Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene (1/2) Menschliche Erblichkeitslehre

Part 31

Chapter 311,906 wordsPublic domain

-- -- ~Über dominant-geschlechtsbegrenzte Vererbung~. Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie 1918/19. H. 1. (In dieser Arbeit hat Verf. erstmalig den Unterschied zwischen dominanten und rezessiven geschlechtsgebundenen Erbanlagen auseinandergesetzt.)

-- -- ~Die Bedeutung der statistisch ermittelten Belastung mit Blutsverwandtschaft der Eltern~. Münch. med. Wochenschrift 1919 Nr. 47. (Erstmalige Darlegung, daß bei rezessiven Leiden ein um so höherer Prozentsatz der Belastung mit Blutsverwandtschaft der Eltern zu erwarten ist, je seltener das betreffende Leiden ist.)

#Siemens, H. W.# ~Einführung in die allgemeine Konstitutions- und Vererbungspathologie~. Berlin 1921. (Die Grundvorstellungen und auch die allermeisten Ansichten über Einzelheiten in diesem Buche stimmen mit den unsrigen völlig überein. Da wir von dem Erscheinen des Buches erst nach Abschluß der Korrekturen unseres Textes Kenntnis erhielten, konnte jenes darauf keinerlei Einfluß ausüben. Die Übereinstimmung erklärt sich vielmehr außer aus der allgemeinen Evidenz der Tatsachen und der Wirkung früherer Schriften aus einem intensiven persönlichen Gedankenaustausch. Das Buch enthält auch ein ausgewähltes Literaturverzeichnis von 67 Nummern.)

#Bauer, J.# ~Die konstitutionelle Disposition zu inneren Krankheiten~. 2. Aufl. Berlin 1921. (Ein außerordentlich fleißiges Sammelwerk, das im wesentlichen sich freilich noch in den Bahnen der älteren Konstitutionspathologie vor dem Aufkommen der modernen Erblichkeitsforschung bewegt. Recht wertvoll ist das umfangreiche, 88 Seiten umfassende Literaturverzeichnis, das allerdings etwas wahllos zusammengetragen ist und daher keine Unterscheidung zwischen mehr oder weniger wertvollen Schriften gestattet.)

#Brugsch, Th.# ~Allgemeine Prognostik~. Berlin 1918. (Auch dieses Buch enthält manches Wertvolle.)

#Martius, F.# ~Konstitution und Vererbung in ihren Beziehungen zur Pathologie~. Berlin 1914. (Der Verfasser dieses Werkes hat sich ein bleibendes Verdienst dadurch erworben, daß er in einer Zeit der einseitigen Überschätzung der äußeren Krankheitsursachen nachdrücklich auf die Wichtigkeit der erblichen Veranlagung hingewiesen hat, wenn auch in vormendelschem Geiste. In Einzelheiten können wir ihm nicht zustimmen.)

#Dresel, K.# Inwiefern gelten die Mendelschen Vererbungsgesetze in der menschlichen Pathologie? Virchows Archiv für pathologische Anatomie. Bd. 224. 1918. (Enthält ein wertvolles Literaturverzeichnis.)

#Krankheiten und Ehe.# 2. Aufl. Neu bearbeitet und herausgegeben von C. v. ~Noorden~ und S. ~Kaminer~. Leipzig 1916. (Dieses Sammelwerk enthält mancherlei wertvolles Material über die Bedeutung krankhafter Erbanlagen, besonders in den Kapiteln über Krankheiten der Knochen und Gelenke [C. ~Helbing~], über Augenleiden [G. ~Abelsdorff~], über Stoffwechselkrankheiten [C. v. ~Noorden~] und über Sprachstörungen [H. ~Gutzmann~]; in andern Kapiteln ist die Frage der Erblichkeit weniger gründlich behandelt; entsprechend verschiedenwertig sind auch die Literaturverzeichnisse zu den einzelnen Kapiteln.)

#Treasury of Human Inheritance.# (Herausgegeben von dem rassenhygienischen Institut [Galton-Institut] der Universität London, dessen Leiter K. ~Pearson~ ist. Der Treasury erscheint fortlaufend in einzelnen Sammelwerken, deren jedes eine erbliche Krankheit oder eine Gruppe von solchen behandelt. Die einzelnen Bände stellen unerreicht vollständige Sammlungen der bisher bekannten Stammbäume und der einschlägigen Literatur dar.)

#Bulletins of the Eugenics Record Office.# (In diesen Heften aus dem von C. B. ~Davenport~ geleiteten rassenhygienischen Institut in Cold Spring Harbor im Staate New York wird oft auch die Erblichkeit krankhafter Anlagen in wertvollen Einzeldarstellungen behandelt.)

Zusammenfassende amerikanische Darstellungen sind:

#Davenport, C. B.# ~Heredity in Relation to Eugenics~. New York 1911.

#Popenoe, P.# und #Johnson, R. H.# ~Applied Eugenics~. New York 1920. (Dieses ausgezeichnete, mit sorgfältigen Literaturangaben versehene Werk sei zur Einführung in die amerikanische Literatur über unsern Gegenstand warm empfohlen.)

Als Sammelstellen für Tatsachen über die Erblichkeit krankhafter Anlagen sei auch noch einmal auf die schon zum ersten Abschnitt genannten ~Zeitschriften~ hingewiesen, vor allem auf das #Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie#. Die meisten Mitteilungen über die erbliche Bedingtheit bestimmter Leiden erscheinen allerdings in den Fachzeitschriften der einzelnen medizinischen Fächer, welche hier nicht einzeln aufgeführt werden können. Als Wegweiser dahin kann die Zeitschriftenschau und der Referatenteil des ~Archivs für Rassenbiologie~ sowie auch die Zeitschriftenschau der allgemein medizinischen Zeitschriften, z. B. der ~Münchener Medizinischen Wochenschrift~, dienen.

Zur Orientierung auf dem Gebiete der bisherigen Literatur über die erblichen Leiden der einzelnen Organsysteme sei noch besonders auf folgende Werke hingewiesen:

#Groenouw, A.# ~Beziehungen der Allgemeinleiden und Organerkrankungen zu Veränderungen und Krankheiten des Sehorgans~. Als Band von ~Graefe-Saemischs Handbuch der gesamten Augenheilkunde~. 3. Aufl. Berlin 1920. (In dem Buche ~Groenouws~ findet sich eine sorgfältige und ausführliche Darstellung der erblichen Augenleiden und der einschlägigen Literatur.)

#Steiger, A.# ~Die Entstehung der sphärischen Refraktionen des menschlichen Auges~. Berlin 1913. (Auf dieses bahnbrechende Werk ~Steigers~, das in der Frage der Entstehung der Kurzsichtigkeit geradezu erlösend gewirkt hat, sei besonders hingewiesen.)

#Stein, C.# ~Gehörorgan und Konstitution~. Zeitschr. f. Ohrenheilkunde. 76. Bd. 1917. (Enthält ein wertvolles Literaturverzeichnis über erbliche Ohrenleiden.)

#Bettmann, S#. Die Mißbildungen der Haut. Jena 1912. (Ausführliches Literaturverzeichnis über erbliche Hautleiden.)

#Meirowsky, E.# ~Über die Entstehung der sogenannten kongenitalen Mißbildungen der Haut~. Wien und Leipzig 1919. (Enthält eine wertvolle Sammlung von Stammbäumen und Literatur.)

Zur Orientierung über die Literatur auf dem Gebiete der Mißbildungen, der Konstitutionsanomalien und der inneren Leiden sei auf die schon genannten allgemeineren Werke verwiesen. Ferner seien genannt:

#Toenniessen, E.# ~Vererbungsforschung und innere Medizin~. In: Ergebnisse der Inneren Medizin und Kinderheilkunde. Bd. 17. 1919. (Enthält keine speziellen Literaturangaben.)

#Pfaundler, M. v.# ~Über Wesen und Behandlung der Diathesen im Kindesalter~. Verhandl. des 28. Kongresses für innere Medizin. Wiesbaden 1911.

#Pfaundler, M. v.# ~Kindliche Krankheitsanlagen~ (~Diathesen~) ~und Wahrscheinlichkeitsrechnung~. In: Zeitschr. f. Kinderheilkunde. Bd. 4. 1912.

#Jendrassik, E.# ~Die hereditären Krankheiten~. Im Handbuch der Neurologie von ~Lewandowsky~. Bd. 2. Berlin 1911. (Den Anschauungen des Verfassers über erbliche Nervenleiden können wir nur teilweise zustimmen. Enthält ein wertvolles Literaturverzeichnis.)

#Kraepelin, E.# ~Psychiatrie~. 4 Bde. Leipzig 1909-1915. (Umfassende Darstellung des Gesamtgebietes der Geistesstörungen durch den Altmeister der modernen Psychiatrie. Ohne Literaturverzeichnis.)

#Rüdin, E.# ~Studien über Vererbung und Entstehung geistiger Störungen~. I. ~Zur Vererbung und Neuentstehung der Dementia praecox~. Berlin 1916. (Verf. hat durch Inangriffnahme der Forschung nach den Ursachen der Geistesstörung im Geiste moderner Biologie bahnbrechend gewirkt. Mit Literaturverzeichnis.)

#Lundborg, H.# ~Medizinisch-biologische Familienforschungen innerhalb eines 2232köpfigen Bauerngeschlechts in Schweden~. Jena 1913. (Dieses Werk, in dem eine gewaltige Arbeitsleistung des bekannten schwedischen Rassenbiologen ihren Niederschlag gefunden hat, ist die beste rassenbiologische Einzeldarstellung einer abgegrenzten Bevölkerungsgruppe, welche bisher erschienen ist. Das Hauptaugenmerk ist auf die erblichen Nerven- und Geisteskrankheiten gerichtet.)

Die Werke von ~Rüdin~ und ~Lundborg~ behandeln auch die Methodik der Erblichkeitsforschung. Im übrigen muß zur Orientierung über die Literatur zum 3. und 4. Kapitel des dritten Abschnitts (S. 239-266) auf die zum ersten Abschnitt genannten Werke verwiesen werden.

#Zum vierten Abschnitt.#

#Peters, W.# ~Über Vererbung psychischer Fähigkeiten~. Leipzig 1915 (Grundlegendes Werk mit sorgfältig ausgewählten Literaturangaben.)

#Ziegler, H. E.# ~Die Vererbungslehre in der Biologie und in der Soziologie~. Jena 1918. (Auf dieses schon eingangs genannte Werk sei hier noch einmal ausdrücklich hingewiesen, weil unsere Darstellung der Erblichkeit geistiger Begabung sich teilweise darauf stützt.)

#Schallmayer, W.# ~Vererbung und Auslese~. 4. Aufl. Jena 1920. (Dieses umfassende Werk ist zwar auch für die Gegenstände der früheren Abschnitte unseres Lehrbuches von Bedeutung, ganz besonders aber für den vierten Abschnitt. Es enthält auch ein sorgfältiges und ausführliches Literaturverzeichnis. Wenn Verf. den Zusammenhang zwischen anthropologischer Rasse und Begabung leugnet, so können wir ihm darin allerdings nicht folgen.)

#Galton, F.# ~Hereditary Genius~. London 1869. (Das klassische Werk über die Erblichkeit der Begabung. Die unter dem Titel „Genie und Vererbung“ erschienene deutsche Übersetzung ist leider nicht ganz glücklich.)

-- -- ~Natural Inheritance~. London 1889. (Ebenfalls klassisch, obwohl in mancher Hinsicht überholt.)

#Popenoe, P. u. Johnson, R. H.# ~Applied Eugenics~. Neu York 1920. (Dieses schon genannte Werk behandelt die Erblichkeit der seelischen Anlagen in ganz besonders glücklicher Weise.)

#Lombroso, C.# ~Der geniale Mensch~. Hamburg 1900. (Obwohl einseitig und überholt soll das i. J. 1864 erschienene Buch ~Lombrosos~ wegen seiner originalen Bedeutung hier doch Erwähnung finden.)

#Moebius, P. J.# ~Das Pathologische bei Goethe~. Leipzig 1898.

-- -- ~Nietzsche~. Leipzig 1904. (Durch diese „Pathographien“ hat ~Moebius~ wesentlich zur Klärung der Beziehungen zwischen Psychopathie und Begabung beigetragen. Ein Buch, das diese Frage wirklich im Geiste moderner Biologie und moderner Psychiatrie umfassend behandeln würde, gibt es bisher leider nicht.)

#Fischer, E.# ~Sozialanthropologie~. In: Handwörterbuch der Naturwissenschaften. Jena 1912/13. (In dieser knapp gehaltenen Schrift ist auch die Kulturbegabung der verschiedenen Rassen kurz umrissen. Ich (~Lenz~) verdanke auch wertvolle Einsichten den anthropologischen Vorlesungen meines Lehrers ~Eugen Fischer~, ohne indessen diesem alle im vierten Abschnitt entwickelten Anschauungen zuschreiben zu wollen.)

#Ploetz, A.# ~Sozialanthropologie~. Sonderabdruck aus „Kultur der Gegenwart“. Leipzig 1920. Bisher im Buchhandel nicht erschienen. (Ich verdanke ~Alfred Ploetz~, dem Begründer der deutschen Rassenhygiene, den ich wohl ebenfalls als meinen Lehrer bezeichnen darf, außerordentlich viel an rassenbiologischer Einsicht. In der genannten „Sozialanthropologie“ sind u. a. auch seine rassenpsychologischen Anschauungen zu knappem Ausdruck gekommen.)

#Gobineau, J. A.# ~Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen~. Deutsch von L. ~Schemann~. Stuttgart 1898. (Trotz mannigfacher Irrtümer im einzelnen ist dieses seherische Werk, das 1853-55 in Paris erschien, in seinem Grundgedanken unerschüttert; es hat in der Rassenfrage wie kein anderes gewirkt.

#Woltmann, L.# ~Politische Anthropologie~. Eisenach 1903. (Bedeutungsvolle Fortsetzung der Lehre ~Gobineaus~; biologisch allerdings noch in den Anschauungen der vormendelschen Zeit wurzelnd.)

#Schemann, L.# ~Gobineaus Rassenwerk~. Stuttgart 1910. (Eine historisch-kritische Apologie von ~Gobineaus~ Werk, die im ganzen als wohl gelungen bezeichnet werden darf.)

Fußnoten:

[1: Daß der Begriff Individuum bei diesen Lebewesen genau besehen gar nicht durchführbar ist, braucht wohl nicht weiter ausgeführt zu werden.]

[2: Etwas der ungeschlechtlichen Fortpflanzung der niederen Tiere. Entsprechendes finden wir bei höheren Tieren im allgemeinen nur darin, daß Embryonen in den ersten Entwicklungsstufen sich teilen können, so daß zwei oder mehr Individuen aus ~einem~ befruchteten Ei entstehen. Das führt dann zu eineiigen Zwillingen, Drillingen usw. Dieser Vorgang, der beim Menschen nur ausnahmsweise vorkommt, ist bei manchen Tieren -- Gürteltieren -- die Regel.]

[3: Vorwiegend autogam sind z. B. auch Erbsen, Gerste, Weizen und gerade aus diesem Grunde wird besonders mit diesen so sehr viel experimentiert. Mit Gerste und Bohnen hat z. ~B. W. Johannsen~ seine klassischen Versuche ausgeführt.]

[A: Wie das in Fig. 7 geschehen ist.]

[B: „Rot“ heißt hier, daß keine ~weiße~ Pflanzen herausspalten, das rot ist aber zum Teil ungleich, spaltet je nach Formel der betreffenden Kategorie in heller und dunkler rot.]

[4: Durch diesen Vergleich soll aber, das sei ausdrücklich hervorgehoben, nicht etwa gesagt werden, daß die Rassenbestandteile aus denen ein Menschenvolk zusammengemischt ist, ursprünglich immer verschiedene „Arten“ im Sinne der Systematiker gewesen seien.]

[5: Der -- soll (zur Abkürzung der Formel) die für unsere Überlegung hier gleichgültigen homozygotischen Faktoren #AA XX BB CC# andeuten.]

[6: Eine Anleitung zu eigener speziell anthropologischer Arbeit soll nicht gegeben werden. (So bleibt auch eine Beschreibung anthropologischer Technik ganz weg.) Es sei hier auf das ausgezeichnete ~Lehrbuch der Anthropologie von Rudolf Martin~ ganz besonders hingewiesen, das für jeden, der anthropologisch arbeiten will, völlig unentbehrlich ist.]

[7: Die Ziffern vor dem Maß sind die Martin’schen Nummern, seine Technik ist angewandt.]

[8: Man sagt oft dem Adel „blaues Blut“ nach: bei hell- und dünnhäutigen Menschen nordischer Rasse schimmern die Blutgefäße der Haut bläulich durch.]

[9: S. S. 42.]

[10: Hier wären Studien an Europäer-Mongolenmischungen, die auch nebenbei auf anderen Gebieten vielversprechend wären, dringend erwünscht.]

[11: Darauf beruht die Anwendbarkeit zum (forensisch) Identitätsnachweis von Personen. Man hat die Linienanordnung zu solchen Zwecken systematisch eingeteilt.]

[12: Von sozialer Auslese soll hier abgesehen werden.]

[C: Nach den „dinarischen“ Alpen.]

[D: Von οργάο heftig verlangen und ὁριοτός bestimmbar. Für Psychiater, welche Anstoß daran nehmen, daß ich als Nichtpsychiater einen solchen Fachausdruck einzuführen wage, möchte ich bemerken, daß damit ja kein neuer Krankheitsbegriff bezeichnet werden soll, sondern nur eine Art der Psychopathie, welche auch bisher schon abgegrenzt und als „psychogener Reaktionstyp“ oder mit andern wenig treffenden Namen bezeichnet wurde.]

[E: το ἴδιον = das Eigene, das innere Wesen; χινεῖν = etwas Feststehendes erschüttern, verändern.]

[F: Diese Auffassung ist allerdings von den maßgebenden Autoritäten noch nicht anerkannt, wozu freilich bisher auch noch keine Gelegenheit gegeben war, da ich sie noch nicht anderweitig veröffentlicht habe. M. E. ist sie aber durch die schon bekannten Erfahrungstatsachen völlig gesichert. Sie stellt nur das Fazit aus diesen dar.]