Japanischer Frühling: Nachdichtungen Japanischer Lyrik

Chapter 2

Chapter 22,842 wordsPublic domain

Wie könnt ich deine wundervolle Schönheit, Die allzu spröde, die ich ohne Hoffnung Anbete, aus dem wirren Sinn mir reissen, Da sie mir jede Nacht im Traum erscheint, Um mir zu sagen, dass ich hoffen solle!

SCHWERMUT

TERANGE

Ich armer Tropf! Ein anderer besitzt Das Herz des schönen Mädchens, das ich liebe.

Mir kommt die Trauerweide in den Sinn Am Rande meines Gartens. Mir gehört.

Die Weide zwar, doch ihre Zweige schmücken Des Nachbars Garten und den meinen nicht.

VERZWEIFLUNG

SIGEYUKI

So wie die Woge Im Sturmwind Am felsigen Ufer zerbricht,-- So zerschellt meine Liebe An deines Hochmuts Trotzigen Felsen, Kalte Geliebte.

DIE VERLASSENE

UNBEKANNTE DICHTERIN

Freund, ahnst du nicht, Wie unendlich traurig und lang Die Nacht ist, vom Abend her Bis zur schimmernden Morgenröte, Wenn ich einsam, einsam, einsam Seufzend daliege Auf meiner tränenbefeuchteten Binsenmatte?

Ahnst du das nicht?

NOCH EINMAL

FRAU IZUMI SHIKIBU

Noch einmal lass mich, o Geliebter, Bevor ich diese Welt verlasse, Dein liebes Antlitz wiedersehen, Dass ich es tief in meine Seele Einpräge und es mit mir nehme Ins dunkle Land der Ewigkeit.

DIESELBE NACHT

FRAU INNO BETTO

Wie kommt es, Dass ein und dieselbe durchwachte Nacht Deinem Herzen die Ruhe gab. Während sie mich Für den Rest meines Lebens Mit ganz wahnsinniger Liebe erfüllt hat?

ERREGUNG

FRAU HORIKAWA

O Gott, ob er mir treu bleibt? Himmel! Himmel! Ich weiss es nicht; ich weiss nur, dass mein Hirn, Seitdem das Morgenrot ihn von mir riss, So ganz verwirrt ist wie mein dunkles Haar, Das seine Wildheit mir so wirr gemacht.

JAMMER DER ERDE

FUJIWARA NO TOSHINARI

Auf dieser Erde ward kein Weg gebahnt, Dem Kummer und dem Elend zu entfliehn.

Selbst wenn ich in die tiefen Berge streife, Wohin mich eine alte Sehnsucht zieht, Tönt das Geschrei der abendlichen Hirsche Wehklagend melancholisch an mein Ohr.

GEDANKEN

SAIGYO

So wie der Rauch des Fuji-Yama blass Und ziellos in die windigen Lüfte steigt. Um dann zu sterben an dem weiten Himmel: So steigen die Gedanken, die ich hege, Ziellos und zwecklos und auf flüchtigen Pfaden Ins Blau hinein und schwinden spurlos hin.

SCHWERMUT

SAIGYO

Und wer in seinem Herzen noch so sehr Verhärtet ist: ein Weh durchschauert ihn, Und Schwermut senkt sich tief in sein Gemüt, Wenn er zur Dämmrung aus den sumpfigen Wiesen Die Schnepfen in den Abend steigen sieht.

VOM MOND

SAIGYO

Vom Mond soll ich in Versen zu euch reden? O zwecklos. Denn wer könnte das begreifen, Was mich erfüllt, was mich im Innersten Bewegt und in mir aufblüht tief und dunkel. Wenn sich mein Herz in unruhvollen Nächten Zu dir emporhebt, o geliebter Mond?

ABSCHIED VON DEN BLÜTEN

SAIGYO

So innig hab ich mit den holden Blüten Des Frühlings mich befreundet, dass mir scheint, Wir seien eins geworden, sie und ich. Da sie nun welken, von der Zeit bezwungen. Und traurig hingehn, mich alleine lassend. Füllt sich mein Herz mit namenlosem Jammer, Und schluchzend nehm ich Abschied, fassungslos.

BLÜTEN

SAIGYO

Wie kommt es, dass die Blüten nimmermehr Aufhören, meine Seele zu entzücken? Ich habe längst mich von der ganzen Welt Zurückgezogen; alles ist mir gleich.-- Wie aber kommt es, dass ich ganz beglückt Beim Anblick einer schönen Blüte bin?

DAS ALTER

KIUTSUNE

Einst lagen volle Blumen, wie der Schnee so weiss. Auf meinem schwarzen Haar; sie leuchteten Und waren köstlich, doch der Sturm hat sie verweht.

Die weissen Blüten, die das Haupt mir heute zieren, Sind nicht von jenen, die der Wind verweht. Des Alters Blumen sind erblüht in meinem Haar.

STEUERLOS

SONE NO YOSHITAKA

So wie der Schiffer, der sein Steuerruder Verlor auf wilder See, nun der Gewalt Der Elemente preisgegeben hintreibt: So fühl ich meine Liebe steuerlos Hintreiben auf dem Meere des Gefühls.

AN DIE KIRSCHENBLÜTEN

SAKINO DAISOJO GYOSON

Duftige Kirschenblüten! Liebliche Mitwisser meiner Qual! Zeigt doch ein wenig Mitleid mit diesem Herzen,--denn nur ihr Kennt ja mein grosses Weh; den andern allen Muss ichs verschweigen, dass ich elend bin.

AN DIE WILDGÄNSE

PRINZ MUNENAGA

Eilt nicht so sehr, Wildgänse dort am Himmel, In eure alte Heimat heimzukehren,-- Wisst ihr denn nicht, dass eurer Heimat Berge Euch längst vergassen, da ihr ferne wart?

LIEBESBRIEF

UNBEKANNTE DICHTERIN

Gross ist mein Wunsch, dein Angesicht zu schauen. Und gross ist meine Lust, mit dir zu plaudern,-- Doch muss ich solcher Freuden mich enthalten.

Denn wenn durch Zufall einer von den Meinen Oder auch einer von den Nachbarn nur Erführe, dass wir beieinander waren,

Ich würde Qualen leiden wegen des Geschwätzes, das man führte. Dass mein Ruf, Mein guter Ruf verloren ginge, war.

Mir völlig gleich. Doch würd ich trostlos sein, Wenn des verlornen guten Rufes wegen Du weniger mich liebtest als zuvor.

VERGEBENES WARTEN AUS DEM SINGSPIEL MIIDERA

Ich harre meiner Liebsten in der Nacht. Ich höre, wie die Glocke Stund um Stunde Ins Dunkel ruft. Abscheulich ist fürwahr Der Schrei des Hahns, wenn er die Liebenden, Die sich umarmen, auseinanderreisst. Doch er bedeutet nichts, verglichen mit Der fürchterlichen Qual, da man umsonst Mit wilder Sehnsucht auf die Liebste harrt!

UM MIT DIR ZU LEBEN

VOLKSLIED

Um mit dir zu leben, die ich liebe, Wäre es mir recht, In ärmlicher Hütte zu hausen, Mich am Webstuhl zu mühen Oder am Spinnrad.

Um mit dir zu leben, die ich liebe. Wäre es mir recht, Die Wäsche zu waschen Im fliessenden Fluss Oder das Gras in der Sonne zu schneiden.

DER LIEBESLAUT

KURTISANE SEGAWA

Da traf ein Laut, ein zarter Liebeslaut, Der aus dem ersten Stockwerk kam, mein Ohr: Und das war süss und lieblich wie das Säuseln Der Frühlingsblumen, die um Mitternacht Am More-Flusse ihren Duft verstreun.

DIE WEIDE IM WIND

UNBEKANNTER DICHTER

Die Sommerweide Zeigt ihren schlanken Stamm, Wenn der wehende Wind Durch ihre feinen Zweige fährt.

Deine schlanken Füsse, meine Weide, Sah ich heute, Da der verliebte Wind Kosend durch deine Kleider fuhr.

NACH DEM BADE

UNBEKANNTER DICHTER

Wenn sie dem Bad entsteigt, so flammt Ihr schönes Antlitz feurig auf, Dass sie dem roten Ahorn gleicht, Der herrlich durch den Herbsttag glänzt.

BESCHRÄNKUNG

AUS DEM BUCHE YEHON CHITOSEYAMA

Ach, eng begrenzt ist der Besitz, den uns Das Schicksal schenkt. Zuerst geht unsre Sehnsucht Nach einem ragenden Gebirg. Sodann Scheint uns ein Berg genug,--dann gar ein Hügel, Und wird auch der uns nicht zuteil, so sind Zufrieden wir mit einem Blütenbusch.

LEICHTES SPIEL

UNBEKANNTER DICHTER

Nichts leichter, als ein Mädchenherz Beim milden Duft der Pflaumenblüten Bis in die Tiefen zu betören Durch Liebessang und Flötenspiel!

DIE MORGENGLOCKE

SANDARA

Wenn du, erbarmungslose Morgenglocke, Den Schmerz der Liebestrennung ahnen würdest. Du würdest nicht die wahre Stunde rufen Beim Morgengrauen,--sondern würdest gerne Bereit sein, lügnerisch die Zeit zu künden.

TÄUSCHUNG

YORIKITO

Ich glaubte, dass die weissen Blüten Des Frühlings mir entgegentrieben.

Ich irrte mich. Es war das Glänzen, Das Liebesglänzen deiner Schönheit.

GELEITWORT ANMERKUNGEN ANORDNUNG

GELEITWORT

Die japanische Lyrik lässt sich gut mit den japanischen Tuschzeichnungen vergleichen: sie gibt, gleich jenen, mehr Andeutung als Ausführung, sie will in aller Kürze einen fest umrissenen Eindruck erreichen, sie hat einen vorwiegend impressionistischen Charakter. Wir finden in ihr, gerade wie in den japanischen Zeichnungen, vor allem die Liebe für das Zarte und Blütenhafte, für Frühling, Blumen und feinen Duft. Die einzelnen Persönlichkeiten treten in dieser lyrischen Kunst nicht stark hervor, im Gegensatz zur chinesischen.

Japan ist das Land der Gelegenheitsdichter. Wir besitzen Gedichte von Kaisern und Kaiserinnen, Hofleuten, Gelehrten und Kurtisanen. Im zehnten Jahrhundert unsrer Zeitrechnung war die Dichtkunst in Japan so verbreitet, dass sich der Kaiser Daïgo veranlasst sah, ein "Ministerium für poetische Angelegenheiten", wie wir heute sagen würden, einzusetzen. Ein solches Ministerium gibt es jetzt nicht mehr, aber die Freude an der Formung kleiner Gedichte ist in Japan noch heute allgemein.

Seit alters her gibt es für das japanische lyrische Gedicht nur eine einzige, streng bewahrte, klassische Form: Tanka oder Uta genannt. Ein solches Tanka besteht immer aus einunddreissig Silben, die sich auf die fünf Zeilen des Gedichtes folgendermassen verteilen: 5-7-5-7-7.

Das Tanka ist reimlos. Die japanische Sprache ist für den Reim nicht geschaffen, denn sämtliche Worte endigen auf einen der fünf Vokale a, e, i, o, u. Wollte man also reimen, so müsste man immer wieder zu den gleichen monotonen Reimen einfacher Vokale greifen, und das wäre auf die Dauer mehr grotesk als schön. Nein, die Aufgabe des japanischen Dichters ist es im Gegenteil, die einzelnen Zeilen seines Tanka möglichst auf verschiedene Vokale endigen zu lassen, um so eine möglichst grosse Reichhaltigkeit an Klängen zu erzielen.

Die Regeln des Tanka wurden schon 700 Jahre vor unserer Zeitrechnung durch Sosano-Ono-Mikoto, einen Dichter des heroischen Zeitalters, fixiert. Im Jahre 905 nach Christi Geburt wurden sie durch den Dichter Tsurayuki, den ersten Minister der Poesie unter Kaiser Daïgo, in der Vorrede zu jener berühmten ersten grossen Anthologie, welche sich Manyoshu nennt, befestigt. Diese Regeln wurden nie einer Veränderung unterworfen und sind heute genau dieselben wie vor 2600 Jahren. In alten Zeiten pflegte man auch mehrere Utas zu längeren Gedichten zusammenzusetzen (Naga-Uta). Seit dem sechzehnten Jahrhundert beschränkte man sich, besonders in Scherzgedichten, nicht selten auf die ersten drei Zeilen eines Uta, um Gedichte von besonders epigrammatischer Kürze zu bilden. Das sind die einzigen Varianten der alten Form,--wenn man von Formvarianten hier überhaupt sprechen kann.

Die ausserordentliche Kürze des Uta oder Tanka hat ihre Nachteile. Die Dichter wollen möglichst viel in einem solchen Kurzgedicht ausdrücken und werden nicht selten dunkel durch übertriebene Kondensierung. Kommentatoren haben alte berühmte Tankas immer wieder ausgelegt, und über den Sinn so mancher Gedichte aus klassischer Zeit hat man sich bis heute nicht einig werden können.

Die Blütezeit der japanischen Lyrik liegt weit zurück. Die erste klassische Epoche wird repräsentiert durch die schon erwähnte grosse Anthologie Manyoshu ("Sammlung der Myriaden Blätter"), die vermutlich durch den Sammeleifer des Dichters Yakamochi zusammengebracht und im Jahre 759 abgeschlossen wurde. Sie vereinigt in 20 Büchern 4500 Gedichte; aus der grossen Zahl der in ihr vertretenen Dichter ragen neben Yakamochi vor allem der Elegiker Hitomaro, der Landschafter Akahito und der Realist Okura hervor. Hitomaro gilt in Japan als der grösste Dichter der Nation. Man hat ihm Tempel errichtet, und sein Leben, von dem man wenig weiss, ist durch die Legende phantastisch ausgeschmückt worden. Es geht das Gerücht, ein Poet brauche nur Hitomaro anzurufen, um ein gutes Gedicht bilden zu können.

Die Dichter der bald folgenden zweiten, "goldenen" klassischen Epoche sind uns in einer anderen, 1100 Gedichte umschliessenden Anthologie, im Kokinshu ("Sammlung alter und neuer Gedichte") erhalten, das im Auftrage des Kaisers Daïgo durch den Dichter Tsurayuki gesammelt und im Jahre 905 beendet wurde. Hier sind neben dem zarten Tsurayuki besonders der mannhafte Henjo und der schwermütige Prinz Narihira zu nennen, dessen hervorragende körperliche Schönheit noch heute sprichwörtlich in Japan ist.

Manyoshu und Kokinshu sind die wichtigsten aller japanischen Anthologien, deren später, zumeist auf Veranlassung der Kaiser, noch viele hergestellt wurden. Auch die Lieder unseres Buches gehen zum grossen Teil auf jene beiden unerreichten klassischen Sammlungen zurück.

Der Blüte folgte ein trostloser Verfall. Hundert Jahre etwa hielt sich die Dichtung noch auf einem würdigen Niveau, dann gelangte ein öder, pedantischer Formalismus zur Herrschaft und legte alle freien poetischen Regungen jahrhundertelang in Fesseln. Das Versemachen wurde als eine erlernbare Beschäftigung betrachtet, die man nach bestimmten starren Zunftgesetzen auszuüben hatte, wie es ja auch in Deutschland eine Zeitlang Sitte war. Auch in Japan wurden, genau wie bei uns, Sängerwettstreite (Uta-Awase) veranstaltet, die sich übrigens bis in die neueste Zeit erhalten haben und die eine allgemeine Veredelung der Poesie im Lande bezwecken sollten, während sie in Wirklichkeit gerade das Gegenteil zur Folge hatten. Sogar den Frauen wurden solche Sangeswettstreite eingeräumt, auf denen zumeist recht alberne Themata zu Utas poetisch "verarbeitet" wurden. Der Preis der Sieger bestand darin, dass ihre Poesien dem Kaiserpaare vorgelesen und zugleich mit den eigenen Gedichten des Kaisers oder der Kaiserin veröffentlicht wurden.

Die eigentliche Entwickelung der japanischen Literatur seit der klassischen Zeit bis heute hat dem Roman und dem Drama gegolten, aber nicht der Lyrik. Motoori Norinaga, eine energische Kämpfernatur, die man etwa mit Lessing vergleichen kann, hat sich gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts leidenschaftlich bemüht, dem schrecklichen Formelwesen der japanischen Liederdichtung ein Ende zu bereiten; sein Streben war auch von einigen Erfolgen begleitet, aber eine wirkliche Blüte hat die japanische Lyrik bis heute nicht wieder zu erreichen vermocht, auch nicht durch jene von Europa beeinflussten revolutionären Versuche, dem Versbau neue Formen zu erschliessen, die von einigen kühnen Dichtern der letzten Zeit ausgegangen sind.

Was die Nachdichtungen des vorliegenden Bandes angeht, so habe ich, obwohl ein Freund konzentrierten Ausdrucks, erst in zweiter Linie auf Knappheit der Form gehalten und vor allem der Klarheit und Durchsichtigkeit mich befleissigt. Hätte ich überall die Knappheit der Originale beibehalten wollen, so wäre ich oft gezwungen gewesen, den Gedichten erklärende Fussnoten beizugeben, und auf diese Weise wäre die Lektüre recht umständlich und überhaupt eine andere geworden, als ich mir für diese Verse wünschte. Mir lag daran, Gedichte zu bilden, die durch sich selbst einen poetischen Reiz ausüben sollten, und ich möchte hoffen, dass von der japanischen Farbe wenigstens so viel auf sie übergegangen ist, wie man bei derartigen Nachbildungen verlangen muss.

Die Vorbilder für meine Nachdichtungen sind vor allem in der Geschichte der japanischen Literatur von Karl Florenz zu finden; auch die kleinen Bücher von Enderling, Hauser, Kurth und Lange habe ich verwertet.

Hans Bethge

ANMERKUNGEN

Zur Aussprache: ch lautet wie tsch, j wie dsch, y wie deutsches j, sh wie sch; s ist scharfer dentaler Zischlaut (wie in Hast), z weicher dentaler Zischlaut (wie in Sohn): r ist Zungen-r.--Die Vokale sind kurz; ei lautet wie e.

Seite 5. Fragment eines grösseren Gedichtes.

Seite 7. Dies Gedicht steht an der Spitze der Sammlung Manyoshu.

Seite 8. Muneto soll Aïnos zu Vorfahren gehabt haben. Er wurde deshalb von den Höflingen gehänselt und richtete dieses Gedicht an sie.

Seite 13. Fragment eines längeren Gedichtes an den Prinzen Takechi.

Seite 14. Ozi wurde, da er Ansprüche auf den Thron geltend machte, gefangen genommen und auf Befehl der Kaiserin Taizyo hingerichtet, im Alter von vierundzwanzig Jahren. Das "Trübe Lied" soll er im Angesicht des Todes gedichtet haben.

Seite 16. Akahito steht in der Schätzung der Japaner gleich neben Hitomaro. Die beiden berühmten Dichter werden "die beiden Weisen" genannt.

Seite 35. Naniwa, von je wichtig für die Schiffahrt, ist das jetzige Osaka.

Seite 37, 38. Frau Onono Komachi war ebenso berühmt durch ihre Dichtungen wie durch ihre Schönheit und ihren Leichtsinn.

Seite 49. Frau Ise war die Geliebte des Kaisers Uda, dem sie auch ins Exil folgte; sie soll nach dem Tode ihres Freundes im Elend gestorben sein.

Seite 105. Das Yehon Chitoseyama, erschienen 1740, ist eine Sammlung didaktisch-moralischer Gedichte.

ANORDNUNG

CHRONOLOGISCH

MOTOORI NORINAGA (1730-1801) Die Seele Japans. Als Motto AUS ARCHAISCHER ZEIT Die schöne Nuna-Kawa-Hime KAISERIN IWA NO HIME (4. Jahrhundert nach Chr.) Die Wartende KAISER YURYAKU (451-479 nach Chr.) Liebeswerbung MUNETO (7. Jahrhundert nach Chr.) Der Glückliche PRINZESSIN NUKADA (2. Hälfte des 7. Jahrhunderts) In Erwartung OKURA (etwa 660-733) Das Elend der Welt HITOMARO (etwa 662-709) Einsam Die Geliebte im Segelboot Kriegszug OZI (663-687) Trübes Lied KAISER MOMMU (697-707) An den Schnee AKAHITO (Mitte des 8. Jahrhunderts) Der Fuji-Yama Betrachtung MUSHIMARO Die Trauerweide EDELDAME ISHIKAWA (8. Jahrhundert) Der Mond KIBINO (gestorben 775) Frühlings Ende OKISHIMA (8. Jahrhundert) Frühlings Ende YAKAMOCHI (gestorben 785) In der Fremde Heimweh FUJIWARA NO HIROTSUGU Der Blütenzweig TABITO Der Freund des Weines UNBEKANNTE DICHTER aus der Sammlung MANYOSHU (abgeschlossen im Jahre 759): Am Ufer Bitte an den Hund Der Teich Trennung Vertrauen Über die Heide Bangnis Die schöne Kurtisane Qualvolle Eifersucht Vergebenes Bemühen Wunsch FRAU KOMACHI (gestorben etwa 870) Die Träume Einsam HENJO (815-890) Das Lotusblatt Familienstolz PRINZ NARIHIRA (825-880) Schwermut Tagelied eines Mädchens Liebeskummer TOMONORI (845-905) Sehnsucht nach der Nachtigall Dauer im Wechsel Gleiche Sehnsucht OCHI (9. Jahrhundert) Die Wildgans OTOMO KURONUSHI (2. Hälfte des 9. Jahrhunderts) Frühlingsregen FRAU ISE (um 900) Betrachtung MITSUNE (859-907) Trübsinn Heute! An einen Freund TADAMINE (868-965) Erinnerung Frommer Wunsch Haltlos FUKAYOBU Das klagende Herz MASAZUMI Die allerersten Blüten KI NO ARITOMO Dauernde Erinnerung TSURAYUKI (882-946) Jubel Blüten und Herzen Schnee im Frühling Blütenschnee ATSUTADA (gestorben 943) Seitdem ich dich liebe Gesteigerte Sehnsucht UNBEKANNTE DICHTER aus der Sammlung KOKINSHU (abgeschlossen im Jahre 905): Ankunft des Frühlings Liebe Das Alter Lieben und Sterben Das Mädchen auf der Brücke Liebesqualen Herbst Schatten Schnee Immer wieder Schlaflos Unerwiderte Liebe Sehnsüchtiger Gedanke Der duftende Ärmel KANEMORI (10. Jahrhundert) Das Kopfkissen Heimliche Liebe UNBEKANNTE KURTISANE Bei Betrachtung des Mondes OKI KASSI Unmöglichkeit TERANGE Schwermut SIGEYUKI Verzweiflung UNBEKANNTE DICHTERIN (10. Jahrhundert) Die Verlassene FRAU IZUMI SHIKIBU (um 1000) Noch einmal FRAU INNO BETTO (12. Jahrhundert) Dieselbe Nacht FRAU HORIKAWA (12. Jahrhundert) Erregung FUJIWARA NO TOSHINARI (1113-1204) Jammer der Erde SAIGYO (1118-1190) Gedanken Schwermut Vom Mond Abschied von den Blüten Blüten KIUTSUNE (13. Jahrhundert) Das Alter SONE NO YOSHITAKA Steuerlos SAKINO DAISOJO GYOSON An die Kirschenblüten PRINZ MUNENAGA (1312-1385) An die Wildgänse UNBEKANNTE DICHTERIN (16. Jahrhundert) Liebesbrief AUS DEM SINGSPIEL MIIDERA (17. Jahrhundert) Vergebenes Warten VOLKSLIED Um mit dir zu leben KURTISANE SEGAWA (18. Jahrhundert) Der Liebeslaut UNBEKANNTER DICHTER (18. Jahrhundert) Die Weide im Wind UNBEKANNTER DICHTER (18. Jahrhundert) Nach dem Bade AUS DEM BUCHE YEHON CHITOSEYAMA (18. Jahrhundert) Beschränkung UNBEKANNTER DICHTER (18. Jahrhundert) Leichtes Spiel SANDARA (18. Jahrhundert) Die Morgenglocke YORIKITO (19. Jahrhundert) Täuschung