Josefine Mutzenbacher oder Die Geschichte einer Wienerischen Dirne von ihr selbst erzählt
Part 17
Ihr Verbot war überflüssig, denn was ich bei mir hatte, füllte mich ohnehin beinahe aus. Dazu kam noch, daß Capuzzis Schweif nicht ganz steif war, als er ihn bei mir einführte. Erst in meiner Höhle erholte er sich von der eben absolvierten ehelichen Strapaze wieder, und ich hatte den Genuß zu spüren, wie er größer und größer wurde. Das ersetzte mir die Bewegungslosigkeit, die vom Markieren herkam.
»Fertig«, meldete Frau Melanie.
Er ließ mich los und arrangierte eine andere Gruppe. Das heißt, er setzte sich in einen Stuhl, nahm mich auf seinen Schoß, aber so, daß ich mit dem Rücken an seiner Brust lehnte, und mit dem Gesicht in den Apparat schaute. Mit den Händen fuhr er mir unter den Achseln durch und umpreßte meine Duteln, und seine Rübe pflanzte er in meinen Garten. Ich wollte auf- und niederwetzen, aber er flüsterte mir zu: »Nicht jetzt ...«
»Fertig«, rief die Frau aus dem Apparat hervor.
Eine dritte Gruppe sollte gebildet werden, aber da man dazu den Albert gebraucht hätte, und seine Stange absolut nicht aufzurichten war, so wurde die Sache auf ein anderesmal verschoben. Capuzzi bestellte mich auf den übernächsten Tag, gab mir fünf Gulden und entließ mich.
Ich ging in die Stadt. Am Graben traf ich die Zenzi und ging mit ihr ihn die Schönlaterngasse, um ihr das verdiente Geld zu zeigen und die Sache mit dem Photographen zu erzählen. Sie hatte inzwischen niemanden gehabt. Meine Schilderung von den verschiedenen Gruppen und Stellungen regte sie sichtlich auf.
»Fix Laudon ...«, rief Zenzi, sich auf das Sofa werfend, »Fix Laudon ..., von dem Reden bin ich so viel aufgeregt ..., wenn ich nur jetzt pudern könnt' ...«
Und in diesem Punkt war ich ihrer Ansicht. Ich kroch zu ihr aufs Sofa. Zenzi lag da und hatte glänzende Augen und ihre Brüste bebten. Sie kam mir heute überhaupt anders vor als gewöhnlich. Lang nicht so willenlos und so gefügig, wie zu Hause. Ich legte mich zu ihr und wir spielten uns gegenseitig mit unseren Duteln eine Zeitlang. Ich wollte mich schon auf sie hinaufschwingen, als sie mich mit dem Ausruf: »Äh ..., das ist ja nix ...«, fortstieß und in die Küche hinausrief: »Sagen S' Frau Böck ..., ist der Karl nicht da?«
Die Alte öffnete die Tür: »Ja, der Karl ist da ..., was wollen S' denn von ihm?«
»Rufen S' ihn nur herein ...«, sagte Zenzi.
»Was wollen S' denn?« beharrte die Alte.
»Fragen S' nicht«, sagte Zenzi so befehlhaberisch, wie ich sie noch nie gehört hatte. Ich lernte überhaupt neue Seiten an ihr kennen. »Fragen S' nicht, sondern rufen S' ihn!«
Die Alte verschwand.
»Wer ist denn der Karl ...?« fragte ich.
»Na derer Alten ihr Enkel ist er«, erklärte mir Zenzi, indem sie aus ihrem Kleid was herausnahm, und sich wieder auf das Sofa legte.
»Und was willst du von ihm ...?«
»Vögeln soll er ...«, sagte sie glühend.
Die Türe ging auf und ein junger Mensch von sechzehn oder siebzehn Jahren kam herein. Er war sehr hübsch, hatte feine Züge, aber sie waren von der Magerkeit verschärft und gespitzt, und der ganze Bursch sah verkommen aus. Er rauchte eine Zigarette, grinste, als er uns sah, und ich mußte an die saubere Gesellschaft denken, die immer mit der Burgmusik läuft.
»Servus Karl ...«, sagte Zenzi, »da hast einen Gulden ..., mach mir's einmal.« Karl kam zum Sofa herangeschlendert, nahm den Gulden, besah ihn von allen Seiten, steckte ihn ein, und begann nachlässig mit der Brust von Zenzi zu spielen. Dabei schaute er mich prüfend an.
»Besinn dich nicht so lang ...«, rief Zenzi.
Er knöpfte die Hose auf, und Zenzi stieß mich an: »Schau dir die Nudel an, die der Bursch hat ..., so was gibt's nicht ...«
Karl grinste mir zu, und ich richtete mich auf, um seinen Nothelfer zu begutachten. Aber Gott steh mir bei, so was hatte ich wirklich noch nicht gesehen. Bis auf den Nabel und höher hinauf noch reichte dieser Balken, und hatte eine Dicke, die ihn beängstigend machte. Der Kopf allein war größer, als bei anderen der ganze Stempel.
»Na«, meinte Zenzi, »der ist doch einen Gulden wert ...?«
Karl warf die Zigarette weg, und legte sich auf Zenzi.
»In Gottes Namen ...«, sagte er.
Zenzi rutschte hin und her unter ihm und bat: »So komm doch ..., komm!«
»Steck dir'n selber hinein ...«, brummte er grob.
Zenzi fuhr mit den Händen hin, und brach gleich darauf in wollüstiges Kreischen aus: »Ach ..., ach, fickerl mich ..., nicht so fest ..., ach ..., mir kommt's ..., ach ..., mein lieber Karl ..., dich hab' ich gern ..., bei dir möcht' ich bleiben ..., Bester ...«
»Ich pfeif' auf dich ...«, zischte er, während er seine Kanone rasch hin- und herschob. Zenzi bäumte sich unter ihm: »Was fickst mich denn dann?« keuchte sie. Er stieß zu und antwortete: »Weilst ein Gulden gibst ..., wenn mir die Großmutter ein' Gulden gibt, vögel ich sie auch ...«
Zenzi arbeitete mit ihrem ganzen Aufgebot und Karl stieß in sie hinein, als sei er beleidigt worden. Mich regte die Sache so auf, daß ich mir es auch zu überlegen anfing, ob ich einen Gulden zahlen solle.
Aber Karl machte dem Dilemma ein Ende, indem er sich sofort empfahl, nachdem seine Aufgabe erledigt war.
»Bleib da ...«, bat ihn Zenzi.
»Laß mich aus ...«, sagte er grob.
»Warum willst denn nicht noch ein bissel bei mir bleiben?«
»Weil du mir zu fad bist ...«, antwortete er. »Servus ...«, und er verschwand.
Zenzi nahm ein Glas vom Tisch und schleuderte es hinter ihm her: »Strizzi ..., elender ...«, schrie sie. Das Glas sprang am Türfutter in Scherben. Zenzi weinte.
Ich hatte sie nie vorher so gesehen. »Das ist der einzige ..., der einzige ..., den ich gern hab' ..., den Lumpen den ...«, schluchzte sie, »und ich lass' mich auch nimmer von ihm vögeln ..., was hab' ich denn davon ...?«
Ganz erstaunt fragte ich sie: »Und der Rudolf ...?«
»Ah was, der Rudolf«, zuckte sie die Achsel.
Ich: »Du hast doch den Rudolf so gern ..., du machst doch alles was er will ...«
Zenzi: »Mit dem Rudolf ist das was anderes ..., der könnt' mein Vater sein ..., verliebt bin ich nicht ...«
Ich: »Ja, aber ..., du sagst doch immer zu ihm, daß es dir nur immer bei ihm kommt ..., daß er es am besten macht ...«
Zenzi: »Was sagt man nicht alles, wenn man die Eichel drin hat ..., ich hab' doch von dir auch gehört, was du zu deinem Vater sprichst, wenn er auf dir liegt, und es kommt dir grad ...«
Ich: »Das ist freilich wahr.«
Zenzi: »Ich bitt' dich, mit Rudolf bin ich jetzt acht Jahr beisammen ...«
Ich: »Was? Du bist ja im ganzen erst fünfzehn Jahr alt ...«
Zenzi: »Ja ..., das macht's. Meine Mutter war die Geliebte von Rudolf ..., und wie sie an der Auszehrung gestorben ist, war ich allein, und der Rudolf hat mich zu sich genommen ...«
Ich: »Als Geliebte ...?«
Zenzi: »Nein ..., im Anfang hab' ich in seinem Kabinett auf dem Erdboden geschlafen ..., und war noch froh ..., ich hab' mich vor dem Waisenhaus gefürchtet.«
Ich: »Warum denn?«
Zenzi: »Was weiß ich ..., die Mutter hat immer geweint, wie's im Spital war, und hat gesagt: `Wenn ich stirb', kommt das arme Kind ins Waisenhaus ...´«
Ich: »Wo warst du denn, wie die Mutter im Spital war ...?«
Zenzi: »Beim Rudolf. Die Mutter war ja früher auch bei ihm. Sie hat ja mit ihm gelebt ...«
Ich: »Und dein Vater ...?«
Zenzi: »An den kann ich mich gar nicht mehr erinnern ..., der ist gestorben ..., wie ich zwei Jahre alt war.«
Ich: »Na und weiter?«
Wir saßen noch immer nackt auf dem Sofa, und streichelten uns unsere Brüste. Zenzi hatte sich ein wenig beruhigt, und es war ihr offenbar angenehm, sich mir völlig anzuvertrauen. Sie berichtete: »Der Rudolf hat dann der Mutter versprochen, er nimmt sich meiner an, und ich darf bei ihm bleiben ..., immer. Da ist dann die Mutter leichter gestorben.«
Ich: »Das glaub' ich.«
Zenzi: »Na, und so bin ich halt ein paar Monat auf der Erd gelegen, und der Rudolf hat im Bett geschlafen.«
Ich: »Und dann ist's losgegangen, was?«
Zenzi: »Nicht sogleich. Erst hat er mich ins Bett gerufen ..., ich brauch' nicht auf der Erden liegen, hat er gesagt.«
Ich: »Hat er dich zuerst nicht angerührt?«
Zenzi: »O ja. Wie ich mich zu ihm gelegt hab', hat er mir gleich das Hemd aufgehoben, und hat seinen Finger in meine Spalte gelegt, und hat mich überall gestreichelt ...«
Ich: »Was hast du dir denn dabei gedacht?«
Zenzi: »Nichts.«
Ich: »War's dir angenehm ...?«
Zenzi: »O ja ... weißt du ..., er hat so ganz leise ..., so ganz stad gestreichelt ..., das war schon gut ...«
Ich: »Aber verstanden hast du nicht, was das ist, was?«
Zenzi: »Wieso denn nicht? Ich hab' sehr gut gewußt, was das bedeutet, denn ich hab' ja oft in der Nacht gehört, wenn der Rudolf über der Mutter war.«
Ich: »So? Und was hat er dann noch getan ...?«
Zenzi: »Die ersten Nächte nichts ... da hat er mich nur gestreichelt ...«
Ich: »Aber davon kommt's ihm ja doch nicht ...?«
Zenzi: »Dann hat er mir seinen Schweif in die Hand gegeben ...«
Ich: »Und du ...?«
Zenzi: »Der Rudolf hat damals gleich zu mir gesagt: `Zenzi´, hat er gesagt, `jetzt bist du meine Geliebte. Du darfst niemandem was sagen, und du wirst sehen, es wird dir gutgehen.´«
Ich: »War dir das recht?«
Zenzi: »O ja. Das war mir schon recht, und dann war ich auch stolz darauf, daß ich schon so einen Geliebten hab'. Und dann hab' ich mich gefreut, daß es mir gutgehen wird; denn ich hab' als Kind so oft nichts zu essen gehabt.«
Ich: »Dann begreif' ich, daß dir das gepaßt hat.«
Zenzi: »Auch sonst. Ich hab' mich in der Nacht gefürchtet allein zu liegen, wie die Mutter tot war, und wenn ich beim Rudolf im Bett war, hab' ich keine Angst mehr gehabt. Übrigens hätt' ich auch so alles getan, was er von mir wollen hat ...«
Ich: »Auch wenn es dir unangenehm gewesen wäre ..., warum denn?«
Zenzi: »Aber freilich. Weil ich geglaubt hab', er jagt mich auf die Straßen, wenn ich ihm nicht folge.«
Ich: »Hat er denn damit gedroht ...?«
Zenzi: »O ja. Er hat immer gesagt, wenn ich was ausplausch', so schmeißt er mich heraus. Dann wird mich die Polizei zusammenklauben, dann komm' ich ins Waisenhaus, und dort werden die Kinder den ganzen Tag gehaut, müssen auf Erbsen knien und immerfort nur beten.«
Ich: »Da ist es freilich besser, wenn man in einem warmen Bett liegt und eine heiße Nudel in die Hand bekommt.«
Zenzi: »Oder in den Bauch ..., hahaha.«
Ich: »Na, in den Bauch wirst du sie auch nicht gleich gekriegt haben.«
Zenzi: »Nein ..., nicht gleich. Der Rudolf hat mir das ganze Werkel erst in die Hand gegeben. `Siehst du´, hat er zu mir gesagt, `das da -- das steckt der Mann der Frau hinein.´ Wo hinein? frug ich. `Da hinein´, sagt er und zeigt mit dem Finger, wo bei mir der himmlische Zimmermann das Loch gemacht hat.«
Ich: »Da hast du ja einen guten Lehrer gehabt.«
Zenzi: »O ja. Ein guter Lehrer ist der Rudolf schon gewesen. `Das sind die Eier´, hat er mir erklärt und hat mir seinen Beutel in die Hand gegeben. `Und da spritzt man den Samen heraus, der kommt in den Bauch der Frau, und davon kriegt sie dann ein Kind.´«
Ich: »So genau hab' ich es im Anfang nicht gewußt. Ich bin erst viel später drauf gekommen.«
Zenzi: »Er hat mir alles beschrieben.«
Ich: »Und weiter habt's ihr nichts gemacht?«
Zenzi: »O ja ..., alles.«
Ich: »Was denn ..., alles?«
Zenzi: »Na, wie er mir das Vögeln erklärt hat, hat er sich doch draufgelegt und hat mich gewetzt.«
Ich: »Ist ja nicht wahr, das gibt's ja nicht.«
Zenzi: »Aber nein ..., er hat ihn ja nur auswendig angerieben. Er hat mir ja erklärt, daß der Schwanz jetzt noch nicht hineingeht, sondern erst später, bis ich größer bin. Aber er hat mir nur zeigen wollen, wie man's macht.«
Ich: »Ja ..., und dabei selber spritzen.«
Zenzi: »O nein ..., er hat so nicht gespritzt, immer nur, wenn er mir's von hinten gemacht hat ...«
Ich: »Im Popo ..., ich weiß.«
Zenzi: »Im Popo? Das geht doch nicht.«
Ich: »So? Das geht nicht? Vor drei Jahren schon hat mich der Herr von Horak in den Popo gefickt und hat mir dort hineingespritzt, weil's von vorn damals noch nicht gegangen ist, bei mir.«
Zenzi: »Da hör' ich einmal was Neues. Das hab' ich noch nie gemacht. Ist denn das gut?«
Ich: »O, sehr gut ist es, es kommt einem sofort.«
Zenzi: »Ja, tut's denn nicht furchtbar weh?«
Ich: »Zuerst schon ..., aber wenn der Schwanz naß genug ist, gar nicht mehr.«
Zenzi: »Schad -- das muß ich einmal probieren.«
Ich: »Jetzt hast du's ja gar nicht mehr notwendig, jetzt geht's ja von vorn ...«
Zenzi: »Ja, der Rudolf hat mir damals den Schweif nur so von rückwärts durchgesteckt ...«
Ich: »Das kenn' ich. Man gibt die Füß zusammen, und er reibt einem den Schwanz unter den Arschbacken nach vorn ..., was?«
Zenzi: »Ja ..., genau so.«
Ich: »Und so hat er gespritzt?«
Zenzi: »Ja ..., oder auch, wenn ich ihn in den Mund genommen hab'.«
Ich: »Was? Das habt ihr auch getan?«
Zenzi: »Ja. Zuerst war's mir schwer, und ich hab' auch ein paarmal gebrochen. Aber dann ist's schon gegangen.«
Ich: »Und hast du's geschluckt?«
Zenzi: »Manchesmal ..., ein bissel schluckt man ja überhaupt immer.«
Ich: »Und er ..., hat er nicht ...?«
Zenzi: »Aber natürlich. Stundenlang ist er mir auf der Fut gelegen und hat sie mir ausgeschleckt und hat mir den Kitzler herausgesutzelt, denn er hat gesagt: `Wart, das tu' ich dir, damit du auch davon was hast.´«
Ich: »Na ..., und hast du was gehabt davon?«
Zenzi: »Sei so gut ..., das nimmt einen genug her, so wohl tut das.«
Ich: »Ja ..., ich kenn' es ..., es ist süß ..., ich wollt', es wär' jetzt jemand da, und möcht's uns machen.«
Zenzi: »Ja ..., das wollt' ich auch.«
Wir quälten uns schon die ganze Zeit an unseren Muscheln. Zenzi an der meinigen und ich an ihrer. Jetzt konnten wir uns nicht mehr zurückhalten und legten uns nebeneinander hin und fingerten uns, daß uns bald wieder der Quell zu fließen begann. Dann waren wir wieder beruhigt, setzten uns auf, und ich verlangte, Zenzi solle weitererzählen.
Sie tat es: »Schau meine Duteln an ...«, fuhr sie fort, »wie groß sie sind ..., der Rudolf sagt, daß ich sie vom vielen Schlecken und Vögeln so zeitig bekommen hab'. Schon mit neun Jahren hat's angefangen, und Haare hab' ich damals schon zwischen den Füßen bekommen ...«
Ich: »Und hast du immer nur mit dem Rudolf gevögelt ...?«
Zenzi: »O nein ..., der Rudolf hat mir g'sagt, wenn mich wer angreift, oder wohin lockt, soll ich nur aufpassen, daß mir nichts geschieht, und daß mich niemand sieht ...«
Ich: »Was? Er hat's dir damals schon erlaubt ...?«
Zenzi: »Aber ja. Er hat gesagt, ich soll nur ihn immer gern haben, deswegen aber kann ich mir's schon von andern Männern machen lassen. Nur kleine Buben nicht. Wenn er das sieht, hat er g'sagt, schlagt er mich tot.«
Ich: »Das ist aber komisch. Warum denn gerade kleine Buben nicht?«
Zenzi: »Na, wegen des Geldes ...«
Ich: »Das versteh' ich nicht ...«
Zenzi: »Also, der Rudolf hat gesagt: `Du kannst es schon hergeben, aber du mußt immer was davon haben. Wenn dir einer auch nur die Fut angreift, soll er dir was dafür zahlen. Umsonst ist der Tod.´«
Ich: »Und der Rest das Leben. Jö ..., da hätt' ich viel Geld verdienen können, wenn ich gescheit gewesen wäre.«
Zenzi: »Na siehst du ..., deswegen bin ich immer beim Rudolf am liebsten, weil er so viel gescheit ist, und man ihn um alles fragen kann.«
Ich: »Warum hat er dann aber erlaubt, daß du dich von meinem Vater pudern laßt?«
Zenzi: »Das ist doch sehr einfach. Wir zahlen doch seit damals keinen Zins mehr bei euch.«
Ich: »So ..., das ist aber gemein ..., und er vögelt mich ganz umsonst ...«
Zenzi: »Na ..., dafür verrät er doch nicht, daß du mit deinem Vater zusammensteckst ...«
Ich: »Es ist eine Gemeinheit ..., aber ich lass' ihn nicht mehr drüber.«
Zenzi: »Mach was du willst, mir ist es ganz gleich.«
Ich: »Lassen wir das jetzt gut sein, was haben wir denn davon, was? Erzähl lieber weiter. Hast du damals schon Geld verdient?«
Zenzi: »O ja. Zuerst war's der Kaufmann am Eck. Der hat mich immer so angeschaut, und hat mich am Kinn gestreichelt, wenn ich drin war, was kaufen. Und das hab' ich dem Rudolf erzählt.«
Ich: »Na und was war weiter?«
Zenzi: »Der Rudolf hat gesagt, ich soll alles mit ihm tun, was er will, ich soll aber ein Geld von ihm verlangen.«
Ich: »Und hast du was gekriegt ...?«
Zenzi: »Das erstemal nur ein paar Sechserln.«
Ich: »Was war denn mit ihm?«
Zenzi: »Wie meinst du das?«
Ich: »Na, du weißt doch ..., ich meine, was er mit dir gemacht hat ...?«
Zenzi: »Er ist vor dem Laden gestanden, wie ich vorbeigegangen bin.«
Ich: »Na, und du ...?«
Zenzi: »Ich hab' gelacht auf ihn ...«
Ich: »Und er ...?«
Zenzi: »Er hat mich hineingerufen ...«
Ich: »Weiter ..., weiter ...«
Zenzi: »Na, und da hat er mich ins Magazin geführt.«
Ich: »Was hat er denn gesagt ...?«
Zenzi: »Er hat mir gesagt, er will mir gedörrte Zwetschgen schenken, oder Feigen, oder so was.«
Ich: »Ja ..., und ...?«
Zenzi: »Und wie wir im Magazin waren, hat er gesagt, ich hab' so eine Feigen, die uns nur angenehm ist ...«
Ich: »Da hat er die Fut gemeint?«
Zenzi: »Ja.«
Ich: »Und was hast du gesagt ...?«
Zenzi: »Nichts.«
Ich: »So erzähl doch, laß dich nicht immer fragen.«
Zenzi: »Ich erzähl' ja ..., er hat gesagt, ich soll ihn die Feigen ansehen lassen, die ich zwischen den Füßen hab' ...«
Ich: »Das ist gut ..., der macht's fein ...«
Zenzi: »Wenn ich das tu' ..., hat er gesagt, schenkt er mir so viel Feigen, wie ich will.«
Ich: »Das hast du doch getan ...?«
Zenzi: »Nein.«
Ich: »Nein ... Ich iß Feigen sehr gern.«
Zenzi: »Ich auch.«
Ich: »Na und warum dann ...?«
Zenzi: »Ich hab' an den Rudolf gedacht, und hab' gesagt: Ich brauch' keine Feigen, ich will was anderes. `Was denn?´ fragt er. Geld, sag' ich.«
Ich: »Hat er dir was gegeben?«
Zenzi: »Zuerst hat er mir den Rock aufgehoben und hat herumgespielt. Dann hat er seinen Kaufmannshäring aus der Hosen genommen und ist mir damit zwischen die Füße und am Bauch hin- und hergefahren, bis er gespritzt hat.«
Ich: »Na, und dann?«
Zenzi: »Dann hat er mir dreißig Kreuzer geschenkt und hat gemeint, ich soll niemanden was sagen.«
Ich: »Hast du ihm gefolgt?«
Zenzi: »Nein, ich hab' das Geld dem Rudolf gegeben.«
Ich: »Und warst du oft beim Kaufmann?«
Zenzi: »O ja ..., oft. Ich hab' alles eingekauft, um was mich Rudolf geschickt hat, und hab' nichts gezahlt dafür ...«
Ich: »Das heißt, du bist dafür ins Magazin gegangen.«
Zenzi: »Ja.«
Ich: »Wen hast du noch gehabt?«
Zenzi: »Meinen Schullehrer.«
Ich: »Den Lehrer ...?«
Zenzi: »Ja ..., wie ich in der vierten Klasse war.«
Ich: »Aber der hat doch nichts bezahlt?«
Zenzi: »Hör nur. Bei uns war ein Mädel, die hat schon damals dicke Duteln gehabt, und der Lehrer hat sie immer dabei angegriffen, und sie hat sich einen Haufen darauf eingebildet.«
Ich: »Die Gans, die blöde.«
Zenzi: »Ja, eine Gans war sie.«
Ich: »Erzähl doch, das ist lustig ..., mich hat auch der Katechet gevögelt.«
Zenzi: »Ich weiß.«
Ich: »Also erzähl ...«
Zenzi: »Wenn Turnen war, und der Lehrer hat uns geholfen, bei die Ringe, oder beim Klettern, da hat er eine andere immer beim Arm oder beim Rücken gepackt, dieses Mädel aber hat er immer bei ihren Duteln erwischt, oder wenn Klettern war, hat er sie immer beim Arsch genommen ..., und sie war dann ganz rot im Gesicht ...«
Ich: »Das glaub' ich.«
Zenzi: »Und ich hab' mich immer hingestellt, und hab' dem Lehrer ins Gesicht gelacht.«
Ich: »Und er?«
Zenzi: »Er ist auch rot geworden.«
Ich: »Weiter ..., ich bin schon gespannt.«
Zenzi: »Und einmal hat das Mädel nicht auf den Barren können. Der Lehrer hat sie vorn gehalten und hinten, und endlich hat er gesagt, sie soll nach der Schule hierbleiben, und nachturnen.«
Ich: »Aha ..., ich merke schon, was kommt.«
Zenzi: »Ja, das hab' ich auch gemerkt, und bin auch dageblieben.«
Ich: »Im Turnsaal?«
Zenzi: »Ah nein ..., ich hab' vor der Schule gewartet, bis das Mädel fortgeht ...«
Ich: »Na, hat das lang gedauert?«
Zenzi: »Eine halbe Stunde ... Ich hab' sie begleitet und ausgefragt.«
Ich: »Hat sie dir alles gesagt?«
Zenzi: »Zuerst nicht. Erst wie ich ihr gesagt habe: Hör du, warum packt dich denn der Lehrer immer bei den Duteln und beim Popo ...? Da ist sie dann mit der Sprache heraus.«
Ich: »Na ..., erzähl doch schneller.«
Zenzi: »Warum denn? Wir haben ja Zeit ... Also, sie hat mir gesagt ..., haha ..., ich muß heute noch lachen, was das für eine Gans war ...«
Ich: »Er hat sie gevögelt ...?«
Zenzi: »`Hör nur ..., der Lehrer hat was´, sagte sie ... Was denn? frug ich. `Aber du darfst es niemanden sagen´, meint sie, na ich versprach es ihr ..., `der Lehrer hat zwischen den Füßen einen Stöpsel´, meint sie darauf.«
Ich: »Nein, so eine Gans ..., ein schönes Geheimnis ...«
Zenzi: »Hat er dich ihn anschauen lassen? frug ich sie. `Ja´, sagt sie. Sie hat gar nicht gewußt, was das bedeutet. Und sie hat mir gesagt, der Lehrer hat ihr den Stöpsel zwischen ihre Füße gerieben und zwischen ihre Duteln gesteckt, und dann hat er ihr lauter Einser versprochen, und dann ist so viel Wasser aus seinem Stöpsel herausgelaufen.«
Ich: »Nein ..., so ein Ganserl ..., so ein dummes.«
Zenzi: »Na, ich hab' ihr aber alles erklärt, und da ist sie gescheiter geworden.«
Ich: »Wieso ...?«
Zenzi: »Weil sie gemeint hat: Ihr sei das Wurst, wie das Ding heiße, und wenn sie nichts mehr lernen brauche, dann werde sie sich vom Lehrer vögeln lassen, sooft er nur will.«
Ich: »Na, und du?«
Zenzi: »Ich hab' mir gedacht, das kann ich auch brauchen.«
Ich: »Und wie war's denn mit dir?«
Zenzi: »Na ich hab' doch auch schon damals Brüste gehabt, wenn auch nur ganz kleine ...«
Ich: »Und die hast du ihm gezeigt.«
Zenzi: »Ja ..., wie er mir wieder hat helfen wollen, und mir untern Arm greift, sag' ich ihm, ich bitt' Herr Lehrer, ich bin kitzlig ..., und da nimmt er mich um die Brust ...«
Ich: »Na, das wird er doch gewußt haben, was das ist.«
Zenzi: »Das glaub' ich. Er hat mich gleich so angeschaut ..., und ich hab' gelacht, und da sagt er mir: `Du mußt nachturnen, wenn die Schule aus ist.´«
Ich: »Das hab' ich mir gleich gedacht ...«
Zenzi: »Wie dann alle fort sind, bin ich im finstern Ankleidezimmer geblieben, und da kommt er zu mir und packt mich so langsam bei den beiden Brüsten und fragt mich: `Turnst du gern?´ Ja, Herr Lehrer, sag' ich, und drückte seine Hände an mich.«
Ich: »Da hat er doch gewußt, was Neues ist ...«
Zenzi: »Ja. Er ist mir gleich unter den Kittel, hat mich bei der Muschel erwischt, und sagt: `Wem gehört denn das?´«
Ich: »Und was hast du gesagt?«
Zenzi: »Ich hab' mich noch dumm gestellt, und hab' gesagt: Ich weiß nicht ...«
Ich: »Da hat er sich halt bedient.«
Zenzi: »Darauf nimmt er meine Hand und steckt sie sich ins Hosentürl ..., und ich erwisch' seinen Notizstift, der kerzengrad parat war. Da fragt er mich, `was ist denn das´?«
Ich: »Eine nette Prüfung. Du hast sie doch bestanden?«
Zenzi: »Ja, denn ich hab' gesagt, das ist dem Herrn Lehrer sein Schweif.«
Ich: »Bravo. Das verdient einen Einser.«
Zenzi: »Fragt er weiter: `Zu was gehört denn das?´«
Ich: »Du hast ihm's doch gesagt?«
Zenzi: »Aber natürlich, zum brunzen und zum vögeln gehört es, hab' ich gesagt, und da ist er ganz närrisch geworden.«
Ich: »Das glaub' ich. Das war halt anders wie bei dem dummen Ganserl.«
Zenzi: »`Na´, meint er, `willst du lauter Einser haben, dann laß mich vögeln ..., willst du ...?´ O ja, ich will schon, gab ich zur Antwort, aber ich brauch' nicht lauter Einser. `Was denn?´ fragt er ganz erstaunt ... ein Geld, sag' ich drauf, ein Geld! Er war ganz paff. `Ich soll dir ein Geld geben ...?´ Ja. Ich hab' ihm ins Gesicht gelacht. `Wofür denn?´ fragt er und laßt mich los. Aber ich hab' meinen Kittel in die Höhe gehalten, wie er von ihm aus hersah, und hab' alles hergezeigt, und dabei sag' ich ganz keck: Wofür? Na, dafür, daß mich der Herr Lehrer vögeln darf, und daß ich niemandem was sag'.«
Ich: »Das hat ihm eingeleuchtet?«
Zenzi: »Ja ..., und er hat gleich zum remmeln angefangen. Aber er hat probiert, ob er mir ihn nicht hineinstecken kann. Aber das ist noch nicht gegangen.«
Ich: »Warst du dann noch oft im Turnsaal?«
Zenzi: »Aber ja ..., und in den Mund genommen hab' ich's ihm, und er hat mir nur fünfzig Kreuzer gegeben.«