Komödiantinnen: Roman

Part 21

Chapter 21444 wordsPublic domain

»Also -- auf dereinstiges Wiedersehen, junger Freund --! Jetzt aber sollt Ihr zwei die paar letzten Augenblicke noch füreinander haben, Kinder ...«

Die paar letzten Augenblicke -- --

Hans Thumser und Asta Thöny senkten die Häupter und die Blicke ... Hoben sie dann und ließen die Augen lange, lange ineinander ruhen ... Dabei schwiegen die Lippen, Unsagbares quoll auf in ihren Herzen.

»Bitte Platz nehmen!« schnarrten da die Stimmen der Schaffner.

Da warf Asta die Arme um Hans Thumsers Nacken. Es kümmerte sie nicht, daß die Kollegen vom Fenster aus mit Grinsen und halblautem Scherz den Abschied beobachteten ...

»Leb wohl ... mein Hanserl ... auf ewig ... leb wohl ...«

»Nein ... nicht auf ewig ... das ist ja unmöglich ... das ertrag ich ja nicht --«

»Ach, Hanserl -- wie gut Du das ertragen wirst ... aber Du ... von Zeit zu Zeit einmal an mich denken ... gelt? an ... Dein ... erstes Glück ... gelt, Hanserl?!«

Aus der finstern Halle polterte der Zug in die sonnige Morgenhelle hinaus. Grell im Sonnenlichte leuchtete der weiße Rauchschwaden, den der enteilende Schlot der Maschine hinter sich herzog. Und ein großes Abschiedwinken ging aus den Fenstern des Zuges, ging auf dem Bahnsteig, wo in ganzen Rudeln die Freunde und Verehrer standen, welche die scheidende Künstlerschar bis zum letzten Augenblick begleitet hatten ...

Ein Tüchlein aber wehte länger als alle andern ... und Hans Thumser blickte ihm nach, winkte ihm nach, bis alles vorbei war.

Dann wandte er sich rasch und schritt gesenkten Hauptes aus der Halle. Einen Korpsstudenten in Couleur sollte niemand weinen sehen.

Von =Walter Bloem= sind früher erschienen:

Sonnenland

Eine Fahrt in die Schönheitswelt Griechenlands, in die Märchenstädte des Orients an Bord eines schmucken Lloyd-Schiffes, auf dem der Zufall eine bunte Reisegesellschaft zusammenwürfelt. Ein munterer Kreis meist humoristisch gesehener Gestalten und im Hintergrund ein leuchtender Reigen von Kultur- und Landschaftsbildern aus den gesegneten Zonen des sonnigen Südens.

Preis 1 Mark

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Das lockende Spiel

Ein Buch vom Theater, von seiner berauschenden Magie, die keinen aus ihrem Zauberkreis entläßt, der ihr einmal verfiel. Wer es einmal gespielt hat das »lockende Spiel«, er kann es nimmer lassen. Eine neue Theatergründung in Berlin wird zum Mittelpunkt für ein fröhliches Ringen um die Palme des Bühnendichters, Schauspielers, Regisseurs. In diesen Kampf verkettet sich ein zweites »lockendes Spiel«, das Spiel und Gegenspiel der Liebe bei zwei jungen Menschenpaaren.

Preis 1 Mark

Verlag Ullstein & Co / Berlin-Wien

Ullstein & Co

Berlin SW 68

Anmerkungen zur Transkription

Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originaltextes wurden übernommen, nur offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.

Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt, fremdsprachliche Passagen, die im Original in Antiqua gesetzt sind, sind _so_ gekennzeichnet, für Abkürzungen, wie C. C. und Regentenzahlen wie XIV wurde dies nicht gemacht. Text der im Original g e s p e r r t gesetzt ist, ist hier =so= gekennzeichnet.