Lehrbuch der Botanik für Hochschulen
Part 83
Nicht immer ist der Bau so stark reduziert; so hat die Reisblüte (Fig. 832) ein vollzähliges Andröceum, ebenso die Bambuseen, welche daneben drei Griffel besitzen und auch drei Lodiculae aufweisen. _Streptochaeta_ endlich hat eine normale pentazyklische Monokotylenblüte, deren Gynäceum der Anlage nach dreizählig ist. Man ist daher berechtigt, die Lodiculae als dem inneren Perianthkreis entsprechend anzusehen, während die Vorspelze zwei verwachsene Blätter des äußeren Perianthkreises, dessen drittes fehlt, darstellen könnte. Im Gynäceum ist von den ursprünglichen drei Karpellen meist nur ein, aus den zwei lateralen Fruchtblättern gebildetes, Doppelblatt übrig geblieben. Nach dieser Auffassung, die z. B. von GOEBEL vertreten wird, gelangt man zu dem umstehenden Diagramm (Fig. 827).
Über die Windblütigkeit der Gräser vgl. S. 479. Die Frucht zeigt eine innige Verwachsung von Frucht- und Samenschale, sie wird Karyopse genannt. Der Embryo liegt dem stärkereichen Endosperm seitlich mit seinem Kotyledon, dem #Scutellum#, an, welches bei der Keimung als Saugorgan die Aufnahme der gespeicherten Reservestoffe bewirkt (Fig. 829).
Zu den Gräsern zählen als wichtige Nutzpflanzen vor allem die eigentlichen Brotpflanzen: Der #Weizen#, _Triticum_ (Fig. 830 _B_ und _D_), mit einzelstehenden zwei- bis vielblütigen Ährchen, deren Hüllspelzen breiteiförmig sind (Fig. 831 _B_). Von Weizenarten unterscheidet F. KOERNICKE 1. _Tr. vulgare_, #Saatweizen# mit verschiedenen Unterarten; 2. _Tr. polonicum_, #Polnischer Weizen#; 3. _Tr. monococcum_, #Einkorn#. Der #Roggen#, _Secale cereale_ (Fig. 830 _A_). Die Ährchen stehen einzeln und sind zweiblütig, ihre Hüllspelzen pfriemlich (Fig. 831 _A_). Die #Gerste#, _Hordeum vulgare_ (Fig. 830 _C_). Die einblütigen Ährchen stehen zu dreien, bei den Unterarten _H. hexastichum_ und _H. tetrastichum_ sind #alle# Reihen, bei _H. distichum_ ist #nur die Mittelreihe# fruchtbar. Der #Hafer#, _Avena sativa_, und der #Mais#, _Zea Mays_. Alle diese sind der Kultur in gemäßigtem Klima zugänglich. Ihre Heimat ist, bis auf die des amerikanischen Mais, voraussichtlich Westasien oder Südosteuropa; in wildem Zustand bekannt sind nur _Triticum monococcum_ var. _aegilopodioides_ als Stammform des Einkorns, _Tr. dicoccoides_ als wahrscheinliche Stammform des Weizens, _Secale montanum_ als Stammform des Roggens, _Hordeum spontaneum_, dem _H. distichum_ nahestehend, Stammform der Gerste. Diese wilden Formen sind durch Auseinanderfallen ihrer Spindel bei der Fruchtreife gekennzeichnet, eine Eigenschaft, die für Kulturformen höchst unvorteilhaft wirken müßte.
Das wichtigste tropische Getreide ist der #Reis#, _Oryza sativa_ (Fig. 832), bis in die warm temperierten Länder hinein in größtem Maßstabe kultiviert (Fig. 833) und bei hinreichender Feuchtigkeit von unerreichter Fruchtbarkeit. Speziell in Afrika ist die #Mohrhirse#, _Andropogon Sorghum_, in mehreren Varietäten zu Hause. Sie bildet als _Durrha_ die wichtigste Brotpflanze für diesen ganzen Kontinent; schließlich bleiben die im Mittelmeergebiet und in Asien kultivierten _Panicum miliaceum_, #echte Hirse#, und _P. italicum_, #Kolbenhirse#, zu erwähnen, beide asiatischen Ursprungs. Als Nahrungsmittel nimmt ferner das #Zuckerrohr#, _Saccharum officinarum_, ein übermannshohes, im tropischen Asien, Vorder- und Hinterindien beheimatetes perennierendes Gras, eine wichtige Stelle ein. Es wird zur Zeit überall in den Tropen kultiviert, um aus dem fleischigen Mark des hier #nicht hohlen Stengels# durch Auspressen und Eindicken des Saftes #Rohrzucker# zu gewinnen.
Als wichtige heimische #Futtergräser# unserer Wiesen mögen genannt sein:
_Agrostis alba_, _Alopecurus pratensis_, _Anthoxanthum odoratum_, _Arrhenatherum elatius_, _Avena flavescens_ und _pubescens_, _Briza media_, _Dactylis glomerata_, _Holcus lanatus_, _Lolium perenne_, _Phleum pratense_, _Poa pratensis_; außerdem sind zu beachten _Aira_-, _Bromus_-, _Calamagrostis_-, _Festuca_-, _Melica_- usw. Arten. Eine außerordentlich mannigfaltige Anwendung finden endlich die baumförmigen tropischen #Bambus#-Arten in ihren stattlicheren Vertretern: Häuser, Wände, Fußböden, Leitern, Brücken, Stricke, Wasserkrüge, Kochgefäße, Wasserleitungsröhren usw. werden aus den Stämmen angefertigt, so daß diese Pflanzen für die dortigen Verhältnisse geradezu unentbehrlich genannt werden müssen.
#Giftig#: Der einjährige #Taumellolch#, _Lolium temulentum_ (Fig. 834), hat in der Regel von Pilzhyphen umsponnene und dann durch Alkaloidgehalt giftige Früchte; pilzfreie Früchte der Pflanze sind unschädlich[509]. Die Pflanze ist einjährig, entbehrt der sterilen Triebe und kann dadurch leicht von den häufigen _Lolium_-Arten, _perenne_ und _multiflorum_, unterschieden werden. Der Taumellolch ist das einzige giftige Gras.
#Offizinell#: _Saccharum officinarum_: #Saccharum# (Pharm. germ., austr., helv.). _Agropyrum repens_: #Rhizoma Graminis# (Pharm. austr., helv.). _Triticum vulgare_: #Amylum Tritici# (Pharm. germ., austr., helv.). _Oryza sativa_: #Amylum Oryzae# (ibid.).
c) #Blüten zygomorph.#
6. Ordnung. Scitamineae.
Tropische Stauden von zum Teil gewaltigen Dimensionen, in einzelnen Fällen baumartig mit dorsiventralen oder asymmetrischen Blüten entsprechen dem Typus dieser Ordnung. Das Perianth ist in Kelch und Krone gesondert und das Andröceum stark reduziert, zum Teil staminodial, kronblattähnlich. Der unterständige, dreifächerige Fruchtknoten enthält Perisperm führende Samen.
1. Familie +_Musaceae_+. Die Banane, _Musa_ (Fig. 835), ist eine der wichtigsten Fruchtpflanzen aller tropischen Gegenden. Einander dicht umschließende Scheiden der mächtigen Blätter bilden ein stammartig aussehendes Gebilde, aus dem die endständige Infloreszenz ihre großenteils parthenokarpen[510] dichtgedrängten Beerenfrüchte herabhängen läßt. _Musa textilis_ liefert Manilahanf; _Ravenala_ besitzt einen Holzstamm, _Strelitzia reginae_ (Fig. 542) vom Kap wird ihrer prächtigen, ornithophilen Blüten halber häufig kultiviert.
2. Familie _+Zingiberaceae+_. Die dorsiventralen Einzelblüten stehen in Ähren von bisweilen köpfchenartigem Habitus. Eine dreizipfelige Krone ragt aus dem unscheinbaren röhrigen Kelch hervor. Wenn der äußere Staubblattkreis nicht gänzlich fehlt, ist er in zwei seitlichen Staminodien vertreten (Fig. 836 _sst__{1}, _sst__{2}). Im inneren Staubblattkreis ist das hintere Staubblatt allein fertil (_st_), die beiden übrigen sind vereinigt und in Form petaloider Staminodien ausgebildet; sie stellen als #Labellum# (_l_) durch ihre Größe und hervortretende Lage, wie durch lebhafte Färbung den Schauapparat der Zingiberaceenblüte dar. Der Griffel verläuft in dem röhrenartigen Einschnitt zwischen den beiden #Thecae# des Staubblattes. Aus dem Fruchtknoten wird eine Kapsel. Die Zingiberaceen gehören meist dem tropischen Asien an.
_Zingiber officinale_, der Ingwer, eine alte Kulturpflanze Südostasiens, wird jetzt überall in den Tropen kultiviert (Fig. 837). Das flache, geweihartig verzweigte Rhizom steht auf seiner hohen Kante im Boden. Es ist mit zweizeilig stehenden Blättern besetzt, nur die Achselknospen der Rhizomunterseite werden gefördert und setzen den Hauptsproß fort. Die Laubzweige bestehen trotz ihrer Länge fast nur aus den Scheiden der großen, ungeteilten ganzrandigen Blätter, ihre Achse bleibt außerordentlich kurz. Nur die Blütensprosse sind massiv, sie bleiben niedriger und sind nur mit den langscheidigen Schuppenblättern ohne eigentliche Spreite bekleidet. Die hellgelben, durch ihr violettes, heller geflecktes Labellum auffallenden Blüten stehen in der Achsel großer Hochblätter, die besonders an ihrem Rande lebhaft gefärbt sind. _Elettaria Cardamomum_ und _Curcuma_ haben ebenfalls nur mit Schuppenblättern bestandene Infloreszenzstiele, _Alpinia_ dagegen, wie die häufig kultivierten _Hedychium_-Arten tragen die Blütenstände terminal an normal belaubten Sprossen.
#Offizinell#: _Zingiber officinale_: #Rhiz. Zingiberis# (Pharm. germ., austr., helv.). _Elettaria Cardamomum_: #Fructus Cardamomi# (ibid.), Cardamomen, _Curcuma Zedoaria_, Zittwer: #Rhiz. Zedoariae# (ibid.), _Alpinia officinarum_, Galgant: #Rhiz. Galangae# (Pharm. germ., helv.).
Großblättrige häufig kultivierte Stauden mit asymmetrischen Blüten (Fig. 838) gehören zu den _+Cannaceae+_, die nur eine halbe, also monothezische, Anthere haben, die andere Hälfte ist blumenblattartig.
Den gleichen Habitus und ebenso gebaute, aber minder große Blüten besitzen die _+Marantaceae+_, deren Blätter am Ansatz der Spreite mit Gelenkpolstern versehen sind.
Das Rhizom von _Maranta arundinacea_ liefert #westindisches Arrowroot#.
7. Ordnung. Gynandrae.
Die Familie +_Orchidaceae_+ enthält perennierende, krautige, erdbewohnende oder epiphytische Gewächse mit zwittrigen, stark dorsiventralen Blüten, deren Perianth kronartig ist; das hintere Blatt des inneren Kreises wird als #Lippe#, #Labellum# ausgebildet und läuft häufig in einen Sporn aus.
Das bei den Scitamineen erwähnte „Labellum“ ist morphologisch ganz anderer Natur, da es staminodialen und petaloid gewordenen Staubblättern entspricht.
Das Andröceum wird auf die drei vorderen Glieder beschränkt, von denen meist das mittlere, dem äußeren Kreise angehörige allein fertil ist, während die anderen fehlen oder Staminodien darstellen. Das einfächerige, unterständige Gynäceum ist aus drei Fruchtblättern verwachsen, die eine Kapselfrucht liefern mit äußerst zahlreichen an den randständigen, d. h. parietalen Plazenten sitzenden Samen (Fig. 839 u. 842). Das fertile Staubblatt verwächst mit dem Griffel zu einem #Säulchen#, #Gynostemium#, welches in der Mitte der Blüte mehr oder minder emporragt. Durch Drehung der ganzen Blüte um 180° (vgl. Fig. 839 u. 842) oder Übernicken gelangt die als Anflugstelle für Insekten dienende Lippe auf die Vorderseite.
Die Orchidaceen erreichen ihre reichste Entwicklung in den Tropen aller Erdteile, wo sie meist unter den Epiphyten eine wichtige Rolle spielen.
_Orchis_, Knabenkraut, _Ophrys_, _Gymnadenia_, _Platanthera_ sind alle mit Knollen versehen. _Epipactis_, _Cephalanthera_, _Listera_ haben ein verzweigtes Rhizom. _Neottia_, Nestwurz, _Coralliorrhiza_, _Epipogon_, _Limodorum_ leben saprophytisch oder richtiger parasitisch auf Kosten ihrer Mykorrhizen[511] und sind daher fast oder ganz chlorophyllfrei. _Cypripedium_, der Frauenschuh, hat zwei fertile seitliche Staubblätter des inneren Wirtels.
Zu genauerer Darstellung mag eine unserer häufigeren einheimischen _Orchis_-Arten, _Orchis militaris_, dienen, die in Fig. 842, 844 wiedergegeben ist. Untersucht man eine solche Pflanze zur Zeit ihrer Blüte, so findet sich ein Paar fleischiger Knollen als Ausgangspunkt. Beide sind mit einem Flaum von Wurzelhaaren überdeckt. Die größere braune Knolle, von mehr schwammiger Beschaffenheit, setzt sich nach oben in den von ein paar Niederblättern und den Scheiden der 2-4 Laubblätter länglich-elliptischer Form umhüllten Infloreszenzstiel fort, welcher mit einer pyramidalen Blütentraube abschließt. Die kleinere Knolle ist von weißer Farbe und fester Konsistenz; sie trägt, wie der Längsschnitt (Fig. 840) zeigt, eine Knospe auf dem Scheitel, die bereits ein paar Scheidenblätter entwickelt hat. Es handelt sich um den in der Achsel eines der ersten Scheidenblätter der Pflanze, dicht über der älteren braunen Knolle gebildeten Achselsproß, welcher mit seiner als Reservestoffbehälter knollig anschwellenden Wurzelanlage das Scheidenblatt durchbrochen hat (Fig. 844) und die Mutterpflanze im nächsten Jahre ersetzen wird.
Bei Betrachtung der Blüten fällt sogleich die schraubige Drehung des Fruchtknotens auf, der hier die Abwärtskehrung der „Unterlippe“ zu danken ist. Diese ist dreizipflig, und ihr Mittellappen teilt sich am Ende abermals in zwei gabelig auseinanderstehende Läppchen. Ganz an der Basis dieses Labellums ist ein Sporn als Aussackung zu erkennen. Er dient als Nektarium, und seine Öffnung findet sich direkt unter dem Gynostemium (Fig. 842 _A_, _B_). Dieses trägt auf seiner der Unterlippe und den sich darauf niederlassenden Insekten zugekehrten Seite eine große Narbenfläche (_h_), welche zwei vereinigten Narben entspricht. Die dritte Narbe ist zu einem als #Rostellum# bezeichneten Gebilde (_l_, _k_) umgeformt und dient der Ausrüstung der männlichen Organe. Die #eine# fruchtbare Anthere besitzt zwei Thecae, durch das als Abschluß des Gynostemiums sichtbare Konnektiv (_n_) verbunden. Die ganze Pollenmasse jedes der beiden Fächer wird durch eine Bindesubstanz zusammengehalten, welche gleichzeitig nach unten in einen Stiel ausläuft. Dieser heißt #Kaudikula#; das gesamte, #Pollinium# genannte Gebilde ist von wachsartiger Konsistenz. Die Kaudiculae enden nun an jenem #Rostellum#, welches eine Klebmasse von zäher Beschaffenheit enthält, die geeignet ist, einmal die Pollinien, welche frei im Fache liegen, an Ort und Stelle festzuhalten, andererseits aber auch sie an andere damit in Berührung gelangende Körper anzukleben. Versucht nun ein auf der Unterlippe sitzendes Insekt den im Sporn ausgeschiedenen Nektar zu erreichen, so muß es mit Kopf oder Rüssel das Rostellum berühren und die Pollinien mitnehmen. Beim Eintrocknen der Kaudiculae biegen die Pollinien sich nach vorn und werden daher bei einer nächst besuchten Blüte genau auf die Narbenfläche gelangen müssen.
In ähnlicher, vielfach aber noch weit komplizierterer Art sind alle Orchidaceen auf Insektenbesuch angepaßt, dessen sie zur Bestäubung ihrer Blüten nicht entbehren können[512]. In vielen Fällen ist die Anpassung so speziell auf den Bau eines bestimmten Insektes gerichtet, daß kein anderes dieselbe Leistung zu vollziehen vermag; so blieb z. B. die aus ihrer amerikanischen Heimat in andere tropische Länder gebrachte Vanilla (Fig. 843) stets unfruchtbar, da das bestäubende Insekt fehlte. Nachdem dies erkannt war, wird sie jetzt durch Menschenhand einzeln bestäubt und setzt daraufhin regelmäßig Früchte an. Zur Vervollständigung ist noch hinzuzufügen, daß bei manchen Formen, so auch bei Vanilla, der Pollen körnig bleibt. Zahlreiche tropische Orchidaceen werden ihrer herrlich duftenden und schön geformten, farbenprächtigen Blüten wegen bei uns in Gewächshäusern kultiviert, so _Cattleya_, _Laelia_, _Vanda_, _Dendrobium_, _Stanhopea_ u. v. a.
#Offizinell#: _Orchis_-Arten und verwandte Formen mit eiförmigen, nicht handförmig zerteilten (vgl. Fig. 840 u. 844) Knollen: #Tubera Salep# (Pharm. germ., austr., helv.). -- _Vanilla planifolia_, ein in Mexiko einheimischer, vielfach in den Tropen kultivierter Wurzelkletterer (Fig. 843): #Fructus Vanillae# (Pharm. austr., helv.).
Die fossilen Angiospermen[471].
Die ersten zweifellosen Angiospermen zeigen sich in der oberen Kreide, und zwar gleich in mannigfachen Formen, die ungefähr in gleichem Verhältnis wie jetzt zu Monokotylen und Dikotylen gehören. Gefunden sind zunächst nur Blätter, die große Ähnlichkeit mit denen jetzt lebender Angiospermen zeigen, hingegen gar keine mit solchen von Gymnospermen oder gar Pteridophyten. Die hier vorhandene Kluft kann also durch die paläontologischen Funde nicht überbrückt werden.
Im Eozän und Oligozän werden die Angiospermen sicher bestimmbar; es sind Angehörige noch existierender Familien, und zwar, sogar im nördlichen Europa, teilweise von tropischem Charakter, nämlich _Palmen_, _Dracaena_, _Smilax_ usw. unter den Monokotylen, zahlreiche _Quercifloren_ (namentlich _Quercus_), _Lauraceae_ (_Cinnamomum_ u. dgl.), _Leguminosae_ usw. von Dikotylen. Vom Miozän an werden die Arten teilweise mit lebenden identisch; im Quarternär fehlen eigene, von den jetzt lebenden erheblich abweichende Formen. Der Florencharakter war zur Tertiärzeit in Europa ganz wesentlich von dem gegenwärtigen verschieden; er trug das Gepräge eines viel wärmeren Klimas und wies, wie für die Gymnospermen, Typen auf, die gegenwärtig nur noch in fernen Ländern existieren.
Literaturnachweise.
Literatur zur Einleitung und Morphologie von H. Fitting.
Einleitung.
[1] CHARLES DARWIN, On the origin of species by means of natural selection 1859; auch deutsch von V. CARUS.
[2] E. HAECKEL, Generelle Morphologie der Organismen 1866, S. 52.
[3] C. MEZ, Schrift. physik. ökon. Gesellsch. Königsberg i. Pr., 59. Bd. 1918, S. 43.
[4] H. FITTING, Die Pflanze als lebender Organismus. Jena 1917.
[5] C. V. NÄGELI, Theorie der Abstammungslehre 1884, S. 326. F. A. WENT, Biol. Zentralbl., 27. Bd. 1907, S. 257. K. GOEBEL, Organographie, 2. Aufl., 1. Bd. 1913, S. 39 ff. #Ders.#, Entfaltungsbewegungen d. Pflanzen. Jena 1920.
Erster Abschnitt Zytologie.
+Der lebende Inhalt der Zellen.+
[6] E. STRASBURGER, Progressus rei botanicae, 1. Bd. 1906, S. 1. E. KÜSTER, Zelle, Handb. d. Naturwiss., Jena, 10. Bd. 1914, S. 748. A. MEYER, Morphol. u. physiol. Analyse d. Zelle d. Pflanzen u. Tiere. I. Jena 1920. G. TISCHLER, Allgemeine Pflanzenkaryologie, Handwörterb. d. Pflanzenanatomie. I. Berlin 1921. H. LUNDEGÅRDH, Zelle u. Cytoplasma, ebenda. I. 1921.
[7] Die Literatur zusammengestellt zuletzt durch R. LIESKE, Bakterien u. Strahlenpilze, Handb. d. Pflanzenanatomie. VI. Berlin 1922.
[8] A. J. EWART, Physics and physiology of protoplasm streaming in plants, Oxford 1903. PAUL KRETZSCHMAR, Jahrb. f. wiss. Bot., 39. Bd. 1904, S. 273. A. MEYER, Morphol. u. physiol. Analyse d. Zelle. I. S. 631. Jena 1921.
[9] J. W. MOLL, Progress. rei botan., 2. Bd. 1908, S. 227. E. STRASBURGER, Das kleine bot. Praktikum, 9. Aufl. 1921 und Das bot. Praktikum, 7. Aufl. 1923. H. SIEBEN, Einführung in die bot. Mikrotechnik, 2. Aufl., Jena 1920.
[10] E. ZACHARIAS, Progress. rei botan., 3. Bd. 1910, S. 67. A. MEYER, vgl. unter [6]. A. PRATJE, Biol. Zentralbl., 40. Bd. 1920, S. 88. H. WALTER, Biochem. Ztschr., 122. Bd. 1921, S. 86.
[11] A. FISCHER, Fixierung, Färbung und Bau des Protoplasma 1899 und A. DEGEN, Bot. Ztg. 1905, I. Abt., S. 202.
[12] H. FREUNDLICH, Kapillarchemie. 2. Aufl., Leipzig 1922.
[13] E. W. SCHMIDT, Progress. rei botan., 4. Bd. 1912, S. 163 u. Ztschr. f. Bot., 4. Bd. 1912, S. 707. J. DUESBERG, Sammelreferat in Ergebn. d. Anatom. u. Entwicklungsgeschichte, 20. Bd. 1912, S. 567. K. RUDOLPH, Ber. deutsch. bot. Gesellsch., 30. Bd. 1912, S. 605. G. LEWITSKY, Ber. deutsch. bot. Gesellsch., 31. Bd. 1913, S. 517. A. SCHERRER, Festschr. z. Einweihung d. Inst. f. allg. Bot. Zürich, Jena 1914. A. GUILLIERMOND, Rev. gén. de bot., 25 bis Bd. 1914, S. 295; 26. Bd. 1914, S. 295; 31. Bd. 1919, S. 372; 33. Bd. 1921, S. 401. Ann. sc. nat. Bot. sér. 10., 1. Bd. 1919, S. 225. FR. MEVES, Arch. f. mikr. Anatomie, 89. Bd. Abt. I 1917, S. 249. D. M. MOTTIER, Ann. of Bot., 32. Bd. 1918, S. 91. S. ALVARADO, Trabaj. d. mus. nacion. d. cienc. nat. Madrid. ser. Bot. No. 13, 1918. #Ders.#, Ber. deutsch. bot. Gesellsch., 41. Bd. 1923, S. 85. KONRAD L. NOACK, Ztschr. f. Bot., 13. Bd. 1921, S. 1. G. FRIEDRICHS, Jahrb. f. wiss. Bot., 61. Bd. 1922, S. 430.
[14] Vgl. G. TISCHLER, Allgemeine Pflanzenkaryologie, Handb. f. Pflanzenanatomie. I. Berlin 1921.
[15] A. GUILLIERMOND, Progress. rei botan., 4. Bd. 1913, S. 389. H. V. NEUENSTEIN, Arch. f. Zellforsch., 13. Bd. 1914, S. 1.
[16] A. F. W. SCHIMPER, Bot. Ztg. 1880, S. 886 und Jahrb. f. wiss. Bot., 16. Bd. 1885, S. 1. ARTHUR MEYER, Das Chlorophyllkorn 1883 und Bot. Ztg. 1888, S. 489. J. H. PRIESTLEY u. A. A. IRVING, Ann. of Bot., 21. Bd. 1907, S. 407. A. SAPEHIN, Untersuchungen über die Individualität d. Plastide, Odessa 1913. #Ders.#, Archiv f. Zellforsch., 13. Bd. 1915, S. 319.
[17] Besonders von L. MARCHLEWSKI, E. SCHUNK, N. A. MONTEVERDE, M. TSWETT, R. WILLSTÄTTER. Vgl. R. WILLSTÄTTER u. A. STOLL, Untersuchungen über Chlorophyll, Berlin 1913. C. V. WISSELINGH, Flora, 107. Bd. 1915, S. 371.
[18] K. STERN, Ztschr. f. Bot., 13. Bd. 1921, S. 193.