Part 5
Es soll damit nicht gesagt sein, daß Apparate der Art, wie in Fig. 23 und 24 dargestellt, untauglich seien; sie sind vielmehr zur Vorführung von Films geringerer Länge, die auf einer kleinen Spule untergebracht werden können, durchaus brauchbar. Es müßte aber als verfehlt angesehen werden, wenn man ein solches Instrument für größere öffentliche Schaustellungen und namentlich für häufige oder gar tagtäglich unausgesetzte Benutzung nehmen wollte. Hier sind die Ansprüche höher und es ist daher ein weiter ausgearbeiteter Apparat am Platze.
Dazu gehört in erster Linie die oben angedeutete Vorrichtung, die verhindert, daß beim jeweiligen Bildwechsel der Ruck bis oben auf die Filmspule übertragen wird. In Fig. 25 ist dieselbe dargestellt; sie besteht aus einer gezahnten Trommel V, die zwischen der Spule S und der Türe T angebracht ist und um welche der Film herumgeführt wird. Diese Trommel wird vom Werk derart angetrieben, daß sie ununterbrochen mit gleicher Geschwindigkeit läuft und auf jeden Bildwechsel den Film um ein Bild vorwärts transportiert. Der Film wird ferner so eingespannt, was bei der Handhabung nicht zu vergessen ist, daß er zwischen Trommel und Türe einen Bausch bildet, wie die Abbildung es zeigt.
Wenn nun das Werk in Betrieb gesetzt ist, so wird die Trommel V jedesmal, so lange der Film in der Türe ruhig steht, den Bausch vergrößern, indem sie ständig Film von der Spule herunterholt und vorwärts schafft; so oft aber der Bildwechsel einsetzt, wird der Film von unten her um ein Bild fortgezogen und der Bausch wird verkleinert. Es leuchtet ein, daß bei dieser Anordnung der Transport des Filmbandes ruhiger vor sich geht.
Wie ich schon oben erwähnte, ist die Art des Bewegungsmechanismus bei diesen Betrachtungen unwesentlich. In Abbildung Fig. 22 hatte ich die Malteserkreuz-Einrichtung angenommen; um nun jetzt ein anderes Beispiel zu geben, habe ich dem in Fig. 25 skizzierten Apparat das Schlägersystem gegeben. Die Trommel W wird hier direkt mittels der Kurbel K angetrieben; sie ist so groß bemessen, daß sie bei ruhigem Drehen 16 Bilder in der Sekunde fortschafft. Inzwischen schlägt der Exzenter E, so oft ein Bild transportiert wird, auf den Film und zieht ihn ruckweise weiter, wobei die Schlägerscheibe mit dem Exzenter mittels der Zahnräder X Y in der oben besprochenen Übersetzung angetrieben wird.
Die Vorschubtrommel V muß gerade so schnell laufen, wie die Trommel W; denn sie soll oben ebenso viel Film holen, wie unten fortgeschafft wird. Ihr Antrieb erfolgt durch die in der Abbildung angedeuteten Zahnräder v Z oder mittels einer Kette.
An Stelle der Vorschubtrommel tritt bei billigeren Apparaten zuweilen eine federnde Vorrichtung, die verhindern soll, daß der Ruck bei der Weiterbewegung des Filmbandes direkt auf die Spule übertragen wird. Ihre Konstruktion und Wirkungsweise wird durch Fig. 26 erläutert. Zwischen Spule S und Türe T ist eine Rolle R angebracht, die durch einen federnden Bügel F F getragen wird. Der Film läuft um diese Rolle. Wenn nun ein Bildwechsel stattfindet und der Film von unten her vorwärts gezogen wird, so nimmt der Bügel den Ruck auf und schlägt in die punktierte Stellung herunter, dabei das verlangte Stück Film hergebend. Sobald dann der Wechselvorgang beendet ist, schnellt der Bügel wieder hoch und holt sich dabei von der Spule soviel Film, als für den nächsten Bildwechsel gebraucht wird.
Diese Vorrichtung hat allerdings den Vorzug großer Einfachheit, aber sie muß immerhin als ein Behelf im Vergleich zur Vorschubtrommel angesehen werden, da die Wirkung des Ruckes oberhalb der Türe nicht beseitigt, sondern nur geschwächt wird. Man hat versucht, die federnde Vorrichtung zu verbessern, indem man sie doppelt wirkend machte. Der Film läuft bei dieser Konstruktion um zwei Rollen a und b, wie dies aus Fig. 27 ersichtlich ist. Die Rollen werden getragen durch zwei fest miteinander verbundene Arme, welche drehbar auf der Achse c sitzen. Bei jedem Bildwechsel pendelt die Vorrichtung nach links herüber in die punktiert eingezeichnete Stellung, und es gibt dabei jede der beiden Rollen ein Stück Film frei; darnach wird sie durch die Feder f immer wieder in die Anfangsstellung zurückgebracht.
Die Aufrollvorrichtung.
Ich muß nun nochmals auf die Abbildung Fig. 25 zurückgreifen. In dieser sind der Übersichtlichkeit halber Objektiv und Blende, sowie auch das Gerüst des Apparates fortgelassen, desgleichen das auf der Achse der Schlägerscheibe sitzende Schwungrad, das auch hier erforderlich ist, wenn man einen möglichst ruhigen Gang des Werkes erzielen will. Dagegen zeigt die Abbildung etwas Neues: die Aufrollvorrichtung. Wir kommen damit zu der Frage: wo bleibt der Film, nachdem er das Werk verlassen hat?
Soweit Films von geringerer Länge zur Verwendung kommen, kann die Aufrollvorrichtung wohl entbehrt werden; man läßt den Film dann in einen Behälter, z. B. einen Korb, laufen. Einfachere Kinematograph-Konstruktionen, deren Preis niedrig gehalten werden soll, sind daher zuweilen ohne Aufrollvorrichtung.
Zum Aufrollen des Film dient ebenfalls eine Spule, die unten auf einer durch einen »Arm« getragenen Achse sitzt. Diese Spule muß vom Werk aus in Drehung versetzt werden; man verfährt dazu so, daß man sie mit Hilfe eines Anschlages fest auf die Achse setzt, letztere mit einer Schnurscheibe versieht und mittels Schnur oder Drahtspirale antreibt. Wenn nun die Spule sich füllt, muß sie, da die Rolle allmählich dicker wird, immer langsamer laufen; sie wird dann durch den Film, der sich zwischen Trommel W und der Spule stramm zieht, gebremst und die Schnur schleift auf der Schnurscheibe. Mit der Vergrößerung der Spule wächst aber auch die Kraft, die zum Aufwickeln erforderlich ist; diese Kraft wird von der sich spannenden Schnur oder Spirale geliefert. Sie klemmt sich beiderseits in die Schnurscheiben ein, bis sie den Gegendruck überwindet und die Spule um ein Stück vorwärts bewegt. Das Aufspannen des Bandes erfolgt dabei ruckweise, aber durchaus zuverlässig. Es empfiehlt sich, stets eine Reserveschnur bezw. Drahtspirale bereit zu halten, damit man nicht in Verlegenheit kommt, wenn sie einmal reißen sollte. Die Drahtspirale darf übrigens nicht geölt oder geschmiert werden, da sie sonst auf den Scheiben gleitet; man sollte sie vielmehr trocken halten, damit die Reibung eine gute bleibt. Vielfach wird auch Friktionsantrieb verwandt. Der Antrieb erfolgt dabei mittels Gelenkkette oder Zahnradübersetzung und zur Mitnahme der Spule dienen zwei gegeneinander gedrückte rauhe Leder- oder Filzscheiben, oder eine zwischen zwei Metallscheiben eingeklemmte Lederscheibe. Wenn die Spule sich füllt und langsamer laufen soll, wird die Reibung der Scheiben überwunden und dieselben schleifen aufeinander. Nun ist aber zu berücksichtigen, daß in dem Maße, wie die Rolle größer wird, auch die Zugkraft zum Aufspannen des Film zunehmen muß; das ist aber beim Friktionsantrieb nicht der Fall. Man muß hier, namentlich wenn es gilt, große Spulen aufzuwickeln, die Friktion sorgsam einstellen, was mittels einer Regulierschraube geschieht: die Reibung darf nicht zu stark sein, sonst wird im Anfang der Film zerrissen oder doch in der Perforation beschädigt; anderseits muß die Reibung aber so stark sein, daß die Kraft zum Schluß noch für die größere Arbeitsleistung ausreicht. Man hat vielfach versucht, Einrichtungen zu konstruieren, die eine mit der wachsenden Leistung entsprechend zunehmende Friktion herbeiführen sollen; aber bisher scheint eine praktische Lösung dieser Aufgabe nicht vorzuliegen. Bei den Aufwickelvorrichtungen für Papier- und Zeugrollen hat man mit der gleichen Schwierigkeit zu kämpfen. Man hilft sich da vielfach in der Weise, daß man während des Betriebes die Reguliervorrichtung mit der Hand fester anzieht und dadurch dem Bedarf gemäß die Friktion stärker macht. Es ist zu bemerken, daß beim Schlägersystem die gleichmäßig bewegte Transporttrommel W (Fig. 25) der Aufrollvorrichtung ununterbrochen Film zuführt, während der Film bei andern Systemen, wie z. B. bei Malteserkreuz-Apparaten, stoßweise den Bewegungsmechanismus verläßt. Da nun für das geregelte Aufrollen eine gleichmäßige Zuführung des Filmbandes erforderlich ist, muß man hier zwischen Bewegungsmechanismus und Aufrollvorrichtung eine gleichmäßig laufende Trommel einschalten. Der in Abbildung Fig. 28 dargestellte Apparat zeigt diese Anordnung; wichtig ist es dabei, daß der Film unten zwischen den beiden Zahntrommeln einen Bausch bildet.
Filmspule und feuersichere Trommel.
Es ist noch einiges über die Filmspule zu sagen. Man macht sie meist zweiteilig, und diese Form ist recht zweckmäßig. Sie besteht dann, wie Fig. 29 veranschaulicht, aus zwei Rohrstücken, deren größeres R sich über das engere V schiebt, und zwei daran angebrachten Scheiben A und B. Diese Anordnung gestattet ein bequemes Einsetzen der Filmrollen: die Spule wird auseinander genommen, die Filmrolle auf das breitere Rohrstück gesteckt und die Spule dann wieder zusammengeschoben. An dem Rohrstück R befindet sich noch ein federnder Messinglappen, hinter den man, wenn die Spule zum Aufrollen gebraucht wird, den Anfang des Filmbandes klemmt.
In Figur 30 ist eine einteilige, nicht auseinandernehmbare Spule dargestellt; man versieht diese, wie die Abbildung zeigt, mit einer Anzahl Oeffnungen, durch die man durchgreifen kann, um den Film hinter dem Messinglappen zu befestigen.
Zum Aufrollen verwendet man zuweilen auch eine einfache Holzrolle (Fig. 31), die zur Befestigung des Filmbandes ebenfalls mit einem federnden Messingstück versehen ist und auf der Achse durch einen Anschlag gehalten wird. Da der Film beim Aufrollen stramm gespannt ist, wickelt er sich, selbst bei großen Längen, glatt auf. Die Anwendung dieser Rolle ist aus Fig. 28 ersichtlich.
Um den leicht brennbaren Film da, wo er ab- und aufgewickelt wird, gegen Feuer zu schützen, hat man sogenannte feuersichere Trommeln konstruiert. Es sind das völlig verschließbare Blechbüchsen, in welche man die Spule einbringt; der Film tritt durch einen Spalt ein bezw. aus und vor dem letztern befinden sich zwei Führungsrollen, die ein Schleifen des Bandes auf den Spaltkanten verhindern. Wenn der Film in Brand gerät, soll sich das Feuer hier selbst ersticken. Versuche haben allerdings erwiesen, daß der Film, wenn die Flamme in die Trommel schlägt, dort weiter glimmt und dabei gefährliche Gase entwickelt, die giftig und brennbar sind. In der Abbildung Fig. 32 ist die Anordnung dargestellt; sie zeigt eine geöffnete Büchse mit eingesetzter Spule.
Vorrichtungen zum Nachstellen des Filmbildes.
Wir sind mit der Ausarbeitung des Kinematographen noch nicht fertig. Wenn man nämlich den Apparat in Betrieb nimmt und den Film einspannt, so wird man finden, daß es schwierig oder besser lästig und zeitraubend ist, den Film richtig in die Türe zu bringen. Er muß ja so über die untere Transporttrommel gelegt werden, daß, sowie die Weiterbewegung eingesetzt hat, immer ein Bild nach dem andern genau in der Öffnung der Türe sich befindet. Nun kommen aber auf jedes Bild vier Löcher und da mag man den Film leicht so einspannen, daß die Bilder etwas zu hoch oder zu tief sitzen.
Man kann sich da helfen, indem man auf der Transporttrommel an den Stellen Marken anbringt, auf welche bei richtiger Einspannung jeweils der Anfang eines Bildes kommen muß, und zur Erleichterung ev. noch in dem über die Trommel gespannten Filmstück die Striche zwischen den Bildern durch irgend welche Zeichen besser kenntlich macht. Doch erfordert auch dieses Verfahren einige Aufmerksamkeit und ein Versehen wird sich höchst unangenehm bemerkbar machen; man muß in der Vorführung abbrechen und den Film neu einspannen.
Man hat dies alsbald als Übelstand empfunden und allerlei Mittel zur Abhilfe ersonnen. Die einfachste Methode, welche man häufig angewandt sieht, ist folgende. Die Türe wird mit einer höheren Öffnung versehen und darin ein nach oben und unten verschiebbarer kleiner Rahmen angebracht, welcher einen der Bildgröße entsprechenden Ausschnitt besitzt. Wenn nun beim Projizieren das Filmbild nicht richtig in diesem Fensterausschnitt steht, so kann man durch Verschieben des Rähmchen nach oben oder unten abhelfen, indem man dadurch die Öffnung desselben genau vor das Bild bringt. Das Verstellen des Rähmchen erfolgt mittels eines einfachen Griffes oder eines Hebels, wie in Fig. 33, oder mit Hilfe eines Zahn- oder Spindeltriebes.
So einfach dies Verfahren ist, so haften ihm doch auch Mängel an. Zunächst wird man sehen, daß beim Verschieben des Rahmens auch das Lichtbild auf dem Projektionsschirm verschoben wird: es wandert herauf oder herunter. Ferner wird bei diesem Verfahren das Filmbild aus der »optischen Achse« gebracht; die Beleuchtung durch den Kondensor wird weniger gut und auch die Wiedergabe durch das Objektiv kann dabei leiden.
Man ging dann dazu über, mit dem Rähmchen gleichzeitig das Objektiv herauf bezw. herunter zu stellen. Dadurch wird erreicht, daß die Verschiebung des Lichtbildes auf dem Schirme eine ganz minimale wird und daß gleichzeitig die Mitte des Filmbildes in der optischen Achse des Objektives bleibt. Allerdings wird auch hier das Bild und mit ihm zusammen das Objektiv aus der Richtung des Strahlenkegels gebracht, und es kann dadurch unter Umständen eine Beeinträchtigung der gleichmäßigen Beleuchtung des Lichtbildes erfolgen, die sich aber durch Nachstellen der Lampe wieder gut machen lässt. Doch kann dieses Verfahren noch einen andern Nachteil mit sich bringen: wenn man nämlich das Objektiv auf- oder abwärts bewegt, so wird seine Stellung zur Blende verändert, und wenn die Blendenachse, wie dies meist der Fall ist, sich seitlich vom Objektiv befindet, so gibt es eine Verschiebung, die ein ungenaues Einsetzen der Blende zur Folge hat; die Blende wird dann etwas zu früh oder zu spät vorschlagen. Dieser Fehler lässt sich korrigieren durch eine entsprechende Vergrößerung der Blendflügel; er kann von vornherein vermieden werden, wenn man die Blendenachse senkrecht über oder unter dem Objektiv anbringt.
Die gemeinsame Verstellung von Rähmchen und Objektiv wird in der Regel durch folgende Anordnung erreicht. Das Objektiv ist in ein Rohrstück geschraubt, welches durch eine vor der Türe befindliche Platte getragen wird, und diese Platte, an der auch das Rähmchen angebracht ist, läßt sich durch einen Zahn- oder Spindeltrieb heben und senken. Die Abbildung Fig. 34 zeigt einen Apparat, welcher mit einer solchen Einrichtung versehen ist; durch Drehen des am Spindeltrieb angebrachten Griffes G wird die Platte mit Objektiv und Fensterrähmchen herauf oder herunter bewegt und dadurch das Filmbild, wenn es vorher nicht richtig saß, genau vor die Öffnung gebracht. Der dargestellte Kinematograph ist nach dem Schlägersystem gebaut: unten sieht man die Transporttrommel, auf deren Achse die Antriebskurbel angebracht ist, und links davon, unterhalb der Türe, die Schlägerscheibe. Oben befindet sich die Filmspule und darunter die Zahntrommel, welche den gleichmäßigen Vorschub des Filmbandes besorgt. Vor dem Objektiv arbeiten zwei vierflügelige, sich gegeneinander bewegende Blendscheiben.
Eine andere Lösung der Aufgabe, die falsche Stellung des Filmbildes in der Türöffnung zu korrigieren, besteht darin, daß man das ganze Werk in der Höhenrichtung verstellbar macht, wobei aber Objektiv und Türe nicht mit bewegt werden. Wenn dann beispielsweise das Filmband zu tief in der Türe sitzt, so hebt man das Werk an, wodurch der Film mitgehoben wird, und da die Türe stehen bleibt, so schiebt er sich darin hoch, und auf diese Weise kann man ihn also leicht in die richtige Stellung bringen.
Der ganze Mechanismus, mit Ausnahme von Türe und Objektiv, wird zu diesem Zweck an einer Platte oder einem Rahmen montiert, der sich in einer Führung hoch und tief stellen läßt; die Verstellung geschieht mittels eines Hebels oder eines Triebes. Man hat dieses Verfahren sowohl bei Apparaten mit Malteserkreuz, wie auch beim Schlägersystem angewandt; es bietet den Vorteil, daß die Beleuchtung des Lichtbildes in keiner Weise Einbuße erleidet, indem Türöffnung und Objektiv nicht verstellt werden. Doch gibt es auch hier einen Nachteil: die Blende wird mit dem Werk gehoben oder gesenkt, also vor dem Objektiv verschoben. Die Wirkung der Blende wird mithin auch hier bei der Korrigierung der Bildstellung ungenau, indem sie zu früh oder zu spät einsetzt -- es sei denn, daß die Blendenachse senkrecht über oder unter dem Objektiv gelagert ist.
Wenn wir die beiden letzten Methoden zur Korrigierung der Bildeinstellung vergleichen, so zeigt es sich, daß sie das gleiche Ziel auf entgegengesetztem Wege erreichen: die erstere besteht darin, Türöffnung und Objektiv in der Höhenrichtung zu verstellen, während bei der zweiten Methode das ganze Werk mit Ausnahme von Tür und Objektiv gehoben bezw. gesenkt wird.
Die Einrichtung des Filmbildes läßt sich nun auch dadurch erreichen, daß man nur den eigentlichen Bewegungs-Mechanismus oder ein Glied desselben verstellbar anordnet. Bei einem Apparat mit »Schläger« z. B. genügt es, wenn die Schlägerscheibe aufwärts bezw. abwärts bewegt wird; während bei Malteserapparaten die Zahntrommel mit Kreuz verstellbar zu machen ist. Dies Verfahren erfordert, daß gleichzeitig die Blendenstellung eine entsprechende Korrektur erfährt, da die Flügel sonst zu früh oder zu spät einsetzen werden, wenn nicht die Blendenachse senkrecht über oder unter dem Objektiv sitzt.
Es ist nun noch eine andere Methode anzuführen, die sich namentlich beim Schlägersystem leicht anwenden läßt. Dabei wird zwischen die Transporttrommel und die Schlägerscheibe eine Rolle eingeschaltet, über welche der Film läuft; diese Rolle kann mittels eines Hebels oder Triebes verstellt werden. In der Abbildung Fig. 35 ist die Anordnung skizziert; der Übersicht halber habe ich den Mechanismus, mit Hilfe dessen sich die Rolle auf- und abbewegen läßt, fortgelassen.
W ist die Transporttrommel, E der Schläger (Exzenter), T die Türe und R die Rolle. Wenn man nun die Rolle in die punktiert angedeutete Stellung S hebt, so wird der Film aus der Türe ein Stück vorwärts gezogen; wenn man sie hingegen senkt, so bleibt der Film beim nächsten Einschlagen des Exzenters in der Türe um ein Stückchen zurück. Es kann also auf diese Weise das Filmbild, falls es nicht genau in der Oeffnung sitzen sollte, richtig eingestellt werden. Man kann den Film auch unterhalb der Rolle R laufen lassen, die dann entsprechend tiefer sitzen muß. Diese Anordnung zeigt der in Abbildung Fig. 36 dargestellte Schläger-Apparat; die links von der Transporttrommel sichtbare Rolle, unterhalb welcher der Film hergeht, kann durch den großen Knopf K mittels Triebübersetzung verstellt werden. Auch bei Malteserkreuz-Apparaten läßt sich die Verstellung des Film mit Hilfe einer solchen Rolle in Anwendung bringen, indem die Rolle zwischen Türe und Transporttrommel angebracht wird.
Ich möchte hier noch ein Hilfsmittel erwähnen, das ebenfalls zur Korrigierung der falschen Bildeinstellung in der Türöffnung dient. Es besteht darin, daß die untere Zahntrommel auf ihrer Achse mittels eines Triebes drehbar angeordnet wird. Die Abbildung Fig. 37 zeigt eine solche Konstruktion. In einer einfacheren Ausführung geschieht diese Drehung mittels zweier ineinander greifender Zahnräder.
Es ist leicht einzusehen, daß das Filmbild in der Türe durch eine Verstellung der Transporttrommel auf ihrer Achse auf- oder abwärts verschoben wird, sodaß auf diese Weise eine falsche Bildeinstellung korrigiert werden kann. Die beschriebene Anordnung läßt sich aber nur bei Ruhestellung des Apparates anwenden, da der Triebknopf, wenn die Trommel in Rotation befindlich ist, wegen seiner exzentrischen Stellung nicht mit Sicherheit gehandhabt werden kann. Anders ist es bei der in Abbildung Fig. 38 skizzierten Konstruktion, wo der Triebknopf konzentrisch zur Achse sitzt und während des Betriebes ein Anhalten des Knopfes genügt, um eine Verschiebung der Trommel herbeizuführen. Es ist dazu an der Zahntrommel, die sich lose auf der Achse befindet, ein Zahnrad A angebracht während daneben fest auf der Achse ein gleich großes Zahnrad B sitzt. In diese beiden Zahnräder greift ein kleines, breites Zahnrad C, das in dem aufgesteckten Kopfe D gelagert ist. Hierdurch sind die Räder A und B verkuppelt und beim Betriebe läuft die Trommel mit der Achse, als wenn sie fest darauf säße. Wenn man nun aber den am Kopfe D angebrachten Triebknopf bei Ruhestellung des Apparates dreht, so bringt man das Zahnrad C auf dem fest und stillstehenden Rade B zum Laufen und dadurch wird das Rad A mit der Trommel in entgegengesetzter Richtung gedreht. Beim Betriebe genügt es, den Knopf festzuhalten; die Achse mit dem Rade B bewegt sich dann weiter, das Rad C gerät in Umdrehung und bewirkt mittels des Rades A eine Rückwärtsverschiebung der Trommel.
Die Schonung des Filmbandes im Mechanismus.
Bei der Ausführung des Apparates spielt die Schonung des Filmbandes eine große Rolle. Der Film soll weder verkratzt noch gerissen oder gezerrt werden; soll er überhaupt auf keine Weise Beschädigungen erleiden. Wie ich schon erwähnte, wird die Türe des Apparates so hergerichtet, daß der Film dort nur an den Seiten aufliegt, während das mittlere Stück, welches die Bilder trägt, ganz frei läuft. Nach diesem Prinzip werden nun nach Möglichkeit die anderen Apparat-Teile gebaut, mit denen der Film in Berührung kommt; insbesondere sind die Trommeln zwischen den beiden Zahnkränzen vertieft und desgleichen die Rollen, die den Film gegen die Trommeln drücken.
Wenn auf diese Weise die Bildschicht gegen Beschädigungen bewahrt bleibt, so gilt es nun weiterhin, das Filmband selbst möglichst zu schonen, denn die ruckweise Weiterbewegung stellt bei ihrer großen Geschwindigkeit immerhin Anforderungen an das Filmmaterial. Man muß naturgemäß sein Augenmerk in erster Linie auf den Bewegungsmechanismus richten, und zwar auf die Stelle, wo der Film gefaßt und vorwärts gezogen wird. Wie wir wissen, spielt bei der Weiterbewegung die Perforation eine große Rolle; ja, sie muß den Ruck der Weiterbewegung aushalten, denn mit Hilfe der Löcher, in welche der Mechanismus eingreift, wird das Filmband vorwärtsgezogen.
Werden beim Transport nur zwei Löcher der Perforation gefaßt, wie beim »Greifersystem« mit einfacher Gabel, deren »Zinken« rechts und links in ein Loch eingreifen, so konzentriert sich der Ruck auf diese beiden kleinen Stellen und diese sind daher, falls in der Weiterbewegung irgend ein Hemmnis eintreten sollte, stark gefährdet. Zweckmäßiger muß ein Mechanismus erscheinen, bei welchem der bewegende Teil in mehrere Löcher gleichzeitig eingreift, sodaß sich die Gewalt des Ruckes auf eine größere Strecke des Filmbandes verteilt. Man hat daher den Greifer, wie oben schon erwähnt, auch mit einer mehrteiligen Gabel versehen. Beim Malteserkreuz- und Schlägersystem führt man den Film ein Stück um die Transporttrommel herum, und namentlich bei dem letzteren System steht es ohne weiteres frei, die Trommel recht groß zu nehmen, sodaß eine ganze Reihe von Zähnen gleichzeitig in die Perforation faßt und zum Transport mitarbeitet.