Handbuch der Geschichte der Buchdruckerkunst. Zweiter Teil Wiedererwachen und neue Blüte der Kunst. 1751-1882.

v. Braumüller selbst und sind dem Vorwort zu seinem Jubelkatalog

Chapter 219,281 wordsPublic domain

entnommen. Es ist eine eigene Sache, in einem geschichtlichen Buch jemand sein eigenes Lob aussprechen zu lassen; wenn man jedoch mit gutem Gewissen jedes Wort unterschreiben kann, weshalb dann nicht? -- C. BEYER, Wilh. v. Braumüller und Heinr. v. Cotta.

[Sidenote: Museum für Kunst.]

[Sidenote: Gesellschaft für vervielf. Kunst.]

Äusserte sich der Einfluss von Braumüller zunächst auf den Werkdruck zu wissenschaftlichen Zwecken, so hat Wien das Glück, zwei ebenso bedeutende Förderer der Verbindung der graphischen illustrierenden Künste mit der Typographie zu besitzen: das MUSEUM FÜR KUNST UND INDUSTRIE und die GESELLSCHAFT FÜR VERVIELFÄLTIGENDE KUNST. Wenn es in Wien möglich geworden ist, Werke zu schaffen, in welchen Radierung, Xylographie, Hochätzung, Farben- und Lichtdruck in glücklichster Weise zusammenwirken und öfters nahe an die Vollkommenheit reichen, so haben die beiden erwähnten Anstalten durch die von ihnen ausgehenden Anregungen und Druckwerke den Vorwärts-Bestrebungen Wiens einen mächtigen Vorschub geleistet[256].

[256] EITELBERGER, Die Kunstbewegung in Österreich. 1878.

[Sidenote: Prachtwerke.]

Unter den Erscheinungen des Museums behaupten Teirichs »Blätter für Kunstgewerbe« einen hervorragenden Platz. Die Gesellschaft für vervielfältigende Kunst brachte eine Reihe brillanter Publikationen; den grössten Einfluss übt sie jedoch durch ihre Zeitschrift »Die graphischen Künste«, welche nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch ihre vorzügliche technisch-artistische Ausführung belehrend und fördernd wirkt.

Unter der Ägide des Vorstandes der K. K. Kämmerei, des kunstsinnigen Grafen v. Crenneville, erschien ebenfalls eine Anzahl der schönsten Prachtwerke. »Die Kunstwerke der Schatzkammer des österreichischen Kaiserhauses« (1870-1873), »Schloss Schönbrunn« (1875), »Der kaiserliche Thiergarten« (1876), »Laxenburg« (1877). In neuester Zeit kommt zu diesen Erscheinungen das »Jahrbuch der künstlerischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses«, zu welchem als Beilagen der »Frydal«, der »Theuerdank«, der »Weisskunig«, der »Triumph«, die »Ehrenpforte«, die »Heiligen aus der Familie des Kaisers« gegeben werden, alles Werke, die von dem Kaiser Maximilian veranlasst oder vorbereitet waren und zu welchen die Originale der grossen Zeichenkünstler von damals noch vorhanden sind.

[Sidenote: Buchdrucker-Verein.]

Aber auch die Buchdrucker selbst haben als Korporation die Hände nicht in den Schoss gelegt. Der unter vielen Opfern im Jahre 1874 gegründete Buchdrucker-Verein hatte zwar zunächst die materiellen und sozialen Verhältnisse des Geschäfts vor Augen, liess jedoch die Fachzeitschrift »Österreichische Buchdrucker-Zeitung« erscheinen, die bestrebt war, nicht nur für die obgedachten Interessen, sondern auch für die technische Bildung zu wirken. Der Verein löste sich zwar im Jahre 1880 wieder auf, die Zeitung besteht jedoch fort im Besitz des »Graphischen Klubs«, der ausserdem durch Vorträge, Ausstellungen und technische Diskussionen anzuregen sucht. Auch das Gehülfenblatt »Vorwärts« folgt dem Beispiel des »Correspondent« und widmet seine Aufmerksamkeit jetzt nicht nur den sozialen Interessen, sondern auch der Technik und der Geschichte.

[Sidenote: G. Gistel * 16. Okt. 1825, [+] 10. Mai 1883.]

Durch die Bemühungen des Vereins ist auch seit 1874 eine Fachschule errichtet, von der gute Erfolge zu erwarten sind. Die Seele dieser Vereinsbestrebungen ist namentlich G. GISTEL gewesen. Auch um den Unterstützungs-Verein der Buchdrucker und Schriftgiesser Niederösterreichs und die Pensionskasse für Faktoren und deren Witwen hatte Gistel grosse Verdienste, war auch bei allen Tarifverhandlungen, bei der Säkularfeier, kurz bei jeder Gelegenheit, wo die Buchdrucker vereinigt auftraten, bereit, seine Kräfte dem Allgemeinen rückhaltslos zu opfern.

[Sidenote: L. C. Zamarski.]

An Bedeutung der Staatsdruckerei am nächsten stehend ist die Offizin L. C. ZAMARSKI (früher H. ENGEL & SOHN und L. C. Zamarski), die namentlich in der Gründerperiode eine erstaunliche Masse von Wertpapieren druckte. Die Anstalt, welche unter der Leitung von A. PIETZSCH sich vortrefflich bewährt hat, wurde 1881 an die Papierfabrik STEYERMÜHL um 800000 Gulden verkauft und mit einem Kapital von 3700000 Gulden in eine Aktiengesellschaft umgeformt. Es werden in der Anstalt die »Neue Illustrirte Zeitung«, das »Wiener Tageblatt«, die »Vorstadt-Zeitung« und die »Deutsche Zeitung« gedruckt. Vorzüglich sind ihre, unter Leitung von A. Frantz hergestellten Heliographien. Die Offizin arbeitet mit 28 Schnellpressen und beschäftigt gegen 350 Personen. ENGELS ERBEN befassen sich namentlich mit lithographischen Arbeiten; sie lieferten u. a. die japanischen Postmarken.

[Sidenote: R. v. Waldheim.]

Ein vielseitiges, grosses Institut ist ebenfalls die Verlagsbuchhandlung und Artistische Anstalt von R. V. WALDHEIM (22 Schp., 25 Hdp. und gegen 250 Arbeiter), die eine bedeutende Zahl von illustrierten Werken namentlich technischen Inhalts herausgiebt und vielen technischen, kriegswissenschaftlichen oder in das Eisenbahnwesen einschlagenden Zeitschriften, wir nennen nur Teirichs »Blätter für das Kunstgewerbe« und die »Allgemeine Bauzeitung«, druckt, verlegt oder debitiert, auch viele Accidenzien liefert.

[Sidenote: C. Fromme.]

CARL FROMME zeichnet sich besonders durch seine geschmackvollen und korrekten Accidenzarbeiten aus. Eine Spezialität, die er mit Virtuosität betreibt, ist der Kalenderdruck. Typographische Kraftstücke Frommes sind die Bilderreihe der Regenten Österreichs und die Stammtafel der Zisterzienser-Klöster. Diese zehn Meter lange Tafel besteht aus 108 Formen, in zwei Farben ausgeführt. Der Druck und die Zurichtung sind so vorzüglich, dass die Zusammensetzung dem Auge vollständig unbemerkbar ist.

[Sidenote: Rollinger & Mössner.]

[Sidenote: A. Holzhausen.]

[Sidenote: G. Gistel.]

[Sidenote: Fr. Jasper.]

Die Arbeiten von ROLLINGER & MÖSSNER sowohl im Accidenz- als im Werkdruck gehören mit zu den vollendetsten der neueren Typographie. Die Genannten zählen unter die nicht zu zahlreichen Buchdrucker, welche nichts für unbedeutend halten und eben deshalb Mustergiltiges liefern, z. B. die »Geschichtsquellen der Stadt Wien«. Zu derselben Klasse, jedoch meist in anderer Richtung arbeitend, gehört ADOLF HOLZHAUSEN, dessen Offizin an orientalischen Schriften sehr reich ist und dessen Drucke denen der Staatsdruckerei vollkommen ebenbürtig sind. Er lieferte den Druck des oben erwähnten Jahrbuchs der kaiserlichen Sammlungen und Albrecht Dürer würde gewiss den »Ansichten aus der Presse« von seinen und der gleichzeitigen Meister Arbeiten sein _imprimatur_ nicht verweigert haben. Zu den strebsamen Buchdruckern der jüngsten Zeit gehören der erwähnte G. GISTEL und FR. JASPER. Letzterer druckte die Festgabe zu dem 400jährigen Jubiläum, und liefert sehr gute Illustrationsdrucke.

[Sidenote: H. Reiss * 28. Aug. 1799.]

Einen ganz besonderen Ruf hat sich Wien durch seinen xylographischen Farbendruck erworben. Der erste, der sich durch diesen auszeichnete, war HEINRICH REISS, aus einer Familie, die von altersher eine Buchdruckerei besass, welche er, nachdem er erst verschiedene Reisen gemacht hatte, 1828 übernahm. 1850 folgte er jedoch einem Rufe der Staatsdruckerei, leitete später die Buchdruckerei von Zamarski und gab sich seit 1857 ganz der Kunstdruckerei hin. Seine Hauptarbeit, an der er 23 Jahre lang gearbeitet hatte, ist das _Missale Romanum_ mit etwa 90 Miniaturen von H. Knöfler. Zu der Herstellung eines Bildes wurden bis zu 15 Platten verwendet. Vorzüglich sind die zwei grossen Titelblätter, das Abendmahl und Christus am Kreuze. Der Text bildet einen Folioband von mehr als 700 zweispaltigen Seiten. Die Grundschrift ist eine fette Gothisch, zu der besondere Initialen geschnitten wurden. Das Papier, ein geripptes Büttenpapier, ist jedoch, wie auch der Textdruck, von sehr ungleicher, mitunter sogar geringer Qualität. Aus diesem Grunde fehlt, trotz der ausserordentlichen Aufopferung seitens Reiss' und der Vorzüglichkeit des Bilderdruckes, dem Werk, als Ganzes betrachtet, doch gar vieles, um als ein typographisches Denkmal ersten Ranges zu gelten. Derartige Werke dürfen nicht Not leiden und müssen in Händen eines Herausgebers sein, dem es möglich ist, bis ans Ende ruhig auszuhalten. Deshalb aber nicht weniger Ehre dem Andenken eines echten Jüngers Gutenbergs. Sein Geschäft übernahm LUDW. LOTT, vorher als technischer Leiter der »Alten Presse« und als Einführer der »Endlosen« auf dem Kontinent bekannt. Er wirkte im Geiste seines Vorgängers fort und seine Arbeiten fanden in England und Amerika allgemeine Bewunderung. Seine Drucke auf Blech sind ebenfalls vortrefflich.

[Sidenote: Prag.]

Eine ziemlich bedeutende Thätigkeit entwickeln in PRAG 33 Buchdruckereien und 30 lithographische Anstalten mit ihren 114 typographischen und 25 lithographischen Schnellpressen. Die bedeutendste Offizin ist die von A. HAASE (S. 290) mit 21 Schnellpressen und 18 Handpressen. IGN. FUCHS (11 Schp., 19 Tr.- u. Hdp.) liefert sehr gute lithographische Arbeiten, auch J. FARSKY bringt Tüchtiges in dieser Richtung. DR. ED. GRÉGRS Offizin arbeitet mit Rotationsmaschine und 5 Schnellpressen. H. MERCY (9 Schp.) druckt namentlich Werke. Die BUCHDRUCKEREI DER K. K. STATTHALTEREI beschäftigt 7, die BUCHDRUCKEREI FÜR POLITIK 8, J. OTTO 7, B. STYBLO 6, C. BELLMANN 7 Schnellpressen.

[Sidenote: Reichenberg.]

[Sidenote: Tetschen.]

[Sidenote: Teschen.]

Die Fabrikstadt REICHENBERG besitzt eine grossartige graphische Anstalt, die der GEBR. STIEPEL, welche durch 13 Schnellpressen und 20 Tret- und Handpressen die zahlreichen Fabriken mit Etiketten, Geschäftskarten, Rechnungsformularen etc. versieht. Das kleine TETSCHEN an der Elbe hat auch eine bedeutende Druckanstalt aufzuweisen, die von F. W. STOPP, welche (mit 7 Schp., 7 Hdp.) hauptsächlich für lithographische Arbeiten eingerichtet ist. In TESCHEN in Österr. Schlesien befindet sich die Offizin von K. PROCHASKA (10 Schp.), eine der besten Provinzdruckereien Österreichs. Sie wurde 1806 von THOMAS PROCHASKA gegründet.

[Sidenote: Brünn.]

[Sidenote: Lemberg.]

In BRÜNN arbeiten hauptsächlich für Lokalbedürfnisse W. BURKART (7 Schp.), BUSCHAK & IRRGANG (4 Schp.), CARL WINIKER (5 Schp.), R. M. ROHRER (6 Schp.). GALIZIEN bietet nur wenig von Interesse. In KRAKAU, einst von Bedeutung in der typographischen Geschichte, druckt die Offizin des CZAS (5 Schp.) und die Buchdruckerei der Akademie der Wissenschaften H. LISICKI & CO., in LEMBERG E. WINIARZ (4 Schp.).

[Sidenote: Graz.]

[Sidenote: Triest.]

Unter den Offizinen des südlichen Österreichs ist die Aktiendruckerei LEYKAM-JOSEFSTHAL (15 Schp., 16 Tr.- u. Hdp.) in GRAZ eine weit verzweigte graphische Anstalt, die manches Gute geliefert hat. Die Grazer »Post« wurde 1882 an eine zweite Gesellschaft Leykam für gegen 1100000 M. verkauft. Die Gesellschaft STYRIA und die GUTENBERG-DRUCKEREI in Graz beschäftigen je 5 Schnellpressen. In INNSBRUCK verfolgt die WAGNERsche Buchdruckerei eine wissenschaftliche Richtung. In LINZ wirken A. EURICH und J. WIMMER. Die älteste Druckerei Österreichs besitzt KLAGENFURT. Hier etablierte sich FERD. V. KLEINMAYR 1548. Sein Nachfolger gründete 1777 die »Klagenfurter Zeitung«. In LAIBACH feierte die Offizin von J. V. KLEINMAYR & F. BAMBERG (4 Schp.) 1882 ihr 100jähriges Jubiläum. In TRIEST hat sich die Buchdruckerei des ÖSTERR.-UNGAR. LLOYD als eine tüchtige Vertreterin der Kunst bewiesen und wirkte auch früher als bedeutende Verlegerin illustrierter Werke.

[Sidenote: Paul Pretzsch * 1808, [+] 28. Aug. 1873.]

Von der Holzschneidekunst in Wien und den Meistern, welche diese förderten J. G. PRESTEL, BLASIUS HÖFEL, FRIEDR. V. EXTER, H. KNÖFLER u. a., wurde bereits (S. 300) berichtet, auch fanden die wichtigen Erfindungen von PAUL PRETZSCH (S. 14) Erwähnung. Je weniger das verdienstvolle Wirken dieses Mannes vom Glück begünstigt war und je öfter der Versuch gemacht wurde, seine Erfinderehre zu schädigen, namentlich seitens englischer Erfinder, um so mehr gebietet es die Pflicht, hier seiner mit einigen Worten noch zu gedenken.

Pretzsch war als Sohn eines Goldarbeiters in Wien geboren, lernte dort die Buchdruckerkunst und trat nach längerem Aufenthalt im Auslande in den Dienst der K. K. Hof- und Staatsdruckerei, welche er 1851 auf der Londoner Weltausstellung vertrat. Dort erhielt er auf Grund der von ihm ausgestellten Photographien eine Prämie und nun entstand in ihm der Gedanke, Photographien druckbar zu machen, weshalb er sein Engagement bei der Staatsdruckerei aufgab, 1854 wieder nach London ging und dort neun Jahre blieb, um seine Pläne zur Ausführung zu bringen. Seine Erfindung, Tiefdruckplatten von Photographien herzustellen, nannte er PHOTOGALVANOGRAPHIE und sie wurde einer _Patent-Photo-Galvanographic-Society_ zur Ausbeutung übergeben, welche 1856 fünf Hefte eines Werkes in Grossfolio unter dem Titel _Photographic Art Treasures_ herausgab. Nach etwa zweijährigem Bestehen löste sich jedoch die Gesellschaft auf und Pretzsch war wieder auf sich selbst angewiesen, während Fox Talbot, der die Erfindung gemacht hatte, durch Ätzung Photographien druckbar zu machen, ihn auf Grund seines Patentes verfolgte, wennauch ohne Resultat, da Pretzschs Verfahren sich nicht auf Ätzen gründete.

Nach der Weltausstellung 1862 kehrte Pretzsch nach Wien zurück und war längere Zeit schwer leidend, so dass er erst 1864 seine Thätigkeit wieder aufnehmen konnte. Diese richtete sich nun vornehmlich auf Herstellung von Hochdruckplatten und nach mannigfachen, mühsamen und kostspieligen Versuchen gelang ihm auch die Fertigstellung solcher, von welchen Proben 1873 in Wien ausgestellt waren.

Hiermit war das wichtigste Problem der Illustration der Zukunft zwar Wirklichkeit geworden, jedoch noch nicht in zufriedenstellender Weise; denn die Platten besassen nicht Tiefe genug, um mit Leichtigkeit in der Buchdruckerpresse behandelt zu werden. In Berücksichtigung der hohen Bedeutung, welche die Erfindung möglicherweise würde erreichen können, erhielt Pretzsch eine Staatsunterstützung, um seine Versuche weiterzuführen, und noch wenige Stunden vor seinem Tode war er mit diesen beschäftigt.

In der Zeit der Blüte der Schwarzlithographie erreichte KRIEHUBER im Porträtfache eine bis dahin unbekannte Meisterschaft. Die Chromolithographie fand einen günstigen Boden, der zuerst von der K. K. Staatsdruckerei bebaut wurde. Das erste Werk von Bedeutung waren die Aquarellbilder nach niederösterreichischen Bauwerken von CONR. GREFE, welcher Künstler überhaupt besondere Verdienste um den Buntdruck hat. ED. HÖLZEL lieferte namentlich viele gute Landschaftsbilder; sein bestes Blatt und eines der besten der Öldruckbilder überhaupt dürfte »Die beiden Brüder«, nach v. Defregger sein. Seine instruktiven, geographischen und naturwissenschaftlichen Blätter und die architektonischen Bilder nach J. Langl, in Sepiamanier gedruckt, sind höchst wertvolle Erscheinungen. REIFENSTEIN und RÖSCH (jetzt G. REIFENSTEIN), HAUPT & CZEIGER, A. HARTINGER & SOHN, FR. PATERNO lieferten gutes, die ersteren beiden Firmen im figürlichen, die beiden letzteren im naturwissenschaftlichen und geschichtlichen Unterrichtsfache.

[Sidenote: Ed. Sieger * 12. Dezbr. 1810. [+] 21. Jan. 1876.]

Im lithographischen Accidenzfache zeichnete sich ED. SIEGER aus. Seine Riesenplakate wurden angestaunt und seine Erfindung des Ivoirit, einer täuschenden Imitation des Elfenbeins, brachte, in Bücherbänden oder in Ebenholz-Kassetten und Möbeln eingelegt, eine frappante Wirkung hervor.

Die Zinkhochätzung fand tüchtige Vertreter, unter welchen C. ANGERER & GÖSCHL ihr Verfahren zur ganz besonderen Vollkommenheit brachten. Auch C. HAACK erwarb sich einen Namen, MORITZ und MAX JAFFÉ traten mit der Jaffétypie auf. Die Kupferstecherkunst, welche sehr zurückgegangen war und wesentlich nur in den Prämienblättern und den Nieten der Kunstlotterien fortvegetierte, trat durch die Ernennung LOUIS JACOBYS (jetzt in Berlin) zum Professor dieser Kunst in ein neues Stadium des Fortschrittes. Die Radierung kam besonders durch W. UNGER zu Ehren. Die Photographie, namentlich die Porträtphotographie, wurde mit viel Glück in Wien geübt.

In der Verwendung aller graphischen Kunstzweige, namentlich der in der Photographie wurzelnden, ist das MILITÄR-GEOGRAPHISCHE INSTITUT berühmt geworden. Es entstand 1839 durch Vereinigung der topographisch-lithographischen Anstalt des K. K. Generalstabes in Wien mit dem zu Mailand bestandenen _Deposito della Guerra_. Die Anstalt kultiviert die Kartographie in ausgedehntester Weise unter Verwendung aller neueren Verfahren. Unternehmungen wie die Karte der Umgebungen Wiens in 48 Blättern; die Spezialkarte der Österreich-Ungarischen Monarchie in 720 Blättern, die Generalkarte von Zentral-Europa in 192 Blättern, und viele andere gehören zu den Meisterwerken der Kartographie.

Die Buchbinderkunst steht in Wien schon seit langer Zeit im Ansehen, wird jedoch noch mehr in den sogenannten Galanterie-Arbeiten als in der eigentlichen Buchbindung geübt. Vortrefflich sind in letzterer Richtung die Mosaikbände mit wirklichen Ledereinlagen, nicht nach französischer Art mit nur aufgelegtem dünn geschabten Leder. Namen wie A. KLEIN, LEOP. GRONER, CONR. BERG u. a. haben den besten Klang.

Unter solchen Verhältnissen wie den obengeschilderten konnte Wien, wo die Zustände im Jahre 1840 den Gedanken an ein fröhliches Gutenbergfest, wie das in Leipzig, nicht aufkommen liessen, sich mit Befriedigung zur Begehung des vierhundertjährigen Festes der Einführung der Kunst in Wien (I, S. 49) rüsten. Schon Jahre vorher waren die Vorbereitungen getroffen, namentlich für die Herausgabe einer bedeutenden Festschrift, einer Geschichte der Kunst in Wien seit vier Jahrhunderten, welche zugleich Proben der Leistungsfähigkeit der graphischen Anstalten vorführen sollte[257]. Das Fest fand am 24.-25. Juni 1882 statt und wurde durch einen Aktus, verbunden mit einer durch v. Eitelberger arrangierten historischen Ausstellung, eröffnet. Die eigentliche Festrede hielt der österreichische Generalkonsul in Leipzig, Karl v. Scherzer, wie bereits erwähnt ein früherer Gutenbergsjünger. Ein allgemeines Fest fand am 25. Juni in Hietzing in der »Neuen Welt« statt, wo gegen 14000 Festgenossen sich versammelt hatten und wo Karl Höger als Festredner auftrat.

[257] Das Werk gewann einen grösseren Umfang, als anfänglich vorgesehen war. Bis jetzt erschien der erste Band, gedruckt bei Fr. Jasper, mit vielen Beilagen.

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[Sidenote: Ungarn. Buda-Pest.]

In UNGARN steht die Buchdruckerei im allgemeinen nicht auf einem sehr hohen Standpunkte. BUDA-PEST ist selbstverständlich der Sammelpunkt der bedeutendsten Offizinen. Im Jahre 1851 waren dort 8 Druckereien vorhanden mit 22 Schnellpressen; 1870 bereits 50 mit 140 Schnellpressen; 1882 48 Buchdruckereien und 23 lithographische Anstalten mit 130 Schnellpressen und 200 Tret- und Handpressen.

[Sidenote: Staatsdruckerei.]

Die STAATSDRUCKEREI Ungarns besteht in ihrem jetzigen Umfange (16 Schp., 18 Hdp., 250 Arbeiter) erst seit der Trennung der Verwaltung Ungarns und Österreichs und befand sich früher in Temesvar als Filiale der Staatsdruckerei in Wien. Sie liefert sehr viele Accidenzarbeiten und Wertpapiere, die nicht auf der Höhe der Vollkommenheit stehen. Neben Gutem findet sich unter ihren Arbeiten manches Mittelgute. Die, unter ausgedehnter Anwendung der Galvanoplastik, gelieferten Kartenwerke haben einen grossen Umfang.

[Sidenote: Druckereien in Buda-Pest.]

Einen bedeutenden Aufschwung hat die PESTER BUCHDRUCKEREI-AKTIEN-GESELLSCHAFT, geleitet von SIEGM. V. FALK, genommen; sie arbeitet in gedeihlicher Weise mit 15 Schnellpressen, 8 Handpressen und 200 Personen. Die Aktiengesellschaft ATHENÄUM (12 Schp., 12 Giessm., 250 Arb.) druckt nicht weniger als zwanzig periodische Schriften. Die Offizin der Aktiengesellschaft FRANKLIN-VEREIN (Rotm., 11 Schp., über 200 Arb.) hat sowohl als Werk- wie als Accidenzdruckerei einen guten Ruf. Im Jahre 1873 erwarb der Verein den bedeutenden Verlag von GUSTAV HECKENAST, der einen wesentlichen Anteil an dem Aufblühen des Buchhandels in Ungarn gehabt hat. Er kam als Apotheker nach Pest, übernahm aber, als der dort etablierte Otto Wigand aus Göttingen auf Grund politischer Verhältnisse Ungarn schleunigst verlassen musste, dessen Geschäft und verband sich 1840 mit dem Buchdrucker Landerer. Mit seinen nationalen Verlagsunternehmungen hatte Heckenast viel Glück, namentlich mit dem von Kossuth redigierten _Pesti Hirlap_. Später gab er die illustrierte »Sonntags-Zeitung« heraus.

Die von der Gesellschaft HUNGARIA 1869 gegründete, schön eingerichtete, Buchdruckerei (verbunden mit Verlagsgeschäft) druckt mit Rotationsmaschine das »Neue Pester Journal« und das »Volksblatt« und beschäftigt 170 Arbeiter. Das grosse Geschäft von GEBR. LÉGRÁDÝ liefert namentlich zahlreiche Jugendschriften, VICTOR HORNYÁNSKY viele sehr gut gedruckte Bibeln in verschiedenen Sprachen. Ausserdem sind zu erwähnen die UNIVERSITÄTS-BUCHDRUCKEREI (7 Schp.) und die bedeutenden Zeitungsdruckereien: KHÓR & WEIN, welche das »Illustrirte Tageblatt« auf Augsburger Rotationsmaschine drucken, PH. WODIANER, M. DEUTSCH (10 Schp.). Vortreffliche Arbeiten im kaufmännischen Accidenzfach gehen aus den Pressen der typo-lithographischen Anstalt von C. L. POSNER (7 Schp., 11 Hdp.) hervor.

MOR. RÁTH gab als Verleger zwar eine Reihe von vorzüglich ausgestatteten Prachtwerken heraus, da er jedoch die Mehrzahl in Wien drucken liess, so kann man aus denselben sich kein Bild der Leistungsfähigkeit der Pester Typographie machen.

Hervorragende Druckanstalten besitzt Transleithanien sonst nicht. In AGRAM befindet sich die wohleingerichtete Druckerei und lithographische Anstalt von C. ALBRECHT mit 6 Schnellpressen und die der Landesregierung gehörende Offizin des _Narodne Noviny_ (4 Schp.). Gutes leisten in RAAB SANDOR CZÉH; in TEMESVAR GEBR. MAGYAR; in SZEGEDIN BURGER & CO.; in NEUSATZ befindet sich die Druckerei des SERBISCHEN NATIONAL-VEREINS. Das »okkupierte« Bosnien hat eine nach neuestem Zuschnitt gut eingerichtete K. K. LANDESBUCHDRUCKEREI in SERAJEWO.

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Während in dem Jahre 1856 der österreichische Gesamtstaat (die italienischen Provinzen nicht mitgerechnet) kaum 200 Druckoffizinen aufwies, besassen die cis- und transleithanischen Länder 1882 in 372 Städten 756 Buchdruckereien, 345 lithographische Anstalten, 29 Schriftgiessereien und 1183 Buchhandlungen. Die Zahl der vorhandenen Schnellpressen betrug 1568, die der Hand- und Tretpressen 2250. Beschäftigung fanden gegen 15000 männliche, 3500 weibliche Arbeiter und 2000 Lehrlinge. 38 Gehülfen-Vereine hatten 4162 Mitglieder und, darin eingerechnet das Vermögen des Wiener Unterstützungs-Vereins von etwa 300000 Mark, ein Gesamtkapital von über einer Million Mark.

Vergleichen wir die Österreichisch-Ungarische Monarchie mit dem Deutschen Reiche, so geht hervor, dass erstere bei einem Umfange von 11300 Meilen und einer Bevölkerung von etwa 37500000 Menschen in der graphischen Produktion sehr gegen letzteres zurückbleibt. Scheiden wir die österreichische Monarchie in vier graphische Gruppen, so erhalten wir als Resultat folgende Zahlen:

---------------------------+--------+---------+----------+-------- | Buch- | Lithogr.| Typogr. | Litho- | | | | graph. | druck. |Anstalten|Schnellpr.| Schp. ---------------------------+--------+---------+----------+-------- I. DIE NÖRDLICHE GRUPPE: | | | | Schlesien, Böhmen, | | | | Mähren, Galizien, | | | | Bukowina | 251 | 148 | 442 | 75 | | | | II. DIE MITTLERE GRUPPE: | | | | Nieder- und | | | | Oberösterreich, | | | | Salzburg | 190 | 111 | 450 | 79 | | | | III. DIE SÜDLICHE GRUPPE: | | | | Tirol, Steiermark, | | | | Kärnthen, Krain, | | | | die Küstenländer | 73 | 31 | 133 | 34 | | | | IV. DIE ÖSTLICHE GRUPPE: | | | | Ungarn, Siebenbürgen, | | | | Slawonien, Kroatien, | | | | Bosnien | 242 | 55 | 344 | 11 ----------+--------+---------+----------+-------- | 756 | 345 | 1369 | 199

Die rein deutsche Gruppe II, mit der Kaiserstadt, in welcher fast alle bedeutenden graphischen Anstalten ihren Sitz haben, und in der über eine Million Menschen lebt, ist mehr als anderthalbmal so gross an Umfang als das Königreich Sachsen und zählt nur etwa 200000 Einwohner mehr. Nichtsdestoweniger beträgt in Sachsen die Zahl der Buchdruckereien 136, der lithographischen Anstalten 101 und der Schnellpressen 663 mehr als in der österreichischen Gruppe II.

Das Deutsche Reich, einen Umfang von etwa 2000 [Quadrat]Meilen weniger als Österreich-Ungarn besitzend und etwas über 5 Millionen Einwohner mehr zählend, hat 2633 Buchdruckereien, 1649 lithographische Anstalten, 5708 Schnellpressen und etwa 3000 Buchhandlungen mehr. Bei einer solchen Zusammenstellung darf jedoch nicht übersehen werden, dass in den cis- und transleithanischen Ländern die Zahl der Deutschsprechenden nicht viel mehr als den vierten Teil der Einwohner beträgt.

Ebenso ungünstig stellt sich das Verhältnis, wenn wir die österreichisch-ungarischen Städte mit 50000 Einwohnern und mehr mit den deutschen (S. 276) zusammenstellen. Es giebt in Österreich deren nur zehn, nämlich:

----------+-------------+----------+--------+----------+------------- Städte |Einwohnerzahl|Buchdruck.|Lithogr.|Buchhandl.|Zeitschriften | | | Anst. | | ----------+-------------+----------+--------+----------+------------- Buda-Pest | 365000 | 49 | 24 | 57 | 83 Prag | 190000 | 33 | 30 | 83 | 84 Triest | 124000 | 10 | 4 | 12 | 6 Lemberg | 104000 | 15 | 4 | 22 | 33 Graz | 94000 | 7 | 9 | 26 | 17 Brünn | 82000 | 12 | 6 | 15 | 24 Szegedin | 76000 | 4 | 1 | 4 | 2 Krakau | 61000 | 6 | 2 | 15 | 8 Debreczin | 52000 | 3 | 1 | 2 | 2 Pressburg | 50000 | 6 | 3 | 4 | 2

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Die Bücherproduktion Österreichs lässt sich nicht wohl aus der des ganzen deutschen Litteraturgebietes ausscheiden. Die Büchereinfuhr in Österreich betrug 27620 Meterzentner, die Ausfuhr 9378; da von letzterer jedoch die Remittenden der in Kommission versandten Artikel abgehen, so kann die wirkliche Ausfuhr kaum auf 4000 Meterzentner geschätzt werden. Merkwürdigerweise stellt sich das Verhältnis bei Musikalien noch ungünstiger, da bei einer Einfuhr von 937 Meterzentner nur 66 Zentner ausgeführt wurden. Trotz der geringen Ziffern hat sich die Einfuhr seit 1860 zwei und einhalbmal, die Ausfuhr einmal erhöht.

Die Zahl der Journale war zum Beginne des Jahres 1880 in den im Reichsrate vertretenen Kronländern 1074, darunter 340 politische Tages- und Wochenblätter. Von der Gesamtzahl erschienen 79 täglich, 80 mehrmals wöchentlich, 310 wöchentlich, 211 vierzehntägig, 226 monatlich. 728 Journale waren in deutscher, 73 in polnischer, 131 in tschechischer Sprache. Wien beteiligte sich mit 483 Zeitschriften. 1872 hatte ein Rückgang in der politischen Zeitungspresse stattgefunden und es erschienen 19 Tagesblätter weniger als 1871.

UNGARN lieferte damals 558 Zeitungen, davon 356 in magyarischer, 120 in deutscher, 56 in slawischer und 21 in rumänischer Sprache. Die Zahl der magyarischen Blätter hat seit der Zeit um 70 zugenommen, in Buda-Pest erschienen 168; in den übrigen Sprachen ist die Zahl ziemlich unverändert geblieben.

XVI. KAPITEL.

DIE ZWEIGE DER GERMANISCHEN GRUPPE.

DÄNEMARK. Fortschritte der Typographie: B. Luno, Gebr. Thiele, C. Ferslew & Co. u. a. Die Chemitypie: C. Piil. Die Giessmaschine: L. Brandt. Die Setzmaschine: C. Sörensen. Die Schreibkugel: Malling Hansen. Island, Grönland. NORWEGEN. Geistiges Leben. SCHWEDEN. Norstedt & Söner, Central-Tryckeriet u. a. FINNLAND. RUSSLAND und POLEN. Die Staatsdruckerei und andere Offizinen. Das Zeitungswesen. DIE DONAULÄNDER: Serbien, Rumänien, Bulgarien. GRIECHENLAND.

DÄNEMARK UND NORWEGEN.

[Sidenote: Die Presse in Dänemark.]

Gegen das Ende des XVIII. Jahrhunderts ergriff die politische und geistige Gährung auch DÄNEMARK und übte ihre Wirkung auf die Presse aus. Unter dem allmächtigen Ministerium Struensee wurde 1770 am 14. September die schrankenloseste Pressfreiheit eingeführt, was nicht ohne gröbliche Ausartungen abging. Wie gewöhnlich trat dann als Gegensatz eine weit über das Ziel schiessende Reaktion ein, deren Schlussstein die Verordnung vom 27. September 1799 war, durch welche die Zensur wieder eingeführt wurde und die Verfolgungen gegen die Presse ihren freien Lauf nahmen. Ausserdem begann das XIX. Jahrhundert sehr unglücklich für Dänemark, welches die damals herrschende Politik mit dem Bombardement von Kopenhagen, dem Verlust seiner glänzenden Flotte und der Abtretung Norwegens bezahlen musste[258].

[258] CAM. NYROP, _Bidrag til den danske Boghandels Historie_. 2 Teile. Kopenhagen 1870. -- KLEIN, _Adressebog for den danske norske og svenske Boghandel_. -- NYEROP in _Læsendes Aarbog for 1801_.

Unter diesen Verhältnissen konnte die Typographie Dänemarks in der ersten Hälfte der Periode und noch länger keine grossen Fortschritte machen. Es herrschte kein guter Geschmack und die Produktionen gingen nur selten über das Mittelgute hinaus. Als bedeutendere Erscheinungen sind zu nennen: _Den danske Vitruvius_, 2 Bände, Folio; Langebecks _Scriptores rerum danicarum_, 8 Bände, Folio; _Beskrivelse over danske Mönter og Medailler_, 3 Bände, Folio; _Flora Danica_, ein sehr bedeutendes und umfangreiches Werk.

[Sidenote: Die Typographie in Kopenhagen.]

Die Buchdruckereien in KOPENHAGEN beherrschten, durch Innungsverhältnisse begünstigt, die Buchdruckereien der Provinz. Die Autoren suchten, da der Buchhandel nicht gut organisiert war, zumteil Verleger im Auslande.

[Sidenote: E. H. Berling * 1689, [+] 1759.]

CARL HEINRICH BERLING, Sohn des eingewanderten E. H. BERLING (I, S. 156), erwarb das Privilegium der _Posttidender_, welche den Titel _Statstidende_, später _Berlingske Tidende_ annahm, unter welchem Namen sie noch heute besteht. Viele Jahre hindurch waren dieses und ein anderes, ungefähr auf derselben Stufe der Mittelmässigkeit stehendes Blatt, _Dagen_, die einzigen Quellen tagesgeschichtlicher Weisheit.

Das Volk verfiel in ein durch Geistesspielereien gewürztes weichliches Wohlleben, aus welchem der Nationalgeist erst durch die Dichtungen Adam Oehlenschlägers erwachen sollte. Allmählich fielen die Schranken der Presse wieder und es erblühte ein überaus reges geistiges Leben, das ebenfalls die Entwickelung der Buchdruckerei und des Buchhandels im Gefolge hatte.

[Sidenote: Bianco Luno * 27. Juni 1795, [+] 12. Aug. 1852.]

Im Jahre 1825 kam die erste Schnellpresse nach Dänemark. Der eigentliche Schöpfer des guten Geschmacks und der Typographie im Sinne der Neuzeit war BIANCO LUNO[259], der sich, nach vielfachen Wanderungen in Italien, Ungarn und Deutschland, 1831 in Kopenhagen etablierte. Die Ausstattung und Ordnung seiner Druckerei war eine noch nicht in Dänemark bekannte und würde selbst im Auslande als eine mustergültige gegolten haben. Er lieferte namentlich in Werk- und tabellarischen Arbeiten vortreffliches. Die Druckerei arbeitet jetzt mit 9 in Kopenhagen von Eickhoff gebauten Schnellpressen.

[259] C. NYROP, _Bianco Luno og den danske Bogtrykkerkonst_. Kopenhagen 1881.

[Sidenote: Gebr. Thiele.]

[Sidenote: J. R. Thiele [+] 1876.]

In feineren Accidenz- und illustrierten Drucken sind die Brüder JUST und ANDREAS THIELE, Nachkommen eines 1770 aus Lemgo eingewanderten Buchdruckers JOH. RUD. THIELE, in Dänemark unübertroffen. Sie erhielten ihre Ausbildung in der Brockhausschen Offizin in Leipzig und können sich mit den besten Illustrationsdruckern Deutschlands messen. Als Beispiele ihrer Leistungen seien erwähnt: _Illustreret Tidende_, _The old northern Runic monuments_ und _Queen Dagmars Cross_ in Farbendruck. Die Offizin ist die grösste in Dänemark und arbeitet mit 17 König & Bauerschen Schnellpressen. Die Gebrüder Thiele drucken auch die Noten der Bank, die Postmarken und fast alle dänischen Wertpapiere.

[Sidenote: C. Ferslew.]

Als Zeitungsdruckerei steht die Offizin C. FERSLEW & CO. obenan. Sie verbindet Typographie mit Lithographie und Papierfabrikation. Ferslew druckte zuerst mit einer »Victoria-Endlosen«. Drei grosse Tageszeitungen werden in der Offizin hergestellt, in welcher 9 Kastenbeinsche Setzmaschinen und 11 Ablegemaschinen arbeiten, wohl mehr als für den Augenblick im ganzen Deutschen Reich. Bei der Bedienung sind mehr als dreissig Mädchen unter Leitung einer Directrice beschäftigt. Um den Satz zu beschleunigen, werden schlecht geschriebene Manuskripte erst mittels der Malling Hansenschen Schreibkugel (S. 446) umgeschrieben und dann dem Setzer übergeben, wodurch es möglich wird, den Hauptteil einer grossen Zeitung in zwei Stunden herzustellen. Die als eine Neuheit von Beschke in Deutschland eingeführten Wetterkarten werden schon seit fünf Jahren bei Ferslew hergestellt.

Das Beispiel Lunos und Thieles hat sehr befruchtend gewirkt und der dänische Druck nimmt im ganzen eine sehr respektable Stellung ein. Die Offizin von BERLING, welche jetzt nur die _Berlingske Tidende_ mit Rotationsmaschine aus der Fabrik Eickhoff in Kopenhagen druckt, hat sich durch Einführung der technischen Verbesserungen und Erfindungen des Auslandes verdient gemacht. Der letzte männliche Besitzer der Firma CARL BERLING spielte als Kammerherr, Reisemarschall und Günstling des Königs Friedrich VII. eine Rolle. Er starb auf einer Reise in Ägypten am 30. März 1871. Geachtete Namen erwarben sich unter anderen ANDREAS SEIDELIN und die von J. F. SCHULTZ begründete Hofbuchdruckerei, jetzige Universitätsbuchdruckerei von J. H. SCHULTZ, welche mit 12 Schnellpressen namentlich Regierungs-, Universitäts- und Kommunalarbeiten liefert. In der Provinz ist zu nennen die über 110 Jahre bestehende FYENS STIFTS-BUCHDRUCKEREI in ODENSE, wo die Wiege der dänischen Buchdruckerei stand (I, S. 74).

[Sidenote: Statistisches.]

Zur Zeit hat Dänemark 175 Buchdruckereien (davon 71 in Kopenhagen) mit einem Arbeitspersonal von 1438 Köpfen, darunter 746 Setzergehülfen, 354 Setzerlehrlinge; 69 Setzerinnen, namentlich bei den Setzmaschinen thätig; 176 Drucker, 82 Druckerlehrlinge. Die Zahl der Schnellpressen ist 294, der Tretpressen 36 (davon in Kopenhagen 151 Schnellpressen, 35 Tretpressen). 90 Handpressen werden wohl, wie überall, fast nur als Korrekturpressen dienen[260].

[260] M. TRUELSEN, _Statistisk Oversigt over Typographien i Danmark_. Kopenh. 1881.

Die litterarische Produktion ist nicht so genau wie in Deutschland anzugeben, da die einzige Kontrolle in der angeordneten Ablieferung eines Exemplars jeden Druckwerkes an die königliche Bibliothek besteht. Eingereicht wurden im Jahre 1880 349 Zeitschriften, 1806 Bücher und Broschüren. In Kopenhagen erscheinen 14 Tageblätter zumeist im Format der grossen Pariser Zeitungen; in den Provinzen 50. Kopenhagen hat 14 illustrierte Wochenblätter, unter welchen die humoristischen eine grosse Verbreitung haben.

[Sidenote: Xylographie und Chemitypie.]

Die Xylographie, früher hauptsächlich durch Deutsche geübt, leistet sehr anerkennenswertes; die bedeutendsten Anstalten sind die der _Illustreret Tidende_, H. P. HANSEN, F. HENDRIKSON und J. J. ROSENSTAND. Die Chemitypie verdankt dem Dänen CHR. PIIL[261] ihr Dasein und ist in Dänemark sehr beliebt geworden. Öfters wird sie mit der Zinkhochätzung verwechselt, jedoch beruht sie auf anderen Grundsätzen (S. 18). Piil brachte seine Erfindung nach Leipzig und übte sie dort in Verbindung mit dem Buchhändler H. Friedlein. Auch die Zinkographie fand sehr geschickte Ausüber in Dänemark.

[261] C. PIIL, Die Chemitypie. Leipzig 1846.

[Sidenote: Schriftgiesserei.]

Auf Grund des kleinen Geschäftsgebietes konnte die SCHRIFTGIESSEREI nicht mit der deutschen Schritt halten. Schriften wurden hauptsächlich von Trennert in Altona und Genzsch & Heyse in Hamburg, dann auch von Berlin und Leipzig bezogen. Gute Arbeiten liefert H. A. F. FRIES in Kopenhagen.

[Sidenote: Die Schriftgiessmaschine.]

[Sidenote: L. Brandt * 6. Sept. 1807.]

In Deutschland gilt (S. 295) der Däne LAURITZ BRANDT allgemein als Erfinder der Schriftgiessmaschine. Er stammte aus Faaborg auf der Insel Fühnen. Als Schlossergeselle ging er nach St. Petersburg, wo er allerlei mechanische Instrumente anfertigte, reiste kreuz und quer durch Deutschland, verheiratete sich dort und segelte dann nach Amerika. Hier führte er den Gedanken, die Giessmaschine zu konstruieren, aus und baute diese in dem Hause der bekannten Schriftgiesserei David Bruce jun. in New-York. 1844 ging er nach Deutschland und verkaufte sein Patent an Eduard Hänel in Berlin. Brandt erntete hieraus weder grosse pekuniäre Vorteile noch Ehre, denn Hänel verschwieg seinen Namen, sodass bald dieser selbst, bald Steiner in München als Erfinder galt. Brandt verliess Deutschland und ging nach Dänemark, wo er mehrere Maschinen für die Schriftgiesserei Fries baute, die noch heute in Wirksamkeit sind. In Schweden erwarb L. Hierta das Patent, welches später auf die Firma Norstedt & Söner überging. Nach einem etwa vierjährigen Aufenthalt in Europa ging Brandt nach New-York zurück und gründete dort ein Etablissement, aus dem eine grosse Anzahl Maschinen hervorging. 1859 zog er sich ins Privatleben zurück und übergab sein Etablissement an N. Erlandsen, der, ebenfalls ein Däne, als armer Junge von seinen Eltern aufgenommen worden war. Gegen Brandts Ansprüche machte David Bruce sein Erfindungsrecht geltend (S. 39).

[Sidenote: Die Setzmaschine.]

[Sidenote: Chr. Sörensen * 7. Mai 1818, [+] 30. Jan. 1861.]

Wennauch mit Setzmaschinen verschiedentlich experimentiert worden war, so muss doch CHRISTIAN SÖRENSEN[262] in Kopenhagen als der Erfinder betrachtet werden, denn er war der erste, der eine wirklich lebensfähige Maschine herstellte, die auf den Prinzipien beruhte, welche von allen späteren Erfindern, mit Ausnahme von Mackie, angenommen wurde.

[262] C. NYROP, Christian Sörensen. _Et Industribillede._ Kopenhagen 1869.

Sörensen war von ganz armen Eltern geboren und musste schon als Kind zum Verdienst mit beitragen durch Arbeit bei einem Leineweber, und konnte nur in den Abendstunden einen notdürftigen Unterricht geniessen. Durch einen Zufall kam er später in Setzerlehre.

Er war ein mechanisches Genie. In seinem zwanzigsten Jahre entstand bei ihm der Gedanke, eine Setzmaschine zu schaffen. Von den vor ihm gemachten Versuchen hatte er keine Ahnung. Am 29. April 1846 erhielt er ein Patent für eine Setz- und Ablegemaschine und eine Unterstützung zur Ausführung eines Modells. Während Sörensen hiermit noch beschäftigt war, ergingen die Einladungen zur ersten Weltausstellung in London. Gelang es, dort mit der Setzmaschine zu erscheinen, so war das Ziel erreicht! Das Erscheinen gelang ihm zwar, aber -- die Maschine erhielt nicht einmal eine ehrenvolle Erwähnung.

[Sidenote: Erfolge in Paris.]

Das war ein harter Schlag für Sörensen, und seine Gönner fingen nun an, sich von ihm zurückzuziehen. Da erschien als Retter in der Not der Publizist J. F. Gjödwad, Herausgeber der Zeitung _Fädrelandet_, und bestellte eine Maschine und, als sie gut ausfiel, noch eine zweite. Ehe diese zur Vollendung kam, trat die Pariser Ausstellung von 1855 ins Leben. Der Besteller war liberal genug, zu gestatten, dass sie erst in Paris ausgestellt würde. Hier erregte sie allgemeines Staunen und wurde einstimmig von dem Jury-Kollegium der höchsten Belohnung würdig befunden, welche für diejenigen Männer bestimmt war, »die sich um die Gesellschaft besonders verdient gemacht« hatten.

Die Maschine war eine doppelte, eine Setz- und eine Ablegemaschine, und wurde erst durch eine Giessmaschine vervollständigt, die auch sehr schwieriger Natur war, da viele (bis auf 6) komplizierte Signaturen notwendig waren; doch gelang alles nach Wunsch.

[Sidenote: Not, Sorge und Tod.]

Der pekuniäre Vorteil des Pariser Erfolges blieb jedoch für Sörensen aus. Er fiel in Paris Schwindlern in die Hände und nach vielen vergeblichen Anstrengungen für die Einführung der Maschine in Frankreich, Deutschland und Österreich kehrte er krank und gebeugt nach Dänemark zurück. Hier fand er wieder Beistand und Aufmunterung bei seinem alten Gönner Gjödwad. Zwar geschahen auch von anderer Seite Schritte, die Sörensens Zukunft wenigstens sorgenfreier gestalteten, aber Kummer und frühere Nahrungssorgen hatten seinen Lebensfaden durchschnitten und er erlag seinen Leiden am 30. Januar 1861.

[Sidenote: Die Schreibkugel.]

[Sidenote: R. Malling Hansen.]

Mit der Setzmaschine verwandt ist die Schreibmaschine oder SCHREIBKUGEL. Der erste, der mit einer solchen wirkliche Erfolge erzielte, war der Direktor der königlichen Taubstummenanstalt in Kopenhagen, R. MALLING HANSEN. Durch sein Nachsinnen über die Mittel zu einer leichteren Verständigung zwischen Taubstummen und Blinden kam er auf den erwähnten Apparat, den er nach und nach sehr vervollkommnet hat.

Durch die Oberfläche einer hohlen metallenen Halbkugel geht eine Anzahl von Stahlstiften, die wie Radien eines Kreises nach dem Mittelpunkte zusammenlaufen, was durch künstliches Unterschneiden der Stifte ermöglicht wird. Auf dem unteren Ende eines jeden derselben ist ein Antiqua-Versalbuchstabe erhaben geschnitten, wie jeder Typenstempel. Unter dem Mittelpunkte, wo alle Buchstaben zusammentreffen, liegt das Schreibpapier mit einem Farbepapier bedeckt. Durch den Druck mit dem Finger auf den Knopf eines Stempels wird dieser nach dem Zentrum geführt und übt einen Druck auf das Farbepapier, wodurch der Buchstabe auf das weisse Papier abgefärbt wird. Nach jedem Druck bewegt sich das Papier soweit seitwärts zurück, dass der nächste Buchstabe in die richtige Entfernung von dem vorhergehenden zu stehen kommt. Ist die Zeile voll, schiebt sich das Papier so weit nach oben, dass es in die richtige Lage kommt, um die folgende Zeile aufzunehmen. Eine Schnelligkeit von 20000 Buchstaben in der Stunde ist noch keine übertriebene. Durch Übereinanderlegen von bis zu zehn Schreib- und Farbeblättern ist es möglich, eine ebenso grosse Anzahl Drucke gleichzeitig zu schaffen, die wieder durch elektrische Verbindung mehrerer Apparate nach Belieben gesteigert werden kann.

[Sidenote: Die Maschinenfabrikation.]

[Sidenote: J. G. A. Eickhoff * 4. März 1809, [+] 30. Mai 1875.]

Die erste eiserne Handpresse in Dänemark wurde 1836 von HÜTTEMEYER, die erste Schnellpresse 1847 von J. G. A. EICKHOFF aus Wittenförden in Mecklenburg-Schwerin nach dem System König & Bauer hergestellt. Seine 200. Maschine folgte 1874. Über 125 davon gingen nach dem Auslande, namentlich nach Schweden und Russland. Eickhoff baut auch Rotationsmaschinen.

Die Papierfabrikation ist besonders durch die Familie DREWSEN in die Höhe gebracht. Das dänische Fabrikat ist in den Mittelsorten ein sehr brauchbares. Die Buchbinderei nahm stets einen respektablen, wennauch keinen hervorragenden Platz ein.

[Sidenote: Lithographie.]

Die LITHOGRAPHIE wurde durch C. C. LOSE von einem Deutschen HEINRICH WENZLER 1811 eingeführt und hauptsächlich für den Notendruck benutzt. Der Kunstsinn, welcher, durch die von Thorwaldsen gegebene Anregung in allen Schichten der Bevölkerung geweckt, einen mächtigen Einfluss auf das Kunstgewerbe geübt hat, wirkte auch auf die Lithographie. Es entstanden nicht nur vorzügliche Kartenarbeiten, sondern auch wirkliche Kunstblätter, letztere namentlich durch EMIL BÄRENTZEN & CO., jetzt HOFFENSBERG & TRAP, welche auch vorzügliche Chromos liefern. Neben diesen verdienen J. W. TEGNER & KITTENDORF genannt zu werden.

Der Buchhandel in Dänemark ist nach deutschem System gut organisiert. Das offizielle Organ des skandinavischen Buchhandels ist das seit 30 Jahren von O. H. DELBANCO herausgegebene _Nordisk Boghandlertidende_.

[Sidenote: Island.]

[Sidenote: Grönland.]

Auf der Insel ISLAND blieb stets der Sinn für die Litteratur herrschend. Es bestehen dort 5 Druckereien mit 7 Pressen und 4 Journale erscheinen daselbst. Die Offizinen von EINAR THORDARSON und BJÖRN JÓNSSON besitzen je eine Schnellpresse. Im Jahre 1799 kam die Isländische Litterarische Gesellschaft[263] in den Besitz einer kleinen Druckerei, in der bereits 1840 über 100 Werke gedruckt waren. Auch die FÄRINSELN besitzen eine Offizin und ein Blatt. Selbst GRÖNLAND ist nicht zurückgeblieben. Unter den in den dänischen Kolonien wohnenden 12000 Eingeborenen ist die Fertigkeit im Lesen und Schreiben so verbreitet, wie irgend in Europa. In den Jahren 1857-61 machte der Inspektor von Süd-Grönland, nachdem ihm auf Rechnung der Grönländischen Handelsdirektion eine Buchdruckpresse gesendet war, einen Versuch, einen Eingeborenen, LARS MÖLLER, im Setzen und Drucken und einen andern im Holzschneiden zu unterrichten. 1861-62 hielt sich ersterer in Kopenhagen auf und wurde dort ordentlich im Buch- und Steindruck unterrichtet. Nach seiner Rückkehr liess der Inspektor ein kleines Gebäude aufführen und als Buch- und Steindruckerei einrichten. Ausser einigen kleinen erzählenden Schriften gingen zwei periodische Unternehmungen aus dieser Offizin hervor: _Atuagagdliutit_ (Unterhaltungslektüre), worin auch Beiträge von Eingeborenen und viele Abbildungen enthalten sind; das andere enthält die Jahresberichte der Ortsvorsteher mit lithographierten Tafeln. In der Kolonie GODTHAAB (Gute Hoffnung) befindet sich eine zweite Herrnhutische Missionspresse, aus der eine Anzahl von Erbauungs- und Unterrichtsbüchern hervorgingen. Das erste dort gedruckte Buch war eine Legendensammlung _Kalladtit Okalluktua alliaït_ mit zwölf von Eingeborenen gezeichneten und geschnittenen Holzstöcken und acht Liedern mit Musiknoten.

[263] _Det islandske Literaire Selskabs Love._ Kopenhagen 1851. -- NYEROP, _Læsendes Aarbog for 1801_.

* * * * *

[Sidenote: Norwegen.]

In NORWEGEN[264] kann man, sieht man von der altehrwürdigen Litteratur der Eddas und des reichen Sagenschatzes in der _Norröna_-Zunge ab (I, S. 156), eigentlich erst seit etwa 70 Jahren von einer Nationallitteratur reden.

[264] PAUL BOTTEN-HANSEN, _La Norvège littéraire_. Christiania 1868. -- _Beretning om Säcularfesten i Christiania 1840._

[Sidenote: Christiania.]

In CHRISTIANIA wurde die zweite Druckerei erst im Jahre 1807 angelegt. Nachdem die politische und die damit verbundene Pressfreiheit im Jahre 1814 urplötzlich und in einem Maasse, wie es in der Geschichte nicht oft vorkommt, errungen war, begann auch eine grosse Regsamkeit in der Litteratur. Man machte bedeutende, mitunter etwas krampfhafte Anstrengungen, um eine nationale norwegische Litteratur zu schaffen, und damit fing auch die Buchdruckerkunst an, einen bedeutenderen Platz einzunehmen.

[Sidenote: Zeitungswesen.]

In einem Lande, wo die grosse räumliche Ausdehnung, die kleine, weit zerstreute Bevölkerung und die Naturschwierigkeiten einen schnellen Paketverkehr notwendig machten, war die Journalpresse von grosser Wichtigkeit und oft die einzige Quelle der Belehrung und Unterhaltung. Die Spuren derselben reichen bis auf das Jahr 1760 zurück. Die erste eigentliche Zeitung waren die 1763 begonnenen _Norske Intelligenzsedler_. Die Zeitungen unterlagen, wie in Dänemark, der Zensur und zwar einer sehr strengen. Zur Empfangnahme von Zeitungen durch die Post gehörte eine besondere Erlaubnis. Im Jahre 1814 war die Zahl der periodischen Schriften nur fünf. 1815 wurde das erste täglich erscheinende _Morgenbladet_ gegründet. Die wissenschaftliche Journalistik ist nicht ohne Wichtigkeit. Unter den 85 Journalen Norwegens befinden sich auch mehrere illustrierte.

[Sidenote: Bücherproduktion.]

[Sidenote: Statistisches.]

Auch die Bücherproduktion wurde eine regere. Im Jahre 1868 konnten bereits 650 Autoren bezeichnet werden. Zum Betrieb des Buchhandels nach deutschem Zuschnitt gab der Däne JOHANN DAHL den Anstoss und Norwegen hat seitdem eine Reihe von tüchtigen Buchhändlern und Buchdruckern aufzuweisen. 1840 zählte man dort schon 33 Buchdruckereien, von welchen Christiania 15 mit 35 Pressen und 95 Arbeitern aufwies. 1879 war die Zahl der Buchdruckereien auf 126 gestiegen, davon 29 in Christiania mit 72 Schnellpressen und 483 Personen. Die GRÖNDAHLsche Buchdruckerei dort hat das Verdienst, 1830 die erste eiserne Presse, 1840 die erste Schnellpresse, 1854 den Dampfbetrieb eingeführt zu haben. Von ihr stammt auch die Annahme des Didotschen Kegelsystems. Bis vor kurzem hatte die Fraktur entschieden das Übergewicht, sie weicht aber Schritt für Schritt der Antiqua. Bergen hatte 8 Offizinen und 9 Schnellpressen.

Zur Papierfabrikation trägt Norwegen indirekt durch eine starke Ausfuhr von Holzstoff bei, deren Wert 1879 nahe an 1-1/2 Millionen Mark betrug.

SCHWEDEN UND FINNLAND.

[Sidenote: Schweden.]

In SCHWEDEN, dessen Einwohner so oft die Franzosen des Nordens genannt werden, zeigte sich eine besondere Vorliebe für französische Litteratur und französisches Wesen. Vielleicht hat dies mit dazu beigetragen, dass die Schweden rascher und allgemeiner als die Dänen und Norweger die Antiquaschrift als übliche Buch- und Zeitungsschrift annahmen, so dass thatsächlich die Fraktur nur für kirchliche oder wirklich nur für das Volk bestimmte Litteratur beibehalten wurde. Es dürften überhaupt in den drei skandinavischen Ländern die Tage der Fraktur gezählt sein.

In betreff des Bezuges von Schriften, Druckmaterial und Utensilien ist Schweden noch mehr als Dänemark auf das Ausland, namentlich Deutschland, angewiesen, und stand auch im allgemeinen etwas hinter Dänemark in der Typographie zurück.

[Sidenote: Typographen.]

Einer der bedeutendsten Buchdrucker war PETER MOMMA ([+] 1772), ein Rechtsgelehrter, der auf seinen Reisen die Buchdruckerei in Holland lernte. Er war auch der erste, der eine Schriftgiesserei in Schweden errichtete. J. S. EKMANSSON führte 1796 die Didotschen Schriften ein. In LUND erwarb der Däne C. GUSTAV BERLING 1745 eine Offizin, welche Bedeutung erlangte und mit der eine, hauptsächlich den akademischen Bedürfnissen gewidmete Schriftgiesserei verbunden wurde. Sie blüht noch in den Händen der Familie Berling.

[Sidenote: P. A. Norstedt.]

Den bedeutendsten Platz unter den typographischen Anstalten Schwedens nimmt die von P. A. NORSTEDT in Stockholm gegründete ein. Er kaufte 1821 die Offizin von J. P. LINDH, nahm seine beiden Söhne ADOLF und CARL zu Teilnehmern und firmierte seit 1823 P. A. Norstedt & Söner. Im Jahre 1862 ging das Geschäft auf die Verwandten Norstedts GUSTAV LAURIN und ALBERT LAURIN über, beide starben jedoch zum allgemeinen Bedauern zeitig. Das jetzt noch blühende Geschäft hat Werke geliefert, welche mit den besten des Auslandes konkurrieren können. 1869 begannen Norstedts die _Nordisk Bogtryckertidende_, welche leider 1875 wieder zu erscheinen aufhörte[265].

[265] Einer der neuesten Verlagsartikel der Firma ist J. G. Nordins _Handbok i Boktryckare konsten_, ein so vorzügliches, nebenbei gesagt typographisch so vortrefflich ausgestattetes Lehrbuch der Kunst, wie es Deutschland nicht besitzt. Am 1. April 1883 begann ein neues Fachjournal: _Nordisk Typograf-Tidning_. Am 1. Juli 1883 und den folgenden Tagen feierte Schweden die 400jährige Einführung der Kunst, bei welcher Gelegenheit eine Festschrift des erwähnten J. G. Nordin im Verein mit dem um die Bibliographie Schwedens verdienten Bibliothekar G. E. Klemming: _Svensk Bogtryckeri-Historia 1483-1883_, 1. Teil, erschien. Der Teil reicht leider nur bis zu dem erwähnten Momma (etwa bis 1770). Aus demselben geht jedoch hervor, dass nunmehr die Thatsache feststeht, dass gleichzeitig mit Joh. Snell (I, S. 75) ein zweiter deutscher Buchdrucker, Nic. Gothan, der früher schon in Magdeburg eine Offizin hatte, 1483 in Stockholm ein Buch, _Vita St. Katherine_, druckte.

Im Jahre 1874 gründete eine Aktiengesellschaft ein grosses graphisches Institut, _Central-Tryckeriet_, unter der Direktion von HANS FORSELL, welches im Jahre 1875 15 periodische Schriften, darunter 11 illustrierte Blätter, druckte. In der Nacht vom 20. zum 21. Dezember desselben Jahres brannte die Anstalt teilweise ab, bei welcher Gelegenheit der verdiente Dirigent der lithographischen Abteilung, der Deutsche A. SEEDORF, einen jämmerlichen Tod in den Flammen fand.

Selbst die Hauptstadt des schwedischen Lapplands, HAPARANDA, dicht an der Grenze des russischen Finnlands, hat eine Druckerei und zwar mit einem adeligen Besitzer, G. C. VON KLERCKER, und ein Wochenblatt _Nyaste Riksgränsen_.

[Sidenote: Zeitungen.]

Die periodische Litteratur weist 321 Nummern auf. 91 Journale erscheinen in Stockholm, 18 in Gothenburg, 10 in Malmö, 7 in Lund. 14 Blätter erscheinen täglich, davon 4 in doppelten Ausgaben; Stockholm hat deren 6, Gothenburg, Helsingborg, Malmö je zwei.

Durch die Bestrebungen der eingewanderten Dänen C. W. GLEERUP in Lund und AD. BONNIER in Stockholm ist der schwedische Buchhandel ganz in der Art des deutschen organisiert. Die Zahl der Buchhandlungen beträgt 261.

Der Schwede liebt das Bunte und neben einer grossen Anzahl von geschichtlichen Werken und Romanen werden auch viele illustrierte, namentlich ethnographische Prachtwerke mit Chromolithographien gedruckt, doch werden sie auch zumteil in Deutschland ausgeführt. Die Lithographie kam 1818 nach Schweden. Eine Anstalt von Bedeutung ist _Lithographiska Aktie Bolaget i Norrköping_, welche namentlich vortreffliche Landkarten geliefert hat.

[Sidenote: Die Papierfabrikation.]

Die Papierfabrikation Schwedens hat eine grosse Bedeutung und die Zahl der Fabriken beträgt etwa 60. Es wird sehr gutes Papier fabriziert, wennauch für gewöhnlich ein recht mittelmässiges Fabrikat zur Verwendung kommt. Schweden mit seinem grossen Reichtum an Holz und Wasserkraft hat die Fabrikation des Holzstoffes mit Eifer ergriffen und führt bedeutende Quantitäten aus. Seine erste Farbenfabrik erhielt es erst vor wenigen Jahren durch O. MARIN in Söderköping.

* * * * *

[Sidenote: Finnland.]

FINNLAND, politisch mit Russland vereinigt, im Besitz seiner nationalen Sprache und einer, wennauch nicht bedeutenden, nationalen Litteratur, in dem höheren litterarischen Verkehr sich der schwedischen Sprache bedienend, ist in betreff des Buchgewerbes mehr zu Schweden als zu Russland gehörend zu betrachten.

[Sidenote: Typographen.]

Die bedeutendste typographische Familie ist die Frenckellsche. Statt der nach Stockholm verlegten Druckerei (I, S. 158) erhielt ÅBO 1772 eine neue Offizin, die im Jahre 1750 in die Hände von J. C. FRENCKELL kam, welcher 1755 zum akademischen Buchdrucker ernannt wurde, und 1802 noch eine Druckerei in HELSINGFORS, wohin 1829 die Universität von Åbo verlegt wurde, gründete, die noch kräftig blüht.

[Sidenote: Zeitungen.]

Im Jahre 1771 erschien die erste schwedische Zeitung in Åbo; 1776 die erste in finnischer Sprache. Unter der strengen Zensur konnte die Zeitungslitteratur nur einen sehr langsamen Fortgang nehmen, erst in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts trat ein erheblicher Umschwung ein, so dass im Jahre 1878 24 Zeitungen in schwedischer, 30 in finnischer Sprache erschienen. 1871 hatte Finnland 20 Buchdruckereien, die sich auf 12 Städte verteilten, davon kamen 7 auf Helsingfors. Die Zahl der Gehülfen betrug 118, der Lehrlinge 99. Schnellpressen gab es 12, Handpressen 45. Jetzt hat Finnland 40 Buchdruckereien.

Die von TILGMANN aus Helsingfors erfundene Tiegeldruck-»Endlose« _Mia_ hat wohl nicht den in Deutschland gehegten Erwartungen ganz entsprochen[266].

[266] Journ. f. B. 1878, Nr. 7.

RUSSLAND UND POLEN.

[Sidenote: Langsame Entwickelung der Typographie.]

Dass die Typographie in Russland und Polen nicht in der Weise blühen konnte, wie in Ländern, wo die politische Freiheit eine frische litterarische Bewegung und eine lebhafte Wechselwirkung mit den bedeutendsten Kulturvölkern hervorrief, ist selbstverständlich. Hierzu kommt noch als erschwerendes Moment die grosse räumliche Ausdehnung des Reiches. Wie (S. 257) bereits erwähnt wurde, erhielt Russland nicht nur sein typographisches Material aus Deutschland, sondern auch die Ausüber der Buchdruckerkunst sowohl als des Buchhandels waren grösstenteils Deutsche. Diese haben erst Ordnung und System in das graphische Geschäft gebracht. Der national-russische Buchhandel war noch 1840 in einem desolaten Zustande. SMIRDIN in St. Petersburg und SIMIN in Moskau gehörten zu den wenigen, welche das Geschäft kaufmännisch regelrecht betrieben.

Die Buchdruckereien verbreiteten sich langsam; 1874 war die Zahl derselben in St. Petersburg 107, die der lithographischen Anstalten 105, der Schriftgiessereien 11, der Buchhandlungen mit offenem Laden 77. Den Bemühungen eines Deutschen, R. SCHNEIDER, ist die Errichtung einer typographischen Lehrlingsschule zu verdanken. Derselbe gab auch 1867-1869 ein typographisches Journal in russischer und deutscher, später nur in russischer Sprache heraus, das auf Ed. Hoppe überging. Schneider verliess 1882 Russland und ging nach der Schweiz.

[Sidenote: Die Staatsdruckerei.]

Eine eben so eigentümliche wie vortreffliche Anstalt ist die kaiserliche STAATSDRUCKEREI oder, wie die offizielle Bezeichnung lautet: »die Kaiserlich Russische Expedition zur Anfertigung der Staatspapiere«, ein Institut, das jedes, selbst das in den graphischen Künsten am weitesten fortgeschrittene Land mit Stolz das seinige nennen würde. Durch ihre wahrhaft eminenten Leistungen in photographischen Hoch- und Tiefdruckplatten, durch die geistreiche Kombination von Heliographie und Galvanoplastik und durch die vielfachen wichtigen Anwendungen der verschiedenen graphischen Künste zur Herstellung von Staats- und Wertpapieren hat sie tief eingreifende Erfolge erzielt. Die Fabrikation von Papier mit Wasserzeichen in unvergleichlicher Klarheit und Zartheit, sowie von geschöpftem Handpapier mit allen den Eigenschaften, die man von einem für Wertzeichen bestimmten Papier verlangt, wird in grossartigem Maassstabe betrieben. Die Festigkeit ist namentlich dem vorzüglichen russischen Hanf zuzuschreiben. Die Kontrolle beginnt mit der Feststellung des Gewichts des abgelieferten Papiers und lässt sich für jeden Bogen auf seiner Wanderung durch die Anstalt verfolgen. Die Fabrik arbeitet mit sechs grossen Maschinen und vierzehn Bütten[267].

[267] Das Journ. f. B. 1872 bringt eine sehr detaillierte Beschreibung des Instituts, von TH. GOEBEL.

Stempel und Matrizen, Clichés in Kupfer und namentlich in Eisen, eine Spezialität der Anstalt, die gerade für die Herstellung des farbigen Druckes in grossen Auflagen sowohl der Dauerhaftigkeit, als der Unangreifbarkeit durch Farben wegen von wesentlich praktischem Werte sind, werden in vorzüglichster Qualität geliefert. Buch- und Holzschnittdruck, Kupferdruck, Lithographie, Autographie, Chromographie, Photogalvanographie, Heliographie, Elektrotransformatypie, ein Verfahren zur Herstellung einer Platte mit Bildstellung beliebig nach rechts und links, kurz, jeder nennbare graphische Prozess wird dort zur Vollkommenheit gebracht. Ebenfalls vorzüglich sind die durch Georg v. Scamoni photographisch erzielten mikroskopischen Schriften. Derselbe, aus Würzburg gebürtig, hat einen grossen Anteil an den Erfolgen der Anstalt in allen heliographischen Verfahrungsweisen[268].

[268] Seine Erfahrungen hat er in seinem »Handbuch der Heliographie« mit Atlas, Berlin 1872, niedergelegt.

Die Anstalt wurde 1818 unter Leitung von THEOD. SCHNEIDER aus Mannheim gegründet und besteht seit 1866 als selbständiges Geschäft, das seine Überschüsse an die Staatskasse abliefert. Der Chef ist seit 1861 der Staatsrath THEOD. VON WINBERG. Bereits im Jahre 1873 hatte die Anstalt 17 Dampfmaschinen mit 362 Pferdekraft zur Disposition. Die Druckerei arbeitete mit 58 Schnellpressen, darunter 35 aus der Fabrik von König & Bauer, 60 Handpressen, eine ausserordentliche Zahl von Hülfsmaschinen und beschäftigte im Hause 1400-1800, ausser dem Hause 300-1200 Arbeiter.

Eine eigentümliche Einrichtung ist die Beteiligung des ganzen Personals bis zum jüngsten Arbeiter herunter an dem Gewinn der Anstalt, der ein bedeutender, zwischen 3-400000 Rubel jährlich, sein soll. Die eine Hälfte derselben fliesst in die Staatskasse, die andere wird unter das Personal in der Weise verteilt, dass jeder Arbeiter mindestens einen Monatslohn als Anteil empfängt.

Die baulichen Anlagen der Anstalt, welche in dem südlichen, nicht sehr bebauten Stadtteil sich befinden, bedecken einen grossen, an drei Seiten von Strassen begrenzten Flächenraum, auf welchem ausser der eigentlichen Druckerei auch die Papierfabrik und die Wohnungen der Beamten sich befinden.

Zum Schutze der Anstalt hält eine Wache von 36 Mann die verschiedenen Zugänge bei Tag und Nacht besetzt. Die Gebäude sind durchweg massiv und feuersicher, fast nur von Stein und Eisen. An der Spitze der Anstalt, welche dem Finanzministerium unterstellt ist, steht ein technisch gebildeter Direktor. Als Vorsteher der einzelnen Abteilungen, sowie zur Wahrnehmung der Kassen- und Rechnungsgeschäfte und der Kontrolle sind 160 Beamte und 280 Meister und Meistergehülfen angestellt. Sehr zu loben ist, dass die mächtige Anstalt nur auf die Bedürfnisse des Staats beschränkt bleibt, obwohl es in Russland eher als in anderen Ländern zu entschuldigen wäre, wenn sie Privaten Konkurrenz machte.

[Sidenote: Verschiedene Firmen.]

Die UNIVERSITÄTSBUCHDRUCKEREI wurde 1755 gegründet. 1871 beschäftigte sie 16 Schnell- und viele Handpressen und ist reich mit orientalischen Schriften versehen; das Vaterunser konnte in 325 Sprachen gesetzt werden. Eine zweite orientalische Buchdruckerei, namentlich für armenischen Druck bestimmt, errichtete 1836 JOACHIM LAZAREFF. Unter den älteren Buchdruckereien nimmt die von J. J. GLASANOW (Oberbürgermeister, wirklicher Staatsrat, Excellenz), welche bereits ihr hundertjähriges Bestehen feierte, einen bedeutenden Platz ein, während unter den jüngeren die von B. M. WOLFF hervorragend ist. Der kürzlich verstorbene Wolff verband Verlagshandel mit Buchdruckerei und hat Verdienste um die Verschönerung der russischen Schrift und der Anpassung der Renaissance-Antiqua an diese. Eine bedeutende Accidenzdruckerei ist die von GOLOWIN. ALEX. BENCKE liefert ebenfalls viele Accidenzarbeiten und beschäftigt nur Nationalrussen. HERMANN HOPPE giebt das illustrierte Journal, von ED. HOPPE gedruckt, heraus. Die Gesellschaft ALLGEMEINER NUTZEN ist ein ausgedehntes Etablissement, besonders für Herausgabe illustrierter Blätter. Bedeutende Schriftgiessereien sind die Filiale von FLINSCH in Frankfurt a. M. (Franz Mark), REVILLON & CO. und O. J. LEHMANN. Die lithographische Anstalt von A. ILJIN liefert gute Landkarten.

[Sidenote: Die Provinzen.]

In MOSKAU wird die graphische Kunst in ziemlich umfangreicher Weise geübt. Im Jahre 1881 bestanden 237 Offizinen, in welchen mit 202 Buchdruck-, 147 Steindruck-Schnellpressen und 712 Tret- und Handpressen gearbeitet wurde. Die Schriftgiessereien, unter welchen SELIWANOWSKI bedeutend ist, arbeiteten mit 47 Giessmaschinen. Die bekannte SYNODALBUCHDRUCKEREI (I, S. 279) erhielt eine neue und zweckmässige Einrichtung. MOR. NEUBINGER druckt namentlich Wertpapiere.

DORPAT hatte schon 1624 eine Offizin, MITAU 1774, ODESSA 1825. CHARKOW mit seiner 1804 gegründeten Universität erhielt 1820 eine Druckerei. In WARSCHAU sind namentlich H. & M. ORGELBRAND durch ihre hebräischen Drucke bekannt.

In den baltischen Provinzen erschienen 1871 22 deutsche, 7 esthnische und 6 litauische Zeitungen und nur eine russische.

Die armenische Typographie wurde namentlich in dem berühmten Kloster ETZSCHMIAZIN bei Eriwan, der Hauptstadt Armeniens, gepflegt. Ein zweiter Druckort ist NACHITSCHEWAN, wo 1794 unter anderem eine Übersetzung von Fénelons _Télémaque_ erschien. TIFLIS hat mehrere Offizinen. In der Herrnhuter-Kolonie SAREPTA befand sich seit dem Jahre 1763 eine unbedeutende Missionsdruckerei. ASTRACHAN erhielt zu Anfang des Jahrhunderts, KASAN 1815 Offizinen.

In den Gouvernementsstädten SIBIRIENS finden sich zwar Buchdruckereien, jedoch primitivster Einrichtung, nur JEKATERINENBURG und IRKUTSK haben gut versehene Offizinen. Die einzige offizielle Zeitung Sibiriens, welche in Irkutsk erschien, wurde 1880 verboten. In SELENGINSK wurde auf Veranlassung der Londoner Missionsgesellschaft die ganze Bibel 1834 in mongolischer Sprache gedruckt.

Die russischen Papierfabrikanten beschweren sich sehr über Mangel an Lumpen, die namentlich nach England ausgeführt werden. Die Kartenfabrikation ist ein Monopol der Regierung; die einzige Fabrik liefert jährlich etwa sieben Millionen Spiele.

[Sidenote: Statistisches.]

Im Jahre 1874 hatte Russland 322 Buchhandlungen und die Zahl der erschienenen Bücher betrug 2589. 1870 war der Wert der Büchereinfuhr 1153082 Rubel, von welcher Summe die Million auf Deutschland fiel, die Ausfuhr bezifferte sich auf 83714 Rubel.

Die Zahl der Zeitschriften ist eine verhältnismässig sehr geringe und betrug 1881 nur 776, davon 80 in polnischer, 43 in finnischer, 39 in schwedischer, 36 in deutscher, 13 in lettischer, 10 in esthnischer Sprache und 26 in verschiedenen Idiomen. Es erscheinen von diesen Zeitschriften 197 in St. Petersburg, 75 in Moskau, 79 in Warschau, 36 in Helsingfors, 23 in Riga, 21 in Tiflis, 20 in Kiew, 19 in Odessa.

[Sidenote: Zeitungswesen.]

Die verbreitetste Zeitung (71000 Auflage) war der »Golos« (die Stimme)[269], sie hatte so wenig wie die _Times_ eine bestimmte Tendenz, aber ein ebenso feines Gehör für das, was kommen würde. »Die neue Zeit«, ein chauvinistisches Slawenblatt (30000 Auflage) hatte etwas an Verbreitung eingebüsst. Im Hetzen gegen Deutschland hatte es fast den Sieg über die russische St. Petersburger Zeitung davongetragen, wogegen die »Russische Wahrheit« einen gebildeten Ton anschlug. Auch das »Gerücht« hielt sich von Chauvinismus frei. Die »Moskauer Zeitung« hatte namentlich in Moskau selbst und in dem Lande südlich und östlich von Moskau Geltung.

[269] Die folgenden Angaben beziehen sich $auf das Jahr$ 1879. »Golos« ist seitdem eingegangen.

Die Regierung besass nur ein offizielles Organ, »Der Regierungsbote«. Als offiziös konnten das _Journal de St. Pétersbourg_ und die _Agence générale russe_ und im Auslande der Brüsseler _Le Nord_, allenfalls auch der »Russische Invalide« gerechnet werden. Neben der russischen St. Petersburger Zeitung existiert auch eine deutsche; beide gehören der Akademie der Wissenschaften, welche sie verpachtet, und haben bereits 1877 ihr 150jähriges Jubiläum gefeiert.

Die grossen Petersburger Zeitungen stehen zwar nicht unter Präventiv-Zensur, müssen aber 5000 Rubel Kaution stellen. Sobald sie ausschreiten, werden sie verwarnt und nochmaliges Verwarnen zieht zeitweiliges oder auch vollständiges Verbot nach sich. In ausländischen Angelegenheiten haben die grossen Blätter ziemlich freien Spielraum, und sind selbst hinsichtlich der inneren bei weitem nicht so beengt, wie man gewöhnlich annimmt. Der Ton gegen Deutschland ist bekanntlich im allgemeinen voller Hass und zur Schau getragener Verachtung.

Manche Städte von 10000 und mehr Einwohnern haben keine Zeitung, so dass oft ein grosser Kreis oder ein Gouvernement ohne Organ ist. Mit welchen Schwierigkeiten ein Zeitungsherausgeber oft zu kämpfen hat, mag daraus erhellen, dass z. B. aus Neu-Tscherkask erst das Manuskript, dann die Korrektur eines Blattes nach Moskau gesendet werden muss, womit zehn Tage verloren gehen, dazu noch die Zeit für Satz und Druck.

DIE DONAULÄNDER.

[Sidenote: Die jüngsten Staaten.]

Wir wenden uns jetzt den jüngsten selbständig gewordenen Mitgliedern des europäischen Staatenbundes zu, deren Bedeutung für die Presse erst der Zukunft gehört. Mit der Erlangung des politischen Selbstbestimmungsrechtes eines Volkes ist ja auch stets das Aufblühen des geistigen Lebens verbunden gewesen, und ist die erste Gährung überstanden, so ist es bei der Bildungsfähigkeit der betreffenden Völker auch zu erwarten, dass sie eine angemessene Stellung auf dem Gebiete der Presse einnehmen werden. Zu hoffen und zu wünschen bleibt, dass es nicht deutschfeindlichen Einflüssen gelingen möge, nationale und geistige Antipathien gegen germanische Kultur zu erregen, wodurch die Völker selbst am meisten gegen ihre Unabhängigkeit und ihr geistiges Interesse handeln würden.

[Sidenote: Serbien.]

SERBIEN[270]. Als die neue Ära in unserem Jahrhundert für Serbien begann, standen das Volk, welches belehrt werden musste, und die Geistlichkeit, welche belehren sollte, ziemlich auf derselben Stufe des Wissens oder vielmehr der Unwissenheit.

[270] F. KANITZ, Serbien. Leipzig 1868.

Das erste Buch, welches in Serbien erschien, ist eine von dem Woiwoden von Celat, Georg Cernojevi['c], 1493-1495 veranstaltete, mit cyrillischen Lettern gedruckte Ausgabe des Psalters, welche Schafarik den schönsten slawischen Druck nennt, wie überhaupt die Erzeugnisse der südslawischen Pressen an innerem und äusserem Wert die ihnen um einige Jahre vorausgegangenen Krakauer cyrillischen Drucke übertrafen.

Doch dauerte dieser Glanz nicht lange und erlosch bereits im XVI. Jahrhundert in den Kämpfen mit dem Halbmond. Von da ab versorgte Russland die südslawischen Länder mit Kirchenbüchern, bis die eigene Staatsdruckerei die Lieferung derselben übernehmen konnte. Ferner that die englische Bibelgesellschaft manches für die Verbreitung des Neuen Testaments, welches sie von dem bekannten Gelehrten Vuk übersetzen und mit cyrillischen Lettern drucken liess. Auch andere Werke, namentlich Übersetzungen, wurden in Österreich und Deutschland gedruckt.

[Sidenote: Die Staatsdruckerei.]

Die Grundlage zu der Staatsdruckerei war durch ein Geschenk des Kaisers Nikolaus, bestehend in zwei Druckerpressen, 1830 gelegt. Dieselben wurden zuerst in KRAGUJEVAC aufgestellt, um unter der Leitung BERRMANNS aus Wien erst nur liturgische Bücher mit russischen Lettern zu drucken. Im Jahre 1831 wurde die Druckerei vom Fürsten Milosch nach BELGRAD verlegt und mit noch drei Handpressen, später mit zwei König & Bauerschen Schnellpressen ausgestattet. Die Schriftgiesserei wurde von dem Stuttgarter OCKENFUSS eingerichtet. Um den Typenschnitt machten sich zwei andere Deutsche, SCHRÖPEL ([+] 1864) und dessen Faktor WALTER aus Frankfurt, verdient. Nach 1864 traten zwei junge in Deutschland ausgebildete Serben an die Spitze der Anstalt. Die alt- und neuslawischen Typengattungen sind gut vertreten, auch Musiknoten sind vorhanden und xylographische, galvanoplastische und Stereotypie-Anstalten wurden eingerichtet. Im Jahre 1870 waren mehr als 50 Setzer und Lehrlinge beschäftigt und zahlreiche Arbeiten wurden sowohl für den Staat wie für Private ausgeführt, ausserdem die Landeszeitung und mehrere andere Journale dort gedruckt.

Um 1850 wurde auch die LITHOGRAPHIE durch einen Deutschen, BRAUMANN, eingeführt. Karten, Pläne und andere chromographische Arbeiten wurden in guter Ausstattung geliefert, auch die serbischen Postmarken sind sehr gut gedruckt.

[Sidenote: Die serbische Sprache.]

Die serbische Sprache, die auch seit 1830 von den Kroaten als Schriftsprache adoptiert wurde, wird von Kennern als reich, kurz, energisch und melodiös geschildert. Der Linguist Vuk führt in seinem Wörterbuch mehr als 62000 Wörter auf. Bis jetzt beschäftigte sich die serbische Presse meist mit dem Druck von Lehrbüchern und mit Übersetzungen, doch hat die Originallitteratur schon bedeutende Anfänge aufzuweisen. Das 1838 vom Fürsten Milosch gegründete Lyceum wurde 1863 Universität. 1841 gründete Fürst Michael die »Gesellschaft für serbische Litteratur«, die ein Mittelpunkt der geistigen Bestrebungen wurde und durch ihr Jahrbuch (Glasnik) viel wirkte.

[Sidenote: Zeitungen.]

Als Gründer der politischen Presse im europäischen Stil ist MILO[VS] POPOVI['C] zu betrachten, der von 1841-1861 fast ununterbrochen die offizielle Zeitung redigierte und dann im Verein mit Dr. Rosen eine quasi offiziöse Zeitung gründete. Da diese die gelesenste von allen war und trotzdem nur in 750 Exemplaren gedruckt wurde, so lässt sich ein Schluss auf die Grösse des Lesepublikums der übrigen im Jahre 1866 in Belgrad erschienenen Blätter ziehen. Mit dem Buchhandel ist es auch noch nicht sonderlich bestellt.

[Sidenote: Graphische Künste.]

Auf dem Gebiete der vervielfältigenden Künste haben sich einige Persönlichkeiten vorteilhaft bekannt gemacht. NATAL, BONIFACIJ und MARTIN ROTA-KOLUNI['C] wirkten als Kupferstecher bereits im XVI. Jahrhundert in Rom. Unter den zahlreichen Stichen des letzteren ist namentlich »Das jüngste Gericht« bekannt. Zu Anfang unseres Jahrhunderts gab JOSEPH MILOWUK Bildnisse berühmter Serben in Kupferstich heraus. Sein Sohn machte einen Versuch mit einer illustrierten Zeitung in Belgrad und suchte somit für den Holzschnitt in Serbien Bahn zu brechen; doch war der Erfolg kein bedeutender.

Um die Lithographie und die Photographie in Serbien erwarb sich die meisten Verdienste NASTAS JOVANOVI['C]. Vom Fürsten Milosch nach Wien gesandt, um dort die Kupferstecherkunst zu lernen, gründete er später einen nationalen Kunstverlag, in welchem sich zahlreiche Blätter mit historischen Vorwürfen befanden. In seinen Unternehmungen ward er von Wiener Künstlern, namentlich von Vincenz Katzler, unterstützt.

* * * * *

[Sidenote: Rumänien.]

RUMÄNIEN. Das Rumänische ist die Muttersprache von über zehn Millionen Menschen, hat also für die Typographie der Zukunft eine nicht geringe Bedeutung. Es wird nicht allein in Rumänien gesprochen, sondern ist auch in den östlichen Teilen Ungarns, im Banat und in Siebenbürgen, in Bessarabien, Podolien und in der Bukowina verbreitet. Von manchem wird die rumänische Sprache irrtümlich für eine slawische gehalten; sie stammt jedoch aus dem Lateinischen und schliesst sich ziemlich eng an das Italienische an, erscheint deshalb auch den Bewohnern der eigentlichen Kulturländer Europas nicht so fremdartig als die slawischen Idiome.

Die dortige Typographie befindet sich schon im raschen Aufblühen. Bereits in der Mitte der siebenziger Jahre unseres Jahrhunderts befanden sich in Rumänien in zwölf Städten verteilt 34 Buchdruckereien mit 217 Gehülfen und 117 Lehrlingen. Von diesen kamen auf Bukarest zwölf Druckereien mit 138 Gehülfen, 108 Lehrlingen, 27 Maschinen und 11 Handpressen. Die Regierung ist sehr um die Einführung der Papierfabrikation bemüht. Für das Interesse, welches in diesem jungen, der Kultur zugeführten Staat für die Typographie herrscht, spricht das Erscheinen zweier Fachzeitschriften.

* * * * *

[Sidenote: Bulgarien.]

BULGARIEN. Diese jüngste Staatenschöpfung in Europa hat begreiflicherweise noch zu sehr mit den notwendigen Existenzfragen zu kämpfen, um auf dem Gebiete der Presse schon wesentliches leisten zu können. Erst kommen, wie überall, die Zeitschriften und die Unterrichtsbücher. Seit 1824 liessen bulgarische Emigranten zahlreiche Schul- und kirchliche Bücher im Auslande drucken und Druckereien wurden 1870 in Salonik und Smyrna zu diesem Zwecke begründet. Ein Journal _Ljuboslovic_ erschien bereits in den Jahren 1844-1846 in Smyrna. Die erste in Bulgarien in der Landessprache erschienene Zeitung war 1849 _Czarigradskij Vestnik_, sie fand jedoch keine grosse Verbreitung und ging 1861 ein. Ein in Odessa herausgegebenes Blatt _Mirozrenie_ wurde, obwohl politisch ganz harmlos, verboten. 1879 erschienen in Konstantinopel und Rumänien 14 bulgarische Zeitschriften.

SOFIA hat jetzt sechs Zeitungen aufzuweisen, unter welchen das wöchentlich erscheinende Regierungsblatt. Die in deutscher Sprache erscheinende »Bulgarische Korrespondenz« ist zur Aufklärung des Auslandes bestimmt. Unter den Zeitungen befindet sich auch eine illustrierte, _Bolgarskaya Illywstratsiya_. RUSTSCHUCK hat zwei Journale, unter welchen das oppositionelle _Bolgarin_ die stärkste Verbreitung hat. In SISTOWA, TIRNOWA, PHILIPPOPEL und SLIWNIA giebt es je eine Zeitung.

GRIECHENLAND.

[Sidenote: Griechenland.]

Griechenland war eines der letzten Länder, nicht nur in Europa, in welchem die Buchdruckerkunst ein festes Heim fand.

Unter der Herrschaft der Türken hatte sich nur ab und zu eine wandernde Druckerei eingefunden, um rasch wieder zu verschwinden, eine bleibende Stätte für die Typographie gab es nicht. Die notwendigsten liturgischen, daneben einige wenige Unterrichtsbücher wurden bei NIKOLAS GLYKY in Venedig, einige auch in Wien und Paris gedruckt.

Der Errichtung zweier Offizinen auf den jonischen Inseln durch General Bonaparte wurde bereits (S. 172) gedacht. Zu Anfang des Jahrhunderts fanden schwache Versuche zur Gründung griechischer Zeitungen in Konstantinopel, Smyrna und Bukarest statt. Auszüge aus der heiligen Schrift in neugriechischer Sprache liess 1817 der Missionär Wilson auf Corfu drucken. 1818 folgte dort eine politische Zeitschrift in italienischer und neugriechischer Sprache. Bereits früher hatte der Missionär Lowndes eine albanesische Bibel, wahrscheinlich das erste gedruckte Buch in albanesischer Sprache, dort ausführen lassen.

[Sidenote: Der Freiheitskampf.]

Als 1821 der Freiheitskampf der Griechen überall in Europa die grösste Teilnahme erweckte, und die Bildung der philhellenischen Vereine veranlasste, fassten letztere auch die Beschaffung einer griechischen Druckoffizin ins Auge. Firmin Ambroise Didot, ein eifriger Griechenfreund, schenkte Griechenland eine vollständige Druckerei-Einrichtung (S. 180), die in NAUPLIA ihre Stätte fand. MISSOLUNGHI erhielt eine Offizin durch Lord Byron, und Lord Stanhope brachte eine solche nach ATHEN; ausserdem erhielten KORINTH, PATRAS, HYDRA, CHIOS und AEGINA Pressen. Auf Aegina erschien während der Präsidentschaft des Grafen Capo d'Istria das Regierungsblatt »Ephemeriden«; auf Hydra »Der Freund des Gesetzes«, in Missolunghi die »Hellenische Chronik«, in Korinth die »Trompete von Hellas«.

[Sidenote: Regierung König Ottos.]

Als König Otto 1833 nach Griechenland kam, war der Zustand der Druckereien, zu denen inzwischen noch einige lithographische Anstalten gekommen waren, ein so kläglicher, dass es nicht einmal möglich war, die notwendigsten Regierungsarbeiten alle im Lande auszuführen. Unter den mit dem Könige angekommenen bayrischen Soldaten befanden sich 11 Buchdrucker, 7 Lithographen und 13 Papiermacher, die nun bessere Dienste leisten konnten, als die Muskete tragen; von G. Jacquet in München war auch noch eine Druckerei-Einrichtung gesandt worden. In Athen wurde das, noch 1870 dreimal wöchentlich erscheinende »Jahrhundert« gegründet. »Der Erlöser« erschien zweimal wöchentlich in italienischer und neugriechischer Sprache. 1834 gründete die Amerikanisch-Englische Gesellschaft zur Verbreitung religiöser Ansichten eine gut eingerichtete Buchdruckerei, die viele Schulbücher, an welchen Griechenland noch sehr arm war, lieferte[271].

Ein organisierter Buchhandel[271] existierte natürlich noch nicht. Auch hier waren es, wie an so manchen Orten, Deutsche, denen die Aufgabe zufiel, in diesen Ordnung zu bringen, in welcher Hinsicht der am 27. Juli 1882 verstorbene Buchhändler und deutsche Konsul KARL WILBERG durch seine seit 1827 bestehende, vortrefflich organisierte Buchhandlung sich besondere Verdienste erwarb. Die deutsche wissenschaftliche Litteratur hat Wilberg viel zu verdanken, denn er trug nicht allein zur Verbreitung ihrer Erzeugnisse ausserordentlich bei, sondern stand auch den in Griechenland reisenden Forschern mit Rat und That zur Seite.

[271] COROMILAS, DEM., _Catalogue des livres publiés en Grèce. L'Exposition Vienne 1873._

[Sidenote: Aufblühen der Presse.]

Bis 1837 gab es kein Pressgesetz. 1843 wurde durch die Verfassung vollkommene Pressfreiheit garantiert, diese jedoch trotzdem 1850 sehr beschränkt, bis die Presse nach der Thronbesteigung König Georgs 1863 wieder ganz frei wurde. 1873 erschienen 152 Journale, davon 74 in Athen, und das litterarische Leben ist in raschem Aufblühen begriffen. Eine illustrierte griechische Zeitung _Hesperos_, herausgegeben von Dr. J. Pervanoglou, wird in Leipzig (bei W. Drugulin) gedruckt.

Bevor in Griechenland das Licht der Kultur, welches einst über dessen glückliche Gefilde so herrlich leuchtete, vollständig erlosch, um einer tiefen, wie es schien ewigen, Finsternis Platz zu machen, hatte es jedoch den »Barbaren« seine unvergleichlichen Geisteswerke hinterlassen, die so vieles dazu beitrugen, bei letzteren die Aufklärung zu verbreiten und der Buchdruckerkunst den Weg zu ebnen.

Der »Barbar« Gutenberg glich die Rechnung mit Griechenland aus, indem er ihm seine äusserlich unscheinbare, aber in ihren Wirkungen unvergängliche und unvergleichliche Erfindung als Entgelt brachte. Mit dieser erhielt Griechenland, wie jedes Land des Erdkreises, für immer die Gewähr, dass es nicht zum zweitenmal der geistigen Verkümmerung und Finsternis anheimfallen könne. Und so mögen die folgenden, dem Denkmal im Hofe »Zum Gutenberg« entlehnten Zeilen hier statt eines Kolophons stehen.

_Was einst Pallas Athene dem griechischen Forscher verhüllte, Fand der denkende Fleiss deines Gebornen, o Mainz! Völker sprechen zu Völkern, sie tauschen die Schätze des Wissens; Mütterlich sorgsam bewahrt, mehrt sie die göttliche Kunst; Sterblich war einst der Ruhm; SIE gab ihm unendliche Dauer, Trägt ihn von Pol zu Pole, lockend durch Thaten zur That; Nimmer verdunkelt der Trug die ewige Sonne der Wahrheit, Schirmend schwebt ihr die Kunst, Wolken verscheuchend, voran. Wandrer, hier segne den Edlen, dem so viel Grosses gelungen, Jedes nützliche Werk ist ihm ein Denkmal des Ruhms._

* * * * *

A. NAMEN- UND SACHREGISTER.

Åbo S. 452. Accidenzdruck in Amerika 125. -- in Berlin 368. -- in England 91. 105. Ackermann, A., 337. Ackermann, Rud., 94. Adam, Isaak, 62. Adams, Jos., 123. Adelaide 112. Adler, C., 376. Adler, G., 350. Adlers Erben 375. Adrian, F. R., 187. Ägina 463. Ägypten, das alte, 339. »Ägypten« von Ebers 389. Ägypten, Felddruckerei in, 172. Ägyptologie, die, 340. Afrika 113. _Age_ 112. _Agence Havas_ 199. d'Agincourt, _L'hist. de l'art_ 186. Agram 437. Aguado, Juan, 245. Aichele & Bachmann 314. Akademische Buchdr., Berlin 366. Akadem. Buchdr. in München 394. Alauzet, P., 158. Albamra, G., 245. Albert, J., 396. Albert & Hamm 316. Albertotypie, die, 16. 396. Albrecht, C., 437. Albrecht & Meister 371. _Album typogr. de l'impr. Royale_ 176. Alden, Thim., und H. W., 42. Algier 248. Allen, Ed., 35. Allendorf a. d. Werra 400. »Allgemeiner Nutzen« 456. Allgeyer, Jul., 397. Allier Père & fils 202. _Alphabeticum Tibetanum_ 234. Altenburg in S.-A. 350. Amand, G. L. A., 227. Amelang, C. F., 367. Amherst, Lord, 107. Amsler & Ruthardt 372. Amsterdam 227. Amyot, P. F., 210. Anastatischer Druck 11. Anderson, Alex., 123. Andreæ, J., 288. André, Joh., 401. Andrew Best & Leloir 204. Angeli und Sohn 243. Anger, J., 316. Angerer & Göschl 434. _Anglaise_ 146. Anisson-Duperon, E. A. J., 171. 172. Anleger, mechanischer, 68. _Annual Register_ 55. _Annuaire-Almanach du Comm._ 181. Ansbach 399. Antananarivo 113. Antiqua u. Fraktur i. Deutschl. 255. -- in Skandinavien 450. Antiquariatsgeschäft i. London 100. Antwerpen 232. Appel, F. A., 207. Appel, R., 11. Applegath & Cowper 60. Appleton, D., & Co., 130. Aquarelldruck 10. Arbeitsweise, deutsche, 257. -- englische, 90. -- französische, 140. Archimowitz, Th., 293. _Archives des découvertes_ 186. _Argus_ 112. Arnold, E., 350. Arnz & Co. 379. _L'art pour tous_ 156. 208. Arundel, Lord Th. H., 103. _Arundel Society_ 371. Aschersleben 353. Asher & Co. 372. Ashley, J. F., 68. Asnières 207. Aspern van der Velde 227. Asser 16. Assignatendruck in Frankreich 172. Astrachan 457. Athen 463. Athenäum 436. Attaignant, P., 324. Auer, Alois, 422. Auers »Endlose« 424. Augsburg 398. Augsb. »Allgemeine Zeitung« 398. »Augsburg«, Maschinenfabrik, 313. Auroras Triumphzug 377. Ausleger, mechanischer, 68. Austin, Stephan, 84. _Australian Register_ 112. Australien 112. Autotypie 397. Ava 109.

Baader & Co. 402. Bachelin-Deflorenne 216. Bachelier, A. L. J., 210. Bachem, J. P., 380. Bachmann, J. H. F., 285. Badoureau, B., 156. Bädeker, Familie, 329. 379. Baensch jun., E., 354. Bär & Hermann 347. Bärentzen & Co. 448. Bagel, A., 329. Bagelaer, E. W. J., 228. Bagster, Sam, & Sons 97. Baillère, J. B., 209. Bailleul 200. Baily, M., 67. Balantyne, John, 82. Baley, Benj., 107. Ballard, Rob., 325. Banknotendruck in Amerika 125. -- Deutschland 370. -- England 91. -- Russland 454. Barba, G., 212. Barbera, G., 242. Barbou, Familie, 186. Barcelona 245. Barth, J. Aug., 372. Barth, Joh. Ambr., 348. Barth, W. A., 338. Bartholomäus, Fr., 353. Basel 406. Baskerville, John, 73. Bastide 249. Batavia 109. Bate 208. Batenberg & Majeur 150. Baudoin, A., 210. Baudoin 159. Baudry, J., 208. Baudry _Collection_, 212. Bauer, A. F., 54. 308. Bauer, Bonitas-, 399. Bauer, J. C., 289. Baumann, G. E., 319. Baumann, L., 379. Baumgärtner, J., 17. 349. Baurkeller 17. Bautzen 350. Baxter, George, 80. Beaumarchais, P., 74. 184. 402. Beck, Hofrat, 426. _Behring Manufacturing Comp._ 42. Belgrad 459. Belin, Eug., 211. Belin-Mandar 212. Bellmann, C., 432. Bellow, John, 84. Benares 106. Bencke, Alex., 456. Benedict, J. C., 347. Benkulen 109. Bensley, Th., 54. 77. Bentley, Richard, 98. _Bents Advertiser_ 94. Benziger, Gebr., 130. 411. Bequet & fils 207. Béranger, P. J., 176. Berg, Adam, 325. Bergen, G., 349. Berger-Levrault, Familie, 186. 403. Berlin 357. Berling, C. G., 450. Berling, Familie, 443. Bern 411. Bernhardt, G., 316. Berrmann 459. Berthold, H., 286. Bertram, O., 353. Besley, R., & Co., 32. 91. Bestehorn, H. B., 353. Bette, Paul, 372. Bewick, Th. und J., 79. Beyerhauss 285. _Bhâgavata Pûrana_ 176. Bibeldruck in Amerika 129. -- in England 99. -- in Halle 353. _Bible Encyclopædia_ 129. _Bible pictorial_ 95. _Bibliographie de la France_ 194. Bibliophilie 101. 214. _Bibliotheca Japonica_ 111. _Bibliothèque Elzévirienne_ 216. _Bibliothèque grecque_ 181. _Bibliothèque latine-française_ 181. Bieling, G., 398. Binger, Gebr., 227. Binney & Rolandson 33. 38. _Biographie générale_ 181. _Biographie médicale_ 185. Bixio, J. A., 210. Black, Familie, 82. Blackie, W. C., & Co. 83. Blackwood, Familie, 83. _Blackwood-Magazine_ 83. Blades, William, 97. Blades, East & Blades 97. Blätter, Fliegende, 299. Blätter, illustrierte, in Deutschl. 267. Blake, Stephenson & Co. 30. Bleuler, Hausheer & Co. 410. Blindendruck 155. 426. Blochmann, E., & Sohn 350. Bobard, C., 353. Bode, J. J. C., 375. Bodenheim & Co. 400. Bodmer 396. Bodoni, J. B., 233. Bodoni, _Manuale tipographico_ 236. Bodoni, Schriften 236. Böhlau, H., 351. Böhme & Fränkel 371. Börsenhalle, Neue, 376. Börsenverein 266. _Bohemia_ 290. Bohn, H. G., 100. Bohns _Guinea-Catalogue_ 100. Bohn, Fassbender & Herber 315. Boieldieu & Fils 160. Bolhövener, C., 397. Bombay 107. Bona 242. _Bona fide Dictionary_ 84. Bond & Forster 66. Bonifacij, N., 460. Bonn 379. Bonnet & Co., 160. Bonnier, Ad., 452. Bonz, Ad., 387. _Bookseller, American_, 122. _Book Trade Association, Americ._, 127. Boomer & Borchert 69. _Border-Press_ 82. Borzino, Ulysses, 241. Bosnien 437. Bossange, Familie, 218. Botta Nachfolger 243. Bourdillat 204. Bourdin, E., 203. Bowyer, Vater und Sohn 74. Brackelsberg, E. W., 295. Bramahs Hydr. Presse 53. Brandt, L., 39. 295. Braumüller, W. v., 111. Braun, Ad., 402. Braun, Kaspar, 299. 395. Braunsche Hofbuchdr. 401. Braun & Schneider 395. Braunschweig 354. Breidt, J. E., 320. Breitkopf, J. G. I. Geburt 321. Breitkopf und die Fraktur 322. Der Musiknotendruck 323. Landkartendruck 326. Satz figürl. Gegenstände 327. Chinesische Schrift 327. Schriftgiesserei 328. Sittliche Reformen 328. Schriftstellerische Arbeiten 329. Tod 329. Breitkopf & Härtel 330. Bremen 378. Brend'amour, R., 300. Brendler & Harler 291. Breslau 372. Breton, E., 213. Brevière 204. 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Caën 202. Caillaud, _Voyage à Thèbes_, 176. Calcutta 106. Calverley, J., 64. Cambridge 81. _Camera obscura_ 12. Camlachie 31. Campbell, Andr., 66. Canstein, C. H. v., 353. Canton 109. Capkolonie 113. Capoulaud frères 202. Cardon 150. Carey, Dr., 106. Carey, J., 412. Carez, J., 152. Carlos, A. de, 245. _Carmen Arabicum_ 338. Cartlich, Elisabeth, 29. Caslon, Familie, 29. Cassel 400. Cassell, Petter & Co. 97. Castaldi, Panfilo, 239. Castermann, H., & Co. 232. Catherwood, J. J., 30. Catherwood, N., 29. Cauderon & Co. 160. Caxtonfeier 91. Cazin, Martin, 188. Cellarina 405. Celluloïd-Clichés 154. _Cenniniana, Typografia_ 242. Central-Buchdr. in Stockholm 451. Central-Schulb.-Verl. München, 19. _Cercle de la librairie_ 141. 194. 220. Ceylon 108. Chaix, A. N., 41. 198. Chambers Brothers & Co. 70. Chambers, W. und R., 83. _Chambers Journal_ 83. Chamerot, G., 183. 201. Channay, J. de, 324. Chardon 207. Charkow 456. Charpentier, G., 212. Charton 204. Chemitypie 18. 444. Chemnitz 350. Cherokesen-Schrift 35. Chevalier & Dreyfus 160. Chévet, J., 207. _Chicago Times_ 120. Child, G. W., 118. China 109. Chinesische Schrift 327. Chios 463. Chirio & Mina 242. _Chiswick-Press_ 78. Christern, F. W., 134. Christiania 449. Chodowiecki, D., 296. Christmann, J. R., 187. Chromolithographie i. Amerika 132. -- in Berlin 370. -- in Frankreich 206. -- in Hamburg-Wandsb. 376. -- in München 397. -- in Wien 434. »Chronik d. sächs. Königsh.« 340. Church 41. Civelli 241. 243. _Clarendon-Press_ 32. 81. _Clarkson Life of W. Penn_ 55. Clay, C. J., 82. Clay, John, 41. Claye, Jul., 198. Clichés, segmentförmige, 65. Closs, Ad., 300. 390. Clowes 95. Clowes, E. A., & John Baley, 70. Clymer, John, 51. _Codex Bibliorum Sinaiticus_ 345. Cogger, J., 51. Colburn, Henry, 98. Collas, Achille, 208. _Collection d'Artois_ 178. _Collection of British Authors_ 92. Collin, A., & Co. 211. Colmar 358. 402. Colombo 109. Colportageromane 271. _Common Prayer Book_ 73. _Compound Printing_ 80. Concordanz v. Fürst 338. Congreve, Will., 80. Congrevedruck 80. Conner, J. 34. Cook & Ingram 95. Conisbee & Son 67. Constable, Arch. 82. Constantinopel 250. Cope, J. 52. Copier-Farbe 320. Corréard jeune 210. McCorquodale & Co. 91. Costá, da, Familie 246. Cotta, Familie. Joh. Fr. Cotta 384. Übersiedlung n. Stuttgart 385. Cottas Thätigkeit 385. Lit. Art. Anst. in München 386. Georg von Cotta 386. Änderungen im Geschäft 386. Prachtausgaben 387. Cotta-Kröner-Druckerei 388. Cotta-Druckerei i. München 391. Cotterell, T., 30. Cotym 107. _Courrier de l'Égypte_ 173. Couvertmaschine 71. Cowper, E., 57. Crapelet, Charles 188. Crapelet, G. A., 189. Chemnitz, M. 207. Crété fils 200. Creuzbauer, W., 401. Crewe 47. Crosmer 150. Cruikshank, George, 96. Cuba 248. Curmer, Léon, 204. _Cyclopædia, the Penny_ 95. -- _of English litterature_ 83. Cypern 251. _Czas_-Offizin 432. Czéh, S., 437.

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Gaber 300. _Gabriel, the Outcast_ 85. Gadow & Sohn 351. Gädicke 293. _Galerie historique de Versailles_ 208. St. Gallen 410. Galvanoplastik 294. Gando 147. Gardano, Familie, 325. Garrigues, R., 134. Gaspar & Roy 245. Gavard, J., 208. Gaubert, E. R., 41. Gaume frères 211. Gauthier-Villars 200. Gaveaux, A. Y., 159. Gebauersche Buchdr. 354. Gehülfen-Verein 273. Geibel, Steph., 351. Geiger, J. H., 402. Gelder, van, & Zoonen 228. Genet, E., 324. Genf 412. Gengembre 152. Genossenschaft, Lith., 410. Genou 153. Genzsch & Heyse 284. Georgi, C. H., 379. Gera 351. Gerhard, Fr., 134. Gerhard, R., 317. Gerold, Familie, 420. Gerold, Carl, 371. Gesellschaft f. vervielf. Kunst 428. -- photographische, 372. Gesellschaftsinseln 113. Gewerbehalle, die, 392. Giesecke & Devrient. Wachsen des Etablissements 344. _Codex Sinaiticus_ 344. Giesecke, Hermann, 344. _Papyros Ebers_ 345. A. Devrients Tod 345. Gilbers, G., 350. Gilbert & Rivington 32. Gills Patent 69. Gillot, F., 155. Gillotage 155. Girardet 18. Gisch, K., 295. Gistel, G., 429. Glätten, heisses, 69. Glasanow 456. Gleerup, C. W., 452. Gleissner 350. Glogau 373. Gloucester 84. Glycky, Nik., 462. Gobrecht, Chr., 208. Godchaux, Aug., 159. Godolphin, Lord, 81. Godthaab 448. Goebel, Th., 356. Göschen, J. G., 330. Göttingen 379. Golowin 456. Goodall & Sons 71. 105. Gordon 67. Gosselin, Ch., 212. Goupil & Co. 15. 207. 372. Gotha 352. Gotthelft, Gebr., 410. _Graphic, The_, 95. Grass, Familie, 372. Grass, Barth & Co. 372. Grassmann, R., 375. Graz 432. Greeley, Horace, 117. Grefe, C., 434. Gregr, Ed., 432. Greiner & Pfeiffer 300. Grenoble 202. Greth, Jul., 378. Griechenland Einführung 462. Griechenland Presse 463. Grimsshaw, D., 77. Gröndahl 450. Grönland 448. Gronau, W., 285. Gropius' Buchhdlg. 371. Grote, G., 372. Grüninger, C., 390. Grumbach, E. C. V., 347. Grunert, Gebr., 368. Gruppen, typographische, 6. Grynäus, J., 359. Gubitz, F. W., 282. 297. Guess, G., 35. de Guignes, _Dictionn. Chinois_ 174. Guillaumin, G., 210. Gursch & Klemm 295. Gusmans neue Xylographie 156. Gutbier, A., 350. »Gute Worte« 113. Gutenbergsdenkmal in Frankfurt a. M. 400. Mainz 400. Strassburg 403. Gutsch, F., 401. Guyot, F., _frères_ 232. Gysae, Rob., 320.

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Ibarra 244. Ibrahim Effendi 250. Iljin, A., 456. _Illustrated London News_ 95. _L'Illustration_ 203. »Illustrirte Zeitung« 348. Illustrationsdruck -- in Amerika 122. -- in Berlin 367. -- in Deutschland 296. -- in England 79. -- in Frankreich 142. 193. -- in Leipzig 346. -- in Wien 428. Institut, milit.-geogr., in Wien 435. Imhof, Freiherr von, 108. _Imprenza Nacional_ 246. Innsbruck 432. Institut, Bibliographisches, 345. Institut, topogr., Amsterdam, 228. Irkutsk 457. _Iscrizioni esotiche_ 234. Isermann, A., 293. Island 448. Issleib & Rietschel 351. Itzehoe 376. Ivison, Blakeman, Taylor & Co. 130.

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Nachdruck in Amerika 135. -- in Belgien 229. -- in Deutschland 261. -- in Reutlingen 393. Nachitschewan 457. »Nacht, 1001,« 389. Nachtigall & Dohle 288. Napier, D., 59. Narodne Noviny 437. Nastas Jovanovi['c] 461. »Nationalmuseum, bayrisches« 397. National-Verein, serbischer 460. Naturselbstdruck 424. Naumann, C., 399. Naumann, C. G., 347. Naumann & Schröder 348. Nauplia 463. Neapel 243. Neff, Paul, 392. Negapatnam 106. Neill & Co. 42. Nelson & Sons 63. Neubinger, M., 456. Neuenburg 410. Neuer, Th., 293. Neujahrskarten in England 104. Neuruppin 375. Neusatz 437. _News Company, American_, 128. »New-Yorker Staatszeitung« 133. Nicol, G. und W., 76. Nichols, John, 75. Nicholson, W., 38. 57. Nièpce, Nicéphore, 12. Nièpce de St. Victor 13. Nies, Fr., 338. Nies, J. Ch. D., 289. Nisbet, James, 100. Nisler, E., 397. Nitzschke, W., 391. Norberg, Jul., 187. Norddeutsche Buchdr. 367. Nordhausen 353. Norrköping 452. Norstedt, P. A., & Söner 451. Notendruck, lithographischer, 9. Nürnberg 397. Numerierpresse 53.

Oberhausen 379. Obernetter 16. 397. Oberthur, F. C., 201. Oberzell, Kloster, 307. _Occhio di mosca_ 240. Ockenfuss 459. Odense 444. Odessa 456. Oeglin, E., 324. Oehmigke & Riemschneider 375. Ölbilderdruck 10. Offenbach a. M. 30. Ohlenroth 353. Oldenbourg, R., 394. Oldenburg 378. Omer-Henry 207. _Orange Judd Company_ 131. _Oratio dominica_ 235. Orell Füssli & Co. 409. Orientalia in Frankreich 147. Orgelbrand, H., & Co. 456. Osborne 16. Oschatz, R., 350. Osterrieth, A., 399. Osterzee, J. van, 227. Otto, J., 432. Oudin frères 202. _[Oe]uvres de Frédéric le Grand_ 363. Oxford 81.

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Sachse & Co. 370. _Sacre et couronnem. de Napoléon_ 174. Sacy, S. de, _Les séances de Hariri_ 176. _Saggio tip. di fregi et majuscola_ 234. Salzer, Familie, 421. Sandmeyer, W., 375. Sandwichsinseln 113. Sarepta 457. Satiniermaschine 60. 318. Savage, Will., 80. Saxton, J., 52. Scamoni, G. v., 14. 454. Schäfer & Korradi 134. Schäfer & Scheibe 371. Schauberg, G. A., 380. Schauenburg, M., 402. Schauer, G., 372. Schauer, Hans, 395. Scheible, J., 389. Scheitlin, C. P., 410. Schellenberg, L., 400. Schelter & Giesecke 287. 315. 319. Schemm, Franz, 398. Schimpf, C., 398. Schleifmaschinen 39. Schlotke, Ferd., 316. 319. 376. Schlütersche Buchdr. 378. Schmid, Ant., 419. Schmidt, L. W., 134. Schmidt & Spring 391. Schmiers, Werner & Stein 315. Schneider, Friedr., 395. Schneider, R., 453. Schneider, Th., 455. Schneidemaschine 71. Schnellpressen 306. 333. Schnellpressen, lithograph., 316. Schnuck, Familie, 187. Schönlein, H., 390. Schöpflin, Joh. D., 404. Schotte & Co. 372. Schottländer, S., 373. Schreibkugel 446. Schreibschriften, franz., 146. Schriftgiesserei in Amerika 33. -- in Berlin 359. -- in Dänemark 444. -- in England 29. -- in Frankreich 156. -- in Stuttgart 391. Schriftgiessmasch. 38. 159. 295. 445. Schröder, E. H., 372. Schröder, W., & Co. 319. Schröpel 459. Schuchardt, Chr., 412. Schuckert, Sigm., 295. Schünemann, C., 378. Schürmann, W. R., 319. Schürmann, A., 353. Schultz, J. H., 444. Schultz, R., & Co. 187. Schultze, C., 367. Schultze, W. F., 381. Schulzsche Hofbdr. 378. Schumacher 317. Schumann, A. H., 315. Schuster, R., 372. Schwabe, B., 378. Schwann, L., 379. Schweighausersche Buchdr. 408. Schwerin 375. Schwetschke, Familie, 354. Scribners Zeitschriften 122. Scott, Sir Walter, 82. Sebald, U. E., 398. Seeger, Max, 391. Seemann, E. A., 349. Seidelin, A., 444. Seitz, G. W., 376. Seliwanowski 456. Selligué 317. Senefelder, A., 7. 396. Serajewo 437. Serbien, Einführung, 459. Serbischer National-Verein 437. Sequoyah 35. Serampur 106. _Series, Scientifiques_, 130. Serriere & Bausa 159. Serz & Co. 398. Setzmaschine in Amerika u. Engl. 40. -- in Deutschland 295. -- in Dänemark 445. _Shakspeare-Press_ 50. Shakspeare Prachtausgabe 76. Shanghai 109. Shank, P. M., 39. Sharpe, Granville, 99. _Sheldonian Theater_ 81. _Shinpao_ 110. Sidney 112. _Siècle, le_, 193. Sieger, Ed., 434. Siemens & Halske 295. Silbermann, G., 205. Silva, J. C. da, 246. Silvestre, L. C., 218. Simin 453. Sirven, J. M., 202. Sistowa 462. Sittenfeld, J., 367. Skandinavia-Presse 60. Sliwna 462. Smirdin 453. Smith, P. und M., 61. Smith & Son 92. Smyrna 251. _Society for usefull Knowledge_ 95. _Soc. gén. de libr. catholique_ 211. Sörensen, Chr., 41. 424. Sofia 462. Solnhofen 11. Sommer, L., 421. Sonzogno, Ed., 241. _Soubise, Hôtel_, 174. Sower, Potter & Co. 129. Spaarmann, A., 379. Spamer, Otto, 347. Spemann, W., 392. Spencer, Lord, 102. Spener, Familie, 308. 365. »Spiegel vom Serampur« 107. Spielkartenfabrikation in Engl. 105. Spilbury, Th., 75. Spinn, C. A., & Zoon 227. Spottiswoode & Eyre 96. Springer, Jul., 372. Staatsdruckerei in Belgrad 459. -- in Berlin 368. -- in Paris 170. -- in Pest 436. -- in St. Petersburg 454. -- in Washington 124. -- in Wien 421. Stahel, B., 399. _Stamperia camerale_ 243. Stalling, G., 378. Stanhope, Lord, 36. 49. _Stationary_-Artikel 93. 104. _Stationers Company_ u. _Hall_ 93. Statistisches, Belgien 232. -- Dänemark 444. -- Deutschland 274. -- England 89. -- Frankreich 222. -- Holland 227. -- Italien 237. -- Norwegen 449. -- Österreich 437. -- Rumänien 461. -- Russland 453. 457. -- Ungarn 437. -- Württemberg 393. _Statistique de la France_ 174. Statthalterei-Buchdr. in Prag 432. _Statut de l'ordre de St.-Esprit_ 206. Steinbock, R., 371. Steiger, E., 135. Steiner 295. Steinkopf, J. F., 390. Stenochromie 377. Stenographischer Satz 291. Stereotypie, die, 36. 151. 192. Stettin 374. Stiepel, Gebr., 432. Stigmatypie 304. Stöckel, W., 349. Stoffler & Backé 290. 319. Stopp, F. W., 432. Storch & Kramer 371. Strahan, Will. and Andr., 75. Strassburg 403. Strassburger Stadtbibliothek 404. Straub, F., 394. Strauss, A., 421. Strauss, B., 317. Strixner 396. Stroefer, Th., 395. Stuttgart 384. Styblo, B., 432. Styria 432. Suitterlin, Claussen, & Co. 67. Sumatra 109. »Sun« 123. _Sunday School Union_ 129. Susato, T., 324. Susemihl 17. Swett, E., & Daul 48. Swiderski, Ph., 315. Synodalbuchdruckerei 456. Sythoff, A. W., 228. Szegedin 437.

Talbot, Fox, 12. Tarbé & Co. 150. Tauchnitz, Bernh., 340. Tauchnitz, K., 337. Tauchnitz, K. Chr., 338. Taylor, R., 54. Téchener, L., Fils 216. Teheran 251. Teirichs »Bl. f. Kunstgew.« 430. Templier, A., 213. Temeswar 437. Terceira 113. Teschen 432. Testu & Massin 207. Tetot 212. Tetschen 432. Teubner, B. G., 337. 350. Theinhardt, F., 285. _Thesaurus graecæ linguæ_ 181. Thiele, Gebr., 443. Thienemann, K., 391. Thiers, _Hist. de la Révolution_ 203. Thomann, J., 399. Thoms, P., 109. Thordarson, Einar, 448. Thorowgood 32. Thurneysen, J. J., 409. Tidcombe, G., & Son 71. Tiegeldr.-Tretmasch., versch., 67. Tiflis 457. Tilloch 36. _Times_-Offizin 84. _Times_ 55. Timiriazeff, D., 48. Tirnowa 462. Töche, Th., 366. Tokio (Jeddo) 110. Tolmer 159. Torchonplatte 10. Torre, A. de la, 420. Toulouse 202. _Touraine, la_, 196. _Tract Society, American_, 129. Trassler, J. G., 418. Trattner, J. T., 416. Treadwell, D., 52. Trennert, J. D., 284. Tresling & Co. 228. _Trésor artistique de la France_ 207. _Trésor de numismatique_ 208. Treuttel & Würtz 186. Trewendt, E., 370. _Tribune, New York_, 117. Trier 379. Triest 433. _Trionfo della fidelta_ 326. Trittmüller 67. Troitzsch, O., 371. Troppau 418. Trowitzsch & Sohn 285. 373. Trübner, Nikolaus, 100. Truscott, Francis, 91. Tümmel, W., 398. Turnbull, Thomas, 69. Tschudi, Iwan v., 410. Tschulik, L., 41. Tucker, Henry, 150. Tübingen 393. Turrel & Saxton 208. Turin 241. _Typographia jubilans_ 341. Typometrie 407.

Über Land und Meer 389. Ungarn 436. Unger, J. G. und J. F., 297. Unger, Gebr., 365. _Univers pittoresque_ 181. Universitätsbuchdr. i. München 394. -- in Pest 437. -- in St. Petersburg 456. Utensilien-Geschäfte 71. Unzelmann, Fr., 298.

Valencia 245. _Valentines_ 104. Valét & Co. 160. Valleyre, Gabr., 151. Vanderborght 232. Vanderhaegen, E., 232. Vandiemensland 112. Veit, J. B., 401. Veit & Co. 372. Velten, J., 401. Venedig 239. _Vereenigung des Boekhandels_ 227. Vereinigungen in Deutschland 272. Vereinsbuchdr. in Mannheim 401. -- in Stuttgart 390. Verlag der Klassiker 388. Verlags-Anstalt, Deutsche, 390. Vertiz, J. J., 248. _Victoires et Conquêtes_ 185. Victoria-Druckerei 90. Vidal 207. Vieweg, Fr., 284. 316. 354. Vieweg & Sohn 354. Villebois, E. de, 175. Villeneuve, J. de, 246. »Virgil« (Baskerville) 74. Visconti, _Iconographia_ 178. Vogel, Daniel, 298. Vogel, F. C. W., 348. Vogel, Otto und Albert, 299. Vogt, G., 366. Voigt, B. F., 352. Voirin, H., 159. Volkmann, W., 330. Voss, L., 348.

Wagner, Rud., 371. Wagnersche Buchdruckerei 433. Wahabi, Mustapha, 249. Wahlen & Co. 230. 232. Waisenhausbuchdr. in Halle 353. Walbaum, Erich und Th., 283. Waldheim, R. v., 430. Waldow, Alex., 319. 347. Walker 50. Walle, J., 395. Wals 149. Walter, J., I u. II, 54. 55. 58. 84. 85. Walze, Die, 50. Walzenmasse, englische, 71. Wanderburgh, Wills & Co., 35. Wandsbeck 376. Ward, Marcus, 105. Warrington 46. Warschau 456. Wasmuth, E., 372. Waterlow, Sir Sidney, 91. 96. Watts, W. M., 32. Watzulik 292. Weber, J. J., 348. Wedgwood 12. Weifenbach, W., 395. Weigang, Gebr., 350. Weigel, T. O., 348. Weigel, R., 348. Weimar 351. Weise, Gustav, 391. Weisert, Otto, 290. Weiss, J. G., 394. Weisskunig, der, 419. Wellesley, Marquis, 107. Wenzler, H., 446. Werlitz, L., 387. Wesmael-Charlier 231. Westcott 39. Westermann, G., 355. Westermann Brothers 134. Westpheling, J., 410. Weyer, P. W. van der, 228. Weynreich, H., 373. Wezel & Naumann 348. Wheeler & Wilson 70. Whitaker, Ch., 77. Wick 43. Wiede, Alex., 347. Wiegandt & Grieben 372. Wielands Werke, Prachtausg., 331. Wieprecht, M., 350. Wier, Richard, 103. Wiesbaden 400. Wiesing, W., 347. Wigand, G., 349. Wigand, Otto, 347. 348. Wilberg, Karl, 463. Wild, F., 395. Wiley & Putnam 122. Wilkins, Charles, 106. Wilkinson, J. B., 63. Wilkinson & Co. 96. Wilson, A., 31. Winberg, T. v., 455. Winckelmann, J., 370. Winder, J. R., 43. Wing, W., 38. Winiarz, E., 432. Winiker, C., 432. Winter, C. F., in L. 348. Winter, C. F., in D. 400. Winterthur 410. Wismar 375. Wittersheim & Co. 201. Whittingham, Familie, 78. Wittich, L. C., 400. Witwer, C., 392. Wodianer, Ph., 437. Wolvercote 81. Woodburydruck 14. Woodfall, G., 54. Woods, W., & Co. 131. Wöllmer, W., 286. Wohlfarth, J. A. v., 421. Wolff, B. M., 456. Wolff & Sohn 395. Worcester, _Dictionary_ 130. Worms, Maschinenfabrik, 315. _Worsleyanum_ 77. Würtheim, J., & Zoon 228. Würzburg 399. Würtz, J. G., 186. Wüste, Fr., 320. Wurm, J. X., 41. Wurster, Randegger & Co. 410. Wyman & Son 93. Wyss, K. J., 411.

Xylographie in Amerika 123. -- in Dänemark 444. -- in Deutschland 258. 296. -- in England 26. 79. -- in Frankreich 142. 156. -- in München 395. -- in Stuttgart 390. -- in Wien 433.

_Yomiri Schimbun_ 111. Young, J. H., 41. Yves & Barrot 156.

Zähnsdorf, J. W., 104. Zamarski, C. A., 429. Zande, van der, 231. Zaragozano & Jaime 245. Zeitungswesen in Algerien 248. -- in Australien 112. -- in Berlin 367. -- in der Kapkolonie 113. -- in China 110. -- in Deutschland 269. -- in England 84. 87. 88. -- in Finnland 453. -- in Griechenland 464. -- in Indien 107. -- in Italien 238. -- in Japan 110. -- in Nordamerika 115. -- in Norwegen 449. -- in Paris 219. 221. -- in Portugal 247. -- in Russland 457. -- in Schweden 452. -- in der Schweiz 406. -- in Serbien 460. -- in der Türkei 251. -- in Südamerika 248. Zinkhochätzung 17. 155. Zollikofer, Familie, 410. Zürcher & Furrer 410. Zürich 409. Zweifarbenmaschine 312.

B. $NACHWEIS$ DER ANGEFÜHRTEN QUELLENSCHRIFTEN.

(Bei Zeitschriften, Adressbüchern, Ausstellungsberichten u. dgl., die öfters zitiert werden, ist ein Hinweis nicht gegeben.)

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LEIPZIG, DRUCK VON W. DRUGULIN.

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Anmerkungen zur Transkription:

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Die Ligatur oe wurde als [oe] dargestellt.

Das Acut über dem Buchstaben c wurde als ['c] und der Hatschek über dem Buchstaben S als [VS] dargestellt.

Das geometrische Zeichen Quadrat wurde als [Quadrat] und das gestorben Zeichen als [+] dargestellt.

Die Tabellen auf Seite 276 und 277 wurden zusammengefasst.