Handbuch der Germanischen Mythologie

Part 64

Chapter 643,366 wordsPublic domain

[221] Die Sage von Frodi Skáldsk. Kap. 8; Frotho bei Saxo Buch II, Frotho III Buch V, Fridlev Buch VI; über Fruote M. Haupt, Vorrede zum Engelhart S. XI f. Vgl. W. Müller, ZfdA. 3, 43; Munch, das heroische Zeitalter der nordgerman. Völker, Lübeck 1854, S. 33 ff.; Uhland, Schriften I, 99 ff.; 495 ff. Die Namen in den ags. Stammtafeln J. Grimm, Myth. 3, 386 ff.

[222] Wenn, wie Kögel ZfdA. 37, 272 behauptet, der Gottname Frawias vom Appellativum got. _frauja_, ahd. as. _frô_, ags. _fréa_ zu trennen ist, dann machen allerdings die mit Frôi-, Frewi- zusammengesetzten deutschen Eigennamen den Kult des Frawias wahrscheinlich. Der an. Freygerð begegnet die deutsche Frewigarda. Die Eigennamen (Förstemann, Namenbuch 1, 414 ff.) weisen auf die Sitte, nach dem Gotte Kinder zu benennen.

[223] Der Name lautet ahd. _Donar_, as. _Thunaer_(im sächs. Taufgelöbniss MSD. Nr. LI, Braune ahd. Lesebuch Nr. XXXXV), ags. _þunor_. An. ist _þórr_ überliefert; das Metrum verlangt für die älteren Lieder die unverkürzte Form _þonarr_, Sijmons, Edda I, XXIV; der Dativ _þonre_ wurde zu _þóre_, durch Formausgleich drang die einsilbige Form auch in die andern Kasus; Noreen, An. Gr.² § 239, 3; 294, 2. Der german. Grundform _þunaraȥ_ entspricht genau der keltische _Tanaros_ (aus der Weihinschrift _Jovi Tanaro_ zu erschliessen). Bei Kelten und Germanen scheint gleichmässig die Vorstellung eines besonderen Donnergottes entstanden zu sein, während der alte Himmelsgott, von den Römern durch Mars wiedergegeben, wesentlich die kriegerische Thätigkeit ausübte; vgl. Much, ZfdA. 35, 372 ff.

[224] Ahd. _donarestag_, bei Notker _toniristag_; ags. _þunres dæg_, aengl. _þunres dai_, zu _þors- þurs- Thursday_ weiter entwickelt; an. _þorsdagr_. Belege zu den Formen der einzelnen german. Sprachen und Mundarten gibt Grimm, Myth. 112 ff. DWB. 2, 1252. So zahlreich die nord. Eigennamen auf _þórr_ sich darbieten, aus Deutschland sind nur _Donarpreht_, _Donarad_, _Albthonar_ (Förstemann, Altdeutsches Namenbuch 1199) nachweisbar. In wie weit die Ortsnamen _Donarsberg_ in der Rheinpfalz und in Hessen, _Donarsfeld_, _Donarsreut_ (Förstemann, Altd. Namenbuch II² Ortsnamen S. 1456) mit dem Gott zusammenhängen, ist zweifelhaft. In England weist Kemble, the Saxons I 347 in Surrey _þunresfeld_, in Essex _þunresléah_ nach. Über einen alten _Donarsberg_ in Schwaben bei Nordendorf, dem vielleicht Kultbedeutung eignete, vgl. Henning, Die deutschen Runendenkmäler S. 93.

[225] Auf Inschriften, welche von Batavern herrühren, begegnet zum Namen Hercules ein germanisches Beiwort: _Herculi magusano_ (3 mal) _macusano_ (2 mal) _magusan_ (2 mal). Es scheint eine aus einem german. Dativ _magusani_ latinisierte Form. Ein german. Verbaladjectiv zu _magan_, vermögen, kräftig sein, liegt zu Grunde: _magusô magusê_, Dat. _magusani_. Der „starke“ Hercules ist Donar, im Nord, als _þrúþugr áss_ starker Gott, und Vater des _Magni_ (der Kraft) bezeichnet. Vgl. Kauffmann, Beiträge 14, 554 ff. v. Grienberger, Beiträge 19, 527 stellt _magusanus_ zu kelt. _magos_ Feld und leugnet Beziehung zu Magni und überhaupt zum deutschen Donar. Dass _Hercules saxanus_, den man oft als germanische Gottheit auffasste, römisch war, erweist E. H. Meyer, Beiträge 18, 106 ff.; das latein. Beiwort begegnet auch bei der _bona dea subsaxana_ am Aventin.

[226] Ausser dem _dies Jovis_ wird Juppiter zur Übersetzung von Donar verwendet in der Vita Bonifacii (MG. 2, 343). _quorum consultu alque consilio arborem quandam mirae magnitudinis, quae prisco paganorum vocabulo appellabatur robur Jovis, in loco, qui dicitur Gaesmere, servis dei secum astantibus, succidere tentavit. cumque mentis constantia confortatus arborem succidisset, magna quippe aderat copia paganorum, qui et inimicum deorum suorum intra se diligentissime devotabant, sed ad modicum quidem arbore praecisa confestim immensa roboris moles, divino desuper flatu exagitata, palmitum confracto culmine, corruit, et quasi superni nutus solatio in quatuor etiam partes disrupta est, et quatuor ingentis magnitudinis aequali longitudine trunci, absque fratrum labore astantium, apparuerunt. quo viso prius devotantes pagani etiam versa vice benedictionem domino pristina abjecta maledictione credentes reddiderunt. tunc autem summae sanctitatis antistes consilio inito cum fratribus ex supradictae arboris materia oratorium construxit, illudque in honore S. Petri apostoli dedicavit._ In den Briefen des Bonifacius (Nr. 25 vom Jahr 723) wird ein _presbyter Jovi mactans_ erwähnt. In Radperts Lobgesang auf den heiligen Gallus wenden die Bekehrer die Bewohner von Tuggen am Züricher See vom Donarsdienste ab: (MSD. XII, 3)

_Castro de Turegum adnauigant Tucconium._ _docent fidem gentem: Jouem linquunt ardentem._

Im _indiculus superstitionum et paganiarum_ (Heyne, Ands. Denkm. Nr. IX) ist die Rede von Wodans- und Donarsopfern: _de sacris Mercurii vel Jovis_; _de feriis quae faciunt Jovi vel Mercurio_. Für die Franken ist der _sermo s. Eligii_ († 659) wichtig: _nullus diem Jovis absque festivitatibus sanctis nec in majo nec ullo tempore in otio observet_. Grimm, Myth. 3, 402. Über neuen Donnerstags-Aberglauben Wuttke, Aberglaube § 70.

[227] Tac. Germ. 3 _fuisse apud eos et Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium ituri in proelia canunt_. -- Germ. 9 _Martem et Herculem concessis animalibus placant._ -- Ann. 2, 12 _Caesar transgressus Visurgim indicio perfugae cognoscit delectum ab Arminio locum pugnae; convenisse et alias nationes in silvam Herculi sacram._ Nach Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 17 heisst Donar wegen seiner Beziehung zur Schlacht, als _primus fortium virorum, * Wihuȥ_ (ahd. _Wigur_, an. _Véorr_) der Kämpfer. Anders erklärt Noreen, Arkiv for nord. filologi 6, 306 den Namen, s. unten S. 251 Anm. 2.

[228] Gaismar könnte „Sprudelquell“ (zu _*gîsan_, _gais_ und _mari_), den hl. See, Opferquell oder Opfersumpf bei der Göttereiche bedeuten; vgl. J. Grimm. Geschichte der deutschen Sprache 578; Arnold, Ansiedlungen und Wanderungen deutscher Stämme, Marburg 1877, S. 114 f.

[229] Auf der Nordendorfer Spange, etwa aus dem 7. Jh. stammend, stehen die Runen

LOGAÞORE ᛚᛟᚷᚧᛟᚱᛖ

WODAN ᚹᛟᛞᚨᚿ

L ᛚ WIGIÞONAR ᚹᛁᚷᛁᚧᛟᚾᚨᚱ

Die Götternamen Wodan und Þonar, bei welch letzterem nur das übergeschriebene L Bedenken erregt, dürfen der Gewandspange des alemannischen Gräberfeldes wol bestimmt zugewiesen werden. Offenbar wird ihre Hilfe zu irgend einer feierlichen Handlung erfleht. _ƕîgi_ ist Imperativ zu *_ƕîgian_, weihen, also Þonar, weihe, heilige! *_lôga_ stf. meint Einsetzung, Verheiratung; afries. _logia_ verheiraten, *_þoren_ (an. _þora_) bedeutet ereilen, ersiegen. Man denke an den Brauch der Raubehe, die dem kriegerischen Wodan unterstellt gewesen sein mag, an den Wettlauf um die Braut u. dergl. „Die Heirat ersiege, Wodan, weihe, Donar!“ Ein alter feierlicher Hochzeitswunsch würde auf einer Gewandspange, einem passenden Hochzeitsgeschenk sich sehr wol ausnehmen. Darum verdient Hennings Erklärung immerhin den Vorzug, wenn gleich ein sicheres und unzweifelhaftes Ergebniss damit nicht erreicht ist. Zur Nordendorfer Spange Dietrich, ZfdA. 14, 75 f.; C. Hofmann, Sitzungsberichte der Münchener Akademie 1866 Band 2, 138 ff., 207 f. Stephens, runic monuments I, 574 ff.; III, 157; Henning, Die deutschen Runendenkmäler, Strassburg 1889, S. 87 ff. Über die gefälschte Runenschrift WODANAHAILAG auf der Spange von Kehrlich bei Andernach Henning, a. a. O. 156.

[230] Kemble, Salomon and Saturnus, London 1848, S. 177 sieht mythologischen Nachklang im Kampf der Gottheit mit dem Teufel, „_se đunor hit đrysceđ mid đære fýrenan æcxe_“ der Donner zerschmettert ihn mit feuriger Axt. Wol liegt ein anschauliches Bild diesen Worten zu Grunde, der Donner wirft ein Geschoss nieder. Aber es ist fraglich, ob wir es mit einer poetischen Vorstellung, oder mit einer Erinnerung an den Hammer werfenden Gott zu thun haben. Im Sinne Kembles entscheidet auch Stephens, Aarböger f. nord. oldkyndighed 1883, S. 348 f.

[231] _đunurrád_, Donnerfahrt (ags. _râd_, an. _reiđ_, ahd. _reita_, Wagen, Fahrt, Ritt) wird Psalm 103, 7 _tonitruum (a voce tonitrui tui, from stefne đunurrâde)_ übersetzt; Stevenson in publications of the Sursee society 1844, II, 14. Dem ags. _Thunorrád_ vergleicht sich norweg. _Thorsreia_ J. Grimm, Myth. 3, 62. _Thunorrád_ stellt J. Grimm, Grammatik 3, 353 zu schwed. _åska_ = _ås-aka_, Asenfahrt. Wenn im Exeterbuch der Blitz „_rynegiestes wæpn_“ heisst, so darf das nicht als Waffen des Wagongottes (Kemble, the Saxons in England 1, 347) ausgelegt werden. Die Stelle bezeugt nur, dass der Blitz als die Waffe eines persönlich gedachten Gewitterherrn gedacht wurde. Zu _rynegäst_ Grein, Glossar 2, 386, der an profluvii hospes, Herr des Gewitterregens denkt.

[232] Bei den Ditmarschen sagt man: _nu faert de Olde all wedder da baƕen unn haut mit syn Ex anne Räd_; Müllenhoff, Sagen, Märchen und Lieder aus Schleswig-Holstein und Lauenburg Nr. 480. Ebenda S. 447 ein Riese mit einem von Böcken gezogenen Wagen. Was aus späterem Brauch und Glauben hergehört, verzeichnet E. H. Meyer, Myth. S. 205.

[233] Vgl. Scherer, Sitzungsberichte der Berliner Akademie 1885, 577 ff. Müllenhoff-Scherer, Denkmäler, 3. Aufl., bes. von Steinmeyer II 300 f. Da weder Text noch Auslegung und Beziehung auf die Mythologie sicher sind, verzichte ich auf die Anführung und verweise hiefür auf die Denkmäler und auf Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 266.

[234] Vgl. besonders Henry Petersen, om Nordboernes gudedyrkelse og gudetro i hedenold. Kjöbenhavn 1876.

[235] Thorsbilder in der Olafssaga Tryggvasonar (der Heimskringla) Kap. 76; Njálssaga Kap. 89; Olafssaga Tryggvasonar (Fornmanna sögur) Kap. 203; Adam von Bremen 4, 26; Hallfreðarsaga Kap. 6. Flateyjarbók 1, 320 beschreibt das Thorsbild im drontheimischen Haupttempel also: Thor sass in der Mitte als der meist geehrte. Er war gross und ganz mit Gold und Silber geschmückt. Thor sass im Wagen, der war sehr prächtig. Zwei wol gebildete Böcke aus Holz waren davor gespannt. Wagen und Böcke gingen auf Rädern. Die Hörner der Böcke waren mit Silber überzogen. Alles war mit wunderbarer Geschicklichkeit gemacht.

[236] Über die Personen- und Ortsnamen, die aus Götternamen gebildet wurden, Henry Petersen, om Nordboernes gudedyrkelse og gudetro S. 38 ff.; für Schweden Lundgren, språklig intyg om hednisk gudatro i Sverige, Göteborg 1878; für Norwegen O. Rygh in Munchs norröne gude-ok heltesagn, ny udgave Christiania 1880. Selbst in der Normandie sind noch heute 10 _Turville_ und 2 _Freville_ d. h. Thorstad und Freystad nachzuweisen, Petersen a. a. O. 47 nach dem itinéraire de la Normandie, Caen 1828. Die Häufigkeit der Anwendung von Thor und Freyr steht da etwa im selben Verhältniss wie auf Island.

[237] Eyrbyggjasaga Kap. 3 und 4, 7 und 10; Landnáma II Kap. 12. Vgl. Maurer, die Entstehung des isl. Staates S. 211 ff.

[238] Landnáma III K. 12.

[239] Landnáma III K. 7.

[240] Landnáma V K. 2.

[241] Vígaglúmssaga K. 9.

[242] Olafssaga Tryggvasonar des Oddr K. 69; jüngere Saga K. 252, 253, 255.

[243] Gudbrand Vigfússon, corpus poeticum boreale II, 2 ff.

[244] Hym. 11 _vinr verliþa_, _Veorr heiter sá. véorr_ erklärt Noreen, Arkiv f. nordisk filologi 6, 306 ff., an. Grammatik² §127 aus *_vé-vǫrđr_ Wächter des Heiligtums. Nach Kögel, Gesch. d. deutschen Litteratur I, 1, 17 stammt _Véorr_ aus urgerm. _Wihuȥ_ der Kämpfer. Donar ist der erste Held (_Hercules primus fortium virorum_); vgl. S. 244 Anm. 1. Die folgende Darstellung hauptsächlich nach Petersen a. a. O. 50 ff. Auf dem Virringstein in Jütland stehen die Worte ÞUR UIKI ÞISI KUML, auf dem Glavendrupstein in Fühnen ÞUR UIKI ÞASI RUNAR. Abbildungen der Hämmer Petersen 52, 53, 54; vgl. auch 75, 76, 78 kleine Hämmer als Schmuckgegenstände.

[245] Þrymsk. 30; dem Gebrauch des Hammers zur Brautweihe kommt nach E. H. Meyer, Germ. Myth. S. 212/3 nicht rechtliche, vielmehr phallische Bedeutung zu.

[246] Bósa Kap. 12.

[247] Faye, norske folkesagn, Christiania 1844, S. 3.

[248] Hákonarsaga góða K. 18.

[249] Saxo XIII S. 236 _inusitati ponderis malleos, quos ioviales vocabant ... prisca virorum religione cultos ... cupiens enim antiquitas tonitruorum causas usitata, rerum similitudine comprehendere, malleos, quibus coeli fragores cieri credebat, ingenti aere complexa fuerat._ Weihe des Holzstosses Gylfag. K. 49.

[250] Hammerwurf im deutschen Recht J. Grimm, Rechtsaltertümer S. 64.

[251] Über den Thorsdag als Gerichtstag Petersen, Gudedyrkelse 67 ff.; auch in Deutschland haften heilige Bräuche am Donnerstag, Grimm, Deutsches Wörterb. 2, 1252; H. E. Meyer, Myth. § 291. In der Vígaglúmssaga Kap. 25 legt Glúmr einen feierlichen Reinigungseid ab: _vinn ek hofseiđ; at baugi ok segi ek þat æsi._

[252] Der Name Þormóðr wird Asmóðr gleich gesetzt Landináma 5, 10 S. 307.

[253] Dudo, _de moribus et actis Normannorum_ I, 1 (in den mémoires de la société des antiquaires de Normandie Band 23, 1858, S. 129 f.) _in expletione suarum expulsionum atque exituum sacrificabant olim venerantes Thur, deum suum. cui non aliquod pecudum neque pecorum, nec Liberi patris nec Cereris litantes donum, sed sanguinem mactabant humanam, holocaustorum omnium putantes pretiosissimum; eo quod, sacerdote sortilego praedestinante, iugo boum una vice diriter icebantur in capite; collisoque unicuique singulari ictu sorte electo cerebro, sternebatur in tellure, perquirebaturque levorsum fibra cordis, scilicet vena. cuius exhausto sanguine ex more suo sua suorumque capita linientes, librabant celeriter navium carbasa ventis, illosque tali negotio putantes placare, velociter navium insurgebant remis_.

[254] Roman de Rou hrsg. von Andresen Bd. II 3915

_De sa gent ou il ert enmie, poinst le cheual, criant „Toirie“_.

Ob man, wie es früher geschah, in dem hs. _Cuire Tuirie_ eine Verderbniss des Schlachtrufes _„Tur aie“_ annehmen darf, ist zweifelhaft. Andresen versteht darunter einen Ortsnamen Thury.

_Un deu soleient aurer_, Bd. I 192 _qu’il soleient Tur(c) apeler; mult l’amoent, mult s’i fioent, humes uis li sacrefioent, del sanc de l’ume s’arosoent._

Die Stelle ist aus Dudo entnommen.

Über den bösen Geist _Toret_ Bd. II 4591 ff.

_Plusors distrent por uerite, que un diable aueit priue, ne sai s’esteit luitun ou non, ne quel iert ne de quel façon. Toret se faiseit apeler e Toret se faiseit nomer. quant Maugier parler i uoleit, Toret apelout si ueneit; plusors le poeient oir, mais nul d’els nel poeit choisir._

Maugier kommt durch Ertrinken ums Leben. Seinen Tod weiss er voraus. Offenbar liegt eine alte Sage zu Grund, die von einem Verkehr zwischen Thor und einem seiner Freunde erzählte.

[255] Jüngere Olafssaga helga K. 72.

[256] Olafssaga Tryggvasonar, Flateyjarbók 1, 283.

[257] Olafssaga helga, Flateyjarbók 2, 184.

[258] Ältere Olafssaga helga K. 33-8; jüngere Olafssaga K. 107-8.

[259] Adam von Bremen 4, 26 sagt vom Uppsalatempel: _in hoc templo, quod totum ex auro paratum est, statuas trium deorum veneratur populus, ita ut potentissimus eorum Thor in medio solium habeat triclinio, hinc et inde locum possident Wodan et Fricco. quorum significationes eiusmodi sunt: Thor, inquiunt, praesidet in aere, qui tonitrus et fulmina, ventos imbresque, serena et fruges gubernat. alter Wodan, id est furor, bella gerit, hominique ministrat virtutem contra inimicos. tertius est Fricco, pacem voluptatemque largiens mortalibus. cuius etiam simulacrum fingunt ingenti priapo. Wodanem vero sculpunt armatum, sicut nostri Martem sculpere solent. Thor autem cum sceptro Iovem simulare videtur. 4, 27 si pestis et famis imminet, Thor ydolo lybatur, si bellum Wodani, si nuptiae celebrandae sunt, Fricconi._

[260] Eiríks saga rauđa K. 13; Þorfinns saga Karlsefnis K. 14.

[261] Hárbarþsljóþ; die mythologische Erklärung Uhlands (Schriften 6, 52 ff.) ist bei diesem Lied ganz verfehlt. Es hebt sich auf sozialem Hintergrund ab, vgl. Liliencron, ZfdA. 10, 180 ff.; Niedner, ZfdA. 31, 217 ff. Finnur Jónsson, Litteraturshistorie 1, 148 ff.; aarböger f. nord. oldkyndighed og historie 1888, 139 ff.

[262] Grímn. 29.

[263] Gautrekssaga in den Fornaldur sögur III 32 ff.; die Sage in ihrer überlieferten Fassung ist jung und gehört wol ins 14. Jahrh., aber Starkads Geschichte ist alt und vermutlich auch der Zug, dass er in Odins Gunst, in Thors Abgunst stand. Über Starkads Reckentum Uhland, Schriften 6, 101 ff.; 7, 242 ff. Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 5, 301 ff.

[264] Flóamannasaga Kap. 20 u. 21.

[265] Jüngere Olafssaga Tryggvasonar K. 145-146; K. 148.

[266] Njálssaga K. 102.

[267] Jüngere Olafssaga K. 203.

[268] Finn Magnusen, Lexicon myth. S. 651 Anm. _Var ikke Torden, lagde Trolde verden öde_.

_Var ei Torden og haarde stöd da lagde Trolde verden öd._

[269] Ausführliche Olafssaga Tryggvasonar K. 213 (Fornmannasögur 2, 182).

[270] _Bilskirnir_, der einen Augenblick (_bil_) leuchtende (_skirnir_), der Blitz. Thor hiess als Gewittergott Herr des Blitzes, _gramr_, _stýrandi bilskirnis_ vgl. SE. I 252, 256; _bilskirnir_ später als Eigenname gefasst ergab aus der erwähnten Verwendung „Bilskirnirs Beherrscher“ leicht örtlichen Begriff; vgl. Noreen, fornnordisk religion S. 6.

[271] Über Sif Hárb. 48; Lokas. 53, 54; Skáldsk. Kap. 3. Uhlands Auslegung (Schriften 6, 45): „Sif die schönhaarige Göttin ist das Getreidefeld, dessen goldener Schmuck im Spätsommer abgeschnitten, dann aber von unsichtbar wirkenden Erdgeistern wieder neu gewoben wird“ -- ist nicht begründet. Zu Sifs Haar vgl. den Pflanzennamen (adiantum) _capillus Veneris_, Frauenhaar, Marienhaar bei J. Grimm, Myth. 280; Blaas, Germania 23, 155 ff. Zur oben vorgetragenen Ansicht E. H. Meyer, Germ. Myth. S. 204; Noreen, fornnordisk religion S. 6. Dass Sif Snorra Edda I 585 unter den Namen der Jord steht, darf nicht zu so weitgehenden mythologischen Deutungen missbraucht werden. Einmal Fagrskinna 65, 1 heisst eine Riesin Sif. In der neuisländischen Volkssage (Jón Árnason, Þjoðsögur íslenzkar I 216) ist Sifa ein Trollenweib. Schwerlich gehört die Riesin irgendwie zu Thors Frau. Dass Sif in die Zeit der späteren, allegorischen Namengebung falle und keine Verehrung beim norwegischen Volke genoss, sagt auch Mogk, Das angebliche Sifbild im Tempel zu Gudbrandsdalir, Beiträge 14, 90 f.

[272] _Magna faþer_ Hárb. 9, 53; vgl. Skáldsk. Kap. 1; Vafþr. 51; Hym. 35 _faþer Móþa. Meili_ Hárb. 9 und beim Skald Thjodolf in der Haustlong (SE. I 278).

[273] Jǫrþ Gylfag. Kap. 9 und 36; Fjǫrgyn Vǫl. 56; Hárb. 56; Fjǫrgynn als Beiname Odins Lokas. 26; Gylfag. Kap. 9. Zu Grunde liegt ein german. Adj. _*ferguniaȥ_, _*ferguniô_ zu _*fergu-_, idg. _perqunios_ zu _perqu-_, lat. _quercus_. Vgl. aind. _Parjanya_; kelt. erkunia, griech. ἑρκύνιος δρυμός der Eichwald. Gemeint ist die Gottheit, die im Eichwald haust, im Eichwald verehrt wird. Man denke an die Donarseichen und an Ζεὺς φηγοναῖος. Himmel und Erde, das uralte Götterpaar, bei den Germanen im Eichwald verehrt, ist mit den im Nordischen erhaltenen Beinamen gemeint. Thor als Sohn der Erde dürfte jüngeren Ursprungs sein und ist erst nach der Lostrennung von Tiuȥ möglich. Vgl. H. Hirt, Indogerm. Forschungen I 479 ff. Dass Hlóþyn Vǫl. 55 nicht Thors, sondern Widars Mutter ist, behauptet Kauffmann, Beiträge 18, 135 ff.

[274] Hym. 11 _vinr verliþa_; 18 _brjótr bergdana_; 19 _þurs ràþbane_; 14 _gýgjar grøtir_; 23 _orms einbane_; in der _Húsdrápa banda vinr_, bei Egill _landáss_; weiteres sammelt Gudbrand Vigfusson, corpus II 464.

[275] Saxo II S. 71 Regnerus sagt: _se, Thor deo excepto, nullam monstrigenae virtutis potentiam expavere, cujus virium magnitudini nihil humanarum divinarumque rerum digna possit aequalitate conferri_. Der Sinn ist: Regner sei ebenso unerschrocken gegen alle dämonischen Wesen wie der unvergleichliche Thor. Saxo III S. 118 Othinus und Thoro helfen dem Balderus im Kampf gegen Hötherus. _Thoro inusitato clavae libratu cuncta clypeorum obstacula lacerabat_. Nichts konnte ihm widerstehen: _ni Hötherus, inclinata suorum acie celerius advolans, clavam praeciso manubrio inutilem reddidisset. quo telo defecti divi subitam dedere fugam_. Saxo VI S. 274 _tradunt enim quidam, quod a gigantibus editus [Starcatherus] monstruosi generis habitum inusitata manuum numerositate prodiderit, asseruntque, Thor deum quatuor ex his, affluentis naturae vitio procreatas, elisis nervorum compagibus avulsisse, atque ab integritate corporis prodigiales digitorum eruisse complexus, ita ut, duabus tantum relictis, corpus, quod ante in giganteae granditatis statum effluxerat ejusque formam informi membrorum multitudine repraesentabat, postmodum meliore castigatum simulacro brevitatis humanae modulo caperetur_. Hieran schliesst Saxo eine Auseinandersetzung des Inhalts, die Götter seien Menschen mit Zauberkunst begabt gewesen. Zur interpretatio romana: _ea enim, quae apud nostros Thor vel Othini dies dicitur, apud illos Jovis vel Mercurii feria nuncupatur_. Saxo VII S. 324 dem Haldanus hilft im Kampf gegen die Schweden ein mächtiger Kämpe, dessen Hilfe Haldanus anrief: _accito Thorone_, etwa im Nordischen _hann hét á þór_. Der wälzt einen zermalmenden Felsblock auf die Schweden. Ursprünglich war natürlich vom Gott die Rede, der als Urheber der Bergstürze gilt; vgl. Uhland, Schriften 6, 114. _ob cujus facti virtutem [Haldanus] Bierggrami cognomen accepit, quod vocabulum ex montium et feritatis nuncupatione compactum videtur. igitur apud Sveones tantus haberi coepit, ut magni Thor filius existimatus, divinis a populo honoribus donaretur ac publico dignus libamine censeretur_.

[276] Þrymskvilþa; die daraus hervorgegangene Volksdichtung _Tord af Havsgard_ in Sv. Grundtvigs Danmarks gamle folkeviser Bd. I Nr. 1; dazu Bd. IV, 580 ff.; vgl. Uhland, Schriften 6, 57 ff. Versuch einer Auslegung; Finnur Jónsson, litteraturs historie 1, 159 ff. Der Name des Riesen ist vom Hauptwort _þrymr_, Getöse genommen. Ausserhalb des Liedes begegnet der Riese Þrymr nur in den Verzeichnissen von Jotunnamen SE. I 549; II 470, 553, 615. Auch in norwegischer Volkssage findet sich eine Erinnerung an den Raub des Hammers, Faye, norske folkesagn S. 3 ff.

[277] Haustlǫng des Skald Thjodolf; Skáldsk. Kap. 1. Zur Auslegung Uhland, Schriften 6, 27 ff.; H. E. Meyer, Myth. 148; Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde I² 32 ff.

[278] Hym. 16; Hárb. 14, 15; Lokas. 61; Grottasǫngr 9; bei Bragi SE. I 256.

[279] Gylfaginning Kap. 48; Ulf Uggason und Eystein Valdason im corpus II 24 und 26. Weitere Skaldenstellen sammelt Finn Magnusen im Lex. myth. 187 f.; 208. Das Angeln des Wurms beziehen Bugge, Studien S. 11 und E. H. Meyer, Myth. 145, ferner Bröndsted in der norsk historisk tidskrift II 3, 1882 S. 21 ff. und Bang ebenda S. 222 ff. auf den Leviathan. Über den Fang des Leviathan vgl. Diemer, Beiträge zur älteren deutschen Sprache und Litteratur, 4. Teil, Wien 1867 S. 45 ff.; R. Köhler, Germania 13, 158 f.

[280] Hymiskviþa; über ihre Entstehung aus willkürlicher Verknüpfung verschiedenartiger Sagen Finnur Jónsson, litteraturs historie 1, 153 ff. Uhlands Auslegung (Schriften 6, 90 ff.) scheitert schon daran, dass die Verbindung der Mythen für alt und ursprünglich erachtet wird. Zur Erklärung aus dem Märchen Bugge, Studien 26.

[281] Gylfag. Kap. 42; Vol. 25 und 26. Zur Volkssage Grimm, Myth. 514 ff.; 3, 158; Simrock, Myth. 55 ff.; Bugge, Studien 269 ff. Vgl. oben S. 166 Anm. 1.

[282] Eilifs þorsdrápa; Skáldsk. Kap. 2; Uhland, Schriften 6, 77 ff.