Im schwarzen Walfisch zu Askalon: Rastlieder
Part 2
Du bist kein Megatherium, dein Geist kennt höhere Pflicht, drum schwänze kein Kollegium und überfriß dich nicht. Nütz' deine Zeit, sie gilt statt Gelds, sei fleißig bis zum Grab, und steckst du doch im faulen Pelz, so fall' mit Vorsicht ab!
Die Lieder vom Rodenstein
Die drei Dörfer
I.
Wer reit't mit zwanzig Knappen ein zu Heidelberg im Hirschen? Das ist der Herr von Rodenstein, auf Rheinwein will er pirschen.
»Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein, ich fürcht' die Kehlen rosten. Wir wöll'n ein Jahr lang lustig sein, und sollt's ein Dorf auch kosten!
Ein Dorf, was ist's ... Nur Mist und Rauch, ich hab' ja ihrer dreie ... Gersprenz und Pfaffenbeerfurt auch und Reichelsheim, das treue.«
Trommeten klangen mit Schalmein und Pauken um die Wette, zwölf Monden saß der Rodenstein beim fürstlichen Bankette.
Und als er sich nach Jahr und Tag die Rechnung hergewunken, da sprach er: »Blitz und Donnerschlag! Jetzt ist Gersprenz vertrunken! Gersprenz ist hin! Gersprenz ist fort! Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort, Gersprenz ... ist ... veritrunken.
Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's, was liegt an dem Verlurste? Man spricht vom vielen Trinken stets, doch nie vom vielen Durste. Gersprenz ist hin! Gersprenz ist fort! Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort, Gersprenz ... ist ... veritrunken.«
II.
Wer reit't mit sieben Knappen ein zu Heidelberg im Hirschen? Das ist der Herr von Rodenstein, auf Rheinwein will er pirschen.
»Hollaheh! den Hahn ins Faß! schenkt ein, ich fürcht', die Kehlen rosten. Wir wöll'n ein halb Jahr lustig sein, und sollt's ein Dorf auch kosten!
Ein Dorf, was ist's? ... Ein rußig Loch, und ich hab' ihrer zweie, ich hab' ja Pfaffenbeerfurt noch und Reichelsheim, das treue.«
Trommeten klangen mit Schalmein, die Pauken täten schweigen ... Sechs Monden saß der Rodenstein beim süßen Rheinweinreigen.
Und als nach halber Jahresfrist der Rechnung er gewunken, da sprach er: »Hollaheh! jetzt ist auch Reichelsheim vertrunken! Reichelsheim ist hin! Reichelsheim ist fort! Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort, Reichelsheim ... ist ... veritrunken.
Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's! Was liegt an dem Verlurste? Man spricht vom vielen Trinken stets, doch nie vom vielen Durste. Reichelsheim ist hin! Reichelsheim ist fort! Reichelsheim der treue, schnapsbrennende Ort, Reichelsheim ... ist ... veritrunken.«
III.
Wer wankt zu Fuße ganz allein gen Heidelberg zum Hirschen? Das ist der Herr von Rodenstein, vorbei ist's mit dem Pirschen.
»Herr Wirt, ein Kännlein dünnes Bier und einen Harung im Salze! Ich hab' vom vielen Malvasier das Zipperlein am Halse.
Der schönste, größte Durst der Pfalz muß früh in Ruhstand sinken; das letzte Dorf des Odenwalds kann ich nicht mehr vertrinken.
Einen Notary ruft herein, der schreib' die Testamenten: Pfaffenbeerfurt soll der Hochschul' sein, mein Durst den Herrn Studenten!
Stets bin ich alter Mann gerührt, seh' ich die wackern Jungen. Und schlucken sie wie ich, so wird dereinstmals doch gesungen: Pfaffenbeerfurt ist hin! Pfaffenbeerfurt ist fort! Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl', Pfaffenbeerfurt des Odenwalds Kronjuwel, Pfaffenbeerfurt ... ist ... veritrunken!
Hollaheh! doch wie man's treibt, so geht's! Was liegt an dem Verlurste? Man spricht vom vielen Trinken stets, doch nie vom vielen Durste. Pfaffenbeerfurt ist hin! Pfaffenbeerfurt ist fort! Pfaffenbeerfurt, die duftige Mistfinkenhöhl', Pfaffenbeerfurt, des Odenwalds Kronjuwel, Pfaffenbeerfurt ... ist ... veritrunken!«
Der Willekumm
Und als der Herr von Rodenstein zum Frankenstein sich wandte, empfing er seinen Ehrenwein, so wie es Brauch im Lande. In Beerbach vor dem Rathaus bracht' der Zentgraf mit den Bauern den Kauzenkrug. Der Alte lacht: »Nur her mit Euerm Sauern! Ihr Mannen, macht das Armbein krumm, der Willekumm gaht um, gaht um, holliro, das Bauernkäuzlein gaht um, gaht um!«
Als er von dort sich durchgezerrt, zur Frankensteiner Linde, stand Weg und Durchpaß dicht gesperrt vom jungen Burggesinde: Ein Reiterstiefel lebensgroß von Ton, ein feinbemalter, ward ihm gefüllt kredenzt auf's Roß und alles sang den Psalter: »Ihr Mannen, macht das Armbein krumm, der Willekumm gaht um, gaht um, holliro, der große Stiefel gaht um, gaht um!«
Im Burghof grüßt' ein zweiter Schwarm ihn mit Karthaunenzündung, da schwang der Burgherr selbst im Arm des zweiten Stiefels Ründung. Des Schloßbergs Feinsten goß man ein und würdig sprach der Ritter: »Herr Nachbar, nit auf eynem Bein! Der hier schmeckt auch nicht bitter. Ihr Mannen, macht das Armbein krumm, der Willekumm gaht um, gaht um, holliro, der große Stiefel gaht um, gaht um!«
Der Rodenstein trank aus und rief: »Gott segne deine Nase! Die meine bog sich beinah schief Von solchem Strom im Glase. Jetzt wöll'n wir in dem Rittersaal ausruhn vom ersten Tosen; mir ahnt, dort füllt dein Ehgemahl das Trinkhorn Karls des Großen. Und nochmals heißt's: das Armbein krumm, der Willekumm gaht um, gaht um, holliro, des Kaisers Hörnlein gaht um, gaht um.«
... Beim Abschied andern Morgens war ein Nebel weit und breite, da bracht man ihm das Stammbuch dar zum Eintrag, eh' er scheide. Und zittrig schrieb er: »Kund soll sein, daß ich hie eingeritten und lob' das Haus zum Frankenstein als Haus von guten Sitten: Der Willkumm hat mir so gemund't, daß ich das Bett nicht finden kunnt', holliro, nicht nur der Stiefel _'s ging alles um_!«
Die Pfändung
Und wieder saß beim Weine im Waldhorn ob der Bruck der Herr vom Rodensteine mit schwerem Schluck und Gluck.
Der Wirt sprach tief in Trauer: »Daß Gott sich mein erbarm'! Der sitzt wie eine Mauer und trinkt mich nächstens arm.
Wie soll das all noch enden? Kein' Pfennig gibt er her ... Ich glaub', ich laß ihn pfänden, sonst weicht er mir nicht mehr!«
Der Fronvogt samt dem Büttel kam handfest an im Horn: »Heraus den Sammetkittel, die Stiefel und die Sporn.
Heraus des Mantels Zirde, Handschuh und Zobelhut! Verfallen diesem Wirte ist all Eu'r Hab und Gut!«
Da lacht der Rodensteiner: »Nur zu! ... wie wird mir wohl! 's trinkt leichter sich und feiner im Unterkamisol!
Und bis Ihr mir die Kehlen könnt pfänden aus dem Hals, werd' ich noch manchen quälen, der Wein schenkt in Kurpfalz!«
Der Knapp
Der Herr vom Rodensteine sprach fiebrig und schabab: »Ungern duld' ich alleine, wo steckt mein treuer Knapp?
Ich spür' in Haupt und Magen ein Stechen und Geschlapp ... Diesmal geht mir's an Kragen, wo steckt mein treuer Knapp?«
Der Reitersjungen viere durchsuchten Weg und Steg: Der Knapp saß fest beim Biere, juhei! im Bremeneck.
Er trank und sprach mit Trauern: »Du braver Rodenstein! Allein ich muß bedauern, ich kann nicht bei dir sein!
Ist _dir_ 'was zugestoßen -- auch _ich_ hab 'was erlebt: Ich bin mit Rock und Hosen hier völlig festgeklebt.«
Die Jungen meld'ten traurig dem Kranken, was gescheh'n, da sprach er fieberschaurig: »O Knapp, das ist nicht schön!
Lässest du dein'n Herren schwitzen in solcher Not und Plag', so sollst du übersitzen bis an den jüngsten Tag!«
Er sprach's und starb im Fieber, sein letztes Wort traf zu, der Knapp sitzt heut noch über, es läßt ihm keine Ruh.
Und Nachts wie Sturmgewitter jagt's oft straßauf, straßab, das ist der alte Ritter, er ruft: »Wo steckt mein Knapp?!«
Das wilde Heer
Das war der Herr von Rodenstein, der sprach: »Daß Gott mir helf, gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber Zwölf? 'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! Herr Wirt, daß Gott mir helf, gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber Zwölf?«
Er ritt landauf, landab im Trab, kein Wirt ließ ihn ins Haus; todkrank noch seufzt vom Gaul herab er in die Nacht hinaus: »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! Herr Wirt, daß Gott mir helf, gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber Zwölf?«
Und als mit Spieß und Jägersrock sie ihn zu Grab getan, hub selbst die alte Lumpenglock betrübt zu läuten an: »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! Herr Wirt, daß Gott mir helf, gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber Zwölf?«
Doch wem der letzte Schoppen fehlt, den duld't kein Erdreich nicht; drum tobt er jetzt, vom Durst gequält, als Geist umher und spricht: »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! Herr Wirt, daß Gott mir helf, gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber Zwölf?«
Und alles, was im Odenwald sein' Durst noch nicht gestillt, das folgt ihm bald, das schallt und knallt, das klafft und stampft und brüllt: »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! Herr Wirt, daß Gott mir helf, gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber Zwölf?«
... Dies Lied singt man, wenn's auch verdrießt, gestrengem Wirt zur Lehr'; wer zu genau die Herberg schließt, den straft das wilde Heer: »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! Rumdiridi! Freijagd! Hoidirido, Freinacht! Hausknecht hervor! Oeffne das Tor! 'Raus! 'raus! 'raus!«
Der Ueberfall
Und wieder sprach der Rodenstein: »Hallo! mein wildes Heer! In Tiefschluckhausen fall' ich ein und trink' den Pfarrer leer. 'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! Herr Pfarr, daß Gott Euch helf! Gibt's nirgends mehr 'nen Tropfen Wein des Nachts um halber Zwölf?«
Der Pfarr, ein tapfrer Gottesmann, trat streitbar vor sein Tor, mit Weihbrunn, Skapulier und Bann die Geister er beschwor: »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! Daß Euch der Satan helf, kriegt Ihr kein' einzigen Tropfen Wein des Nachts um halber Zwölf!«
Doch fröhlich brummt der Rodenstein! »O Pfarr, ich fang dich doch! Ein Geist, der nicht zum Tor kommt 'rein, probiert's am Kellerloch! 'Nein da! ... 'Nein zu dem Wein da! Hurra! schon sind wir drin! Sein Keller ist nicht schlecht besetzt, Hurra! wir trinken ihn!«
O armes, frommes Pfarrerherz, heut hat der Böse Macht! Vergeblich rief er kellerwärts, daß das Gewölbe kracht: »Schwein' da ... Schwein' da ... bei dem Wein da! Heißt das sich aufgeführt? So laßt mir doch die Kompetenz, die einem Pfarr gebührt!«
Und als die Glocke Ein Uhr schlug, das Heer sang dumpf und hohl: »Herr Pfarr, Herr Pfarr, jetzt ha'n wir gnug, Herr Pfarr, jetzt lebet wohl! 'Raus jetzt! 'Raus aus dem Haus jetzt! Herr Pfarr, und bleibt gesund! 's fließt nirgends mehr ein Tropfen Wein aus Krug und Hahn und Spund.«
Da flucht der Pfarr: »Ich dank recht sehr, Schwernot! Ist alles hin, so will ich selbst im wilden Heer als Feldkaplan mitzieh'n! 'Naus jetzt! 'Naus aus dem Haus jetzt! Herr Ritter, ich schlag' ein: Ist all mein Wein zum Teufel, soll ein and'rer Pfarrherr sein! Hussa, hallo! Jo, hihaho! Rumdiridi, langt's nit, Hoidirido, selbst mit! Höllischer Chor, heut reit' ich vor: 'Naus! 'naus! 'naus!!«
Die Fahndung
Und wieder sprach der Rodenstein: »Pelzkappenschwerenot! Hans Breuning, Stabstrompeter mein, bist untreu oder tot? Lebst noch? ... Lebst noch und hebst noch? Man g'spürt dich nirgend mehr ... Schon naht die durstige Maiweinzeit, du mußt mir wieder her!«
Er ritt, bis er gen Darmstadt kam, kein Fahnden war geglückt; da lacht' er, als am schwarzen Lamm durchs Fenster er geblickt: »Er lebt noch! ... Lebt noch und hebt noch! Doch frag' mich keiner: wie? Wie kommt mein alter Flügelmann in solche Kompagnie?«
In Züchten saß die Stammgastschar nach Rang und Würden dort, Dünnbier ihr Vespertrünklein war, es klang kein lautes Wort. »Sacht stets! ... Sacht und bedacht stets ist Lebens Hochgenuß,« so flüstert ein Kanzleimann just zum Kreisamtssyndikus.
In dieser Schöppleinschlürfer Reih' saß auch ein stilles Gast, und als es acht Uhr war vorbei, nahm's Stock und Hut mit Hast. »Acht jetzt! ... acht jetzt ... gut Nacht jetzt! Einst war ich nicht so brav, doch ehrbar wandeln ist das Best'! Ich geh ins Bett und schlaf'.«
Der Rodenstein in grimmem Zorn hub grau'nhaft sich empor; dreimal stieß er ins Jägerhorn und blies mit Macht den Chor: »'Raus da! 'Raus aus dem Haus da! 'Raus mit dem Deserteur! Das lahme, zahme Gast da drin gehört zum wilden Heer!«
Da faßt das Gast ein Schreck und Graus, erst sank es tief ins Knie, dann stürzt es einen Maßkrug aus, schlug's Fenster ein und schrie: »'Naus da! 'Naus aus dem Haus da! O Horn und Sporn und Zorn! O Rodenstein! O Maienwein! Noch bin ich nicht verlor'n. Rumdiridi, Freijagd! Hoidirido, Freinacht! Alter Patron, empfah' deinen Sohn! Hussa, Hallo! Jo, hihaho! 'Naus, 'naus, 'naus!«
Aus dem »Trompeter von Säkkingen«
I.
O Ponte molle, du treffliche Bruck, bei der ich geschlürft schon manch tapfern Schluck aus strohumflochtener Flaschen, o Ponte molle, was ist mit dir? Als einsamer Trinker sitz' ich allhier, kaum mag ich des Weines naschen.
O Ponte molle, 's war seltsam heut, die süße verklungene Jugendzeit und die alte Liebe kam wieder, es zieht ein heißer Scirocco durchs Land, im Herzen lodert der alte Brand, es regt sich wie Sänge und Lieder.
O Tibrisstrom, o Sankt Peters Dom! O du ganzes gewaltig allmächtiges Rom! -- Mögt allsamt gestohlen mir werden. Wohin auch die unstäte Fahrt mich trieb, die stille, holdselige Schwarzwaldlieb bleibt doch das Schönste auf Erden.
O Ponte molle, -- wie war sie schön! Und müßt' ich viel tausend Fräulein noch sehn, ich priese doch stets nur die Eine. Und käme sie jetzo des Wegs vorbei, dir selbst, du solides Quadergebäu, durchzuckte es Mark und Gebeine.
Doch vergeblich die Sehnsucht, vergeblich das Leid, die Sonn' ist zu glühend, der Weg zu weit und das Fliegen noch nicht erfunden. Padrone, noch eine Flasche herein! Der perlenreiche Orvietowein mag auch dem Traurigen munden.
O Ponte molle, du treffliche Bruck, ich glaube, du lohnest mit bösem Spuk, daß ich mich in Träume verloren! Es wirbelt ein Staub an der Heerstraß' auf; jetzt sperrt mir ein Ochsen- und Büffelhauf' den Heimweg zu Romas Toren!
II.
Ich weiß nicht, was da noch werden soll? Schon dämmert's im feuchten Grunde, die Fledermaus macht ahnungsvoll um den alten Stadtwall die Runde, am Scherbenberg wird's öd und still, ich glaub', die alte Wirtin will bereits die Schenke verschließen.
Ein Käuzlein hör' ich drüben schrei'n, wo die Grabzypressen trauern, Campagnanebel ziehen herein, verhüllt stehn Tor und Mauern; es wogt und wallt wie ein Geisterheer um Cestius' Pyramide her, was mögen die Toten wollen?
Jetzt zuckt und flammt um den Berg ein Licht, die grauen Wolken verfliegen; es kommt mit neidisch gelbem Gesicht der Vollmond aufgestiegen, er scheint so grell, er scheint so fahl, er scheint mir mitten in Weinpokal, das kann nichts Gutes bedeuten.
Und wer von der Liebsten scheiden gemüßt, dem wird sie nur um so lieber, und wer zu lang in der Nachtluft sitzt, bekommt in Rom das Fieber. Schon löscht die Wirtin die Lampe aus -- ~Felice notte!~ ich geh' nach Haus, die Zeche bezahl' ich morgen.
Nicht rasten und nicht rosten ...
Nicht rasten und nicht rosten, Weisheit und Schönheit kosten, Durst löschen, wenn er brennt, die Sorgen versingen mit Scherzen: -- Wer's kann, der bleibt im Herzen zeitlebens ... ein Student!
Des Biedermanns Abendgemütlichkeit
Vor meinem Haus steht eine Linde, in ihrem Schatten sitz ich gern, ich dampf' mein Pfeiflein in die Winde und lob' durch Nichtstun Gott, den Herrn.
Die Bienen summen froh und friedlich und saugen Blütenhonig ein, und alles ist so urgemütlich, daß ich vor innrer Rührung wein'.
Und hätt' in Deutschland jeder Hitzko- pf wie ich 'ne Linde vor der Tür und rauchte seinen Portoriko mit so beschaulichem Pläsir:
So gäb' es nicht so viel Krakehler in dieser schönen Gotteswelt, die Sonne schien' nicht auf Skandäler, und doch wär' alles wohl bestellt. Amen.
Inhalt
Seite
Altassyrisch 5
Der Fünfundsechziger 7
Perkêo 9
Die Herberge am See 12
Dem aufgehenden Mond 14
In den Alpen 16
Die Maulbronner Fuge 17
Der Enderle von Ketsch 20
Am Grenzwall 23
Numero acht 25
Die letzte Hose 27
Das Hildebrandlied 29
Die Heimkehr 30
Asphalt 34
Das Megatherium 37
Die Lieder vom Rodenstein:
1. Die drei Dörfer 39
2. Der Willekumm 43
3. Die Pfändung 46
4. Der Knapp 47
5. Das wilde Heer 49
6. Der Ueberfall 51
7. Die Fahndung 53
Aus dem Trompeter von Säkkingen:
1. O Ponte molle, du treffliche Bruck 56
2. Ich weiß nicht, was da noch werden soll 57
Nicht rasten und nicht rosten 59
Des Biedermanns Abendgemütlichkeit 60
Die »Zeitbücher«
herausgegeben von Walter Jerven
Bis jetzt erschienen:
1 _Wilhelm Schussen_, Im großen Jahr. Erzählungen
2 _Kurt Münzer_, Der jüngste Tag. Kriegsnovellen
3 _1870/71_, Lieder und Gedichte. Herausg. v. W. Jerven
4 _Richard Sexau_, Siegesopfer. Kriegsnovellen
5 _Richard Rieß_, Krank am Kriege. Kriegsnovellen
6 _Heldinnen._ Erzählungen zu Ehren der Frauen
7 _Peter Scher_, Kampf und Lachen. Glossen
8 _Leonhard Adelt_, Der Ozeanflug. Novelle
9 _Jul. Bab_, Preußen und der deutsche Geist
10 _Th. Heuß_, Schwaben und der deutsche Geist
11 _W. Handl_, Oesterreich und der deutsche Geist
12 _Ludwig Finckh_, Seekönig. Erzählungen
13 _H. Lhotzky_, Vom Erleben des Glücks
14 _Kurt Münzer_, Der Wert des Lebens. Aufsätze
15 _Wilh. v. Scholz_, Fähnrich von Braunau. Novelle
16 _Carl Busse_, Ueber Zeit und Dichtung. Lit. Aufsätze
17 _R. Presber_, Der Weg zum Ruhm. Satiren
18 _Fritz Mauthner_, Vom armen Franischko. Erzählg.
19 _W. v. Molo_, Deutschland und Oesterreich
20 _Alte Kalendergeschichten._ Herausg. v. W. Jerven
21 _Leo Heller_, Gott erhalte ... Gedichte
22 _Alfred Huggenberger_, Der Hofbauer. Erzählung
23 _W. Schussen_, Der geadelte Steinschleifer. Erzählungen
24 _Hermann Hesse_, Am Weg. Erzählungen
25 _Otto Hörth_, Heimat, für die wir kämpfen
26 _R. Rieß_, Der trockene Fisch. Lustige Geschichten
27 _Heinrich Schäff_, Im Zeichen der Stunde
28 _A. Sexauer_, 6 Feldpredigten von einem Laien
29 _Aussaat!_ Prosa und Verse einer neuen Jugend mit Beiträgen von René Schickele, Hans Franck, A. Holitscher, Fr. W. Foerster usw., herausg. v. O. M. Fontana
30 _Müller-Guttenbrunn_, Oesterreichs Beschwerdebuch
31 _Hans Watzlik_, Von deutsch-böhmischer Erde. Erzählg.
32 _K. Münzer_, Seelchen. Erzählungen aus Kinderland
33 _A. Fendrich_, Wanderungen. Soziale Betrachtungen
34 _Cl. Brentano_, Fanferlieschen Schönefüßchen I
35 _Cl. Brentano_, Fanferlieschen Schönefüßchen II
Beide Bände illustriert von Kasia von Szadurska
36 _Fritz Mauthner_, Der steinerne Riese. Erzählung
37 _Curt Moreck_, Der Gast. Drei Novellen
38 _H. Wiedebach-Woischützky_, Liselotte lacht
39 _Peter Scher_, Das Friedenssanatorium. Glossen
40 _Ludwig Finckh_, Graspfeifer. Erzählungen
41 _Die Bergschmiede_ -- Novellen schlesischer Dichter. Mit Beiträgen von Paul Keller, Hermann Stehr, Paul Barsch u. a., herausgegeben von Walter Meckauer
42 _Paul Enderling_, Zwölf Geschichten
43 _Arthur Schubart_, Tiere und Menschen. Skizzen
44 _Ungarische Erzählungen_, Band I, mit Beiträgen von Franz Molnar, Ernst Szep u. a., herausgegeben v. St. J. Klein
45 _Oskar Walzel_, Zukunftsaufgaben deutscher Kultur
46 _Franz Karl Ginzkey_, Lieder
47 _W. v. Scholz_, Die Unwirklichen. Novellen
48 _Leo Heller_, Das schwarzgelbe Buch. Gedichte
49 _H. Falkenfeld_, Die Musik der Schlachten. Aufsätze
50 _Karl Stieler_, Ein Winter-Idyll
51 _Münchner Bilderbogen_, mit Beiträgen von A. de Nora, F. Freksa, Karl Ettlinger, herausg. v. R. Rieß
52 _Hans Franck_, Glockenfranzl I. Märchennovelle
53 _Hans Franck_, Glockenfranzl II. Märchennovelle
54 _Müller-Guttenbrunn_, Wiener Historien
55 _Heinrich Schäff_, Eine Balkanfahrt I
56 _Heinrich Schäff_, Eine Balkanfahrt II
57 _A. v. Scanzoni_, Von Jagd und Jägern. Erzählgn.
58 _Karl Schede_, Schatten. Skizzen
59 _Karl Escher_, Die Halbstarken. Ein Skizzenbuch
60 _W. Jerven_, Der alten Kalendergeschichten zweiter Teil
61 _Leonhard Adelt_, Studie zu sechs Dichtern
62 _Ferd. Künzelmann_, Der Frühlingszaun. Erzählgn.
63 _Wilhelm Schmidtbonn_, Das kleine Kriegsbuch
64 _Anton Wildgans_, Dreißig Gedichte
65 _Siegfried Jacobsohn_, Die ersten Tage
66 _Hans Reinhart_, Bilderbuch ohne Bilder
67 _Carl Hagemann_, Der deutsche Feldsoldat
68 _Kurt Münzer_, Der Weg des Tobias Hug. Novelle
69 _Otto Ernst Sutter_, Der Mausmatthis. Geschichten
70 _Land an der Weichsel._ Novellen westpreuß. Dichter
71 _Scheffel_, Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. Wanderlieder. Zusammengest. v. W. Jerven
72 _Scheffel_, Im schwarzen Walfisch zu Askalon. Rastlieder. Zusammengest. v. Walter Jerven
73 _Scheffel_, Waldeinsamkeit
74 _Scheffel_, Bergpsalmen
75 _Scheffel_, Juniperus
76 _Scheffel_, Hugideo (illustriert von K. V. Szadurska)
_Die Sammlung wird fortgesetzt!_
Die Zeitbücher eignen sich ihres Formates und Gewichtes wegen, wie kaum eine andere Bücherreihe zum Beilegen in Briefe und die Tasche. Auch als Reisegruß, als Ersatz für geschmacklose Ansichtskarten, möchten die Büchlein verwendet werden. Die Zeitbücher vermeiden die uniformierte, gleichmäßige Aufmachung. Jeder Band erscheint in einem eigens entworfenen künstlerischen Einband. Zu Mitarbeitern gehören die besten und bekanntesten Namen.
Jeder Band (in gezeichnetem Originaleinband) 50 Pf.
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Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.