Part 27
[114] Saint-Simon war gewiß ein eben so guter Beurtheiler der Menschen als irgend einer der tadelsüchtigen Engländer, welche Portland einen Dummkopf und Bauer nannten. Auch hatte Saint-Simon die beste Gelegenheit, sich ein richtiges Urtheil über ihn zu bilden, denn er sah Portland in einer höchst schwierigen Situation, und er sagt an einer Stelle: +„Benting, discret, secret, poli aux autres, fidèle à son maître, adroit en affaires le servit très utilement;”+ an einer andren: +„Portland parut avec un éclat personnel, une politesse, un air de monde et de cour, une galanterie et des grâces qui surprirent: avec cela beaucoup de dignité, même de hauteur mais avec discernement et un jugement prompt sans rien de hasarde.”+ Auch Boufflers rühmt Portland’s Bildung und Takt. Boufflers an Ludwig, 9. Juli 1697. Dieser Brief befindet sich im Archive des französischen Ministeriums des Auswärtigen. Eine Uebersetzung desselben findet man in der von Grimblot herausgegebenen werthvollen Sammlung.
[115] Boufflers an Ludwig, 21. Juni (1. Juli) 1697; Ludwig an Boufflers, 22. Juni (2. Juli); Boufflers an Ludwig, 25. Juni (5. Juli).
[116] Boufflers an Ludwig, 28. Juni (8. Juli), 29. Juni (9. Juli) 1697.
[117] Meine Mittheilungen über diese Unterhandlung habe ich hauptsächlich den Depeschen im französischen Ministerium des Auswärtigen entlehnt. Uebersetzungen von diesen Depeschen hat Grimblot veröffentlicht. Siehe auch Burnet +II.+ 200, 201.
Es ist oft behauptet worden, Wilhelm habe versprochen, Marien von Modena funfzigtausend Pfund jährlich zu bezahlen. Wer sich jedoch die Mühe nimmt, das Protokoll vom 10. (20.) Sept. 1697 in den Acten des Friedens von Ryswick zu lesen, wird sehen, daß meine Angabe richtig ist. Prior verstand das Protokoll offenbar ebenso wie ich es verstehe, denn er sagt in einem Briefe an Lexington vom 17. Sept. 1697: „No. 2 ist der Punkt, in dem der König bezüglich der Dotation der Königin Marie einwilligt. Es wird ihr dadurch ehrlich soviel gegeben als das Gesetz ihr zugesteht. Der Vermittler soll diese Schrift den Franzosen dictiren und sie in sein Protokoll aufnehmen, und so denke ich, werden wir über diesen Artikel +à bon marché+ hinwegkommen.”
Es hieß damals (siehe Boyer’s +History of King William III. 1703+) Portland und Boufflers seien über einen geheimen Artikel übereingekommen, durch welchen stipulirt gewesen sei, daß nach Wilhelm’s Tode der Prinz von Wales auf den englischen Thron kommen solle. Diese Fabel ist oft wiederholt worden, aber sie hat bei verständigen Männern nie Glauben gefunden und seit der Veröffentlichung der Correspondenz zwischen Ludwig und Boufflers wird auch der Beschränkteste sie schwerlich noch glauben. Dalrymple und andere Schriftsteller glaubten im +Life of James (II. 574, 575)+ Beweise dafür gefunden zu haben, daß die Geschichte von dem geheimen Artikel wahr sei. Die Stelle, aus der sie dies schlossen, war jedoch sicherlich weder von Jakob selbst, noch unter seiner Leitung geschrieben; und die Autorität derjenigen Stelle seiner Lebensgeschichte, welche nicht von ihm oder unter seiner Leitung geschrieben wurden, ist nur gering. Bei genauer Untersuchung jener Stelle werden wir überdies finden, daß sie die Geschichte von dem geheimen Artikel nicht nur nicht bestätigt, sondern sie sogar geradezu widerlegt. Der Compilator der Lebensgeschichte sagt uns, daß, nachdem Jakob erklärt hatte, er werde sich nie dazu verstehen, durch Aufgaben seiner eigenen Rechte den englischen Thron für seine Nachkommen zu erkaufen, nicht weiter von dem Gegenstande gesprochen wurde. Nun ist es aber ganz gewiß, daß Jakob in seiner im März 1697 erschienenen Denkschrift, einer Denkschrift, die sich sowohl in der Lebensgeschichte (+II+. 566.) als auch in den Acten des Friedens von Ryswick findet, vor ganz Europa erklärte, daß er sich nie in einer so niedrigen und unwürdigen Handlung herablassen werde, dem Prinzen von Oranien unter der Bedingung, daß der Prinz von Wales ihm auf den Thron folgen solle, die Regierung zu gestatten. Daraus folgt, daß nach dem März 1697 von diesem Gegenstande nicht mehr die Rede gewesen sein kann. Es kann daher auch in den Konferenzen zwischen Boufflers und Portland, welche erst spät im Juni begannen, nicht davon gesprochen worden sein.
Hatte denn aber die Geschichte gar keine Grundlage? Ich glaube es gab eine solche, und ich habe bereits die Facta erzählt, auf denen dieses Gebäude von Erdichtung basirte. Es steht fest, daß Ludwig im Jahre 1693 durch die schwedische Regierung den Verbündeten die Hoffnung ausdrücken ließ, es möge ein Auskunftsmittel zur Versöhnung der Fürsten gefunden werden, die auf die englische Krone Anspruch machten. Er meinte mit diesem Auskunftsmittel ohne Zweifel, daß der Prinz von Wales Wilhelm und Marien auf dem Thron folgen sollte. Es ist möglich, daß, wie der Compilator der Lebensgeschichte Jakob’s sagt, Wilhelm „keine große Abgeneigtheit” gegen dieses Arrangement zeigte. Er hatte weder einen öffentlichen, noch einen privaten Grund, seine Schwägerin seinem Schwager vorzuziehen, wenn sein Schwager protestantisch erzogen wurde. Aber Wilhelm vermochte nichts ohne die Mitwirkung des Parlaments, und es ist im höchsten Grade unwahrscheinlich, daß er sowohl als das Parlament je eingewilligt haben würde, die englische Thronfolge zum Gegenstande eines Uebereinkommens mit Frankreich zu machen. Was er jedoch gethan oder nicht gethan haben würde, können wir nicht mit Gewißheit sagen. Denn Jakob erwies sich als unbeugsam. Ludwig gab daher jeden Gedanken an das Zustandebringen eines Vergleichs auf und versprach, wie wir gesehen haben, Wilhelm „ohne Schwierigkeit, Beschränkung, Bedingung oder Vorbehalt” als Königs von England anzuerkennen. Es scheint gewiß, daß nach diesem im December 1696 gegebenen Versprechen der Prinz von Wales in den Unterhandlungen nicht wieder erwähnt wurde.
[118] +Prior MS.;+ Williamson an Lexington, 20. (30.) Juli 1697; Williamson an Shrewsbury, 23. Juli (2. Aug.).
[119] Die Note des französischen Gesandten, datirt 10. (20.) Juli 1697, findet man in den +Actes et Mémoires+.
[120] Monthly Mercury, August und September 1697.
[121] +Life of James, II. 565.+
[122] +Actes et Mémoires des Négociations de la Paix de Ryswick; Life of James, II. 566.+
[123] Jakob’s Protest findet man in seiner Lebensgeschichte +II+. 572.
[124] +Actes et Mémoires des Négociations de la Paix de Ryswick;+ Williamson an Lexington, 14. (24.) Sept. 1697; Prior-Manuscript.
[125] Prior-Manuscript.
[126] L’Hermitage, 20. (30.) Juli, 27. Juli (6. Aug.), 24. Aug. (3. Sept.), 27. Aug. (6. Sept.), 31. Aug. (10. Sept.) 1697; Postman vom 31. Aug.
[127] Van Cleverskirke an die Generalstaaten, 14. (24.) Sept. 1697; L’Hermitage, 14. (24.) Sept.; Postscipt zum Postman von dem nämlichen Tage; Postman und Postboy vom 19. (29.) Sept.; Postman vom 18. (28.) Sept.
[128] L’Hermitage, 17. (27.) Sept., 24. Sept. (4. Oct.), 19. (29.) Oct. 1697; Postman vom 20. Nov.
[129] L’Hermitage, 21. Sept. (1. Oct.), 2. (12.) Nov. 1697; Gazette de Paris vom 20. (30.) Nov.; Postboy vom 2. Nov. Es erschien damals ein Pasquill, betitelt: +A Satyr upon the French King, written after the Peace was concluded at Reswick, anno 1697, by a Non-Swearing Person, and said to be drop’d out of his Pocket at Sams’ Coffee House+.
[130] London Gazette; Postboy vom 18. Nov. 1697; L’Hermitage, 5. (15.) Nov.
[131] London Gazette vom 18. und 22. Nov. 1697; Van Cleverskirke, 16. (26.), 19. (29.) Nov.; L’Hermitage, 16. (26.) Nov.; Postboy und Postman vom 18. Nov.; Wilhelm an Heinsius, 16. (26.) Nov.
[132] +Evelyn’s Diary, Dec. 2. 1697.+ Die Predigt ist noch vorhanden, und ich muß gestehen, daß sie Evelyn’s Tadel verdient.
[133] London Gazette vom 6. Dec, 1697; Postman vom 4. Dec.; Van Cleverskirke, 2. (12.) Dec.; L’Hermitage, 19. (29.) Nov.
Stereotypie und Druck von Philipp Reclam +jun.+ in Leipzig.
+--------------------------------------------------------------+ | Anmerkungen zur Transkription | | | | Eigentümliche und falsche Schreibweisen des Autors wurden | | belassen, wenn sie durchgängig benutzt wurden, wie | | beispielsweise: Beredtsamkeit, erwiedern, Schaffot, | | Wiederhall. | | | | Inkonsistenzen wurden nicht geändert, wenn beide | | Schreibweisen gebräuchlich waren, wie: | | | | andere -- andre | | Argumentirung -- Argumentation | | aufsätzig -- aufsässig | | Auswechselung -- Auswechslung | | Autorisation -- Autorisirung | | Baiern -- Bayern | | Brod -- Brot | | Characters -- Charakters | | Complot -- Complotten | | eigne -- eigene | | funfzehn -- fünfzehn | | fünfzig -- funfzig | | Geschworengericht -- Geschwornengericht | | Hollands -- Holland’s | | ins -- in’s | | Luttrells -- Luttrell’s | | Mordcomplot -- Mordcomplott | | Parkyn’s -- Parkyns | | sichern -- sicheren | | Sonntagsmorgens -- Sonntagmorgens | | unsere -- unsre | | Verlaufs -- Verlaufes | | Vermittlung -- Vermittelung | | | | Die folgenden Korrekturen wurden vorgenommen: | | | | p. XXI.4 „Proceßverfahrens” in „Prozeßverfahrens” geändert. | | p. XXI.5 „Parkins” in „Parkyns” geändert. | | p. XXI.6 „babe” in „habe” geändert. | | p. XXI.7 „Ammendement” in „Amendement” geändert. | | p. XXI.7 „enhielt” in „enthielt” geändert. | | p. XXI.8 „Aeropapitiken” in „Areopagitica” geändert. | | p. XXI.10 „Russel’s” in „Russell’s” geändert. | | p. XXI.19 „angegenommen” in „angenommen” geändert. | | p. XXI.21 „Goldolphin” in „Godolphin” geändert. | | p. XXI.22 „Freman” in „Freeman” geändert. | | p. XXI.22 „Gedolphin” in „Godolphin” geändert. | | p. XXI.26 „Godman” in „Goodman” geändert. | | p. XXI.29 „authorisirte” in „autorisirte” geändert. | | p. XXI.30 „authorisirt” in „autorisirt” geändert. | | p. XXI.36 „Feuquieres” in „Feuquières” geändert. | | p. XXI.47 „Barkeley” in „Berkeley” geändert. | | p. XXI.47 „Hougthon” in „Houghton” geändert. | | p. XXI.49 „Häfte” in „Hälfte” geändert. | | p. XXI.49 „parlament” in „parlement” geändert (Fußnote 59). | | p. XXI.58 „Hampdon” in „Hampden” geändert. | | p. XXI.80 „authorisirten” in „autorisirten” geändert. | | p. XXI.81 „Haris” in „Harris” geändert (Fußnote 102). | | p. XXI.82 „Knigtley” in „Knightley” geändert. | | p. XXI.82 „Cranburn’s” in „Cranburne’s” geändert | | (Fußnote 104). | | p. XXI.83 „Flamänder” in „Flamländer” geändert. | | p. XXI.89 „Richmont” in „Richmond” geändert. | | p. XXI.90 „Arme” in „Armee” geändert. | | p. XXI.91 „Miliärpikets” in „Militärpikets” geändert. | | p. XXI.95 „nennten” in „nannten” geändert. | | p. XXI.103 „Canditat” in „Candidat” geändert. | | p. XXII.6 „prophezeihten” in „prophezeiten” geändert. | | p. XXII.7 „Grocer’s Hall” in „Grocers’ Hall” geändert. | | p. XXII.7 „Grocers Hall” in „Grocers’ Hall” geändert | | (Fußnote 10). | | p. XXII.8 „Mercer’s Hall” in „Mercers’ Hall” geändert. | | p. XXII.11 „Heynes” in „Haynes” geändert (Fußnote 22). | | p. XXII.13 „Bohn” in „Bohun” geändert (Fußnote 27). | | p. XXII.13 „Prophezeihungen” in „Prophezeiungen” geändert | | (Fußnote 27). | | p. XXII.14 „Tode” in „Todte” geändert. | | p. XXII.24 „erschrack” in „erschrak” geändert. | | p. XXII.24 „wirkich” in „wirklich” geändert. | | p. XXII.25 „un” in „und” geändert. | | p. XXII.31 „Russel” in „Russell” geändert. | | p. XXII.31 „Conventgarden” in „Covent Garden” geändert. | | p. XXII.38 „Aeußere” in „Aeußeres” geändert. | | p. XXII.48 „Bailay” in „Bailey” geändert. | | p. XXII.48 „nichtzufrieden” in „nicht zufrieden” geändert. | | p. XXII.51 „unwiderbringlich” in „unwiederbringlich” | | geändert. | | p. XXII.58 „Jounals” in „Journals” geändert (Fußnote 96). | | p. XXII.66 „krigführenden” in „kriegführenden” geändert. | | p. XXII.75 „Richtigket” in „Richtigkeit” geändert. | | p. XXII.79 „Ambosen” in „Amboßen” geändert. | +--------------------------------------------------------------+