Handbuch der Aquarellmalerei Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über Holzmalerei

Part 12

Chapter 123,450 wordsPublic domain

Ich werde nunmehr an einigen Beispielen die Technik zu erläutern suchen, wiederhole aber zuvor nochmals, daß häufiges Malen nach der Natur und zwar in den verschiedenen Jahreszeiten, Studien der verschiedenen Bäume bei verschiedener Beleuchtung, besonders auch der Stämme, mit aufmerksamer Behandlung der Aststellung, an welcher der Kenner schon von fern den Baum erkennt, sowie möglichst ausgeführte Studien von Vordergründen, behufs Erlangung einer brillanten Technik und Emancipation von conventioneller Behandlung dringend nothwendig sind. Ich betone nochmals die Beachtung der +äußeren Form+ der Bäume, welche mit zu den wesentlichsten Bedingungen gehört, da wir bei Beschauung der Natur von der äußeren Form in erster Linie berührt werden. Wer das Ziel während einiger Zeit mit Ausdauer verfolgt, wird die Schwierigkeiten rascher überwinden, als es zuerst möglich schien.

I.

Einfache Belaubung eines beliebigen kleinen Baumes in warmem Ton.

Farben: ~Gamboge~, ~Yellow Ochre~, ~Indigo~.

(Zeichnung nach der Natur oder nach einer Vorlage.)

~Yellow Ochre~ wird hier angewendet, um etwas Körper zu geben, und damit die Farbe dicker aufgetragen werden kann, während andererseits hierdurch der in dieser einfachen Mischung etwas rohe Ton des ~Gamboge~ gemildert wird. Anstatt nun die drei Farben zusammen zu mischen, reibe der Lernende jede für sich auf der Palette mit nicht zu viel Wasser an und mische während der Arbeit je nach Bedürfniß, damit die Farbe nicht eintönig wird und das Laub in einem Auftrag beendet wird. Man mischt nun die beiden Gelb, setzt dann ein wenig Blau zu und beginnt oben mit gelblich-grünem Ton und ziemlich gefülltem Pinsel. Die Pinselführung muß eine tupfende, beinahe stoßweise sein, wobei nach jeder Berührung des Papieres der Pinsel wieder weggenommen wird. Geschieht dies nicht, dann ist es sehr schwer, den Baum charaktervoll und mit den hellen Lichtern zwischen dem Laub wiederzugeben. Nach einigen Tupfen -- die Engländer nennen diese Manier „~touching~“ -- ändert man die Farbe etwas im Ton, besonders auch in den Schatten, und so fort bis zu Ende. Große Sorgfalt verwende man auf das Leichte der äußeren Form, gebe auch lieber einige Lichter mehr als einige zu wenig. Es ist dies wesentlich, da das Laub keine compacte Masse, sondern die Anhäufung vieler einzelner Theile ist. Die Darstellung muß daher diese Vielheit betonen.

II.

Alte Eiche mit Stamm in kälterem, tieferem Tone.

Farben: Laub: ~Brown Pink~, ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~. Stamm: ~Brown Madder~ und ~French Blue~. -- Tiefste Drucker auf dem Stamm: ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~French Blue~ -- Boden: ~Brown Madder~, ~Light Red~ und ~French Blue~. Gras: ~Gamboge~, ~Yellow Ochre~ und ~Brown Pink~. -- Drucker im Vordergrund: ~Brown Pink~.

Die Luft als beendet vorausgesetzt.

Man arrangirt die Farben für das Laub auf der Palette und nachdem das Papier befeuchtet und mit Löschpapier abgetrocknet ist, übergeht man das ganze Laubwerk mit dem entsprechenden Tone, welcher wie im vorigen Beispiel leicht in der Combination geändert wird, aber ohne weiter Rücksicht auf die Schatten zu nehmen. Die Lichter nicht zu vergessen! Hierauf legt man den Stamm, Boden und das Gras mit obigen Farben an. Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten des Laubes mit denselben Farben wie vorher, nur in dunkeler Mischung. Hierbei ist nun ganz besonders zu beachten, daß diese Schatten eine ganz eigenthümliche, gerundete Form zeigen, welche man nicht steif, sondern leicht wiedergeben muß. (Jeder Baum hat seine ihm eigenthümlichen, aus der Ast- und Blattstellung etc. resultirenden Schattenformen im Laub.) Man folge hierbei, wie überhaupt bei Laubwerk, stets der Richtung der Aeste. Hierauf bringe man etwas von der Baumfarbe an den unteren Rand des Grases und setze die dunklen Schatten auf dem Stamme ein, sowie die Halblichter des Grases mit denselben Farben wie vorher, nur dunkler. Ist Alles trocken, so bringt man mit denselben Farben die verschiedenen kleineren, tiefen Drucker auf das Laub. Viele derselben sind wahrscheinlich nicht viel größer als Punkte oder kurze Linien, und man achte daher sehr darauf, solche nicht zu dunkel zu geben oder dem Baum ein fleckiges Ansehen zu verleihen. Man sei daher nicht zu freigebig und gebe deren nur so viele als hinreichen, um den Charakter und die Abstufung der Töne zu wahren. Hierauf setzt man mit der Spitze des Pinsels und mit entschiedenen Strichen die dunkeln Drucker auf den Stamm, wobei man sich so getreu wie möglich nach dem Vorbild richtet. Mit der Baumfarbe zeichnet man alsdann noch einige Halme etc. in das Gras, bringt mit dunkler, etwas trockener Farbe einige Striche, etwa wie Furchen, auf den Boden und setzt schließlich mit ~Brown Pink~ hier und da recht dicke Drucker ein.

Die Wiederholung der Baumfarbe auf dem Gras hat einen besonderen Zweck, nämlich den, den Baum nicht zu isoliren. Solche, wenn auch nur ganz lose, Wiederholungen von Tönen in einem anderen Theile eines Bildes sind sehr zu empfehlen, da sie Einheit bedingen; man wende sie jedoch immer nur, wie hier, etwas versteckt an.

Darstellungen dieser Art bieten sich in der Natur allenthalben.

III.

Motiv aus einer Gebirgslandschaft: Im Mittelgrund eine grasige Höhe, mit kahlen Felsblöcken; oben niedriger, tieftöniger Baumwuchs.

Farben: Felsen: ~Light Red~, ~Rose Madder~ und ~Cobalt~. Grüner Ton: ~Yellow Ochre~ und ~Indigo~ -- ~Brown Pink~ und ~Cobalt~. -- Baumwuchs: ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~.

Man mischt einen entsprechenden Ton von ~Yellow Ochre~ und ~Indigo~, setzt solchen an der Kuppe der Höhe ein und ändert ihn hier und da leicht ab. Der Pinsel kann ziemlich voll sein, da es in diesem Falle gut wirkt, wenn die Ränder an den Felsen etwas scharf absetzen. Ist dieser Auftrag trocken, so übergeht man mit demselben Ton, welchem man, um ihn transparenter zu machen, etwas ~Brown Pink~ zusetzen kann, die beschatteten Theile der Höhe. Dies muß geschickt ausgeführt werden, d. h. mit sicherer Hand, um den Unterton nicht zu stören, weßhalb man, so lange die Stellen noch naß sind, nicht nochmals darüber malen darf, da sonst die nothwendige Klarheit des Tons Noth leiden würde. Je mehr man sich mit diesem Ton dem Vordergrund nähert, desto weniger ~Yellow Ochre~ nimmt man und setzt dagegen mehr ~Brown Pink~ zu. Ist dies trocken, so gibt man mit einer dicken, gallertartigen Mischung von ~Brown Pink~ und ~Indigo~, in tupfweiser Manier die Bäume, wobei man bei deren Silhouette zugleich eine halbkreisartige Bewegung macht und jedesmal den Pinsel vom Papier entfernt. Die kahlen Felsen werden jetzt mit obigen Farben in wechselndem Verhältnisse angelegt, wobei ~Light Red~ in den warmen Tönen vorherrschen muß, während für den Schatten ~Cobalt~ im Ueberschuß sein kann. Die Schatten der Felsen werden mit denselben Farben gegeben. Hierauf setzt man die Drucker an den Grenzen des Grases an den Felsen mit dicker Farbe, aus ~Yellow Ochre~ und ~Indigo~, ein. Man nimmt nur wenig Farbe, um sie kräftiger einsetzen zu können und schleppt ein wenig über die freien Grasflächen. ~Brown Pink~ und ~Cobalt~ dient für einige Büsche im Gras. Es erübrigt noch, den Bäumen die dunkelsten Schatten mit ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ein wenig ~Burnt Sienna~ zu geben, was mit entschiedener Pinselführung zu bewerkstelligen ist und kann zum Schlusse hier und da noch etwas ziemlich trockene Farbe von ~Brown Pink~ und ~Gamboge~ über einzelne Graspartien geschleppt werden, aber nicht im Uebermaß, was sehr störend wirken würde.

Aus diesen wenigen Beispielen möge der Lernende entnehmen, daß recht wirksame Motive mit verhältnißmäßig wenigen Mitteln skizzirt werden können. Diese Beispiele könnten in’s Unendliche vermehrt werden, ohne deßhalb erschöpfend zu sein, weßhalb ich, da der Lernende über die zur Anwendung kommenden Töne sehr vollständig ausgerüstet ist, abbreche, umsomehr als es an Motiven nirgends fehlt. Doch will ich nachstehend noch ein Beispiel geben, wie die Studie eines Baumstammes in nächster Nähe auszuführen ist, oder vielmehr ausgeführt werden kann.

+Motiv+: Waldrand, im Vordergrund Rasen mit bemoosten Steinblöcken und einer alten Eiche, deren Stamm dem Beschauer sehr nahe gerückt ist, so daß von den Aesten nichts zu sehen ist, etwas weiter zurück eine alte verkrüppelte Eiche ohne Laub. Mittelgrund: Junger Wald in frischem Grün.

Einfache Motive wie dieses können dennoch so dargestellt werden, daß ihnen Schönheit und Interesse nicht abgesprochen werden kann, ohne daß deßhalb der Beschauer Anbeter der „~paysage intime~“ zu sein braucht. Um dies aber bei einem so anspruchslosen Motiv erreichen zu können, bedarf es einiger Anstrengung, wie nicht minder genauer Kenntniß der Natur. Gute Zeichnung, schöne Linienführung, naturwahres Colorit und Breite in Licht und Schatten sind wesentliche Bedingnisse, um solche Motive interessant zu machen. Bei der Zeichnung sind außer den Umrissen, auch die verschiedenen Details der Rinde, sowie die Knorren und Hohlräume etc. etc. genau zu beachten.

Farben: Luft: ~Cobalt~ und ~Rose Madder~. Zwischenräume der Rinde und erste Schatten: ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~. Rinde: 1. Ton: ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~; 2. Ton: ~Brown Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~; Orangetöne: ~Vermilion~, ~Yellow Ochre~ und ~Chinese White~; Scharlachtöne: ~Rose Madder~ und ~Vermilion~; Grüne Töne: ~Brown Pink~, ~Gamboge~ und ~Oxyde of Chromium~. Reines Grün: ~Emerald Green~ und ~Gamboge~; Purpurtöne: ~Cobalt~ und ~Rose Madder~; Reflexe in den Schatten: ~Chrimson Lake~ und ~Neutral Orange~, -- ~Neutral Orange~ und ~Yellow Ochre~; Laubwerk: ~Gamboge~, ~Brown Pink~ und wenig ~Burnt Sienna~; Felsblöcke: ~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Blue Black~; Tiefe rothe Drucker im Vordergrund: ~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~.

Vorausgesetzt die Luft sei beendet und trocken, wird das Papier befeuchtet und abgetrocknet. Man mischt nun einen mattpurpurnen Ton von ~Cobalt~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~ und übergeht hiermit die Bleistiftstriche, welche auf dem vorderen Baum die Theilungen der Rinde andeuten, aber etwas dick. Man halte den Pinsel gut gefüllt und arbeite mit der Spitze desselben und mit festen, sicheren Strichen. Ist dies trocken, so übergehe man jedes +einzelne+ Rindenstück mit obigem ersten Ton, lasse aber der vielen glänzenden Lichter wegen, überall einen schmalen weißen Rand und führe stets den Pinsel in der +Richtung der Form+. Mit demselben Ton, und Zusatz, von etwas ~Cobalt~ und ~Rose Madder~, übergeht man den hinteren, abgestorbenen Stamm. Hierauf legt man über die Schatten des ersten Stammes einen breiten Schattenton von ~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Cobalt~, ohne Rücksicht auf die Reflexe und verstärkt dann die Rindenfarbe mit dem ersten Ton, aber ohne die Lichter zu berühren und mit ziemlich gelatinöser oder fast trockener Farbe. Für einige graue Stellen mische man ~Cobalt~ und ~Rose Madder~ zu. Nunmehr verstärke man die Theilungen der Rinde mit derselben Farbe wie vorher, aber ziemlich dick und dunkel. Für die knorrigen Stellen und die Hohlräume unter der Rinde benutzt man dieselbe Farbe, aber mit ~Burnt Sienna~ im Ueberschuß. Man halte den Pinsel vertikal und markire kühn und entschieden. Die Schatten am Felsblock und in den Vertiefungen des Bodens, sowie die des verkrüppelten Baumes, welche recht kräftig sind, gebe man mit demselben Ton. Die dunkel bemoosten Stellen des letzteren gebe man mit ~Brown Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~, ebenso dessen Aeste; die heller bemoosten Theile mit ~Emerald Green~ und ~Gamboge~, wobei man allenthalben einige kleine Lichter läßt, auch hier und da etwas ~Oxyde of Chromium~ zusetzt. Die Moose am vorderen Stamm gibt man mit derselben Farbe, aber dicker und dunkler und die gelberen Töne mit ~Gamboge~, ~Brown Pink~ und wenig ~Burnt Sienna~. Den Felsblock colorire man leicht und hell mit der oben angegebenen Combination. Man setzt nunmehr die wärmeren Orange- und Scharlachtöne ein, und zwar rein und auf die hellen Lichter, lasse aber immer noch einige derselben unberührt.

Mit der für das Laubwerk angegebenen Farbe übergeht man nunmehr den Wald und zwar in etwas kräftigem Ton. Während dieser trocknet, verstärkt man die Moose an dem Felsblock mit ~Gamboge~, ~Emerald Green~ und ~Oxyde of Chromium~ und zwar durch Tupfen und gibt die rothen Stellen im Vordergrund mit ~Rose Madder~ und etwas ~Burnt Sienna~. Die Buchenstämme des Waldes gibt man mit ~Brown Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~. Hier und da verbessert man mit dem ~Oxyde of Chromium~ das Grün des Laubes und mit Zusatz von ~Brown Pink~ gibt man das Unterholz. Nunmehr gebe man in den Schatten des Stammes einige Reflexe mit dicker Mischung von ~Neutral Orange~ und ~Yellow Ochre~; nimmt der Schattenton diese Farbe nicht an, so befeuchte man die betreffende Stelle etwas und reibe leicht mit einem seidenen Tuch, worauf man den Ton aufträgt. Mit derselben Farbe übergeht man noch hier und da eine Stelle, um die kalten Töne zu mindern. Man vertieft nun die verschiedenen Theile der Rinde mit ~Brown Pink~, ~Rose Madder~ und etwas ~Cobalt~ und zwar mehrmals, läßt aber immer dazwischen trocknen. Durch dieses Häufen von Farbe auf Farbe erlangt man große Kraft und Transparenz. Mit etwas ~Cobalt~ und ~Oxyde of Chromium~ übergeht man die blaugrünen Töne der Rinde, doch wende man diesen Ton nicht zu oft an, da er schwer macht; auch die wärmeren Töne verbessert man, und wendet gelegentlich auch ~Rose Madder~ unvermischt an. Man übergeht dann nochmals den hinteren Baum mit ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~ und etwas ~French Blue~, verbessert dessen Rinde mit spitzem Pinsel und einzelnen Strichen. Ueberflüssige Lichter fülle man aus und legt nochmals überall verbessernde Hand an. Die Moose tüpfle man aus mit ~Oxyde of Chromium~, und dazwischen mit ~Gamboge~ und ~Emerald Green~; die tiefen Stellen mit ~Brown Pink~. Zum Schlusse nimmt man einen kleinen, flachen Pinsel und übergeht die zahlreichen Lichter an den Kanten der Rinde mit scharfen, kurzen Strichen mit dickem ~Chinese White~, doch nicht zu freigebig, um fleckiges Aussehen zu vermeiden. Diese Beschreibung ist vielleicht etwas zu ausführlich gewesen. Es galt mir aber zu zeigen, in welcher Weise ein ausgeführteres Werk behandelt werden muß, um strengen Anforderungen zu genügen.

~D.~ +Wasser+ nebst Staffage.

1. Colorit.

~a.~ Töne für stehendes Wasser (in der Regel vom Wetter abhängig.)

~Cobalt.~ ~Rose Madder~ und ~Yellow Ochre~, bei hellem Wetter.

~Cobalt~ und ~Indian Red~, weniger hell.

~Cobalt~, ~Indigo~ und ~Brown Madder~. } ~Cobalt~, ~Brown Madder~ und wenig ~Sepia~. } trüber ~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und wenig ~Brown Madder~. }

~Indigo~ und ~Brown Madder~, oder ~Light Red~, sehr trübe.

~b.~ Töne für +Flüsse und Bäche+.

1. Für gelbes oder orangefarbiges Wasser.

~Raw Sienna.~

~Raw Sienna~ und ~Vandyke Brown~ oder ~Brown Madder~.

2. Für grünes Wasser.

~+Cobalt+~ und ~+Gamboge+~.

Grünblau ~Oxyd~.

~Raw Sienna~ und ~Indigo~.

~Roman Ochre~ und ~Indigo~.

~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.

~Indian Yellow~, ~Vandyke Brown~ und ~Indigo~.

~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und wenig ~+Vandyke Brown+~.

3. Für graues, schwach farbiges Wasser.

~Burnt Sienna~ und ~Cobalt~.

~+Cobalt+~, ~+Brown Madder+~ und ~+Raw Sienna+~.

~Cobalt~, ~Purple Madder~ und ~Gamboge~.

~Indigo~, ~Brown Madder~ und ~Indian Yellow~.

4. Für sehr dunkles Wasser.

~+Brown Madder+~ und ~+Vandyke Brown+~.

~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.

~Indian Yellow~, ~+Sepia+~ und ~Chrimson Lake~.

~Raw Sienna~ und ~French Blue~. } ~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Brown Madder~. } für Vegetation ~+Indian Yellow+~, ~+Burnt Sienna+~ und } +unter+ Wasser. ~Indigo~, (dick, vereint mit Weichheit große } Kraft). }

Für Zwischenräume und dunkle Markirungen der Steine im Bette der Bäche etc. eignen sich:

~Raw Sienna~, ~Rose Madder~ und ~Vandyke Brown~.

~Raw Sienna~, ~Vandyke Brown~ und ~Chrimson Lake~.

~Brown Madder~ und ~Indigo~.

~Brown Madder~ und ~French Blue~, kräftige Farbe.

~Sepia~ und ~Brown Madder~, sehr reicher Ton.

~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.

~Payne’s Grey~ } und ~Burnt Sienna~, ~Neutral Tint~ } sehr nützliche Töne. ~French Blue~ }

~Indigo~ und ~Brown Pink~.

Bei diesen Tönen ist darauf aufmerksam zu machen, daß eine zu große Quantität Blau in dunklen Mischungen Schwärze erzeugt, weßhalb es nicht in zu großer Menge zugesetzt werden darf. Im tiefsten Schatten muß die Farbe stets +warm+ und +durchsichtig+ sein. Eine Lasur von ~Gamboge~ und ~Chrimson Lake~ ist hier oft dienlich dieselbe zu verstärken.

~c.~ Töne für Seewasser.

1. Für Grau und erste Anlage.

~Cobalt~ und ~Light Red~ oder ~Indian Red~.

~Cobalt~, ~Purple Madder~ und ~Yellow Ochre~.

~French Blue~ und ~Lamp Black~.

~French Blue~ und ~Brown Madder~.

~French Blue~, ~Indigo~ und wenig ~Rose Madder~.

2. Localtöne bei stürmischem Wetter.

~Raw Sienna~ und ~Lamp Black~.

~Raw Sienna~ und ~Sepia~.

~Raw Umber~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.

~Vandyke Brown~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.

~Vandyke Brown~ und ~Raw Sienna~.

~Cobalt~ und ~Burnt Sienna~.

~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.

3. Meergrün, mehr oder weniger rein.

~Burnt Sienna~, ~Cobalt~ und wenig ~Rose Madder~.

~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.

~+Cadmium+~ und ~+French Blue+~, sehr schön.

~+Raw Sienna+~ und ~+Cobalt+~, oder ~+French Blue+~, oder ~Indigo~. (Im Vordergrunde kann diesen Mischungen etwas ~Vandyke Brown~ oder ~Brown Pink~ zugesetzt werden.)

~+Raw Sienna+~, ~+Prussian Blue+~ und wenig ~+Bistre+~.

~+Bistre+~, ~+Prussian Blue+~ und ~+Gamboge+~, schön.

~Gamboge~ und ~Cobalt~.

~Gamboge~ und ~Sepia~.

~Cobalt~, ~Yellow Ochre~ und wenig ~Chrimson Lake~.

~Roman Ochre~ und ~Indigo~.

~Light Red~ und ~Prussian Blue~.

Grünblau ~Oxyd~.

~Emerald Green~ als +leichte+ Lasur zum Erhöhen einzelner sehr lebhaft gefärbter Theile.

~Viridian~.

~Cobalt~ und ~Yellow Ochre~. } ~Cobalt~ und ~Emerald Green~ 2. Ton. } brillanter Ton für ~Cobalt~ und ~Gamboge~ in mehreren sehr } Landseen. leichten Lasuren. }

~Raw Sienna~. } ~Raw Sienna~ und ~Vandyke Brown~. } für Lichter. ~Raw Sienna~ und ~Rose Madder~. } ~Yellow Ochre~. }

~d.~ Töne für Schiffe, Segel etc. etc.

1. für braune oder schwarze Schiffe.

(für sehr ferne Schiffe wird ~Cobalt~ zugesetzt).

~Lamp Black~.

~Lamp Black~ und ~Chrimson Lake~ oder ~Light Red~.

~Lamp Black~, ~Brown Madder~ und ~Burnt Sienna~.

~French Blue~, ~Sepia~ und ~Chrimson Lake~.

~French Blue~, ~Brown Madder~ und ~Burnt Sienna~.

~Indigo~ und ~Chrimson Lake~.

~Indigo~, ~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~ für Boote.

~Payne’s Grey~.

~Payne’s Grey~ und ~Light Red~.

~Payne’s Grey~ und ~Vandyke Brown~.

~+Payne’s Grey+~ und ~+Burnt Sienna+~ liefert zahlreiche braune Töne, welche durch Zusatz von ~Chrimson Lake~ in röthere Tinten übergeführt werden können.

~Neutral Tint~, wie ~Payne’s Grey~ zu verwenden.

~Sepia~, ~Lamp Black~ und ~Brown Madder~.

~Sepia~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.

~Burnt Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.

~+Burnt Sienna+~, ~+Lamp Black+~ und ~+Brown Madder+~, sehr nützlicher Ton für Schiffe, Boote und alte Pfosten.

~Vermilion~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~, ebenso.

2. für röthliche Boote etc.

~Burnt Sienna~ und ~Chrimson Lake~.

~Payne’s Grey~ oder } mit ~Rose~ oder ~Brown Madder~ oder ~Neutral Tint~. } ~Chrimson Lake~.

~+Vermilion+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Blue Black+~ für rostiges Eisenwerk.

~Brown Madder~ und ~Lamp Black~, desgleichen.

~Black Lead~ für blankes Eisen.

* * * * *

3. Für helle Segel.

~Roman Ochre.~

~Yellow Ochre.~

~Yellow Ochre~ mit ~Payne’s Grey~ oder ~Neutral Tint~.

~Yellow Ochre~ mit ~Raw Umber~ oder ~Light Red~.

~Yellow Ochre~ mit ~Vermilion~ oder ~Burnt Sienna~.

~Cobalt~ und ~Light Red~.

Für rothe Segel.

~Roman Ochre~ und ~Rose~ oder ~Brown Madder~.

~Light Red~ und ~Brown~ oder ~Purple Madder~.

~Burnt Sienna~ und ~Vermilion~.

~Burnt Sienna~ und ~Brown Madder~.

~Burnt Sienna~ und ~Indian Red~.

Für Körbe etc. etc.

~Raw Sienna.~

~Raw Sienna~ mit ~Brown Madder~ oder ~Vandyke Brown~.

~Raw Umber.~

~Indian Yellow~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.

Sehr tiefe, kraftvolle Töne für Drucker etc. etc.

~Sepia~ und ~Brown Madder~ oder ~Chrimson Lake~.

~Brown Madder~, oder ~Purple Madder~.

~Vandyke Brown~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.

~Brown Pink~ und ~Purple Madder~.

~Burnt Carmine~, kräftigster Ton für sehr bedeutende Tiefe.

2. Technik.

Die Schönheit einer Landschaft wird durch Wasser, welcher Art es auch immer sein möge, in äußerst wirksamer Weise gehoben, und besonders ist +stilles+ Wasser, welches ich zunächst bespreche, geeignet, breite Wirkung zu sichern, indem es die Farben der Luft wie der nächsten Umgebung wiederholt. Technisch wird Wasser in derselben Weise behandelt wie die Luft, daher auch bei Anlage der letzteren mit in Angriff genommen, sobald seine Dimensionen keine allzu geringen sind. Man nimmt indessen die Töne in der Regel etwas schwächer, wie für die Luft, besonders auch bei Abendbeleuchtungen. Die Anlage ist stets eine breite. Spiegelbilder werden zugleich mit den betreffenden Gegenständen und mit denselben, aber um einen geringen Grad schwächeren Tönen gegeben.

Man versäume nie das Papier vorher zu nässen, damit alles zart in einander geht und führe den Pinsel bei Spiegelbildern stets in vertikaler Richtung. Die meist zahlreichen kleineren, horizontalen Lichter bleiben unbeachtet, indem sie am besten nach Beendigung des Wassers herausgewischt werden. Umfangreichere Lichtlinien dagegen, oder sonstige breite Lichtmassen, spart man am besten aus.

Soweit nur die Spiegelung in Betracht kommt, ist die Darstellung von Wasser eine sehr leichte, allein es kommt in der Hauptsache darauf an, die +Oberfläche+ als solche zum Ausdruck zu bringen, was ungeachtet der geringfügigen zu diesem Zwecke erforderlichen Mittel nicht so leicht ist. Die Vergegenwärtigung der Oberfläche ist nämlich im Wesentlichen von getreuer Darstellung verschiedener sehr kleiner und an sich unbedeutender Lichter abhängig, welche durch geringe Bewegungen auf oder unter der Oberfläche, durch schwimmende Thiere aller Art, wie Insekten, Frösche, Fische etc. etc. hervorgerufen werden. Zu Zeiten fehlen indessen auch diese und die Ruhe ist dann eine so absolute, daß man lediglich auf Spiegelbilder angewiesen ist. In solchen Fällen ist das Anbringen eines Bootes von großem Nutzen, und ist das Wasser seicht, so hilft uns durchwatendes Vieh, mit welchem zugleich kräftige Farben in das Bild kommen, wie auch Wasservögel sehr geeignet sind, die Ruhe der Fläche zu unterbrechen.

Was die Farbe des Wassers betrifft, so unterliegt die Beurtheilung derselben vielfach Irrungen, ganz besonders unter dem Einfluß von Halbschatten und Wasser, welches man für farblos zu halten geneigt ist, erscheint nicht selten, sobald ein hellerer Gegenstand, etwa das Segel eines Bootes, mit ihm in Berührung kommt, in einem recht tiefen Ton. Es bedarf also nur eines entschiedenen Lichtes, um diesen Contrast hervorzurufen.

Reines Wasser ist indessen in der Regel von blauer Farbe, wie das der Alpenseen. Enthält es mehr oder weniger organische Stoffe, so neigt es in’s Grüne und geht bei zunehmender Sättigung mit organischer Materie -- Sumpfwasser -- ins Braune über.