Heinrich von Kleist's politische Schriften und andere Nachträge zu seinen Werken
Part 11
Zudem bemerken wir, daß wenn 7) der Luftschifffahrer, aller dieser Hülfsmittel ungeachtet, Tage und Wochen lang auf den Wind, der ihm passend ist, warten müßte, derselbe sich mit dem Seefahrer zu trösten hätte, der auch Wochen, oft Monate lang, auf günstige Winde im Hafen harren muß: wenn er ihn aber gefunden hat, binnen wenigen Stunden damit weiter kommt, als wenn er sich, von Anfang herein, während der ganzen verlornen Zeit, zur Axe oder zu Pferde fortbewegt hätte.
Endlich selbst zugegeben 8) -- was wir bei der Möglichkeit, auch selbst in der wolkigsten Nacht, den Polarstern, wenigstens auf Augenblicke, aufzufinden, keinesweges thun -- dem Luftschiffer fehle es schlechthin an Mittel, sich in der Nacht im Luftraum zu orientiren: so halten wir den von dem unbekannten Hrn. R. berechneten Irrthum von 6 Meilen, auf einen Radius von 30 Meilen, für einen sehr mäßigen und erträglichen. Der Aëronaut würde immer noch, wenn ^x^ die Zeit ist, die er gebraucht haben würde, um den Radius zur Axe zurückzulegen, in ^x^/5 den Radius und die Sehne zurücklegen können. Wenn er dies, gleichviel aus welchen Gründen, ohne seinen Ballon, nicht wollte, so würde er sich wieder mit dem Seefahrer trösten müssen, der auch oft, widriger Winde wegen, statt in den Hafen einzulaufen, auf der Rhede vor Anker gehen, oder gar in einen andern ganz entlegenen Hafen einlaufen muß, nach dem er gar nicht bei seiner Abreise gewollt hat.
* * * * *
Was Hr. Garnerin betrift, so werden wir im Stande sein, in Kurzem bestimmtere Facta, als die im 13ten Abendblatt enthalten waren, zur Erwiderung auf die gemachten Einwürfe, beizubringen.
^rm.^
II. In Versen.
1. Eine Legende nach Hans Sachs. Gleich und Ungleich. (3. November.)
Der Herr, als er auf Erden noch einherging, Kam mit Sanct Peter einst an einen Scheideweg, Und fragte, unbekannt des Landes, Das er durchstreifte, einen Bauersknecht, Der faul, da, wo der Rain sich spaltete, gestreckt In eines Birnbaums Schatten lag: Was für ein Weg nach Jericho ihn führe? Der Kerl, die Männer nicht beachtend, Verdrießlich, sich zu regen, hob ein Bein, Zeigt auf ein Haus im Feld', und gähnt' und sprach: da unten! Zerrt sich die Mütze über's Ohr zurecht, Kehrt sich, und schnarcht schon wieder ein. Die Männer drauf, wohin das Bein gewiesen, Gehn ihre Straße fort; jedoch nicht lange währt's, Von Menschen leer, wie sie das Haus befinden, Sind sie im Land' schon wieder irr. Da steht, im heißen Strahl der Mittagssonne, Bedeckt von Aehren, eine Magd, Die schneidet, frisch und wacker, Korn, Der Schweiß rollt ihr vom Angesicht herab. Der Herr, nachdem er sich gefällig drob ergangen, Kehrt also sich mit Freundlichkeit zu ihr: »Mein Töchterchen gehn wir auch recht, So wie wir stehn, den Weg nach Jericho?« Die Magd antwortet flink: »Ei, Herr! Da seid ihr weit vom Wege irr gegangen; Dort hinterm Walde liegt der Thurm von Jericho, Kommt her, ich will den Weg euch zeigen.« Und legt die Sichel weg, und führt, geschickt und emsig, Durch Aecker, die der Rain durchschneidet, Die Männer auf die rechte Straße hin, Zeigt noch, wo schon der Thurm von Jericho erglänzet, Grüßt sie und eilt zurücke wieder, Auf daß sie schneid', in Rüstigkeit, und raffe, Von Schweiß betrieft, im Waizenfelde, So nach wie vor. Sanct Peter spricht: »O Meister mein! Ich bitte dich, um deiner Güte willen, Du wollest dieser Maid die That der Liebe lohnen, Und, flink und wacker, wie sie ist, Ihr einen Mann, flink auch und wacker, schenken.« »Die Maid, versetzt der Herr voll Ernst, Die soll den faulen Schelmen nehmen, Den wir am Scheideweg im Birnbaumsschatten trafen; Also beschloß ich's gleich im Herzen, Als ich im Waizenfeld sie sah.« Sanct Peter spricht: »Nein Herr, das wolle Gott verhüten. Das wär' ja ewig Schad' um sie, Müßt' all' ihr Schweiß und Müh' verloren gehn. Laß einen Mann, ihr ähnlicher, sie finden, Auf daß sich, wie sie wünscht, hoch bis zum Giebel ihr Der Reichthum in der Tenne fülle.« Der Herr antwortet, mild den Sanctus strafend: »O Petre, das verstehst du nicht. Der Schelm, der kann doch nicht zur Höllen fahren. Die Maid auch, frischen Lebens voll, Die könnte leicht zu stolz und üppig werden. Drum, wo die Schwinge sich ihr allzuflüchtig regt, Henk' ich ihr ein Gewichtlein an, Auf daß sie's beide im Maaße treffen, Und fröhlich, wenn es ruft, hinkommen, er wie sie, Wo ich sie Alle gern versammeln möchte.
2. Eine Legende nach Hans Sachs. Der Welt Lauf. (8. December.)
Der Herr und Petrus oft, in ihrer Liebe beide, Begegneten im Streite sich, Wenn von der Menschen Heil die Rede war; Und dieser nannte zwar die Gnade Gottes groß, Doch wär' er Herr der Welt, meint er, Würd' er sich ihrer mehr erbarmen. Da trat, zu einer Zeit, als längst, in beider Herzen, Der Streit vergessen schien, und just, Um welcher Ursach weiß ich nicht, Der Himmel oben auch voll Wolken hieng, Der Sanctus mißgestimmt, den Heiland an, und sprach »Herr, laß, auf eine Handvoll Zeit, Mich, aus dem Himmelreich, auf Erden niederfahren, Daß ich des Unmuths, der mich griff, Vergess' und mich einmal, von Sorgen frei, ergötze, Weil es jetzt grad' vor Fastnacht ist.« Der Herr, des Streits noch sinnig eingedenk, Spricht: »Gut; acht Tag' geb' ich dir Zeit, Der Feier, die mir dort beginnt, dich beizumischen; Jedoch, so bald das Fest vorbei, Kommst du mir zu gesetzter Stunde wieder. Acht volle Tage doch, zwei Wochen schon, und mehr, Ein abgezählter Mond vergeht, Bevor der Sanct zum Himmel wiederkehrt. »Ei, Petre,« spricht der Herr, »wo weiltest du so lange? Gefiel's auch nieden dir so wohl?« Der Sanctus, mit noch schwerem Kopfe, spricht: »Ach, Herr! Das war ein Jubel unten --! Der Himmel selbst beseeliget nicht besser. Die Erndte, reich, du weißt, wie keine je gewesen, Gab alles was das Herz nur wünscht, Getraide, weiß und süß, Most, sag' ich dir, wie Honig, Fleisch fett, dem Speck gleich, von der Brust des Rindes; Kurz, von der Erde jeglichem Erzeugniß Zum Brechen alle Tafeln voll. Da ließ ich's, schier, zu wohl mir sein, Und hätte bald des Himmels gar vergessen.« Der Herr erwiedert: »Gut! Doch Petre sag' mir an, Bei soviel Seegen, den ich ausgeschüttet, Hat man auch dankbar mein gedacht? Sahst du die Kirchen auch von Menschen voll?« -- Der Sanct, bestürzt hierauf, nachdem er sich besonnen: »O Herr,« spricht er, »bei meiner Liebe, Den ganzen Fastmond durch, wo ich mich hingewendet, Nicht deinen Namen hört' ich nennen. Ein einz'ger Mann saß murmelnd in der Kirche: Der aber war ein Wucherer, Und hatte Korn, im Herbst erstanden, Für Mäus' und Ratzen hungrig aufgeschüttet.« -- »Wohlan denn,« spricht der Herr, und läßt die Rede fallen, »Petre, so geh; und künft'ges Jahr Kannst du die Fastnacht wiederum besuchen.« Doch diesmal war das Fest kaum eingeläutet, Da kömmt der Sanctus schleichend schon zurück. Der Herr begegnet ihm am Himmelsthor und ruft: »Ei, Petre! Sieh! Warum so traurig? Hat's dir auf Erden denn danieden nicht gefallen?« »Ach, Herr,« versetzt der Sanct, »seit ich sie nicht gesehn, Hat sich die Erde ganz verändert. Da ist's kurzweilig nicht mehr, wie vordem, Rings sieht das Auge nichts, als Noth und Jammer. Die Erndte, ascheweiß versengt auf allen Feldern, Gab für den Hunger nicht, um Brod zu backen, Viel wen'ger Kuchen, für die Lust, und Stritzeln. Und weil der Herbstwind früh der Berge Hang durchreift, War auch an Wein und Most nicht zu gedenken. Da dacht ich: was auch sollst du hier? Und kehrt ins Himmelreich nur wieder heim.« -- »So!« spricht der Herr. »Fürwahr! das thut mir leid! Doch, sag' mir an: gedacht' man mein?« »Herr, ob man dein gedacht? -- Die Wahrheit dir zu sagen, Als ich durch eine Hauptstadt kam, Fand ich, zur Zeit der Mitternacht, Vom Altarkerzenglanz, durch die Portäle strahlend, Dir alle Märkt' und Straßen hell; Die Glöckner zogen, daß die Stränge rissen; Hoch an den Säulen hiengen Knaben, Und hielten ihre Mützen in der Hand. Kein Mensch, versichr' ich dich, im Weichbild rings zu sehn, Als Einer nur, der eine Schaar Lastträger keuchend von dem Hafen führte: Der aber war ein Wucherer, Und häufte Korn auf lächelnd, fern erkauft, Um von des Landes Hunger sich zu mästen.« »Nun denn, o Petre,« spricht der Herr, Erschaust du jetzo doch den Lauf der Welt! Jetzt siehst du doch was du jüngsthin nicht glauben wolltest, Daß Güter nicht das Gut des Menschen sind; Daß mir ihr Heil am Herzen liegt wie dir: Und daß ich, wenn ich sie mit Noth zuweilen plage, Mich, meiner Liebe treu und meiner Sendung, Nur ihrer höh'ren Noth erbarme.
3. Epigramme.
1. Auf einen Denuncianten. (Räthsel.) (12. October.)
Als Kalb begann er; ganz gewiß Vollendet er als Stier -- des Phalaris.
^st.^
2. Wer ist der Aermste? (24. October.)
»Geld!« rief, »mein edelster Herr!« ein Armer. Der Reiche versetzte: »Lümmel, was gäb' ich darum, wär ich so hungrig als er!«
3. Der witzige Tischgesellschafter.
Treffend, durchgängig ein Blitz, voll Scharfsinn, sind seine Repliken: Wo? An der Tafel? Vergieb! Wenn er's zu Hause bedenkt.
^xp.^
4. An die Verfasser schlechter Epigramme. (30. October.)
Des Satyrs Geißel schmerzt von Rosenstrauch am meisten; Wer nur den Knieriem führt, der bleibe ja beim Leisten.
^st.^
5. Nothwehr. (31. October.)
Wahrheit gegen den Feind? Vergieb mir! Ich lege zuweilen Seine Bind um den Hals, um in sein Lager zu gehn.
^xp.^
Anmerkungen.
Einleitung.
[Fußnote 1: Das letzte Lied; H. v. Kleist gesammelte Schriften III, 373, der zweiten Ausgabe von Tieck und J. Schmidt.]
[Fußnote 2: So schrieb Kleist an Zschokke; s. E. v. Bülow, H. v. Kleists Leben und Briefe S. 27.]
[Fußnote 3: Die umfassendste Sammlung von Briefen Kleists sind die an seine Schwester Ulrike gerichteten, 57 an der Zahl, aus den Jahren 1795 bis zum Augenblick seines Todes, nebst einem an Pannwitz aus dem Jahre 1802, von Koberstein 1860 herausgegeben; 23 Briefe aus der Zeit von 1799 bis 1811 an seinen Lehrer, seine Braut, deren Schwester, seinen Freund Rühle und Fouqué, gab Bülow heraus; 6 Brieffragmente von 1807 bis 1811 Tieck in der Einleitung zu Kleists Schriften; ein Brief von 1809 an H. v. Collin steht in Hoffmanns Findlingen I, 320, ein von Bülow nicht gekannter von 1811 an Fouqué, in den Briefen an F. Baron de la Motte Fouqué, herausgegeben von H. Kletke I, 223; 6 aus den Jahren 1810 und 1811 an F. v. Raumer in dessen Lebenserinnerungen und Briefwechsel I, 229. Anekdotenhaft ist was Peguilhen von Kleist erzählt in der Sammlung Berühmte Schriftsteller der Deutschen Berlin 1854 I, 309; die Denkschrift desselben über Kleists Tod, die dem Staatskanzler vorlag aber nicht erscheinen durfte, scheint verloren. Umfassende Charakteristiken Kleists sind neuerdings gegeben worden in den Preußischen Jahrbüchern II, 599, 1858, und von J. Schmidt in seiner Einleitung zu den gesammelten Schriften Kleists, 1859; Nachträge dazu von Koberstein in der Einleitung zu Kleists Briefen an seine Schwester.]
[Fußnote 4: Tiecks Ausgabe von 1826 I, S. XX.]
[Fußnote 5: S. X Vorrede.]
[Fußnote 6: In der Inhaltsanzeige des Februarheftes. Dadurch widerlegt sich Bülows Angabe S. 44 eine Novelle der Madame de Gomez habe dem Dichter den Stoff in Paris geliefert. Sucht man in einer fremden Litteratur nach einer Parallele zu dieser Geschichte, so könnte man auch an Cervantes' ^de la fuerça de la sangre^ erinnern, wo ähnliche Verhältnisse freilich maßvoller dargestellt werden.]
[Fußnote 7: Eine quellengemäße geschichtliche Darstellung der Kohlhasischen Händel hat Klöden gegeben in Gropius' Beiträge zur Geschichte Berlins, Berlin 1840 S. 61 ff. Wenn er im Vorwort sagt, zu Kleists Erzählung habe die Geschichte nichts als einige Namen beigesteuert, so ist dagegen zu bemerken, daß nicht die wesentlichen Thatsachen, sondern gerade die Namen unhistorisch sind; denn der Junker hieß Günther von Zaschwitz auf Melaun bei Düben. Man möchte doch vermuthen, nicht Pfuels Erzählung, sondern irgend einem älteren Buche habe Kleist den Stoff entlehnt, vielleicht dem von B. Mentz, Kurtze Erzehlung vom Vrsprung vnd Hehrkommen der Chur vnnd Fürstlichen Stämmen, Sachsen, Brandenburg, Anhalt vnd Lawenburg, Wittenberg 1597, das Klöden außer Hafftiz besonders benutzt hat.]
[Fußnote 8: III, 71.]
[Fußnote 9: III, 48.]
[Fußnote 10: III, 124.]
[Fußnote 11: Ich führe einige Beweisstellen für die im Text hervorgehobenen Lieblingsworte Kleists an: »dergestalt daß« Kohlhaas III, 39, 47, 57, 75, 104, 109, 114; das Erdbeben in Chili S. 164; die Verlobung in St. Domingo S. 188; das Bettelweib von Locarno S. 224, 225, 226; die heilige Caecilie S. 249, 250; der Zweikampf S. 272, 273; Käthchen von Heilbronn II, 132. »Gleichwohl«: Kohlhaas III, 22, 35, 63, 75, 102, 109; Marquise v. O. S. 151; Findling 235; die heilige Caecilie 252; Käthchen von Heilbronn I, 123, 125, 130; die Hermannsschlacht 397; der Prinz v. Homburg 325, 345; Amphitryon I, 374, 375. »Nicht sobald -- als«: Kohlhaas III, 34, 39, 58. »Falls«: Kohlhaas III, 27, 64, 77, 94. »Gleichviel«: Kohlhaas III, 57, 60, 79; Marquise v. O. 153; die heilige Caecilie 251; der Zweikampf 286; Prinz v. Homburg II, 279, 281, 315, 320, 323, 327, 331; die Hermannsschlacht 509; Amphitryon I, 417. »Inzwischen«: Kohlhaas III, 34, 43, 77, 98, 106, 111; Marquise v. O. 124, 125; der Zweikampf 266, 287.]
[Fußnote 12: Penthesilea I, 201, 224; die Hermannsschlacht II, 383; an Franz den Ersten III, 374.]
[Fußnote 13: Akt III. Sc. 1. II, 188.]
[Fußnote 14: Käthchen v. Heilbronn A. V. S. 1. II, 248; die Hermannsschlacht A. II, S. 1. II, 402; III, 379.]
[Fußnote 15: III, 376, 377, 372.]
[Fußnote 16: A. III, S. 6. II, 443.]
[Fußnote 17: Kleist an seine Schwester 17. Sept. 1807 und die folgenden Briefe S. 129 ff. 144. Adam Müller an Gentz 6. Febr. 1808, Briefwechsel S. 126.]
[Fußnote 18: Kleists ges. Schriften I, S. XX.]
[Fußnote 19: Bülow S. XI.]
[Fußnote 20: Brief an seine Schwester o. D. S. 157.]
[Fußnote 21: Phöbus I, 39.]
[Fußnote 22: Hans Sachs Worte I, 189 der Kemptener Ausgabe, wo sich indeß nur die Legende der Welt Lauf findet. Es scheint Kleist hat seine Originale nicht sowohl in einer Gesammtausgabe der Werke von Hans Sachs als in einem Einzeldruck gelesen; in einem solchen, wovon ein Exemplar im Besitz des Herrn W. v. Maltzahn ist, finden sich neben zwei andern Erzählungen gerade die beiden von Kleist nachgedichteten; es ist: Das erst Gesprech, Von der Welt lauff; und das dritt Gespräch, von eim | faulen Bawrenknecht, vnd einer | endlichen Bauren Maidt. | Der Haupttitel lautet: Vier schöne Gesprech zwischen | Sanct Peter vnd dem Herren, | sehr nützlich zu lesen, vnd | zu hören -- Hanß Sachs. Gedruckt zu Nürnberg | durch Valentin Newber kl. 8. 16 Bll.]
[Fußnote 23: S. die Briefe an seine Schwester o. D. und von 1799, 1801 S. 5, 20, 49, 51; an seine Braut 1801, Bülow S. 145; 1806 S. 243.]
[Fußnote 24: Briefe von 1801, Bülow S. 226, 210, 204, 27; Koberstein S. 46, 50. Katechismus der Deutschen 8. I, 1, 7; von der Ueberlegung I, 2, 5.]
[Fußnote 25: Brieffragment bei Bülow S. 66; 1801 S. 207, 227; 1803 Koberstein S. 90.]
[Fußnote 26: 1801, 1803 Koberstein S. 45, 90.]
[Fußnote 27: Briefe an seine Schwester S. 110, 145.]
[Fußnote 28: Hermannsschlacht A. I, S. 3. I, 1; II, 394, 386, 391, 434, 444; III, 3, 6.]
[Fußnote 29: Kleists Wort über die Thusnelda zu Dahlmann in J. Schmidts Einleitung S. XCV; (v. Bassewitz) die Kurmark Brandenburg während der Zeit von 1806 bis 1808 II, 709; v. Höpfner der Krieg von 1806 und 1807 II, 326, 332.]
[Fußnote 30: Lehrbuch der Journalistik 4, 8. Die Worte des Grafen Schlabrendorff hat Jochmann aufbewahrt, Reliquien, herausgegeben von Zschokke, I, 135.]
[Fußnote 31: Hermannsschlacht A. I, 3, 10, 4, 9; II, 397, 399, 456, 467. Hoffmann Findlinge I, 320.]
[Fußnote 32: Häusser deutsche Geschichte III, 151, 183, 439. Europas Palingenesie Leipzig 1810 I, 147, 149.]
[Fußnote 33: Hermannsschlacht V, 24, 14. II, 519, 499; Prinz von Homburg IV, 1. S. 340.]
I, 1, 1.
[Fußnote 34: Wahrscheinlich dachte sich Kleist unter dem rheinbündischen Officier einen sächsischen, denn kaum ein anderer hätte im Sommer 1806 mit einem preußischen Officier in Berlin ein patriotisches Convivium halten können, in einer Zeit, wo über ein preußisch-sächsisches Bündniß, als Grundlage des nordischen Reichsbundes unter Preußens Führung, verhandelt wurde. Kurz vor dem Ausbruch des Kriegs kam es bekanntlich zu einer Vereinigung der preußischen und sächsischen Armee. Der König, der durch Ablehnung des Kreuzes der Ehrenlegion nicht kompromittirt werden soll, ist also der König von Sachsen, der diesen Titel seit dem Posener Vertrage 11. Dec. 1806 führte.]
[Fußnote 35: Eine in Berlin noch jetzt bestehende bekannte Weinhandlung, in der Kleist viel verkehrt haben soll.]
[Fußnote 36: Davoust, der bei Auerstädt siegte.]
[Fußnote 37: Die eingeklammerten Worte sind in der Abschrift irrthümlich ausgelassen.]
[Fußnote 38: Am 9. April 1809 eröffneten die Oesterreicher unter dem Erzherzog Karl den Krieg, indem sie in Baiern einrückten. Zu einem Massenaufstande hatte der Erzherzog in einem undatirten Aufruf an die »Völker Deutschlands« aufgefordert; der in demselben Sinn abgefaßte Armeebefehl ist vom 6. April. S. Europas Palingenesie I, 147, 152.]
[Fußnote 39: Das erste Bülletin Napoleons über die einleitenden Gefechte vom 19. bis 23. April ist vom 24. April. S. Europas Palingenesie II, 39. Der gleich darauf erwähnte Montesquiou war Napoleons Kammerherr und zu ähnlichen Sendungen mehrfach gebraucht worden. Kurz vor der Schlacht von Jena war er in preußische Gefangenschaft gerathen.]
I, 1, 2.
[Fußnote 40: Diese Scenen spielen also während des Krieges von 1806 und 1807, und ihr Schauplatz soll, wie leicht ersichtlich, Potsdam und Berlin sein. In Potsdam war das große Cavalleriedepot der Franzosen; s. (v. Bassewitz) die Kurmark Brandenburg während der Zeit von 1806 bis 1808 I, 266.]
[Fußnote 41: _Aber_ hat die Handschrift.]
I, 1, 3.
[Fußnote 42: Dies scheint darauf hinzuweisen, daß Kleist hier etwa die Vorgänge in Stettin im Auge hatte, dessen Uebergabe an eine schwache Abtheilung französischer Cavallerie am 29. Oct. 1806 die Reihe schmachvoller Capitulationen der Hauptfestungen im östlichen Theile der preußischen Lande eröffnete. Dagegen scheint die Niederbrennung der Vorstädte auf Küstrin oder Magdeburg zu deuten. S. v. Höpfner Krieg von 1806 und 1807 II, 326, 332.]
I, 1, 4.
[Fußnote 43: Den Nürnberger Correspondenten von 1809 habe ich nicht auftreiben können.]
[Fußnote 44: Am 23. April hatte die französische Armee nach heftigem Kampfe Regensburg genommen. Die Hauptmasse bestand aus Baiern und Würtembergern, denen Napoleon am 30. in einer Anrede, die der Kronprinz von Baiern verdollmetschte, diesmal die ausschließliche Ehre des Kampfs gegen die Oesterreicher zugesprochen hatte; Europas Palingenesie II, 12, 38.]
[Fußnote 45: Durch den Frieden von Preßburg am 26. December 1805, der auf Oesterreichs Kosten Baiern, Würtemberg und Baden vergrößerte, den beiden ersten die souveraine Königswürde zusprach, und ein deutsches Reich nicht mehr, sondern nur noch eine ^confédération Germanique^ kannte.]
[Fußnote 46: Am 26. August 1806.]
[Fußnote 47: Am 1. November 1806 besetzten die Franzosen Kassel. ^Vous avez cessé d'exister^, sagte Napoleon in seinem 13. Bülletin dem Kurfürsten.]
[Fußnote 48: Hier ist wohl die entgegenkommende Anerkennung gemeint, die Napoleon als Konsul seit Durocs Sendung im November 1799 in Berlin fand, und die Vermittlung, welche Preußen in Folge dessen zwischen ihm und dem Kaiser Paul einzuleiten suchte. -- Erst anderthalb Jahr nach dem Tilsiter Frieden, am 5. Dezember 1808, räumten die Franzosen Berlin.]
[Fußnote 49: Am 6. August 1806.]
[Fußnote 50: Dazu war man österreichischer Seits doch nicht geneigt, wohl aber wich man einem französischen Bündniß auf Kosten Preußens aus.]
[Fußnote 51: In Böhmen.]
[Fußnote 52: _Vatter_ hat die Handschrift.]
I, 1, 5.
[Fußnote 53: _Gewinsel_, die Handschrift.]
[Fußnote 54: Durch Patent vom 9. Juni 1808 wurde die Errichtung einer Landwehr »zur Vertheidigung des vaterländischen Bodens« angeordnet.]
I, 1, 6.
[Fußnote 55: _auch_ -- _welchem_, die Handschrift.]
[Fußnote 56: _vernommen_, die Handschrift.]
[Fußnote 57: Am 7. Mai 1807 schloß Napoleon ein Bündnis mit dem Schach von Persien, dessen Gesandter zu diesem Zweck nach Elbing kam.]
I, 1, 7.
[Fußnote 58: Die Volkserhebung in Spanien begann im Mai 1808.]
[Fußnote 59: Sachsen war dem Rheinbunde im Posener Vertrage beigetreten.]
[Fußnote 60: Der Rheinbund vom 12. Juli 1806.]
[Fußnote 61: Hier fehlen zwei Blätter, die den Schluß des vierten, das fünfte, sechste und den Anfang des siebenten Capitels enthielten.]
[Fußnote 62: Fehlen abermals zwei Blätter, das zehnte, elfte und den Anfang des zwölften Capitels enthaltend.]
[Fußnote 63: Am 9. April 1809 erhoben sich die Tiroler.]
[Fußnote 64: Wenn man nicht annehmen will, zwischen diesem und dem folgenden Satze sei durch Schuld des Abschreibers eine Frage und eine Antwort ausgefallen, in denen der erste Grund unmittelbar angegeben wurde, und daß dann erst die nähere Erläuterung folgte, warum er nicht viel einbringen könne, so sind die letzten vier Sätze des Capitels von dunkler Spitzfindigkeit nicht frei zu sprechen. Es würden dann die freiwilligen Beiträge einmal als geringfügig bezeichnet werden, weil sie als Geld und Gut, dem Vaterlande und der Freiheit gegenüber, an sich keinen Werth haben, und doch zugleich als ein einträgliches Mittel, wenn die Menschen es lieber dem gönnen, von dem sie zur Freiheit geführt werden, als den Feinden, die ihnen das Eigenthum mit Gewalt entreißen.]
[Fußnote 65: Dies scheint ein bitterer Seitenblick auf die zurückhaltende Politik des preußischen Ministeriums, das seit Steins Abgang am 24. Nov. 1808 Dohna, Altenstein und Beyme leiteten. Es ist bekannt, wie sehr Oesterreich schon damals Preußen zum entschiedenen Handeln zu bestimmen suchte, aber auch zugleich, daß Preußen schwerlich stark genug dazu war.]
I, 2, 1.
[Fußnote 66: In der Schlacht bei Aspern am 21. und 22. Mai 1809.]
[Fußnote 67: _bewußt_, die Handschrift. Der Schluß fehlt.]
I, 2, 2.
[Fußnote 68: Woher dies Citat sei, vermag ich nicht zu sagen.]
[Fußnote 69: _sind_ fügt die Handschrift überflüssig hinzu.]
I, 2, 3.
[Fußnote 70: _ist_ fügt die Handschrift hinzu.]
[Fußnote 71: Die letzten drei Worte wiederholt die Handschrift. In Bülows Abdruck, Kleists Leben und Briefe S. 254, fehlen die Worte: »Alles was sie Vortreffliches fand in sich aufzunehmen gleich« --.]
[Fußnote 72: Bülow liest für Dienstleistungen Einflüsterungen!]
[Fußnote 73: Die Worte: »die dem ganzen Menschengeschlecht angehört« fehlen bei Bülow.]
I, 5, 3.
[Fußnote 74: Jungius, Professor am Friedrich-Wilhelms Gymnasium.]
I, 5, 4.
[Fußnote 75: Dieser Artikel von einem ungenannten Verfasser brachte eine wissenschaftlich gehaltene Widerlegung der in dem Schreiben aus Berlin I, 5, 2 ausgesprochenen Ansichten Kleists, und schloß mit einem Ausfall gegen die trügerischen Terminologien neuer und unverschämter Lehrer, die sich auf erdichtete Facta stützen.]
Berlin, Druck von Gustav Schade. Marienstraße Nr. 10.
Anmerkungen zur Transkription
Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Hervorhebungen, die im Original g e s p e r r t sind, wurden mit Unterstrichen wie _hier_ gekennzeichnet. Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt sind, wurden ^so^ markiert.