den Stein gezeichnet von A. M. Hagen; gedruckt bei Schlater für Briefbogen. -- Ansicht von Riga von der Dünaseite, 1856. Holzschnitt für den estnischen Volkskalender von 1858; auch auf Briefbogen. -- Trachten der Pleskau’schen Esten, 1859; Holzschnitt. -- Abbildungen Dorpater Studenten; Holzschnitt, von Chr. J. Petersohn mit Versen versehen. -- Schloss Neuhausen bei Johannisfeuerbeleuchtung. Nach der Natur gezeichnet und in Holz geschnitten 1859. -- Schloss Neuhausen; Holzschnitt 1859. -- Ansicht von Narva mit estnischer Ueberschrift: Narwalin, auf einem fliegenden Bande; Holzschnitt in einem länglichen Achteck. -- Ansicht von Walk, 1856 in Form einer Vignette mit Renaissanceumrahmungen; Holzschnitt. -- Der Wasserfall der Narowa; kleiner Holzschnitt. -- Ansicht von Riga mit der Flossbrücke; kleiner, oben bogenförmiger Holzschnitt. -- Portal der Johanniskirche in Dorpat; kleiner Holzschnitt. -- Dreizehn Ansichten aus Dorpat; kleine Holzschnitte. -- Porträt des Professors Martin Asmuss. Lith. von Sternberg, gedr. von F. Schlater 4^o. -- Porträt desselben. Gez. von H. C. Hartmann, lith. von F. Hanfstängl, Dresden. -- Porträt des Pastors Eduard Philipp Körber († 1850). -- Porträt von A. W. Hollander, nach A. Pezold auf den Stein gez. von Hartmann, gedr. bei Schlater, 4^o. -- Porträt des Pastors der estnischen Gemeinde zu Dorpat Karl Heinr. Konst. Gehewe; Holzschnittsilhouette nach Dr. Panck. -- Porträt des Oberlehrers der Geschichte am Gymnasium zu Dorpat Gustav Moritz Santo; Holzschnittsilhouette nach Dr. Panck.
Sitzungsberichte der Gelehrten estnischen Gesellschaft 1880. -- Inland 1855 S. 604.
=Hartmann=, ~Wolfgang~. Kupferstecher. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Riga tätig. Von ihm: Porträt des schwedischen Generalgouverneurs von Livland Grafen Gustav Horn, 1652. Die Originalplatte im Dom-Mus. zu Riga. Davon Abdrücke aus neuerer Zeit. -- Porträt des Rigaschen Ratsherrn Laurenz Zimmermann, etwa um 1652. Originalplatte im Dom-Mus. zu Riga. -- Porträt des Dompastors Matthias Reland, 1653. -- Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Melchior Fuchs, 1654.
=Hase=, ~Peter~. Maler in Riga um die Mitte des 15. Jahrh. Er malte 1460 eine Tafel für den Altar der Losträger in der Petrikirche mit den Patronen der Gilden und erhielt dafür 50 Mark rigisch.
(C. Mettig.)
=Hasselblatt=, ~Adolf~. Bildhauer und Landschaftsmaler. Geb. 19. Juni 1823 im Pastorat Roethel in Estland; gest. 7. August 1896 in Winnenden i. W., kam nach Petersburg in eine Gypsgiesserei und hier in Berührung mit verschiedenen Künstlern. Ende der vierziger Jahre besuchte er die Petersburger Akad. und absolvierte sie mit der gr. silb. Med. Er beteiligte sich an den ornamentalen Arbeiten für die Isaakskirche in Petersburg, nahm aber später das Amt eines Zeichenlehrers in Wiborg an. Um sich in der Landschaftsmalerei auszubilden begab er sich von hier nach Düsseldorf und besuchte darauf Italien. Seine Ansicht es als Künstler zu keiner Bedeutung bringen zu können, veranlasste ihn schliesslich zur Aufgabe des Berufs. Die Mehrzahl seiner Arbeiten befindet sich im Familienbes. Das Mus. zu Reval besitzt von ihm eine finnländische Landschaft.
Nach Familiennachrichten (Jul. Hasselblatt-Norden).
=Hau=, ~Eduard~. Porträt- und Perspektivmaler. Geb. 16. Juli 1807 in Reval, als Sohn des Malers Johannes H., gest. in Petersburg. Nachdem er den Unterricht seines Vaters genossen hatte, bezog er 1830 die Akad. in Dresden, verliess diese aber schon nach zwei Jahren, um sich mit der Schriftstellerin Nelly Strieker in Altenburg zu vermählen. 1836 kam er nach Dorpat und begann hier ein grosses Porträtwerk: die Bildnisse der Universitätsprofessoren, die in gr. fol. seit 1837, von F. Schlater lithogr. in 6 Heften erschienen. Zu Beginn der vierziger Jahre zog er nach Petersburg und wurde hier von der Akad. 1854 für ein das Treppenhaus der Eremitage darstellendes Bild zum Akademiker ernannt. Er wandte sich jetzt ganz der Interieurmalerei zu und schuf eine Folge von Ansichten aus den Zimmern der Kaiserl. Schlösser, besonders aus dem Winterpalais und aus Gatschina. Die Sammlung von Porträts der Professoren an der Kaiserlichen Universität Dorpat umfasst folgende Bildnisse: Heft 1: Fr. Busch, C. C. Ulmann, C. G. v. Bröcker, W. F. Clossius, A. v. Reutz. -- Heft 2 und 3: C. F. Otto, F. G. v. Bunge, J. F. Erdmann, G. F. v. Sahmen, P. Walter, A. Hueck, N. Pirogoff, G. B. Jäsche, W. Struwe, H. M. Jakobi. -- Heft 4 und 5: C. A. v. Madai, A. W. Volckmann, F. G. Bidder, F. Göbel, C. Morgenstern, F. Schmalz, F. Parrot, C. L. Blum, C. F. Neue, H. von Köhler (Privatdozent). -- Heft 6: A. v. Bunge, F. D. Friedländer, F. Kruse, M. Rosberg, C. A. Senff. -- Ferner von ihm: Porträt des Prof. F. G. von Bunge in kl. fol. -- Porträt des Generalleutenants F. v. Driesen, lith. nach dem Original v. Rosenberg 1839, gedr. v. F. Schlater. -- Porträt des Oberlehrers Dr. Aug. Carlblom. Lith. kl. fol. -- Porträt des Pastors H. W. Cruse in Mitau. Lith. kl. fol. -- Porträt des Oberpastors zu St. Olai in Reval Chr. Gottl. Mayer. Lith. v. Schlater, kl. fol.
Inland 1837 S. 212 und 792; 1838 S. 528 und 830; 1839 S. 159; 1854 S 866. -- W. Neumann, Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 100.
=Hau=, ~Johannes~. Landschaftsmaler. Geb. 30. März 1771 in Flensburg; gest. 22. Juli 1838 in Reval, Vater des Vorigen, kam in jugendlichen Jahren nach Reval und erwarb sich hier in kurzer Zeit einen Ruf als geschickter Landschafter. 1828 gab er mit Karl v. Kügelgen eine Sammlung Revaler Ansichten heraus unter dem Titel: „Collection de XII vues gravées à l’aquatinta“. Dieselbe Sammlung erschien später in Lithographien von Th. Gelhaar im Verlage von G. Eggers in Reval. -- Eine Ansicht des Brandes der Olaikirche, 1820 (Zeichn.) befand sich im Bes. des Admirals von Proffen. -- Eine Ansicht von Reval (Gouache), 1901 im Rigaer Kunsthandel.
Revaler wöchentl. Nachrichten 1823 S. 905 und 939. -- G. v. Hansen, Die Kirchen und ehem. Klöster Revals III. Aufl. S. 51. -- W. Neumann, Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 76 u. 99.
=Hau=, ~Woldemar~. Porträtmaler. Geb. 4. Februar 1816 in Reval als Sohn des Vorigen und Stiefbruder von Eduard H.; gest. 11. März 1895 in Petersburg. Er erhielt seine Vorbildung durch den Maler Karl Ferd. v. Kügelgen und lenkte durch ein tüchtig gemaltes Porträt des Revaler Militärgouverneurs, Admirals Grafen Ferd. v. Lütke (1832) die Aufmerksamkeit der Gräfin Baranoff, einer Hofdame, auf sich, die ihn dem Prof. Alex. Sauerweid empfahl. Durch Sauerweids Vermittlung wurde er Schüler der Akad., absolvierte sie und begab sich 1838 nach Deutschland und Italien. 1840 nach Petersburg zurückgekehrt, wurde er zum Hofmaler ernannt und 1849 für ein Porträt der Grossfürstin Maria Nikolajewna, Herzogin von Leuchtenberg, von der Akad. zum Akademiker befördert. Die Mitglieder der Kaiserlichen Familie von Nikolaus I. bis auf Alexander III. hat er wiederholt gemalt. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehört die aus ca. 200 Miniaturporträts bestehende Sammlung von Bildnissen der Veteranen des Ismailowschen Garde-Reg. und der Leibgarde zu Pferde für den Kaiser Nikolaus I., zu dessen 50jährigem Jubiläum als Chef dieser Regimenter. 1838 malte er die Miniaturporträts des Herzogs Wilhelm v. Nassau und dessen Gemahlin. Sein Bild, den Kaiser Nikolaus I. auf dem Sterbebette darstellend, wurde von Feldt lith. 1870 musste er seine Tätigkeit wegen geschwächter Sehkraft einstellen. Sein Werk wird über 1000 Nummern geschätzt. Die literär. Ges. in Reval besitzt von ihm das Porträt des Dr. Ferd. Wiedemann, Gründers der Gesellsch., das Gymnasium das Porträt des Direktors L. Gahlnbäck.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer S. 99-100.
=Hauswald=, ~Karl Friedrich~. Lithograph. Gründete um 1829 eine lithogr. Anstalt in einem Hause der Kaufstrasse in Riga, dessen äussere Ansicht mit einer Empfehlung der Anstalt von ihm lithographiert wurde. 1835 wurde er „Gouvernements-Lithograph“ und 1838 suchte er bei der Akad. der Künste in Petersburg auf Grund vorgelegter Arbeiten um die Erteilung eines akademischen Grades nach, doch wurde sein Gesuch 4. 1. 1839 abgelehnt. Er erblindete in den letzten Jahren seines Lebens. Von ihm: die Ansichten des ehemals Loss’schen Hauses in der Kaufstrasse, um 1830. -- Sechs Ansichten von Riga; lith. nach G. C. Scharlow, 1830 in einem Heft erschienen. -- Porträt des Rigaschen Bürgermeisters J. J. Rolssen; lith. nach D. Jantzen, 1833. -- Malerische Ansichten aus Riga und Umgebung. 12 Blatt in 2 Heften qu. fol., lith. nach D. Jantzen, 1835. -- Zwei Ansichten von Riga mit der Dünabrücke. -- Altar der Petrikirche. -- Grundriss und Fassade des Gouvernements-Gymnasiums. Lith. -- Porträt Luthers, ganze Figur. Lith. -- Der „Wasserkarl“; lith. nach O. Berthing, 1835. -- Ansicht von Pleskodahl; lith. nach einer Zeichnung v. C. S. (C. v. Sengbusch). -- Ansicht des Kurhauses in Kemmern bei Riga, als Umschlag zu der Broschüre: Kurze Darstellung des Badeorts Kemmern in Livland, 1838. Lith. Unterschr.: Bad Kemmer (sic). -- Ansicht von Dorpat nach einem Aquatinta von C. Senff, 1806. -- Steinzeichnung nach einem Entwurf von Thorwaldsen zu einem Erinnerungsdenkmal der Verbindung der Ostseeprovinzen mit Russland seit 1710. Abgedruckt im Inland 1836.
Rigasche Stadtbl. 1830 S. 371; 1833 S. 318; 1835 S. 366 und 404; 1837 S. 244; 1840 S. 310. -- Inland 1836 S. 57 ff.
=Hay=, ~Johann Eduard~. Porträtmaler. Geb. 1815 in Riga; gest. 1841 in Genua. Er war von seinem Vater zum Kaufmannsstande bestimmt, durfte aber schliesslich seinem Wunsche, die Künstlerlaufbahn zu beschreiten, folgen. Seine Vorbildung erhielt er von dem Maler L. Bülow, ging dann nach Düsseldorf, wo er Schüler von Prof. A. Schroeter wurde und nach dreieinhalbjährigem Aufenthalt nach Italien, wo er in Genua der Schwindsucht erlag. Das städt. Museum besitzt von ihm das Porträt seines ersten Lehrers.
=Hefftler=, ~Karl Eduard~. Landschaftsmaler. Geb. 26. April 1853 in Reval, trat 1876 in die Petersburger Kunstakad. zum Studium der Architektur und absolvierte sie 1880 mit dem Range eines freien Künstlers. Sein Talent für malerische Darstellung von Architekturen wurde Veranlassung, dass er sich der Malerei zuwandte und speziell der Aquarellmalerei, die er in Deutschland, Oesterreich, Frankreich und Italien studierte. Er lebt in Petersburg, wo er, bis eintretende Kränklichkeit ihn am Schaffen zu hindern begann, zu den vorzüglichsten Aquarellisten gehörte.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 164-166.
=Heintz=, ~Tobias~. Kunsttischler. Geb. um 1590, befand sich 1617 als „Hoftischler“ in herzogl. kurländischen Diensten. Von ihm ein reich ausgestattetes mit vier biblischen Szenen und seinem Porträt in Intarsia geschmücktes Betpult, das er 1617 für die Trinitatiskirche schuf, jetzt im Mus. zu Mitau. Vermutlich sind von ihm auch die Brüstungen der östlichen Emporen in dieser Kirche, inschriftlich von 1616.
Sitzungsber. der kurl. Ges. für Lit. und Kunst 1868 S. 228. -- W. Neumann, Grundriss einer Gesch. der bild. Künste und des Kunstgewerbes in Liv-, Est- und Kurland 1887 S. 161.
=Hellwig=, ~Friedrich~. Theatermaler. Geb. 1832 in Bremen; gest. 1898 in Wien, erhielt seine Ausbildung im Atelier des Hoftheaters zu Oldenburg, wurde dann Schüler von Joh. Mühldorfer in Mannheim und 1863 dessen Nachfolger. Im Herbst 1866 kam er nach Riga, wo seine erste grössere Arbeit die Herstellung der Dekorationen zur Oper Oberon war, der bald die Dekorationen zur Afrikanerin folgten. 1870 ging er nach Nürnberg, kehrte aber 1878 nach Riga zurück und blieb hier bis zu seiner Pensionierung (Mai 1890). Zu seinen bedeutendsten Arbeiten während dieses zweiten Aufenthalts in Riga gehören die Dekorationen zu Gounods Faust. In Privatbes. von ihm mehrere ansprechend gemalte Landschaften.
Neue Ztg. für Stadt und Land 1880 Nº 29. -- Dünaztg. 1892 vom 20. Juni (2. Juli). -- Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon S. 91.
=Hembsen=, (~Hemssen~, ~Hemessen~) ~Hans v.~ Maler. Geb. im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts in Lübeck; gest. in Reval vor 1673, erlernte die Kunst bei dem Lübecker Maler Philipp Röseler, arbeitete dann in Königsberg und Danzig, und richtete am 15. März 1616 an den Lübecker Rat ein Gesuch um Zulassung als Freimeister, das aber auf Grund einer Supplik der Amtsmeister abgeschlagen wurde. Am 26. April 1625 wiederholte er sein Gesuch unter gleichzeitiger Vorzeigung eines Gemäldes, das eine Ansicht des Audienzsaales im Lübecker Rathause vor seiner Erneuerung im Jahre 1573 und als Staffage eine Sitzung des Obergerichts darstellt (jetzt in der Hörkammer des Lübecker Rathauses). Dieses zweite Gesuch wurde mit gewissen Einschränkungen genehmigt. 1635 malte er das Epitaph des 1634 verst. Lübecker Bürgermeisters Lorenz Müller mit dem Porträt des Verstorbenen und mit Darstellungen der Kreuzigung und der Auferstehung Christi (Marienkirche zu Lübeck). Seit 1637 ist er in Reval nachweisbar, wo er ebenfalls schwere Kämpfe mit den Amtsmeistern durchzumachen hat. Werke sind ihm hier mit Sicherheit nicht nachzuweisen.
P. Hasse in d. Zeitschr. d. Vereins f. Lübeckische Gesch. u. Altertumskunde. -- Ders. Aus der Gesch. d. Lübecker Malerei von 1550-1700, Lübeck 1900 mit Abb. v. J. Nöhring. -- W. Neumann in d. Sitzungsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde, Riga 1898 S. 52.
=Hembsen=, ~Albrecht v.~ Maler. Geb. in Lübeck um 1625; gest. in Reval an der Pest 1657. Er kam mit seinem Vater Hans um 1637 nach Reval und erlernte unter seiner Leitung die Kunst der Malerei. Es wird von ihm berichtet, dass er viele Porträts, namentlich adeliger Personen, gemalt habe. Er übernahm in der Folge die Geschäftsführung für die Witwe des Malers Peter Wicherts in Reval und malte ein Jahr und 20 Wochen an den Tafeln für die Kanzel (wahrscheinlich für die 1684 durch Brand zerstörte Kanzel der Domkirche); auch das Epitaph des Obersten Rechenberg, vermutlich auch 1684 durch den Brand der Domkirche zerstört, wurde von ihm gemalt.
W. Neumann in d. Sitzungsber. der Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde, Riga 1898 S. 54 ff.
=Herrle=, ~Karl~, aus München, arbeitete von 1870-1872 als Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater, wo zu seinen bedeutendsten Arbeiten die Dekorationen zu den Meistersingern gehören. Er war auch ein geschickter Landschaftsmaler und stellte wiederholt in Riga aus. Man hat von ihm Ansichten aus dem alten Riga und aus Treyden.
Rigasche Ztg. 1871 Nº 47; 1874 Nº 51. -- Rigaer Theater- u. Tonkünstlerlexikon S. 94.
=Hess=, ~Friedrich Wilhelm~. Architekt. Geb. 1822; gest. 23. Mai 1877 in Riga, war in Petersburg Schüler des Prof. H. Bosse und wurde 1851 von der Akad. zum freien Künstler ernannt. Seit 1852 war er in Riga beim Bau der Börse und neben dem Architekten H. Scheel auch beim Bau des Stadttheaters beschäftigt. Zu seinen selbständigen grösseren Bauausführungen gehören in Riga die Häuser de Chey und Minus. Von 1857-1860 erbaute er das Schloss Kolzen in Livland.
Inland 1851 S. 934. -- Ztg. f. Stadt u. Land 1877 Nº 119 u. 121. -- Rigasche Ztg. 1877 Nº 116 Beilage. -- Rigasche Industrieztg. 1877 Nº 2.
=Hess=, ~Karl Gotthard~. Lithograph. Geb. 1818; gest. 1867 in Riga, lebte anfangs in Petersburg und machte sich 1859 in Riga ansässig. Von ihm: Ansicht von Riga vom Wöhrmannschen Park aus nach Abtragung der Wälle. -- Riga mit der Dünabrücke, umgeben von 26 kleinen Ansichten der bedeutendsten Gebäude 1863.
Inland 1859 S. 687. -- Rigasche Stadtbl. 1859 S. 291; 1862 S. 402; 1867 S. 114.
=Heubel=, ~Alexander~. Historienmaler. Geb. 9. April 1813 in Lemsal; gest. 22. Jan. 1847 in Riga. Das Talent des Knaben hatte die Aufmerksamkeit eines Dorpater Studenten, des nachmaligen Predigers an der St. Annenkirche zu Mitau, Wilhelm Pantenius, erregt und diesen veranlasst ihn in den Wissenschaften zu unterrichten. 1829 kam H. nach Riga und genoss hier den Unterricht des Malers G. H. Büttner. Mit dem Maler Joh. Karl Bähr zog er im Herbst 1832 nach Dresden, um in die dortige Akad. einzutreten, ging aber 1834 nach Düsseldorf, wo er sich an Bendemann anschloss. 1841 begab er sich mit seinem Studiengenossen Ludw. Haach nach Rom, von wo er, schon kränkelnd, 1845 in die Heimat zurückkehrte. Ausser verschiedenen Bildnissen sind von ihm bekannt: Moses, unterstützt von Aron und Hur, den Sieg über die Amalekiter erflehend, 1837 (Bes. Gal. Brederlo, Riga). -- Hiob und seine Freunde (In Düsseldorf gem. kam in den Bes. des Senators Jähnisch, Hamburg. Die Farbenskizze in der Brederloschen Galerie). -- Kopf eines alten Mannes, Studie, (Bes. Gal. Brederlo, Riga). -- Heilige Familie (Kam in den Bes. des Apothekers Heubel in Dorpat; die Farbenskizze in der Gal. Brederlo). -- Italienerin aus Albano und Flucht nach Aegypten (Vom Rigaschen Kunstverein 1877 aus dem Besitz des Hofgerichtspräsidenten E. v. Sivers erworben). -- Die drei Männer im feurigen Ofen (1841-1844 in Rom im Auftrage der Kaiserin v. Russland gem., jetzt im Schlosse zu Ropscha. Farbenskizze in der Gal. Brederlo. Karton im Bes. des Staatsrats E. Krüger, Mitau). -- Portr. des Malers Theobald Reinhold, Freiherrn v. Oër. 1844 in Dresden gem. -- Christus auf Wolken schwebend, Altargem. für die St. Jakobikirche in Riga, 1845 gem. -- Selbstbildnis, in Rom gem. (Im Familienbes., Charkow). -- Selbstbildnis 1846 gem. (Bes. Gal. Brederlo, Riga). -- Selbstbildnis (Bes. Städt. Museum, Riga aus dem Bes. des Hn. M. v. Tunzelmann -- Adlerflug). -- Von ihm die Entwürfe zu den Figuren der Charitas und der Mildtätigkeit am ehemaligen Waisenhause (jetzt Stadtsparkasse) in Riga 1846.
Rigasche Biographien II S. 135. -- W. Müller v. Königswinter, Düsseldorfer Künstler. -- W. Neumann, Baltische Maler u. Bildhauer des 19. Jahrh. S. 51-53.
=Heubel=, ~August Gotthilf~. Holzschnitzer und Kunsttischler. Geb. 17. Dezember 1760 zu Zedenik in der Ukermark; gest. 24. Mai 1846 in Walk, Vater des Vorigen, kam um 1780 nach Riga, liess sich 1810 in Lemsal nieder und zog 1829 nach Dorpat. Von ihm haben sich einige vortrefflich stilisierte Altäre erhalten, wie der Altar in der Kirche zu Lemsal (1785), Altar und Kanzel in der Kirche zu Wangasch (Kirchspiel Rodenpois) 1790, Altar der Domkirche zu Riga 1817 nach einem Entwurf des Prof. Krause in Dorpat. (Dieser wurde 1895 abgebrochen, die Figuren des Moses und Johannes wurden bei der Neuaufstellung des Altarbildes in der Südkapelle am Turm, wieder verwendet.) -- Ein Teebrett in Mosaikarbeit mit einer Darstellung des Schwurs auf dem Rütli, erwähnt von Seume in „Mein Sommer 1805“, scheint von Heubel angefertigt worden zu sein.
Inland 1842 S. 312; 1847 S. 657 ff. -- Rigasche Stadtbl. 1821 S. 212. -- 10. und 11. Rechenschaftsbericht der Rigaschen Dombauabteilung 1894 und 1895 S. 74.
=Heydenreich=, ~Detlaus v.~ Architekt. Geb. 24. Oktober 1818 in Riga; gest. 2. November 1896 in Petersburg, besuchte von 1834-1839 die Petersburger Akad. um Architektur zu studieren. 1844 wurde er zum Akademiker befördert. Er diente im Ressort der Wege- und Wasserkommunikationen.
Inland 1851 S. 134.
=Heydtmann=, ~Alexander Wilhelm~. Maler. Geb. um 1750 auf dem Gute Salven in Kurland; gest. in Riga, erlernte das Malerhandwerk und bildete sich auf Reisen weiter aus. 8. 1. 1773 wurde er Meister des Rigaschen Maleramts und 18. 1. 1773 Rigascher Bürger. Von 1787-1795 war er Aeltermann des Rigaschen Maleramts. Von ihm ein grosses Wandbild, die sog. Bombe Peters des Gr. im ehemaligen Hauptsaal der Stadtbibliothek, dem jetzigen Konfirmandensaale der Domkirche, 1786 von ihm nach einem Entwurf des Barons Woldemar von Budberg ausgeführt.
Protokolle des Rigaschen Kämmereigerichts Bd. 29 S. 209-10. -- Publica des Rigaschen Rats Bd. 178 S. 324. -- W. Neumann, Führer durch die Rigasche Domkirche, 1897 S. 23.
=Heyne=, ~Arthur~. Maler. Geb. 8. Oktober 1876 in Mitau, besuchte 1895 die Kunstschule in Weimar und ging nach dreijährigem Aufenthalt daselbst nach München.
=Hilbig=, ~Gustav Ferdinand Alexander~. Architekt. Geb. 24. Oktober 1822 in Breslau; gest. 8. Februar 1887 in Riga, besuchte die Königl. Kunst- und Bauhandwerkschule zu Breslau, dann das Gewerbe-Institut zu Berlin und schliesslich die dortige Bauakad. Von 1846-1852 war er unter Stüler beim Bau des neuen Museums in Berlin tätig und wurde nach Ablegung des Lehrerexamens 1851 als Lehrer an die neugegründete Provinzial-Gewerbeschule zu Krefeld berufen. Im April 1863 folgte er einem Rufe als Professor an das Polytechnikum zu Riga. -- Zu seinen bedeutendsten Bauausführungen gehören: die Gewerbeschule in Krefeld, das Polytechnikum in Riga, die Schiffsspeicher in Mühlgraben, das Maschinengebäude des Rigaschen Wasserwerks, das chemische Laboratorium des Polytechnikums (jetzt umgebaut) und die Paulskirche in Riga.
=Hilbig=, ~Hermann Otto~. Architekt. Geb. 8. Mai (26. April) 1860 in Krefeld, Sohn des Vorigen, studierte von 1877-1881 Architektur am Rigaschen Polytechnikum und 1882/83 an der technischen Hochschule in Berlin, wurde 1884 Assistent am Rigaschen Polytechnikum und war von 1886-1893 Dozent für Bauwissenschaft an demselben. Seit seiner Niederlegung des Lehramts lebt er in Riga als freipraktizierender Architekt. Von ihm die luth. Kirche zu Bilderlingshof am Rigaschen Strande, der Ausbau des „Sandturmes“ (ehemaliger Befestigungsturm) zum Konventsquartier für die Studentenkorporation Rubonia, die Wohnhäuser Schilling (gr. Sandstr. 20), v. Haken (gr. Sandstr. 32), v. Ertzdorff-Kupfer (Ecke d. Kaisergarten- und Elisabethstr.), das eigne Wohnhaus (Basteiboulevard 9), mehrere Sommervillen in Oger bei Riga.
Nach Autobiographie.
=Hiller=, Porzellanmaler, lebte während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Riga. 1838 berichtet das Inland über von ihm ausgestellte Porzellanmalereien. Auf der Kunstausstellung von 1842 befanden sich von ihm: Eine Vase mit dem Bilde „Pilger in der Wüste“ nach H. Stilke (in der Gal. Raczynski, Berlin), vermutlich nach der Lithogr. v. Sprick; mehrere Tassen mit Rigaschen Ansichten und mit Porträts.
Inland 1838 S. 459.
=Hindorf=, ~Alfred~. Geb. zu Laiden in Kurland am 12. Mai 1824, trat 1844 als Pionier in die preussische Armee, in der er 36 Jahre diente. 1863 wurde ihm die Oberleitung des Ausbaues der Burg Hohenzollern übertragen. 1877 mit dem Rang eines Generalmajors verabschiedet, liess er sich in Charlottenburg nieder. Von ihm: Sommermorgen auf dem Faulhorn im Mus. Richartz-Walraff in Köln. -- Rügenscher Strand. -- Einzug des Königs Wilhelm und des Kronprinzen an der Spitze der schlesischen Truppen in Breslau am 18. September 1866, begrüsst durch Oberbürgermeister Hobrecht, 1882. Schles. Mus., Breslau. -- Kriegsszenen aus dem Feldzuge von 1866. Farb. Lithogr. in qu. fol.
S. v. Bötticher, Malerwerke des 19. Jahrh.
=Hintze=, ~Benedikt~. Baumeister. Erbaute vom 19. Juli 1636 bis 1. August 1638 die Jesuskirche in Riga, die etwa 20 Jahre später abbrannte.
Rigascher Almanach 1875. -- W. Busch, Gesch. d. Jesuskirche zu Riga.
=Hippius=, ~Gustav Adolf~. Porträtmaler. Geb. 1. März 1792 im Pastorat Nissy in Estland; gest. 24. September 1856 in Reval; begraben in Haggers. Er erhielt den ersten Kunstunterricht durch den Maler E. Höppner in Reval und konnte dann an dem Unterrichte des Malers S. Walther teilnehmen, den der Dichter Aug. v. Kotzebue für seine Kinder aus Deutschland hatte kommen lassen und der auch den jungen Ignatius, den Sohn des Propstes Ignatius in Haggers, in der Kunst unterrichtete. Zu weiterer Ausbildung ging H. 1812 ins Ausland und trat nach vorübergehendem Aufenthalt in Berlin, Dresden und Prag in die Wiener Akad. Von hier zog er 1817 mit dem Kurländer Eggink nach Rom, wo er im Overbeck-Cornelius’schen Künstlerkreise bald zu den beliebtesten Persönlichkeiten gehörte. Auf der Heimreise seinen Weg durch die Schweiz nehmend, machte er in Iverdun die Bekanntschaft des greisen Pestalozzi, dessen Porträt er zeichnete (später von ihm lithogr. vervielfältigt). 1820 liess er sich in Petersburg nieder, wo er den Unterricht an mehreren höheren Unterrichtsanstalten übernahm und gleichzeitig als Porträtist viel beschäftigt war. 1850 zog er sich nach Reval zurück. -- Ausser einer Anzahl tüchtiger Porträts gehört zu seinen bedeutendsten Arbeiten das lithographierte Porträtwerk: les Contemporains, das seit 1822 in 8 Heften in gr. fol. erschien. Heft I. Metropolit Michael. -- Minister Graf W. P. Kotschubei. -- Baron A. G. Strogonow. -- Dichter J. A. Krylow. -- Bildhauer J. J. Martos. Heft II. -- Fürst P. W. Lapuchin. -- Fürst N. G. Repnin. Graf M. M. Speransky. -- Präses der Kunstakademie A. J. Olenin. -- Dichter W. A. Joukoffsky. Heft III. -- Erzbischof Sestrenzewitsch. -- General Graf Arakschejew. -- Graf Capodistria. -- Akademiker F. J. Schubert. -- Professor A. E. Jegorow. Heft IV. -- Fürst A. N. Golitzin, Minister der Volksaufklärung. -- Geheimrat J. J. Dimitrew. -- Vizeadmiral A. S. Schischkow. -- Staatssekretär für Finnland Graf Rehbinder. -- Akademiker Krug. Heft V. -- Finanzminister Graf Gurjew. -- Marquis Paulucci. -- Graf Sobolewsky. -- Generalstabsarzt Rehmann. -- Hofmaler Karl v. Kügelgen. Heft VI. -- Herzog Alexander von Württemberg. -- Fürst Dimetrius Golitzin. -- Baron Campenhausen. -- Graf Uwarow. -- Bortnjansky. Heft VII. -- Fürst Lobanow-Rostowsky. -- Admiral Mordwinow. -- A. Balaschew. -- Vizeadmiral Greigh. -- Historiker Karamsin. Heft VIII. -- Graf Miloradowitsch. -- Staatssekretär Kikin. -- Generalgouverneur von Archangelsk Minitzky. -- A. S. Puschkin. -- A. J. Krusenstern. Ergänzungsblätter. -- Graf Nesselrode. -- Graf Kankrin. -- Prof. N. J. Bulgakow. -- Akademiker Fischer. -- Schebujew. -- Er gab heraus: Le jeune dessinateur, cour d’études progressives à l’usage des écoles. 4 Hefte mit 32 Bl. Vorlagen. -- Elemente der Zeichenkunst. 66 Bl. Vorlagen. -- Blumenvorlagen 24 Bl. - Grundlagen einer Theorie der Zeichenkunst. Petersburg und Leipzig, 1842 (wurde ins Russische übertragen). -- Kunstschulen, 1850.
Inland 1842 S. 260; 1847 S. 707; 1850 S. 460, 712 u. ff.; 1852 S. 724; 1856 S. 105. -- Rigasche Stadtbl. 1822 S. 161, 476. -- Kunstblatt 1857 S. 250. -- Ostseeprovinzenblatt 1823 Nº 28. -- Baltische Monatsschrift Bd. 36 S. 30-49 und 107-130. -- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 21-23.
=Hippius=, ~Otto Pius~. Architekt. Geb. 5. Mai 1826 in Petersburg; gest. 29. August 1883 zu Pargola, Sohn des Vorigen. Er erhielt seine fachmännische Ausbildung auf dem Polytechnikum zu Karlsruhe, das er 1849, mit der goldenen Medaille ausgezeichnet, absolvierte und besuchte darauf die Petersburger Kunstakademie. 1863 wurde er zum Akademiker ernannt und 1879 für seinen Konkurrenzentwurf zu einem Berliner Dom zum Professor befördert. H. hat sich manche Verdienste um die Gestaltung des protestantischen Kirchenbaues erworben. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wirkte er auch als Lehrer an verschiedenen Anstalten in Petersburg, so an der Stieglitzschen Zentral-Zeichenschule und als Dozent für Literaturgeschichte an der Bauschule. Von ihm die Kirchen zu Schemacha, die Karlskirche zu Reval (1870 geweiht) und die Michaelskirche zu Narva (1886 vollendet), die Gebäude der Gasanstalt in Petersburg, Schloss Sagnitz für den Grafen Berg, die Entwürfe zu dem evangelischen Hospital in Petersburg (in Wien auf der Welt-Ausstellung 1873 mit der gold. Medaille prämiiert). Er veröffentlichte: „Darf der Berliner Dom ein Kuppelbau sein?“ 1871.
Inland 1850 S. 711; 1851 S. 934. -- Rigasche Zeitung 1869 Nº 293; 1871 Nº 295; 1873 Nº 188; 1883 Nº 204. -- Zeitung für Stadt und Land 1879 Nº 204. -- Rigasche Industriezeitung 1877 Nº 2.
=Hoeflinger=, ~Louis~, Lithograph, aus Hessen gebürtig, erwarb 1857 die Schlatersche lithographische Anstalt in Reval und verlegte sie im nächsten Jahre nach Dorpat. Er beschäftigte sich auch mit Photographie. Aus seiner Anstalt gingen hervor: Ansicht von Dorpat vom Rosengarten aus. -- Farbige Ansicht von Dorpat (mit 14 Platten gedruckt). -- Album von Dorpat und Umgegend, 20 Blatt, 1860 erschienen, teils nach Zeichnungen von Iwansohn, in Irisdruck ausgeführt in Berlin, qu. fol. -- Kommersbild der Curonia, II. Sem. 1857 nach Iwansohn. -- Zehn Ansichten von Dorpat auf Briefbogen. -- Plan der katholischen Kirche in Dorpat 1861. -- Zwei Ansichten aus Fellin: Schlossruine und Ansicht der Stadt, qu. 8^o. -- Porträt des Lehrers Isidor de Friou, Lith. in 4^o. -- Porträt des Livländers Reinh. Patkul im Oval mit faksimilierter Unterschrift, Lith. 8^o. -- Kalender für 1859 mit lith. Ansichten aus Riga, Reval, Pernau. -- Ansicht von Narva nach N. Schmor, 1857, 4^o. -- Schlossruine zu Hapsal (auch farbig) für Briefbogen.
Inland 1857 S. 365; 1858 S. 347; 1860 S. 797. -- Sitzungsbericht der Gelehrt. estn. Gesellschaft 1861 S. 42.
=Hofmann=, Bild- und Tapetenwirker lebte im 17. Jahrhundert in Mitau.
Mirbach, Kurische Briefe II S. 255 (J. Döring).
=Hoffmann=, ~Julius~. Geb. 1803 in Riga; gest, 1841 (?) in Rom, besuchte die Petersburger Akademie und ging mit seinem Studiengenossen Bruni, dem späteren Professor der Akademie um 1830 nach Rom. Eine Kopie der Grablegung nach Caravaggio und eine Kopie des Parnasses von Raffael wurden der Akademie überwiesen. -- Im Besitz des Hn. v. Firks auf Wandsen befanden sich zwei Porträts, 1833 in Rom gem. und eine italienische Landschaft, die Tassoeiche. Ein männliches Porträt war 1842 auf der Kunst-Ausstellung in Riga.
=Hoffmann=, ~Oskar~. Maler und Radierer. Geb. 24. Januar 1851 in Dorpat, trat 1871 in die Düsseldorfer Akademie und arbeitete unter E. Dücker. 1878 gründete er ein eignes Atelier, zog aber 1884 nach Petersburg. Die heimatliche Landschaft und die estnische Bevölkerung bilden in der Mehrzahl die Gegenstände seiner ansprechenden Gemälde. Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm: Estnische Bauern bei der Kartoffelernte. Von seinen Radierungen nennen wir: Estnische Bauern in Unterhaltung, Orig.-Radierungen Düsseldorfer Künstler, Heft III. 1879. -- Estnischer Bauernhof mit einem korbflechtenden Manne und zwei Kindern. Orig.-Radierungen Düsseldorfer Künstler, Heft V. -- Livländische Landschaft, bez. Osc. H. fc. 1880 in „Kunst und Leben“ herausg. v. Bodenstedt 1881, III. -- Fischer mit Kindern; bez. Osc. H. fc. 1881. Graphische Künste, 1884. -- Livländische Landschaft (Heiligensee) bez. umgekehrt. 88 cf. H. sc., im Вѣстникъ изящ. искусствъ 1887. -- Este; bez. Оск. Г. fc. 83, daselbst.
=Hoffmann=, ~Otto~. Architekt. Geb. 23. September 1866 im Pastorat Maria-Magdalenen in Estland, besuchte zunächst die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg und studierte von 1886-1892 Architektur am Rigaschen Polytechnikum. Er wurde 1894 Assistent am Polytechnikum für darst. Geometrie und Baukonstruktionslehre und ging dann zu Studienzwecken nach Deutschland, Oesterreich, Italien und Frankreich. 1896 Adj. Professor für Bauwissenschaften am Rigaschen Polytechnikum; z. Z. ord. Professor und stellvertr. Direktor. Er erbaute die Taubstummenanstalt in Riga, erhielt 1898 den 2. Preis bei der Konkurrenz um den Bau der Marien-Diakonissenanstalt in Riga und wurde mit der Ausführung des Projekts betraut. 1898-1902 leitete er den Ergänzungsbau des Rigaschen Polytechnikums nach den Plänen des Professors J. Koch und führte von 1900-1901 den Umbau des Polytechnikums aus.
Nach Autobiographie.
=Holst=, ~Matthias v.~ Architekt. Geb. 4. Oktober 1839 in Fellin als Sohn des dortigen Pastors Valentin v. H., gest. im April 1905 in Berlin; studierte bis 1881 am Polytechnikum zu Hannover, dann in Zürich Architektur und arbeitete unter Leins in Stuttgart und unter Ferstel in Wien. 1866 liess er sich in Riga nieder und übernahm zeitweilig das Amt eines städtischen Baurevidenten. 1876 siedelte er nach Berlin über, wo er mehrere grosse Bauten, z. T. in Gemeinschaft mit dem Professor Karl Zaar, ausführte. Von seinen hiesigen Bauten sind zu nennen: Die Peter-Paulskirche in Fellin, die Türme der Kirchen zu Paistel und Kallist, die Hochbauten der Riga-Mitauer Eisenbahn und drei grössere Wohngebäude in Riga, (Nº 9 am Nikolaiboulevard (eignes Haus), Nº 21 am Thronfolgerboulevard, Nº 1 in der Ingenieurstr.), an denen er den Rohziegelbau architektonisch durchzubilden bemüht war.
Nach Autobiographie.
=Hoppe=, ~Ferdinand Theodor~. Marine- und Landschaftsmaler. Geb. 23. Februar 1848 in Dorpat; gest. 2. Dezember (18. November) 1890 in Düsseldorf, wurde Schüler der Düsseldorfer Akademie und von E. Dücker, dem er in seinen Arbeiten zuweilen nahe kommt. Motive vom Ostseestrande und von der Insel Rügen sind vorherrschend Gegenstand seiner Bilder. Einzelne von ihnen in baltischem Privatbesitz.
Rigasche Zeitung 1870 Nº 273; 1872 Nº 138; 1876 Nº 170; 1877 Nº 9; 1880 Nº 226; 1881 Nº 197; 1882 Nº 74. -- Dünazeitung 1890 Nº 271. -- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 153.
=Hoppe=, ~Friedrich~. Porträtmaler. Geb. 28. März 1838 in Riga, wurde Schüler des Malers O. Berthing und begab sich 1856 zu weiterer Ausbildung nach Antwerpen. Mittellosigkeit zwang ihn schon nach zweijährigem Aufenthalt nach Riga zurückzukehren, wo er durch Porträtmalen und Unterrichterteilen sich fortzubringen suchte. Ostern 1860 nahm er das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Mitau an. 1862 zog er nach München.
Rigasche Ztg. 1858 Nº 179; 1859 Nº 32; 1873 Nº 168; 1874 Nº 51.
=Hoppenditzel=, ~Niklas~. Fürstlicher Baumeister in Mitau; ist als solcher vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Jahre 1711 nachweisbar.
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche zu Mitau (J. Döring).
=Hostein=, ~Eduard v.~ Zeichnete in den zwanziger Jahren des 19. Jahrh. eine Reihe von Ansichten aus Reval und dessen Umgebung, die Jean Victor Adam mit Staffage versah, bei Lemourer in Paris lithographiert und von dem Kunsthändler Domenico Avanzo in Reval herausgegeben wurden. Sie stellen dar: Das kaiserliche Lustschloss in Katharinental. -- Den Eingang in den Garten von Katharinental. -- Die Rückseite des Domes. -- Reval von der Petersburger Strasse aus. -- Die grosse Strandpforte. -- Die Ruinen des Brigittenklosters. -- Aussicht auf Kosch. -- Reval von der Dorpater Strasse aus. -- Blick auf die Stadt vom Steenbockschen Hause aus. -- Schloss Fall. -- Reval von der Kappelschen Strasse aus. -- Die Lehmpforte zu Reval. -- Ansicht des Katharinentals vom Laaksberge her. -- Ansicht von Worms.
=Hueber=, Porträtmaler aus Tyrol, wahrscheinlich der Malerfamilie dieses Namens zu Imst in Tyrol angehörend, hielt sich vom Beginn der vierziger Jahre bis etwa 1850 oder 1852 in Riga und Dorpat auf, wo er eine grosse Anzahl von Bildnissen hinterlassen hat. Mehrere Bilder seiner Hand besass der Konsul v. Wöhrmann in Riga.
Rigasche Stadtbl. 1845 S. 380.
=Huhn=, ~Karl Theodor~. Historien- und Genremaler. Geb. 1. Dezember 1830 in Sissegal in Livland als Sohn des dortigen Schullehrers und Organisten; gest. 16/28. Januar 1877 zu Davos in der Schweiz. Sein früh sich zeigendes Talent veranlasste einen Kunstfreund, den Besitzer des Gutes Serbigal, v. Wulf, ihm die Möglichkeit zu weiterer Ausbildung zu gewähren. Er kam nach Petersburg und fand in dem Maler Wilhelm Pape, in dessen Hause er wohnte, seinen ersten Lehrer. 1852 trat er in die Akad., absolvierte sie mit der gr. gold. Medaille und dem Anrecht auf ein mehrjähriges Auslandsstipendium, doch kam er erst 1863 dazu von diesem Vorrecht Gebrauch zu machen. Er ging zunächst nach Deutschland, dann zu längerem Aufenthalt nach Paris und bereiste Frankreich, Spanien, Belgien und Holland. 1868 wurde er zum Akademiker ernannt und 1870 als Professor an die Petersburger Akad. berufen. Ein zunehmendes Kehlkopfleiden zwang ihn seit 1874 seinen Aufenthalt im Süden zu nehmen. Ausser einer Anzahl Porträts, hat er eine Reihe s. Z. Aufsehen erregender Bilder des historischen Genres geschaffen, auch vier Blätter radiert und zwei lithographiert. Von seinen bedeutenderen Gemälden seien genannt: Olympische Spiele; gem. 1860 (gold. Med. S. Petersburger Akad.). -- Sophie, die Tochter Witows auf der Hochzeit Wassilis; gem. 1861 (gold. Med. I der Petersburger Akad. Erworb. v. Medwednikow, Moskau). -- Ikonostasis der Pokrowkirche zu Jelabug im Wjätkaschen Gouvernement, 1862 in Gemeinschaft mit W. Wereschtschagin gem. -- Porträt der Schriftstellerin Markowitsch. (Paris 1863). -- Anbruch der Bartholomäusnacht, 1868 gem. (Im Mus. Alexanders III. in Petersburg. Eine Aquarellwiederholung in Bes. d. Akad. Auch vom Künstler radiert). -- Szene aus der Bartholomäusnacht, 1870 gem. (Bes. K. Soldatenko. Abb. in наши художн. S. 130 u. in W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19 Jahrh). -- Italienerin, gem. 1870 (Bes. Grossfürst Wladimir Alexandrowitsch). -- Kinder mit jungen Katzen am Herd, gem. 1872. (In Kaiserl. Bes.). -- Das kranke Kind. (Bes. Wargunin, Petersburg. Abb. in наши художн. S. 131). -- Zigeunerin mit dem Tambourin Münzen auffangend. Aquar. 1870. (In Kaiserl. Besitz). -- Plafond im Treppenhause des Anitschkow-Palais in Petersburg, 1873. -- Verkündigung Mariä, 1874. (In Kaiserl. Bes.). -- Lagernde Italienerin, 1874. (Bes. Sasikow, Petersburg). -- Die Kartenlegerin. (Bes. Konsul A. Heimann, Riga). -- Die Odaliske. (Abb. in наши художн. S. 131). -- Studienkopf. (Bes. Baron Girard, Reval). -- Normännische Bauernstube, Skizze. (Im Städt. Mus. zu Riga). -- Das Pastorat Sissegal bei aufziehendem Gewitter. (Privatbes.). -- Die Höckerin, Frauentrachten in Livland. (Bes. Dr. W. Neumann, Riga). Huhn beteiligte sich neben W. Timm an der Illustrierung des Paulyschen Werks: Les peuples de la Russie mit 61 Chromolith. gr. fol.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 111-114.
I
=Ignatius=, ~Otto Friedrich~. Historienmaler. Geb. 17. April 1794 im Pastorat Haggers in Estland; gest. 26. August 1824 in Petersburg. Sein erster Lehrer war der Maler Sigism. Walther, den der auf dem benachbarten Gute Schwarzen wohnende Dichter Aug. v. Kotzebue für seine Kinder hatte kommen lassen und an dessen Unterweisungen sowohl Ignatius als Hippius teilnahmen. Dann besuchte er die Petersburger Kunstakad., verliess diese aber schon nach kaum zwei Jahren, um seine weitere Ausbildung im Auslande zu suchen. Er ging zunächst nach Berlin, wo er zu dem Bildhauer Gottfr. Schadow in Beziehungen trat, dessen Tochter Adelheid er später heiratete. Von Berlin wandte er sich nach Wien. 1817 wanderte er mit seinem Studiengenossen A. Pezold nach Rom und trat hier zu Overbeck, Cornelius, Veith, Schnorr und Ludw. Richter in intimen Verkehr; besonders mit Overbeck verband ihn bald enge Freundschaft, um so mehr als sich seine Kunstanschauungen mit denen Overbecks völlig deckten. 1819 kehrte er in die Heimat zurück und begab sich dann nach Petersburg, wo er nach kurzer Zeit zum Hofmaler ernannt und von der Kaiserl. Familie mit grossen Aufträgen betraut wurde. Den Tod seiner jungen Gemahlin, mit der er kaum ein Jahr verheiratet war, verwand seine zart angelegte Natur nicht. Ein Jahr nach ihrem Hingange trugen die Freunde auch ihn zu Grabe. I. hat sich mit vielem Geschick auch als Dichter und Komponist betätigt. Sein poetischer Nachlass findet sich zum Teil abgedruckt in der Zeitschrift Estona, I. Jahrg. 1838. Seine Hauptarbeit, die Ausmalung der Kaiserl. Loge in der Kirche zu Zarskoje Sselo, vollendete nach seinem Tode G. A. Hippius.
Petersburger Zeitung, herausg. v. Oldekop 1825, Bd. 17 u. 18. -- Estona I S. 23: Tagebuch seiner Reise nach Italien. -- Dörptsche Beiträge 1816 S. 492 ff. -- Baltische Monatsschrift Bd. 36, S. 708 ff.; Bd. 37, S. 30-49 u. 107-130. -- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 23-26.
=Iwansohn=, ~Eduard~, aus Dorpat gebürtig, kam 1858 als Zeichner in die lithogr. Anstalt von L. Höflinger in Dorpat und arbeitete zugleich für die dortige Gesellschaft der Naturforscher, durch die er Mittel zu weiterer Ausbildung erhielt. 1860 und 1861 hielt er sich zu Studienzwecken im Auslande auf. Von ihm: Das Kommersbild der Curonia; lith. von Höflinger. -- Mehrere Blätter zu dem Album von Dorpat und Umgebung; herausg. 1860 v. L. Höflinger. -- Porträt Konstantins v. Knorring auf Kamby. Lith. kl. fol. -- Porträt des Landmarschalls Gustav Baron Nolcken. Lith. kl. fol. -- Porträt eines Unbekannten. Lith. 4^o.
Inland 1860 S. 798. -- Sitzungsber. der Naturforscher-Gesellsch. in Dorpat 1861 S. 429, 453, 462.
=Iversen=, ~Johann Hermann~. Maler. Geb. 8. Oktober 1791; gest. 10. Oktober 1840 in Petersburg, studierte von 1810-1815 Nationalökonomie an der Universität Dorpat und genoss zugleich den Unterricht des Kupferstechers C. A. Senff. Er wandte sich schliesslich ganz der Kunst zu, hat aber fast ausschliesslich als Lehrer gewirkt, so am pädagogischen Hauptinstitut, dem dritten Gymnasium und dem Katharinenstift in Petersburg. Bekannt sind von ihm Blumenstücke in Pastell.
Nach Familiennachrichten.
=Jacob=, ~der Snytker~. Rigascher Bildschnitzer in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Von ihm wurden Schnitzarbeiten im Ratsweinkeller ausgeführt, auch wurde um 1470 die Rolandssäule von ihm gemacht.
Ausgabebuch der Stadt von 1405-1474 (Anton Buchholtz).
=Jantzen=, ~D(avid)~. Porträt- und Landschaftszeichner und Lithograph, in Riga in den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts nachweisbar. Von ihm: Das Porträt des Bürgermeisters J. J. Rolssen; lith. von Hauswald in Riga. -- Zwölf Blatt „Malerische Ansichten aus Riga und Umgebung“. Lith. v. Hauswald. Qu. fol. Erschienen 1835 in zwei Heften, enthaltend: Ansicht von Bolderaa, Riga mit der Dünabrücke, Schlossplatz, Krautabend in Riga, die von Peter dem Gr. gepflanzte Ulme im Kaiserl. Garten, Wöhrmanns Park, der Börsenplatz, die Petrikirche, das Hungerkummerfest, das Innere der Domkirche, Bienenhof bei Riga, Partie aus Ebels Garten.
Rigasche Stadtbl. 1833 S. 318; 1835 S. 368, 404.
=Jensen=, ~Severin~. Architekt, ein Däne von Geburt, trat 1772 in die Dienste des Herzogs Peter von Kurland. Sein Hauptwerk ist das schöne Gymnasium illustre in Mitau, das der Herzog in den Jahren 1773-1775 von ihm errichten liess. Zu vermuten ist, dass auch die Ausbauten der herzoglichen Schlösser zu Schwethof und Würzau von ihm herrühren. Nach der Abdankung des Herzogs trat er in russische Dienste als kurländischer Gouvernementsarchitekt, gab das Amt aber 1803 auf und ging nach Italien, wo er am Schlossbau zu Caserta beschäftigt gewesen sein soll.
Wöchentliche Unterhaltungen Bd. IV (1806) S. 399. Schlippenbach, Malerische Wanderungen durch Kurland, 1809 S. 416 ff. -- Sitzungsber. der Kurl. Ges. für Lit. und Kunst, 1877 S. 43. -- Brief des Herzogs Peter von Kurland im Mus. zu Mitau (J. Döring).
=Johann=, Maler, kommt in der zweiten Hälfte des 15. und im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts in Rigaschen Quellen vor. Er scheint identisch mit dem Maler Johann von der Lynen, der 1466 und 1467 im Rigaschen Rathause malt.
(Anton Buchholtz.)
=Jonstein=, ~Peter~, als Jonsten von Kaiser Peter I. von Russland baronisiert, war Kaiserl. Baumeister in Riga, wo er vermutlich das Kaiserliche Palais erbaute. Er starb um 1725.
Sitzungsber. der Gesellsch. für Gesch. und Altertumskunde 1898 S. 110 ff. -- Rigasche Stadtbl. 1847 S. 302.
=Jordan=, ~Friedrich Ernst v.~ Ingenieur-Kapitän, war unter dem Ingenieur-Obersten E. v. Seidlitz vom 9. Mai 1831 ab als dessen Gehilfe bei den Wiederherstellungsarbeiten der 1820 abgebrannten Olaikirche in Reval beschäftigt.
G. v. Hansen, die Kirchen und ehem. Klöster Revals S. 22. -- Nottbeck und Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval. II S. 102.
=Jordan=, ~Wilhelmine~. Malerin. Geb. 3. Mai 1821 in Reval; gest. daselbst 7. April 1895, war Schülerin des Malers S. Walther und bildete sich weiter in Dresden unter W. Juncker. Noch in späteren Jahren unternahm sie Studienreisen und beschäftigte sich in Rom unter Broschi. Sie hat grösstenteils Porträts gemalt.
Nach Familiennachrichten.
=Josten=, ~Jakob~. Baumeister, stammte aus Holland und war 1662 aus Danzig nach Riga gekommen, um als städtischer „Kunstmeister“ den Bau der Wasserleitung zu übernehmen. Nach dem Einsturze des Turmes der Petrikirche (1666) übertrug ihm der Rat die Wiederherstellungsarbeiten. 1671 wurde er neben dem Adjunkten des Stadtingenieurs Mag. Johannes Schwenburg und dem Baumeister Heinrich Henicke vom Rat zu einer Konkurrenz zur Erlangung geeigneter Entwürfe für die neue Turmfassade aufgefordert, aus der er als Sieger hervorging. Im Mai 1675 nahm er seinen Abschied, um nach Danzig zurückzukehren. An seine Stelle trat sein von ihm dem Rate empfohlener Gehilfe Ruppert Bindenschu.
A. Buchholtz in Sitzungsber. der Gesellsch. für Gesch. und Altertumskunde 1891 S. 48 ff. -- W. Neumann, das mittelalterliche Riga. Berlin 1892 S. 35.
=Juncker=, ~Wilhelm Karl~. Porträt- und Genremaler. Geb. 8. Juli 1820 in Wenden; gest. 17./30. April 1901 in Dresden. Früh verwaist, wurde er zu einem Stubenmaler in die Lehre getan, doch stellte seine Begabung für das Porträtieren ihn bald auf eigne Füsse. 1843 trat er in die Dresdner Akad. ein und bildete sich, nach deren Absolvierung in Antwerpen, worauf er sich in Dresden niederliess. Er hat eine grosse Anzahl Porträts, auch mehrere anziehende, grösstenteils dem Frauen- und Kinderleben entnommene Genrebilder, sowie einige kirchliche Gemälde geschaffen. Wir nennen: Porträt der jugendlichen Elise von der Recke, Kopie nach Anton Graff, 1847 gem. (Bes. Mus. zu Mitau). -- Porträt des Historienmalers Prof. K. Baehr (Familienbes., Dresden). -- Christus am Kreuz mit Maria und Magdalena, Altargem. für die Kirche zu Ronneburg in Livland, 1858 gem. -- Bettelnde Kinder. -- Die kleine Kunstfreundin. -- Die lauschende Mutter. -- Heiligenbilder für die griech. orthod. Kirche in Dresden. -- Bildnis eines jungen Mädchens in Renaissancekostüm (Vom Künstler 1884 der Rigaschen Stadtgal. geschenkt). -- Eislauf auf dem Teich des grossen Gartens in Dresden (Nach Amerika verkauft). -- Aufbruch zur und Rückkehr von der Jagd, Wandgemälde im Schlosse des Hn. v. Arnim, auf Kitzscher bei Borna in Sachsen (Originalskizzen im Bes. v. Dr. W. Neumann, Riga). -- Christus am Kreuz, Altargem. für die Kirche zu Linden in Kurland. 1887. -- Porträt der Königin Auguste Amalia v. Sachsen; lith. v. K. Fischer. -- Mehrere Handzeichnungen im städt. Museum zu Riga.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 68-69.
=Jung-Stilling=, ~Elise v.~ Malerin. Geb. 9. August 1829 in Mitau als Tochter des Landpostmeisters v. J.; gest. 10. Juli 1904 in Peterskapelle bei Riga, wurde von J. Döring in die Kunst eingeführt, setzte seit 1852 ihre Studien im Atelier von Professor A. Ehrhardt in Dresden fort und arbeitete später unter Liezenmayer in München. 1863 übernahm sie das Amt einer Zeichenlehrerin an der Stadttöchterschule und gründete 1873 die heute in den Besitz der Stadt als städtische Kunstschule übergegangene Jung-Stillingsche Zeichen- und Malschule in Riga. Von ihr das schöne Porträt des Landrats Hamilkar von Fölkersahm, lith. von H. Hanfstängl 1856. Im Jahre 1908 liess der Rigasche Kunstverein eine Medaille auf sie prägen.
K
=Kaff= (~Kaffen~), ~Johann~. Kupferstecher; wird am Ausgang des 17. Jahrhunderts als herzogl. kurländischer „Hofkupferstecher“ aufgeführt in einem Verzeichnis der Deputate der herzogl. Hofbeamten. 1684 wird er gelegentlich der Huldigung genannt.
Inland 1840 S. 614, 615. -- Jahrbuch f. Gen. Herald. und Sphrag. 1894 S. 161 Anmerk. 16.
=Kahl= (~Soukowsky~), ~Karl~. Landschaftsmaler. Geb. 1873 in Riga, trat 1892 in die Düsseldorfer Akad. und arbeitete unter Lauenstein, Kampf und P. Janssen. Er wandte sich später nach München und Karlsruhe, bereiste Holland und Belgien und ging dann nach Paris, kehrte von dort nach Düsseldorf zurück und lebt seit 1898 in Witebsk. Wir nennen von seinen Bildern: Herbstgold. -- Regentag. -- Lange Schatten.
=Kally=, ~Gottlob~. Holzschneider, arbeitete im Atelier des Malers Ludw. v. Maydell in Dorpat. Unter den Holzschnitten, die Maydell 1842 zur Kunstausstellung nach Riga gegeben hatte, befanden sich ausser denen von A. Gern und M. Michelson auch Holzschnitte von ihm. Als Frucht eines längeren Aufenthaltes in Dresden ist ein Holzschnitt nach einem Bilde von G. Reni in der Dresdner Gal. anzusehen, der sich 1871 auf der Kunstausstellung in Dorpat befand. K. erhielt 26. September 1847 den Rang eines freien Künstlers. W. Juncker malte in Dresden sein Porträt.
Inland 1848 Nº. 5. -- Сборникъ матер. д. исторіи Имп. Акад худ. за 100 лѣтъ.
=Kalpus=, ~Hermann~, s. ~Calpus~.
=Karing=, ~Georg Rudolf~. Maler. Geb. 1807 in Riga; gest. daselbst 9. Juli 1858, war Schüler des Malers W. Hensel in Berlin und liess sich 1840 in Riga nieder, wo er Unterricht im Zeichnen und Malen erteilte. Neben dem historischen Genre beschäftigte er sich hauptsächlich mit Porträtieren. Von seinen Bildern erwähnen wir: Heinrich dem Vogler wird die Kaiserkrone dargebracht, 1837 in Berlin gem. Die Farbenskizze in der Gal. Brederlo, Riga. -- Peter der Gr. als Schiffszimmermann in Saardam, gem. 1838 als Konkurrenzbild um den Demidowpreis der Petersburger Akad. K. erhielt den Preis nicht; ihm fehlte eine Stimme. -- Porträt des Oberpastors D. G. von Bergmann, 1839; lith. v. G. v. Budkowsky, 1840. -- Porträt des Aeltermannes der St. Johannisgilde in Riga Joh. Jak. Wiesemann. -- Altargemälde für die Kirche zu Sissegal, 1846.
Rigasche Stadtbl. 1839 S. 6, 233 ff.; 1840 S. 30, 386; 1846 S. 368; 1858 S. 142, 234, 259. -- Inland 1858 S. 606.
=Kelberg=, ~Alexander Otto~. Maler. Geb. 10. September 1815 in Reval; gest.? trat 1835 in die Dresdner Akademie und verliess sie 1837, um nach Düsseldorf zu gehen. 1843-1846 war er Zeichenlehrer am Gymnasium in Reval.
=Kellar=, ~James~. Maler. Geb. 1750 in London; gest. 1810 in Riga, war der Sohn eines englischen Obersten, studierte in Oxford, bereiste Frankreich und Italien und widmete sich in Rom der Malerei. Vorübergehend nahm er Militärdienste, diente auf Minoria, Madras und in Amerika und kam 1783 nach Riga, wo er sich wieder mit Malerei und hauptsächlich mit Miniaturmalerei zu beschäftigen begann. 1785 ging er nach Petersburg und wurde hier 1788 von der Akad. zum akad. Künstler ernannt. Er kehrte in demselben Jahre nach Riga zurück und übernahm hier 1793 das Amt eines Zeichenlehrers an der Domschule. 1804 wurde er in gleicher Eigenschaft am Gymnasium beschäftigt und 1809 emeritiert.
Programm der Rigaschen Domschule: Gesch. des Rigaschen Gymnasiums 1829.
=Kellner=, ~Johann Friedrich~, lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Reval und wird als „Conterfeyer“ gerühmt; mehr als 30 Jahre stand er an der Spitze des Maleramts daselbst.
Revaler Ratsarchiv. Akte B. f. VI. 33.
=Kelterborn=, ~Adolf~. Porträtmaler, stammte aus Stettin. Er hatte seine Studien in Königsberg und Berlin gemacht und hielt sich seit der Mitte der vierziger Jahre bis 1859 mit geringen Unterbrechungen in Kurland, grösstenteils in Goldingen auf. Ausser einer Anzahl von Bildnissen ist ein Bild „Schlitten fahrende Kinder“ von ihm bekannt.
(J. Döring.)
=Kessner=, ~August~. Maler, arbeitete 1826 in Berlin und hielt sich von 1830 bis Anfang 1838 in Riga auf, abwechselnd auch in Petersburg, mit Porträt- und Genremalerei sich beschäftigend. 1841 lebte er in Raschwitz bei Leipzig. Die Gesellschaft der Schwarzhäupter in Riga besitzt von ihm ein Porträt des Kaisers Alexander I zu Pferde (Kopie nach Gérard). In der Brederloschen Gal. (städt. Mus.) zu Riga sein Selbstporträt und ein Porträt des Kaisers Alexander I nach dem Stich von Seliwanow. Anderes in Privatbes.
Rigasche Ztg 1838 Nº 30. -- H. W. Singer: Künstlerlexikon.
=Kiepert=, ~Hermann August Moritz~. Historien- u. Porträtmaler. Geb. 1828 in Königsberg i. Pr.; gest. 21. Dezember 1887 in Mitau, war in Königsberg Schüler von L. Rosenfelder, dem ersten Direktor der dortigen Malerakad. und studierte von 1852-56 in Düsseldorf. 1858 liess er sich in Mitau nieder und gründete hier in der Folge ein photographisches Atelier, das er aber 1872 aufgab, um zunächst nach Riga, dann nach Petersburg überzusiedeln. Hier beschäftigte er sich ebenfalls mit Photographie und wurde für ein lebensgrosses Porträt des Grossfürsten Thronfolgers mit einem Brillantring ausgezeichnet. Durch Kränklichkeit gezwungen kehrte er nach Mitau zurück. Von ihm sind mehrere Porträts bekannt; ausserdem: Mignon, Tod der Kleopatra und einige Altargemälde.
J. Döring.
=Kirstein=, ~Edith~. Bildhauerin. Geb. 24. August 1881 in Sagnitz in Livl., war anfänglich Schülerin des Malers F. Moritz, widmete sich dann der Bildhauerkunst unter Prof. Ludw. Menzel in Berlin. Von ihr zwei Büsten auf der Jub. Ausstellung 1901 in Riga.
=Klara=, ~August Philipp~, s. ~Clara~.
=Kleist=, ~Emma v.~ Malerin. Geb. 29. Mai 1840 auf dem Gute Lemsern in Kurl.; gest. 17. Juli 1892 in Riga, empfing ihre erste Ausbildung von Jul. Döring in Mitau, dann unter K. A. Poorten und O. Pölchau in Riga. Zu weiterer Ausbildung ging sie 1880 nach Berlin, München und Dresden. Sie unterrichtete später an verschiedenen weiblichen Unterrichtsanstalten in Riga. Ausser mehreren Landschaften von ihr das Altargemälde der Kirche zu Kerklingen in Kurland.
Nach Familiennachrichten.
=Klemm=, ~K. W.~ Geschickter Dilettant. Er lebte zu Anfang des 19. Jahrhunderts als Gouvernementsrentmeister in Mitau und zeichnete viele Porträts, namentlich nach älteren Gemälden. Die meisten seiner Zeichnungen wurden von Joh. August Rosmäsler (1753-1783) in Leipzig in Kupfer gestochen. Es gibt von ihm folgende Arbeiten: Porträt des Herzogs Jakob von Kurland. -- Porträt der Herzogin Louise Charlotte von Kurland. -- Porträt des Staatsmannes Theod. Reinkingk. Bez. K. W. Klemm p. Rosmaesler sc. 8^o. (In Albers Nord. Almanach für das Jahr 1806). -- Porträt des Herzogs Gotthard von Kurland. -- Porträt der Herzogin Anna von Kurland. -- Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Joh. Christoph Schwarz. Bez. Klemm pinx. Rosmäsler fec. 8^o. (In Albers Nord. Almanach für das Jahr 1807). -- Porträt des Herzogs Friedrich von Kurland. -- Porträt des Herzogs Wilhelm von Kurland. Bez. K. Klemm p. Rosmäsler sc. 8^o. (Im Nord. Almanach für das Jahr 1809). -- Ansicht von Doblen in Kurland. Bez. C. W. Klemm del. J. P. Veith sculps.
=Klever=, ~Julius v.~ Geb. 31. Januar 1850 in Dorpat, trat 1867 in die Petersburger Akademie um Architektur zu studieren, wandte sich aber schon im nächsten Jahre unter Prof. Worobjew der Landschaftsmalerei zu. Er erwarb sich in kurzer Zeit mehrere Med. und wurde 1876 für sein Bild „Frühling in Russland“ zum akadem. Künstler I. Gr. ernannt. 1878 wurde er zum Akademiker und 1881 zum Professor befördert. Zurzeit in Berlin tätig. K. gehört zu den fruchtbarsten Landschaftsmalern der russischen Schule. Von seinen Gemälden heben wir hervor: Herbstwald, 1874 (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau). -- Dorflandschaft im Oreler Gouvern. im Winter (Bes. Fürstin Imeritinski). -- Verlassener Park in Marienburg, Livl. (Bes. Terechtschenko, Kiew). -- Motiv von der Insel Nargen bei Abendbeleuchtung (Bes. Semenow, Petersburg). -- Im russischen Tannenwald, Winterlandschaft bei Sonnenuntergang (Bes. Grossfürst Nikolai Michailowitsch). -- Rotkäppchen im Walde (Abb. im Daheim 1886. In Kaiserl. Bes.). -- Stilleben im Walde, 1883 (Bes. Grossfürst Nikolai Michailowitsch). -- Welke Blätter; Motiv aus einem Park in Dorpat. Radiert von B. Mannsfeldt in Lützows Zeitschrift für bildende Kunst, 1884 (Bes. Baron E. Girard de Soucanton, Reval). -- Verlassener Park, 1883 gem. (Bes. der Vorige). -- Illumination des Kremls in Moskau zur Krönung des Kaisers Alexander III; in Gemeinschaft mit O. Hoffmann (In Kaiserl. Bes.). -- Weg über einen Sumpf in Finnland (Bes. Dr. Botkin, Petersburg). -- Fischerdorf am Peipussee im Winter, 1885 gem. (Abb. in Kunst für Alle, Oktob. 1886. Bes. Akad., Petersburg). -- Winterabend in einem Fischerdorfe in der Umgebung von Petersburg (Bes. Baron Girard de Soucanton, Reval). -- Schnepfenstrich, Farbenskizze und Original (Bes. Konsul N. Koch, Reval). -- Strandlandschaft (Bes. Frau Baronin Girard Reval). -- Die Haberssche Bucht (Bes. Baron Girard, Reval). -- Motiv aus Rocca al mare bei Reval. -- Blick auf Reval von Rocca al mare aus (Bes. Baron Girard, Reval). -- Dorf im Schnee bei Sonnenuntergang (Bes. Frau H. v. Nottbeck, Reval). -- Das Wasserfest auf der Düna zur Feier des 700 jähr. Bestehens der Stadt Riga im Jahre 1901. (Bes. Städt. Mus. Riga).
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 161-163.
=Klingstedt=, ~Karl Gustav~. Miniaturmaler. Geb. 1657 in Riga; gest. 1734 in Paris, trat mit 15 Jahren in schwedische Kriegsdienste und diente von 1677 ab im französischen Heere. 1689 nahm er seinen Abschied, um sich der Malerei zuzuwenden. Er malte hauptsächlich Miniaturen auf Elfenbein in chinesischer Tusche, mit Vorliebe aber freie Szenen auf Tabaksdosen. Der franz. Minister Kardinal Guill. Dubois, der dem alternden Künstler eine Pension gewährte, nannte ihn den „Raffael der Tabaksdosen“. Von ihm: Venus auf dem Meere wandelnd. -- Triumph der Galathea. Radiert v. Bernhard Picart. -- Mönch eine Nonne züchtigend. Oelgem. (Befand sich in der Sammlung des Schlosses Kolzen in Livland, soll angeblich zerstört worden sein). -- Porträt Peters I. in Paris gem. für Lord Heresford; darnach ein Bild des Kaisers im Brit. Mus. zu London. -- Susanna im Bade. 1891 auf der Auktion Spitzer versteigert.
Füessli, Allgem. Künstlerlex. Ausg. v. 1763 (nach l’Advocat: Dictionaire historique portatif, Basle 1758). -- W. Becker und Görling, Kunst und Künstler des 18. Jahrh. -- D. A. Rowinsky, Подробн. словарь русск. гравиров. портретовъ IV. S. 681.
=Klint=, ~Cyriakus~. Zinngiesser und Graveur. Geb. 1502; gest. 1592, war ein Schüler des als Dichter bekannten Rigaschen Zinngiessers Burchard Waldis. Von ihm im Dom-Museum zu Riga ein aus Zinn gefertigtes Turmknopfkästchen der St. Petrikirche vom Jahre 1578. Neben hübsch empfundenen biblischen Darstellungen sind von ihm verschiedene Wappen und Inschriften auf die Flächen graviert. Bez. mit den Anfangsbuchstaben seines Namens C. K. und dem Datum: M. CCCCC. LXXVIII DEN II IVLIVS.
=Klockow=, ~Johann Heinrich~. Kupferstecher und Lithograph. Geb. 18. Oktober 1774 in Riga; gest. daselbst 6. Dezember 1823. Wo er seine Studien gemacht hat, lässt sich nicht nachweisen. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1801 übernahm er dessen Buchbindereigeschäft und übte daneben seine Kunst. Auch als geschickter Holzschneider hat er sich gezeigt. Von ihm gibt es eine Reihe von Kalenderumschlägen und Illustrationen zu Rigaschen Kalendern, die teils von ihm in Holz geschnitten, teils lithographisch hergestellt sind. Die in Holz geschnittenen Illustrationen stellen dar: Das Porträt Peters I., eine Ansicht der Beschiessung Rigas und Abbildungen der Medaillen, die 1710 auf die Eroberung der Stadt geprägt wurden (Kalender für 1817). Ferner: Ansicht der Jesuskirche in Riga, die Alexander-Newsky-Kirche, das Kaiserl. Gymnasium zu Riga, das Ritterhaus zu Riga, das Lusthaus im Kaiserl. Garten. Altona bei Riga. Birkenruh bei Wenden. Heinrichshof bei Riga. -- Lithographien zu gleichem Zweck: Die Gertrudkirche vor dem Brande von 1812. Die Nikolaikirche in der Moskauer Vorstadt. Das Schloss zu Riga. Das Katharinäum. Eine Partie aus dem Wöhrmannschen Garten. Wöhrmanns Park. Der Sommergarten in Riga. Ausserdem: Die Ruinen des Sommergartens in Riga nach dem Brande von 1812. In Kupfer gest. nach Joh. Joach. Baltzer. -- Die 1782 zum Empfang des Grossfürsten Paul Petrowitsch errichtete Ehrenpforte. (Lithogr.). Porträt des Bischofs Dr. C. Chr. Ulmann (Lithogr.).
Rigasche Biographien v. J. G. F. Riga 1881 S. 103. -- Rigasche Stadtbl. 1816 S. 369.
=Klose=, ~Edmund~. Porzellanmaler in Riga. Geb. 1847; gest. daselbst im Dezember 1885.
=Klot=, ~Alma Willy v.~ Landschaftsmalerin. Geb. 27. Dezember 1858 in Livland, vermählt seit 1889 mit Hugo Boltho v. Hohenbach, bildete sich in Dresden und Karlsruhe. Von ihr sind mehrere stimmungsvolle Landschaften bekannt.
=Klünder=, ~Alexander Julius~. Porträtmaler. Geb. 8. Febr. 1802 in Estland; gest. 27. Dezember 1874 in Reval, studierte von 1823-1826 Nationalökonomie an der Universität Dorpat und wurde Schüler des Kupferstechers C. A. Senff. 1834 ernannte ihn die Petersburger Akad. zum freien Künstler und am 8. VII. 1841 zum Akademiker für das Miniaturbild eines die Balalaika spielenden Bauern. Vom Kaiser Alexander II. und vom König von Sachsen wurde er durch die Verleihung je eines Brillantringes ausgezeichnet. Von ihm: die Porträts der Professoren der Universität Dorpat. 30 Bl. in kl. fol. Lith. von Helbach in Reval, 1827-1828. Das Werk wurde seit 1827 lieferungsweise herausgegeben und erschien in Dorpat und Riga in der Hartmannschen, in Mitau in der Steffenhagenschen, in Reval in der Bornwasserschen Buchhandlung. -- Portr. des Superintendenten Chr. Gottl. Mayer in Reval, 1828 lith. -- Portr. des Arztes Dr. Alex. Theod. v. Winkler, Reval, 1828 lith. -- Portr. des Dorpater Polizeimeisters Gessinsky, lith.
=Knebusch=, ~Karl v.~ Maler. Geb. 1775 zu Holmhof in Kurland; gest. 1821 in Mitau, stand anfänglich im Militärdienst und widmete sich dann in Petersburg der Malerei. Er wurde 1805 Zeichenlehrer an der Kreisschule in Mitau. Von ihm ein Tierbild, Kampf eines krimischen Hundes mit einer Dogge, 1814 gem.; es kam 1821 in das Mus. zu Mitau.
J. Döring.
=Knoth=, ~Martin~. Baumeister. Lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. als „Kirchenbaumeister“ in Mitau; gest. daselbst 1687. Erwähnt im Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau 25. III. 1685 u. 2. V. 1687.
J. Döring.
=Knüpfer=, ~Rudolf Otto~. Architekt. Geb. 20. Febr. 1831 zu Klein-Marien in Estland; gest. 10. Juli 1900 in Reval, trat 1845 in die Bauschule zu Petersburg und absolvierte sie 1852. Von 1860-1878 bekleidete er das Amt des estländischen Gouvernementsarchitekten und zeitweilig auch das des Revaler Stadtarchitekten. Er nahm später das Amt des Gouvernementsingenieurs ein und wurde 1893 zum wirkl. Staatsrat mit dem Prädikat Exzellenz befördert. Zu seinen bedeutenderen Bauausführungen gehören: Der Wiederaufbau des abgebrannten Theaters in Reval, 1859-1860. -- Die Karlskirche in Reval, 1862-1870, ausgef. nach den Entwürfen von O. P. Hippius. -- Die Gasanstalt und die Markthalle vor der Lehmpforte in Reval, 1873. -- Die Zentralstation der Freiw. Feuerwehr in Reval 1871-1873. -- Die luther. Kirchen in Narva und Hungerburg. -- Die Petrikirche in Dorpat, 1884 geweiht.
Rigasche Stadtbl. 1860 S. 355. -- Rigasche Ztg. 1870 v. 29. Dzbr.; 1873 Nº 63; 1884 Nº 219. -- Rigaer Tagebl. 1900 v. 13. Juli.
=Koch=, ~Johann~ (~Hans~). Architekt. Geb. 23. Aug. (4. Septbr.) 1850 in Emeth, Kreis Eger (Böhmen) trat 1867 in die technische Hochschule in Prag, wo er anfangs Ingenieurwissenschaften studierte, dann aber zum Studium der Architektur übertrat, das er am Polytechnikum und der Kunstakademie in München bis 1872 fortsetzte. 1872 siedelte er nach Wien über, wo er, während er seiner Militärpflicht genügte, die Vorlesungen der Professoren Fr. v. Schmidt und Th. v. Hansen besuchte. 1873 trat er in die Praxis, kam 1874 nach Prag, wo er an der Universität Vorträge von O. v. Benndorf über klassische Archäologie hörte und 1875 das Amt eines Assistenten für Baukunst an der technischen Hochschule übernahm. Neben einer umfangreichen praktischen Beschäftigung und neben der Beteiligung an grösseren Konkurrenzen (Kurort Slanik in Rumänien, I. Preis; Museum in Riga, III. Preis; Museum für Prag, I. Preis) hielt er Vorlesungen und Vorträge, und wurde 1881 zum Dozenten, 1883 zum Professor der Baukunst an der technischen Hochschule in Prag ernannt. 1884 folgte er einem Rufe als Professor an das Polytechnikum in Riga, wo er seit jener Zeit mit dem grössten Erfolge, sowohl als Lehrer, wie als ausübender Architekt gewirkt und sich überhaupt um das Aufblühen der Baukunst grosse Verdienste erworben hat. Von ihm wurden erbaut: Das Gebäude der adeligen Kredit-Sozietät in Riga, 1886-1889. -- Die Lutherkirche zu Thorensberg bei Riga, 1888-1891. -- Das Haus des Bankiers Schwartz an der Esplanade in Riga. -- Das Landhaus des Hn. v. Transehe in Neu-Schwaneburg. Zum Teil nach seinen Entwürfen wurden von seinen ehemaligen Schülern ausgeführt: Die Kaiserl. Reichsbank in Riga (ausgef. v. A. Reinberg); die kathol. S. Albertuskirche (ausgef. von W. Bockslaff); das chemische Institut des Polytechnikums (ausgef. von O. Hoffmann).
=Köber=, ~Helene~. (s. Helene v. Franken).
=Köler=, ~Johann~, (nannte sich später Köler-Viliandi). Historien- und Porträtmaler. Geb. 24. Februar 1826 auf dem Gute Wastemois bei Fellin; gest. 10. April 1899 in Petersburg. Er war estnischer Nationalität, erhielt aber eine deutsche Erziehung und wurde Lehrling des Stubenmalers Faber in Wenden. 1846 kam er nach Petersburg, wo er sich anfänglich mit Schildermalen beschäftigte, bis es ihm mit Unterstützung seines Bruders gelang Zutritt zur Akademie zu erlangen. 1848 wurde er Schüler des Prof. Markow, errang sich 1857 die gr. gold. Med. und ging als Pensionär der Akademie nach Rom, wo er bis 1862 blieb. Nach seiner Rückkehr wurde er Lehrer am Institut der Gesellsch. zur Förderung der Künste und erhielt 1867 seine Ernennung zum Professor, nachdem er bereits 1861 zum Akademiker befördert worden war. K. beteiligte sich lebhaft an der estnisch-nationalen Bewegung; speziell mit seinem Namen verknüpft ist die verunglückte Gründung einer estnischen Kolonie in der Krim, die ihn des grössten Teiles seines Vermögens beraubte. In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete er wenig und lebte fast vergessen in Petersburg. Seine Haupttätigkeit lag auf dem Gebiete des Porträts und zahlreich sind seine Bildnisse der Mitglieder des Kaiserl. Hauses und des Hofes. Von seinen kirchlichen Malereien sind zu nennen: Christus am Kreuz, in der Akademie zu Petersburg (Wiederholungen in der schwedischen Kirche zu Petersburg und in der Kirche zu Wenden (Livland)) und das Fresko am Chorgewölbe der Karlskirche zu Reval.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 106-108.
=König=, ~Erich~. Architekt. Wird in einem Schreiben des Herzogs Jakob von Kurland an ihn, dat. v. 13. März 1641 „wohlbestallter Architekt“ genannt. Weiteres hat bisher über ihn noch nicht ermittelt werden können.
Sitzungsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1894 S. 12.
=König=, ~Wilhelm Leopold~. Lithograph. Geb. 1810; gest. 5. September 1855 in Riga. Von ihm eine Jagdgesellschaft mit vielen Porträts nach Schwendowsky, 1846. Lith. gr. qu. fol.
Rigasche Stadtbl. 1846 S. 241 -- Inland 1855 S. 643.
=Kohseler=, ~Hans~. Baumeister. Er stammte aus Kulmbach in Baiern, wurde 1649 nach Reval berufen, um den durch Blitzschlag zerstörten Turm der Olaikirche wieder aufzubauen. Der Rat von Reval erteilte ihm am 31. Dezember 1651 ein ehrendes Zeugnis. Von Reval begab er sich nach Narva.
Nottbeck u. Neumann, Gesch. u. Kunstdenkmäler der Stadt Reval. II. S. 102.
=Kolb=, ~Alexander~. Architekt und Architekturmaler. Geb. 1819 in Libau; gest. 26. Dezember 1887 in Petersburg, trat in die Petersburger Akad., die er 1842 absolvierte und ging dann zu weiterem Studium ins Ausland. Die Akad. erteilte ihm die nachgesuchte Erlaubnis Griechenland und Frankreich besuchen zu dürfen. 1849 befand er sich in Spanien. Von Granada aus richtete er an die Akad. das Gesuch als Konkurrenzarbeit auf den Rang eines Akademikers eine Aufnahme der Alhambra einreichen zu dürfen, was ihm laut Konseilbeschluss vom 22. Septbr. bewilligt wurde. Im Septbr. 1854 stellte er der Akad. zwei von ihm gemalte Bilder vor, eine Innenansicht der Capella palatina in Palermo und eine Ansicht der Blaschennoi-Kirche in Moskau und bewarb sich darauf um den Rang eines Professors. Er bekleidete das Amt eines Architekten im Kriegsministerium. Sein Sohn Alexander K. wandte sich der Malerei zu.
Rigasche Ztg. 1887 Nº 300.
=Konczewsky=, ~Johann Hermann~. Porträtmaler in Riga. Geb. 1789 in Riga; gest. daselbst im Mai 1836.
Rigasche Stadtbl. 1836 S. 176.
=Kosakowsky=, ~Johann Heinrich~. Landschaftsmaler. Geb. 22. Oktober 1853 in Reval; gest. 11. April 1894 daselbst, erhielt die erste künstlerische Anleitung von dem Maler Sprengel in Reval und trat 1873 in die Petersburger Akad. 1883 liess er sich in Reval nieder. Im städt. Museum zu Riga von ihm eine Ansicht vom estländischen Strande und mehrere Handzeichnungen. Das Mus. zu Reval besitzt von ihm ein aufsteigendes Gewitter am Strande bei Wainopäh, 1887 gemalt. Anderes in Revaler Privatbesitz.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 156-157.
=Kotzebue=, ~Alexander v.~ Schlachtenmaler. Geb. 9. Juni 1815 in Königsberg i. Pr. als jüngster Sohn des Dichters Aug. v. K. und dessen dritter Gemahlin verw. Wilhelmine Friederike v. Kursel, geb. v. Krusenstern; gest. zu München 24. Februar 1889. Er erhielt seine Erziehung im Kadettenhause zu Petersburg und diente bereits als Offizier in der Garde, als er sich entschloss der Militärkarriere zu entsagen und Künstler zu werden. 1837 trat er in die Akademie ein und wurde Schüler von Sauerweid. 1845 wurde ihm für sein Bild „Die Erstürmung von Warschau im Jahre 1831“ die gr. gold. Med. zuteil und zugleich erhielt er mehrere Aufträge vom Kaiser Nikolaus, zu deren Ausführung er Ende 1846 nach Deutschland reiste. Von Königsberg aus besuchte er die Schlachtfelder des siebenjährigen Krieges, bereiste dann Belgien und Holland und liess sich 1849 in München nieder. Um die ihm aufgetragenen Feldzüge Suworows in Italien und in der Schweiz in Gemälden wiederzugeben, unternahm er 1858 neue Studienreisen dorthin. Im April desselben Jahres wurde er zum Professor befördert. K. war russischer Hofmaler und Ehrenmitglied der Münchener Akad. Von seinen grossen Schlachtenbildern seien hier genannt: Erstürmung von Warschau im Jahre 1831; gem. 1844 für die Familie des verst. Generals v. Toll; jetzt in Kaiserl. Bes. -- Die Erstürmung von Schlüsselburg, 1702 (In Kaiserl. Bes.). -- Die Schlacht bei Zorndorf. -- Peter I. gründet Petersburg im Jahre 1703 (Bes. Maximilianeum, München). -- Episode aus der Schlacht an der Trebia, Juni 1799. Vollendet 1858. -- Suworows Uebergang über den Panixer Pass, Oktober 1799; gem. 1859. -- Nach der Schlacht bei Pultawa, 1709. Das grösste Bild des Künstlers (Bes. Eremitage, Petersb. Abb. in наши художн. I. S. 206). -- Die Einnahme von Narva unter Peter I. 1704. Voll. 1866 (Abb. in Pechts Gesch. der Münchener Kunst im 19. Jahrh. In Holz geschn. von Weber für die Всемірн. иллюстр. 1869 S. 328/29). -- Die Kapitulation der Stadt Riga, 1868 gem. (Abb. in наши художн. I S. 207 und in W. Neumann, Riga und Reval, Bd. 42 Berühmte Kunststätten, auch in grossen Photographien verbreitet). -- Zug der russischen Armee über die Teufelsbrücke (Abb. in наши художн. I. S. 206). -- Uebergang der Russen über den Bottnischen Meerbusen im Jahre 1808. -- Gefecht der Russen beim Dorfe Lessnoje mit den Schweden (Im Museum Alexanders III., Petersburg). -- Avantgardengefecht bei Karlstula in Finnland, während des russischen Krieges 1809.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 61-63.
=Kraus=, ~Franz Gerhard~. Bildhauer. Geb. 25. März 1871 im Pastorat Neugut in Kurland, erhielt die ersten künstlerischen Anregungen durch den älteren Bruder und trat 1892 in die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg, die er 1897 als Stipendiat verliess. In Berlin arbeitete er unter Karl Bernewitz und ging dann nach Paris, wo er im Atelier des Bildhauers l’Hommeau tätig war. K. hat seine Tätigkeit fast ausschliesslich dem Kunstgewerbe zugewandt.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 97-99.
=Kraus=, ~Theodor~. Maler. Geb. 10. Dezember 1866; älterer Bruder des Vorigen, studierte anfänglich Theologie, folgte aber schliesslich seiner Neigung zur Kunst und wurde Schüler der Berliner Akad., wo er sich namentlich an Jos. Scheurenberg anschloss. K. ist vornehmlich als Porträtmaler geschätzt und hat sich durch seine von feinem Humor verschönten Gelegenheitsskizzen viele Freunde erworben.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 141-142.
=Krause=, ~Johann Wilhelm~. Baumeister. Geb. 19. Juni (1. Juli) 1757 in Niederschlesien; gest. 10. August 1828 in Dorpat. Er besuchte das Gymnasium in Brieg und wurde darauf Schüler des Stadtbaumeisters zu Zittau. Um sich der Theologie zu widmen bezog er die Universität Leipzig, gab aber auch dieses Studium nach drei Jahren auf und trat in das Anhaltinische Artilleriekorps, mit dem er nach Amerika ging. 1787 kam er nach Livland als Hauslehrer des Grafen Mellin, zog 1797 nach Dorpat und wurde bei der Neubegründung der Universität zum Professor der Oekonomie und der Baukunst berufen. Von ihm: Die Zeichnungen zu den Gebäuden der Universität. Von C. A. Senff in Aquatinta gest. für die Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Universität, 1827 fol. -- Der Umbau des Chores der ehemaligen bischöfl. Peter-Paulkathedrale zu Dorpat zur Universitätsbibliothek. -- Der Entwurf zum Altar der Domkirche in Riga. Ausgeführt von A. G. Heubel. Abgebrochen 1895. -- Eine Ansicht von Marienburg in Livl. gez. 3./X. 1791. Lith. fol. gewidmet dem Edukationsrat J. W. C. Friebe. -- Ein Plan vom „Pilliskaln“ (Burgberg) unter dem Gute Smilten (zum 9 und 10 Stück der nord. Miscell. In Kupfer gest. v. J. G. Klinger Nürnb(erg), 1794). -- Eine farbige Skizze: Die Weisheit mit dem Ariadnefaden, im Skizzenbuch des J. J. Voss im städt. Mus. zu Riga.
Rigasche Stadtbl. 1821 S. 212. -- Provinzialbl. 1828, liter. Beiträge S. 69 ff. -- Inland 1848 S. 307, Anmerkung. -- Dorpater Kalender 1873 S. 143. -- Rigaer Tagebl. 1895 Nº 118-128. Aus den Aufzeichnungen eines livländischen Hofmeisters vom Ende des vorigen Jahrhunderts.
=Krause=, ~Friedrich~. Lithograph. Geb. zu Barby im Regierungsbezirk Magdeburg um 1785; gest. 1831 in Mitau an der Cholera. Er hatte anfangs Pharmazie studiert, wandte sich dann der Kunst zu und gründete um 1820 eine lithographische Anstalt in Mitau. Er lithographierte die von K. J. R. Minckeldé gezeichneten (14) kurländischen Ansichten. Ausserdem von ihm ein Selbstportr. bez. Fr. Krause se ips. del. et lapide inc. 1831, und das I. Heft des Kurländischen Bildersaals, eine Sammlung von Bildnissen nach G. F. Schlater, 1826.
Allgem. Deutsche Ztg. für Russland 1824 Nº 36.
=Krause=, ~W.~ Unbekannter Zeichner. Von ihm die Bildnisse Dorpater Studenten, Profilbildnisse, für die Landsleute gezeichnet. Lith. von W. Krüger 1837. 109 Blätter in 8^o (Darunter einige Porträts doppelt und in verschiedenen Stellungen, oder grösser dargestellt). Die Namen sämtlicher Dargestellten enthält der Katalog des Mus. der Gelehrten estn. Gesellsch., abgedruckt in den Verhandlungen der Gesellsch. Bd. VI, 3. u. 4. Heft, 1871.
=Kretschmann=, ~Friedrich~. Lithograph in Riga im ersten Viertel des 19. Jahrh. Von ihm eine Ansicht von Dorpat in Umrissen nach C. A. Senff (selten).
=Krestlingk=, ~Johann Gottl. Friedr.~ Lithograph, gründete um 1824 eine lithographische Anstalt in Riga, aus welcher eine Anzahl anerkennenswerter Arbeiten hervorging. In den vierziger Jahren ging die Anstalt ein und K. begab sich nach Südrussland. Von ihm: Die Porträts des Marquis Paulucci; der Schauspielerin Friederike Feddersen, geb. Lange; des Grafen Mellin; eines Herrn v. Rennenkampf und das Porträt Luthers. -- Zwei Ansichten von Riga, links und rechts von der Brücke, 1824. fol. -- Riga vom Lämmerberge aus gesehen. -- Ansicht von Riga 4^o. -- Zwei Blatt landschaftliche Zeichnungen. -- Eine Ansicht vom Schlossplatz in Riga mit der Siegessäule, qu. fol. -- Ausser diesen grösseren Arbeiten erschienen bei ihm: Stickmuster nach Zeichnungen von Katharine Walter, 2 Jahrgänge. Desgleichen 1 Heft Stickmuster nach Hacke, Faksimiles von Luthers Briefen und von Handschriften russ. Regenten, ein Adresskalender mit Plan von Riga (April 1826), Musikalische Hefte u. a. Auch eine in Gouache ausgeführte Ansicht von Kamenni Ostrow in Petersburg ist von ihm bekannt.
Rigasche Stadtbl. 1825 S. 272; 1826 S. 30 u. 105; 1844 S. 23.
=Kriek=, (~Kryk~) ~Johann Peter~. Architekt, hatte in Hamburg seine Vorbildung erhalten und bekleidete 1813 das Amt des Gouvernementsarchitekten in Mitau. Er erbaute 1822 die Jesuskirche in Riga, hat auch mehrere Privatgebäude in Riga ausgeführt. Er zog später ganz nach Riga und soll hier in kümmerlichen Verhältnissen vor 1841 gestorben sein.
Rigasche Stadtbl. 1841 S. 231.
=Kronwald=, ~Karl~. Lithograph in der Plates’schen Anstalt in Riga um 1871. Von ihm: Brand der Trödelmarkthalle und der Wallmühle am 24. August 1871. -- Brand der Schiffe William Ettiles und Desiré und der 39 Strusen im Rigaer Hafen am 2. Juli 1871.
=Krüdener=, ~Doris v.~ Bildhauerin der Gegenwart, hat sich durch eine Kopie nach Donatello und mehrere wohl gelungene Porträtbüsten (A. v. Öttingen, Hans Schmidt) bekannt gemacht.
=Krüger=, ~Christian Joseph~. Medailleur u. Bildschnitzer. Geb. 1759 zu Dresden; gest. das. 1814. Schüler von Hutin und G. Knöfler, kam 1783 nach Livland und versah von 1790-1793 das Amt eines Zeichenlehrers an der Rigaer Domschule. Er ging nach Dresden zurück und wurde Münzgraveur seiner Vaterstadt. Von ihm: Venus den Amor mit einer Rute züchtigend. -- Merkur einen Knaben unterrichtend. -- Verschleierte Frau mit einem Sieb(?) in der Hand. In Ton gebrannt. (Aus dem Nachlass des Bürgermeisters E. Hollander ins Ausland verkauft). -- Die Medaille auf den Generalsuperintendenten von Livland Christian David Lenz 1792.
=Krüger=, ~Karl Ferdinand Wilhelm~. Porträtmaler. Geb. um 1810 in Berlin, wahrscheinlich ein Sohn des Joh. Friedr. August K., dem gegenüber er als „junior“ bezeichnet wurde, hielt sich von 1856-1860 in Riga auf. Das Beuth-Schinkel-Mus. in Berlin besitzt von ihm ein Portr. Schinkels in Pastell; ein Portr. Mos. Mendelsohns im Kabinett der Handzeichnungen zu Dresden. Hier schuf er: Ein Portr. der Sängerin Johanna Hoffmann 1857. -- Strusenrussen. -- Lettische Holzsäger, damals im Bes. eines (Hn. v. Reussner). -- Ein Selbstbildnis. -- Ein Portr. des Generalgouverneurs Fürsten Alex. Suworow-Rimniksky. (Lith. von F. Jentzen. Druck v. d. Kgl. lith. Inst. in Berlin). -- Ein Portr. des Dr. jur. Ludwig Cube. (Lith. von dems.). -- Ein Portr. des Generalgouverneurs E. Golowin. (Lith. von H. Mitreuter). -- Ein Portr. des Barons Budberg-Bönninghausen (Lith. v. F. Jentzen).
Rigasche Ztg. 1857 Nº 288. -- Inland 1857 S. 846.
=Krüger=, ~Woldemar Friedrich~. Maler. Geb. 21. Dezember 1807 zu Kawa in Livl.; gest. 24. Dezember 1893 in Dorpat, kam achtjährig nach Dorpat und wurde in der Folge mit dem späteren Kunstforscher Karl Eduard v. Liphart auf dem Gute Ratshof gemeinsam erzogen. Er wurde Schüler des Kupferstechers C. A. Senff und begab sich 1830 zu weiterer Ausbildung nach München, wo Jos. Ant. Rhomberg sein Lehrer wurde; auch begann er hier sich mit der Lithographie zu beschäftigen. 1833 zog er mit seinem Freunde Liphart nach Italien, wo er in Rom zu Thorwaldsen, Overbeck und Anton Koch in nähere Beziehungen trat. 1835 kehrte er nach Dorpat zurück und legte hier eine lithographische Anstalt an, die aber schon 1839 in den Besitz von F. Schlater überging. Er erteilte Zeichenunterricht an der höheren Töchterschule, wurde 1845 von der Petersburger Akad. zum freien Künstler ernannt und unternahm 1847 eine zweite Studienreise nach Belgien und Holland. 1854 wurde er zum Zeichenlehrer an die Universität berufen; auch erteilte er von 1854-1859 den Zeichenunterricht am Gymnasium. 1857 zum Akademiker befördert. Von ihm mehrere Landschaften in Privatbesitz, auch mehrere Porträts. Von seinen graphischen Arbeiten nennen wir: Illustrationen zu dem Werke von C. F. Ledebour: Icones plantarum florae Altaicae 1828. -- Studentenporträts (ca. 60) gez. u. lith. -- Portr. des Professors Erdmann, gez. u. lith. -- Ansichten von Dorpat, 6 Blatt, Aquatinta, (Domberg, Domruine, Dombrücke, Sternwarte, Klinik, Anatomikum). -- Atlas zu dem Werke des Astronomen F. G. W. Struwe: Beschreibung der .... Breitengradmessung in den Ostseeprovinzen etc.
„Aus Dorpats vergangenen Tagen“ in d. Petersbgr. Deutschen Ztg. 1898 211-214. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 72-74.
=Kruss=, ~Niclas~. Maler, wird 1679-1689 als „fürstlicher Hoffmahler“ in Mitau erwähnt.
Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau. (Jul. Döring).
=Kügelgen=, ~Franz Gerhard v.~ Porträt- und Historienmaler. Geb. 6. Februar 1772 zu Bacharach am Rh.; ermordet 27. März 1820 in der Nähe von Loschwitz bei Dresden, besuchte mit seinem Zwillingsbruder das Jesuitenkollegium in Bonn, wurde 1789 Schüler des Landschaftsmalers Januarius Zick in Koblenz, dann des Mengsschülers Christoph Fesel in Würzburg und ging im Mai 1791 mit Unterstützung des Kurfürsten von Köln, Erzherzog Franz v. Oesterreich, nach Italien. 1793 hörte die Unterstützung infolge der französischen Invasion auf. Im Februar 1795 verliess er Rom, ging zunächst nach München und auf Einladung seines Freundes Joh. Georg Schwartz, des späteren Rigaschen Bürgermeisters, nach Riga, wohin ihm im nächsten Jahre sein Bruder folgte. Sie lebten hier bis 1799 und begaben sich dann nach einem Aufenthalte in Reval nach Petersburg. Beide Brüder verheirateten sich mit Töchtern des Barons Zoege v. Manteuffel auf Harms in Estland. 1803 verliess K. Petersburg, lebte ein Jahr lang auf dem Gute seines Schwiegervaters und liess sich dann, nach einem Besuche seiner Vaterstadt und nach einem Aufenthalte in Paris in Dresden nieder. 1804 Akademiker der Petersburger und ord. Mitgl. der Berliner Akad.; 1806 Mitgl. der Petersburger Akad.; 1811 Ehrenmitgl. der Dresdner Akad. 1814 a. o. Professor, 1819 ord. Professor derselben. Von seinen in Livland ausgeführten Gemälden lassen sich nachweisen: Ein männliches und ein weibliches Bildnis (Bes. v. Klein, Riga). -- Das Portr. des Rigaschen Bürgermeisters Adam Hinrich Schwartz d. J. (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). -- Das Portr. des Ältesten A. G. Schwartz (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). -- Ein Selbstportr. gem. 1807. (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). Lith. v. Gerdt Hardorff, Hamburg. Ein Selbstportr. (Kopie?) im Bes. des Hn. O. v. Löwenstern, Kokenhusen. -- Die Spieler an der Pharobank mit Porträts, darunter Selbstportr. (Bes. Staatsr. W. Schwartz). -- Portr. der Frau Karoline Sophie v. Blanckenhagen, geb. Stöver (Bes. städt. Museum, Riga). -- Portr. des Bürgermeisters Joh. Chr. Schwartz. Aquar. (Bes. Staatsr. W. Schwartz). -- Portr. des Rektors der Universität Dorpat Dr. G. Fr. Parrot (Bes. Universität Dorpat. Lith. v. P. Smirnow, Petersburg). -- Portr. des Pastors Eduard Pohrt zu Trikaten; Portr. der Gemahlin desselben. Aquar. -- Männliches und weibliches Bildnis. (Bes. Baron B. von Uexküll). -- Portr. des Prof. C. Morgenstern, 1809 gem. (Bes. Universität Dorpat). -- Portr. der Gräfin Kath. Sievers (Bes. Graf Gustav Sievers, Wenden). -- Die Jungfrau von Orleans; Karl VII; Agnes Sorel; Ossian (Miniaturen, Bes. Graf Medem-Elley). -- Porträts des Hn. W. J. O. Zoege v. Manteuffel und dessen Gemahlin, Schwiegereltern des Künstlers (Auf dem Gute Meyris, Estl.). -- Portr. des Generals Grafen von der Pahlen; Portr. der Gräfin Borch mit ihrem Kinde (Kniestück); Portr. der Generalin v. Meyendorff mit ihren Kindern (Kniestück); Portr. der Generalin Benkendorf (ganze Figur), in Petersburg gem. -- Portr. des Grafen Jacob v. Sievers (gest. von James Walker in Petersburg). -- Portr. des Musikers J. F. Latrobe. Auch in Miniatur ausgeführt (Bes. Staatsr. W. Schwartz, Riga). -- Portr. des Kaiserl. Leibarztes Stoffregen. -- Die Nacht, Schlaf und Tod in den Armen haltend. Pastell 1803 gem. -- Portr. des Kaisers Alexander I. von Russland (Bes. Universität Dorpat). Ein anderes Exemplar im Ritterhause zu Reval. -- Der verwundete Adonis, 1806 gem. (Bes. v. Klein, Riga. Eine kleine Wiederholung auf einer mit Pergament überzogenen Eisenplatte, 1807 gem. angeblich im Besitz des Barons von Korff auf Kreuzburg). -- Der geblendete Belisar und sein Führer während eines Gewitters, 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley). -- David vor Saul die Harfe spielend, 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley. Eine Wiederholung erwarb der Kunsthändler Arnold in Dresden; gest. von C. F. Stoelzel.) -- Portr. der Frau Elise v. der Recke, 1812 gem. (Bes. Gräfl. Medemsche Familie, Kurland. Eine Kopie im Schloss Löbichau in Sachsen, Altenburg.) -- Portr. der Baronin Barbara Juliane v. Krüdener, geb. Baronesse Vietinghof mit ihrer Tochter. (Bes. v. Moeller, Sommerpahlen). -- St. Michael den Satan stürzend, 1814 voll. (Bes. v. Klein, Riga). -- Porträt des Konsistorialrats Dr. K. Fr. Senff in Halle; gest. v. C. A. Senff, Dorpat 1830. -- Christus, Moses und Mohamed. Lebensgrosse Brustbilder; 1807 gem. (Bes. Graf Medem, Elley. Eine Wiederholung in veränderter Stellung, 1809 gem. im Mus. zu Leipzig). -- Zwei kleine Madonnen, 1808 gem. (Bes. v. Klein, Riga). (Zwei andere ähnliche Bildchen in der Sammlung des Grafen Medem in Mitau). -- Portr. Goethes, Brustb. 1808 in Weimar gem. (Bes. Universität Dorpat, von K’s Witwe erworben. Gest. v. C. Hess fol.). -- Portr. Goethes vom Jahre 1810 in Wiederholung, jetzt im Bes. der Frau Maria v. Dehn auf dem Gute Kiekel bei Jewe in Estland. -- Portr. Wielands, Brustb. 1808 gem. (Bes. Universität Dorpat; erworb. von K’s Witwe. Gest. v. N. Schenker, fol.). -- Portr. Herders, Brustb. 1808 gem. nach früheren Bildern und nach der Totenmaske. (Bes. Universität Dorpat; erworb. von der Witwe K’s. Gest. v. Anderloni, fol.). -- Portr. eines Unbekannten. (Bes. städt. Museum Riga, aus der Sammlung von v. Transehe).
F. Ch. A. Hasse, Das Leben Gerhards v. Kügelgen, Leipzig 1824. -- Erinnerungen eines alten Mannes (Wilh. v. Kügelgen) herausg. v. Ph. Nathusius, 1870 (17. Aufl. 1896). -- Hagen, die Deutsche Kunst I. S. 851 ff. -- Konstantin v. Kügelgen, Gerhard v. Kügelgen als Porträt- und Historienmaler, Leipzig 1901. -- Marie Helene v. Kügelgen, ein Lebensbild in Briefen Leipzig 1900.
=Kügelgen=, ~Karl Ferdinand~. Landschaftsmaler. Geb. 6. Februar 1772 zu Bacharach a. Rh.; gest. 7. März 1835 in Reval. Zwillingsbruder des Vorigen. Er erhielt die gleiche Erziehung wie sein Bruder, wandte sich aber in Rom der Landschaftsmalerei zu. 1796 folgte er seinem Bruder nach Riga und zog mit ihm nach Petersburg. Hier erwarb er sich die Gunst des Kaisers Paul, der ihm ein Jahrgehalt aussetzte; auch Kaiser Alexander I. beehrte den Künstler wiederholt mit Aufträgen und bewilligte ihm 1803 und 1806 die Mittel zu Studienreisen in die Krim. 1818 bereiste er Finnland zu Studienzwecken. Mehrere Jahre lebte er auf dem Gute des ihm befreundeten Edelmannes Slobin an der Wolga, dann abwechselnd in Petersburg und auf seinem Gute Kurküll in Estland, oder auf den Besitzungen seines Schwagers Zoege v. Manteuffel. K. war Kaiserl. Kabinettmaler; seit 1804 Mitgl. der Berliner Akad. und seit 26. VIII. 1804 Akademiker der Petersburger Akademie. Von seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir: Dreissig Landschaftsbilder aus der Krim, 1816 von K. dem Kaiser überreicht. Diese und 60 Sepiazeichnungen, Ansichten aus Taurien wurden im Kaiserl. Schloss zu Kamenni Ostrow aufgestellt. -- Livl. Landschaft (Befand sich im Bes. seines Sohnes Karl von K. in Dorpat). -- Italienische Landschaft. -- Mondscheinlandschaft (Bes. Universität, Dorpat). -- Arkadische Landschaft (Bes. G. Zoege v. Manteuffel). -- Landschaften mit biblischer Staffage (der verlorene Sohn; der barmherzige Samariter; die drei Engel bei Abraham; die Auffindung Mosis; die heil. Familie; der Versucher) und viele andere in Petersbgr. Privatbes. Einige italienische Landschaften kamen in den Bes. des Lord Bristol. -- An Zeichnungen und Studien, die grösstenteils von ihm in Sepia ausgeführt wurden, sind bekannt: 240 Blatt Ansichten aus der Krim. -- 55 Skizzen aus Finnland (erworben von Kaiser Alexander I.) -- Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm zwei römische Studien. -- An Vervielfältigungen gab K. heraus: Vier Ansichten aus der Krim. Dessiné d’après nature par C. Kugelchen. Lith. par Sophie S. -- 16 Ansichten aus der Krim in 2 Ausgaben zu je 8 Blatt: Huit vues de la Crimée, dessinées d’après nature et lithographieés par C. de Kügelchen. -- 15 Ansichten aus Finnland: Vues pittoresques de la Finlande, dediées à sa Majesté l’Imperatrice Elisabeth Alexiewna par C. de Kügelgen. -- 12 Ansichten von Reval und Umgebung, 1828 in Gemeinschaft mit dem Maler Johannes Hau herausgeg. unter dem Titel: Collection de XII vues, graviés à l’aquatinta usw. Eine Wiederholung in Lithogr., von Th. Gelhaar erschien bei G. Eggers in Reval. -- Etudes des arbres, dessinées sur pierre par C. Kugelgen, St. Peterbourg. Lithographie du Ministère des affaires étrangères (Se vend chez A. Pluchart). Prix 10 Rbl. fol. 6 Blätter. 1819 in Schwarzkreidemanier.
Ausser der bei G. v. Kügelgen angeführten Literatur s. a. Kunstblatt 1817 Nº 10. -- Rigasche Stadtbl. 1822 S. 319; 1866 S. 265 ff. -- Inland 1838 S. 218; 1851 S. 269. -- Ostseeprovinzenblatt 1823 Nº 14. -- Revalsche wöchentl. Nachrichten 1825 S. 778/79 und 815. -- Dörptische Beiträge I. S. 206 ff., III, S. 242 ff.
=Kügelgen=, ~Konstantin v.~ Landschaftsmaler. Geb. 6. Januar 1810 im Saratowschen Gouvernem. auf der Besitzung des Herrn v. Slobin, als Sohn des Karl Ferd. v. K. und dessen Gattin Emilie Zoege v. Manteuffel; gest. 28. April 1880 in Dorpat, erhielt die erste Anleitung in der Kunst von seinem Vater und trat dann in die Petersburger Kunstakad. Auf Kaiserlichen Befehl wurde er 1831 von der Akademie auf vier Jahre zu weiterer Ausbildung ins Ausland geschickt. Nach einem Aufenthalte in Italien liess er sich in Dresden nieder, nahm 1840 das Amt eines Zeichenlehrers am Gouvernements-Gymnasium in Reval an, gab dieses jedoch bald wieder auf, um sich auf sein Gut Nömme bei Reval zurückzuziehen. 1851 konkurrierte er durch eine Bilderausstellung in der Aula der Universität Dorpat mit den Malern Krüger, Schlichting, Hartmann und Schlater um das Amt des Universitätszeichenlehrers, für das Krüger gewählt wurde. 1856 verkaufte er sein Gut, zog nach Dorpat und nahm das Amt eines Zeichenlehrers am Gymnasium an. Von ihm mehrere Landschaften in Privatbes.
Inland 1838 S. 218; 1840 S. 796; 1854 S. 815; 1856 S. 286; 1859 S. 378; 1860 S. 90, 272; 1861 S. 82. -- Rigasche Stadtbl. 1866 S. 265 ff. -- Neue Ztg. f. Stadt u. Land 1880 Nº 102. -- Familiennachrichten. - W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 75-76.
=Kügelgen=, ~Wilhelm Georg Alexander~. Historienmaler. Geb. 20. November 1802 in Petersburg, Sohn des Malers Gerhard v. K.; gest. in Bernburg 25. Mai 1867, erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem Vater und trat 1818 in die Dresdner Akad., wo er 1820 Schüler von Hartmann wurde. 1827 kam er nach Estland und lebte vorübergehend in Petersburg. 1830 zog er nach Dresden zurück und siedelte 1834 nach Bernburg über, wo er zum Professor und herzogl. Hofmaler ernannt wurde. 1846 weilte er neun Monate in Petersburg, um den Maler Neff bei der Herstellung der Kartons für die Ausschmückung der Isaakskirche zu unterstützen. 1853 ernannte ihn der Herzog von Anhalt-Bernburg zum Kammerherrn. Die Olaikirche zu Reval besitzt von ihm ein Altargemälde, Christus am Kreuz, 1830 gem. Er gab heraus: Drei Vorlesungen über Kunst, Bremen 1842, und schrieb: „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“, herausg. v. P. Nathusius, 1870. In 17. Auflage erschienen 1896.
=Kügelgen=, ~Sally v.~ Porträt- und Historienmalerin. Geb. 19. Februar 1860 in Dorpat als jüngste Tochter des Malers Konstantin v. K. aus seiner dritten Ehe mit Baronesse Antonie v. Maydell (aus dem Hause Maydell), lebt in Rom. Ihre erste Lehrerin war Frau Julie Hagen-Schwarz, dann absolvierte sie die Schule der Gesellschaft zur Förderung der Künste in Petersburg und besuchte von 1880-85 die Petersburger Akademie als freie Zuhörerin. Von ihr mehrere Porträts und kirchliche Malereien.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 146-147.
=Küntler=, ~David~, Baumeister, lebte am Ende des 17. Jahrh. in Narva. Von ihm wurde der Bau der ersten festen Brücke auf Steinpfeilern über die Narowa ausgeführt. Gleichzeitig oder wenig später erbaute er auf Kosten narvascher und ausländischer Kaufleute die Börse in Narva (Das Gebäude dient jetzt anderen Zwecken).
H. J. Hansen, Geschichte der Stadt Narva. Dorpat 1858 S. 129.
=Kütner=, ~Samuel Gottlieb~. Kupferstecher. Geb. 13. Januar 1747 zu Wendisch-Ossig in der Ober-Lausitz; gest. 29. August 1828 in Mitau, machte seine Studien unter Joh. Friedr. Bause in Leipzig und wurde 1775 als Zeichenlehrer an das akademische Gymnasium in Mitau berufen. 1782 folgte er einer Aufforderung des Königs Stanislaus August von Polen, um dessen von Bacciarelli gemaltes Bildnis in Kupfer zu stechen, wofür er von diesem 1784 mit einem Brillantring und der gold. Medaille „Merentibus“ ausgezeichnet wurde. Auch Kaiser Alexander I. zeichnete den Künstler auf Fürsprache des damaligen Akademiepräsidenten Grafen Strogonow mehrfach aus. Die Akademie zu Bologna ernannte ihn 1785 zum Ehrenmitgliede. Wegen Altersschwäche wurde er am 20. Juni 1824 pensioniert. Von ihm: Mutter und Kind nach Cipriani. -- Der kleine Naturforscher nach Wille. -- Holländisches Mädchen in einer Pelzjacke nach G. Dou, 1773 (Das Orig. befand sich früher in den Wincklerschen Kabinetten in Leipzig). -- Porträt des Joh. Sebast. Bach nach Hausmann, Leipzig 1774 (Die Kupferplatte im Museum zu Mitau). -- Die Apfelschälerin nach G. Dou (Das Orig. ehemals in der Herzogl. Kurländ. Sammlung, 1778). -- Porträt des Professors der Philos. Joh. Aug. Starck, 1779. -- Porträt des Professors Bernh. Euler nach Darbes, 1780. -- Porträt des Herzogs Peter von Kurland, 1781. -- Porträt des Königs Stanislaus August von Polen nach Bacciarelli, 1784. -- Porträt der Gebrüder Franziskus und Kasimir Rzewusky nach Maroni (1772 in Rom gem.). -- Porträt des Kaisers Paul I. (unvollendet geblieben). -- Ein Teil der 54 Kupfertafeln zum Wappenbuch des Kurländischen Adels, herausg. v. Joh. Eberhard Neimbts, Mitau 1794, 4^o (Den anderen Teil der Platten stach K’s Schüler Joh. Gottfr. Scheffner).
Mitausche Polit. Zeitung 1781 St. 12 u. 13. -- Intelligenzblatt des Journals des Luxus und der Mode 1787 Nº 3. -- Provinzialblatt für Kur-, Liv- und Estland 1828 S. 155-156. -- Joh. Bernoullis Reisen etc. III S. 245. -- Rigasche Stadtbl. 1892 S. 78. -- Sitzgsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1889 S. 101. -- K. Dannenberg, Zur Gesch. u. Statistik des Gymnasiums in Mitau 1875 S. 8.
=Kyber=, ~Wilhelmine~. Blumenmalerin. Geb. 1. Februar 1801 in Riga, Schwägerin des Historienmalers K. Bähr; gest. in Dresden. Bildete sich in Dresden unter der Blumenmalerin Friederike Friedrich. Das städtische Museum zu Riga besitzt von ihr ein Stilleben, 1842 gem.
Rigasche Stadtbl. 1845 S. 354; 1859 S. 142.
L
=Laengning=, ~Jakob~. Porträtmaler, lebte im letzten Viertel des 18. Jahrh. in Kurland, wo er auf verschiedenen Gütern mit Porträtmalen und Bilderrestaurieren beschäftigt war. Auf dem Gute Kalleten in Kurland befindet sich ein Bild des Gerhard Nolde, dessen Rückseite (nach J. Döring) die Inschrift trägt: _Auf Sorgfältiges Anordnen Sr. Hochwohlgeborn H. Haubt-man Von Nold Seind Gegenwärtige 3 Portraits, die Hochdesselben Hause Intressant aus der fast gänzlichen Ruine wieder Hehrgestellt. Beendigt Anno 1778 d. 12. Febr. Jacob Laengning._ Von ihm ausserdem bekannt: Ein Porträt des siebenjährigen Ludwig Kühtz, gem. Juni 1775 (war 1805-1833 Pastor in Ugahlen in Kurland. Das Bild kam 1883 in den Besitz des Mus. zu Mitau). -- Die Porträts des Hn. U. G. v. Behr auf Schleck und dessen Gemahlin, geb. Nolde; bez. 3. Dezember 1775. -- Porträt eines Herrn in reichem roten Kostüm mit dem Bande des Andreasordens (Bes. Maler E. Tode, Riga). -- Porträt des Kaisers Paul, 1771 (Bes. Prov. Museum, Reval).
=Laksmann=, ~Johann~. Zeichner. Geb. 1851 in Ruhenthal (Kurl.); gest. 17. April 1885 in Riga, bildete sich zu einem geschickten Zeichner aus und wurde 1883 diplomierter Zeichenlehrer an der Gewerbeschule in Riga. Von ihm die Adresse der livländischen Letten zum Regierungsjubiläum des Kaisers Alexander II. (19. Februar 1880) und ein Gedenkblatt zum lettischen Sängerfest in Riga 1880; in Buntdruck (17 Platten) ausgeführt von der Sieslackschen lithogr. Anstalt in Mitau.
Rigasche Ztg. 1880 Nº 37 Beilage; 1880 Nº 201 Beilage; 1883 Nº 253; 1885 Nº 87.
=Landesen=, ~Bertha v.~ Malerin. Geb. 27. Juli 1868; besuchte 1893/4 die Kunstschule in Berlin, trat 1895 in die Akademie der Künste zu St. Petersburg, die sie im Jahre 1900 absolvierte, und arbeitete dann zwei Jahre im Atelier des Professors Repin. Sie hat sich vorherrschend mit Porträtmalerei beschäftigt.
=Launitz=, ~Eduard Nikolaus Karl~, ~Schmidt von der~. Bildhauer. Geb. 23. November 1797 als Sohn des Pastors, späteren Propstes Joh. Magn. L. zu Grobin in Kurl.; gest. in Frankfurt a. M. 30. November (12. Dezember) 1869, kam 12 Jahre alt in die Erziehungsanstalt des Prof. Hundeiker zu Vechelde bei Braunschweig, nach deren Absolvierung er die Universität Göttingen zum Studium der Jurisprudenz bezog. Im Hause des Professors J. D. Fiorillo hatte er Gelegenheit sich mit kunstwissenschaftlichen Studien zu beschäftigen und ein Besuch der Dresdner Galerie brachte seinen Entschluss sich der Kunst zu widmen zur Reife. 1816 ging er nach Rom, wo Thorwaldsen ihn in seine Schülerzahl aufnahm. Um die Statue, des sich die Sandalen anlegenden Merkur an die Fürstin Golitzin abzuliefern, begab er sich nach Petersburg und empfing hier den Auftrag zu den Denkmälern für die Generale Kutusow und Barclay de Tolly, die 1826/27 vor der Kasanschen Kirche aufgestellt wurden. 1829 verliess er Rom, um sich in die Heimat zu begeben, liess sich aber auf Zureden seiner Freunde in Frankfurt a. M. nieder, das nun der Schauplatz seiner reichsten künstlerischen Tätigkeit werden sollte. Er hielt dort Vorlesungen im Städelschen Institut, auf Wunsch Schadows seit 1837 auch an der Düsseldorfer Akad. 1838 begleitete er den Grossfürsten Thronfolger ~Alexander~ nach Italien. L. hat sich auch um das Kunstgewerbe Verdienste erworben und sich auch literärisch nicht ohne Erfolg beschäftigt. 1869 wurde er ord. Mitgl. der Berliner Akad. Sein Bruder Alexander bildete sich in Rom ebenfalls zum Bildhauer aus. Er ging 1829 nach Nordamerika. Bekannt ist von diesem nur das Brustbild eines Sohnes seines Bruders, wovon ein Gipsabguss 1829 in das Mus. zu Mitau kam. Zu den Hauptwerken L’s. gehören: Die Büste von Justus Möser, 1820 auf Bestellung des Königs Ludwig von Baiern für die Walhalla bei Regensburg gefertigt. -- Der Tod seines Bruders, des Adjutanten Georg v. der Launitz in der Schlacht bei Leipzig. Bronze in der Kirche zu Grobin in Kurl. (Gipsabguss im Mus. zu Mitau). -- Grabmonument Lisakowitz. Hautrelief. -- Nymphe (für den Fürsten Baratinsky gearb.). -- Erato. (Erworben v. J. v. Krause auf Weisstropp bei Dresden). -- Merkur. (Für die Fürstin Golitzin in Petersburg. Gipsabguss im Mus. zu Mitau). -- Die Kolossalstatuen der Generale Barclay de Tolly u. Kutusow. Bronze. Vor der Kasanschen Kirche in Petersburg. 1826/27 vollendet. -- Zwei Porträtbüsten, im Auftrage des Kaisers Nikolai I. -- Porträtstatue der Herzogin Dorothea von Kurland, geb. Gräfin Medem. Um 1834 in der Villa Medem bei Mitau aufgestellt; seit 1863 auf dem Familiengute Elley bei Mitau. -- Marmorbüste des Grossfürsten-Thronfolgers Alexander, 1838 in Rom ausgeführt. -- Bronze-Denkmal Guiollet auf der Promenade in Frankfurt a/M. -- Reliefs und allegorische Darstellungen für das Theater daselbst. -- Grabmonumente: Für die Familie Regay in Genua; Martens u. Gontard in Frankfurt a/M. -- Statuen des Land- und des Seehandels und der Australia für die Börse in Frankfurt a/M. (Die übrigen Personifikationen der Weltteile sind von Zwerger u. Wendelstadt). -- Zwei lebensgrosse Pagengestalten als Fackelträger für das Treppenhaus des Bankiers Mumm in Frankfurt a/M. -- Statue des Feldmarschalls Grafen Leiningen-Westerburg. (Galvanoplastisch in Kupfer ausgeführt). -- Festdekoration zur 400 jährigen Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst in Frankfurt a/M. -- Das Gutenberg-Fust-Schöffer-Denkmal auf dem Rossmarkte in Frankfurt a/M. 1857 vollendet. -- Racestudien. (15 Büsten). -- Denkmal des Anatomen S. Th. v. Sömmering in Frankfurt a/M. 1866 vollendet.
L. gab heraus: Die Anatomie der Gewandung. -- Wandtafeln zur Veranschaulichung antiken Lebens und antiker Kunst (Nach seinem Tode 1870 in Kassel erschienen).
Allgem. deutsche Biographie Bd. 18 S. 54. -- Balt. Monatsschr. VIII. S. 483. -- W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 34-38. -- Ein Bild des Launitzschen Ateliers in Frankfurt von M. Oppenheim im Städelschen Mus. Kat. Nº 426.
=Launitz=, ~Robert Eberhard Schmidt von der~. Bildhauer. Geb. 4. November 1806 in Riga als Sohn des Pastors und späteren Grobinschen Propstes Dr. Christ. Friedr. v. d. L.; gest. 13. Dezember 1870 in New-York. Neffe des Vorigen. Zum Militärdienst bestimmt, besuchte er seit dem 15. Lebensjahre eine Militärschule, wurde aber gelegentlich eines Besuches im väterlichen Hause von seinem zufällig anwesenden Onkel (1822), der die künstlerische Veranlagung seines Neffen erkannte, bestimmt sich der Kunst zu widmen. Er ging darauf nach Rom, wo er ebenfalls Schüler von Thorwaldsen wurde. 1827 siedelte er nach Amerika über, wo er ein Atelier eröffnete und gleichzeitig mit einem John Frazee ein Geschäft zur Anfertigung von Grabsteinen und Grabmonumenten gründete. 1833 wurde er Mitglied der National Academy of design in New-York. Unter dem Titel: Designs for Monuments and Headstones veröffentlichte er eine Anzahl von Entwürfen zu Grabsteinen und kleinen Grabdenkmälern. Von ihm: Das Pulaski-Monument in Savannah (Georgia). -- Das Monument der Feuerwehr in Greenwood-Cemetery (New-York). -- Das Wilder-Monument in Louisville (Kentucky). -- Das Monument des Obersten R. M. Johanson in Francfort (Kentucky). Das Kentucky-Military-Monument, lebensgr. Gruppe von 3 Figuren. -- Die allegorischen 15 Fuss hohen Figuren an der Fassade der Parkbank in New-York. -- Denkmal des Generals Thomas in Troy, New-York. In Gestalt eines Sarkophags ausgeführt.
Rigasche Stadtbl. 1872 S. 13. -- Rigasche Ztg. 1873 Nº 120. -- Ztschr. für bild. Kunst 1872 S. 270. -- Rigaer Tagebl. 1897 Nº 246. -- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 38.
=Lebedew=, ~Michael~. Landschaftsmaler. Geb. 1815 in Dorpat als Sohn eines armen Schuhmachers; gest. 19/31. Juli 1837 in Neapel an der Cholera. Er kam als Knabe in die Petersburger Akademie und wurde Schüler des ebenfalls jung verstorbenen Prof. Tschredin. Seine angegriffene Gesundheit bewog den Conseil der Akademie ihn nach Italien zu schicken, wo er trotz seiner Jugend bald zu den anerkanntesten Künstlern zählte. Vor seiner Abreise hatte er auf der akad. Kunstausstellung in Petersburg (1836) drei Ansichten aus Petersburg ausgestellt, mit denen er, wie sein Meister, eine neue Aera der Landschaftsmalerei einleitete. 1833 war er für eine Landschaft am Ladogasee zum Pensionär auf Kosten des Kaiserl. Kabinetts bestimmt und mit dem Range eines freien Künstlers ausgezeichnet worden.
St. Petersburger Ztg. 1837 Nº 180. -- Inland 1837 S. 567. -- R. Muther, Gesch. d. Malerei des 19. Jahrh. III S. 353.
=Lehmann=, ~Moritz~. Theaterdekorationsmaler. Geb. 1819 in Dresden; gest. 28. August 1877 in Pest. Er hatte seine Ausbildung in Dresden empfangen, war dort für die Hofbühne beschäftigt und wurde 1850 zum Hofdekorateur ernannt. 1861 übernahm er die Direktion des Karltheaters in Wien und kam, als dieses Unternehmen missglückte, 1863 als Theatermaler nach Riga. 1865 befand er sich in Leipzig und die von ihm in Riga begonnenen Dekorationen wurden von seinem Schüler Gilbert vollendet.
Rigasche Ztg. 1863 Nº 235; 1877 Nº 204, 208. -- Ztg. f. Stadt und Land 1877 Nº 204. -- Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon S. 136/37.
=Leuttner= (~Läuttner~), ~Johann Andreas~. Porträtmaler. Geb. im März 1678; gest. 23. April 1745 in Mitau, war der Sohn eines „Posamentierischen Kaufhändlers“, stand anfänglich in schwedischen Militärdiensten und liess sich später in Mitau als „Conterfaier“ nieder.
Kirchenbuch der reform. Kirche zu Mitau (J. Döring).
=Leuttner=, ~Christopher Ferdinand~. Maler. Geb. 14. Dezember 1722 in Mitau; gest. daselbst 22. November 1788. Sohn des Vorigen. Wo er seine Ausbildung erhalten hat, ist unbekannt. 1764 wird er Bürger und als ein „ehrsamer kunsterfahrener Mahler“ bezeichnet. Seine schriftlichen Aufzeichnungen, sein sog. Merkbuch, bewahrt das Museum zu Mitau. Er malte neben unterschiedlichen Heiligenbildern die Altargemälde für die katholische Kirche zu Skaisgirren in Litauen (1767) und für die Kirche zu Szagarn (1775). Im Album des Rigaschen Apothekers Jakob Johann Voss von ihm eine auf ein Kartenblatt gemalte Allegorie der Musik (Museum, Riga).
Sitzgsbr. der Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1869 II. Aufl. S. 377.
=Lindblohm=, ~Louis Theodor~. Maler. Geb. 27. November 1860 in Tula in Russland, (sein Vater stammte aus Windau) erhielt seine Erziehung in Riga, dem Geburtsorte seiner Mutter, und hier auch den ersten Kunstunterricht von dem Maler G. v. Lischewitz, der ihm auch riet sich, bei seiner besonderen Begabung für die Darstellung der Tiere, der Jagdmalerei zuzuwenden. Er bezog 1878 die Kunstschule in Weimar und war hier fünf Jahre Schüler des Tiermalers A. Brendel, dann auch von M. Thedy. Nach einem kurzen Aufenthalt in Düsseldorf liess er sich in Weimar nieder, wo seine Jagdbilder, in denen er namentlich die Darstellung der Elche und Rehe bevorzugt, gesucht sind. Einige seiner Arbeiten in baltischem Privatbesitz.
=Linde=,~ Andreas~. s. Benson.
=Linde=, ~Johann Heinrich~. Porträtmaler und Lithograph, war ein Schüler und Nachahmer des Anton Graff in Dresden. Er arbeitete im ersten Viertel des 19. Jahrh. in Riga, wo er ein Atelier in der Schlosstrasse besass. Von ihm: Ein Porträt des Rigaschen Ratsherren Joh Heinr. Niemann. Lithgr. 1822. -- Ein Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Aug. Wilh. Barclay de Tolly. Lith. 1824 fol. -- Ein Porträt des Oberpastors der St. Jakobikirche zu Riga K. L. Grave. Lith. 1825. -- Von ihm wahrscheinlich auch die Portraits des Schauspielers Konrad Heinrich Loofe (1749-1828) und dessen Gattin Eleonore Sophie, geb. Schmalfeldt (1763-1812), denen die Porträts des Apothekers J. J. Voss und dessen Gattin von Graff (Museum Nº 63, 64) sichtlich zum Vorbild gedient haben.
=Lindenberg=, ~Max~. Bildhauer. Geb. 13. November 1873 in Riga, wurde Schüler des Bildhauers Aug. Voltz in Riga und genoss zugleich den Unterricht des Malers v. Rosen. Zu weiterer Ausbildung ging er nach Berlin, wo er u. a. im Atelier von Bieber tätig war. Er hat sich durch einige Salonfiguren gut eingeführt; (Gladiator, Mädchenkopf); neuerdings auf kunstgewerblichem Gebiet tätig.
=Liphart=, ~Ernst Friedrich v.~ Maler und Radierer. Geb. 24. August 1847 in Ratshof bei Dorpat als Sohn des bekannten Kunstforschers Karl Eduard v. L. Lebt z. Z. in Petersburg. Sein erster Lehrer war der Jugendfreund seines Vaters, der Universitätszeichenlehrer Woldemar Krüger. 1863 siedelte der Knabe mit seinen Eltern nach Florenz über, wo er unter der Anleitung seines Vaters seine Studien selbständig fortsetzte. Durch den Maler Stöckler, einen Schüler Passinis, wurde er auf die Aquarellmalerei gewiesen und erhielt mannigfache Anregung durch Franz Lenbach, der 1865 im Auftrage des Grafen Schack nach Florenz gekommen war. Mit Lenbach ging L. 1866 nach Spanien und arbeitete mit diesem gemeinschaftlich für die Schacksche Galerie. 1868 kehrte er nach Florenz zurück, wo ihm bald grössere Aufträge zuflossen, namentlich von dem Fürsten Alexander Lieven aus Fockenhof in Kurland, mit dem er 1873 Paris besuchte. Die Schätze des Louvre und der angenehme Verkehr, den er hier fand, veranlassten ihn hier seinen bleibenden Wohnsitz zu nehmen. Vorübergehend weilte er 1874 und 1875 in der Heimat. 1886 kam er nach Petersburg, um eine Kaiserliche Bestellung selbst zu überbringen und nahm seit jener Zeit, da das nordische feuchte Klima seiner Gesundheit zuträglicher erschien, hier seinen Wohnsitz. Für die Galerie des Grafen Schack in München (jetzt Eigentum des deutschen Kaisers) malte L. 9 Kopien nach Velasquez, Murillo, Raffael, Giorgione und Tizian. -- Im Marmorpalais zu Petersburg mehrere Deckenmalereien; im Palais des Grossfürsten Alexei Alexandrowitsch (†) von ihm dekorative Wandbilder, Deckengemälde auch in der Villa der Grossfürstin Maria Nikolajewna in Quarto bei Florenz, und in der Villa Siegle in Stuttgart. Zahlreich sind die von Liphart gemalten und radierten Bildnisse.
K. Krüger in der balt. Monatsschr. Jahrg. 41 S. 47-49. -- W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 126-131.
=Lischewitz=, ~Georg v.~ Porträt- und Historienmaler. Geb. 1809 in Riga; gest. daselbst 23. November 1887, Schüler der Dresdner Akademie von 1829-1833, dann von Cornelius in München. Nach längerem Aufenthalt daselbst ging er auf zwei Jahre nach Italien und kehrte dann in die Heimat zurück. Die Petersburger Akad. ernannte ihn zum akad. Künstler. Von ihm sind mehrere Porträts und ein Altargemälde in der Kirche zu Windau (1835) bekannt.
Rigasche Stadtbl. 1836 S. 211; 1853 S. 204; 1859 S. 144. -- Anzeiger für Libau und Umgegend 1887 Nr. 275. W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 175.
=Lithen=, ~Johann~. Zeichner. Er stammte wahrscheinlich aus Schweden und hielt sich um die Wende des 17. Jahrh. in Livland auf, wo er eine Reihe von Szenen der Kämpfe Karls XII. zeichnete, die in der Lebensbeschreibung des Königs von S(amuel) F(aber) erschienen. Seine Unterschrift tragen nur vier dieser Kupfern, doch sind auch die übrigen augenscheinlich von seiner Hand. In Band 1 des gen. Werks: Prospekt der Neumündischen Attaque .... 1700 .. den 12. Marty ..... Die Königl. Schwedische Bombardirung der Festung Dünamünde ... 1701 ... d. 21/11 December bez. Joh. Lithen del. (Zwei Bilder auf einer Platte). In Band 2: Prospekt der Stadt Riga von jenseit der Düna, da der General Lieut. Flemming mit den Saxischen troupen zu berennen kam. A^o 1699 d. 12. Febr. .......... Prospekt der Stadt Riga von Lifländischer seiten unter bloquirung des Königs von Polen. A^o 1701. Joh. Lithen del ad vivum. (Zwei Bilder auf einer Platte). -- Prospekt von der Glorieuse Descente und Action, welche Ihro Königl. May. von Schweden König Carl XII Anno 1701 den 9. July bei Riga über die Düna gegen die Sächsischen vorgenommen .... Johann Lithen ad vivum del. -- Plan wie auch Prospekt von dem Schloss Kokenhusen, welches von dem König von Polen, mit dessen Sächsischer Armée im Monat Septemb: 1700 berennet und bombardiret, beschossen wie auch Miniret worden, da es endlich durch Accord übergegangen. Johann Lithén Delineavit.
=Löwis of Menar=, ~Andreas~. Kupferstecher und Radierer (Dilettant). Geb. 27. Dezember 1777 zu Wannamois in der Wiek; gest. 16. September 1839 zu Kaipen in Livl., diente von 1794-1797 im russischen Militär, ging 1801 ins Ausland, studierte in Jena und Heidelberg und widmete sich in Schwetzingen zwei Jahre dem Studium der Forstwissenschaft. 1808 kehrte er nach Livland zurück, wurde 1811 Sekretär der livl. gemeinnützigen und ökonomischen Sozietät und beschäftigte sich neben seiner Berufstätigkeit mit Zeichnen und Kupferstechen, worin angeblich der Kupferstecher C. A. Senff sein Lehrer gewesen sein soll. Seine ersten Versuche datieren aus dem Jahre 1819. Auch schriftstellerisch hat L. sich betätigt. Von ihm: Bauernhütte. -- Bauernhütte mit zwei Figuren. -- Bergsee. -- Desgl. -- Haus mit Baum. -- Brücke über einen Wasserfall (Erstlingsarbeiten, die nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt waren). -- Schloss Neuhausen (das farbige Original in der livl. Ritterschaftsbibliothek). -- Schloss Ronneburg. -- Schloss Kokenhusen. Veröffentlicht in Band 1 und 2 des Inländischen Museums, herausgeg. v. C. E. Raupach, Dorpat 1820/21. 8^o.
Hafen von Latakieh (Laodicea ad mare). -- Das St. Chrysostomuskloster auf Cypern. -- Bufavento auf Cypern. -- Mamum Kalessi bei Cyzicus. -- Ruinen der Wasserleitung bei Parium. -- Castro auf Samothrake. -- Kloster Lawra auf dem Berge Athos. -- Lemnos. -- Hierapolis (Pambuck-Kalessi). -- Assem Kalessi (Jassus). -- Nach Aufnahmen von Otto Friedrich v. Richter zu dem Werke: Wallfahrten im Morgenlande. Nach Richters Tagebüchern und Briefen dargestellt von J. P. G. Ewers. Berlin 1822. 8^o.
Schloss Wenden. -- Dasselbe in grösserem Masstabe. -- Schloss Ronneburg (in zwei Grössen). -- Schloss Kokenhusen. -- Dasselbe in anderer Darstellung. -- Schloss Ringen. -- Der innere Hof der Burg Treiden. -- Marienburg in Livl. -- Helmet. -- Neuhausen (Stiche zu dem von ihm herausg. Werke: Denkmäler aus der Vorzeit Liv- und Estlands. Heft 1 Riga und Dorpat 1821. Heft 2 ibid. 1827. 4^o. Zum zweiten Heft schrieb den Text J. G. D. Schweder).
Unveröffentlichte Stiche, z. T. für die Fortsetzung der „Denkmäler“ bestimmt: Neuhausen -- Ronneburg -- Das Aatal mit Burg Treyden -- Das Brigittenkloster bei Reval. -- Kloster Padis in Estland. -- Die Domruine zu Dorpat.
Landschaften: Quistental bei Dorpat. -- Wohnhaus in Panten. -- Herberge in Panten (oder Lehlen). -- Die Eiche des Thutergesindes beim Gute Lehlen. -- Bauernbadestube in Üllenorm bei Dorpat. -- Altlivländischer Burgberg. -- Parklandschaft. -- Haus hinter einer Anhöhe. -- Dasselbe in grösserem Format. -- Haus mit zerstörtem Dach an einem Teich (vielleicht Motiv aus Panten). -- Kreuz am Meeresstrande, nach dem Müllerschen Roman „Kraft der Weihe“. -- Haus mit Ausbau. -- Wassermühle. -- Haus im Mondschein. -- Ein Weib zu Pferde, neben ihr ein Mann mit einem Hunde; im Hintergrunde ein Schloss. -- Drei Linden in Panten. -- Wassermühle. (Ein Teil der Platten, im Bes. des Hn. Ritterschaftsbibliothekars C. v. Löwis in Riga).
Allgem. Schriftsteller- und Gelehrtenlex. der Prov. Liv-, Est- und Kurland. -- K. L. Blum, Ein Bild aus den Ostseeprovinzen oder Andreas v. Löwis of Menar. Berlin 1846.
=Londicer=, ~Ernst Wilhelm~. Maler. Geb. um 1655 in Reval als Sohn des aus Schottland stammenden Kommandanten von Reval Georg L.; gest. vor dem 9. November 1697, wahrscheinlich an der Pest. Er sollte sich wissenschaftlichem Studium widmen, wie er gelegentlich in einem Schreiben an den Revaler Rat mitteilte, wandte sich aber der Kunst zu, die er, allem Anschein nach, in Deutschland und Holland gelernt hat. Zu Beginn der achtziger Jahre ist er wieder in Reval nachweisbar, erhält hier viele Aufträge und wird zum Maler der estländischen Ritterschaft ernannt. Sein Porträt von P. Schenck in Schwarzkunst ausgeführt, trägt die Unterschrift: Ernest. Guilel. Londicer. Nob. Ord. pr. Eston. Equestr. Pictor. Von ihm: Das Portr. des livl. Generalsuperintendenten Mag. Joh. Fischer, gem. 1686. (Bes. Dommus. Riga. Auch in Kupfer gest. 1693). -- Das Portr. des grossen Kurfürsten (Bes. Schwarzhäuptergesellsch. Reval). -- Nach ihm gestochen ist das Titelblatt der 1695 in Rudolstadt gedruckten livl. Chronik des Pastors Christ. Kelch; gest. v. Jacob v. Sandrart. -- Desgl. das Portr. des Revalschen Superintendenten Mag. Joach. Salemann. -- Die Domkirche zu Reval besass von ihm ein Abendmahl und eine Kreuzigung, 1695/96 gem. Sie wurden 1881 durch eine Kreuzigung von E. v. Gebhardt ersetzt. -- Die Portrs. der schwedischen Gouverneure Bengt Horn und Andreas Torstensohn werden, als von ihm gemalt, in einem seiner Schreiben an den Revaler Rat genannt.
W. Neumann, Ernst Wilhelm Londicer. Ein Revaler Maler des 17. Jahrh. Revaler Beobachter 1895 Nº 198 und 199. In beschränkter Zahl mit Portr. des Malers auch als Separatabdruck erschienen. -- Derselbe: Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1908 Nº 3 S. 10 ff., mit Abbildungen.
=Loudon=, ~Elise Baronesse v.~ Malerin. Geb. 11. Januar 1852 in der Nähe von Mitau, von 1867-1870 Schülerin des Malers Jul. Döring in Mitau, trat nach einem Besuche Deutschlands, Italiens und Frankreichs 1883 als freie Zuhörerin in die Petersburger Akad. und ging 1887 nach Paris, wo sie Schülerin von J. Lefèvre und Boulanger wurde, gleichzeitig auch unter Bogoljubow arbeitete. Im Herbst 1888 liess sie sich in Petersburg nieder, zog aber bald nach Florenz, das sie seit jener Zeit zu ihrem ständigen Wohnsitz erkoren hat und wo sie neben künstlerischen auch kunstwissenschaftlichen Arbeiten obliegt. Sie hat sich eingehend mit dem Studium und der Rekonstruktion der Fresken des Andrea del Sarto beschäftigt u. mehrere tüchtige Porträts gemalt.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 144-146.
=Lynen=, ~Johann von der~. Maler. Gest. um 1522, vielleicht identisch mit dem Maler ~Johann~ (der lange her Johann) s. d. Er malte 1466/67 ein Marienbild für das Rathaus in Riga, wofür er 11 Mark Rig. erhielt. 1470/71 erhält er für die malerische Ausstattung einer „Scheibe“ für die St. Petrikirche zu Riga 4 Mk. Rig. Nach den Rigaschen Erbebüchern erwarb Joh. v. d. L. am 14. XII. 1509 ein Haus in der „schohstrate“ (jetzt Scheunenstr.). Er ist vor dem 15. September 1522 gest., denn an diesem Tage verkauft der Bürgermeister Wilh. Tideken als Vormund seines nachgelassenen Sohnes Lorenz das von ihm erworbene Haus.
Kämmereibuch und Erbebuch der Stadt Riga II. 218.
M
=Maas=, ~Johann~. Architekt. Geb. 1825 in Petersburg; gest. 1892 in Jaroslaw, war Schüler der Petersburger Akad. und bekleidete v. 1857-1865 die Stelle eines Architekten der Schulen des Dorpater Lehrbezirks. 1863 Akademiker. Seit 1877 Gouvernementsarchitekt in Jaroslaw. Von ihm der Umbau der früheren Kreisschule in der Palaisstrasse in Riga 1860-62. Die luth. Kirche zu Tschorna bei Dorpat; Grundstein 5. V. 1877.
Inland 1851 S. 934; 1860 S. 452; 1863 S. 845. -- Rigasche Ztg. 1877 Nº 110. -- Dünaztg. 1892 Nº 167.
=Maddaus=, ~Johann Karl Ludwig~. Maler. Geb. 1820 in Hamburg; gest. 1878 in Riga, kam zu Beginn der vierziger Jahre nach Riga, wo er sich mit Porträtmalen und Unterricht erteilen beschäftigte. Er wurde Zeichenlehrer an der zweiten Rigaschen Kreisschule und bekleidete das Amt bis zum 25. VII. 1877. Von seinen Porträts nennen wir: Das Portr. des Schauspielers und Sängers am Rigaschen Theater Carl Günther in der Rolle des fliegenden Holländers. 1843 auf d. Stein gez. -- Das Portr. des Generalsuperintendenten v. Klot. Lith. fol. -- Portr. der Gemahlin des Generals Karl v. Manderstjerna. Lith. fol. -- Portr. des Oberpastors M. D. Taube in Riga 1851 mit Faksimile. Lith. fol.
Inland 1843 S. 400; 1852 S. 245; 1856 S. 437, 615. -- Rigasche Stadtbl. 1842 S. 380. -- Neue Ztg. f. Stadt und Land 1877 Nº 188; 1878 Nº 186.
=Mäklenburg= (~Mäkelburg~) .... Miniatur- und Porträtmaler, hielt sich in den zwanziger Jahren des 19. Jahrh. in Riga und Mitau auf, wo er als Porträtmaler und Zeichenlehrer tätig war. Von ihm: Portr. der Frau v. Manteuffel, geb. v. Hahn-Postenden. (Miniatur 1820). -- Portr. der Schauspielerin am Rigaschen Theater Friederike Feddersen, geb. Lange (Miniatur 1821). -- Portr. des Rittmeisters der Rigaschen blauen und grünen Bürgergarde Theodor Heinr. v. Schröder, 1821 (gest. v. B. Dörbeck). -- Portr. des Schauspielers Fr. Wilh. Barlow als van Dyck 1824. -- Portr. des Joh. Hermann Zigra, lith. -- Portr. des Domschullehrers J. D. Sandt. (Stich v. 1824). -- Portr. des Schauspielers Heinr. Aug. Porsch. (Auch in Lith. erschienen). -- Porträt des Malers Franz Burchard Dörbeck. Gest. v. B. Dörbeck.
Rigasche Stadtbl. 1821 S. 94; 1823 S. 319; 1824 S. 127. -- Inland 1836 S. 121.
=Maibach=, ~Karl Ludwig~. Landschaftsmaler. Geb. 20. September 1833 in Altenhof, Kirchspiel Haljal in Estland; gest. 1886 in Petersburg war 1853-59 Schüler der Petersburger Akad., ging dann ins Ausland und bereiste längere Zeit Deutschland, die Schweiz und Italien. In Genf förderte ihn A. Calame, später François Diday. Durch Vermittlung der Grossfürstin Helene Pawlowna wurde ihm seit 1866 eine jährliche Unterstützung zuteil. Er siedelte nach München über, arbeitete hier unter K. Millner und kehrte 1874 nach Petersburg zurück. 1876 akad. Künstler. Mehrere seiner Arbeiten in baltischem Privatbesitz.
=Marquard=, ~Michael~. Bildhauer. Lebte zu Anfang des 18. Jahrh. in Windau, wo er Gehilfe des herzogl. Bildhauers Nicolaus Söffrentz d. Ä. gewesen zu sein scheint, dessen Tochter Anna Catrin er am 14. 2. 1701 heiratet.
W. Neumann, Der herzogl. kurl. Bildhauer Niclas Söffrentz. Rigasche Stadtbl. 1895 Nº 8 und Sitzgsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde 1896 S. 149 ff.
=Martin=, ~Henry~. Dekorationsmaler, gebürtig aus Hannover. War, nachdem er in Hannover, Koburg und München seine Studien gemacht hatte und darauf in Hannover, Bayreuth und Berlin (Hofoper) tätig gewesen war, von 1892-96 Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater.
Dünaztg. 1892 Nº 143; 1894 Nº 15 und 267.
=Maydell=, ~Friedrich Ludwig v.~ Maler und Kupferstecher. Geb. 29. November 1795 auf dem Gute Stenhusen in Estl.; gest. 6. September 1846 in Reval, wurde von 1804-1810 in Neuwied a. Rh. erzogen und trat 1812 als Fähnrich in die russisch-deutsche Legion. Er machte die Befreiungskriege mit und nahm 1820 seinen Abschied, um auf Wunsch seines Vaters die Universität Dorpat zum Studium der Jurisprudenz zu beziehen. Neben seinen Studien begann er unter C. A. Senff sich auch mit der Kunst zu beschäftigen. Schon nach zwei Jahren gab er das Rechtsstudium auf, um sich im Auslande zum Künstler auszubilden. Nach einjährigem Aufenthalte in Stuttgart zog er nach Rom, wo er zu Overbeck, Cornelius, Schnorr, dem Architekten W. Stier und besonders zu Ludw. Richter in freundschaftliche Beziehungen trat. 1827 kehrte er nach Livland zurück und liess sich 1829 in Dorpat nieder. Durch die Umstände gezwungen sah er sich genötigt auf allen möglichen Kunstgebieten seine Kräfte zu versuchen: er illustrierte, malte, schuf Bildhauerwerke und trieb in Metall. Ein besonderes Verdienst erwarb er sich durch die Begründung eines Ateliers für den Holzschnitt: -- Von ihm: David als Hirtenknabe die Laute spielend. Federzeichn. -- Wanderer Rom erblickend. Orig. Rad. qu. fol. (Aus dem Nachlasse Ludw. Richters auf der Kunst-Aukt. v. Zahn und Jaensch, Dresden 17. V. 1886). -- Die Kirche Christi. -- Gleichnis vom verlorenen Sohn. Kupferst. -- Illustrationen zum Hohen Liede Salamonis. In Holz geschnitten von A. Gern, kl. fol. Die Orig. wurden auf Empfehlung des Dichters W. Joukoffsky von der Kaiserin Alexandra erworben. -- Illustrationen zum Märchen Zar Berendei von Joukoffsky -- Entwürfe zu Fresken für das Palais der Grossfürstin Alexandra Nikolajewna nach der Erzählung Joukoffskys von den zwölf schlafenden Jungfrauen, 1840. -- Illustration zur „Zigeunerin“ von Puschkin. -- Zehn Illustrationen und 30 Initialen zur Erzählung „Nal und Damajanti“ von Joukoffsky, 1843 vollendet. -- Illustrationen zur Jungfrau von Orleans, 15 Blatt in Sepia für die Uebersetzung von Joukoffsky. -- 19 Zeichnungen und 1 Titelbild zu Joukoffskys Uebersetzung der Undine von Fouqué. Umrisstiche in 8^o. Petersburg 1837. -- Fünf Holzschnitte zu den Nordischen Sagen von C. Russwurm, 1842. -- Umrisstiche zur livländischen Geschichte; auf 50 Blätter angelegt, wovon jedoch nur 22 erschienen. 13 Kupferdruckplatten erhalten im Bes. der Gelehrt. estn. Gesellsch. -- Zwei Illustrationen zu Krylows Fabeln. Lithogr. -- Die nächtliche Heerschau. Radierung zur Uebersetzung des Gedichts des Freiherrn v. Zedlitz durch W. Joukoffsky. -- Christuskopf mit der Umschrift: Ich bin der Weg usw. 4^o, Holzschnitt (Bes. Gelehrte estn. Gesellsch.). -- Das Universitätsgebäude und die Marienkirche in Dorpat. Holzschnitte. Kalenderbeilagen für 1840 und 1841 (Nº 16-18 geschn. v. A. Gern). -- Umrisszeichnungen zur Sage von Wannemuine; desgl. zu Koit und Ämmerik (Bes. Gel. estn. Gesellsch.). -- Entwürfe zum Altar der Olaikirche in Reval. In Marmor und Bronze ausgeführt von Demut und Malinowsky in Petersburg. -- Entwurf zu Kelch und Patene für die Laurentiuskirche in Arensburg; ausgeführt von Goldschmied Nowack in Dorpat 1836. -- Entwurf zum Grabmal des Pastors Hörschelmann auf dem Kirchhofe zu Moik, ausgeführt von J. G. Exner. -- Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Rujen in Livl. 1837. -- Christus die Schlange zertretend. Altargem. für die Kirche zu Pölwe bei Werro, 1842. -- Christus am Oelberge. Altargem. für die Kirche zu Saara bei Pernau, 1842. -- Der auferstandene Christus. Altargem. für die Kirche zu Neuhausen bei Werro (Nach M’s Tode vollendet von W. Krüger). -- Sieben Porträtbüsten, davon die des Prof. Ewers in Marmor (Bes. Universitätsbibliothek, Dorpat). -- Büste des Kupferstechers C. A. Senff. Terracotta in Familienbesitz. -- In Silber getriebener Bibeleinband (Bes. Domkirche in Reval). -- Maydell gab heraus: „Anweisung für die ersten Anfänger im Schraffieren“. Verl. v. C. A. Kluge, Dorpat 1837 mit 80 Vorlagen lithogr. von F. Schlater. -- Zeichenlehre nach dem natürlichen Gange der Auffassung entwickelt für Anfänger und Kinder. 24 Vorlageblätter, lithogr. von F. Schlater, 1841. 8^o.
W. Neumann in Rigasche Stadtbl. 1897 S. 32-35. -- Ders. Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 39-41.
=Mehlbart=, ~Harry Edmund Reinhold~. Architekt. Geb. 1. Juli 1864 in Riga, absolvierte das Polytechnikum in Riga und liess sich darauf als freipraktizierender Architekt daselbst nieder. Seit 1900 Rigascher Baurevident. Seit 1906 Präses des Rigaschen Architektenvereins. Von ihm sind ausgeführt: das Haus Bärenfeldt, gr. Bischofsstr. 8; Haus Lee, Romanowstr. 29; Wohn- und Geschäftshaus Kause, kl. Jakobsstr. 3; Villa Minuth in Oger bei Riga; Haus Baron Mirbach, Ecke Romanow- und Suworowstr.; Villa Koch, Glockenstr. auf Hagensberg; Villa Minuth in Bilderlingshof am Rigaschen Strande; die luth. Kirche zu Smela im Gouvern. Kiew; das Baptistenbethaus an der Matthäistr. in Riga; das eigne Wohnhaus, Säulenstr. 18. Ferner von ihm die innere Ausstattung des Konventsquartiers der Korporation Rubonia und der Rigaschen Börsenbank.
Nach Autobiographie.
=Meinerts=, ~Christoph~. Baumeister, wird am 14. Februar 1735 als Rigascher Stadtbau-, Kunst- und Strommeister vereidigt.
=Mester=, ~Alexander Christoph Samuel~. Landschaftsmaler. Geb. 1816 oder 1818 in Dorpat; gest. daselbst 1845, genoss den Unterricht des Landschaftsmalers Aug. M. Hagen und bildete sich angeblich im Auslande weiter. Er wurde von seinen Zeitgenossen als geschickter Aquarellist gerühmt.
Inland 1839 S. 75; 1840 S. 427. -- Aus Dorpats vergangenen Tagen. Biograph. Skizzen v. K. Krüger in der Petersburger Ztg. 1898 Nº 211-214. -- W. Neumann: Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 74.
=Mewes=, ~Karl Friedrich~. Zeichner. Geb. 1797 in Reval, gest. daselbst 1872, besuchte die Petersburger Akademie als freier Zuhörer und wurde Schüler des Hofmalers O. Ignatius bis 1824. Er gründete 1825 in Reval einen Kunsthandel und übernahm 1845 das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule, seit 1855-1866 in gleicher Eigenschaft am Gouvernementsgymnasium. Er gab heraus Vorlegeblätter zum Zeichnen für den ersten Unterricht, 1849.
Inland 1847 S. 354; 1855 S. 368; 1860 S. 800. -- Revaler wöchentliche Nachrichten 1825 S. 842; 1826 S. 217, 250, 380, 407 u. 483. -- Ztg. für Stadt und Land 1872 Nº 192 u. 204. -- G. v. Hansen, Geschichtsblätter usw. Reval 1881.
=Meyer=, ~Cordt~. Maler des 17. Jahrh. in Riga, gest. nach 1702. Ihm wurde im Jahre 1679 die Ausmalung der St. Petrikirche übertragen, wo er u. a. die „Passions-Historien“ malen sollte. Am 17. Juli 1689 vereinbarte die Administration der Domkirche mit ihm eine grössere Arbeit, die darin bestand, die 20 Gewölbe der Kirche, den Chor, den Singechor usw. „nach dem vorgezeigten Abriss“ zu malen. Diese Gewölbmalereien wurden 1815 übertüncht, bei den Restaurierungsarbeiten im Jahre 1895 zum Teil wieder aufgedeckt und die Reste zeichnerisch aufgenommen (Im Archiv des Dombaubureaus). Der von ihm in der Domkirche erworbene Grabstein mit einer älteren gotischen Inschrift und einer zweiten: Cordt Meier | und seinen erben | erptlich | anno 1698, liegt seit 1893 im Westflügel des Domkreuzganges. M. war Ältermann des Rigaschen Maleramts.
N. Busch im Rechenschaftsber. d. Dombauabteilung 1894/95 S. 29 ff. u. S. 66 ff. -- Kirchengerichts-Protokolle d. St. Petrikirche vom 14. Mai 1723. W. Neumann: Das mittelalterliche Riga. Berlin 1892 S. 35.
=Meyer=, ~Kunz~. Maler. Geb. 3. Juli 1859 in Mitau als Sohn des Redakteurs der St. Petersburger Zeitung erhielt seine künstlerische Ausbildung in München unter Strähuber, Raab und W. Lindenschmit, hielt sich 1885 und 1886 in Italien auf und unterstützte nach seiner Rückkehr Lindenschmit bei der Ausmalung des Rathauses in Kaufbeuren. 1891/92 war er Mitarbeiter A. Fitgers in Bremen und Oldenburg. Er lebte bis September 1908 in München; zurzeit in Amerika tätig. Von ihm ausser einer Anzahl tüchtiger Genrebilder mehrere religiöse Malereien wie: Judas Ischarioth (Abb. in „Kunst unserer Zeit“ und in W. Neumann: Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh.; Illustr. Ztg. 1895). -- Madonna mit Christus an der Schlosskirche zu Oberbronn. -- Altargemälde für die Kirchen zu Dietfurth und Walddorf. M. lieferte Illustrationen zu Paul Heyse’s: Villa Falconieri; Rich. Voss: La Madonna del divino amore; Emil Erll’s: Liebesmärchen; M. Haushofer’s: Geschichten zwischen Diesseits und Jenseits; Rud. Baumbach’s: Zlatarog; M. G. Zimmermann’s: Tante Eulalias Romfahrt; Busse’s: Traum; G. Hoffmann’s: Bozener Märchen und Ostseemärchen.
Das geistige Deutschland I S. 462/63. -- W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 136-137.
=Michelson=, ~Michael Alexander~. Landschaftsmaler. Geb. 2. Juni 1815 in Riga; gest. daselbst 16. November 1899, erhielt den ersten Unterricht von J. K. Baehr, der nach seinem ersten Besuche Italiens 1829 nach Riga zurückgekehrt war, besuchte bis Oktober 1837 die Dresdner Akademie und liess sich darauf in Riga nieder. 1847 ernannte ihn die Petersburger Akademie zum akademischen Künstler. In demselben Jahre übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Rigaschen Gouvernementsgymnasium, das er bis zum Jahre 1891 bekleidete. Die Mehrzahl seiner Arbeiten befindet sich in Privatbesitz. Ein Aquarell von ihm, das Aatal, erschien in Farbendruck im Verlage von N. Kymmel, Riga.
Rigasche Ztg. 1885 Nº 13; 1887 Nº 96. -- Dünaztg. 1891 Nº 189. -- Inland 1854 S. 27; 1861 S. 785. -- Rigasche Stadtbl. 1845 S. 312; 1855 S. 19; 1859 S. 143. -- Zur Gesch. d. Gouvernementsgymnasiums in Riga S. 13.
=Michelson=, ~Nathanael~. Holzschneider. Geb. 27. Oktober 1848 in Riga; gest. 1873 in Dresden durch Selbstmord, erlernte die Holzschneidekunst in Mitau und trat 1872 in die Dresdner Akad., wo er 1873 Schüler des Prof. Hugo Bürkner wurde.
=Michelssen=, M.... Holzschneider, arbeitete im Atelier des Malers Ludwig v. Maydell. Er stellte 1842 zwei seiner Arbeiten in Riga aus.
=Minckeldé=, ~Karl Jakob Reinhold~. Maler und Zeichner. Geb. 1. Juli 1790 in Goldingen; gest. 18. April 1858 in Hasenpoth in Kurland, trat 1812 in die Universität Dorpat, wo er bis 1815 als stud. phil. Schüler des Kupferstechers C. A. Senff war. 1817-22 war er Zeichenlehrer an der St. Annenschule und an der Trinitatis-Töchterschule zu Mitau; von 1825-1848 Zeichenlehrer an der höheren Töchterschule daselbst. Von ihm: Kurländische Ansichten, lithogr. von Fr. Krause: Altschwangen, Amboten, Doblen (in zwei Ansichten), Ekau, Klein-Gramsden, Goldingen, Mitau, Remten, Schwethof, Tuckum, Windau, Zabeln, Zennhof, Hoff zum Berge, Mesothen, Elley, Talsen und Libau (Die ersten vier Blätter erschienen 1823 in Mitau).
Inland 1837 S. 170.
=Miram=, ~Lucie~ (s. Sänger, Lucie v.).
=Moeller=, ~Otto Friedrich Theodor v~. Historienmaler. Geb. 30. Mai 1812 in Kronstadt als Sohn des Marineministers Admiral O. v. M.; gest. in Petersburg 21. Juli 1874, wurde 1817 dem Marinekorps zugeteilt, trat 1829 als Fähnrich in das Semenowsche Garderegiment, avancierte zum Adjutanten des Kommandierenden des Gardekorps und benutzte seine freie Zeit zu Studien in der Kunstakad. 1830 machte er den polnischen Feldzug mit und malte nach seiner Rückkehr sein erstes grösseres Bild „die Schlacht bei Ostrolenko“, das vom Kaiser Nikolaus erworben wurde. 1835 nahm er seinen Abschied, trat in die Akad. und wurde Schüler des damals gefeierten Brülow. 1839 zog er nach Rom, wo er 1840 das seinen Ruf begründende Bild „der Kuss“ malte, wofür ihn die Akad., die ihm bereits 13. I. 1840 die gr. gold. Med. zuerkannt hatte, zum Akademiker ernannte und ausserdem noch durch ein besonderes Belobigungsschreiben auszeichnete. Bei einem zweiten Besuche Italiens, 1847, trat er in Rom zu Overbeck in nähere Beziehungen und unterwarf sich fast völlig dessen Einfluss. Für sein Bild „Johannes predigt auf Patmos den Bacchusdienern“ erhielt er 1857 den Professorrang, eine Geldbelohnung von 10,000 Rbl. und den Wladimirorden. 1856 erwarb er das Gut Sall auf der Insel Ösel, wo sich eine umfangreiche Sammlung seiner Bilder, Studien und Skizzen befindet. Von seinen Gemälden nennen wir: Alceste führt Herkules aus dem Schattenreich, 1835. -- Familienporträt, 1837. -- Portr. der Frau Murawjew und ihrer Kinder. -- Der Kuss, 1840 in Rom gem. (Erworb. v. Kaiser Nikolaus I., gestoch. von Simon Sacharow, 1843). -- Die Nixe, nach der Ballade v. Puschkin „der Eremit“, 1841. Vom Künstler dem akad. Mus. in Petersburg geschenkt. -- Die Braut mit dem Ring. -- Tatjana einen Brief an Onegin sendend, nach der Dichtung von Puschkin (Erworb. von der Kaiserin Alexandra). -- Das für die kranke Mutter betende Kind (Erworb. von derselben). -- Die drei Mädchen. -- Johannes predigt auf Patmos den Bacchusdienern, 1855 in Rom vollend. (Im Museum Alexanders III in Petersburg). -- Die Aussetzung Mosis 1862. -- Die Vision des Alexander Newsky vor der Schlacht an der Newa. -- Die Gesandtschaft des Papstes Innocenz an Alexander Newsky (Für die Erlöserkirche in Moskau). -- Alexander Newsky in der Schlacht an der Newa gegen die Schweden, 1864/65 gem. für den Alexandersaal im Kreml zu Moskau. -- Judith, gem. 1870. -- Die Kreuzigung Christi. Altargem. für die Kirche zu Wendau in Livl., 1871 gem. -- Die Kreuztragung, nach dem Karton v. Brülow gem. für die Isaakskirche in Petersburg. (Im Museum Alexanders III. in Petersburg).
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. des 19. Jahrh. S. 59-61. -- „Wanderungen durch Oesels Vergangenheit u. Gegenwart“ im Arensburger Wochenblatt 1876 Nº 76.
=Moeller=, ~Reinhold v.~ Maler. Geb. 30. März 1847 zu Sommerpahlen in Livl., studierte anfänglich an der Universität Dorpat, dann von 1867-70 in München Zoologie, wandte sich dann aber der Kunst zu. Er besuchte bis 1875 die Münchener Akad., wo er Schüler von Straehuber und Wagner war. Bis 1880 arbeitete er unter Prof. Baisch, unternahm dann grosse Reisen, die ihn nach Algier, Griechenland, Palästina, England und Holland führten und liess sich 1892 in Dorpat nieder. Von ihm: Landschaft mit Weiden bei Abendbeleuchtung. -- Landschaft bei heranziehendem Gewitter. -- Küste bei Dover. -- Strand bei Katwyk, Holland. -- Am Kanal, Motiv aus Holland. (Bes. Stadtgal. Riga). -- Heringsschiffe in der Brandung. (Abb. im Universum XIII. und Daheim 1888). -- Sturm am Strande von Mereküll in Estl. -- Frühlingsmorgen am Chiemsee. -- Sturm, Motiv bei Jaffa. -- Die grosse Sphinx von Gizeh bei Kairo.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 159-161.
=Mös=, Miniaturmaler, lebte von 1770-1776 in Riga.
Rigasche Anzeigen 1777 v. 2. Januar S. 6.
=Mohrenschildt=, ~Hugo Oskar v.~ Maler. Geb. 8. Juli 1818 im Kirchspiel St. Matthäi, als Sohn des Kreisgerichtsassessors Gideon Reinhold von M.; gest. 24. Dezember 1899 in Rom, besuchte die Petersburger Akademie als freier Zuhörer und wurde 10. XI. 1860 für eine Landschaft „aus den Sabinerbergen“ zum freien Künstler ernannt. Er liess sich in Rom nieder.
Inland 1857 S. 19 und 315.
=Mohrenschildt=, ~Robert Wilhelm~. Maler. Geb. 1792, Sohn des Joh. Heinr. v. M. auf Jöggis und Hattoküll; gest. 9. Dezember 1849, bildete sich ebenfalls zum Maler aus.
=Mohrenschildt=, ~Woldemar Andreas Konstantin~. Maler. Geb. 3. Juni (Juli ?) 1823 als Sohn des Berend Aug. v. M., studierte Ingenieurwissenschaften an der Hauptingenieurschule in Petersburg, wurde 1846 Ingenieur-Leutnant, besuchte darauf die Petersburger Kunstakad. als freier Zuhörer und wurde am 25. IX. 1850 für sein Bild „Antiochus von Syrien auf dem Krankenbette“ mit der gr. silb. Med. ausgezeichnet. 1854 wurde ihm für eine Verkündigung der Hirten die gold. Med. zuteil. Er ging dann nach Rom, trat hier zum Katholizismus über und lebte später in der Nähe von Lindau am Bodensee. Ausser den genannten Bildern sind von ihm bekannt geworden: Der Tod des heil. Sebastian, 1851. -- Noah segnet Sem und Japhet, Skizze 1852. -- Portr. eines Herrn von Löwenstern 1853. -- Kosma Minin und die Nishegorodsker Bürger bitten den kranken Fürsten Posharski die Führung des Heeres zur Vertreibung des Feindes zu übernehmen, Skizze 1854. -- Pilgerinnen (Bes. M. Baron Stackelberg, Dorpat).
=Moritz=, ~Friedrich~. Maler. Geb. 25. Juni 1866 in Jewe in Estl., studierte 1885/86 Physik an der Dorpater Universität, besuchte seit 1887 die Akad. in Petersburg, ging 1890 nach Düsseldorf, wo er unter Prof. Arthur Kampf arbeitete und dann nach München, wo Prof. K. Marr sein Lehrer wurde. Nach einer Studienreise durch Italien und Frankreich liess er sich in Petersburg nieder, siedelte aber 1896 nach Riga über, wo er 1897 das Amt eines Lehrers für Freihandzeichnen am Polytechnikum übernahm. Seit 1905 in Berlin ansässig. M. ist hauptsächlich als Porträtmaler tätig.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 140-141.
=Mühe=, ~Heinr. August Theodor~. Maler u. Lithograph. Geb. 1794 in Braunschweig; gest. im Februar 1845 in Riga, kam um 1820 nach Riga, begründete hier eine lithographische Anstalt und übernahm 1830 das Amt eines Zeichenlehrers an der Lutherschule. Von ihm sind mehrere lithogr. Arbeiten bekannt.
Rigasche Stadtblätter 1825, 21. Juli; 1830 S. 299; 1841 S. 304; 1844 S. 23, 84; 1845 S. 47.
=Müller=, (~gen. Müller von Riga~) ~Johann Jakob~. Landschaftsmaler. Geb. 7. März 1765 in Riga; gest. 21. September 1831 in Stuttgart, studierte in Jena, Göttingen und Erlangen Theologie, gab aber 1790, obgleich er bereits zum Pastor ordiniert worden war, den Beruf auf und wandte sich der Malerei unter der Leitung Chr. Klengels zu. Mit diesem ging er nach Rom und blieb dort bis 1797, wo er sich namentlich nach Claude Lorrain bildete. Er kehrte nach Deutschland zurück und liess sich in Stuttgart nieder, wurde hier Lehrer an der Kunstschule und am Gymnasium, ging mit einer Unterstützung des Kaisers Alexanders I. nochmals nach Italien und wurde Hofmaler des Königs von Würtemberg. Sein künstlerischer Nachlass kam in die Hände des Bildhauers Wilh. Braun. Von ihm: Die Grotte des Neptun bei Tivoli; in Rom gem. -- Sorrent (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). -- Die Ruinen Pompejis mit Aussicht auf den Vesuv und die Insel Ischia. (Kam in den Bes. d. Königs Ludwig I. v. Baiern). -- Abendlandschaft. Gegend v. Salerno. (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). -- Das Lauterbrunner Tal. -- Via mala. -- Der Reichenbachfall in der Schweiz (Nach dem Tode des Künstlers von Dörr in Heilbronn vollendet). -- Bildnisse des Vaters und der Mutter des Künstlers, sowie ein Selbstportr. im Bes. seiner Grossnichte Frau Pauline Zinserling, geb. Müller, Riga. Einige seiner Bilder kamen in Kaiserl. Bes. nach Petersburg, andere befinden sich in dem Königl. Bairischen Schlosse zu Tegernsee.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 15-17.
=Müller=, ~Johann Julius~. Rigascher Porträtmaler in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. Für das Rathaus zu Riga malte er das Bild des Königs Karls XII. von Schweden. 1726 wird ihm der Auftrag zuteil die Porträts des Kaisers Peter I. und das der Kaiserin Katharina I. zu malen. Wegen einiger Kostümschwierigkeiten beim Bilde der Kaiserin soll beim Gouverneur Repnin angefragt werden. Ein Frauenporträt (Frau des 1748 verstorbenen Goldschmiedes Christopher Dey in Riga) im Besitz des städt. Museums in Riga könnte ihm zugeschrieben werden.
A. Buchholtz. Mitteilungen aus d. livl. Gesch. XV. S. 196.
=Müller=, ~Jakob Benjamin~. Theatermaler. Geb. 1719 in Dresden, war Schüler von J. B. Grone und bildete sich auf verschiedenen Reisen weiter. Er wurde nach Petersburg berufen und hier von Baron Vietinghof, dem Begründer des Rigaschen Theaters für Riga gewonnen, wo er nach kurzer Zeit starb. Von ihm einige Federzeichnungen in dem Album des J. J. Voss im städt. Museum zu Riga und in dem v. Offenbergschen Album im Mitauer Museum.
=Müller=, ~Johann Jakob~. Porträt- und Miniaturmaler, lebte zu Ende des 18. Jahrh. in Riga (auf Klüversholm); er malte Porträts in Oel und Aquarell, gab Unterricht im Zeichnen und malte auch Miniaturen für Dosen, Bracelets usw.
Rigasche Anzeigen 1794 S. 213.
=Müller=, ~Karl Theodor~. Architekt. Geb. 30. Dezember 1817 in Reval; gest. 14. November 1891 in Petersburg, wurde Schüler der Petersburger Akademie, erwarb sich die üblichen Schülermedaillen und wurde 1863 Akademiker.
=Munck=, ~Bartholomäus~, Porträtmaler, wurde 1772 Meister des Rigaschen Maleramts und lebte noch zu Anfang des 19. Jahrh. in Riga. Von ihm: Das Portr. des Dr. Gottl. Schlegel, Rektors der Domschule zu Riga, gem. 1763. -- Das Portr. des Dr. med. Ambrosius Bergmann, gem. 1767 (beide im Dom-Museum zu Riga). -- Das Portr. des Grafen George Brown, gem. 1788; gestoch. v. Joh. Em. Mansfeld in Wien. -- Das Portr. des Heinr. Berend v. Rautenfeld, gem. 1772. -- Portr. der Katharina Hedw. v. Kryger, gem. 1775. -- Portr. des Franz Wilh. Christ. v. der Recke auf Neuenburg und dessen Gemahlin (um 1805).
=Murrer=, ~Franziskus~. Arzt und Ingenieur. Geb. 12. April 1609 zu Neumarkt in der Oberpfalz; gest. 1681 in Riga, studierte Medizin und schloss sich 1633 der Gesandtschaft an, die Herzog Friedrich III. von Holstein-Gottorp unter der Führung des Gelehrten Adam Olearius nach Persien schickte. 1640 kam er nach Riga, wo er anfänglich als Arzt lebte, später auf Zureden seines Schwiegervaters, des schwedischen General-Quartiermeisters v. Rodenberg, sich der Baukunst widmete. Eine Professur an der Dorpater Universität lehnte er ab, ebenso eine Berufung in den Staatsdienst nach Ingermannland, dagegen beschäftigte er sich mit dem Fortifikationswesen und übernahm 1649 auf Anerbieten des Rigaschen Rats das Amt eines Stadtingenieurs. Von ihm stammt der grossartige Entwurf zur Befestigung Rigas vom Jahre 1650. Das Original im Bes. des städtischen Feldmessamts.
Rigasche Ztg. 1879 Nº 32: Ein rigascher Stadtingenieur des 17. Jahrh. von Alex. Buchholtz. Darnach in W. Neumann, Das mittelalterliche Riga S. 9, Anm. 14.
N
=Napiersky=, ~Gottfried Jakob Ferdinand~. Maler. Geb. 17. September 1790 in Riga; gest. daselbst 7. August 1828, besuchte die Akademien in Berlin und Dresden, machte die Befreiungskriege in der Hanseatischen Legion mit und kehrte 1814 nach Riga zurück. Von ihm: Bauernszenen (Aquar.). -- Synagoge (Aquar.) Städt. Museum Riga. -- Portr. des Kunsttischlers und Holzbildhauers Aug. Gotth. Heubel und dessen Gattin. Miniaturen (Bes. Frau Julie Heubel, Dorpat).
Rigasche Stadtbl. 1815 S. 353 ff.
=Neff=, ~Karl Timoleon v.~ Porträt- und Historienmaler. Geb. 2. Oktober 1805 auf dem Gute Mödders in Estl.; gest. 24. Dezember 1876 in Petersburg, kam im September 1824 bereits mit tüchtiger Vorbildung auf die Dresdner Akad., ging aber nach kurzem Aufenthalt nach Rom und war 1827 wieder in Petersburg, wo er sich, obwohl widerwillig, mit Porträtieren beschäftigen musste. Seine Bildnisse begründeten seinen Ruf. Für mehrere Porträts von Mitgliedern der Kaiserl. Familie wurde er 1831 zum Hofmaler ernannt mit einem jährlichen Gehalt von 3000 Rbl. 1835 ging er zum zweitenmal nach Rom und blieb dort bis Mitte 1837. Nach Petersburg zurückgekehrt wurde er mit Aufträgen fast überschüttet. 1839 ernannte ihn die Akad. für ein Bild in der kleinen Kirche des Winterpalastes zum Akademiker. Von einer dritten Romfahrt wurde er 1843 zurückberufen, um die malerische Ausstattung der Isaakskirche zu übernehmen. Die Ausführung der Arbeiten begann nach zweijährigen Vorstudien. 1849 wurde er zum Professor ernannt und 1855 als Lehrer an die Akad. berufen; 1864 wurde ihm das Amt eines Konservators der Eremitage übertragen. Bis zu seiner Berufung als Lehrer lebte er grösstenteils auf seinem Gute Piera bei Wesenberg. 1861 kaufte er auch das Gut Mönkenhof in Estl., wo er sich ein schlossartiges Gebäude errichtete, das er, wie das Wohnhaus zu Piera, mit Kunstschätzen aller Art, grösstenteils mit eigenhändigen Kopien nach italienischen Renaissancemeistern und mit Skulpturen schmückte. Von seinen Hauptwerken nennen wir: Das Bildnis der Kaiserin Alexandra Feodorowna, geb. Prinzessin Charlotte v. Preussen. (Im Schloss Berlin). -- Der Engel der Auferstehung. Gest. in Aquatinta v. J. C. Manigaud. Oval. Roy. fol. (Bes. M. v. Grünwaldt). -- Pendant zum Engel des Gebets mit Rauchfass und Kerze. Gest. von dems. (Im Kaiserl. Bes.). -- Der Engel des Todes (Im Kaiserl. Bes.). -- Christus, Maria und die vier Evangelisten für die Kirche des Semenowschen Leibgarderegiments, 1842. -- Bilder russischer Heiliger auf Goldgrund an der Ikonostasis der russ. Kapelle zu Wiesbaden, 1855. -- Neapolitanische Wäscherinnen in einer Grotte. -- Junges Mädchen in einer Grotte (Im Mus. Kaisers Alexander III. Petersburg). -- Italienerin auf einem Balkon. (Im Mus. zu Moskau). -- Die Heiligenbilder am unteren Teile der Ikonostasis in der Isaakskirche zu Petersburg, neuerdings nach diesen Gemälden im Mosaik ausgeführt. -- Die Erhöhung des Kreuzes; Christus im Grabe. (Einzelbilder in der Isaakskirche in Petersburg; später in Mosaik ausgeführt). -- Christus die Kinder segnend; St. Maria. (In der Kirche der Akad. zu Petersburg). -- Die 33 Gemälde der Ikonostasis der griech. Kapelle zu Nizza. -- Die Gemälde der Ikonostasis der griech. Kapelle der Herzogin v. Edinburgh in London. -- Die 31 Gemälde der Ikonostasis der Erlöserkirche zu Moskau.
M. v. Grünwaldt (Tochter der Künstlers), Skizzen u. Bilder aus dem Leben Carl Timoleons v. Neff. Als Manusk. gedr. Darmstadt 1887. -- Th. Bulgarin, der Maler Neff u. seine Arbeiten in der Isaakskathedrale in Petersburg. -- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 56-59.
=Neubuhr= (~Niebur~), ~Paul~. Maler, begraben d. 26. September 1662, stand in Diensten des Herzogs Jakob v. Kurland und wird im Kirchenbuche der Trinitatiskirche zu Mitau als „Mahler Ihrer Fürstl. Durchlaucht“ bezeichnet.
(J. Döring.)
=Neuburger=, ~Karl David~. Baumeister. Geb. 1844 zu Siegen in Westfalen; gest. 12. Mai 1897 in Riga, absolvierte die Bauschule seiner Heimatstadt, arbeitete dann in Berlin unter dem Architekten Dietze und kam 1864 nach Riga als Gehilfe in das Bureau des Stadtarchitekten J. D. Felsko, nach dessen Rücktritt vom Amte er sich mit der Ausführung von Privatbauten beschäftigte. Nach seinen Plänen sind in Riga erbaut: das Geschäftshaus von O. Jaksch an der Schaalstr. (1901/2 neu erbaut von K. Felsko); das Wohnhaus O. Jaksch am Todlebenboulevard; das Kaufhaus Schmidt am Rathausplatz; das Wohnhaus Stritzky an der Nikolaistr.; das städtische Waisenhaus (preisgekrönter Entwurf in Gemeinschaft mit K. Felsko); die Kirchhofskapelle auf den vereinigten Friedhöfen in Riga; das Pfarrgebäude der Domkirche.
=Neuhausen=, ~Johann Dietrich~. Bildhauer in Dorpat zu Ende des 17. Jahrhunderts.
F. K. Gadebusch, Livl. Jahrbücher III, 3, S. 684.
=Neumann=, ~Anna Benigna~, geb. ~Vahrenhorst~, Gemahlin des Bürgermeisters N. in Libau, stammte aus einer angesehenen libauschen Familie und starb im Juni 1807 in Dresden. Sie hatte ihre Ausbildung in Dresden empfangen und kopierte viel in der dortigen Galerie. Einzelne ihrer Arbeiten kamen in den Bes. des Mitauer Mus. (Magdalene nach Battoni, Ecce homo nach G. Reni, Christuskopf nach A. Carracci). Auch zwei ihrer Landschaften werden in zeitgenössischen Nachrichten erwähnt: Meeresufer bei Mondbeleuchtung und Tells Kapelle bei Morgenbeleuchtung.
Gedicht von Schlippenbach in den mitauschen wöchentlichen Unterhaltungen 1807 Bd. 6. S. 128. -- Allgem. deutsche Ztg. für Russland 1819 Nº 145. (J. Döring.)
=Neumann=, ~Heinrich Benjamin~. Maler und Bildhauer. Geb. um 1734, lebte als „kunsterfahrener Kunstmaler und Bildhauer“ in Goldingen; wird 1798/99 in den Revisionslisten für Kurland unter den verzeichneten Exemten aufgeführt und als 64 Jahr alt bezeichnet.
Kirchenbuch der Trinitatiskirche in Mitau. -- Goldingensches Stammbuch (Tagesanzeiger für Libau 1889, Nº 289 J. Döring). -- Revisionslisten für Kurland (Kopie in der Bibliothek der Gesellsch. für Gesch. und Altertumskunde N. Busch).
=Neumann=, ~Johann Samuel~. Porträtmaler in Riga. Geb. 1800; gest. 20. Mai 1831 an der Cholera.
Rigasche Stadtbl. 1831 S. 179.
=Niländer=, ~Konstantin~. Maler. Geb. 27. Februar 1848 in Waetz bei Wesenberg, Schüler der Münchener Akademie; besuchte Frankreich und Italien und ist z. Z. als Zeichenlehrer in Riga tätig.
O
=Oechs=, ~Joseph Dominikus~. Porträt- und Miniaturmaler. Geb. 11. März 1775 zu Erbach bei Ehnigen in Würtemberg; gest. 13. Februar 1836 in Mitau, wurde 1788 Schüler seines älteren Bruders Anton in Regensburg und seit 1795 Schüler des Porzellanmalers Karl Frost in Nürnberg; er beschäftigte sich ausserdem mit Porträtieren en miniature und konnte mit dem Erlös aus diesen Arbeiten 1798 eine Reise zu seiner weiteren Ausbildung bestreiten. Nach einem Aufenthalte in Bamberg, Arnstadt und in Erfurt, wo der Maler Bollermann sich seiner annahm, kam er 1803 nach Dresden und arbeitete unter Klengel. 1804 folgte er der Aufforderung des Barons v. Kleist nach Kurland zu kommen und liess sich in Mitau nieder. Um sich in der Blumenmalerei zu vervollkommnen, wurde er 1808 Schüler von K. A. Senff in Dorpat und ging dann nach Petersburg, kam aber schon Ende 1809 nach Mitau zurück, wo er sich neben Porträtmalen mit Unterrichterteilen beschäftigte. 1824 nahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Gymnasium in Mitau an. Von ihm: Karl I. von England nach dem Lely’schen Bilde in der Dresdner Gal., gem. 1803 (Bes. Mus. Mitau). -- Kopf eines Alten nach Nogari, in der Dresdner Gal., 1803 (Bes. Mus. Mitau). -- Portr. der Prinzessin Dorothea von Kurland (Miniat.). -- Portr. des Grafen Otto v. Stackelberg (Miniat.). -- Portr. des Staatsrats Piattoli (Min.). -- Monument mit dem Medaillonportr. des 1800 gestorbenen Georg Chr. v. Kleist; gest. von Wachsmann, Berlin 4^o. -- Portr. des Grafen Medem und dessen Gemahlin. -- „Eulenböck“ nach J. L. Tiecks Novelle „die Gemälde“ (1847 v. dem Kammerherrn v. Simolin auf Gross-Dselden erworben). -- Lachende Kinder. Min. 1810 (Bes. Mus. Mitau). -- Portr. des Staatsrats J. Fr. v. Recke, 1822. Kniest. (Bes. Mus. Mitau). -- Portr. des Predigers Prof. K. W. Kruse in Mitau, 1823. Kniest. (Bes. Mus. Mitau), lith. v. F. Schabert, Mitau. -- Die Heilung des Blindgeborenen, Altargem. für die Kirche zu Kreuzburg, 1829. Die Farbenskizze, 1828 datiert, befand sich 1853 im Bes. des Hn. Alex. Malzewsky in Mitau. -- Sechszehn kleine Bildnisse der kurländischen Herzöge und deren Gemahlinnen. Kopien nach älteren Bildern u. Stichen; inbezug auf Aehnlichkeit nicht zuverlässig (Bes. Mus. Mitau). -- Der trinkende Schäfer nach Michiel Sweerts; Orig. in der Gal. Brederlo, Riga. -- Männliches Bildnis. -- Bettlerfamilie. -- Bildnis der Königin Maria di Medici, nach dem Dresdner Bilde. -- Lachendes Mädchen nach Ch. Hutin, nach dem Orig. der Dresdner Gal. -- Bildnis des Malers Raphael Mengs nach dessen Selbstportr. (Pastell) in der Dresdner Gal. -- Die beiden Söhne Rubens nach dem Dresdner Bilde (Miniaturen). -- König Salomo (Bes. Baron Lüdinghausen-Wolff, Jungfernhof). -- Männliches u. weibliches Bildnis (Bes. Baron E. v. der Brüggen). -- Porträt des Malers Anton Graff, nach dem Dresdner Orig. (Miniat. in Rigaschem Privatbes.). -- Portr. des Prof. Groschke und dessen Gemahlin (Bes. Baronin Haaren, Duhren). -- Vier Familienportr. Pastelle (Bes. Baronin Bistram, Meschneeken). -- Portr. des J. M. Peters-Steffenhagen (Bes. Heinr. Schaack-Steffenhagen). -- Zwei Portr. der Gattin des Künstlers. Selbstportr. (Bes. Frl. Doris Oechs, Mitau). -- Zwei Kopien nach v. Dyck (Bes. Fr. Schiemann, Mitau). -- Portr. des Aeltermannes gr. Gilde Georg Konrad Wiggert, 1818; lith. von T. H. Rickmann 1832. -- Miniaturbild der Katharina Julie Pflugradt, als Braut des Aeltesten gr. Gilde Dav. Pohrt, gem. 1796. -- Portr. des Direktors am hist. Mus. in Dresden Joh. Konst. Kraukling. -- Interessante Skizzenbücher von Oechs befanden sich um 1895 im Bes. der Familie des Stadtsekretärs Friedenthal in Mitau.
Archiv für christl. Kunst. Organ des Rottenburger Diözesan-Vereins etc. 1893 S. 86. -- Inland 1844 S. 475.
=Oettinger=, ~Johann Friedrich v.~ Ingenieur und Architekt, stand als Ingenieur-Oberstleutnant in russischen Diensten und wurde 1749 vom Rat der Stadt Riga mit dem Bau des neuen Rathauses betraut (beg. 26. Mai 1750, voll. 11. Oktober 1765). Von ihm auch der Bau des Wohnhauses des Joh. Heinr. Hollander (jetzt Kamarin) an der Ecke der Herrenstrasse und des Rathausplatzes.
=Osten-Sacken=, ~August Friedrich Heinrich von der~. Porträtmaler. Geb. auf der Insel Oesel, besuchte von 1837-1841 die Dresdner Akademie, lebte dann in Petersburg, später auf Oesel. Viele seiner Porträts auf Oeselschen Landgütern.
P
=Panck=, ~Johann Ernst v.~ Dr. med. Geschickter Dilettant. Geb. 27. März 1805; gest. 5. Oktober 1891 in Dorpat, studierte Medizin in seiner Vaterstadt und beschäftigte sich in seinen Mussestunden mit Zeichnen und Silhouettenschneiden, worin er es zu besonderer Geschicklichkeit brachte. Die Gelehrte estnische Gesellschaft besitzt von ihm eine grosse Anzahl seiner Silhouetten aus der Zeit von 1850-69. Auch in der Nachbildung von Früchten in Wachs zeigte er ein seltenes Talent.
=Pape=, ~Wilhelm Georg~. Maler und Zeichner. Geb. 12. Januar 1806 in Riga; gest. 3. Dezember 1875 in Petersburg, wurde Schüler des Kupferstechers K. A. Senff in Dorpat, besuchte dann die Akademie in Petersburg und arbeitete lange Zeit als Zeichner für naturgeschichtliche Gegenstände an der Akademie der Wissenschaften daselbst, gab auch Unterricht an der Petrischule. 14. X. 1833 erteilte ihm die Akademie den Rang eines freien Künstlers. Mehrere seiner Arbeiten im Besitz des Rigaschen Naturforschervereins. Ein sauber ausgeführtes Tierbild, weidende Schafe, und ein Angler, im städt. Museum zu Riga.
Rigaer Stadtbl. 1832 S. 16. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. des 19. Jahrh. S. 112 u. 175.
=Passer=, ~Arent~ (~Arnolt~). Bildhauer, lebte im letzten Viertel des 16. Jahrh. in Reval. Auf Befehl des Königs Johann III. von Schweden führte er um 1590 das prachtvolle Grabdenkmal des schwedischen Feldherrn Pontus de la Gardie und dessen Gemahlin Sophia Gyllenhelm im Dom zu Reval aus.
Historiskt Bibliotek, utgiffet af Carl Silverstolpe II S. 207. -- Nottbeck und Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval II S. 43 u. 118.
=Paterson= (~Padderson~, ~Pattersen~), ~Benjamin~. Maler. Geb. zu Warland in Schweden 1751, ist seit 1784 in Riga nachweisbar und wird 1842 als verstorben bezeichnet. Von ihm: Russisches Zweigespann mit Schlitten. Tuschzeichnung in einem Sammelbande v. Joh. Jak. Voss, städt. Museum zu Riga.
=Pehkschen=, ~Konstantin~. Architekt. Geb. 24. Februar 1859 in Riga. Schüler des Rigaschen Polytechnikums, in Riga ansässig, hat besonders auf dem Gebiete des Wohnhausbaues eine umfangreiche Tätigkeit entfaltet.
=Peterson= .... Bildhauer, aus Braunschweig gebürtig; gest. 1778 in Mitau, wurde um 1770 in Mitau als Hofbildhauer angestellt. Von ihm befand sich 1778 eine Marmorbüste des Majors Fink v. Finkenstein im Saale der Freimaurergesellsch. zu Mitau.
Joh. Bernouillis Reisen III S. 242.
=Peterson=, ~Matthias~. Maler. Geb. 16. Januar 1636 in Schleswig; gest 11. Dezember 1714 in Kandau, diente anfänglich in der schwedischen Armee und wurde dann Schüler des Porträtmalers Reiter in Libau. Er soll ein beliebter Porträtmaler gewesen sein und durch seine Kunst ein ansehnliches Vermögen erworben haben.
Handschrifl. Biographie, verfasst v. seinem Sohne Matthias P. (1711-1723 Pastor in Irben in Kurland) im Museum zu Mitau. (J. Döring).
=Petersson=, ~Karl Leonhard~. Maler. Geb. 16. Juli 1836 in Wenden; gest 20. Januar 1908 in Petersburg. Er war 1847 und 1848 Schüler des Malers K. Schultz in Riga und besuchte dann die Petersburger Akademie als freier Zuhörer. Seit 1872-1899 Zeichenlehrer an der Katharinenschule in Petersburg.
Inland 1857 S. 315. -- Rigasche Ztg. 1868 Nº 298. -- Revaler Beobachter v. 23. Jan. 1908.
=Pezold=, ~August Georg Wilhelm~. Maler. Geb. 25. Juli 1794 in Wesenberg; gest. 28. Februar 1859 in Petersburg, erhielt nach dem frühen Tode seines Vaters seine Erziehung im gräflich Rehbinderschen Hause in Uddrich, studierte von 1812-14 an der Universität Dorpat Medizin, dann Humanoria und Historie und wandte sich schliesslich der Kunst zu. 1814 zog er mit Otto Ignatius nach Deutschland, besuchte die Akademien zu Berlin und Wien und ging 1817 nach Rom. Nach einem Aufenthalte in Paris und London kehrte er 1821 in die Heimat zurück, siedelte aber 1825 nach Petersburg über. Da er auch hier wenig ihm zusagende Beschäftigung fand, kehrte er in die Heimat zurück, lebte abwechselnd in Riga, Wenden, Fellin und Dorpat, zog dann aber aufs neue nach Petersburg, wo er als Zeichenlehrer an höheren Bildungsanstalten, wie am pädagogischen Hauptinstitut, der Universität und am Marineinstitut mit Erfolg gewirkt hat. Von ihm eine grosse Anzahl Bildnisse und viele, grösstenteils in Aquarell ausgeführte Studien aus dem estnischen Volksleben. Solche namentlich im Dommuseum zu Riga. Mehrere seiner Handzeichnungen im städt. Museum zu Riga.
Baltische Monatsschr. Bd. 36 und 37: Aus den Wandertagen dreier estländischer Maler. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 26-27.
=Pezold=, ~Leopold v~. Geb. 6. Juli 1832 in Fellin als Sohn des Vorigen; gest. 9/22. April 1907 in Karlsruhe. Er studierte von 1851-56 Theologie u. Geschichte an der Universität Dorpat, lebte bis 1858 als Hauslehrer in Reval und ging dann, um sich der Kunst zu widmen, nach Karlsruhe, von dort nach Düsseldorf und 1860 nach Italien. Nach Reval zurückgekehrt beschäftigte er sich neben der Malerei mit Schriftstellerei, übernahm vorübergehend die Redaktion der Revalschen Zeitung, folgte 1871 einem Rufe nach Riga zur Übernahme der Redaktion der Rigaschen Zeitung, legte aber 1879 das Amt nieder, um sich nach Karlsruhe zurückzuziehen, wo er als Lehrer der Kunstgeschichte und Kostümkunde an mehreren Kunstanstalten wirkte und auch literärisch tätig war. Von seinen Arbeiten heben wir hervor: Hausgottesdienst in Estland, gem. 1863. (Bes. Museum Reval). - Der Maigraf. Szene aus einem mittelalterlichen Revaler Volksfest, gem. 1869. (Bes. grosse Gilde, Reval). -- Wie des Winters Leid vertrieben wird. Fries in leicht kolorier. Bleistiftzeichnung im Weinkeller „das süsse Loch“ im Hause der gross. Gilde in Reval. -- Schlacht der Schwertritter unter Konrad v. Meyendorpe gegen die Littauer, 1205. (Bes. Baron Meyendorff-Ocht).
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 122-124.
=Pfandzelt=, ~Lukas Konrad~. Maler. Geb. 1716 in Ulm; gest. 1786 in Petersburg, erlernte bei verschiedenen deutschen Meistern die Malerei. Kam 1739 nach Reval, ging dann nach Petersburg, wo er in Kaiserliche Dienste trat und vielfach als Bilderrestaurator tätig war. Von ihm: Das Portr. des Admirals Peter v. Sivers (1674-1740), 1755 nach dem Tode des Admirals gem. (Bes. F. v. Sivers, Euseküll). -- Porträt eines Feldherrn (in der Gal. des Hn. v. Stackelberg zu Fähna in Estland).
Füessli, Künstlerlex. S. 497. -- Joh. Bernouilli’s Reisen IV. S. 123, 130; V. S. 29 ff.
=Pflug=, ~Robert August~. Architekt. Geb. 1. Mai 1832 in Petersburg; gest. 30. November 1885 in Riga, machte seine Studien von 1846-50 im technologischen Institut, dann auf der Petersburger Kunstakad. und begab sich 1860 zu Studienzwecken nach Deutschland und Italien. 1862 beteiligte er sich an der Konkurrenz um den Neubau des Ritterhauses in Riga, erhielt den ersten Preis und siedelte zur Ausführung des Baues nach Riga über, wo er sich für die Dauer seines Lebens ansässig machte und eine reiche künstlerische Tätigkeit entfaltete. Von ihm sind ausgeführt: Das Ritterhaus in Riga (in Gemeinschaft mit den Architekten A. Baumann u. O. v. Sivers; erweitert u. umgebaut 1902/3 durch W. Neumann). -- Das Schützenhaus in Riga (in Gemeinschaft mit A. Baumann). -- Die orthodoxen Kirchen zu Jungfernhof, Alt-Salis und Kalzenau in Livland. -- Die orthodoxe Kirche des heil. Pokrow in Riga. -- Die russische Kathedrale in Riga, 1882 vollendet; mehrere Wohnhäuser und Villen in und bei Riga.
Rigascher Almanach 1866. -- Rigasche Ztg. 1873 v. 8. Dezember; 1884 Nº 252, 262; 1885 Nº 279. -- Rigasche Stadtbl. 1872 S. 25.
=Pistohlkors=, ~Otto Friedrich v.~ Dilettant. Geb. 1781 in Reval; gest. daselbst 1846, war Militär, verlor das rechte Bein und wurde pensioniert, worauf er sich mit der Malerei zu beschäftigen begann. Die Galerie des Schlosses Koltzen in Livland besitzt von ihm 27 Stücke, grösstenteils Genre und Landschaft. Zwei Kriegsszenen von ihm waren 1871 in Riga ausgestellt. -- Auch ~Alexander~ v. P. geb. 13. IV. 1820 in Oranienbaum bei Petersburg; gest. 10. August 1850 in Reval, ebenfalls anfangs in Militärdiensten, beschäftigte sich mit Porträtmalerei.
Nach dem Kat. der Gal. zu Koltzen.
=Plawneek=, ~Selma~, geb. 21. Dezember 1882 in Riga, besuchte die städtische Kunstschule und absolvierte sie 1893 mit dem Diplom einer Zeichenlehrerin. Sie hat sich durch charakteristische Darstellungen aus dem Volksleben und durch anmutig gegebene Märchenillustrationen, die sie gern in einer dem alten Holzschnitt nahekommenden Weise vervielfältigt, bekannt gemacht.
=Poelchau=, ~Harald Oskar Georg~. Bildhauer und Maler. Geb. 28. Februar 1835 in Riga; gest. daselbst 9. Mai 1882, studierte von 1856-1858 in Dorpat Mathematik und Chemie, ging dann nach Berlin, wo er sich anfangs mit dem Studium der Architektur, dann mit dem der Bildhauerkunst beschäftigte. Er setzte seine Studien in Karlsruhe unter Cauer fort, musste aber wegen Lähmung eines Armes der Skulptur entsagen, ging darauf nach Weimar, um sich in der Malerei auszubilden und wurde Schüler von Friedr. Preller. 1868 kam er nach Riga zurück, wo er als Direktor der Gewerbeschule eine einflussreiche Tätigkeit entwickelte. Das städt. Mus. zu Riga besitzt mehrere seiner Aquarelle und Landschaftsstudien.
Rigasche Ztg. 1871 Nº 26 (Feuilleton); 1873 Nº 34; 1874 Nº 8; 1877 Nº 28; 1880 Nº 34 (Beilage); 1882 Nº 105. -- Dioskuren 1868 S. 65. -- Rigasche Stadtbl. 1869 S. 300; 1873 S. 23; 1874 S. 66. -- Balt. Monatschr. 1882 S. 645.
=Poorten=, ~Julius Alexander~. Geb. 27. August 1843 in Riga, besuchte von 1861-64 die Dresdner Akademie.
=Poorten=, ~Karl August~. Maler. Geb. 14. März 1817 in Riga; gest. daselbst 7. Mai 1880, war für den Kaufmannsstand bestimmt, beschäftigte sich aber in seinen Mussestunden mit Zeichnen und Malen. Er besuchte die Akademie in Düsseldorf, wurde Schüler von Heinr. Mücke und Karl Sohn, ging zu weiterem Studium nach München, dann nach Dresden und kehrte 1853 nach Riga zurück. Ausser mehreren Porträts und Landschaften von ihm die Illustrationen zu den „40 Fabeln“, herausg. vom Bruder des Künstlers, Julius P. 1850.
Rigasche Ztg. 1865 Nº 64; 1866 Nº 53; 1871 Nº 25; 1880 Nº 105, Nº 242. -- Rigasche Stadtbl. 1855, 3. Nov. 1860 S. 441; 1865 S. 98. -- Inland 1851 S. 88.
=Purvit=, ~Wilhelm Karl~. Landschaftsmaler. Geb. 20. Februar 1872 zu Jürgensburg in Livl., Schüler der Petersburger Akademie und des Professors A. Kuindschi. Für sein Bild „die letzten Sonnenstrahlen“ wurde er zum Künstler I. Gr. befördert und ihm gleichzeitig ein Reisestipendium für das Ausland gewährt. Er besuchte Deutschland, Frankreich, Italien und Oesterreich und nahm nach seiner Rückkehr seinen Wohnsitz in Riga. Seit 1906 Lehrer an der Domschule zu Reval. Die Mehrzahl seiner Werke in Privatbesitz. Das städt. Museum in Riga besitzt von ihm: Motiv aus dem Kaiserlichen Garten; Abenddämmerung und Feldeinsamkeit. Ausserdem von ihm daselbst drei Lünettengemälde im Vestibule: Ansicht aus Mitau, die Ruine von Kokenhusen und Kurländische Landschaft.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 169-170.
R
=Rabin=, ~Nikolaus~. Maler aus Lübeck, ist 1665 in Bauske in Kurl. nachweisbar, wo er mit Diedrich v. Zeitz aus Hamburg (s. d.) ein Gemälde für die Kirche ausführt.
=Rahden=, ~Karl Friedrich Ludwig~ Freiherr v. Porträtmaler. Getauft 3. September 1789 zu Neu-Pommusch in Litauen; gest. 1858 zu Landeck in Schlesien, erhielt die erste Unterweisung im Malen von seinem Vater Christoph Reinhold v. R., der in preussischen Militärdiensten gestanden, sich später in Littauen angekauft hatte und ein bedeutendes Talent besessen haben soll. Wo er seine weitere Ausbildung empfangen hat ist nicht nachzuweisen. Er verbrachte die grösste Zeit seines Lebens in Strehlen bei Breslau. Bekannt sind von ihm einige Miniaturen und Porträts in Familienbesitz. Ein reichhaltiges Skizzenbuch im Bes. des Freiherrn A. v. Rahden-Maihof.
Nach Familiennachrichten.
=Rastrelli=, ~Conte Bartolomeo Francesco~. Architekt. Geb. 1700; gest. 1771 in Petersburg, war ein Sohn des aus Italien stammenden Bildhauers und Erzgiessers Carlo Bartolomeo R. Dieser wurde im Jahre 1715 in Paris mit seinem Sohne von dem Agenten des Kaisers Peter, Jean Lefort, für den Kaiserl. Dienst gewonnen. Der junge R. erhielt zunächst den Unterricht seines Vaters und setzte seine Studien von 1725-1730 in Frankreich und Italien fort. Nach seiner Rückkehr wurde er durch die Kaiserin Anna für den Hof beschäftigt und in der Folge mit den Entwürfen zum Bau des Winterpalastes betraut. 1735 oder 1736 übertrug ihm Graf Ernst Johann Biron, der spätere Herzog von Kurland den Bau des Schlosses Ruhenthal und 1738 auch den Bau des herzoglichen Residenzschlosses in Mitau. Von 1736-1740, dann von 1764-1768 lebte R. in Mitau mit der Ausführung der herzogl. Bauten beschäftigt, die durch die Verbannung des Herzogs nach Sibirien lange unterbrochen waren. In Petersburg erbaute R. ausser dem älteren Kaiserl. Winterpalais, das in den Jahren 1735-39 ausgeführt wurde, das Anitschkowpalais, die Paläste Strogonow, Menschikow, Woronzow, (jetzt Pagenkorps), Bobrinsky (jetzt Erziehungsanstalt), Scheremetjew u. a. Von 1753-1762 führte er den Bau des jetzigen Winterpalais aus. Ferner erbaute er das Kaiserl. Lustschloss zu Peterhof, sowie das kleine Palais zu Zarskoje-Sselo. Zu seinen bedeutendsten kirchlichen Bauten gehört das Smolnakloster in Petersburg, dessen Vollendung er nicht mehr erlebte. Es wurde erst unter Kaiser Nikolaus I. von dem Architekten W. P. Stassow vollendet. Ausser diesem wurden nach seinen Entwürfen ausgeführt die Andreaskirche zu Kiew, die Kirche der Wladimirschen Mutter Gottes in Petersburg, die Kirche des Troizo-Sergijewschen Klosters zu Strelna u. a.
Sitzungsber. der Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1877 S. 37 ff. -- W. Neumann: Die beiden Rastrelli, in der Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1907 Nº 18-20. -- Les Tresors d’art en Russie 1908. -- W. Weselowsky im энциклопедическ. словарь. -- И. Божеряновъ, Невскій проспект 1703-1903. -- Зодчій 1876. Старые годы I S. 410 ff.
=Rasumichin=, ~Peter Iwanowitsch~. Zeichner und Lithograph. Geb. 1812 in Reval; gest. 1848 in Petersburg (?), diente im russischen Heere und war 1838 Adjutant des Generals Kleinmichel. Er soll sich an der Petersburger Akad. gebildet haben. Von ihm lithographiert: Die Porträts des Generals Grafen Benckendorf und des Grafen Talioni, 1839. -- Die letzten Tage von Pompeji, nach dem Bilde von Brülow (Sehr selten).
Inland 1838 S. 218 ff. -- D. A. Rowinsky, словарь гравир. портр. IV. S. 724.
=Rathaus=, ~Karl~. Architekt. Geb. 1804 in Breslau (?), besuchte die Berliner Bauakad. und wurde 1839 von dem Fürsten Dolgoruki zur Uebernahme von Arbeiten am Schlossbau in Bialostok berufen. 1851 wurde ihm in Dorpat das Amt des Universitätsarchitekten und das eines Lehrers der Baukunst an der Universität übertragen. Er erbaute von 1856-1859 die Universitätskirche und wurde 1869 auf sein Gesuch aus dem Dienste entlassen.
Inland 1856 S. 581; 1859 S. 378; 1860 S. 100, 101; 1861 S. 110; 1863 S. 496. -- Buchholtziana, Rigaer Stadtbibliothek.
=Raud=, ~Christian~. Maler. Geb. 10. Oktober 1865 in Wesenberg in Estl., war anfangs Lehrer in Dorpat und Petersburg und hatte erst vom 26. Jahre ab die Möglichkeit seinem Wunsche zu folgen sich zum Maler auszubilden. Er besuchte von 1892-97 die Petersburger Akad. und ging dann zu weiterer Ausbildung nach Deutschland. R. hat sich mit Vorliebe ernsten Darstellungen aus dem Volksleben zugewandt.
~W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 139.~
=Raud=, ~Paul~. Maler. Geb. 11. Oktober 1865, Zwillingsbruder des Vorigen, besuchte von 1888-94 die Düsseldorfer Akad. und hat sich vornehmlich mit Porträtmalerei beschäftigt.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 140.
=Reibnitz=, ~Alexandra v.~, verehel. Röttgers. Malerin. Geb. 7. Februar 1857, war Schülerin des Malers J. Döring und bildete sich weiter auf der Petersburger Akad. Neben mehreren Landschaften sind auch einige Figurenbilder von ihr bekannt geworden.
Dünaztg. 1892 Nº 121 und 124.
=Reichardt=, ~Helene~. Malerin. Geb. 16. November 1853 in Riga, anfänglich Schülerin v. J. Siegmund in Riga, von 1876-85 der Petersburger Akad., bildete sich im Auslande weiter aus. Tätig in Petersburg. Das städt. Mus. zu Riga besitzt von ihr das Bildnis einer alten Livin.
=Reinberg=, ~August~. Architekt. Geb. 15. März 1860 in Riga; gest. das. am 17. Juli 1908, von 1877-81 Schüler des Rigaschen Polytechnikums, erwarb sich 1883 und 1884 zwei Künstlergrade der Petersburger Akad. und unternahm 1884-1885 Studienreisen durch Italien, Frankreich und Deutschland. Bis 1890 Assistent am Rigaschen Polytechnikum. Von 1890-99 als Privatarchitekt in Petersburg tätig, siedelte dann wieder nach Riga über, wo ihm der Bau des zweiten Stadttheaters (nach seinem mit dem 1. Preise gekrönten Konkurrenzentwurf) und die Ausführung des Baues der Reichsbank übertragen wurden. Er erbaute die Landesirrenanstalt in Stackeln, mehrere Privatgebäude und Villen, darunter auch sein eignes Wohnhaus.
Rigasche Rundschau (Illustr. Beilage Nº 8 vom Aug. 1901). -- Nekrologe in der Dünazeitung und der Rigaschen Rundschau vom 19. Juli 1908.
=Reindel=, ~Anton~. Zeichner und Miniaturmaler, kam 1783 nach Riga als Zeichenlehrer. Er hatte seine Ausbildung in Dresden empfangen und namentlich viel nach italienischen Meistern kopiert. Eine Landschaft mit antiken Ruinen am Wasser befindet sich im ersten Sammelbande des Joh. Jak. Voss im städt. Mus. zu Riga; das Porträt eines jungen Mannes in Pelzmütze und Pelzmantel, leichtgetönte Bleistiftskizze auf blauem Papier dat. 1785 im 2. Bande derselben Sammlung.
G. Merkel, Darstellungen und Charakteristiken aus meinem Leben S. 94.
=Reissner=, ~Martin Andreas~. Landschaftsmaler. Geb. 1798; gest. 1862 in Dorpat. Ueber seinen Studiengang hat sich nichts ermitteln lassen. Er liess sich 1819 in Riga nieder und unternahm von hier grössere Reisen, die ihn in die Schweiz, nach Italien und nach Amerika führten. Aus Amerika kehrte er 1861 nach Riga zurück. Im Besitz des Rigaer Kunstvereins befindet sich eine Ansicht des Niagarafalles. Er lieferte auch Entwürfe zu Theaterdekorationen.
Rigasche Stadtbl. 1819 S. 68; 1826 S. 119; 1843 S. 284.
=Reiter=, ~Andreas~. Maler und „Conterfaier“ in Libau im letzten Viertel des 17. Jahrh. Er wird 1680 als Lehrer des Malers Matthias Peterson (s. d.) genannt.
=Reutern=, ~Gerhard Wilhelm v.~ Maler u. Radierer. Geb. 6. Juli 1794 auf dem Gute Rösthof bei Walk; gest. 22. März 1865 in Frankfurt a. M., hatte nach Absolvierung der Petrischule in Petersburg die Universität Dorpat bezogen und widmete sich unter C. A. Senff dem Kunststudium. 1811 trat er als Junker in das Alexandrische Husarenregiment, in dem sein älterer Bruder Christoph als Eskadronschef diente. Im Herbst 1812 wurde er als Kornet in das Leib-Garde-Husarenregiment versetzt und nahm, zum Leutnant avanciert, an den Schlachten bei Dresden, Kulm und Leipzig teil. Durch einen Schuss in die Schulter verlor er am 16. Oktober 1813 bei Leipzig den rechten Arm. Nach seiner Wiederherstellung wurde er Adjutant des Generals Barclay de Tolly und nahm an den Feldzügen von 1815 und an der Einnahme von Paris teil. 1819 erhielt er den erbetenen Abschied als Garde-Rittmeister. Um seine angegriffene Gesundheit wieder herzustellen, zugleich auch, um seine mit der linken Hand unternommenen Kunststudien wieder aufzunehmen, begab er sich nach Deutschland. In Weimar erneuerte er die Bekanntschaft Goethes, der in seinen mit der linken Hand ausgeführten Zeichnungen und Aquarellen sein bedeutendes Talent erkannte und ihm riet sich ganz der Malerei zu widmen. Nach einer Erholungsreise durch die Schweiz und Italien begann er sich ernstlich mit dem Kunststudium zu beschäftigen. In Bern genoss er zunächst den Unterricht des Malers G. Lory, später, nach einer zweiten Reise nach Italien, in Cassel den Unterricht des Landschaftsmalers Ludw. Grimm und des Prof. Rhoden. Nach einem vorübergehenden Aufenthalte in Wetzlar und Giessen, zog er 1835, bewogen durch den Bildhauer Eduard v. d. Launitz nach Düsseldorf, um sich unter der Leitung Schadows weiter auszubilden. 1837 wurde er auf Empfehlung des Dichters W. Joukoffsky, seines späteren Schwiegersohnes, zum Maler der Kaiserlichen Familie ernannt. 1844 siedelte er nach Frankfurt a. M. über und schuf hier die bedeutendsten seiner Arbeiten. Er hat eine grosse Anzahl Porträts in Aquarell ausgeführt, darunter das Goethes, des Dichters W. Joukoffsky u. des Malers G. Lory, wozu dieser selbst die Landschaft malte. Von seinen Oelgemälden heben wir hervor: Mädchen mit Schmuckkästchen. -- Der indolente Page, 1836. (Im Bes. des Grossfürsten Michael Nikolajewitsch). -- Ein Greis, der einer jungen Bäuerin mit einem Kind auf dem Arme, aus der Bibel vorliest, 1839. (Bes. Grossfürst Sergei Alexandrowitsch). -- Der heil. Georg. (Marmorpalais). -- Junge Bäuerin mit schlafendem Kind. (Winterpalais. Lithogr. v. Schertle). -- Das Opfer Abrahams. (Museum Alexanders III. in Petersburg). -- Studienkopf zum Abraham (in der Gal. des Schlosses Koltzen). -- Die Strumpfwirkerin, 1853. (In der Kaiserl. Farm in Alexandria). -- Garten im Berner Oberlande, 1857. (Kaiserl. Farm in Alexandria). -- Die heil. Familie, 1858. (Daselbst).
Er radierte: Ansicht von Cassel. Bez. G. v. R. Erster Versuch. Cassel 28. März 1827. -- Studie mit dem schlafenden Hund. (19. Mai ?). -- Studie mit dem Jäger. (7. XII. 1828). -- Tyroler Sennerbub. (20. XI. 1828). -- Die beiden Eichen. (1828). Kirchenruine in Bacharach a. Rh. (28. XI. 1828). -- Kopf eines Kalbes. (1828). -- Kopf einer Ziege und eines Schafs. (1828). -- Zwei Ziegen. (1828). -- Zwei Füchse und ein Hase. (Das schönste Blatt des Meisters, 1828). -- Geschossener Rehbock. (1828). -- Ziegenböcklein. -- Eichenbusch. 1829.
Nach ihm lithographiert von Georg Koch in Cassel: An der Schwalm. Bilder aus dem hessischen Volksleben. Heft 1 mit 5 Blatt. 1855. -- Heft 2 mit 4 Blatt. 1855. -- Heft 3 mit 4 Blatt. 1859.
A. Andresen, Maler-Radierer d. 19. Jahrh. 1869. III. S. 222-227.
Gerhard v. Reutern, Ein Lebensbild, dargestellt von seinen Kindern und als Manuskript gedruckt zur 100 jährigen Gedächtnisfeier seines Geburtstages. Petersburg 1894. -- W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 42-47.
=Reutern=, ~Christoph v.~ Maler. Geb. 29. Juni (n. St.) 1839 in Düsseldorf, als Sohn des Vorigen, gest. daselbst 6. Jan. 1859; begraben in Frankfurt a. M., war anfangs Schüler seines Vaters, dann des Professors Steinle in Frankfurt und besuchte schliesslich die Akademie zu Düsseldorf. Ein Portr. seines Vaters von ihm befand sich 1901 auf der Jubiläums-Ausstellung in Riga.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 46.
=Reuther=, ~Gertrud Elisabeth~, geb. ~Germann~. Malerin. Geb. 1788 in Libau; gest. 17/29. Oktober 1845 in Rom, erlernte die Malerei in Dresden, wo sie drei Jahre unter dem Graffschüler Prof. T. L. Pochmann arbeitete und nach alten Meistern kopierte. Sie lebte einige Jahre in Moskau und zog von dort nach Rom.
Inland 1846 S. 127. -- Allgem. deutsche Ztg. f. Russland 1823 Nº 148 u. Nº 295. -- Für Haus und Familie 1897 22. III.
=Rickmann=, ~Theodor Heinrich~. Maler. Geb. 21. Mai 1810 in Riga; gest. 18/30. Mai 1848 in Dresden, besuchte vorübergehend die Münchener Akademie und arbeitete unter Schnorr v. Carolsfeld und A. Zimmermann, ohne jedoch seine Ausbildung vollenden zu können. Nach seiner Rückkehr erteilte er in Riga Zeichenunterricht und schuf eine Reihe interessanter Darstellungen aus dem Rigaschen Volksleben, die von Hanfstängl in Dresden lithographiert wurden. Die Petersburger Akademie verlieh ihm 1846 das Diplom eines Zeichenlehrers für Kreisschulen. Um seine Ausbildung zu vollenden ging er 1847 nach Dresden, wurde hier aber irrsinnig und endete durch Selbstmord. Von ihm: Ein Gedenkblatt an den Friedensschluss zwischen Russland und der Türkei, 1829. -- Ein Türke legt vor einem gepanzerten Ritter die Waffen nieder. Lith. qu. fol. mit franz. Unterschrift. -- Portr. des türkischen Gesandten in Petersburg Halel Pascha. Lith. fol. 1830. -- Portr. des Aeltermannes G. K. Wiggert. Lith. nach D. Oechs, 1832. -- Szenen aus dem Rigaschen Volksleben, 1842 Aquar. Lith. von Fr. Hanfstängl in Dresden, qu. fol. (die Originale z. T. im Besitz des Dommuseums in Riga). -- Das Schweizerhaus in Treyden. Lith. von Hanfstängl, kl. fol.
=Rizzoni=, ~Alexander~. Maler. Geb. 23. Januar 1836 in Riga; gest. 16/29. April 1902 in Rom, war der zweite Sohn des aus Bologna gebürtigen Antonio R., der als Soldat in französischen Diensten, während des Napoleonischen Feldzuges in Russland, nach Riga verschlagen worden war und sich hier ansässig gemacht hatte. R. erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem älteren Bruder Paul, trat 1852 in die Petersburger Akademie und wurde Schüler des Prof. Willewald. 1857 erhielt er die silb. Med. II für mehrere Bleistiftporträts, darunter das des Tiermalers Schwabe, und für sein Bild „Die Schenke“. 1858 unternahm er eine Studienreise nach Frankreich und Italien und besuchte 1860 Spanien und Belgien. Sein Bild „Zwangsversteigerung in einem livländischen Dorfe“ brachte ihm 1862 die gr. gold. Med. der Akademie und ein sechsjähriges Reisestipendium ein, womit er nach Paris und Rom ging. In Rom wandte er sich hauptsächlich Darstellungen aus dem Leben der Prälaten und Mönche und aus dem Leben des Volkes zu, die er meistens in kleinem Format in der Art der holländischen Feinmaler ausführte. 1866 kehrte er aus Italien zurück, wurde zum Akademiker befördert und ihm seine Staatspension auf drei Jahre verlängert. Seit seiner Ernennung zum Professor, im Jahre 1868, lebte er in Rom. Von seinen Bildern erwähnen wir: Zwangsversteigerung in einem livl. Dorfe, 1862 (Gal. Soldatenko, Moskau). -- Versöhnungsfest in einer Rigaschen Synagoge (Bes. Graf Uwarow; Abb. in наши художники II S. 124). -- Taberne in Rom; ein Priester speist an einem Tische und unterhält sich mit einem Bauern. Abb. in наши художники II S. 123. (Bes. Kunstakad. Petersburg). -- Inneres der Sakristei des Klosters Chatreux in Rom (Eigentum d. Kaiserl. Hauses). -- Inneres des Laboratoriums einer Dorfapotheke (Bes. Gal. Botkin). -- Ankunft eines Kardinals im Kloster St. Anufrio in Rom (Bes. Graf Stenbock, Petersburg). -- Im Refektorium des Kapuzinerklosters in Rom (Bes. Gal. Soldatenko, Moskau). -- Osteria in Rom. Abb. in наши художники II S. 123. -- Dilettanten-Quartett (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau. Abb. in наши художники II S. 125). -- Talmud lesende Juden. Abb. in наши художники II S. 129 (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau). -- Römische Osteria. Abb. in наши художники II S. 124 (Bes. Kunst-Verein Riga). -- Kardinalskollegium, Abb. in наши художники II S. 126 (Bes. Gal. Botkin). -- Der Altertumsfreund (Bes. Gal. Soldatenko, Moskau). -- Kardinal die Kirche verlassend (Bes. Gal. Soldatenko). -- Der Kunstliebhaber; ein alter Herr in Rokokotracht ein Bild betrachtend. Abb. in наши художники II S. 127 (Privatbesitz, Petersburg). -- Kardinal und Abbé im Gespräch (Bes. Stadtgal. Riga. Abb. in наши художники II S. 126).
Baltische Ztg. 1873 S. 103. -- Rigasche Ztg. 1873 Nº 188; 1877 Nº 263 1878 Nº 113; 1880 Nº 242; 1882 Nº 204; 1883 Nº 211. -- W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 114-115.
=Rizzoni=, ~Eduard~. Maler. Geb. 24. Juni 1833; gest. Mai 1903, Bruder des Vorigen, besuchte die Kunstakademie in Petersburg und erhielt 1855 den Rang eines freien Künstlers. Seit 1882 Restaurator der städt. Gemäldegal. in Riga.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 116.
=Rizzoni=, ~Paul~. Maler. Geb. 20. Oktober 1823; ältester Bruder der Vorigen, trat 1839 in die Petersburger Akademie, wo Sauerweid und Markow seine Lehrer waren. Er errang sich die üblichen Medaillen. 1845 die gr. gold. Med. und mit dieser ein Reisestipendium. Nach einem Besuch Deutschlands, Hollands und Belgiens kehrte er 1850 nach Petersburg zurück und begab sich zu Studienzwecken in den Süden Russlands. 1853 Akademiker. Er lebt in Petersburg. Von ihm: Die Gemüsehändlerin, 1842 (Erworben von Kaiser Nikolaus I.). -- Ein Jude einen Soldaten im Würfelspiel betrügend, 1845 (Bes. Gal. Brederlo, Riga). -- Auf dem Petersburger Trödelmarkt, 1847. -- Rauchstube in einem Brüsseler Wirtshause (Kgl. Gemäldesammlung in Stuttgart).
Inland 1851 S. 30. -- W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 115-116.
=Rockstuhl=, ~Christoph Jakob~. Miniaturmaler und Silhouetteur. Geb. in Kurland um 1760, war Schüler des Kupferstechers Sam. Kütner und ging zu weiterer Ausbildung nach Dresden, musste das Studium aber seiner Kurzsichtigkeit wegen aufgeben. Zurückgekehrt beschäftigte er sich mit Porträtieren und Silhouettieren. Von 1785-88 lebte er in Warschau und ging von dort nach Berlin, um sich in der Pastellmalerei weiter zu bilden. 1807 ist er in Bauske, 1808 in Mitau nachweisbar. Von ihm eine sauber in Tusche ausgeführte Landschaft in dem Sammelbande des J. J. Voss im städt. Museum zu Riga.
=Rockstuhl=, ~Ernst Peter~. Porträtmaler und Silhouetteur. Geb. 1764 wahrscheinlich in Warschau; gest. 4. Mai 1824 in Petersburg, empfing seine Ausbildung vermutlich in seinem Geburtsorte. Um 1785 kam er nach Mitau, lebte vorübergehend auch in Riga und zog 1804 nach Petersburg, wo er mehrfach für den Hof beschäftigt war. Ausser Miniaturen malte er Silhouettenporträts, die er nicht selten mit einem gezeichneten landschaftlichen Hintergrund verband. Sein Sohn Alois R. wurde 1864 zum Prof. der Petersburger Akad. ernannt. Von ihm: Das Porträt Otto’s