Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Vierter Band
Part 9
Es ist sonach klar, daß es sich gar nicht darum handelte, ob weltliche Ämter allen Religionsparteien ohne Unterschied offen stehen sollten. So lange Jakob König war, war Ausschließung unvermeidlich, und es fragte sich nur, wer ausgeschlossen werden sollte, ob Papisten oder Protestanten, die Wenigen oder die Vielen, hunderttausend Engländer oder fünf Millionen.
Dies sind die gewichtigen Gründe, durch welche das Verfahren des Prinzen von Oranien gegen die englischen Katholiken mit den Grundsätzen der Glaubensfreiheit in Einklang gebracht werden kann. Diese Gründe haben, wie man bemerken wird, mit keinem Theile der katholischen Theologie etwas zu thun. Ebenso wird man einsehen, daß sie ihr ganzes Gewicht verlieren mußten, als die Krone an ein protestantisches Herrscherhaus gekommen und die Macht des Unterhauses im Staate ein so entschiedenes Übergewicht erlangt hatte, daß kein Souverain, mochten seine Ansichten oder Neigungen sein, welche sie wollten, das Beispiel Jakob’s nachahmen konnte. Die Nation befand sich indessen nach ihren Schrecken, ihren Kämpfen und ihrer mit genauer Noth erlangten Rettung in einer mißtrauischen und rachsüchtigen Stimmung. Daher wurden Vertheidigungsmittel, welche die Nothwendigkeit gerechtfertigt hatte, die aber auch nur die Nothwendigkeit rechtfertigen konnte, noch lange, nachdem die Nothwendigkeit nicht mehr vorhanden war, hartnäckig beibehalten, und erst aufgegeben, nachdem das herrschende Vorurtheil einen langjährigen Kampf gegen die Vernunft bestanden hatte. Zu den Zeiten Jakob’s aber standen Vernunft und herrschendes Vorurtheil auf der nämlichen Seite. Der Fanatiker und Ignorant wollte den Katholiken vom Staatsdienste ausschließen, weil er Klötze und Steine anbetete, weil er das Zeichen des Thieres an sich trug, weil er London angezündet und Sir Edmondsbury Godfrey erwürgt hatte, und der einsichtsvollste und toleranteste Staatsmann wurde, während er über den Irrwahn lächelte, in dem das gemeine Volk befangen war, auf einem ganz andren Wege zu dem nämlichen Schlusse geführt.
Wilhelm’s großer Plan war jetzt, die zahlreichen Theile des großen Körpers, der ihn als sein gemeinschaftliches Oberhaupt betrachtete, zu einem Ganzen zu vereinigen. Bei diesem Werke hatte er mehrere geschickte und zuverlässige Mitarbeiter, von denen zwei, Burnet und Dykvelt, ihm ganz besonders nützlich waren.
[Anmerkung 56: Johnstone, 13. Jan. 1688; +Halifax’s Anatomy of an Equivalent+.]
[_Jakob’s Feindschaft gegen Burnet._] Burnet’s Dienste mußten allerdings mit einiger Vorsicht angewendet werden. Die freundliche Aufnahme, die er im Haag gefunden, hatte Jakob heftig aufgebracht, und Marie erhielt von ihrem Vater zwei Briefe voll Invectiven gegen den frechen und wühlerischen Theologen, den sie beschützte. Diese Beschuldigungen aber machten einen so geringen Eindruck auf sie, daß sie Antworten darauf zurücksandte, welche Burnet selbst dictirt hatte. Im Januar 1687 endlich schritt der König zu energischeren Maßregeln. Skelton, der die englische Regierung bei den Vereinigten Provinzen vertreten hatte, wurde nach Paris versetzt und erhielt Albeville, das schwächste und gemeinste Mitglied der ganzen jesuitischen Cabale, zum Nachfolger. Geld war Albeville’s einziger Lebenszweck, und er nahm es von Jedem, der es ihm anbot. Er wurde zu gleicher Zeit von Frankreich und von Holland bezahlt. Er verschmähte sogar den erbärmlichen Anstand, den auch die Bestechlichkeit zu beobachten pflegt, und nahm so kleine Geschenke an, wie sie eher einem Lastträger oder einem Bedienten zukommen als einem Gesandten, der mit einer englischen Baronie und einem ausländischen Marquisate beehrt worden war. Einmal steckte er mit der größten Gemüthsruhe ein Trinkgeld von fünfzig Pistolen für einen Dienst ein, den er den Generalstaaten geleistet hatte. Dieser Mann war beauftragt, zu verlangen, daß Burnet im Haag nicht länger begünstigt werde. Wilhelm, der keine Lust hatte, sich von einem so werthvollen Freunde zu trennen, antwortete zuerst mit seiner gewohnten Kälte: „Ich wüßte nicht, Sir, daß der Doctor seit seinem Hiersein etwas gethan oder gesagt hätte, worüber Seine Majestät sich mit Grund beklagen könnte.“ Jakob aber bestand entschieden auf seiner Forderung, und da die geeignete Zeit zu einem offenen Bruche noch nicht gekommen war, so mußte Wilhelm nachgeben. Über anderthalb Jahr lang kam Burnet weder mit dem Prinzen, noch mit der Prinzessin in persönliche Berührung; aber er wohnte in ihrer Nähe, wurde von Allem, was vorging, genau unterrichtet, sein Rath ward beständig in Anspruch genommen, seine Feder bei jedem wichtigen Anlasse benutzt und viele der schärfsten und wirksamsten Aufsätze und Flugschriften, welche damals in London erschienen, wurden ihm mit Recht zugeschrieben.
Jakob’s Wuth entbrannte. Er war von jeher für zornige Leidenschaften nur zu empfänglich gewesen, aber noch keinen seiner Feinde, selbst die nicht, welche sich gegen sein Leben verschworen oder es versucht hatten, ihm durch Meineid die Schuld des Verraths und des Mordes aufzubürden, hatte er mit einer solchen Erbitterung gehaßt, als er jetzt Burnet haßte. Seine Majestät schimpfte täglich in höchst unköniglicher Sprache auf den Doctor und sann auf ungesetzliche Rache. Selbst Blut genügte diesem wüthenden Hasse nicht; der unverschämte Theolog mußte gefoltert werden, ehe er sterben durfte. Zum Glück war er ein Schotte von Geburt, und in Schottland konnten seine Beine erst in den spanischen Stiefeln zerquetscht werden, bevor er auf dem Grasmarkte gehängt wurde. Zu dem Ende wurde in Edinburg der Prozeß gegen ihn eingeleitet; aber er war in Holland naturalisirt, hatte eine vermögende Frau aus dieser Provinz geheirathet und es war gewiß, daß sein Adoptivvaterland ihn nicht ausliefern würde. Man beschloß daher, ihn wegfangen zu lassen. Mit großen Summen wurden einige Bösewichter für diesen gefährlichen und schändlichen Dienst gedungen; im Staatssekretariat wurde zu diesem Zwecke eine Anweisung auf dreitausend Pfund Sterling ausgestellt. Ludwig wurde von dem Plane unterrichtet und interessirte sich außerordentlich dafür; er sicherte seinen kräftigen Beistand zu, damit der Schurke nach England gebracht werde, und versprach, daß die Werkzeuge der Rache Jakob’s in Frankreich eine Freistätte finden sollten. Burnet kannte die ihm drohende Gefahr wohl, aber Furcht gehörte nicht zu seinen Fehlern. Er veröffentlichte eine beherzte Antwort auf die in Edinburg gegen ihn erhobenen Anschuldigungen. Er wisse, sagte er, daß man ihn ohne Prozeß hinzurichten gedenke, aber er vertraue auf den König aller Könige, zu dem unschuldiges Blut selbst gegen die mächtigsten Fürsten der Erde nicht vergebens schreien werde. Er gab einigen Freunden ein Abschiedsmahl, und nach demselben nahm er als ein Mann, der dem Tode verfallen sei und mit dem sie ohne Gefahr nicht mehr umgehen könnten, feierlich Abschied von ihnen. Dessenungeachtet zeigte er sich nach wie vor so furchtlos auf allen öffentlichen Plätzen im Haag, daß seine Freunde ihm wegen seiner Tollkühnheit bittere Vorwürfe machten.[57]
[Anmerkung 57: +Burnet I. 726--731+; +Answer to the Criminal Letters issued out against Dr. Burnet+; +Avaux Neg., July 7.(17.), 14.(24.) July 28. (Aug. 7.) 1687, Jan. 19.(29.) 1688+; Ludwig an Barillon, 30. Dec. 1687 (9. Jan. 1688); Johnstone an Waristoun, 21. Febr. 1688; Lady Russel an +Dr.+ Fitzwilliam, 5. Oct. 1687. Da man vermuthet hat, daß Burnet, der seine persönliche Wichtigkeit nicht zu unterschätzen pflegte, die ihm drohende Gefahr übertrieben habe, so will ich hier die Worte Ludwig’s und Johnstone’s anführen: +„Qui que ce soit“+, sagt Ludwig, +„qui entreprenne de l’enlever en Hollande trouvera non seulement une retraite assurée et une entière protection dans mes états, mais aussi toute l’assistance qu’il pourra désirer pour faire conduire surement ce scélérat en Angleterre.“+ -- „Mit Bamfield (Burnet) ist es ganz bestimmt so“, sagt Johnstone. „Niemand zweifelt hier daran, und Einige, die dabei betheiligt sind, leugnen es nicht. Seine Freunde sagen, sie hätten gehört, daß er nicht vorsichtig sei, sondern aus Eitelkeit, um seinen Muth zu zeigen, mit thörichter Verwegenheit handle, so daß Jedermann ihn auslachen werde, wenn ihm ein Unglück zustoßen sollte. Ich bitte ihm dies von Seiten Jones’ (Johnstone) zu sagen. Wenn Einige abgefaßt werden könnten, während sie ihren +coup d’essai+ auf ihn machen, so wäre das sehr gut, weil sie dadurch abgeschreckt würden, etwas gegen Ogle (den Prinzen) zu unternehmen.“]
[_Sendung Dykvelt’s nach England._] Während Burnet Wilhelm’s Sekretär für die englischen Angelegenheiten in Holland war, wurde Dykvelt mit nicht geringerem Nutzen in London verwendet. Dykvelt war einer von den ausgezeichneten Staatsmännern, welche in der edlen Schule des Johann de Witt ihre politische Bildung erhalten hatten und nach dem Falle dieses großen Ministers ihre Pflichten gegen die Republik dadurch am besten zu erfüllen glaubten, daß sie sich um den Prinzen von Oranien schaarten. Keiner von den Diplomaten im Dienste der Vereinigten Provinzen stand in Bezug auf Gewandtheit, Character und Manieren über Dykvelt, und ebenso scheint keiner ihm in der Kenntniß der englischen Verhältnisse gleichgekommen zu sein. Es fand sich ein Vorwand, um ihn zu Anfang des Jahres 1687 mit Beglaubigungsschreiben von den Generalstaaten in einer besonderen Mission nach England zu senden. Eigentlich aber galt seine Sendung nicht der Regierung, sondern der Opposition, und er handelte nach Privatinstructionen, welche von Burnet entworfen und von Wilhelm genehmigt waren.[58]
[Anmerkung 58: +Burnet, I. 708+; +Avaux Neg., Jan. 3.(13.), Feb. 6.(16.) 1687+; +Van Kampen, Karakterkunde der Vaderlandsche Geschiedenis.+]
[_Unterhandlungen Dykvelt’s mit englischen Staatsmännern._] Dykvelt berichtete, daß Jakob sich durch das Benehmen des Prinzen und der Prinzessin tief gekränkt fühle. „Die Pflicht meines Neffen ist, meine Hand zu stärken“, sagte der König, „aber es hat ihm von jeher Vergnügen gemacht, wenn er mir hat hinderlich sein können.“ Dykvelt antwortete, in Privatangelegenheiten habe Seine Hoheit stets die Wünsche des Königs berücksichtigt und werde dies auch in Zukunft jederzeit thun, aber es sei doch kaum recht und billig, die Unterstützung eines protestantischen Fürsten gegen die protestantische Kirche zu erwarten.[59] Der König war zum Schweigen gebracht, aber nicht besänftigt. Mit einem Verdrusse, den er nicht verhehlen konnte, sah er, daß Dykvelt alle die verschiedenen Abteilungen der Opposition mit einer Geschicklichkeit musterte und einschulte, welche dem gewandtesten englischen Staatsmanne zur Ehre gereicht haben würde und die bei einem Ausländer bewundernswürdig war. Der Geistlichkeit wurde gesagt, daß sie in dem Prinzen einen Freund des Episcopats und der Liturgie finden werde. Den Nonconformisten wurde Hoffnung gemacht, daß sie von ihm nicht nur Duldung, sondern sogar Gleichstellung zu erwarten hätten. Selbst die römischen Katholiken wurden versöhnt und einige der Angesehensten unter ihnen sagten dem Könige ins Gesicht, daß sie mit dem, was Dykvelt ihnen biete, zufrieden seien und daß sie eine durch das Gesetz verbürgte Duldung einem gesetzwidrigen und unsicheren Übergewichte vorzögen.[60]
[Anmerkung 59: +Burnet I. 711+. Dykvelt’s Depeschen an die Generalstaaten enthalten, so weit ich es habe ersehen oder erfahren können, kein Wort über den wirklichen Zweck seiner Sendung. Seine Correspondenz mit dem Prinzen von Oranien war streng privater Natur.]
[Anmerkung 60: Bonrepaux, 12.(22.) Sept. 1687.]
[_Danby._] Die Oberhäupter aller wichtigen Parteien der Nation hielten häufige Besprechungen in Gegenwart des geschickten Gesandten. Die Ansicht der Torypartei war bei diesen Zusammenkünften hauptsächlich durch die Earls von Danby und von Nottingham vertreten. Obgleich seit Danby’s Sturze bereits über acht Jahre vergangen waren, so stand sein Name doch bei den alten Kavalieren Englands noch in hohem Ansehen, und selbst viele von denjenigen Whigs, die ihn früher verfolgt hatten, gaben jetzt bereitwillig zu, daß er für die Sünden Anderer habe büßen müssen und daß sein Eifer für die Hoheitsrechte ihn zwar oft irre geleitet habe, aber bei alledem durch zwei ehrenwerthe Gefühle gemildert worden sei: durch Eifer für die Staatsreligion und durch Eifer für die Würde und Unabhängigkeit seines Vaterlandes. Auch im Haag wurde er hoch geschätzt, denn man vergaß es ihm dort nie, daß er es gewesen war, der Karl trotz des Einflusses Frankreichs und der Papisten bewogen hatte, die Hand der Prinzessin Marie ihrem Vetter zu geben.
[_Nottingham._] Daniel Finch, Earl von Nottingham, ein Edelmann, dessen Name in der Geschichte dreier ereignißvoller Regierungen häufig genannt werden wird, stammte aus einer Familie von unvergleichlicher juristischer Auszeichnung. Einer seiner Verwandten hatte das Siegel Karl’s I. geführt, hatte seine eminenten Talente und Kenntnisse zu schlechten Zwecken gemißbraucht und war von der Rache der Gemeinen Englands, mit Falkland an der Spitze, verfolgt worden. Einen ehrenvolleren Ruf erlangte unter der folgenden Generation Heneage Finche. Er war unmittelbar nach der Restauration zum Staatsprokurator ernannt worden und war nacheinander zum Lordsiegelbewahrer, zum Lordkanzler, zum Baron Finch und Earl von Nottingham emporgestiegen. Während dieser ganzen glänzenden Laufbahn hatte er die Hoheitsrechte stets so hoch gehalten, als er es mit Ehren und Anstand konnte; nie aber war er bei irgend einer Machination gegen die Grundgesetze des Reichs betheiligt gewesen. Inmitten eines verderbten Hofes hatte er seine persönliche Rechtschaffenheit unbefleckt zu erhalten gewußt. Auch als Redner genoß er eines hohen Rufes, obwohl seine nach Mustern aus der Zeit vor dem Bürgerkriege gebildete Diction gegen das Ende seines Lebens von den Schöngeistern der heranwachsenden Generation steif und pedantisch genannt wurde. In Westminsterhall wird er noch immer mit Achtung als der Mann erwähnt, welcher aus dem Chaos, dem man in alter Zeit den Namen der Billigkeit gab, zuerst ein neues juristisches System bildete, das ebenso geregelt und vollständig ist wie das nach welchem die Richter des gemeinen Rechts verfahren.[61] Ein wesentlicher Theil der sittlichen und geistigen Eigenschaften dieses großen Staatsmannes ging mit dem Titel Nottingham auf seinen ältesten Sohn über. Dieser Sohn, der Earl Daniel, war ein rechtschaffener und tugendhafter Mann. Obwohl er in einigen abgeschmackten Vorurtheilen befangen und sonderbaren Anfällen von Launenhaftigkeit unterworfen war, kann man ihn doch nicht beschuldigen, daß er um unredlichen Gewinns oder strafbaren Genusses willen vom Pfade des Rechts abgewichen wäre. Er war, wie sein Vater, ein ausgezeichneter Redner und sprach eindringlich, aber weitschweifig und mit zu monotoner Gemessenheit. Seine Persönlichkeit entsprach ganz seiner Rede. Seine Haltung war steif, seine Gesichtsfarbe so dunkel, daß man ihn für den Eingebornen eines wärmeren Himmelstrichs hätte halten können, und seine scharf markirten Gesichtszüge hatten einen Ausdruck, welcher dem des Hauptleidtragenden bei einem Begräbnisse glich. Man pflegte von ihm zu sagen, daß er eher wie ein spanischer Grande als wie ein englischer Gentleman aussähe. Spottvögel gaben ihm die Spitznamen Dismal (Trübselig), Don Dismallo und Don Diego, welche noch heute nicht vergessen sind. Er hatte auf das Studium der Wissenschaft, durch die seine Familie sich so hoch emporgeschwungen, großen Fleiß verwendet und war für einen vornehm und reich gebornen Mann in den Gesetzen seines Vaterlandes erstaunlich bewandert. Er war ein treuer Sohn der Hochkirche und bewies seine Achtung vor derselben auf zwei Wegen, welche bei den Lords, die sich zu seiner Zeit als ihre besonderen Freunde gerirten, nicht gewöhnlich war, nämlich dadurch, daß er Schriften zur Vertheidigung ihrer Glaubenssätze herausgab und daß er sich in seinem Privatleben nach ihren Gebeten richtete. Wie viele andre eifrige Anglikaner hatte er bis vor Kurzem die monarchische Regierungsform kräftig unterstützt. Die Politik aber, welche seit der Unterdrückung des Aufstandes im Westen befolgt wurde, empörte ihn auf das heftigste, und zwar deshalb nicht weniger, weil sein jüngerer Bruder Heneage in Folge seiner Weigerung, die Dispensationsgewalt des Königs zu vertheidigen, seines Amtes als Generalprokurator entsetzt worden war.[62]
[Anmerkung 61: Siehe seine Biographie von Lord Campbell.]
[Anmerkung 62: Johnstone’s Correspondenz; +Mackay’s Memoirs+; +Arbuthnot’s John Bull+; Swift’s Schriften von 1710 bis 1714 an mehreren Stellen; Whiston’s Brief an den Earl von Nottingham und des Letzteren Antwort darauf.]
[_Halifax._] Mit diesen beiden großen toryistischen Earls war jetzt Halifax, das ausgezeichnete Oberhaupt der Trimmers, verbunden. Auf Nottingham’s Gesinnungen scheint Halifax damals in der That einen entschiedenen Einfluß ausgeübt zu haben. Zwischen Halifax und Danby bestand eine Feindschaft, welche am Hofe Karl’s begonnen hatte und nachher auch den Hof Wilhelm’s beunruhigte, während der Tyrannei Jakob’s aber wie viele andere Feindschaften ruhte. Die beiden Gegner trafen häufig in den von Dykvelt veranstalteten Conferenzen zusammen und stimmten in dem Ausdrucke des Mißfallens an der Politik der Regierung und der Verehrung für den Prinzen von Oranien überein. In ihrem Verkehr mit den holländischen Gesandten trat die Characterverschiedenheit der beiden Staatsmänner stark hervor. Halifax zeigte ein bewundernswürdiges Talent für Auseinandersetzungen, scheute sich aber vor kühnen und unwiderruflichen Entschlüssen. Danby war minder fein und beredt, besaß aber mehr Energie, Entschlossenheit und praktischen Scharfblick.