Part 11
~Oxyde of Chromium~, ~Indigo~ und wenig } ~Gamboge~. } ~Gamboge~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~ } für Nadelholz. als Schattenton. } ~Brown Pink~, ~Oxyde of Chromium~ und } ~Blue Black~, tiefste Schatten. }
~Yellow Ochre~ und ~French Blue~.
~+Yellow Ochre+~ und ~+Indigo+~.
~Yellow Ochre~, ~French Blue~ und ~Indigo~.
~Yellow Ochre~ und ~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~.
~Gamboge~ und ~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~.
~+Gamboge+~, ~+Yellow Ochre+~ und ~+Indigo+~, warmer Ton.
~+Gamboge+~ und ~+Sepia+~, warmer Ton.
~+Gamboge+~ und ~+French Blue+~.
~Gamboge~, ~Brown Madder~ und ~Indigo~ oder ~Cobalt~.
~Gamboge~, ~Burnt Sienna~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
~Gamboge~, ~Burnt Umber~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
~Gamboge~, ~Brown Pink~ und ~Vandyke Brown~ oder ~Burnt Sienna~.
~Gamboge~, ~Brown Pink~ und ~French Blue~.
~+Lamp Black+~ und ~+Indian Yellow+~.
~Indian Yellow~ und ~French Blue~.
~Indian Yellow~, ~Sepia~, ~Cobalt~ und ~Indigo~.
~+Indigo+~ und ~+Burnt Sienna+~.
~Cadmium~ und ~French Blue~.
~Olive Green~ und ~Indigo~.
~Olive Green~ und ~Burnt Sienna~ oder ~Indian Yellow~.
~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und ~+Burnt Sienna+~.
~+French Blue+~, wenig ~+Oxyde of Chromium+~ und ~+Brown Pink+~.
~Prussian Blue~ und ~Bistre~.
~Prussian Blue~, ~Bistre~ und ~Ind. Yellow~ oder ~Gamboge~.
~Emerald Green~ und ~French Blue~ (auch 2. 1.)
~Oxyde of Chromium~ und ~French Blue~ (auch 2. 1.)
~+Oxyde of Chromium+~ und ~Indian Yellow~ oder ~+Brown Pink+~ liefern glanzvolle Töne für breite massige Laubpartien von etwas kaltem Grün.
~+Aureolin+~, ~+Vandyke Brown+~ und ~+Indigo+~.
~Aureolin~ und ~Oxyde of Chromium~.
~Aureolin~ und ~Emerald Green~.
~Aureolin~, ~Burnt Sienna~ und ~Indigo~.
Allen unter ~a~, ~b~ und ~c~ ausgeführten Tönen kann man für neblige Stimmung etwas ~Naples Yellow~ zusetzen; auch wo deckende Farbe erwünscht ist.
~c.~ Töne für Gras, Rasen etc. etc.
~Yellow Ochre~ und ~Gamboge~ eignet sich sehr zur Untermalung größerer Rasen- und Wiesenpartien.
~+Yellow Ochre+~, ~+Gamboge+~ und wenig ~+French Blue+~, ~+Indigo+~ oder ~+Cobalt+~, sonniger Ton.
~+Brown Pink+~ und ~+Gamboge+~, auch mit ~French Blue~.
~+Brown Pink+~, ~+Indigo+~ und ~+Vandyke Brown+~, kalter Ton.
~Indian Yellow~ und ~Indigo~.
~+Indian Yellow+~ } und ~+Oxyde of Chromium+~, frisches ~+Aureolin+~ } sonniges Grün für Wiesen etc. etc. auch ~+Gamboge+~ } für Moose.
~Gamboge~ und ~Emerald Green~ (auch 2. 1.) für Moos.
~+Gamboge+~ und ~+Indigo+~ oder ~+Cobalt+~.
~+Gamboge+~ und ~+Burnt Sienna+~.
~Gamboge~, ~Indigo~ und ~Vandyke Brown~, kaltes Grün.
~Gamboge~, ~Brown Pink~, ~French Blue~ und ~Burnt Sienna~.
~Gamboge~, ~Cobalt~ und ~Brown Pink~.
~Gamboge~, ~Burnt Sienna~ und ~Brown Pink~.
~Raw Sienna~, ~Chrimson Lake~ und ~Indigo~.
~+Raw Sienna+~ und Blau.
~+Oxyde of Chromium+~ und ~+French Blue+~, kalter Ton, auch für Laubwerk.
~Oxyde of Chromium~, ~French Blue~, und wenig ~Brown Pink~, tiefer.
~Oxyde of Chromium~ und ~Emerald Green~, frisches, sonniges Grün.
~+Lemon Yellow+~ und ~+Emerald Green+~ zum Coloriren einzelner heller Grashalme.
~Lemon Yellow~ und ~Viridian~. Reiches helles Grün.
~Yellow Ochre~ und ~Brown Pink~. } ~Yellow Ochre~, ~Brown Pink~ und ~Indigo~, als zweiter Ton. } ~Yellow Ochre~, ~Brown Pink~, ~Indigo~ und ~Burnt Sienna~ } als dritter Ton. }
~Naples Yellow~ für scharfe Markirung, Halme etc. etc.
~Brown Pink~, +dick+, für Zeichnung, Detail.
~d.~ Töne für +Herbstlaub+, dürre Blätter etc. etc.
~Brown Pink~.
~+Brown Pink+~ mit ~+Burnt Sienna+~, viele Abstufungen -- oder mit ~Vandyke Brown~ -- oder mit ~+Gamboge+~.
~Aureolin~ mit ~Burnt Sienna~ -- oder mit ~Burnt Umber~ -- oder mit ~Sepia~.
~Aureolin~ und ~Rose~ oder ~Brown Madder~, oder ~Vandyke Brown~.
~Aureolin~, ~Light Red~ und ~Cobalt~ oder ~French Blue~.
~Indian Yellow~.
~Indian Yellow~ mit ~Rose~, ~Brown~ oder ~Purple Madder~.
~+Indian Yellow+~ mit ~+Burnt Umber+~ (auch 2. 1.), reicher Ton.
~Mars Orange~.
~Brown Ochre~.
~Brown Ochre~ mit ~Brown Madder~.
~+Brown Ochre+~ mit ~+Indian Yellow+~, reicher Ton.
~+Raw Sienna+~.
~+Raw Sienna+~ und ~+Indigo+~.
~Gamboge~.
~Gamboge~ mit ~Brown~ oder mit ~Rose Madder~.
~Gamboge~ mit ~Vandyke Brown~ -- mit ~Brown Pink~ -- oder ~Burnt Sienna~.
~Roman Ochre~ allein oder mit ~Brown Madder~.
~Yellow Ochre~ allein und mit ~Gamboge~.
~Burnt Sienna~ allein und mit ~Rose Madder~.
~Brown Pink~, dick, für tiefe Drucker.
~Brown Pink~ und ~Chrimson Lake~ oder ~Burnt Carmine~, tiefe, feurige Farbe für dunkle Drucker.
* * * * *
Jedes Grün wird wesentlich im Ton verfeinert durch eine Lasur mit ~Brown Madder~; etwas herabgestimmt durch eine solche mit ~Sepia~ und in wirksamerer Weise durch eine Lasur von ~Lamp Black~.
Auch das Anbringen von ~Emerald Green~ im Bilde stimmt alles übrige Grün energisch herab.
~e.~ Töne für Stämme und Aeste.
~Indian Yellow~, ~Vandyke Brown~ und ~French Blue~.
~+Indian Yellow+~, ~+Burnt Sienna+~ und ~+Indigo+~, für von Laubmassen beschattete Aeste zu empfehlen.
~Cobalt~, ~Rose Madder~ und ~Burnt Sienna~.
~Neutral Tint~ oder ~Payne’s Grey~, auch mit Zusatz von ~Light Red~.
~Vandyke Brown.~
~Brown Madder~ allein oder mit ~Indigo~ -- ~French Blue~ oder ~Sepia~.
~Burnt Sienna~ und ~French Blue~.
~Lamp Black~ und ~Rose Madder~.
~French Blue~ und ~Purple Madder~.
~Indigo~, ~Lake~ und wenig ~Yellow Ochre~.
~Sepia~ und ~Purple Madder~.
~Sepia~ und ~Cobalt~.
~Neutral Orange~, auch mit ~Yellow Ochre~.
~Olive Green~, ~Indigo~, und ~Sepia~ oder ~Vandyke Brown~.
~Brown Pink~, ~Indigo~, und ~Vandyke Brown~ oder ~Sepia~.
~Light Red.~ } ~Light Red~ u. ~Rose Madder~. } ~Light Red~, ~Chrimson Lake~ } } und ~Indigo~. } } ~Brown Pink~, ~French Blue~ } } für Kiefern. und ~Chrimson Lake~. } Schattentöne } ~Brown Pink~, ~French Blue~ } } und ~Blue Black~. } } ~Brown Pink~, ~Burnt Sienna~, ~Lake~ und } ~French Blue~ für tiefste Töne. }
~Cobalt~ u. ~Vandyke Brown~ für blattloses Astwerk (im Winter).
~Cobalt~ und ~Oxyde of Chromium~. } ~Oxyde of Chromium~ und ~Blue Black~. } grünliche Töne. ~Oxyde of Chromium~, ~Brown Pink~ } und ~Blue Black~. }
~Vermilion~, ~Yellow Ochre~ und wenig } ~Chinese White~. } Orange Töne. ~Burnt Sienna~ und wenig ~Chinese White~. }
~Rose Madder~ und ~Vermilion~.
~Cobalt~, ~Lake~ und ~Burnt Sienna~. } Abtheilung der Rinde. ~Brown Pink~, ~Rose Madder~ u. ~Cobalt~. }
2. Technik.
Die Behandlung der Vegetation, besonders der Bäume bildet den schwierigsten Theil der Aquarellmalerei. Achtsamkeit auf nachstehende Ausführungen wird indessen einen großen Theil dieser Schwierigkeit verhältnißmäßig leicht überwinden helfen.
Bei Darstellung von Bäumen handelt es sich in erster Linie um den Totaleindruck; d. h. die Natur des Baumes muß sofort zu erkennen sein. Um jeden Baum treffend zu charakterisiren, beobachte man sehr genau folgende Punkte:
1. Die +äußere+ Form.
2. +Formen+ und Stellung der +Aeste+ und +Zweige+ und die +Winkel+ der Abzweigung.
3. Den Charakter des Stammes und die +Stelle der Verzweigung+ (ob hoch oder nieder).
4. +Charakter+ und +Farbe+ der Rinde, ob zart oder rauh, in horizontaler oder verticaler Lage abschälend, ob grau, braun, röthlich etc. etc.
Das Skizziren eines Baumes besteht nun weder in ängstlicher Wiedergabe der Blätter, noch des sonstigen Details, und würde ein derartiger Versuch sich überhaupt als unausführbar erweisen. Es kommt vielmehr lediglich auf Wiedergabe des +Totaleindrucks+ an. Eine große Schwierigkeit liegt nun in der Darstellung der Idee des +Vielen+, während wir nur die Masse geben. Feste, sichere Pinselführung, scharfe Umrisse und was besonders betont werden muß -- +Wahrheit+ in +Licht+ und +Schatten+ gehören zu den unabweisbaren Erfordernissen. Kraft der Farbe und der Contraste ist ebenfalls unerläßlich und hüte man sich, namentlich bei größeren Laubmassen, in zu gleichmäßige und dann nicht selten unerfreulich wirkende Färbung zu verfallen. Von Darstellung der Blattformen ist selbst bei Bäumen des nächsten Vordergrundes entschieden abzurathen und empfehle ich auch hier die breitere Behandlung.
Das technische Verfahren ist ein sehr verschiedenes und es dürfte kaum übertrieben sein, wenn ich sage, daß fast jeder Maler die Bäume in anderer Weise behandelt. Während manche naß in naß arbeiten, malen andere mit fast trockner Farbe und fächerartig auseinander gespreiztem Pinsel.
Ich werde nunmehr die verschiedenen Darstellungsweisen näher erörtern. Alle haben ihre Berechtigung und Manchem wird diese, Manchem jene besser zusagen, wie nicht minder, je nach Art und Stimmung des Bildes, häufig eine oder die andere Weise vorzugsweise angezeigt ist. Eine für alle Fälle geltende Regel für die Darstellung so sehr im Charakter verschiedener Gegenstände, wie Bäume, aufzustellen, würde nicht wohl möglich sein.
Was die oben aufgeführten Farbentöne betrifft, unter welchen kein in der Natur vorkommendes Colorit fehlen dürfte, so sind +alle+ vom Lernenden zu prüfen (natürlich nur nach und nach), damit er die Farbe beherrsche und im gegebenen Falle nicht ganz unpassend wähle. +Vorerst+ halte man sich an die gesperrt gedruckten Töne. Vieles Arbeiten nach der Natur ist hier dringend geboten, um +Feinheit in der Farbe+ zu erringen und ein guter Colorist zu werden. Auch im Winter kann der Lernende, welcher die Anfangsgründe überwunden hat, sich durch Copiren guter Oelstudien, in Technik sowohl wie in Farbe, sehr vervollkommnen. Von den Mißerfolgen der ersten Versuche lasse sich Niemand abschrecken; denn einigermaßen +befriedigende+ Leistungen erfordern schon längere Uebung und Gewandtheit. Vor Allem hüte man sich zu +grün+ zu malen, in welchen Fehler Anfänger zu verfallen sehr geneigt sind, sondern beachte, daß unter gewöhnlichen Verhältnissen, und von Nadelholz abgesehen, im Grün das +Gelb+ in der Regel vorherrscht und daß andererseits fast alles Grün in der Farbe +gebrochen+ ist, also Zusatz von Braun oder Roth bedarf. Die Bleistiftzeichnung skizzire +leicht+ die äußere Form, die Hauptabtheilungen des Laubwerkes, sowie Stämme und Aeste. Vor Anlage der ersten Töne wasche man, wie früher bei Anlage der Luft, ab, beginne aber nie mit der Anlage grüner Töne, bevor nicht die Luft in allen Theilen vollendet ist.
I.
Bäume in breiter Behandlung male man wie folgt:
Man lege die Localfarbe an und zwar ziemlich flüssig, übergehe damit den ganzen Baum, sehe aber darauf, daß die zahlreichen Lichter zwischen dem Laub, besonders in den äußeren Partien, möglichst ausgespart bleiben. Man halte solche etwas größer, da sie sich später sehr leicht verkleinern lassen, was mit hellen Tönen bewirkt sehr natürlich wirkt. Ist dieser Auftrag trocken, so gibt man die Schatten mit einem weniger flüssigen, entsprechenden Ton derselben Farben, welcher ebenfalls über alle dunkleren Stellen gleichmäßig weggeführt wird und setzt dann mit einem tieferen Ton und dickerer Farbe die dunkelsten Stellen ein. Ist dies geschehen, so verbessert man, wo es nöthig erscheint, die äußere Form durch etwas mehr Ausladung, hebt Lichter heraus, wo solche fehlen oder verkleinert die zu groß gerathenen, worauf man das Astwerk etc. in Behandlung nimmt. Kleine Aeste, welche sich +hell+ abheben, übergeht man bei Anlage des Laubes und hebt sie später heraus.
Der Pinsel sei ein +flacher+, immer wohl gefüllt, ohne mit Farbe überladen zu sein. Die äußere Form gibt man am besten scharf und entschieden mit der Seite der Spitze desselben, besonders bei dünnem Laub und ungewissen oder bewegten Formen, vermeide aber Farbenflecke. Vor Anlage der Schatten kann man abwaschen, was jedoch in vielen Fällen nicht nothwendig ist. Bei flüssiger Farbe hat man den Vortheil, daß die Farbe nicht zu schnell trocknet und man sich an einer vielleicht etwas schwierigeren Stelle nicht zu übereilen braucht, aus Furcht, daß die Farbe an der Stelle wo man weiter zu malen hat, unterdessen auftrockne.
II.
Eine ähnliche aber weniger breite Behandlung ist folgende:
Man führt den Localton wie im vorigen Beispiel durch und gibt dann Stämmen und Astwerk etwa einen graubraunen Ton. Hierauf setzt man die in der Regel wärmeren, transparenten Mitteltöne ein, mit welchen man alle Schatten bedeckt und verstärkt Stämme und Aeste mit tieferen Tönen, worauf man mit einem neutralen Ton (~Indigo~ und ~Indian Red~, ~Cobalt~ und ~Light Red~, ~French Blue~ und ~Brown Madder~) die Schatten einsetzt. Die kälteren Reflexlichter auf der Schattenseite werden sodann herausgenommen und mit einem feinen bläulich-grauen Ton übergangen und schließlich durch Herausnahme oder Verkleinern von Lichtern, Zusatz oder Wegnahme von Ausladungen die verfeinernde Hand angelegt. Wo Lichter herausgenommen werden, müssen solche dann selbstverständlich mit dem Luftton übergangen werden.
III.
Für entschieden dunkle Bäume und Sträucher des Vordergrundes empfiehlt Professor M. Schmidt folgende Behandlung, welche sich für möglichst rasche Wiedergabe des Charakters und Ausdrucks eignet. Man zeichnet die Umrisse ziemlich bestimmt, setzt +zuerst+ mit einem neutralen Ton die tiefsten +Schatten+ ein, übergeht dann das Ganze mit dem Localton und setzt dann die Mitteltöne ein, worauf die Verfeinerung in obiger Weise stattfindet.
IV.
Eine vierte Art, welche hauptsächlich für Mittelgrund und Ferne passende Verwendung findet, ist folgende:
Man hält außer der Localfarbe einen Schattenton (~Cobalt~ und ~Light Red~, etc.) bereit, beginnt oben mit dem Lichtton und setzt an den entsprechenden Stellen mit einem zweiten Pinsel gleich den Schattenton, mit der Lichtfarbe weich verlaufend, ein und so fort bis der ganze Baum bedeckt ist. Durch das weiche Zusammenlaufen der Töne bilden sich oft zufällige Effecte, welche bei geschickter, beziehungsweise geschmackvoller Benutzung dem Bilde sehr zu Statten kommen. Hierauf werden Stämme und Astwerk in Behandlung genommen, wobei der Anfänger noch darauf aufmerksam zu machen ist, daß man letzteres in der Regel nur in den +Schattenstellen+ bemerkt. Ist der Auftrag trocken, so mischt man die beiden Töne Grün und Grau zusammen und setzt damit die tiefen Schatten zwischen den Laubmassen ein, worauf man zur Beendigung das Grün hier und da verstärkt oder auch nach Umständen dämpft.
V.
Schließlich will ich eine besonders in England sehr gebräuchliche Malweise mittheilen, welche ich selbst häufig anwende und sehr empfehlen kann. Sie besteht in der Anwendung +dicker+ und ziemlich trockener Farbe, welche mit flachem Pinsel aufgetragen wird. Ich kann diese Art der Behandlung um so mehr empfehlen, als sie mit verhältnißmäßiger Schnelligkeit eine große +Kraft+ der Töne vereinigt und dabei gestattet, jeden einzelnen Theil +vor dem Trocknen+ bis ins Detail zu beenden. Auf diese Art behandelte Bäume, besonders baumreiche Landschaften sehen Oelgemälden sehr ähnlich. Lichter können schließlich, wenn nöthig, noch herausgenommen und einzelne Partien durch Lasuren im Tone erhöht, oder gedämpft werden. Mit einigen Druckern in den tiefsten Stellen und hier und da einer Verbesserung, auch in der äußeren Form, ist ein so behandelter Baum fertig. Auch +Nadelholz+ läßt sich mit dieser Behandlung, welche hier besonders der Silhouette sehr zu Statten kommt, +äußerst+ naturwahr darstellen.
Der Lernende übe sämmtliche Darstellungsweisen und wähle dann, was ihm am besten zusagt oder für den beabsichtigten Zweck am passendsten erscheint. Ich selbst male meine Bäume, von dem Zeitpunkt erlangter besserer Technik an, fast nur nach V., je nach dem Vorwurf indessen auch nach I. und II., allein dem Anfänger ist erstere Methode nicht zu empfehlen.
Wiederholt will ich indessen hier darauf aufmerksam machen, daß ~Indigo~, den Tönen in zu großer Menge zugesetzt, Schwärze erzeugt und daß man sich in den dunkeln Partien des Laubes vor Schwärze und +Kälte+ sehr zu hüten hat. Sind aber dennoch solche Stellen zu dunkel oder gar schwärzlich geworden, so läßt sich das Uebel durch vorsichtiges Uebergehen der betreffenden Stellen mit einem +kräftigen+ Ton von ~Indian Yellow~ oder von ~Indian Yellow~ mit ~Oxyde of Chromium~ schnell heben. Nach dem Trocknen kann dann der erhaltene Ton durch passende Lasuren in gewünschter Weise verändert werden.
Was +Stämme+ und +Aeste+ betrifft, so ist auf deren naturgemäße Zeichnung die größte Aufmerksamkeit zu verwenden, da sonst nicht allein diese selbst Noth leiden, sondern die ganze Arbeit verunstaltet wird. Besonders vermeide man die unnatürlichen, absolut geraden Linien und sehe da, wo Stämme oder Aeste nach längerem Verschwinden sich wieder zeigen, auf entsprechende Verjüngung. Sie müssen stets so gezeichnet sein, daß sie geeignet sind, eine genaue Vorstellung der Verästelung vom Fuße bis in die Spitze zu geben. Die Schatten sind erst breit anzulegen und ist dann später das Detail zu geben. Dabei vergegenwärtige sich der Lernende stets, daß je weiter ein Gegenstand zurücktritt, desto mehr das Detail verschwindet und die Localfarbe neutralere Töne annimmt. Helle Stämme im Mittelgrund spart man, sobald dies der Arbeit Eintrag thun würde, nicht aus, sondern nimmt sie später heraus; ebenso wenn Stämme im Vordergrunde eine hinter ihnen liegende größere Wasserfläche durchschneiden, da ein Aussparen die einheitliche Behandlung der letzteren in hohem Grade beeinträchtigen würde. Dunkele Stämme kleiner Dimension und von zweifelhaftem Charakter im Mittelgrunde lassen sich gewöhnlich mit den dunkelsten Tönen der Laubpartien in consistenterer Mischung geben. Stämme des Vordergrundes dagegen verlangen Individualisirung, weßwegen fleißiges Studium der Stämme der Waldbäume und sonst häufiger vorkommender Bäume, wie Weiden, Pappeln etc. etc. nach der Natur dringend anzurathen ist und zwar aus nächster Nähe, wie auf weitere Distanz. Die Birkenstämme betreffend bemerke ich noch, daß man solche am zweckmäßigsten mit dickem ~Chinese White~ anlegt und das tiefgefärbte Detail mit ~French Blue~, ~Chrimson Lake~ und ~Burnt Sienna~ einsetzt.
Da in den meisten Fällen Grün im +Vordergrund+ eine mehr oder weniger große Rolle spielt, wenigstens in landschaftlichen Darstellungen, so ergreife ich hier die Gelegenheit, auf den Vordergrund etwas näher einzugehen. Alles überhaupt Darstellbare kann mit wenigen Ausnahmen Gegenstand des Vordergrundes sein, weßhalb sorgfältige Studien auch in dieser Beziehung nothwendig sind. Dabei ist jedoch eine allzugenaue und peinliche Nachahmung des Darzustellenden zu vermeiden, da hierdurch die Breite starke Einbuße erleiden würde und man sich auch andererseits sehr leicht an eine „+kleinliche+“ Manier zu gewöhnen Gefahr läuft, weshalb man am besten auf breite Charakterisirung ausgeht. Der große Reiz eines Vordergrundes liegt in feiner glanzvoller Farbe ohne rohe Effekte, in Kraft ohne heftige Contraste, in einer schönen Linienführung und in vollkommenem Anschluß an die anderen Theile des Bildes.
Wiesen und Grasflächen in Mittel- und Vordergrund dürfen nicht mit dicker Farbe behandelt, sondern müssen naß angelegt werden, zu welcher Untermalung sich in vielen Fällen ~Gamboge~ mit ~Yellow Ochre~ eignet. Durch spätere Lasuren gibt man dann die geeigneten Töne in kühnen Strichen und Lagen und mit nicht zu nasser Farbe. Indessen empfiehlt es sich auch, die verschiedenen Farbentöne gleich Anfangs naß ineinander zu malen. Zunächst betrachte man die Erhöhungen und Senkungen des Terrains durch Eintragen der betreffenden Schatten, wobei große Genauigkeit empfohlen werden muß. Sodann gibt man einzelnen Stellen etwas mehr Detail, doch immer möglichst breit und lose, bis in die nächste Nähe zum Erkennen der einzelnen Halme etc., deren Darstellung ganz im Vordergrund oder an sonst passenden Stellen von großer Wirksamkeit sein kann, wie z. B. am Ufer, vor Wasser etc. etc. Größere Pflanzen lassen sich hier ebenfalls häufig mit Erfolg verwenden. Auch durch Herausnehmen und entsprechende Lasuren lassen sich einzelne Gräser etc. sehr getreu und präcise wiedergeben. Man arbeite im Vordergrunde öfter mit der Seite des Pinsels, oder auch mit flachem, etwas gespaltenem Pinsel und ziemlich trockener Farbe, so daß mehrere Striche auf einmal gemacht werden können. Zufälligkeiten in Form und Farbe lassen sich auch hier mit Geschick und Geschmack verwerthen. Ueberhaupt ist der Vordergrund der Theil des Bildes, wo man sich, nach Bewältigung der Technik, nicht selten dem Gefühl und der Phantasie in Betreff der Gestaltung charakteristischer Formen mit Erfolg hingeben kann. Hierbei ist jedoch darauf zu sehen, daß man den Gegenständen die richtige perspektivische Größe gibt, da Zuwiderhandlungen sehr schlimm wirken. Figuren und Staffage aller Art kann man noch in letzter Stunde anbringen, wenn es wünschenswerth ist, was in Stimmungsbildern indessen gewöhnlich +nicht+ der Fall ist. Man zeichnet alsdann die Umrisse des betreffenden Gegenstandes mit dickem ~Chinese White~, füllt sie aus und colorirt nach dem Trocknen vorsichtig. Vieh etc. von kleineren Dimensionen -- größeres spart man besser aus -- läßt sich auf diese Weise erfolgreich wiedergeben. Sehr tiefe und dunkle Stellen des Vordergrundes erscheinen häufig nach dem Trocknen der Farbe, besonders wenn man die Tiefe anstatt durch viele und schwächere Aufträge, nur durch wenige mit concentrirterer Farbe hergestellt hat, in sehr stumpfem Ton, oder aber zeigen solche Stellen, wo sie Farbenunterschiede zeigen sollten, statt deren ebenfalls stumpfes einfarbiges Colorit. Um die Farbe in solchen Fällen zu erhöhen oder heraustreten zu lassen, hat man vorsichtiges Lasiren solcher Stellen mit einer Lösung von arabischem Gummi empfohlen, welchem Mittel ich jedoch nicht das Wort reden kann. Es bringt zwar Glanz hervor und der beabsichtigte Zweck wird ebenfalls erreicht, aber die Gummi-Lasur bildet zugleich einen glänzenden Fleck, welcher der harmonischen Wirkung des Bildes erheblichen Eintrag thut. Professor Schmidt empfiehlt für solche Fälle, den Finger mit sehr wenig Leinöl zu befeuchten und solches sanft über die tiefste Stelle und deren nächste Umgebung zu reiben, was mir geeigneter scheinen will. Ich habe noch keine Gelegenheit gefunden, das Mittel anzuwenden, da ich vorziehe, tiefe Stellen durch häufiges, mehr lasurartiges Uebergehen zu vertiefen zu suchen, bei welcher Prozedur das beregte stumpfe Auftrocknen nicht so leicht vorkommt. Im Allgemeinen zwar bietet der Vordergrund Gelegenheit, die stärksten Drucker anzubringen, allein ich muß den Lernenden doch darauf aufmerksam machen, daß im Ganzen genommen, die Töne des +Mittelgrundes+ die größte Tiefe zeigen. Tiefe dunkle Stellen halte man stets +warm+ im Ton, mische also nicht zu viel Blau hinein, indem kalte dunkle Stellen höchst unerfreulich wirken und ein sonst vielleicht gutes Bild schwer schädigen. Für Weiteres über Vordergrund verweise ich noch auf die Kapitel über Wasser, Wege, Felsen etc. etc.