Part 13
Das Cameron'sche Regiment hatte guten Grund, erfreut und dankbar zu sein, denn es hatte dem Kriege ein Ende gemacht. Im Lager der Rebellen herrschte nichts als Uneinigkeit und Entmuthigung. Die Hochländer tadelten Cannon, Cannon tadelte die Hochländer, und das Heer, welches der Schrecken Schottland's gewesen war, ging rasch seiner Auflösung entgegen. Die verbündeten Häuptlinge unterzeichneten einen gemeinschaftlichen Vertrag, durch den sie sich für treue Unterthanen König Jakob's erklärten und sich verpflichteten, später wieder zusammenzutreten. Nachdem sie diese Formalität -- denn weiter war es nichts -- beobachtet hatten, begab sich jeder in seine Heimath. Cannon kehrte mit seinen Irländern auf die Insel Mull zurück, und die Niederländer,[120] welche Dundee ins Gebirge begleitet hatten, sorgten für sich so gut sie konnten. Am 24. August, gerade vier Wochen nachdem die gälische Armee die Schlacht von Killiecrankie gewonnen, hatte diese Armee aufgehört zu existiren. Sie hatte aufgehört zu existiren wie die Armee Montrose's über vierzig Jahre früher aufhörte zu existiren, nicht in Folge eines vernichtenden Schlages von Außen, sondern durch eine natürliche Auflösung, das Resultat innerer Mißbildung. Die Besiegten ernteten alle Früchte des Sieges. Das Schloß Blair, welches das unmittelbare Streitobject gewesen war, öffnete Mackay seine Thore, und eine Kette von Militärposten, die sich nördlich bis Inverneß erstreckte, schützte die Landleute in der Ebene gegen die räuberischen Einfälle der Gebirgsbewohner.
Intriguen des Clubs, Zustand des Niederlandes.
Während des Herbstes machten die Whigs des Niederlandes der Regierung viel mehr zu schaffen, als die Jakobiten des Hochlandes. Der Club, der zur Zeit der letzten Parlamentssession das Land in eine oligarchische Republik zu verwandeln versucht und die Stände dazu vermocht hatte, Geldzuschüsse zu verweigern und die Justizverwaltung zu sistiren, hielt auch während der Suspension des Parlaments nach wie vor seine Sitzungen und peinigte die Minister der Krone durch systematische Agitation. So verächtlich die Organisation dieses Vereins der Generation erscheinen mag, welche die römischkatholische Association und die Ligue gegen die Korngesetze gesehen hat, damals galt sie für ausgezeichnet und furchtbar. Die Häupter der Verbindung rühmten sich laut, daß sie den König zwingen würden, ihnen gerecht zu werden. Sie brachten Petitionen und Adressen zu Stande, suchten mit Hülfe der Presse und der Kanzel die Waffen aufzuregen, bearbeiteten die Soldaten durch Emissäre und sprachen davon, ein starkes Heer Covenanters aus dem Westen herbeizuziehen, um den Geheimen Rath einzuschüchtern. Trotz aller Kunstgriffe aber legte sich die Gährung des Volks allmälig. Nach kurzem Zaudern wagte es die Regierung, die von den Ständen geschlossenen Gerichtshöfe wieder zu öffnen, die vom König ernannten Sessionslords nahmen ihre Plätze ein, und Sir Jakob Dalrymple präsidirte. Der Club bemühte sich nun, die Advokaten von der Barre zurückzuhalten und hegte einige Hoffnung, daß der Pöbel die Richter von der Bank verjagen werde. Allein es zeigte sich sehr bald deutlich, daß eher Mangel an Gebühren als an Anwälten, um dieselben einzustreichen, zu erwarten stand; das Volk sah sehr gern wieder ein Tribunal fungiren, das in seinen Augen ein nothwendiges Attribut des Ansehens und Gedeihens seiner Stadt war, und aus vielen Anzeichen ließ sich erkennen, daß die falsche und habgierige Partei, welche die Majorität der Legislatur beherrscht hatte, nicht auch die Majorität der Nation beherrschte.[121]
[Fußnote 1: ^Act. Parl. Scot., Aug. 31. 1689.^]
[Fußnote 2: ^Balcarras's Memoirs; Short History of the Revolution in Scotland in a letter from a Scotch gentleman in Amsterdam to his friend in London, 1712.^]
[Fußnote 3: ^Balcarras's Memoirs; Life of James, II. 341.^]
[Fußnote 4: ^A Memorial for His Highness the Prince of Orange in relation to the Affairs of Scotland, by two Persons of Quality, 1689.^]
[Fußnote 5: ^Rabbled^ sagte man in der Landessprache, ein aus ^rabble^, Pöbel, gebildetes Zeitwort, daß sich im Deutschen nicht erschöpfend wiedergeben läßt. -- D. Uebers.]
[Fußnote 6: Siehe Calvin's Brief an Haller, ^IV. Non. Jan. 1551.^ »^Priusquam urbem unquam ingrederer, nullae prorsus erant feriae.^«]
[Fußnote 7: In ^The Act, Declamation and Testimony of the Seceders, dated in December 1736^, heißt es, daß »unter Autorität des Parlaments der Beobachtung der Feiertage in Schottland durch Suspension der Thätigkeit unserer angesehensten Gerichtshöfe Vorschub geleistet wird.« Dies wird für eine Nationalsünde und für einen Grund des Unwillens Gottes erklärt. Im März 1758 richtete die Vereinigte Synode eine »Feierliche Warnung« an die Nation, worin die nämliche Klage wiederholt wird. Ein einfältiger Mensch, dessen Unsinn sogar in unseren Tagen für werth gehalten worden ist, neu gedruckt zu werden, sagt: »Ich hinterlasse mein Zeugniß gegen die abscheuliche Acte der Königin Anna und ihres angeblichen britischen, in Wirklichkeit aber viehischen (^brutish^) Parlaments, welche die Beobachtung der sogenannten Yul-Ferien (^Yule Vacancy^) vorschreibt.« ^The Dying Testimony of William Wilson, sometime Schoolmaster in Park in the Parish of Douglas, aged 68, who died in 1757.^]
[Fußnote 8: ^An Account of the Present Persecution of the Church in Scotland, in several Letters, 1690; The Case of the afflicted Clergy in Scotland truly represented, 1690; Faithful Contendings Displayed; Burnet I. 805.^]
[Fußnote 9: Die Formel dieser Benachrichtigung findet man in dem Buche: ^Faithful Contendings Displayed.^]
[Fußnote 10: ^Account of the Present Persecution, 1690; Case of the afflicted Clergy, 1690; A true Account of that Interruption that was made of the Service of God on Sunday last, being the 17th of February 1689, signed by James Gibson, acting for the Lord Provost of Glasgow.^]
[Fußnote 11: ^Balcarras's Memoirs; Mackay's Memoirs.^]
[Fußnote 12: ^Burnet II. 21.^]
[Fußnote 13: Scobell 1654, Kap. 9 und Olivers Verordnung vom 12. April des nämlichen Jahres.]
[Fußnote 14: Burnet und Fletcher von Saltoun sprechen von dem Aufschwunge Schottland's unter dem Protector, schreiben es aber einer Ursache zu, welche eine solche Wirkung keineswegs hervorzubringen vermochte. »Es wurde,« sagte Burnet, »eine ansehnliche Truppenmacht von etwa sieben- bis achttausend Mann in Schottland unterhalten. Der Sold dieser Armee brachte soviel Geld ins Land, daß es während dieser ganzen Zeit in einem, sehr blühenden Zustande blieb ... Wir werden diese acht Jahre der Usurpation stets als eine Zeit großen Friedens und Gedeihens betrachten.« »Zur Zeit des Usurpators Cromwell,« sagt Fletcher, »glaubten wir uns bezüglich des letzteren Punktes (Handel und Geld) in einer erträglichen Lage zu befinden in Folge des Aufwandes, den die Truppen machten, welche uns in Unterwürfigkeit erhielten.« Die richtige Erklärung der Erscheinung, über welche Burnet und Fletcher in so großem Irrthum waren, findet man in einer Flugschrift betitelt: »^Some reasonable and modest Thoughts partly occasioned by and partly concerning the Scotch East India Company, Edinburgh, 1696.^« Siehe auch die Verhandlungen des Mittwochsclubs in Friday Street über eine Union mit Schottland vom December 1705. Siehe ferner das 7. Kapitel von Burton's vortrefflicher Geschichte Schottland's.]
[Fußnote 15: Siehe die Schrift, in welcher die Forderungen der schottischen Commissare aufgestellt sind. Man findet sie im Anhange zu De Foe's ^History of de Union^, Nr. 13.]
[Fußnote 16: ^Act. Parl. Scot.^, 30. Juli 1670.]
[Fußnote 17: ^Burnet II. 23.^]
[Fußnote 18: Man sehe zum Beispiel eine Flugschrift betitelt: »^Some questions resolved concerning episcopal and presbyterian Government in Scotland, 1690.^« Eine der »Fragen« ist die, ob das schottische Presbyterium den allgemeinen Neigungen dieses Volks entspreche. Der Verfasser verneint diese Frage, weil die höheren und mittleren Stände sich schon vor der Revolution größtentheils der bischöflichen Kirche conformirt hätten.]
[Fußnote 19: Die Instructionen befinden sich in den ^Leven and Melville Papers^ und sind vom 7. März 1688/89 datirt. Bei der ersten Gelegenheit, wo ich diese werthvolle Sammlung aufführe, kann ich nicht umhin es anzuerkennen, zu wie großem Danke ich und Alle, die sich für die Geschichte unsrer Insel interessiren, dem Herrn verpflichtet sind, der daß Amt eines Herausgebers so vortrefflich erfüllt hat.]
[Fußnote 20: Ueber die Dalrymple sehe man des Lord Präsidenten eigene Schriften und darunter seine ^Vindication of the Divine Perfections;^ ferner ^Wodrow's Analecta; Douglas's Peerage; Lockhardt's Memoirs; Satyre on the Family of Stairs; Satyric Lines upon the long wished for and timely Death of the Right Honorable Lady Stairs; Law's Memorials^ und die ^Hyndford Papers,^ geschrieben 1704/5 und zugleich mit den Briefen von Carstairs gedruckt. Lockhardt, obgleich ein Todfeind Johann Dalrymple's, sagt: »Es war Keiner im Parlament, der es mit ihm aufnehmen konnte.«]
[Fußnote 21: Ueber Melville sehe man die ^Leven and Melville Papers^ an verschiedenen Stellen, und die Vorrede; die ^Act. Parl. Scot.^ vom 16. Juni 1685 und den Anhang unterm 13. Juni; ^Burnet II. 24^, und das ^Burnet M. S. Harl. 6584^.]
[Fußnote 22: ^Creichton's Memoirs.^]
[Fußnote 23: ^Mackay's Memoirs.^]
[Fußnote 24: ^Memoirs of the Lindsays.^]
[Fußnote 25: Ueber das frühere Verhältniß zwischen Wilhelm und Dundee haben einige Jakobiten viele Jahre nach dem Tode Beider eine Geschichte erfunden, welche durch successive Ausschmückungen zu einem Roman wurde, bei dessen Lesung man sich wundern muß, wie nur ein Kind ihn für wahr halten konnte. Die letzte Ausgabe lautet wie folgt. Bei Seneff wurde Wilhelm das Pferd unter dem Leibe getödtet und sein Leben war in der größten Gefahr. Dundee, damals Kapitain Graham, gab Seiner Hoheit ein andres Pferd. Wilhelm versprach, diesen Dienst durch Beförderung zu belohnen, brach aber sein Wort und gab einem andren das Patent, auf welches er Graham Hoffnung gemacht hatte. Der beleidigte Held ging nach Loo. Dort traf er seinen glücklichen Rivalen und gab ihm eine Ohrfeige. Die auf Thätlichkeiten innerhalb des Palastes gesetzte Strafe war der Verlust der schuldigen rechten Hand; aber der Prinz von Oranien erließ diese Strafe in ungroßmüthiger Weise. »Sie haben mir,« sagte er, »das Leben gerettet, ich lasse Ihnen Ihre rechte Hand, so sind wir quitt.«
Diejenigen, welche bis auf unsre Zeit diesen Unsinn wiederholt haben, müssen erstens in dem Wahne gewesen sein, daß die Acte Heinrich's VIII. »zur Bestrafung von Mord und böswilligem Blutvergießen innerhalb des königlichen Hoflagers« (^Stat. 33 Hen. VIII. c. 2.^) in Geldern Gesetz war, und zweitens daß Wilhelm 1674 König und sein Haus ein königliches Hoflager war. Ebenso müssen sie nicht gewußt haben, daß er Loo erst lange nachdem Dundee die Niederlande verlassen hatte, kaufte. Siehe Harris' ^Description of Loo, 1699.^
Diese Fabel, von der ich in der umfangreichen jakobitischen Literatur aus Wilhelm's Regierungszeit nicht die geringste Spur habe entdecken können, scheint etwa ein Vierteljahrhundert nach Dundee's Tode entstanden zu sein und im Laufe eines weiteren Vierteljahrhunderts sich zu ihrer vollen Absurdität ausgebildet zu haben.]
[Fußnote 26: ^Memoirs of the Lindsays.^]
[Fußnote 27: ^Memoirs of the Lindsays.^]
[Fußnote 28: ^Balcarras's Memoirs.^]
[Fußnote 29: ^Burnet II. 22; Memoirs of the Lindsays.^]
[Fußnote 30: ^Act. Parl. Scot. March 14. 1689; History of the late Revolution in Scotland, 1690; An Account of the Proceedings of die Estates of Scotland, fol. London 1689.^]
[Fußnote 31: Balcarras' Erzählung stellt sowohl Hamilton als Athol in einem sehr ungünstigen Lichte dar. Siehe auch ^Life of James, II. 338, 339.^]
[Fußnote 32: ^Act. Parl. Scot. March 14. 1688/89; Balcarras's Memoirs; History of the late Revolution in Scotland; Life of James, II. 342.^]
[Fußnote 33: ^Balcarras's Memoirs; History of the late Revolution in Scotland, 1690.^]
[Fußnote 34: ^Act. Parl. Scot. March 14, 15. 1689; Balcarras's Memoirs; London Gazette, March 25; History of the late Revolution in Scotland 1690; Account of the Proceedings of the Estates of Scotland, 1689.^]
[Fußnote 35: Siehe Cleland's Gedichte und die in demselben Bande enthaltenen Loblieder, Edinburg 1697. Es ist wiederholt behauptet worden, dieser Wilhelm Cleland sei der Vater des Steuercommissars gleichen Namens gewesen, der zwanzig Jahre später in den literarischen Kreisen London's wohl bekannt war, welcher Pope einige eben nicht sehr lobenswerthe Dienste leistete und dessen Sohn Johann der Verfasser eines nur zu weit berühmten Schandbuches war. Dies ist ein vollständiger Irrthum. Der Wilhelm Cleland, welcher bei der Bothwellbrücke focht, war noch nicht achtundzwanzig Jahr alt, als er im August 1689 fiel, und der Steuercommissar Wilhelm Cleland starb in seinem siebenundsechzigsten Lebensjahre im September 1741. Ersterer kann daher nicht der Vater des letzteren gewesen sein. Siehe die ^Exact Narrative of the Battle of Dunkeld,^ das Gentleman's Magazine von 1740 und Warburton's Anmerkung zu dem Briefe an den Verleger der »Dunciade«, ein Brief, der mit W. Cleland unterzeichnet, in Wirklichkeit aber von Pope verfaßt ist. In einem Aufsatze von Sir Robert Hamilton, dem Orakel der extremen Covenanters und einem blutdürstigen Wüthrich, wird Cleland's als eines ehemaligen Bundesgenossen dieser Fanatiker, aber nachmaligen heftigen Widersachers derselben erwähnt. Cleland stimmte wahrscheinlich nicht mit Hamilton darin überein, die Abschlachtung von Kriegsgefangenen, die sich auf Pardon ergeben hatten, als eine heilige Pflicht anzusehen. Siehe Hamilton's ^Letter to the Societies^ vom 7. December 1685.]
[Fußnote 36: ^Balcarras's Memoirs.^]
[Fußnote 37: ^Balcarras's Memoirs.^ Den vollständigsten Bericht über diese Verhandlungen geben jedoch einige handschriftliche Notizen, welche sich in der Bibliothek der Advokatenfacultät befinden. Balcarras' Angaben sind nicht ganz genau. Er verließ sich wahrscheinlich zu sehr auf sein Gedächtniß. Ich habe dieselben nach den Parlamentsacten berichtigt.]
[Fußnote 38: ^Act. Parl. Scot. March 16. 1688/89; Balcarras's Memoirs; History of the late Revolution in Scotland, 1690; Account of the Proceedings of the Estates of Scotland, 1689; London Gazette, March 25. 1689; Life of James II. 342.^ Burnet irrt sonderbar in Bezug auf diese Vorgänge.]
[Fußnote 39: ^Balcarras's Memoirs;^ Manuscript in der Bibliothek der Advokatenfacultät.]
[Fußnote 40: ^Act. Parl. Scot. March 19. 1688/89; History of the late Revolution in Scotland.^]
[Fußnote 41: Balcarras.]
[Fußnote 42: Balcarras.]
[Fußnote 43: ^Act. Parl. Scot; History of the late Revolution, 1690; Memoirs of North Britain 1715.^]
[Fußnote 44: Balcarras.]
[Fußnote 45: Jeder Leser wird sich der Verwünschung erinnern, welche Sir Walter Scott im fünften Gesange des »Marmion« über die Dummköpfe aussprach, welche dieses interessante Denkmal entfernten.]
[Fußnote 46: »Es wird weder sicher noch gut für den König sein, es nach der Thronbesteigung von einer Parlamentsacte zu erwarten, die es vor seine Thür legen wird.« Dalrymple an Melville, 5. April 1689; ^Leven and Melville Papers^.]
[Fußnote 47: Eine interessante Stelle über diesen Gegenstand findet sich bei Fortescue.]
[Fußnote 48: ^Act. Parl. Scot. April 1. 1689; Orders of Committee of Estates, Mai 16. 1689; London Gazette, April 11.^]
[Fußnote 49: Da es kürzlich in Abrede gestellt worden ist, daß die extremen Presbyterianer eine ungünstige Meinung von den Lutheranern hegten, so will ich zwei entscheidende Beweise für meine oben aufgestellte Behauptung beibringen. In dem Buche: ^Faithful Contendings Displayed^ befindet sich ein Bericht über die Vorgänge bei der Generalversammlung der Vereinigten Covenantergesellschaften vom 24. October 1688. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob eine Verbindung mit den Holländern stattfinden solle. »Es ward einstimmig beschlossen,« sagt der Sekretär der Gesellschaften, »daß wir uns mit den Holländern nicht zu einem Körper vereinigen, noch förmlich unter ihre Leitung kommen könnten, da sie ein Gemisch von reformirten lutherischen Uebelgesinnten und Sectirern seien, mit denen gemeinschaftliche Sache zu machen dem Zeugniß der Kirche von Schottland widerstreiten würde.« In dem am 2. October 1707 aufgesetzten »Protest und Testimonium« beschweren sich die Vereinigten Gesellschaften darüber, daß die Krone »dem Prinzen von Hannover verliehen worden sei, der in der lutherischen Religion erzogen und aufgewachsen ist, welche, wie allgemein bekannt, nicht allein abweicht von der Reinheit in Lehre, Reformation und Glauben, die wir in diesen Nationen erreicht hatten, sondern derselben in vielen Dingen sogar zuwiderläuft.« Sie setzen hinzu: »Die Annahme einer solchen Person zum Herrscher über uns widerstreitet nicht nur unserm feierlichen Bund und Covenant, sondern dem Worte Gottes selbst: 5. Buch Mosis XVII.«]
[Fußnote 50: ^History of the late Revolution in Scotland; London Gazette, Mai 16. 1689.^ Der officielle Bericht über die Vorgänge war offenbar mit großer Sorgfalt abgefaßt. Siehe auch das ^Royal Diary, 1702^. Der Verfasser dieses Werks versichert, daß er seine Angaben den Mittheilungen eines Geistlichen verdanke, welcher anwesend war.]
[Fußnote 51: Siehe Crawford's Briefe und Reden an verschiedenen Stellen. Seine Art und Weise, um eine Stelle anzusuchen, war eigenthümlich. Nachdem er, nicht ohne Grund, zugegeben hatte, daß sein Herz voller Arglist und verzweifelt sündig sei, fuhr er fort: »Das nämliche allmächtige Wesen, welches gesagt hat: Wenn die Armen und Bedürftigen Wasser suchen und es ist keins da und ihre Zunge verschmachtet vor Durst, wird Er sie nicht verlassen, -- kann mir trotz meiner jetzigen dürftigen Umstände ein Haus bauen, wenn es dies für gut findet.« -- Brief an Melville vom 28. Mai 1689. Ueber Crawford's Armuth und sein Verlangen nach bischöflichen Ländereien sehe man seinen Brief an Melville vom 4. December 1690. Ueber seine Humanität siehe seine Briefe an Melville vom 11. December 1690. Alle diese Briefe findet man in den ^Leven and Melville Papers^. Der Verfasser von: ^An Account of the Late Establishment of Presbyterian Government^ sagt von Jemandem, der sich mit zehn oder zwölf Pfund Sterling hatte bestechen lassen: »Wäre er so arm gewesen wie Mylord Crawford, so würde er vielleicht eher zu entschuldigen gewesen sein.« Siehe auch die Dedication der berühmten Schrift: ^Scotch Presbyterian Eloquence Displayed.^]
[Fußnote 52: ^Burnet II. 23. 24; Fountainhall Papers,^ 13. Aug. 1684, 14., 15. Oct. 1684, 3. Mai 1685; Montgomery an Melville, 23. Juni 1689 in den ^Leven and Melville Papers; Pretences of the French Invasion Examined, licensed May 25. 1692.^]
[Fußnote 53: Siehe ^The Life and Correspondence of Carstairs^ und die interessanten Abhandlungen über ihn in den 1854 gedruckten ^Caldwell Papers^. Ferner seine Characteristik von Mackay und Swift's Note. Swift's Wort kann gegen einen Schotten und Presbyterianer kein Gewicht haben. Ich glaube jedoch, daß Carstairs, obgleich im Wesentlichen ein rechtschaffener und frommer Mann, sein gutes Theil von der Klugheit der Schlange besaß.]
[Fußnote 54: Sir Johann Dalrymple an Lord Melville, 18., 20., 25. Juni 1689; ^Leven and Melville Papers^.]
[Fußnote 55: In dem 1704 geschriebenen und in den ^Carstairs Papers^ abgedruckten Hyndford-Manuscripte kommt eine ergötzliche Beschreibung Sir Patrick's vor: »Er liebt wohleinstudirte Reden und kann selbst Privatfreunden ohne solche kaum Audienz geben.«]
[Fußnote 56: »Niemand ist thätiger als Saltoun, obgleich nicht Mitglied.« Lockhart an Melville, 11. Juli 1689; ^Leven and Melville Papers^. Siehe Fletcher's eigene Werke und die Beschreibungen von ihm in Lockhart's und Mackay's Memoiren.]
[Fußnote 57: Dalrymple sagt in einem Briefe vom 5. Juni: »Alle Uebelgesinnten sind aus Furcht in den Club gekommen, und sie stimmen Alle gleich.«]
[Fußnote 58: Balcarras.]
[Fußnote 59: »Soll ich Sie mit einer Schilderung dieses unfruchtbaren Landes langweilen, wo ich Sie über Berge, ganz braun von Haidekraut, oder durch Thäler führen muß, welche kaum Futter genug für ein Kaninchen enthalten? ... Jeder Punkt des Landes bietet die nämliche reizlose Landschaft dar. Kein Gehölz oder Bach erfreut den Fremden durch seine trauliche Musik.« -- Goldsmith an Bryanton, Edinburg, 26. September 1753. In einem bald nachher aus Leyden an den ehrwürdigen Thomas Contarine geschriebenen Briefe sagt Goldsmith: »Ich war ganz versunken in das Anschauen der Gegend. Nichts kann der Schönheit derselben gleichkommen. Wohin ich den Blick wendete, überall zeigten sich schöne Häuser, anmuthige Gärten, Statuen, Grotten und Fernsichten. Schottland bildet mit diesem Lande den grellsten Contrast: dort versperren Hügel und Felsen jede Aussicht; hier ist Alles eine ununterbrochene Ebene.« Siehe den Anhang C. zum ersten Bande von Mr. Forster's ^Life of Goldsmith^.]
[Fußnote 60: ^Northern Memoirs, by R. Franck Philanthropus, 1694.^ Der Verfasser hatte etwas von der Scenerie der Hochlande gesehen, und er spricht davon fast ganz so wie Burt unter der folgenden Generation: »Es ist ein verwahrloster Theil der Schöpfung, Schutt, der beim Prachtbau der Welt bei Seite geworfen wurde, und eben so arm an Form und Gestalt wie die Eingebornen an Moral und guten Sitten.«]
[Fußnote 61: ^Journey through Scotland, by the author of the Journey through England, 1723.^]
[Fußnote 62: Fast alle diese Umstände sind Burt's Briefen entlehnt. Bezüglich des Theers ist meine Quelle Cleland's Poesie. In seinen Versen über den »^Highland Host^« sagt er:
»Dieweil sie sind beschmiert mit Theer, Der ihren Kopf und Hals beschützt, Ganz wie bei ihren Schafen.«]
[Fußnote 63: Ein schlagender Beleg für die Meinung, welche der Bewohner des Niederlandes von dem Hochländer hegte und die sich von jenem auch den Engländern mittheilte, findet man in einem Bande ^Miscellanies^, von Afra Behn im Jahre 1685 herausgegeben. Eines der interessantesten Stücke dieser Sammlung ist ein rohes und profanes schottisches Gedicht betitelt: »Wie der erste Hochländer gemacht wurde.« Wie und aus welchen Stoffen er gemacht wurde, wage ich nicht zu erzählen. Das unmittelbar auf seine Schöpfung folgende Gespräch aber wird, wie ich hoffe, hier ohne großen Anstoß einen Platz finden dürfen.
Spricht Gott zum Hochlandsmann: »Wohin willst Du?« »Ich will ins Niederland hinab, o Herr, zu stehlen eine Kuh.« »Pfui!« sagt St. Peter, »wirst ein arger Sünder werden, Wenn Du schon stehlen willst, kaum angelangt auf Erden.« »Hm!« drauf der Hochlandsmann mit einem Schwure spricht, »So lang ich stehlen kann, arbeit' ich nicht.«
Ein andrer schottischer Niederländer, der tapfre Oberst Cleland, beschreibt den Hochländer um die nämliche Zeit in gleicher Weise
Ein einz'ges ihr mißfäll'ges Wort Kann treiben sie zu einem Mord. Und wollt Ihr wissen was sie thut? Sie lebt nur von gestohlnem Gut.
Ganz in ähnlichem Sinne sind die wenigen Worte, welche Franck Philanthropus (1694) den Hochländern widmet: »Sie leben wie große Herren und sterben wie Taugenichtse, hassen die Arbeit und haben keinen Kredit, um zu borgen; sie unternehmen Raubzüge und bestehlen ihre Nachbarn.« In der 1690 in Edinburg gedruckten ^History of the Revolution in Scotland^ kommt folgende Stelle vor: »Die schottischen Hochländer sind Elende, die sich nur in so weit um Ehre, Freundschaft, Gehorsam und Regierung kümmern, als sie sich durch eine Aenderung in den Angelegenheiten oder durch eine Revolution in der Regierung Gelegenheit verschaffen können, ihre Grenznachbarn zu bestehlen oder auszuplündern.«]