Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Siebenter Band: enthaltend Kapitel 13 und 14.

Part 14

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[Fußnote 64: Nachdem diese Stelle geschrieben war, fand ich mit großem Vergnügen, daß Lord Fountainhall im Juli 1676 ganz den nämlichen Vergleich anwendete, der mir aufgestoßen ist. Er sagt, daß Argyle's ehrgeiziges Streben nach der Oberherrschaft über die Hochlande und über die westlichen Inseln Mull, Ila &c. andere Clans zu einem Bündnisse aufreizte, um ihn zu demüthigen, wie die Mächte Deutschland, Spanien, Holland &c. sich gegen die Vergrößerung der französischen Macht verbündeten.]

[Fußnote 65: In der Einleitung zu den Memoiren Sir Ewan Cameron's findet sich eine sehr verständige Bemerkung: »Es mag paradox klingen, aber der Herausgeber kann nicht umhin, die Vermuthung auszusprechen, daß die Beweggründe, welche die Hochländer veranlaßten, den König Jakob zu unterstützen, im Wesentlichen dieselben waren die diejenigen, unter deren Einflusse die Anstifter der Revolution handelten.« Die ganze Einleitung verdient überhaupt gelesen zu werden.]

[Fußnote 66: ^Skene's Highlanders of Scotland; Douglas's Baronage of Scotland.^]

[Fußnote 67: Siehe ^The Memoirs of the Life of Sir Ewan Cameron^, und ^The Historical and Genealogical Account of the Clan Maclean, by a Senachie^. Obgleich das letztgenannte Werk erst 1838 erschien, so scheint doch der Verfasser desselben von einem eben so heftigen Hasse beseelt gewesen zu sein als der, mit welchem die Macleans des 17. Jahrhunderts die Campbells betrachteten. Auf dem kleinen Raume einer einzigen Seite wird der Marquis von Argyle »der diabolische schottische Cromwell«, »der gemeine, rachsüchtige Verfolger«, »der nichtswürdige Verräther«, und »der Betrüger Argyle« genannt. Auf einer andren Seite ist er »der heimtückische, an Schurkereien furchtbare Campbell«, »der habgierige Sklave«, »der feige Argyle« und »der schottische Verräther.« Auf der nächsten Seite heißt er »der niedrige und rachsüchtige Feind des Hauses Maclean«, »der heuchlerische Covenanter«, »der unverbesserliche Verräther«, »der feige und boshafte Feind.« Es ist ein Glück, daß so heftige Leidenschaften sich heutzutage nur noch in Schmähungen Luft machen können.]

[Fußnote 68: Brief von Avaux an Ludwig vom 6. (16.) April 1689, dem eine Abhandlung beigeschlossen ist, betitelt: ^Mémoire du Chevalier Macklean^.]

[Fußnote 69: Siehe die höchst interessanten Memoiren Sir Ewan Cameron's von Lochiel, 1842 in Edinburg für den Abbotsfordclub gedruckt. Das Manuscript muß mindestens hundert Jahre älter gewesen sein. Man vergleiche auch in dem nämlichen Werke die Erzählung des Todes Sir Ewan's, den ^Balhadie Papers^ entlehnt. Ich muß bemerken, daß der Herausgeber der Memoiren Sir Ewan's zwar über die Angelegenheiten der Hochlande und über den Character der vornehmsten Häuptlinge gut unterrichtet, in Bezug auf englische Politik und Geschichte aber sehr unwissend war. Ich will anführen, was Van Citters unterm 26. Nov. (6. Dec.) 1689 über Lochiel an die Generalstaaten schrieb: »^Sir Evan Cameron, Lord Locheale, een man -- soo ick hoor van die hem lange gekent en dagelyk hebben mede omgegaan, -- van so groot verstant, courage, en beleyt, als weyniges syns gelycke syn.^«]

[Fußnote 70: ^Act. Parl. July 5. 1661.^]

[Fußnote 71: Siehe Burt's dritten und vierten Brief. In den ersten Ausgaben befindet sich eine Abbildung von dem Marktkeuze von Inverneß und von dem Straßentheile, wo die Kaufleute ihre Zusammenkünfte hielten.

Ich muß hier bemerken, wie sehr ich Mr. Robert Carruthers verpflichtet bin, der so freundlich war, mir manche interessante Auskunft über Inverneß zu geben und mir einige Auszüge aus den städtischen Acten zu liefern.]

[Fußnote 72: Ich verdanke Mr. Carruthers eine Abschrift von den Forderungen der Macdonalds und von der Antwort des Stadtraths.]

[Fußnote 73: Colt's Aussage im Anhange zu den Parlamentsacten vom 14. Juli 1690.]

[Fußnote 74: Siehe die Biographie Sir Ewan Cameron's.]

[Fußnote 75: ^Balcarras's Memoirs; History of the late Revolution in Scotland.^]

[Fußnote 76: Unter den ^Nairne Papers^ in der Bodlejanischen Bibliothek befindet sich ein interessantes Manuscript, betitelt: »^Journal de ce qui c'est passé en Irlande depuis l'arrivée de sa Majesté.^« Es finden sich in diesem Tagebuche englische und französische Anmerkungen und Correcturen, die englischen von Jakob's Hand, die französischen von Melfort's Hand. Die von Hamilton aufgefangenen Briefe sind darin erwähnt, und zwar in einer Weise, welche deutlich zeigt, daß sie ächt waren; auch findet man nirgends die geringste Andeutung, daß Jakob sie gemißbilligt hätte.]

[Fußnote 77: »Der Viscount von Dundee«, schreibt Balcarras an Jakob, »dachte auch nicht daran, ohne weitere Befehle von Ihnen nach den Hochlanden zu gehen, bis eine Truppenabtheilung zu seiner Verhaftung ausgesandt wurde.«]

[Fußnote 78: Siehe den an Jakob nach Irland gesandten Bericht, den er am 7. Juli 1689 empfing. Er befindet sich unter den ^Nairne Papers^. Ferner sehe man die Memoiren Dundee's, 1714, Sir Ewan Cameron's, Balcarras' und Mackay's. Diese Erzählungen stimmen jedoch weder mit einander noch mit den Mittheilungen, die ich aus Inverneß erhielt, völlig überein.]

[Fußnote 79: Memoiren Dundee's; Tarbet an Melville von 1. Juni 1689 in den ^Leven and Melville Papers^.]

[Fußnote 80: Erzählung in den ^Nairne Papers^, Aussagen Colt's, Osburne's, Malcolm's und Stewart's von Ballachan im Anhange zu den Parlamentsacten vom 14. Juli 1690; ^Memoirs of Sir Ewan Cameron^. Einige wenige Züge habe ich einer englischen Uebersetzung einiger Stellen aus einem verloren gegangenen epischen Gedicht in lateinischer Sprache, die Grameis genannt, entnommen. Der Verfasser desselben war ein eifriger Jakobit, Namens Philipps. Die im Jahre 1714 erschienenen Memoiren Dundee's habe ich nur selten und nie ohne Mißtrauen benutzt. Der Herausgeber derselben war gewiß nicht, wie er vorgiebt, einer von Dundee's Offizieren, sondern ein einfältiger und unwissender Scribent aus Grub Street. Seine Angaben in Betreff des Schauplatzes wie des Datums der Schlacht von Killiecrankie sind ganz falsch. Er sagt, sie sei an den Ufern des Tummell und am 13. Juni geschlagen worden. Aber sie wurde an den Ufern des Garry und am 27. Juli geschlagen. Nachdem ich ein solches Beispiel von Ungenauigkeit angeführt, würde es unnütz sein, kleinere Fehler nachzuweisen.]

[Fußnote 81: Aus einem Briefe von Archibald, Earl von Argyle, an Lauderdale, datirt vom 25. Juni 1664, ist ersichtlich, daß hunderttausend schottische Mark, das heißt wenig mehr als fünftausend Pfund Sterling, damals alle Ansprüche Mac Callum More's an seine Nachbarn so ziemlich befriedigt haben würden.]

[Fußnote 82: ^Mackay's Memoirs^; Tarbet an Melville vom 1. Juni 1689 in den ^Leven and Melville Papers^; Dundee an Melfort vom 27. Juni in den ^Nairne Papers^.]

[Fußnote 83: Siehe Mackay's Memoiren und seinen Brief an Hamilton vom 14. Juni 1689.]

[Fußnote 84: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 85: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 86: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 87: Dundee an Melfort, 27. Juni 1689.]

[Fußnote 88: Siehe ^Faithful Contendings Displayed^, namentlich die Verhandlungen vom 29. und 30. April und vom 13. und 14. Mai 1689; die Petition des Regiments an das Parlament vom 18. Juli 1689; den Protest Sir Robert Hamilton's vom 6. November 1689, und die ermahnende Epistel an das Regiment vom 27. März 1690. Die »Societätsleute«, wie sie sich nannten, scheinen besonders über die Art und Weise entrüstet gewesen zu sein, wie der Geburtstag des Königs begangen worden war. »Wir hoffen«, schrieben sie, »daß Ihr ebenso gegen die Feier von Geburtstagen seid wie wir, und daß Ihr bereuen werdet, was Ihr gethan habt.« Ueber die Meinungen und den Character Alexander Shield's sehe man sein ^Hind Let Loose^.]

[Fußnote 89: ^Siege of the Castle of Edinburgh, printed for the Bannatyne Club London Gazette, June 10. (20.) 1689.^]

[Fußnote 90: ^Act. Parl. Scot. June 5., 17. 1689.^]

[Fußnote 91: Die Instructionen findet man in den Somers'schen Schriften.]

[Fußnote 92: Ueber Sir Patrick's Ansichten siehe seinen Brief vom 7. Juni und Lockhart's Brief vom 11. Juli, in den ^Leven and Melville Papers^.]

[Fußnote 93: Meine Hauptmaterialien für die Geschichte dieser Session waren die Acten, die Protokolle und die ^Leven and Melville Papers^.]

[Fußnote 94: »Athol,« sagt Dundee verächtlich, »ist nach England gegangen, da er nicht wußte, was er thun sollte.« Dundee an Melfort, 27. Juni 1689. Siehe Athol's Briefe an Melville vom 21. Mai und 8. Juni, in den ^Leven and Melville Papers^.]

[Fußnote 95: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 96: ^Mackay's Memoirs.^]

[Fußnote 97: ^Mackay's Memoirs.^]

[Fußnote 98: Van Odyck an den Greffier der Generalstaaten, 2. (12.) August, 1689.]

[Fußnote 99: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 100: ^Balcarras's Memoirs.^]

[Fußnote 101: ^Mackay's Short Relation, Aug. 17, 1689.^]

[Fußnote 102: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 103: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron, Mackay's Memoirs.^]

[Fußnote 104: ^Douglas's Baronage of Scotland.^]

[Fußnote 105: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 106: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 107: Ueber die Schlacht siehe Mackay's Memoiren und Briefe und seine ^Short Relation^; ferner die Memoiren Dundee's und Sir Ewan Cameron's, Nisbet's und Osburne's Aussagen im Anhange zu den Parlamentsacten vom 14. Juli 1690. Auch sehe man den Bericht über die Schlacht in einem von Burt's Briefen. Macpherson druckte einen vom Tage nach der Schlacht datirten Brief von Dundee an Jakob. Ich brauche nicht zu sagen, daß dies eine eben so schamlose Fälschung ist wie Fingal. Der Herausgeber der Memoiren Dundee's sagt, Lord Leven sei durch den Anblick der hochländischen Waffen erschreckt worden und habe das Beispiel der Flucht gegeben. Dies ist eine abscheuliche Lüge. Daß Leven sich ganz vorzüglich gut benahm, beweisen Mackay's Memoiren, Briefe und ^Short Relation^.]

[Fußnote 108: ^Mackay's Memoirs; Life of General Hugh Mackay by Mackay of Bockfield.^]

[Fußnote 109: Brief der außerordentlichen Gesandten an den Greffier der Generalstaaten vom 2. (12.) August 1689 und ein Brief von Van Odyck, der sich in Hampton Court befand, von dem nämlichen Datum.]

[Fußnote 110: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron; Memoirs of Dundee.^]

[Fußnote 111: Die Tradition ist bestimmt über hundertzwanzig Jahr alt. Der Stein wurde Burt gezeigt.]

[Fußnote 112: Siehe die Geschichte, welche den Gedichten Alexander Robertson's vorausgeschickt ist. In dieser Geschichte heißt es von ihm, er habe sich vor der Schlacht von Killiecrankie angeschlossen. Aus einer Zeugenaussage im Anhange zu den ^Act. Parl. Scot.^ vom 14. Juli 1690 aber ergiebt sich, daß er erst am folgenden Tage eintraf.]

[Fußnote 113: ^Mackay's Memoirs.^]

[Fußnote 114: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 115: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 116: ^Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 117: Siehe Portland's Briefe an Melville vom 22. April und 15. Mai 1690 in den ^Leven and Melville Papers^.]

[Fußnote 118: ^Mackay's Memoirs; Memoirs of Sir Ewan Cameron.^]

[Fußnote 119: ^Exact Narrative of the Conflict at Dunkeld between the Earl of Angus's Regiment and the Rebels, collected from several Officiers of that Regiment who were Actors in or Eyewitnesses of all that's here narrated. In Reference to those Actions^; Brief von Leutnant Blackader an seinen Bruder, datirt Dunkeld, 21. August 1689; ^Faithful Contendings Displayed^; Protokoll des schottischen Geheimraths vom 28. August, citirt von Mr. Burton.]

[Fußnote 120: Die schottischen natürlich. -- Der Uebers.]

[Fußnote 121: Die Geschichte Schottland's während dieses Herbstes läßt sich am besten in den ^Leven and Melville Papers^ studiren.]

Vierzehntes Kapitel. Wilhelm und Marie.

Inhalt.

Seite Zwistigkeiten im englischen Parlament 5 Russell's Todesurtheil umgestoßen 5 Umstoßung anderer Verurtheilungen 7 Das Erkenntniß gegen Samuel Johnson 7 Das Erkenntniß gegen Devonshire 8 Das Erkenntniß gegen Oates 8 Rechtsbill 14 Streitigkeiten wegen einer Indemnitätsbill 16 Die letzten Tage Jeffreys' 18 Die Whigs unzufrieden mit dem Könige 21 Maßlose Heftigkeit Howe's 22 Angriff gegen Caermarthen 22 Angriff auf Halifax 23 Vorbereitungen zu einem Feldzuge in Irland 26 Schomberg 27 Unterbrechung der Parlamentssitzungen 28 Zustand Irland's -- Rath Avaux' 28 Entlassung Melfort's 32 Schomberg landet in Ulster 32 Carrickfergus genommen 32 Schomberg rückt weiter nach Leinster 33 Die englische und die irische Armee campiren nahe bei einander 33 Schomberg lehnt eine Schlacht ab 34 Betrügereien des englischen Kriegscommissariats 34 Verschwörung unter den in englischen Diensten stehenden 36 französischen Truppen Pestilenz in der englischen Armee 36 Die englische und die irische Armee beziehen ihre 38 Winterquartiere Verschiedene Meinungen über Schomberg's Verfahren 39 Marineangelegenheiten 40 Torrington's schlechte Verwaltung 41 Die festländischen Angelegenheiten 42 Gefecht bei Walcourt 43 Anschuldigungen gegen Marlborough 44 Alexander VIII. folgt Innocenz XI. auf dem päpstlichen Stuhle 45 Der Klerus der Hochkirche über die Angelegenheit der Eide 45 gespalten Argumente für Leistung der Eide 46 Argumente gegen die Eidesleistung 48 Die große Mehrheit des Klerus leistet die Eide 52 Die Eidverweigerer 53 Ken 54 Leslie 55 Sherlock 56 Hickes 57 Collier 58 Dodwell 59 Kettlewell. Fitzwilliam 60 Allgemeiner Character des eidverweigernden Klerus 61 Der Comprehensionsplan. Tillotson 64 Eine kirchliche Commission ernannt 65 Maßregeln der Commission 66 Die Convocation der Provinz Canterbury einberufen. Stimmung 70 des Klerus Die Geistlichkeit unzufrieden mit dem König 70 Der Klerus durch das Verhalten der schottischen Presbyterianer 72 gegen die Dissenters erbittert Einrichtung der Convocation 74 Wahl der Convocationsmitglieder 75 Verleihung geistlicher Aemter 75 Compton ist unzufrieden 76 Zusammentritt der Convocation 77 Die Hochkirchlichen im Unterhause der Convocation überwiegend 78 Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Häusern der 79 Convocation Das Unterhaus der Convocation erweist sich als unlenksam 80 Die Convocation prorogirt 81

Zwistigkeiten im englischen Parlament.

Vierundzwanzig Stunden vor dem Augenblicke, wo der Krieg in Schottland durch die Niederlage der celtischen Armee bei Dunkeld beendigt wurde, ging das Parlament zu Westminster auseinander. Die beiden Häuser waren seit dem Monat Januar ununterbrochen versammelt gewesen. Die in einen engen Raum eingepferchten Gemeinen hatten viel von der Hitze und Unbehaglichkeit zu leiden gehabt und die Gesundheit manches Mitgliedes war erschüttert worden. Das Ergebniß stand jedoch in keinem Verhältniß zu der gehabten Arbeit. Die letzten drei Monate der Session waren fast ganz mit Streitereien vergeudet worden, welche im Gesetzbuche keine Spur zurückgelassen haben. Das Fortschreiten heilsamer Gesetze war durch Häkeleien bald zwischen den Whigs und Tories, bald zwischen den Lords und den Gemeinen gehemmt worden.

Die Revolution war kaum vollbracht, so zeigte es sich auch schon, daß die Freunde der Ausschließungsbill ihre Leiden während des Uebergewichts ihrer Feinde nicht vergessen hatten und daß sie sowohl Genugthuung erlangen als Rache üben wollten. Schon vor der Wiederbesetzung des Thrones ernannten die Lords einen Ausschuß, um zu untersuchen, was an den grauenvollen Geschichten, welche über den Tod Essex' circulirten, Wahres sei. Der aus eifrigen Whigs bestehende Ausschuß setzte seine Untersuchungen so lange fort, bis alle vernünftigen Männer die Ueberzeugung gewonnen hatten, daß er durch seine eigne Hand gefallen war, und bis seine Gattin, seine Brüder und seine intimsten Freunde die Nachforschungen nicht weitergeführt zu sehen wünschten.[1]

Russell's Todesurtheil umgestoßen.

Das Gedächtniß und die Familien, einiger anderer Opfer, welche dem Bereiche menschlicher Macht entrückt waren, wurden ebenfalls, ohne Opposition von Seiten der Tories, rehabilitirt. Bald nachdem die Convention in ein Parlament verwandelt worden war, wurde den Peers eine Bill zur Umstoßung des Todesurtheils Lord Russell's vorgelegt, rasch von ihnen angenommen, in's Unterhaus geschickt und hier mit ungewöhnlichen Zeichen von Bewegung begrüßt. Viele von den Mitgliedern hatten mit Russel in dieser Kammer gesessen. Er hatte darin lange einen Einfluß ausgeübt, ähnlich dem, welchen der wackere und menschenfreundliche Althorpe, dessen sich Leute dieser Generation noch erinnerten, einst ausübte, einen Einfluß, der seinen Grund nicht in überlegener Gewandtheit in der Debatte oder im Vortrage, sondern in einer makellosen Rechtschaffenheit, in einem schlichten gesunden Verstande und in jener Freimüthigkeit, Einfachheit und Gutherzigkeit hatte, welche bei einem durch Geburt und Vermögen hoch über seinen Nebenmenschen stehenden Manne ganz besonders einnehmend und gewinnend sind. Die Whigs hatten in Russell ein Oberhaupt verehrt und seine politischen Gegner hatten zugegeben, daß er, wenn er nicht durch minder achtungswerthe und schlauere Genossen als er irregeleitet würde, ein so braver und gutherziger Gentleman sei wie irgend einer in England. Die männliche Festlichkeit und christliche Ergebung, womit er in den Tod gegangen war, die Trauer seines edlen Hauses, der Schmerz seines der Stütze beraubten Vaters, die vernichtete Zukunft seiner verwaisten Kinder,[2] und vor Allem der Verein von weiblicher Zärtlichkeit und engelgleicher Geduld in der Frau, die dem wackeren Dulder das Theuerste gewesen war, die vor den Schranken des Gerichts mit der Feder in der Hand an seiner Seite gesessen, die düstre Einsamkeit seines Kerkers erheitert und an seinem letzten Tage die Denkwürdigkeit des großen Opfers mit ihm getheilt, hatten die Herzen vieler gerührt, welche sonst nicht gewohnt waren, einen Gegner zu bemitleiden. Daß Russell viele gute Eigenschaften besessen, daß er den besten Willen gehabt hatte und daß man hart gegen ihn verfahren war, wurde jetzt selbst von höfischen Juristen, welche sein Blut hatten vergießen helfen, und von höfischen Theologen zugegeben, welche ihr Möglichstes gethan hatten, um seinen Ruf zu verunglimpfen. Als daher das Pergament, welches sein Todesurtheil annullirte, auf den Tisch der Versammlung gelegt wurde, in der noch vor acht Jahren seine Züge und seine Stimme so wohl bekannt gewesen, war die Aufregung groß. Ein bejahrtes whiggistisches Mitglied versuchte zu sprechen, wurde aber von seinen Gefühlen überwältigt. »Ich kann,« sagte er, »den Namen Mylord Russell's nicht aussprechen, ohne tief ergriffen zu werden. Es genügt ihn zu nennen. Mehr vermag ich nicht zu sagen.« Viele Blicke richteten sich nach der Gegend des Saales, wo Finch saß. Die höchst ehrenwerthe Art und Weise, wie er ein einträgliches Amt niedergelegt, sobald er sich überzeugt hatte, daß er es nicht behalten konnte, ohne das Dispensationsrecht zu unterstützen, und die bedeutende Rolle, die er bei der Vertheidigung der Bischöfe gespielt, hatten viel dazu beigetragen, seine Fehler wieder gut zu machen. Doch an diesem Tage konnte man sich der Erinnerung nicht erwehren, daß er eifrig bemüht gewesen war als Kronanwalt das Urtheil auszuwirken, das jetzt feierlich widerrufen werden sollte. Er erhob sich und versuchte sein Verfahren zu rechtfertigen, aber weder sein juristischer Scharfsinn, noch der fließende und wohlklingende Vortrag, der eine erbliche Gabe in seiner Familie war und dessen sich kein Mitglied seiner Familie in reicherem Maße erfreute als er, halfen ihm bei dieser Gelegenheit etwas. Das Haus war nicht in der Stimmung ihn anzuhören und unterbrach ihn mehrmals mit dem Rufe »zur Ordnung.« Er sei, sagte man ihm, mit großer Nachsicht behandelt und nicht in Anklagestand versetzt worden. Warum versuche er jetzt, unter dem Vorwande, sich zu rechtfertigen, entehrende Beschuldigungen auf einen berühmten Namen zu werfen und einen Justizmord zu entschuldigen? Er mußte sich wieder setzen, nachdem er erklärt hatte, daß er sich nur von der Anschuldigung habe reinigen wollen, die Grenzen seiner Amtspflicht überschritten zu haben, daß er jede Absicht, das Gedächtniß Lord Russell's zu verunglimpfen, zurückweise, und daß ihn die Umstoßung des Urtels aufrichtig freuen werde. Ehe das Haus auseinanderging, wurde die Bill noch einmal verlesen, und sie würde auf der Stelle zum dritten Male verlesen und angenommen worden sein, wären nicht einige Zusätze und Auslassungen vorgeschlagen worden, von denen man glaubte, daß sie die Genugthuung vollständiger machen würden. Die Amendements wurden mit großer Eil entworfen, die Lords stimmten denselben bei, und der König gab mit Freuden seine Genehmigung.[3]

Umstoßung anderer Verurtheilungen.

Dieser Bill folgten bald drei andere, welche drei abscheuliche und empörende Todesurtheile annullirten: das Todesurtheil Sidney's, das Todesurtheil Cornish's und das Todesurtheil der Alice Lisle.[4]

Das Erkenntniß gegen Samuel Johnson.