Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Elfter Band: enthaltend Kapitel 21 und 22.

Part 16

Chapter 162,934 wordsPublic domain

[111] Portland an Lexington, 3. (13.) März 1696; Van Cleverskirke, 25. Febr. (6. März); L’Hermitage von gleichem Datum.

[112] +Commons’ Journals, Feb. 24. 1696.+

[113] +England’s Ennemies Exposed, 1701.+

[114] +Commons’ Journals, Feb. 24. 1695/96.+

[115] +Commons’ Journals, Feb. 25. 1695/96;+ Van Cleverskirke, 28. Febr. (9. März); L’Hermitage von dem nämlichen Tage.

[116] Nach L’Hermitage, 28. Febr. (9. März), gab es zwei solcher glücklicher Kutscher. Ein schlauer und wachsamer Miethkutscher hatte allerdings der Natur seines Berufs nach viel Aussicht, in dieser Art Jagd glücklich zu sein. Die Zeitungen enthalten zahlreiche Beweise von dem allgemeinen Enthusiasmus.

[117] Postman vom 5. März 1695/96.

[118] Postman vom 29. Febr., 2., 12. und 14. März 1695/96.

[119] Postman vom 12. März 1696; Vernon an Lexington, 13. März; Van Cleverskirke, 13. (23.) März. Die Verhandlungen sind in der +Collection of State Trials+ ausführlich wiedergegeben.

[120] Burnet +II+. 171; +The Present Disposition of England considered;+ die Antwort, betitelt: +England’s Ennemies Exposed, 1701;+ L’Hermitage, 17. (27.) März 1696. L’Hermitage sagt: +„Charnock a fait des grandes instances pour avoir sa grace, et a offert de tout déclarer; mais elle lui a esté refusée.”+

[121] L’Hermitage, 17. (27.) März.

[122] Dieses höchst interessante Schriftstück befindet sich unter den Nairne’schen Manuscripten in der Bodlejanischen Bibliothek. Ein kurzer aber nicht ganz treuer Auszug daraus findet sich im +Life of James II. 555+. Warum Macpherson, der viel weniger interessante Schriftstücke abgedruckt hat, es nicht für gut fand, dieses abzudrucken, ist leicht zu errathen. Ich will einige wichtige Stellen hier anführen. „Man darf vernünftigerweise annehmen, daß Se. Majestät etwas was er zu einer Zeit verworfen hatte, zu einer andren Zeit, wo sein persönliches wie das allgemeine Wohl es nothwendig erforderten, gelten lassen konnte. Denn ich konnte es nicht so verstehen, als hätte er ein allgemeines Verbot erlassen, daß der Prinz von Oranien zu keiner Zeit angerührt werden solle... Niemand, der Se. Majestät als den rechtmäßigen König von England betrachtet, kann daran zweifeln, daß kraft seiner Vollmacht, gegen den Prinzen von Oranien und seine Anhänger Krieg zu führen, ein Angriff auf die Person des Letzteren, sowohl nach den gebührend ausgelegten und erklärten Gesetzen des Landes als nach dem Gesetze Gottes zu rechtfertigen ist.”

[123] Die Prozesse Friend’s und Parkyns’ findet man vortrefflich dargestellt in der +Collection of State Trials+.

[124] L’Hermitage, 3. (13.) April 1696.

[125] +Commons’ Journals, April 1, 2. 1696;+ L’Hermitage, 3. (13.) April 1696, Van Cleverskirke von demselben Datum.

[126] L’Hermitage, 7. (17.) April 1696. Die Erklärung der Bischöfe, Collier’s Vertheidigung und fernere Vertheidigung und eine lange juristische Argumentation für Cook und Snatt findet man in der +Collection of State Trials+.

[127] Siehe den +Manhunter, 1690+.

[128] +State Trials.+

[129] Den besten und überhaupt einzigen guten Bericht über diese Debatten giebt L’Hermitage unterm 28. Februar (9. März) 1696. Er sagt sehr wahr: +„La différence n’est qu’une dispute de mots, le droit qu’on a à une chose selon les loix estant aussy bon qu’il puisse estre.”+

[130] Siehe die London Gazette von mehreren Wochen; L’Hermitage, 17. (27.) März, 14. (24.) April 1696; Postman vom 9. 25. 30. April.

[131] Protokolle der Gemeinen und der Lords; L’Hermitage; 7. (17.), 10. (20.) April 1696.

[132] Siehe +The Freeholder’s Plea against Stockjobbing Elections of Parliament Men+, und die +Considerations upon Corrupt Elections of Members to serve in Parliament+. Beide Flugschriften erschienen im Jahre 1701.

[133] Die Geschichte dieser Bill ist aus den Protokollen der Gemeinen und aus einer höchst interessanten Depesche L’Hermitage’s vom 14. (24.) April 1696 zu ersehen.

[134] Die Acte ist +7 & 8 Will. 3. c. 31+. Ihre Geschichte ist aus den Protokollen zu ersehen.

Zweiundzwanzigstes Kapitel.

Wilhelm III.

Inhalt.

Seite Militärische Operationen in den Niederlanden 5 Handelskrisis in England 5 Finanzkrisis 8 Anstrengungen um dem Geldmangel abzuhelfen 11 Noth des Volks; seine Stimmung und sein Verhalten 12 Unterhandlungen mit Frankreich; der Herzog von Savoyen fällt von der Coalition ab 15 Nachforschungen nach jakobitischen Verschwörern in England; Sir Johann Fenwick 17 Ergreifung Fenwick’s 18 Fenwick’s Bekenntniß 19 Wilhelm’s Rückkehr nach England 24 Zusammentritt des Parlaments; Lage des Landes 25 Rede König Wilhelm’s bei Eröffnung der Session 26 Beschlüsse des Hauses der Gemeinen 26 Rückkehr des Wohlstandes 28 Einfluß der Maßnahmen des Hauses der Gemeinen auf die auswärtigen Regierungen 28 Besserung der Finanzen 29 Folgen des Fenwick’schen Bekenntnisses 30 Godolphin’s Rücktritt 31 Stimmung der Whigs über Fenwick 31 Wilhelm verhört Fenwick 32 Verschwinden Goodman’s 33 Parlamentarische Maßnahmen in Bezug auf Fenwick’s Geständnisse 34 Bill zur Verurtheilung Fenwick’s 35 Debatten der Gemeinen über die Verurtheilungsbill 36 Die Verurtheilungsbill den Lords überreicht 43 Monmouth’s Kunstgriffe 44 Debatten der Lords über die Verurtheilungsbill 46 Schritte gegen Monmouth 49 Stellung und Gesinnung Shrewsbury’s 51 Die Verurtheilungsbill angenommen 52 Versuche, Fenwick zu retten 53 Fenwick’s Hinrichtung 53 Bill zur Regulirung der Wahlen 54 Bill zur Regulirung der Preise 55 Bill zur Abschaffung der Vorrechte von Whitefriars und dem Savoy 56 Schluß der Session; Beförderungen und Ernennungen 58 Zustand Irland’s 60 Zustand Schottland’s 61 Eine Parlamentssession in Edinburg 61 Acte zur Errichtung von Schulen 61 Der Prozeß Thomas Aikenhead’s 62 Militärische Operationen in den Niederlanden 64 Von Frankreich offerirte Friedensbedingungen 64 Verhalten Spaniens 65 Verhalten des Kaisers 65 Congreß von Ryswick 66 Wilhelm eröffnet eine bestimmte Unterhandlung 68 Zusammenkünfte Portland’s mit Boufflers 69 Die Friedensbedingungen zwischen Frankreich und England werden festgesetzt 71 Schwierigkeiten, durch Spanien und den Kaiser veranlaßt 72 Versuche Jakob’s, einen allgemeinen Friedensschluß zu verhindern 74 Der Tractat von Ryswick unterzeichnet 75 Spannung in England 75 Ankunft der Friedensnachricht in England 75 Schrecken der Jakobiten 76 Allgemeine Freude 76 Einzug des Königs in London 77 Der Tag des Dankgottesdienstes 78

[_Militärische Operationen in den Niederlanden._] Am 7. Mai 1696 landete Wilhelm in Holland.[1] Von da begab er sich nach Flandern und übernahm das Commando der in der Nähe von Gent zusammengezogenen verbündeten Truppen. Villeroy und Boufflers waren bereits im Felde. Ganz Europa erwartete mit Ungeduld wichtige Nachrichten aus den Niederlanden; aber es wartete vergebens. Es fand keine aggressive Bewegung statt. Die Hauptaufgabe der beiderseitigen Generäle bestand darin, ihre Truppen vor dem Hungertode zu bewahren, und es war dies eine keineswegs leichte Aufgabe. Der Staatsschatz Frankreich’s sowohl wie England’s war leer. Ludwig hatte im Winter mit großer Mühe und großem Kostenaufwande in Givet an der Grenze seines Reichs ein großartiges Magazin errichtet. Die Gebäude waren zweckmäßig und geräumig und die Masse der darin aufgehäuften Proviantvorräthe war ungeheuer. Die Anzahl der Rationen für die Mannschaften wurde gewöhnlich auf drei bis vier Millionen geschätzt. Aber zu Anfang des Frühjahrs hatten Athlone und Cohorn durch eine kühne und geschickte Bewegung Givet überrumpelt und die Magazine sowohl wie die Vorräthe total vernichtet.[2] Das vor Erschöpfung bereits einer Ohnmacht nahe Frankreich war nicht im Stande einen solchen Verlust zu ersetzen. Belagerungen, wie die von Mons und Namur waren zu kostspielige Operationen für seine Mittel. Die Aufgabe seiner Armee war jetzt nicht zu erobern, sondern zu subsistiren.

Wilhelm’s Armee war zu nicht minder harten Entbehrungen gezwungen. Der materielle Wohlstand England’s hatte zwar durch den Abzug, den der Krieg verursacht, nicht erheblich gelitten, aber es seufzte schwer unter dem schlechten Zustande des Werkzeugs, durch das sein materieller Wohlstand vertheilt wurde.

[_Handelskrisis in England._] Sonnabend der 2. Mai war vom Parlament als der letzte Tag bestimmt worden, an welchem die beschnittenen Kronen, halben Kronen und Schillinge bei Entrichtung der Steuern angenommen werden sollten.[3] Die Schatzkammer war von Tagesanbruch bis Mitternacht von einer unzähligen Menge belagert. Man mußte die Garden herbeirufen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Am darauffolgenden Montag begann eine angstvolle Periode von einigen Monaten, auf welche dann viele Jahre eines fast ununterbrochenen Wohlstandes folgen sollten.[4]

Der größte Theil des alten Silbers war verschwunden und das neue begann sich kaum erst zu zeigen. Ungefähr vier Millionen Pfund Sterling in Barren und gemünztem Gelde lagen in den Kellern der Schatzkammer und das geprägte Geld kam bis jetzt nur sehr langsam aus der Münze.[5] Die Aengstlichen prophezeiten, das reichste und gebildetste Land Europa’s werde bald zu dem Zustande der barbarischen Nationen herabsinken, bei denen eine Matte für ein Beil und ein paar Moccassins für ein Stück Wild gekauft würden.

Es gab zwar noch etwas gemünztes Geld, das der Verstümmelung entgangen war, und Sixpencestücke, die nicht bis über den innern Rand beschnitten waren, coursirten noch in ziemlicher Menge. Dieses alte Geld bildete mit dem neuen einen dürftigen Silbervorrath, der mit Hülfe des Goldes der Nation den Sommer über durchhelfen sollte.[6] Die Fabrikanten wußten es im Allgemeinen, wenn auch mit größter Mühe, einzurichten, daß sie ihre Arbeiter mit Münze bezahlen konnten.[7] Die höheren Stände scheinen in bedeutendem Maße auf Credit gelebt zu haben. Selbst ein wohlhabender Mann besaß selten die Mittel, um die Wochenrechnungen seines Bäckers und Fleischers bezahlen zu können.[8] Eine Schuldverschreibung von der Hand eines solchen Mannes wurde jedoch in der Gegend, wo man seine Vermögensverhältnisse und seinen Character genau kannte, gern genommen. So circulirten die Noten der reichen Geldwechsler von Lombard Street in weiten Kreisen.[9] Die Billets der Bank von England thaten gute Dienste und würden ohne den unglücklichen Mißgriff, zu dem sich das Parlament kürzlich durch Harley und Foley hatte verleiten lassen, noch bessere Dienste gethan haben. Das Vertrauen des Publikums zu dieser mächtigen und reichen Compagnie war durch das Edict, welches die Landbank errichtete, erschüttert worden. Man konnte mit gutem Grunde zweifeln, ob die beiden rivalisirenden Institute neben einander würden bestehen können, und das jüngere von beiden schien der Liebling der Regierung und der Legislatur zu sein. Die Actien der Bank von England waren rasch von hundertzehn auf achtundachtzig gefallen. Zu gleicher Zeit verschworen sich die Goldschmiede gegen diese reiche Compagnie, der sie von vornherein nicht hold gewesen waren. Sie kauften überall ihre Noten auf, und am 4. Mai, als die Schatzkammer eben den größten Theil des alten Geldes verschlungen hatte und von dem neuen noch so viel wie nichts ausgegeben war, strömten sie nach Grocers’ Hall und drangen auf sofortige Umwechselung. Ein einziger Goldschmied verlangte dreißigtausend Pfund. Die Directoren handelten in dieser bedrängten Lage mit Einsicht und Festigkeit. Sie verweigerten die Einlösung der böswillig aufgesammelten und präsentirten Noten und stellten es den Inhabern anheim, in Westminster Hall ihr Recht zu suchen. Andere Creditoren, welche +bona fide+ das ihnen Gebührende verlangten, wurden befriedigt. Die Verschwörer triumphirten nun über die mächtige Corporation, die sie haßten und fürchteten. Die Bank, welche erst vor Kurzem unter so glänzenden Auspicien ins Leben getreten, die anscheinend dazu bestimmt gewesen sei, eine Revolution im Handel und Geldwesen hervorzubringen, die der Stolz London’s und der Neid Amsterdam’s gewesen, sei schon insolvent, ruinirt, entehrt. Es erschienen erbärmliche Pasquille, wie unter andren: +„The Trial of the Land Bank for Murdering the Bank of England,” „The Last Will and Testament of the Bank of England,” „The Epitaph of the Bank of England,” „The Inquest on the Bank of England.”+ Doch trotz all’ dieses Geschreis und Gespötts berichteten die Correspondenten der Generalstaaten, daß die Bank von England in der öffentlichen Achtung thatsächlich nicht gesunken sei und daß das Verfahren der Goldschmiede allgemein getadelt werde.[10]

Die Directoren überzeugten sich bald von der Unmöglichkeit, selbst das zur Befriedigung der +bona fide+ an sie gemachten Anforderungen benöthigte Silber herbeizuschaffen. Sie ersannen daher ein neues Auskunftsmittel. Sie verlangten von den Actionären einen Zuschuß von zwanzig Procent und brachten dadurch eine Summe auf, die sie in den Stand setzte, jedem Applikanten fünfzehn Procent von seiner Forderung in gemünztem Gelde auszuzahlen. Sie gaben ihm die Note zurück, nachdem sie die geleistete theilweise Zahlung auf derselben bemerkt hatten.[11] Ein paar Noten mit dieser Bemerkung werden noch zur Erinnerung an jenes schlimme Jahr in den Archiven der Bank aufbewahrt. Das Papier des Instituts circulirte nach wie vor; aber der Werth schwankte heftig von Tag zu Tag, ja von Stunde zu Stunde, denn die öffentliche Meinung war in einem so reizbaren Zustande, daß die absurdeste Lüge, die ein Stockjobber erfinden konnte, hinreichte, um den Cours zum Steigen oder zum Fallen zu bringen. Einmal betrug der Discont nur sechs Procent, ein andermal vierundzwanzig Procent. Eine Zehnpfundnote, die am Morgen zu mehr als neun Pfund genommen worden, war oft gegen Abend keine acht Pfund mehr werth.[12]

Ein andres und unter den damaligen Umständen zweckentsprechenderes Ersatzmittel für klingendes Courantgeld verdankte sein Entstehen dem Scharfsinn Montague’s. Es war ihm gelungen, in Harley’s Landbankbill eine Klausel aufnehmen zu lassen, welche die Regierung ermächtigte, ein Papiergeld auszugeben, das täglich drei Pence Zinsen für hundert Pfund trug. Inmitten der altgemeinen Noth und Verwirrung erschienen die ersten Schatzkammerscheine, auf verschiedene Beträge von hundert Pfund bis herab zu fünf Pfund lautend. Dieses Zahlungsmittel wurde durch die Post rasch über das ganze Land verbreitet und war überall willkommen. Die Jakobiten zogen in jedem Kaffeehause heftig darüber her und schrieben viel schlechte Verse dagegen, doch mit nur geringem Erfolg. Der Plan fand so günstige Aufnahme, daß die Minister einmal beschlossen, Zwanzigschillingscheine und sogar Funfzehnschillingscheine zur Bezahlung der Truppen auszugeben. Dieser Beschluß scheint jedoch nicht zur Ausführung gekommen zu sein.[13]

Man kann sich schwer denken, wie ohne die Schatzkammerscheine die Regierung des Landes während dieses Jahres hätte ihren regelmäßigen Gang beibehalten können. Jede Einnahmequelle war durch den Stand des Geldmarktes geschmälert und eine Quelle, von der das Parlament zuversichtlich mehr als die Hälfte der zur Bestreitung der Kriegskosten erforderlichen Summe erwartet, hatte nicht einen Farthing eingetragen.

[_Finanzkrisis._] Die von der Landbank gehoffte Summe betrug nahe an zwei Millionen sechshunderttausend Pfund. Von dieser Summe war die Hälfte zu zeichnen und ein Viertel am 1. August einzuzahlen. Der König hatte noch unmittelbar vor seiner Abreise ein Decret unterzeichnet, welches bestimmte Commissare, unter denen Harley und Foley die bedeutendsten waren, zur Empfangnahme der Namen der Subscribenten ernannte.[14] Es wurde im Saale des mittleren Temple eine zahlreiche Versammlung von Personen gehalten, die bei dem Plane interessirt waren. Ein Subscriptionsbureau wurde in Exeter Change, ein andres in Mercers’ Hall eröffnet. Vierzig Agenten reisten durch das Land und verkündeten der Landgentry aller Grafschaften das Herannahen des goldenen Zeitalters hoher Renten und niedriger Zinsen. Der Regentschaftsrath zeichnete, um der Nation mit gutem Beispiele voranzugehen, fünftausend Pfund für den König, und die Zeitungen versicherten der Welt, daß die erforderliche Summe sehr bald voll werden würde.[15] Als aber drei Wochen vergangen waren, fand es sich, daß zu den vom Könige beigesteuerten fünftausend Pfund nur noch funfzehnhundert gekommen waren. Viele wunderten sich darüber; allein es war sehr wenig Grund dazu. Die Summe, welche die Freunde des Planes aufzubringen übernommen hatten, konnte nur von den Feinden des Planes beschafft werden. Die Landgentlemen waren dem Plane Harley’s hold; aber nur deshalb, weil sie Geld zu niedrigem Zinsfuße entlehnen wollten, und da sie Geld entlehnen wollten, waren sie natürlich nicht im Stande, welches herzugeben. Nur die vermögende Klasse konnte das zum Bestehen der Landbank Nöthige liefern, und die Landbank hatte eingestandenermaßen den Zweck, den Gewinn der vermögenden Klasse zu vermindern, ihren politischen Einfluß zu vernichten und ihre sociale Stellung zu erniedrigen. Da die Wucherer nicht Lust hatten, die Kosten der Unterdrückung des Wuchers selbst zu bezahlen, so scheiterte der ganze Plan in einer Weise, die im höchsten Grade lächerlich gewesen wäre, wenn die öffentlichen Angelegenheiten ein minder beunruhigendes Aussehen gehabt hätten. Der Tag rückte heran, und die sauber linirten Seiten des Einzeichnungsbuches in Mercers’ Hall waren noch immer leer. Die Commissare wußten nicht was sie denken sollten. In ihrer Noth baten sie die Regierung um Nachsicht. Viele große Kapitalisten, sagten sie, möchten gern unterzeichnen; aber sie zögerten damit, weil die Bedingungen zu hart seien. Das verlangte Kapital müsse vermindert werden. Wolle der Regentschaftsrath sich nicht zu einem Nachlasse von dreihunderttausend Pfund verstehen? Die Finanzen befanden sich in einem so traurigen Zustande und die Briefe, in denen der König seine Bedürfnisse darstellte, waren so dringend, daß der Regentschaftsrath schwankte. Die Commissare wurden gefragt, ob sie sich bei Bewilligung des verlangten Abzugs verbindlich machen würden, die ganze Summe aufzubringen. Ihre Antwort lautete unbefriedigend. Sie wagten nicht zu behaupten, daß sie über mehr als achthunderttausend Pfund gebieten könnten. In Folge dessen wurde die Unterhandlung abgebrochen. Der 1. August erschien, und der ganze Betrag, den die ganze Nation zu dem glänzenden Unternehmen beigesteuert hatte, von dem man sich so viel versprochen, belief sich auf zweitausendeinhundert Pfund.[16]

Gerade zu diesem Zeitpunkte kam Portland vom Continent an. Wilhelm hatte ihn mit dem Auftrage abgesandt, um jeden Preis Geld zu schaffen, gleichviel wie und woher. Der König hatte sich in Holland schon seines Privatcredits bedient, um seiner Armee Brot geben zu können. Aber es reichte Alles nicht hin. Er schrieb seinen Ministern, daß, wenn sie ihm nicht schleunigst Geld schicken könnten, seine Truppen sich entweder empören oder zu Tausenden desertiren würden. Er wisse wohl, sagte er, daß es bedenklich sein würde, in seiner Abwesenheit das Parlament einzuberufen; aber wenn kein andres Mittel ausfindig gemacht werden könne, müsse man es riskiren.[17] Der in die größte Verlegenheit versetzte Regentschaftsrath begann jetzt zu wünschen, daß die von den Commissaren in Mercers’ Hall angebotenen Bedingungen bei aller ihrer Härte angenommen worden wären. Die Unterhandlung wurde wieder angeknüpft. Shrewsbury, Godolphin und Portland, als Agenten der Regierung, hatten mehrere Conferenzen mit Harley und Foley, welche vor Kurzem behauptet hatten, daß achthunderttausend Pfund bereit seien, für die Landbank gezeichnet zu werden. Die Minister gaben die Zusicherung, daß, wenn in diesem Augenblicke nur die Hälfte dieser Summe vorgestreckt werden könnte, Diejenigen, welche dem Staate diesen Dienst erzeigt hätten, in der nächsten Session als Nationallandbank incorporirt werden sollten. Harley und Foley versprachen zuerst mit zuversichtlicher Miene das Verlangte aufzubringen. Aber sie nahmen bald ihr Wort zurück und zeigten große Lust, wegen Kleinigkeiten peinlich und streitsüchtig zu sein; schließlich schrumpften die achthunderttausend Pfund zu vierzigtausend zusammen, und selbst diese vierzigtausend waren nur unter harten Bedingungen zu haben.[18] So endete die große Täuschung der Landbank. Die Vollmacht erlosch und die Bureaux wurden geschlossen.