Kulturhistorische Charakterbilder

Part 18

Chapter 183,224 wordsPublic domain

Seine Geschäftsführung war ebenso merkwürdig wie sein ganzes Leben. Da es seinem Buchhalter einst passierte, daß er bei der Bilanz einen Überschuß von siebentausendfünfhundert Dollar herausgerechnet hatte, während in Wirklichkeit ein Defizit von fünfzehntausend Dollar vorhanden war, brachte dieser Irrtum Edison dazu, alle Buchführung für unnützen Schwindel und kostspieligen Zeitvertreib zu erklären. Von Stund' an führte er sein Geschäft ohne Buchführung. Aber nur ein Geist von der Fassungskraft Edisons konnte die Buchführung, die kein geschäftlicher Betrieb entbehren kann, beiseitelassen, ohne Schaden zu erleiden. Seine Untergebenen hatten auch keine bestimmten Arbeitsstunden; die Arbeitszeit richtete sich ganz nach den vorhandenen Aufträgen. Man hätte erwarten sollen, daß eine solche Geschäftsführung ohne Bücher und ohne geregelte Arbeitszeit ein wahres Chaos zur Folge haben würde. Nichts von alledem. Freilich ließ sich diese Einrichtung auch nur deshalb ohne Störung durchführen, weil Edisons Arbeiter zugleich seine Kameraden waren, die mit Liebe und Bewunderung an ihm hingen.

Und Edison selbst gab Beispiele von fast übermenschlicher Arbeitskraft. Eines Tages hatte er für hundertundfünfundzwanzigtausend Mark telegraphische Apparate zu liefern; sie waren fertig, funktionierten aber nicht richtig, ~mußten~ aber rechtzeitig und tadellos geliefert werden. Edison ließ alle Apparate in sein Laboratorium bringen, schloß die Tür und sagte zu seinen Assistenten: »Ich habe die Tür abgeschlossen, und nun müßt ihr bleiben, Kameraden, bis die Arbeit beendet ist.« Und es folgten ~hintereinander sechzig Stunden angestrengter Arbeit~, in denen kaum Zeit blieb, etwas zu essen; von Schlafen war keine Rede; aber die Apparate waren zur bestimmten Zeit fertig. Edison selbst schlief hinterher sechsunddreißig Stunden.

Aber diese Doppeltätigkeit, Erfinder und Fabrikant zugleich, konnte Edison nicht auf die Dauer durchführen. Er gab seine Fabrik auf, die ihm in drei Jahren einen Gewinn von mehr als anderthalb Millionen gebracht hatte, und verwendete das Geld dazu, ein großes Grundstück in Menlo-Park zu kaufen und ein Laboratorium darauf zu bauen, das eines der großartigsten Amerikas werden sollte. Er schaffte sich die vollkommensten und kostbarsten physikalischen und chemischen Apparate an; eine Werkstatt, die dreißig Meter lang und zehn Meter breit war, wurde mit allen erdenklichen mechanischen Drehbänken, Maschinen und Werkzeugen versehen; eine Dampfmaschine von achtzig Pferdestärken versorgte die Anlage. Eine wissenschaftliche Bibliothek fehlte nicht. Sogar eine Orgel wurde angeschafft, denn Edison liebte es, bei angestrengter geistiger Arbeit sich von den wohltuenden Harmonien der Musik besänftigen zu lassen. 1876 zog Edison hier ein und hatte einen Stab außerordentlich tüchtiger Hilfskräfte um sich versammelt. Der weitaus hervorragendste war Charles Bachelor, dessen Dienste für Edison unschätzbar waren.

Hier machte Edison in den folgenden zehn Jahren seine bedeutendsten Erfindungen. 1869 war er ein armer Teufel, der in New York stellungslos umherlief; 1879 ein weltberühmter Erfinder, ein vielfacher Millionär. Aber dieser beispiellose Erfolg wurde nicht durch irgendwelche Glücksfälle erreicht, sondern nur durch zähe, harte Arbeit, ein Wort, das im Leben Edisons die allererste Rolle spielt und alle seine Erfolge erklärt.

Keine seiner Erfindungen -- er besitzt bereits nahezu tausend Patente -- machte seinen Namen jedoch so populär wie der Phonograph, den er 1877 in Menlo-Park erfand; ein zungen- und zahnloses Instrument, ohne Schlund und ohne Kehlkopf, eine tote, tonlose Masse, die nichtsdestoweniger alle Töne nachahmt, und mit deiner Stimme spricht. Noch nach Jahrhunderten, nachdem du längst in Staub zerfallen bist, kann dieser Apparat deinen Urenkeln alles wiederholen, was du in den Apparat hineingesprochen hast, und zwar so, als sprächest du lebendig zu ihnen.

Immerhin dauerte es zehn Jahre, bis der Phonograph, wesentlich verbessert, 1888 im Londoner Kristallpalast zum ersten Male in Europa vorgeführt wurde. Edison hatte eine Walze mitgeschickt, von deren Phonogramm aus er selbst zu den Besuchern sprach, und die Königin von England und andere hohe Persönlichkeiten schickten ihm vermittels des Phonographen ihren Dank zu. 1889 wurden fünfundvierzig Phonographen mit Walzen, die alle lebenden Sprachen wiedergaben, auf der großen Pariser Weltausstellung gezeigt, wo sie täglich von dreißigtausend Menschen besichtigt wurden. Heute gibt es wohl kein Städtchen mehr in der zivilisierten Welt, dessen Einwohner diese Erfindung Edisons nicht kennen würden.

Sie würde noch immer eine ungeheure Umwälzung hervorrufen, wenn man sie so ausnützen würde, wie sie es erlaubt. Der Phonograph könnte die Stenographen überflüssig machen; Briefe ließen sich direkt auf die Platten sprechen, die man dann mit der Post verschicken könnte; hat man Lust, musikalische Leistungen der berühmtesten Künstler der Erde zu hören, so kann man sie sich ja heute schon kaufen; phonographische Bücher könnten die gedruckten ersetzen, was vor allem für die Blinden von weittragendster Bedeutung wäre; die Sprachen wilder Stämme und schwer zugänglicher Völker könnten phonographisch festgehalten werden; jede Familie wäre imstande, die Stimmen lieber Verstorbener jederzeit wieder zu sich sprechen zu lassen; man könnte sich statt eines Bilderalbums ein phonographisches Album anlegen.

Edison selber hat scherzhalber einmal im Schlafzimmer eines Gastes, dessen Furchtsamkeit er kannte, einen phonographischen Apparat aufgestellt, der um Mitternacht ernst und feierlich die Worte rief: »Mensch, bereite dich vor zum Sterben.« Entsetzt floh der Gast zu dem Hausherrn, der dann den ganzen Mechanismus erklären mußte, um den Geängstigten zu beruhigen.

Auch die Puppenindustrie hat sich in ungeheurem Umfange des Phonographen bemächtigt und sprechende Puppen hergestellt, die kleine Lieder singen oder ganze Sätze sprechen und Gedichtchen aufsagen. Die jetzige Königin von Holland hat als eine der ersten solch eine Puppe zum Spielen bekommen.

Andere Erfindungen Edisons, wie der Phonometer, das Megaphon und das Aerophon sind weniger bekannt geworden, obwohl auch sie von außerordentlicher Bedeutung sein könnten. Praktisch von weit größerer Bedeutung als der Phonograph wurde aber das elektrische ~Glühlicht~, das Edison zwar nicht erfunden, aber auf die Höhe der Vollkommenheit gebracht hat, die es gegenwärtig besitzt. Als er nach endlosen und oft mißlungenen Versuchen, die viele schlaflose Nächte gekostet hatten, seine Lampen endlich so weit verfeinert hatte, daß er die Brenndauer einer Lampe von anfangs zwanzig bis vierzig auf tausend Stunden erhöhen konnte, stattete er alle seine Räumlichkeiten von innen und außen mit etwa siebenhundert Glühlampen aus. Diese neue Lampe machte in Nordamerika ein solches Aufsehen, daß aus allen Teilen des Landes Besucher herbeiströmten, zu deren Beförderung oft besondere Extrazüge nach Menlo-Park eingelegt werden mußten. Die Aktien der Glühlichtgesellschaft stiegen von hundert Dollar bis auf dreitausend Dollar.

Edison legte jetzt eine Glühlampenfabrik an, die die Stammutter aller Glühlampenfabriken der Welt wurde. Der geschäftliche Erfolg dieser Lampe war ebenso gewaltig wie die Revolution, die sie im Beleuchtungswesen heraufbeschworen hat. 1884 wurde auch in Berlin eine Deutsche Edisongesellschaft gegründet, aus der später die Berliner Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft hervorgegangen ist, deren elektrische Anlagen wohl die bedeutendsten der ganzen Welt sind.

Es ist unmöglich, alle Erfindungen Edisons auf dem Gebiete der Schwach- und Starkstromtechnik hier auch nur andeutungsweise zu erwähnen. Eine seiner wichtigsten Erfindungen ist aber die Benutzung der elektrischen Kraft zu Verkehrszwecken. Die Versuchsbahn, die er auf seinem großen Grundstück in Menlo-Park baute, bewährte sich so vortrefflich, daß sie seitdem in der Alten und Neuen Welt rasche Verbreitung gefunden hat. Als der Vorstand der Gesellschaft für elektrische Bahnen Edison einst in Menlo-Park besuchte, um zu kontrollieren, wie weit die elektrische Personenbeförderung sei, bat der Erfinder die Gäste, mit ihm die Lokomotive zu besteigen, die gerade auf der Versuchsbahn bereit stand. Die Herren, im Glauben, Edison wolle ihnen etwas erklären, stiegen ahnungslos auf. Edison zog einen Hebel, und die Maschine ging los. Er steigerte ihr Fahrtempo bis zur raschesten Schnellzuggeschwindigkeit, daß die Hüte der Gäste davonflogen, die sich zitternd festklammerten und Edison flehentlich baten, aufzuhören. Sie fürchteten eine Katastrophe. Das machte Edison Spaß, und er fuhr noch rascher. Erst als die Herren vor Angst schlotterten, hielt er an, und mit Zittern und Zähneklappern stiegen sie ab und machten sich eiligst aus dem Staube. Sie kontrollierten Edison nie wieder und fragten ihn nichts mehr.

Als Edison 1876 von Newark nach Menlo-Park verzog, hatte er seine Werkstätten und Laboratorien so umfangreich angelegt, daß sie seiner Meinung nach ausreichen mußten, selbst wenn er seine Tätigkeit noch bedeutend erweiterte. Aber innerhalb der nächsten zehn Jahre waren dennoch so viele Vergrößerungsbauten und Nebengebäude nötig, daß sie mannigfache Unbequemlichkeiten im Gefolge hatten. Edison mußte wieder an ganz enorme Vergrößerungen denken, und so gründete er 1886 zu Orange in New Jersey ein neues Laboratorium, dies hier, in dem er jetzt sinnend saß, und das hinsichtlich seiner Größe, Vollkommenheit und Vollständigkeit der Einrichtungen als das erste der Welt bezeichnet wird. Das dreistöckige Hauptgebäude ist fünfundsiebzig Meter lang und achtzehn Meter breit; die vier kleineren einstöckigen Bauten sind je dreißig Meter lang und acht Meter breit. Das Bibliothekszimmer, ein fürstlich ausgestatteter Raum, enthält fünfzigtausend wertvolle wissenschaftliche Werke. Im Vorratsraum, der einzig in seiner Art ist, findet man von allen Stoffen und Mineralien der Erde, mögen sie noch so kostbar und schwer erreichbar sein, eine größere Probe. In der eigentlichen Werkstätte arbeiten Tausende von fleißigen Händen, obwohl es keine Fabrik ist, sondern alles, was hier gearbeitet wird, nur dazu dient, die erfinderischen Ideen Edisons auf ihre Brauchbarkeit hin zu prüfen.

Eine Treppe höher liegen die Bureaus und Arbeitszimmer, in denen die Assistenten Edisons Skizzen entwerfen, Zeichnungen und Pläne anfertigen, Berechnungen und theoretische Untersuchungen anstellen. Weiter oben befinden sich Säle, in denen die Erfindungen Edisons ausgestellt sind. Ein besonderer Glasbläserraum dient der Herstellung der mannigfachen Apparate aus Glas, die zu chemischen und physikalischen Experimenten erforderlich sind.

Ein anderer Bau dient lediglich photographischen Zwecken, und hier hat Edison das Kinetoskop, das Mutoskop, den bekannten Kinematographen erfunden und endlich den Phono-Kinematographen, von dem er selbst sagt: »Ich zweifle durchaus nicht daran, daß wir in nicht allzu ferner Zeit in jedem Dorfe eine große Opernvorstellung für zehn Cent Eintrittsgeld haben werden. Man wird die Patti in ihrem eigenen Zimmer sehen und hören können; man wird sie sogar noch hundert Jahre nach ihrem Tode auftreten lassen können. Parlamentsverhandlungen, bedeutende politische Persönlichkeiten, geschichtliche Vorgänge können in derselben Weise festgehalten und zu jeder späteren Zeit wiedergegeben werden. Nach einem Jahrhundert kann man noch den Papst Leo und seine Kardinäle sehen und sie sprechen hören. Welch eine Methode, Geschichte zu schreiben! Wie viel wirkungsvoller kann man künftigen Generationen eine Vorstellung von geschichtlichen Ereignissen und bedeutenden Männern übermitteln, als durch gesprochene oder geschriebene Worte! Schriftliche Berichte würden gänzlich aufhören, geschichtliche Bedeutung zu haben. Und doch ist dies alles nicht so wunderbar, wie es scheint.«

Edisons Mutter war schon 1871 gestorben, und da ihr Tod eine jähe Lücke in sein Seelenleben gerissen hatte, gründete er schon zwei Jahre später ein eigenes Heim. Unter den bei ihm beschäftigten Arbeiterinnen hatte ein junges Mädchen, Mary Stillwell, seine Aufmerksamkeit erregt; die Achtung, die er wegen ihrer echt weiblichen Tugenden vor ihr hegte, verwandelte sich bald in eine leidenschaftliche Zuneigung. Seine Werbung fand Gehör; 1873 wurde sie seine Gattin. Sie hatte ihm drei Kinder geschenkt: Marianne, Thomas Alva und William Leslie, und 1881 starb sie schon, von allen Angestellten ihres Mannes verehrt und geliebt. Edison empfand einen so großen Kummer über den Verlust seiner Gattin, daß er auf ein längeres Krankenlager geworfen wurde. Wieder genesen, stürzte er sich wie ein Wütender in die Arbeit; aber sein Herz darbte. Und er gesundete erst dann wieder vollkommen, als er in einer neuen Ehe ein neues Glück fand.

* * * * *

»Der Ruhm hat bereits Legenden um mich gewoben« -- dachte Edison weiter -- »man nennt mich den Phonographenpapa, den Zauberer von Menlo-Park, den Magiker des Westens. Bedeutende Dichter haben mich und meine ›Zauberkunst‹ in ihren Werken dargestellt. Was ist aber meine Erfindungskunst anderes als die Triebkraft, die auch im Korne lebt!?«

Er streifte melancholisch die Asche seiner Zigarre ab und begann auf und ab zu gehen.

»Und nun gehe ich in die Sechzig ein, und es ist bald zu Ende mit dem bißchen Leben! Was sind alle die Spielereien, die ich erfunden habe, im Verhältnis zu der Kraft, die uns Menschen zuruft: Werde und vergehe! Was ist diese geheimnisvolle elektrische Kraft, deren Herr ich bin? Nein, wir sind alle Ignoranten und werden es bleiben.«

Er hielt inne, dachte noch einen Augenblick nach, dann sagte er achselzuckend: »Schließlich ist auch an der menschlichen Torheit etwas Gutes. Man lernt aus ihr. Aber nun ist's genug geträumt.«

Und er ging frisch an die Arbeit.

Loewes Verlag Ferdinand Carl, Stuttgart.

=Brandt, Karsten, Aus eigner Kraft.= 17 Lebensbilder denkwürdiger Männer. Für Knaben im Alter von 12 bis 14 Jahren. Mit 4 Bunt-, 4 Tonbildern, sowie vielen Porträts. 8°. Eleg. geb. M. 4.--.

Nach Inhalt und begleitenden Illustrationen ist diese Jugendschrift besonders geeignet, unserer reiferen Jugend den idealen Ansporn für die spätere berufliche Laufbahn zu geben, indem den jugendlichen Lesern neben geschichtlichen Streiflichtern der Werdegang bedeutender Männer, wie:

~Körner~, ~Friesen~, ~Jahn~, ~Hofer~, ~Speckbacher~, ~Radetzky~, ~Zieten~, ~Blücher~, ~Kolumbus~, ~Schwarz~, ~Gutenberg~, ~Stephenson~, ~Franklin~, ~Reis~, ~Senefelder~, ~Siemens~, ~Krupp~,

in fesselnder und zugleich begeisterter Weise vor Augen geführt wird. Eignet sich zunächst dieser Band als Weihnachtsgeschenk für Knaben im Alter von 12-14 Jahren, so dürfte er auch bei allen anderen Gelegenheiten, wie Konfirmation etc., eine willkommene Gabe sein, zumal eine würdige Einbanddecke das Ganze in harmonischem Gewande präsentiert und schon äußerlich sich des gediegenen Eindrucks versichert.

* * * * *

Es ist ein vortrefflicher Gedanke, der heranwachsenden Knabenwelt den Lebens- und Werdegang denkwürdiger Männer nach geschichtlichen Tatsachen und besten zeitgenössischen Quellen, frei von unnötigem, novellistischem Beiwerk, zu schildern, und sie damit durch Illustration und Inhalt gleich lebhaft, real und ideal, zu fesseln. Die ganz hervorragende Eigenart dieser neuen, epochemachenden Jugendschrift dürfte den jugendlichen Lesern gewiß auch mancherlei dankenswerte Klarheit über den Wert des Kämpfens, Ringens und endlichen Siegens aus eigener energischer Kraft geben und den schweren Entschluß der Berufswahl vorbildlich günstig beeinflussen. Ein Werk, in welchem Heldennamen aus den verschiedensten Lebensgebieten, wie Theodor Körner, Blücher, Kolumbus, Gutenberg, Senefelder, Siemens u. a. m. beschrieben sind, gehört zu den Geschenkbüchern, die nie veralten, die dem Knaben, dem Jüngling, ja dem Manne noch lieb und unvergessen sind. Der auf besten Bahnen wandelnde Herausgeber hat somit mit diesen siebzehn wertvollen Lebensbildern Deutschlands strebsamen Knaben eine gewiß hochwillkommene, sich auch durch die prächtige, würdige Ausstattung von selbst empfehlende Gabe geschaffen, in welcher internationale große Männer ein ehrendes Andenken gefunden haben.

Haus-Orakel, München.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.

=Leben und Weben in Wald und Feld.= Für die 9-12jährige Jugend herausgegeben von ~Christian Brüning~. Mit 6 Bunt-, 8 Ton-, 6 Vollbildern, sowie 69 Textillustrationen. 8°. Elegant geb. M. 4.50, Volksausgabe M. 3.--.

Wie in seinen »Wanderungen durch die Natur« der Verfasser mit den Kindern durch Wiese, Moor und Heide geht, so durchstreift er jetzt abermals mit ihnen Wald und Feld. Er führt sie in den winterlichen Forst und zeigt ihnen, wie dort munteres Leben herrscht, wo der Unkundige nur Öde und Grabesruhe vermutet. Er bringt sie hinein in die Werkstatt des jungen Lenzes und läßt sie den Schaffenden belauschen bei seiner Arbeit. Er genießt mit ihnen Maienwonne und Maienherrlichkeit, durchwandert mit ihnen Täler und Höhen des Harzes, zeigt ihnen das Tierleben der Sommernacht, geht mit ihnen hinaus zur Erntezeit, lehrt sie die Freunde und Feinde des Landmannes und des Gärtners kennen, läßt sie einen Blick tun in die Geheimnisse des edlen Weidwerks und gibt ihnen Anleitung zu eigenem Denken und Forschen. Erhöht wird der Wert des Buches noch durch die Abbildungen, die sich auf den ersten Blick sämtlich als Kunstwerke präsentieren.

»=Auf nach Frankreich!=« Kriegsfreiwillig bei den Dreiundachtzigern 1870/71. Von ~Justus Pape~. 8°. Elegant geb. M. 3.--.

Eigene Erlebnisse, Anschauungen und Stimmungsbilder sind es, die der Verfasser in schlichten Worten aus den ereignisschweren Tagen jener großen Kriegsjahre schildert. Gerade aber weil dieses Buch nicht von hohen, allgemeinen Gesichtspunkten geleitet ist, verfolgen wir vom Tage der Mobilmachung an gern, ja mit erhöhtem Interesse alle jene ernsten und heitern Episoden, wie sie sich für den einzelnen Mann in Wirklichkeit abspielten und abspielen. Ob vor dem Feinde oder auf Vorposten, während langwieriger Märsche oder im Lagerleben, stets sind wir geneigt, anregende Vergleiche zu stellen und nehmen Eindrücke in uns auf, die uns mit großer Befriedigung bis zur letzten Zeile an diese interessanten, volkstümlichen Darbietungen fesseln. Selbst die Jugend wird das Buch mit Begeisterung als eins der ihrigen bezeichnen.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.

=Brüning, Christian, Wanderungen durch die Natur.= Für 9-12jährige Knaben und Mädchen. 12 Bunt-, 15 Textbilder. 8°. Elegant gebunden M. 4.--, Volksausgabe M. 2.50.

Welch glücklicher Gedanke des auf pädagogischem Gebiete kompetenten Verfassers: Der Vater selbst begleitet seine Teuren in zwanglosen Ausflügen hinaus in Feld und Wald und macht sie mit allem, was dort lebt und webt, im Zwiegespräche vertraut. Kein Halm, kein Insekt entgeht der aufmerksamen Betrachtung und eingehenden Belehrung. Die vorzüglichen Illustrationen erhöhen außerdem die Freude an diesem herrlichen Buche, es ist von wirklich großem Werte.

=Brüning, Christian, Wunder aus dem Pflanzenreiche.= Für die Jugend herausgegeben. Mit 6 Bunt-, 4 Ton- und 7 Vollbildern, sowie 75 Textillustrationen. 8°. Elegant geb. M. 4.--, Volksausgabe M. 2.50.

In der Schule hat man die alte Methode über Bord geworfen und neue Bahnen in der Botanik eingeschlagen. Wir hören und sehen mit Erstaunen, wie unter dem Zeichen des neuen Unterrichts das Interesse der Kinder mächtig geweckt, und die Pflanze, an der man sonst achtlos vorüberging, mit andern Augen betrachtet, zum lebenden Wesen wird. Wie gern würde wohl mancher Vater und manche Mutter und andere, die dem Forschungstrieb des Kindes nicht gleichgültig und fremd gegenüberstehen, mit den Kleinen an der Hand durch Garten und Aue wandeln, und sie die Gebilde der Natur und ihr Leben beobachten und verstehen lehren, wenn ihnen nur selbst ein Fingerzeig gegeben wäre. Diesen Zwecken soll das schöne Buch dienen, aber auch der Jugend selbst einen ernsten Einblick in Pflanzenwelt und Pflanzenleben geben -- ein Fundament, auf dem später weitergebaut werden kann. Das Bild als belehrendes Anschauungsmittel steht den Worten überall helfend und fördernd zur Seite!

Zu beziehen durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.

=Twain, Mark= (Samuel L. Clemens), =Prinz und Bettelknabe=. Eine Erzählung für die Jugend im Alter von 12-16 Jahren. Deutsch von ~Helene Lobedan~. Mit vielen Illustrationen. 8°. 3. Aufl. Eleg. geb. M. 4.--. (Hochmoderne Aufmachung.)

Diese im Urtext englische Erzählung gehört zu den besten literarischen Erzeugnissen der Weltliteratur. Sie führt künstlerisch, und damit klar und konkret anschaulich in das Mittelalter Englands hinein, ist daher im besten Sinne belehrend in der Kulturgeschichte. Außerordentliche Erziehungsmomente heben sich -- ohne aufdringlich zu sein -- wirkungsvoll ab, und der Standpunkt edler Menschlichkeit wird vertreten durch die Titelhelden.

Die schmucke Einbanddecke, sowie die künstlerisch vollendeten zahlreichen Textillustrationen machen das Buch zu einem der gediegensten, modern ausgestatteten Geschenkwerke.

=E. P. A. Roland, 30 Jahre in der Fremdenlegion.= Erlebnisse dreier Deutscher unter französischer Fahne in Afrika und Asien. Eine Erzählung für die reifere Jugend von 14-16 Jahren. Mit 39 Textbildern von Willy Planck. 8°. Eleg. geb. M. 4.--.

Die Fremdenlegion hat in den letzten zehn Jahren ungefähr gerade so viel Opfer an jungen Deutschen gefordert, wie der ganze Krieg von 1870/71.

Ein Buch, das wie das vorliegende der Jugend in gänzlich einwandfreien aber wahrheitsgetreuen Schilderungen Einblick in die so eigenartigen Sitten und Gebräuche der Fremdenlegion bietet, verdient die weiteste Beachtung. In spannend gehaltener Erzählung folgt der Leser drei jungen Deutschen auf ihren schwierigen Märschen und Feldzügen unter französischer Fahne als Legionäre nach Asien und Afrika und nimmt so regen Anteil an deren Erlebnissen. Diese Enthüllungen dürften dazu beitragen, volle Aufklärung über das Wesen der Fremdenlegion zu bieten und den breiten Strom alljährlich zur Legion sich meldender junger verblendeter Männer vor dem Eintritt in dieselbe zu warnen.

Das Buch ist sehr zu empfehlen und wird allgemeines Interesse erregen.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung des In- und Auslandes.

=Fridtjof Nansens Erfolge.= Ergebnisse seiner letzten Nordpol-Expedition an Bord des »Fram«. Allgemein faßlich dargestellt von ~Eugen von Enzberg~. Mit 8 Voll- und 25 Textbildern nach Aquarellen von ~H. Grobet~, 2 Bildnissen der Expeditionsteilnehmer, sowie einer Karte der Polarländer. Vierzehnte durchgesehene Auflage. 8°. Eleg. geb. M. 4.50, Volksausgabe M. 3.--.