Part 19
Eine andere Anordnung benutzt statt der Uhr drei Glühlampen von verschiedenen Farben, die am Kinematograph-Mechanismus oder dicht daneben angebracht sind. Bei richtigem Laufe beider Apparate brennt die mittlere Lampe, die weiß sein mag; läuft der Kinematograph vor oder bleibt er zurück, so brennt die rote oder grüne Lampe rechts bezw. links. Ein gänzlich anderes Prinzip verfolgt ein System, bei dem in der Ecke der Projektionswand ein rotierendes optisches Signal erscheint, das durch das Werk der Sprechmaschine in Tätigkeit gesetzt wird und das der Vorführer von seinem Stande aus verfolgen muß, um danach den Lauf seines Apparates zu regeln.
Man hat auch Vorrichtungen ersonnen, die den Gleichlauf selbsttätig kontrollieren. Eine solche kann z. B. mit der elektrischen Uhr, die einen normalerweise ruhig stehenden Zeiger besitzt, verbunden werden. Wenn der Kinematograph, der durch einen Motor angetrieben wird, zu langsam läuft, so schlägt der Zeiger nach links aus; dabei berührt er nun einen Kontakt, der durch Schließen eines Stromkreises bewirkt, daß der Regulierwiderstand des Motors entsprechend verändert wird und daß letzterer einen rascheren Lauf annimmt. Ist die Geschwindigkeit des Mechanismus zu groß, so schlägt der Zeiger nach rechts aus und berührt dabei einen zweiten Kontakt, der in umgekehrter Weise auf den Regulierwiderstand einwirkt und eine Verlangsamung des Motors herbeiführt.
In der Regel kommt bei der Darstellung des »Tonbildes« -- so nennt man diese Vorführungen -- das Grammophon zur Verwendung, das mit Schallplatten arbeitet, im Gegensatz zum Phonograph, bei dem Walzen benutzt werden. Die Aufnahmen von Bild und Ton werden nicht gleichzeitig, sondern getrennt vorgenommen, und zwar erfolgt die eine an Hand der anderen; in der Regel wird zuerst die Tonaufnahme gemacht und darnach die kinematographische.
Fehlerhafte Erscheinungen beim Arbeiten mit dem Kinematograph.
Zunächst möchte ich auch hier davon abraten, sofort, wenn der Apparat beschafft ist, Vorstellungen zu geben, wie dies vielfach oder gar meistens geschieht; man nehme sich soviel Zeit, als nötig ist, die Konstruktion und deren Handhabung in allen Teilen gründlich kennen zu lernen. Wenn dabei Mißerfolge eintreten, so prüfe man ruhig und sachlich. Dabei mögen die folgenden Ausführungen als Anhalt dienen. Fehlerhafte Erscheinungen bei der Darstellung des Lichtes habe ich hier nicht mit aufgenommen, da solche in der Beschreibung der Lichteinrichtungen schon berücksichtigt wurden.
_Zerspringen der Kondensorlinsen_ wird vielfach hervorgerufen durch zu rasche Erhitzung derselben bei der Inbetriebsetzung, wie auch durch plötzliche Abkühlung nach der Vorführung. Man wärme die Linsen langsam an, indem man die brennende Lampe erst nach und nach dem Kondensor nähert, und schütze sie andrerseits auch nach der Vorführung, wenn man die Lampe ausgelöscht hat, gegen kalten Luftzug. Die Linsen sollen ferner nicht zu fest in der Fassung sitzen, sondern Spiel haben für die Ausdehnung, die mit der Erwärmung erfolgt. Beim Arbeiten mit Kalklicht ist darauf zu achten, daß man das Kalkstück rechtzeitig dreht; die Stichflamme frißt nämlich ein Loch darein und dieses kann bei unglücklicher Stellung wie ein Reflektor die Flamme direkt gegen die Linse werfen, worauf letztere unfehlbar platzen wird. Auch ein Sprung im Kalkstück kann eine solche Reflexion gegen den Kondensor bewirken. Beim elektrischen Bogenlicht gefährdet der Flammbogen, namentlich bei hoher Stromstärke, die Linse erfahrungsgemäß dann, wenn man ihn zu groß werden läßt. Es gilt das besonders für solche Fälle, wo man mit höherer Spannung, z. B. 220 Volt, arbeitet; bei niedriger Spannung kann man den Lichtbogen nicht so groß werden lassen, da die Lampe dann auslöscht. Man stelle auf jeden Fall die Kohlen zeitig nach; dies sollte man schon tun, um das Licht gleichmäßig zu halten.
_Beschlagen der Linsen._ Dieser Fehler macht sich bei der Projektion durch einen Schleier über das Lichtbild bemerkbar. Er rührt davon her, daß die Kondensorlinsen kalt waren und bei der starken Erwärmung sich Wasserdampf darauf niedergeschlagen hat (gerade so wie die Brillengläser beschlagen, wenn man aus der Kälte ins warme Zimmer kommt). Man sorge von vorneherein für Vorwärmung der Linsen; dann tritt diese störende Erscheinung nicht auf. Hat man ersteres versäumt, so muß man den Niederschlag durch einen weichen Lappen abreiben. Die Linsen müssen ferner Ventilation haben; wenn diese ausreichend ist, so zieht der Wasserdampf ab.
_Schatten im Bildfeld._ Die Fehler, welche eine falsche Zentrierung der Lampe hervorruft, sind auf Seite 193 besprochen und durch eine Abbildung (Fig. 99) veranschaulicht. Gelingt es nicht, nach der dort gegebenen Anweisung ein gleichmäßig weißes Bildfeld zu erzielen, so ist die optische Anordnung nicht richtig. Der Kinematograph-Mechanismus muß alsdann in einen näheren oder größeren Abstand vom Kondensor gebracht werden, oder aber die Brennweite des Kondensors paßt nicht zu derjenigen des Objektives und es muß eine entsprechend andere Linsenzusammenstellung für den Kondensor genommen werden. Unter Umständen kann auch eine geeignete Hilfskondensierungslinse, die gegen die Türe des Apparates kommt, abhelfen.
Gelbrote Ecken oben oder unten im Bildfeld zeigen sich zuweilen bei Apparaten, welche für das Filmbild einen verstellbaren Rahmen besitzen, und zwar tritt der Fehler bei Verstellung des Rahmens dann auf, wenn dieser aus dem Beleuchtungsfeld gebracht wird. Man muß dann die Lichtquelle nachzentrieren. Um diese Erscheinung zu vermeiden, zentriere man von vorneherein derart, daß das Bildfeld bei jeder Einstellung des Rahmens gleichmäßig weiß bleibt.
_Teilweise Unschärfe des Bildes._ Zunächst prüfe man nach, ob die Linsen des Objektives richtig zusammengesetzt sind, wie es die Abbildung auf Seite 90 angibt. Bei Objektiven mit Auswechselfassung ist ferner zu beachten, daß der Linsentubus richtig eingesetzt wird: die beiden durch einen Ring getrennten Linsen müssen dem Kondensor zugekehrt sein, während die verkittete Linse nach vorne zeigen soll. Bei falscher Zusammensetzung des Objektivs bekommt man entweder nur die Mitte des Bildes scharf oder nur die Randpartien.
Ferner ist folgendes zu beachten. Hat man einen Apparat, bei dem die Einrichtung des Filmbildes durch Verstellen der Rahmenöffnung nach oben und unten geschieht, während dabei das Objektiv nicht mit bewegt wird, und ist letzteres für kurze Distanz bestimmt, so vermeide man es möglichst, den Rahmen weit aus der Mittelstellung zu entfernen. Bei den kurzbrennweitigen Objektiven ist nämlich die scharfe Zone entsprechend klein, und durch Verstellen des Rahmens kommt man hier leicht in Gefahr, das Bild über diese Zone herauszubringen, wodurch dann der obere oder untere Rand desselben unscharf wird. Man trachte also bei derartigen Einrichtungen darnach, den Film von vorneherein so einzuspannen, daß nachher keine Korrektur oder höchstens eine geringe notwendig ist.
Objektive kurzer Brennweite, die zur kinematographischen Projektion auf kurze Entfernung benutzt werden und die hauptsächlich beim »Durchwerfen« des Bildes zur Verwendung gelangen, neigen überhaupt dazu, das ganze Bildfeld nicht gleichmäßig scharf wiederzugeben. Wer in bezug auf die Schärfe hohe Ansprüche stellt -- und solche sollte man im Interesse der Darbietung stellen -- muß sich ein teureres Instrument beschaffen.
Eine teilweise Unschärfe des Lichtbildes -- Mitte scharf und Ränder unscharf oder umgekehrt -- kann auch dadurch hervorgerufen werden, daß der Film außerhalb der Türe nicht absolut flach liegt, sondern sich dort krümmt. Der Film neigt dazu, sich krumm zu ziehen, und er kann dieser Neigung folgen, wenn die Klemmvorrichtung der Türe ihn nicht genügend hält. Ein solches Hohllaufen des Filmbandes wird begünstigt durch einen zu breiten Ausschnitt (Fenster). Es ist da in dieser oder jener Weise Abhilfe zu schaffen. Auch mag es vorkommen, daß infolge sehr langer Benutzung die Aufschlagflächen (Schienen) der Türe abschleißen und in der Mitte hohl werden. Alsdann wird das Bild immer nur oben und unten scharf erscheinen oder nur in der Mitte. In solchem Falle muß der Apparat instand gesetzt werden.
Unschärfe auf einer Seite des Lichtbildes, rechts oder links, tritt auf, wenn der Apparat schräg gegen die Projektionswand gerichtet ist. Er sollte möglichst senkrecht gegen die Mitte des Schirmes zeigen. Der gleiche Fehler wird durch unzentrische Anordnung des Objektives bewirkt.
_Völlig verschwommene Bilder._ Die Ursache ist vielleicht darin zu suchen, daß der Abstand des Objektives zum Film nicht richtig ist, ein Fehler, der namentlich bei Beschaffung eines neuen Objektives häufig gemacht wird. Um sich zu vergewissern, schraube man das Objektiv ab, halte es dem Fenster gegenüber so gegen die Wand, daß ein scharfes Bild der Fenstersprossen auf einem an die Wand gehefteten Blatt weißen Papieres erscheint, und messe dann den Abstand des Objektives zum Papier: in diesen Abstand muß das Objektiv vom Film gebracht werden. Bei Objektiven, die für kurze Entfernungen bestimmt sind, ist dieser Abstand klein, und da kann es bei manchen Kinematograph-Mechanismen vorkommen, daß die Konstruktion überhaupt nicht gestattet, das Instrument hinreichend nahe an den Film heranzubringen.
Eine Unklarheit des Bildes kann ferner dadurch herbeigeführt werden, daß der Apparat beim Betrieb vibriert; das Lichtbild zittert dann und erscheint dem Auge verschwommen. Um solches festzustellen, prüfe man die Schärfe bei stehendem Bild; ist diese gut, während das Bild beim Betriebe unklar wird, so muß man für bessere Stabilität des Mechanismus sorgen; insbesondere richte man seine Aufmerksamkeit auf die Blende und kontrolliere, ob diese nicht schlägt und den Apparat erschüttert.
Schließlich ist noch daran zu erinnern, daß auch falsche Blendenstellung eine Verschwommenheit des Bildes verschulden kann. Schlägt nämlich die Blende stets in dem Augenblicke vor, wo der Film ruht, und gibt sie das Licht frei zu der Zeit, wo sich der Film in Bewegung befindet, so gibt es auf der Wand ein verwaschenes Wirrwarr und es ist niemals möglich, so ein klares Bild zu erhalten. Wie die Blende genau eingestellt werden muß, darüber ist weiter oben ausführlich berichtet.
_Flimmern des Bildes._ Wodurch das Flimmern hervorgerufen wird, diese Frage habe ich eingangs ausführlich behandelt, desgleichen habe ich dargetan, was zur Vermeidung bezw. Abschwächung dieser unangenehmen Erscheinung geschehen kann. Hier sei nur kurz auf die verschiedenen Punkte hingewiesen. An dem Flimmern ist der stete Wechsel von Hell und Dunkel schuld, der nicht zu vermeiden ist, da der Übergang von einem Bild zum ändern durch eine Blendescheibe verdeckt werden muß. Die Stärke des Flimmerns hängt ab von der Größe der Blende und diese wieder von der Konstruktion des Bewegungs-Mechanismus.
Von Einfluß auf die Stärke des Flimmerns ist ferner die Form der Blende; durch Benutzung einer geeigneteren Blende, insbesondere einer solchen mit einem oder zwei »zwischenschlagenden« Flügeln, kann man unter Umständen in erheblichem Maße Abhilfe schaffen. Zu beachten ist weiterhin, daß Bilder mit großen weißen Flächen stärker flimmern als durchweg gedeckte Szenen.
Von Wichtigkeit ist es, meine oben gegebene Regel einzuhalten: nämlich dem Film nur soviel Licht zu geben, als zur Erzielung klarer Bilder nötig ist; denn jedes Zuviel an Licht fördert das Flimmern ganz bedeutend. Ein weiteres Hilfsmittel, das Flimmern zu dämpfen, besteht in Anwendung von Farbscheiben sowie im Färben oder Kolorieren der Films.
_Flickern des Bildes._ Das »Flickern« rührt her von vielen Flecken und Kratzen im Film, die wie toll hin und her springen, namentlich in den hellen Stellen des Bildes. Gegen diesen Fehler, der mit dem Flimmern oft verwechselt wird, kann auch der beste Apparat nicht helfen. Man kann sich vor dieser unangenehmen Erscheinung nur bewahren durch Verwendung reiner Films, die man schont und gut pflegt.
_Regnen und Ziehen des Bildes._ Streifen im Bilde, die von oben nach unten gehen, sind die Folgen durchgehender Kratzen und Schrammen im Film. Zieht das ganze Bild auf der Wand, so ist anzunehmen, daß die Blende fehlt oder nicht richtig steht.
_Falsche Einstellung der Verschlußblende._ Für ein gutes Funktionieren des Apparates ist es unbedingt erforderlich, daß die Blende richtig eingestellt ist. Der Blendflügel muß in dem Augenblick das Objektiv verdeckt haben, wo der Film sich zu bewegen beginnt, und er muß das Objektiv wieder öffnen, sobald der Film die Ruhestellung angenommen hat. Ist die Blende falsch eingestellt, so wird je nach dem Grade der falschen Einstellung der Wechselvorgang ganz oder teilweise sichtbar gemacht, während das ruhigstehende Filmbild zeitweise verdeckt wird. Infolgedessen verliert das Lichtbild an Plastik und erscheint unter Umständen völlig verschwommen. Ein Fehlen der Blende macht sich durch Mangel an Plastik und durch ein »Ziehen« oder »Regnen« bemerkbar. Man muß, falls eine solche Erscheinung auftritt, die Stellung der Blende kontrollieren, und zwar geschieht dies folgendermaßen. Nachdem ein Film eingespannt ist, dreht man das Werk ganz langsam, am besten am Schwungrade, und beobachtet den Augenblick, wo der Film in der Türe anfängt sich zu bewegen. In diesem Moment muß die Blende das Objektiv gerade verschließen. Alsdann dreht man weiter und beobachtet den Moment, in dem der Film wieder in Ruhe kommt, und kontrolliert, ob die Blende jetzt beginnt, das Objektiv zu öffnen. Hat die Verschlußblende zwei oder mehrere verschieden große Flügel, so dient zum Abdecken der größte.
_Vibrieren oder Tanzen des Bildes._ Man muß da zweierlei unterscheiden: Erstens ein Auf- und Abgehen des ganzen Lichtbildes auf dem Projektionsschirme und zweitens ein Vibrieren der Bildkonturen allein, wobei das Bildfeld selbst stehen bleibt. Das Auf- und Abschwanken des ganzen Bildfeldes, wie man es zuweilen bei kinematographischen Vorführungen mehr oder minder stark wahrnehmen kann, hat seinen Grund darin, daß es dem Apparat an einer genügend festen Aufstellung fehlt. Entweder ist dann der Tisch oder der Gegenstand, worauf sonst der Kinematograph steht, wackelig oder der Mechanismus ist nicht fest auf seiner Unterlage montiert; auch kann die Befestigung des Objektives unzureichend sein. Man muß bedenken, daß sich bei der starken Vergrößerung auch die geringste Erschütterung des Apparates bemerkbar macht. Nehmen wir nur ein Beispiel: das Lichtbild sei 2-1/2 Meter breit, die Vergrößerung mithin 100 fach; es wird sich dann auch der Fehler des Vibrierens verhundertfachen, und ein Vibrieren des Objektivs um 1/2 Millimeter wird also z. B. ein Schwanken des Lichtbildes um 5 Zentimeter zur Folge haben. Man kann dabei in der Regel beobachten, daß das Auf- und Abwogen des Lichtbildes in regelmäßigen Perioden vor sich geht und mit der Bewegung des Armes beim Drehen der Kurbel zusammenfällt. Abhilfe ist leicht dadurch zu schaffen, daß man dem Apparat die erforderliche Stabilität gibt.
Wir kommen nun zu der ändern Erscheinung, dem Tanzen des Bildes innerhalb des Bildfeldes, dessen Umrahmung dabei auf dem Schirm unbeweglich bleibt. Für diesen Fehler gibt es verschiedene Ursachen, und zwar kann er zunächst im Film selbst zu suchen sein. Wenn nämlich bei der Aufnahme das Stativ nicht absolut fest war und der Apparat, sei es auch nur im geringen Maße, wackelte, so muß natürlich auch die Wiedergabe mit dem Projektionsapparat »verwackelt« herauskommen. Ferner kann ein Vibrieren des Lichtbildes entstehen, wenn die Perforation durch Überanstrengung »ausgeleiert« ist; denn in diesem Falle wird das Filmband nicht mehr mit der erforderlichen Genauigkeit transportiert. Ob nun der Film aus dem einen oder ändern Grunde an dem Vibrieren schuld ist, ergibt sich leicht aus weiteren Beobachtungen, wobei man darauf achtet, ob das Bild bei anderen Films ruhig steht. Zeigen aber sämtliche Films ein gleiches Vibrieren, so ist anzunehmen, daß die Ursache der Erscheinung wo anders liegt, und zwar muß sie dann im Apparate zu suchen sein. Da gilt es in erster Linie, die Türe auf ihre Wirkungsweise zu prüfen. Wie oben ausgeführt wurde, ist es Aufgabe der Türe, den Film in der Projektionsstellung festzuhalten und durch Einklemmen zu verhindern, daß er bei der ruckweisen Vorwärtsbewegung ein Stückchen zu weit fliegt. Wenn nun aber die Federpressung in der Türe nicht stark genug ist und der Film dort zu viel »Spiel« hat, so wird ein Auf- und Abtanzen des Bildes die unausbleibliche Folge sein. Man wird mithin, um festzustellen, ob hier der Fehler liegt, den Film in der Türe kräftiger einklemmen, was vielfach dadurch geschehen kann, daß man mit der linken Hand die Türe fester andrückt.
Wo hat man nun weiter zu forschen, wenn hierdurch keine Abhilfe geschaffen wird? Ohne Zweifel im Bewegungs-Mechanismus. Es liegt auf der Hand, daß nur bei äußerst präzisem Arbeiten dieses Mechanismus ein ruhiges Stehen des Bildes möglich ist und daß jede Ungenauigkeit Störungen hervorrufen muß. Ungenauer Gang des Werkes kann begründet sein in fehlerhafter Ausführung oder in der Ausleierung des einen oder anderen Teiles. Worauf es bei den verschiedenen Systemen ankommt, ist oben in der Beschreibung der Konstruktionen bereits ausgeführt. Bei Schläger-Apparaten z. B. hängt das tadellose Funktionieren ab von der Transporttrommel, der Schlägerscheibe und dem sicheren Ineinandergreifen der diese beiden Teile verbindenden Zahnräder; beim Malteserkreuz-System von der Zahntrommel mit dem Kreuz und der darein arbeitenden Eingriffscheibe. Wichtig ist dabei die feste Lagerung der Achsen und die Vermeidung »toten Ganges«.
_Springen des Bildes._ Man sieht zuweilen, daß das Bild plötzlich »springt«, d. h. einige Zwischenszenen überschlägt. Diese Erscheinung läßt sich leicht erklären: es ist aus dem Film ein Stück mit mehreren Bildern, die beschädigt waren, ausgeschnitten; man wird dann dort eine Klebestelle finden. Allerdings können die Bilder auch schon im Aufnahmefilm (Negativ) entfernt worden sein; in diesem Falle ist am Positivfilm, wenn man ihn durch die Hand zieht, ohne weiteres nichts davon zu bemerken.
Ein Springen des Filmbandes um den Teil eines Bildes, wobei sich also das Filmbild aus der Türöffnung verschiebt, findet statt, wenn der Film falsch verklebt ist. Man muß den Film dann zerschneiden und richtig zusammenkleben. Wie dies zu geschehen hat, darüber wurde oben eingehend berichtet.
_Überhastete oder zu langsame Bewegungen im Lichtbilde._ Solche Erscheinungen rühren einfach daher, daß der Mechanismus zu schnell bezw. zu langsam gedreht wird. Der Vorführer muß das Lichtbild im Auge halten und die Geschwindigkeit des Drehens so bemessen, daß die Bewegungen möglichst natürlich wiedergegeben werden. Wohl ist zur Erreichung eines Effektes gelegentlich eine Verlangsamung oder Beschleunigung zulässig. Vielfach wird der Apparat zu rasch gedreht.
_Rückwärtslaufende oder schleifende Räder._ Bei Szenen mit sich bewegenden Fahrzeugen beobachtet man häufig, daß die Räder zu stehen, zu schleifen oder gar rückwärts zu laufen scheinen, während das Gefährt vorwärts geht. Das ist eine optische Täuschung, die im Prinzip des Kinematographen begründet ist. Insbesondere das Stehen der Räder ist leicht zu erklären. Die kinematographischen Aufnahmen werden in gewissen Zeitintervallen gemacht; wenn nun während dieser Zwischenzeiten das Rad sich jeweils soviel weiterbewegt, daß immer eine Speiche gerade an die Stelle der folgenden gekommen ist, so ist für das Auge keine Verschiebung der Speichen wahrzunehmen, weil eine Speiche aussieht wie die andere. Anders würde es sein, wenn eine der Speichen eine von den andern abweichende Form besäße; da würde das Auge sehen, daß diese Speiche sich weiterdreht. Der Vorführer kann dagegen nichts tun; denn die Erscheinung ist bei der Aufnahme festgelegt und »sitzt« also im Film.
_Fehlerhafte Transportierung des Filmbandes._ Der Film wird zeitweise von der Transporttrommel nicht mitgenommen. In solchem Falle sind die Zähne der Trommel zu klein oder abgeschlissen oder die Druckrollen sitzen nicht richtig auf. Gefördert wird dieser Übelstand durch Unregelmäßigkeiten im Film, wie schlechte Klebstellen, starke Knicke und Beschädigungen der Perforation; auch eine vom Maße der Zahntrommel abweichende Perforation kann mit dazu beitragen.
_Schieflaufen des Filmbandes auf der Transporttrommel._ Dieser Fehler zeigt sich eher oben auf der Vortransporttrommel als auf der Trommel des Bewegungsmechanismus. Er wird hervorgerufen durch einseitiges Andrücken oder schiefes Aufsitzen der Druckrollen und wird gefördert durch zu kleine oder abgeschlissene Zähne und durch abweichende Perforation. Man prüfe ferner, ob der Film auch in gerader Richtung von der Spule auf die Trommel läuft und nicht etwa schief zugeführt wird.
_Schlechtes Funktionieren der Aufrollvorrichtung._ Die Spule, worauf der Film aufgewickelt wird, läuft nicht gehörig mit. Das gibt eine unangenehme Störung, die beseitigt werden muß. Geschieht der Antrieb der Aufrollvorrichtung durch einen Gummi- oder Drahtspiralzug, so wird man finden, daß dieser nicht genügend »durchzieht« und auf dem Rade schleift. Das Gummi oder die Spirale muß also entsprechend strammer gespannt werden, eventuell schneidet man aus der Spirale ein Stück heraus und fügt die Enden wieder zusammen. Eine Spirale aus dünnem Draht faßt meist besser als eine solche aus dickem Draht; sie darf nicht geölt werden, weil sie dann leichter über die Räder gleitet.
Bei manchen Apparaten wird die Aufrollvorrichtung durch eine Kette oder vermittels Zahnradübersetzung angetrieben, und das Mitnehmen der Spule geschieht mit Hilfe von Friktionsscheiben. Dabei muß die Reibung zwischen diesen Scheiben hinreichend stark sein, damit die zum strammen Aufwickeln des Filmbandes erforderliche Kraft, die übrigens mit größer werdender Rolle zunimmt, überwunden wird. Ist die Reibung nicht genügend, was besonders dann eintritt, wenn die Reibungsflächen des dazu verwandten Leders oder sonstigen Materials sich geglättet haben, so läuft die Spule nicht ordentlich mit. Man muß dann für Aufrauhung der Flächen und eventuell Anspannung der Feder, welche die Scheiben gegeneinander drückt, Sorge tragen. Wird indessen die Spule von der Aufrollvorrichtung zu kräftig vorwärts bewegt, so kann dadurch anfangs ein Zerreißen des Filmbandes herbeigeführt werden.
_Zerreißen des Filmbandes oder Ausreißen der Perforation._ Dies wird durch eine Stockung des Film verursacht; der Film sitzt an irgend einer Stelle fest, unten zerrt aber der Bewegungs-Mechanismus ihn vorwärts und die Transporttrommel wühlt nun mit ihren Zähnen in der Perforation, diese ausreißend. Unter Umständen wird der Film dabei ganz durchgerissen, was namentlich dann leicht der Fall ist, wenn an der Stelle schon ein Einriß vorhanden war.
Wann wird nun eine solche Hemmung des Filmbandes eintreten? In erster Linie wird sie erfahrungsgemäß dadurch veranlaßt, daß man beim Einspannen vergessen hat, zwischen Vortransporttrommel und Türe eine hinreichend große Schlaufe zu bilden. Ferner kann dies eintreten, wenn die Filmspule oben sich auf der Achse klemmt, so daß das Band dem Zuge nicht mehr folgen kann. Eine weitere Ursache für solche Beschädigungen ist unter Umständen darin zu finden, daß der Film streckenweise etwas zu breit ist, und sich nun in der Türe festklemmt, und schließlich auch darin, daß der Film mit einer eingerissenen Stelle oder einer schlechten Klebstelle beim Vorschub oder in der Türe hängen bleibt. Auch zu kräftiges Anziehen der Aufrollvorrichtung kann, wie erwähnt, zum Zerreißen des Filmbandes führen.
_Einrisse an der Perforation._ Solche mögen dadurch entstehen, daß die Perforation des Filmbandes etwas abweicht vom Maße der Zahntrommel; der Abstand der Löcher ist dann weiter oder enger als der Abstand der Zähne, und der Film wird daher auf der Trommel gezerrt oder gebeult. Schlecht aufpassende Perforation macht sich meist durch ein Knistern bemerkbar.