Josefine Mutzenbacher oder Die Geschichte einer Wienerischen Dirne von ihr selbst erzählt
Part 11
Da sagte Melanie: »Also, laß ihn jetzt vögeln, Pepi.«
Ich mußte ihn freigeben und schaute mir noch beneidend Melanies Fut an. Ihre dicken, weißen Schenkel gingen in einen breiten, kugelrunden Popo über, und wie eine schwarze Rose lag ihre Muschel auf den Polstern. Sie stand weit offen und glänzte an ihren Rändern von Feuchtigkeit, und sooft sie ihre Schamlippen zusammenzog, kam ein weißer Tropfen heraus und hing wie eine Perle auf dem dunklen Haar.
»Pepi, Pepi«, rief sie, »schau jetzt, ob er hineingeht, wenn du's nicht glaubst ...«
Schaun konnte ich nicht, aber greifen, und so suchte ich mit der Hand, wie sein Anker sich immer tiefer und tiefer in den Grund bohrte, bis mir nichts mehr in der Hand blieb als die beiden Spulen, auf denen sein Zaun aufgestellt war.
Melanie stieß langanhaltende Schreie aus: »Hah ..., hah ..., haaah ...«
Dann schöpfte sie Atem und sagte: »Nur beim Leopold muß ich so schreien ..., weil's mir ..., da immer kommt ..., hah ..., hah!«
Leopold vögelte wie eine Maschine. Sein Popo flog hoch in die Höhe und senkte sich tief herab. Weil aber Melanie ihn mit ihren Beinen eng umschlang, wurde sie mit hinauf- und heruntergerissen von jedem Stoß, und das ganze Bett wackelte unter dieser Erschütterung. Ich kroch wieder neben ihnen in die Höhe, bis ich mit meinem Popo auf dem Kopfpolster saß. Und ich sah, wie Leopold beide Brüste so zusammenpreßte, daß die Warzen ganz beieinander waren und sich berührten, und beide Warzen nahm er auf einmal in den Mund. Ich hob meine Röcke auf und dachte, etwas werde ich doch wohl abbekommen. Melanie bemerkte es und sagte: »Schleck sie auch ...«
Leopold drehte sein Gesicht zu mir, ich bot ihm meine offene Muschel dar, und sogleich begann er mit der Zunge einen Wirbel auf meinen Kitzler zu schlagen, daß ich vor Wollust geschüttelt mich zurücklegte. Leopold war ein Künstler. Er konnte seine Zunge beinahe so steif machen wie seinen Spargel, und so stieß er mir sie in die Höhle, im selben Takt und nach der Melodie, die er auf Melanies Fummel unten spielte. Ich wußte gar nicht, was ich vor Wonne tun sollte und verhielt mich still, bis es uns dreien zugleich kam.
Leopold verschwand sofort, und wir richteten uns noch zurecht, ehe wir gleichfalls die Burschenstube verließen.
Am andern Morgen, nach diesem für mich so ereignisreichen Tage, ging ich zur Kirche, um zu beichten.
Der Kooperator fragte mich: »Also, du hast Unkeuschheit getrieben mit vielen Männern ...?«
»Ja«, sagte ich.
»Du hast dich vögeln lassen ...?«
»Ja ...«
»Du hast die männlichen Geschlechtsteile in den Mund genommen?«
»Ja ...«
»Du hast mit der Hand dran gespielt ...?«
»Ja ...«
»Hast du noch was getan?«
»Ja ...«
»Was?«
»Ich hab' mir's rückwärts hineinstecken lassen ...«
»Rückwärts ...?«
»Ja ...«
»Doch nicht ins Arschloch ...?«
»Ja, Hochwürden ...«
»Das hast du gestern vergessen ...«
»Hochwürden haben mich nicht gefragt ...«
Er dachte nach: »Da hab' ich leider selbst daran vergessen. Hast du noch was getan?«
»Ja ...«
»Was denn noch ...?«
»Ich hab' mir die Fut ausschlecken lassen.«
Er sagte streng: »Das brauchst du nicht zu beichten, das war keine Sünd ...«
»Hochwürden«, meinte ich, »ich mein' ja nicht Sie ..., es war wer anderer ...«
Er herrschte mich an: »Du hast mir aber doch gesagt, daß dich niemand mehr geschleckt hat ...«
»Nein«, sagte ich, »aber gestern nachmittag hat mir's noch jemand getan ...«
»Wer denn?« Er war sehr erstaunt.
»Der Leopold ...«
»Wer ist denn das ...?«
»Der Zahlkellner von der Melanie ...«
»Ja, wieso denn?«
Ich beichtete alles.
Er schüttelte den Kopf: »Hast du noch was getan ..., vielleicht mit weiblichen Geschlechtsteilen gespielt ...?«
»Ja ..., mit den Brüsten von der Melanie, und noch mit vielen anderen ...«
»Und mit deinem Bruder hast du Blutschande getrieben?«
Ich wußte nicht, was er meinte, sagte aber »Ja«, um ihn nicht zu erzürnen.
Er gab mir eine große Anzahl Vater unser, englischen Gruß und Glauben als Buße zu beten auf, nachdem er mich noch gefragt hatte, ob ich meine Sünden bereue, und nachdem ich dann das bejaht hatte.
Dann sagte er: »Geh hin und sündige nicht mehr, deine Sünden sind dir vergeben. Bessere dich! Wenn du jedoch wieder in Sünde fällst, dann verzweifle nicht, komme zu mir, und ich werde dich wieder reinigen. So du aber irgendeiner Seele davon ein Wort verratest, ist dein ewiges Seelenheil verloren, und du wirst in der Hölle vom Teufel auf glühenden Kohlen gebraten werden.«
Ich verließ den Beichtstuhl mit leichtem Herzen.
In der Schule aber bemerkte ich einige Wochen lang, daß mich der Katechet mit eigentümlichen Blicken ansah. Ich fürchtete mich vor ihm und glaubte, er wolle mich besonders sekkieren.
Er spazierte zwischen den Bänken hin und her, und wie er bei mir vorüberkam, legte er mir plötzlich die Hand auf das Haar, so sacht und freundlich, daß ich bei dieser Berührung heftig zusammenschauderte. Er streichelte mich noch am Rücken und sprach dabei zur Klasse weiter. Ich fühlte mich sehr ausgezeichnet und blickte ihm liebevoll nach, als er wieder seine Promenade fortsetzte.
In der nächsten Stunde prüfte er. Wir mußten die Fragen, die er gab, aufschreiben, und eine war immer am Katheder oben, die Fragen zu beantworten. Auch das mußten wir aufschreiben. Er rief zwei Mädchen auf, und dann mich. Ich mußte auf sein Geheiß vor ihm stehen, mit dem Rücken gegen den Lehrpult, das meine Unterseite den Blicken der Klasse verbarg. Er saß, und ich stand zwischen seinen Beinen.
»Du hast gewiß recht brav gelernt?« meinte er und faßte mich bei der Hand, aber so, daß die meinige sein Hosentürl berührte.
Ich ahnte nicht, daß er das beabsichtigt hatte.
Aber er bewegte meine Hand, daß sie wie zufällig an seinem Hosentürl hin- und herfuhr. Jetzt fühlte ich, wie etwas Hartes darin zuckte.
Er schaute mich an. Dann legte er meine Hand ganz fest auf sein Hosentürl, und ich konnte seinen Schwanz durch das Tuch fühlen.
Er ließ meine Hand frei, und ich zog sie nicht zurück.
Darauf sah er mich nochmals an, und jetzt wußte ich, was er wollte. Ich war ganz aufgeregt vor Stolz und jäher Geilheit und griff zu, das heißt, ich schloß leise meine Finger, so daß ich seinen Kolben jetzt, wenn auch nur im Futeral, halb umschloß.
Er begann ein langes Diktat, das, wie ich merkte, nur den Zweck hatte, die andern zu beschäftigen. Dabei schauten wir uns fortwährend in die Augen, und auf einmal knöpfte er die Hose auf und seine Triebfeder sprang nackt heraus.
Sie war ganz krumm wie die Nase des Katecheten, aber furchtbar dick und brennend heiß.
Immer noch sahen wir uns an, und so begann ich leise, ganz leise zu reiben, und seinen Bewegungen, damit niemand etwas merken solle, zu folgen.
Er wurde blaß im Gesicht und behutsam fuhr er mir unter die Röcke, so geschickt, daß niemand eine Bewegung an ihm wahrgenommen hätte.
Ich trat ein klein wenig mit den Füßen auseinander und schob den Bauch vor, um ihm Zugang zu verschaffen.
Er fand sofort die richtigen Stellen und kitzelte mich so zart, daß es mir heiß und kalt über den Rücken lief.
Aug in Aug standen wir.
Dabei sprach er immer weiter und weiter sein frommes Diktat.
Endlich ließ er mich los und schickte mich in die Bank.
Dann rief er die Ferdinger.
Sie trat auf's Katheder, und ich paßte von meinem Sitz verstohlen, aber scharf auf. Ich sah, wie sie sich von selbst zwischen seine Beine stellte, und weil sie ungeschickt war, merkte ich gleich, daß sie an seinem Schwanz herumspielte und er an ihrer Muschel. Sie war ganz erhitzt.
Gleich darauf rief er wieder mich.
»Bring dein Schreibheft mit ...«
Als ich bei ihm war, sagte er: »Du kannst hier schreiben.«
Ich drehte ihm den Rücken, beugte mich stehend über das Pult und wußte, jetzt wird etwas anderes geschehen.
Und richtig, wie ich so vor ihm stand, und er hinter mir saß, hob er langsam meine Kleider auf.
Ich wollte ihm behilflich sein und reckte ihm den Popo entgegen.
Immer weiter drückend suchte er mit seinem Schwanz, den er schon parat hatte, meine Öffnung.
Auch dabei wollte ich ihm helfen und kam ihm mit ganz unmerklichen Drehungen, so wie ich konnte, entgegen.
Wie er nun mit seinem Schwanzkopf an meinem Eingang angelangt war, drückte er mich mit den Händen nieder und gab mir zu verstehen, ich sollte mich draufsetzen.
Ich begriff die Situation, daß nämlich er ja nicht zustoßen konnte, ohne sich zu verraten.
So ließ ich mich langsam auf seiner Stange nieder, daß sie so tief als möglich eindrang, dann hob ich mich, ließ mich wieder nieder, und verrichtete so für ihn das Geschäft des Stoßens.
Er beugte sich vor, als ob er mir beim Schreiben zuschauen wollte. Dabei legte er die Hand flach auf den Tisch.
Auch das verstand ich, und mich fester an den Tisch beugend, legte ich ihm meine Brust in die Hand, die er durch meine dünne Bluse sehr gut durchfühlen konnte. Er preßte sie leise und streichelte unmerklich die Warzen, die sich aufgerichtet hatten.
Mir war die Situation, die Anwesenheit so vieler Kinder, und der Gedanke, daß der Katechet es war, der mich vögelte, der lange Zeit so sehr gefürchtete Katechet, eine Ursache, meine Geilheit und meine Aufregung zu vermehren. Dazu kam, daß ich mich nicht rühren durfte, daß es nicht möglich war, sich zu mucksen, weil sonst alles verloren gewesen wäre.
Ich rieb also seinen Klöppel in meinem Mörser hin und her, so gut ich konnte. Nur als es mir kam, vermochte ich nicht ganz langsam zu bleiben, sondern wurde vorsichtig ein wenig schneller und mutiger. Es tat mir weh, denn sein Schwanz war sehr dick, und ich hatte es doch bei aller Vorsicht so getrieben, daß er beinahe zur Hälfte in mir steckte. Er machte meiner Schnelligkeit aber ein Ende, indem er mich mit der freien Hand zum ruhigen Sitzen nötigte. So bohrte ich mir ihn nur so tief als möglich hinein, ließ mir's kommen und schnappte dabei natürlich mit der Fut so fest es ging zusammen.
Das mochte auch ihm den Saft in die Höhe treiben, denn plötzlich sprudelte er so heiß hervor, daß es mir gleich ein zweitesmal kam. Er diktierte ruhig immer weiter, während er spritzte. Ich hatte natürlich kein Wort verstanden, noch geschrieben.
Als er ausgespritzt war, glitschte er von selbst heraus. Dann spürte ich, wie er mir das Kleid in Ordnung brachte und hörte ihn sagen: »Du kannst in die Bank gehen.«
Gleich darauf war die Stunde aus.
Als wir aus der Schule gingen, kamen die Ferdinger und die Melanie zu mir.
»Heut hat dich der Katechet gevögelt ...«, sagte sie mir.
»Habt ihr was gesehen?« fragte ich sie.
»Nein, aber das heißt ja ...«, lachte die Ferdinger.
Und Melanie meinte: »Das kennen wir schon ...«
»Mich hat er noch nie gevögelt ...«, sagte die Ferdinger, »ich hab' ihm immer nur einen herunterg'rissen.«
Sie war ein hageres, unschönes Ding. Nur zwei kleine, spitze Brüste fielen an ihr auf, weil sie so frech aus ihren Kleidern hervorstachen, und ihr breites Untergestell.
»Mich pudert er schon seit vorigem Jahr«, meinte Melanie.
Jetzt war offenbar ich an der Reihe.
Er behielt mich auch einmal nach der Schule da.
Kaum hatten die Mädchen das Lehrzimmer verlassen, als er mich auf das Podium rief. Ohne ein Wort zu sagen, gab er mir seinen Schwanz in die Hand, und ich bemühte mich, ihn zufriedenzustellen, jetzt, da ich mich in meinen Bewegungen nicht zu genieren hatte.
Nachdem er sich sein Bajonett so lange hatte putzen lassen, bis er glaubte, daß es nun blank genug sei, und nachdem er mir mit den Fingern die Scheide ausgewischt hatte, damit es dann nicht wieder staubig werde, ließ er mich auf sich reiten.
Es war sehr gut, wie er das machte. Mit der einen Hand, die er auf meinen Rücken legte, preßte er mich an sich, mit der andern Hand fuhr er mir auf der Brust herum, und dabei küßte er mich so sanft und zärtlich auf den Mund, daß ich ganz gerührt davon wurde.
Und weil er sich jetzt vor niemanden mehr zu verbergen brauchte, bekam ich seine Stöße zu spüren, die mir schier das Kreuz brachen. In fünf Minuten war alles vorüber. Er ließ seine Fontäne springen, und ich zog meine Schleuße auf. Dann konnte ich nach Hause gehen.
Mit diesem Katecheten passierte etwas, was mir in der Erinnerung oft leid tat, denn ich hatte ihn gern.
In einer der untern Klassen war ein kleines Mädchen von auffallender Schönheit. Sie war die Tochter eines Bauarbeiters und etwa acht Jahre alt. Sie war selbst für ihr Alter klein, aber sehr breit, und hatte ein blühendes Engelsgesicht. Rote Wangen und blonde Locken. Aber sie war beinahe so breit als sie hoch war, ungewöhnlich fleischig und hatte schon Ansätze von Busen.
Dieses Mädchen nun hatte der gute Katechet vorgenommen, hatte ihm auf dem Katheder das Bajonett putzen, den Klöppel schwingen, den Spargel putzen gelernt, und hatte seine kleine, nackte, fleischige Vogelschale mit dem besten Männerschaum gefüllt.
Die Kleine mochte das für ein angenehmes Kinderspiel gehalten haben, kurz, sie erzählte es ihrer Mutter, diese wieder machte ein großes Geschrei und beichtete diese Schaudermär ihrem Gatten, und der Gatte wieder, der ohnehin eine Wut auf die Pfaffen hatte, lief zur Polizei.
Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Mein armer Katechet wurde verhaftet, und alsbald wurde auch in der Schule Umfrage nach den anderen Opfern gehalten.
Die Kinder zeigten sich gegenseitig an, und eines Tages bekam auch mein Vater eine Vorladung, mit mir auf dem Kommissariat zu erscheinen.
Als wir hinkamen, war eine ganze Versammlung von Kindern da, mit ihren Müttern und Vätern. Die Großen legten sich keinen Zwang vor uns auf und klagten einander ihr Leid.
Mein Vater erfuhr erst hier, was los sei, war aber ganz still und fragte mich nur, ob es wahr sei.
Ich gab ihm keine Antwort, ich schämte mich.
Man erfuhr eine Menge Geschichten vom Herrn Katecheten. Da waren auch ganz kleine Kinder aus der ersten Klasse, die auf Befragen erzählten, der Herr Katechet habe ihnen seinen Pipihahn in den Mund gegeben und habe dann Wiwi gemacht. Die Entrüstung war groß.
Melanie war mit ihrem Vater da, der aber die Geschichte sehr ruhig nahm, und seiner Tochter, wenn sie erzählen wollte, immer nur »Halt's Maul« zuschrie. Die Leute sahen sie an und meinten, bei ihr sei es kein Wunder, denn sie sei ja eigentlich gar kein Kind mehr, sondern schon eine erwachsene Person.
Endlich wurden wir vor den Kommissär gerufen. Es war noch ein Herr da, ein Arzt, wie sich später zeigte.
Der Kommissär, ein junger hübscher Mensch, hatte immer Mühe, sein Lachen zu verbeißen. Ich aber zitterte vor Angst.
Er fragte mich: »Hat dir der Katechet etwas getan ...?«
»Nein«, sagte ich, »getan hat er mir nichts ...«
»Ich meine, ob er dich angerührt hat ..., du weißt schon wie ...?«
»Ja ...«
»Wo hat er dich angerührt ...?«
»Da ...« Ich zeigte schüchtern auf mein Mittelstück.
»Und was hat er noch getan ...?«
»Nichts ...«
»Hat er dir nichts in die Hand gegeben ...?«
»Ja ...«
»Na also ..., was denn?«
Ich schwieg.
»Na, ich weiß schon«, sagte der Kommissär. »Und hat er das Dingsda ..., hat er das vielleicht dorthin auch gegeben ...?« Er deutete auf meine Eingangsstelle.
»Ja ...«
»Ganz hinein ...?«
»Nein, nicht ganz ...«
»Also nur ein bisserl ...?«
»Ja ..., die Hälfte ...«
Der Kommissär lachte laut auf, der Doktor lachte. Mein Vater sah mich an und schwieg.
»Wo hat er dich noch angerührt ...?«
»Da ...« Ich zeigte auf meine Brust. »Na.« Der Kommissär blickte zweifelhaft hin, »ich weiß nicht«, sagte er zum Arzt, »ich weiß nicht, Herr Doktor ..., ob da ein Anlaß für ihn war.« Der Arzt kam auf mich zu, packte mich geschäftsmäßig an den Brüsten, griff daran herum und meinte dann: »Oh, genug ..., ganz genug.«
Mein Vater schaute verwundert auf meinen Busen.
»Na, und sag mir einmal«, fragte der Kommissär weiter, »hast du dich nicht gewehrt?«
»Was, bitte ...?«
»Ich meine, hast du ihm nicht die Hand weggestoßen?«
»Nein.«
»Und warum hast du denn eigentlich seinen ..., sein Dingsda angegriffen?«
»Weil's der Herr Katechet gewollt hat ...«
»So ..., so ..., aber gezwungen hat er dich nicht ...?«
Zögernd erwiderte ich: »Nein ...« Aber ich merkte, daß die Frage für mich gefährlich sei.
»Also warum hast du dir denn das alles tun lassen ...?«
»So, weil der Herr Katechet gewollt hat ...«
»Ja, warum hast du denn nicht gesagt, bitte Herr Katechet, das mag ich nicht ...?«
»Weil ich mich nicht getraut hab' ...«
»Also aus Respekt und aus Angst vor dem Herrn Katecheten ...?«
»Ja«, rief ich erleichtert, »aus Angst ...«
Aber der Kommissär ließ nicht nach: »Sag mir, und hast du ihm keinen Anlaß gegeben ..., hast du nie gesagt: `ich will's machen ...´, oder ihn so angeschaut ..., so ...?« Der Kommissär machte verliebte Augen.
Ich mußte in all meiner Angst lächeln, aber ich sagte »Nein«.
»Und jetzt ...«, fuhr der Kommissär fort, »jetzt sag mir noch eins, aber die reine Wahrheit, verstehst du! Die reine Wahrheit ..., war dir das, was dir der Herr Katechet getan hat, angenehm ...?«
Ich schwieg voll Angst.
»Ich meine«, wiederholte er, »hast du gern mit seinem, mit dem Dingsda gespielt?«
»O nein!« beteuerte ich eifrig.
»Oder, -- aber ich will die Wahrheit wissen ...«, sprach er weiter, »oder wenn er dir das Dingsda hineingesteckt hat, war dir das angenehm, oder hat's dir weh getan ...?«
»Weh hat's mir manchmal getan, aber nicht immer«, gab ich zu.
»Also manchmal hat's auch wohlgetan ...?« forschte er scharfen Tones.
»Ja«, platzte ich heraus, »manchmal ...«, und stotternd fügte ich hinzu, »aber nur ..., selten ...«
Der Kommissär lächelte, mein Vater sah mich erstaunt und zornig an.
»Also weiter, Kleine«, setzte der Kommissär fort, »es hat dir wohlgetan, und du hast's also gern gemacht ..., was?«
»Nein«, widersprach ich, aus Furcht vor meinem Vater, »ich hab's nicht gern gemacht ...«
»Ja, aber du sagst ja doch selbst, daß dir's wohl getan hat ...?«
»Da kann ich nichts dafür ...«, rief ich aus, »wenn das so hin und her ...«
Er unterbrach mich: »Schon gut, schon gut ... Du hast es also nicht gern gemacht und es war dir nur unwillkürlich angenehm ..., was?«
»Ja«, nickte ich.
»Bitte, Herr Doktor«, wandte sich der Kommissär an den Arzt, »wollen Sie die Sache konstatieren ...«
Ich wußte nicht, was geschehen solle, als der Arzt mich aufforderte, mich auf einen erhöhten Stuhl zu setzen. Er schlug mir die Röcke in die Höhe, griff mir an die Fut, und spreizte sie mit den Fingern, dann spürte ich, wie er etwas Hartes hineinsteckte, und zog es dann wieder heraus.
»Die Sache stimmt«, sagte er. »Das Kind hat Verkehr gehabt mit ihm.«
Verwirrt und verlegen stieg ich wieder herab.
»Sag mir jetzt«, meinte der Kommissär, »ist es dir bekannt, ob der Katechet es mit anderen Mädchen auch so gemacht hat?«
»Es sind ja so viele draußen im Vorzimmer ...«, erwiderte ich.
Er lachte wieder: »Das weiß ich schon, du sollst mir nur sagen, ob du selbst was gehört oder gesehen hast ...?«
»Ja«, entgegnete ich. »Die Melanie Hofer und die Ferdinger, die haben's mir selber gesagt.«
»Und hat er es mit ihnen auch so gemacht wie mit dir ...?«
»Nein«, sagte ich lebhaft, »die Ferdinger hat er nicht gevögelt ...«
Der Kommissär sagte: »Kennst du das Wort vom Katecheten?«
Ich war verlegen: »Nein, von ihm nicht ...«
»Von wem denn?« wollte er wissen.
»Ach nur so ..., aus der Schule ..., von den anderen ...«
»Von der Hofer oder von der Ferdinger ...?«
»Nein ...«
»Von wem denn?«
»Ich weiß nicht mehr ...«
»Also du sagst, die Ferdinger hat er nicht gevögelt ...?«
»Nein ..., mit der hat er sich nur gespielt ...«
»Aber die Hofer ...«
»Ja ..., die hat er oft gevögelt ...«
»Hast du's gesehen?«
»Ja, einmal hab' ich's gesehen ...«
»Und die andernmale ...?«
»Na, sie hat mir's erzählt ...«
»Herr Mutzelbecher«, sagte der Kommissär zu meinem Vater im ernsten Ton, »es tut mir leid, daß Sie so Trauriges haben hören müssen. Es ist sehr beklagenswert, daß ein gewissenloser und verirrter Priester Ihrer Tochter die Unschuld genommen hat, aber trösten Sie sich, die Kleine ist jung, niemand wird etwas davon erfahren und durch eine streng moralische Erziehung können Sie böse Folgen hoffentlich verhindern.«
Wir gingen nach Hause. Ich war in diesem Moment überzeugt, daß der Katechet mir meine Unschuld genommen hat. Er ist zu einer schweren Strafe verurteilt worden, und es wurde ihm besonders hart angerechnet, daß er Melanie und mich verführt hatte. Wenn ich bedenke, daß an uns nichts mehr zu verderben war und daß er gewiß bei noch vielen anderen Mädchen nicht der erste gewesen ist, der ihnen einen Schwanz zu spielen gab, tut er mir herzlich leid.
Die Geschichte mit dem Katecheten ist aber für mein ganzes Leben entscheidend geworden, wie ich im weiteren Verlaufe der Begebenheiten zeigen werde. Denn trotz dieser Kindergeschichten wäre ich vielleicht eine brave Frau geworden, wie Melanie es wurde, die heute mit einer Schar von Kindern im Gasthaus ihres Vaters sitzt, oder wie manche andere von meinen damaligen Genossinnen, denen diese frühzeitigen Ausschreitungen nichts geschadet haben.
Sie hielten sich, als das Jungfrauengefühl in ihnen erwachte, und als besonders die Angst vor dem Kinderkriegen sich einstellte, vom Geschlechtsverkehr zurück, wurden keusch, wurden dann von einem ernsthaften Geliebten, der nichts ahnte, wie viele Wenzel schon an dieser Stelle gewetzt hatten, ernsthaft entjungfert, wurden geheiratet und sind, wenn sie auch hie und da einer Versuchung nicht widerstehen konnten, wie meine Mutter, doch keine Hure geworden wie ich.
Nur die Ereignisse, von denen ich jetzt berichten werde, haben mich zur Dirne gemacht, nur sie sind Veranlassung gewesen, daß ich den Weg ging, den man den »Weg des Lasters« nennt. Ich bereue es nicht, diesen Weg gegangen zu sein. Das habe ich schon gesagt und wiederhole es. Mir tut höchstens die Ursache leid, aber nicht die Wirkung.
Sonst aber, und auch das muß ich hier, um der Wahrheit die Ehre zu geben, wiederholt feststellen, sonst aber führen Tausende und Tausende von Mädchen aus den unteren, ja selbst -- wie ich heute weiß -- aus den besten Gesellschaftsschichten in ihrer Kindheit ein so geschlechtliches Dasein, treiben ahnungslos, verführt von ihren Gespielen und Gespielinnen, alle erdenkliche Unzucht und werden später sittsame, keusche und anständige Mädchen, Frauen und Mütter, die sich ihrer Kinderfehler gar nicht erinnern.
Meine Brüder waren in die Lehre gekommen. Lorenz, der älteste, in dasselbe Geschäft, in dem mein Vater arbeitete. Franz zu einem Buchbinder. Ich sah sie nur mehr an Sonntagnachmittagen. Lorenz sprach fast gar nicht mehr mit mir. Franz erzählte mir, er habe bei seinem Meister ein junges Dienstmädchen vom Land, das sich von ihm vögeln lasse und bei dem er in der Nacht schlafen könne.
Wir hielten einen stillen alten Mann als Bettgeher, der früh das Haus verließ, und spät abends heimkehrte. Ich schlief auf dem Sofa im Zimmer. Das Bett der Mutter stand leer neben dem meines Vaters.
Einen Tag, nachdem wir beim Kommissär waren, sagte mein Vater zu mir: »Ich wollte dich eigentlich recht fest durchhauen, weil du so ein Saumensch bist ...«
Es war das einzige, was ich über den Fall von ihm gehört hatte. Ich erschrak und meinte: »Aber ich kann doch nichts dafür ...«
»Na ja«, brummte er, »ist eigentlich wahr ..., so ein Schweinkerl ...« Nach einer Weile sagte er: »Geschehen ist geschehen ...«
Und wieder nach einer Weile: »Jetzt werd' ich aber aufpassen auf dich, verstehst ...? Du gehst mir nirgends hin, ohne Erlaubnis ..., und ..., und ...«, er stockte, dann rief er heftig: »Und von heut ab schlafst du da ...« Er deutete auf das Bett der Mutter.
Ich war erstaunt, und er setzte hinzu: »Es sind immer Bettgeher da ..., man kann nicht wissen ..., ich will aufpassen ...«
So schlief ich von diesem Abend Bett an Bett mit meinem Vater.
Als er vom Wirtshaus nach Hause kam, war es vielleicht schon elf Uhr, und ich wachte nicht auf.
Erst als er vielemale geflüstert hatte: »Bist du da ...? Hörst ..., bist du da ...?« erwachte ich, und schlaftrunken antwortete ich: »Ja, Vater ...«
»Wo bist du?«
»Da, Vater, da bin ich ...«, sagte ich vom Schlafe befangen.