Geschichte von England seit der Thronbesteigung Jakob's des Zweiten. Zehnter Band: enthaltend Kapitel 19 und 20.

Part 27

Chapter 273,391 wordsPublic domain

Die achtungswertheren Jakobiten ehrten Wilhelm's Schmerz und Mariens Andenken. Den heftigeren Zeloten der Partei aber war weder das Haus der Trauer noch das Grab heilig. In Bristol läuteten die Anhänger Sir John Knight's die Glocken, wie zur Feier eines Sieges.[135] Es ist oft erzählt worden und klingt durchaus nicht unwahrscheinlich, daß ein eidverweigernder Geistlicher inmitten der allgemeinen Trauer über den Text gepredigt habe: »Besehet doch die Verfluchte und begrabet sie, denn sie ist eines Königs Tochter.« Es ist erwiesen, daß einige der abgesetzten Priester sie bis ans Grab mit Schmähungen verfolgten. Ihr Tod, sagten sie, sei offenbar eine Strafe für ihr Verbrechen. Gott habe, vom Gipfel des Sinai unter Donner und Blitz den Kindern, die ihre Eltern ehren würden, langes Leben versprochen, und in diesem Versprechen liege augenscheinlich eine Drohung. Welcher Vater sei jemals von seinen Töchtern so schändlich behandelt worden wie Jakob von Marien und Anna? Marie sei in der Blüthe des Lebens, in der Fülle der Schönheit, auf dem Gipfel des Glücks dahingerafft worden, und Anna werde wohl thun, diese Warnung zu benutzen. Wagstaffe ging noch weiter und sprach ein Langes und Breites über gewisse sonderbare Zeitcoincidenzen. Jakob sei in der Weihnachtswoche aus seinem Palaste und seinem Lande vertrieben worden. Marie sei in der Weihnachtswoche gestorben. Es könne keinem Zweifel unterliegen, daß, wenn wir die Geheimnisse der Vorsehung zu ergründen vermöchten, wir finden würden, daß die Wendung in der Krankheit der Tochter im December 1694 in genauer Analogie mit der Wendung in dem Schicksale des Vaters im December 1688 stände. Um Mitternacht sei der Vater von Rochester geflohen; um Mitternacht sei die Tochter gestorben. Solcher Art war die Tiefe und der Scharfsinn eines Schriftstellers, den die jakobitischen Schismatiker mit Recht als eines ihrer talentvollsten Häupter betrachteten.[136]

Die Whigs hatten bald eine Gelegenheit, sich zu revangiren. Triumphirend erzählten sie, daß ein Stadtschreiber, ein starrer Anhänger des erblichen Rechts, während er über die Strafe, welche die Königin ereilt habe, frohlockte, selbst plötzlich todt zu Boden gesunken sei.[137]

[_Mariens Leichenbegängniß._] Des Leichenbegängnisses erinnerte man sich lange als des traurigsten und feierlichsten, das Westminster je gesehen. Während die irdische Hülle der Königin in Whitehall auf dem Paradebette lag, waren die benachbarten Straßen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit Menschenmassen angefüllt, welche allen Geschäftsverkehr unmöglich machten. Die beiden Häuser mit ihren Sceptern folgten der Bahre, die Lords in Scharlach und Hermelin, die Gemeinen in langen schwarzen Mänteln. Noch nie war ein Souverain vom Parlamente zum Grabe geleitet worden, denn bisher war das Parlament immer mit dem Souverain erloschen. Man hatte zwar eine Schrift verbreitet, in der ein unbedeutender scharfzungiger Rabulist seine Logik anwendete, um den Beweis zu führen, daß Ausschreiben, welche unter den vereinten Namen Wilhelm's und Mariens erlassen seien, keine Gültigkeit mehr haben könnten, sobald Wilhelm allein regierte. Aber diese erbärmliche Sophisterei hatte ihre Wirkung gänzlich verfehlt. Sie war im Unterhause gar nicht, und im Oberhause nur erwähnt worden, um mit Verachtung verworfen zu werden. Die gesammte Magistratur der City schloß sich dem Zuge an. Die Banner England's und Frankreich's, Schottland's und Irland's wurden von vornehmen Edelleuten vor dem Sarge her getragen. Die Zipfel des Leichentuches trugen die Oberhäupter der berühmten Häuser Howard, Seymour, Grey und Stanley. Auf dem prachtvollen Sarge von Purpur und Gold lagen Krone und Scepter des Reichs. Der Tag war ganz geeignet für eine solche Feierlichkeit. Der Himmel war dunkel und trübe und einige Schneeflocken fielen auf die schwarzen Federn des Leichenwagens. In der Abtei strahlten Schiff, Chor und Transept von zahllosen Wachskerzen. Die Leiche wurde unter einem prächtigen Thronhimmel im Mittelpunkte der Kirche abgesetzt, während der Primas predigte. Der erste Theil seines Vortrags war durch pedantische Abtheilungen und Unterabtheilungen verunziert; gegen den Schluß hin aber erzählte er was er selbst gesehen und gehört mit einer Einfachheit und einem Ernste, welche ergreifender waren, als die kunstvollste Rhetorik es hätte sein können. Während der ganzen Ceremonie hörte man von Minute zu Minute den entfernten Kanonendonner von den Batterien des Tower. Die holde Königin ruht unter ihren erlauchten Verwandten im südlichen Flügel der Kapelle Heinrich's VII.[138]

[_Gründung des Greenwich-Hospitals._] Die Liebe, mit der ihr Gemahl ihr Andenken feierte, wurde bald durch das prächtigste Denkmal bethätigt, das je einem Herrscher errichtet worden ist. Kein Plan war so ganz von ihr ausgegangen und hatte ihr so sehr am Herzen gelegen als der, den Palast zu Greenwich in ein Asyl für Seeleute zu verwandeln. Die Idee war in ihr aufgestiegen, als sie sah, wie schwer es hielt, den Tausenden von Tapferen, welche nach der Schlacht von La Hogue verwundet nach England zurückkehrten, ein gutes Obdach und gute Pflege zu verschaffen. Zu ihren Lebzeiten war so gut wie nichts für die Verwirklichung ihres Lieblingsplanes gethan worden. Aber es war als ob ihr Gemahl, sobald er sie verloren, sich wegen der Nichtachtung ihrer Wünsche Vorwürfe gemacht hätte. Es wurde keine Zeit mehr verloren. Man entwarf einen Bauplan, und bald erhob sich am Ufer der Themse ein Gebäude, das das Asyl, welches der prachtliebende Ludwig für seine Soldaten errichtet, bei weitem übertraf. Wer die Inschrift rund um den Fries der Halle liest, wird bemerken, daß Wilhelm keinen Theil von dem Verdienste des Plans für sich beansprucht und daß er dasselbe lediglich Marien überläßt. Hätte der König bis zur Vollendung des Bauwerks gelebt, so würde die Statue der Frau, welche die eigentliche Gründerin der Anstalt war, in dem Hofe, der den Massen, welche beständig den majestätischen Strom auf und ab fahren, zwei hohe Kuppeln und zwei geschmackvolle Säulengänge zeigt, einen ins Auge fallenden Platz erhalten haben. Doch dieser Theil des Planes kam nicht zur Ausführung, und nur Wenige von Denen, welche jetzt das großartigste aller Hospitäler Europa's betrachten, wissen, daß es ein Erinnerungszeichen der Tugenden der Königin Marie, der Liebe und der Trauer Wilhelm's und des großen Sieges von La Hogue ist.

Fußnoten.

[1] +Life of James, II. 497.+

[2] +Hamilton's Zeneyde.+

[3] +A View of the Court of St. Germains from the Year 1690 to 1695, 1696; Ratio Ultima, 1697.+ In den +Nairne Papers+ befindet sich ein Brief, in welchem den eidverweigernden Bischöfen befohlen wird, einen protestantischen Geistlichen nach Saint-Germains zu schicken. Diesem Briefe wurde schleunigst ein andrer nachgesandt, der den Befehl widerrief. Beide Briefe findet man in Macpherson's Sammlung. Sie sind beide vom 16. Oct. 1693 datirt. Ich vermuthe, daß der erste nach dem neuen Style, der zweite nach dem alten Style datirt war.

[4] +Ratio Ultima; History of the late Parliament, 1699.+

[5] +View of the Court of St. Germains from 1690 to 1695.+ Daß Dunfermline sehr schlecht behandelt wurde, geht selbst aus den Memoiren Dundee's, 1714, klar hervor.

[6] Noch im Jahre 1690 machte das Conclave der Jakobitenhäupter, das Preston seine Instructionen gab, Jakob nachdrückliche Vorstellungen über diesen Gegenstand. »Er muß die Bigotterie von Saint-Germains verwerfen und ihren Sinn dahin lenken, daß sie auf die Mittel denken, von denen sich am ehesten erwarten läßt, daß die Nation dadurch gewonnen wird. Denn täglich geschieht dort dies und jenes, was zu unsrer Kenntniß kommt, wodurch die Erfüllung ihrer sehnlichen Wünsche verzögert wird.« Siehe auch +A Short and True Relation of Intrigues transacted both at Home and Abroad to restore the late King James, 1694.+

[7] +View of the Court of St. Germains.+ Die in diesem Werke gegebene Darstellung wird durch eine wichtige Schrift bestätigt, die sich unter den Nairne'schen Manuscripten befindet. Einige von den Oberhäuptern der jakobitischen Partei in England richteten eine Vorstellung an Jakob, worin eine Stelle folgendermaßen lautet: »Sie bitten, daß Eure Majestät geruhen möge, den Kanzler von England in Ihren Staatsrath aufzunehmen; Ihre Feinde haben Vortheil davon, daß er nicht darin ist.« Jakob's Antwort ist ausweichend: »Der König wird bei jeder Gelegenheit bereit sein, die gerechte Werthschätzung und Achtung zu bekunden, die er seinem Lordkanzler zollt.«

[8] +A Short and True Relation of Intrigues, 1694.+

[9] Siehe den Aufsatz mit der Ueberschrift: »Für meinen Sohn, den Prinzen von Wales, 1692.« Er ist am Schlusse des +Life of James+ abgedruckt.

[10] Burnet +I+. 683.

[11] Ueber diesen Ministerwechsel in Saint-Germains sehe man die höchst interessante aber sehr verworrene Erzählung im »Leben Jakob's«, +II+. 498-515; Burnet +II+. 219; +Mémoires de Saint-Simon; A French Conquest neither desirable nor practicable;+ und die aus den +Nairne Papers+ von Macpherson abgedruckten Briefe.

[12] +Life of James, II. 509.+ Bossuet's Ansicht findet man im Appendix zu Mazure's Geschichte. Der Bischof faßt seine Argumente folgendermaßen zusammen: +»Je dirai donc volontiers, aux Catholiques, s'il y en a qui n'approuvent point la déclaration dont il s'agit; Noli esse justus multum; neque plus sapias quam necesse est, ne obstupescas.«+ Im »Leben Jakobs« wird behauptet, daß die französischen Doctoren andrer Meinung geworden seien und daß Bossuet, obgleich er länger ausgehalten als die Uebrigen, endlich auch eingesehen, daß er im Irrthum gewesen, sich aber nicht habe entschließen können, förmlich zu widerrufen. Ich habe eine viel zu hohe Meinung von Bossuet's Verstande, als daß ich dies glauben könnte.

[13] +Life of James, II. 505.+

[14] +»En fin celle cy -- j'entends la déclaration -- n'est que pour rentrer; et l'on peut beaucoup mieux disputer des affaires des Catholiques à Whythall qu'à Saint Germain.«+ Mazure, Anhang.

[15] Baden an die Generalstaaten, 2. (12.) Juni 1693. Viertausend noch feuchte Exemplare wurden in diesem Hause gefunden.

[16] Baden's Briefe an die Generalstaaten vom Mai und Juni 1693. +An Answer to the late King James's Declaration published at Saint Germains, 1693.+

[17] +Life of James, II. 514.+ Ich kann nicht glauben, daß Ken zu Denen gehörte, welche die Erklärung von 1693 als zu mild tadelten.

[18] Unter den +Nairne Papers+ befindet sich ein Brief, den Middleton bei dieser Gelegenheit an Macarthy schrieb, welcher damals in Deutschland diente. Middleton bemüht sich, Macarthy zu beschwichtigen und ihn zur Beschwichtigung Anderer zu bewegen. Kein Staatsminister hat je etwas Falscheres geschrieben. »Der König,« sagt der Sekretär, »verspricht in der vorerwähnten Erklärung, die Vertheilung des Grundeigenthums wieder in den vorigen Stand zu setzen, zu gleicher Zeit aber erklärt er, daß er alle Diejenigen, welche darunter leiden, durch Aequivalente entschädigen werde.« Jakob erklärte jedoch keineswegs, daß er irgend Jemanden entschädigen wolle, sondern nur, daß er mit seinem Parlamente über den Gegenstand zu Rathe gehen werde. Ferner erklärte er nicht, daß er über die Entschädigung Aller, welche darunter leiden könnten, sondern nur Derjenigen, die ihn bis zuletzt begleitet hätten, mit dem Parlamente zu Rathe gehen werde. Und endlich sagte er nichts von Aequivalenten. Die Idee, Jedermann, der unter der Ansiedlungsacte litt, ein Aequivalent zu geben, mit anderen Worten, ein Aequivalent für das Freilehen des halben Grund und Bodens von Irland zu geben, war offenbar absurd. Middleton's Brief befindet sich in Macpherson's Sammlung. Ich will ein Beispiel von der Sprache geben, welche die Whigs bei dieser Gelegenheit führten. »Die Katholiken Irland's,« sagt ein Schriftsteller, »weichen zwar im Punkte des Interesses wie des Bekenntnisses von uns ab, aber man muß ihnen die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß sie, wenn auch nicht von uns, so doch von dem vorigen Könige Gutes verdient haben, und daß der vorige König sie verließ und ausschloß, ist ein Beispiel von so ungewöhnlicher Undankbarkeit, daß die Protestanten nicht verpflichtet sind, zu einem Fürsten zu halten, der seine eigne Partei und ein Volk im Stiche läßt, das ihm und seinen Interessen bis zum letzten Augenblicke treu geblieben ist.« -- +A short and true Relation of the Intrigues etc. 1694.+

[19] Das Stiftungsdecret wurde vom Pariser Parlamente am 10. April 1693 einregistrirt.

[20] Der Brief ist vom 19. April 1693. Er befindet sich unter den Nairne'schen Manuscripten und wurde von Macpherson abgedruckt.

[21] +»Il ne me plait nullement que M. Middleton est allé en France. Ce n'est pas un homme qui voudrait faire un tel pas sans quelque chose d'importance, et de bien concerté sur quoy j'ay fait beaucoup de reflections que je reserve à vous dire a vostre heureuse arrivée.«+ -- Wilhelm an Portland von Loo, 18. (28.) April 1693.

[22] Die beste Schilderung von Wilhelm's damaligen Mühen und Besorgnissen findet man in seinen Briefen an Heinsius, besonders in denen vom 1., 9. und 30. Mai 1693.

[23] Er spricht sehr niedergeschlagen in seinem Briefe an Heinsius vom 30. Mai. Saint Simon sagt: +»On a su depuis que le Prince d'Orange écrivit plusieurs fois au prince de Vaudemont, son ami intime, qu'il était perdu et qu'il n'y avait que par un miracle qu'il put échapper.«+

[24] Saint-Simon; Monthly Mercury, Juni 1693. Burnet +II+. 111.

[25] +Mémoires de Saint-Simon;+ Burnet +I+. 404.

[26] Wilhelm an Heinsius, 7. (17.) Juli 1693.

[27] Saint-Simon's Worte sind bemerkenswerth: +»Leur cavalerie,«+ sagt er, +»y fit d'abord plier les troupes d'élite jusqu'alors invincibles.«+ Er setzt hinzu: +»Les gardes du Prince d'Orange, ceux de M. de Vaudemont, et deux regimens anglais en eurent l'honneur.«+

[28] Berwick; Saint-Simon; Burnet +I+. 112. 113; Feuquières; London Gazette vom 27. und 31. Juli und 3. August 1693; französischer officieller Bericht; Bericht, den der König von Großbritannien an Ihre Hochmögenden sandte, vom 2. August 1693; Auszug aus einem Briefe vom Adjutanten der Gardedragoner des Königs von England vom 1. August; Dykvelt's Brief an die Generalstaaten, datirt vom 30. Juli Nachmittags. Die letzten vier Piecen findet man in dem Monthly Mercury vom Juli und August 1693. Siehe auch die +History of the last Campain in the Spanish Netherlands, by Edward D'Auverquerque,+ dem Herzog von Ormond gewidmet, 1693. Die Franzosen ließen Wilhelm Gerechtigkeit widerfahren. +»Le prince d'Orange,«+ schrieb Racine an Boileau, +»pensa être pris après avoir fait des merveilles.«+ Siehe ferner die glühende Schilderung von Sterne, der wahrscheinlich noch oftmals von alten Soldaten die Schlacht hatte durchkämpfen hören. Bei dieser Gelegenheit blieb der Corporal Trim verwundet auf dem Schlachtfelde liegen und wurde von der Beguine gepflegt.

[29] Brief von Lord Perth an seine Schwester vom 17. Juni 1694.

[30] Saint-Simon erwähnt den gegen den Marschall ausgesprochenen Tadel. Feuquières, der ein sehr competenter Richter war, sagt uns, Luxemburg sei mit Unrecht getadelt worden und die französische Armee sei wirklich durch ihre Verluste zu sehr geschwächt gewesen, um ihren Sieg benutzen zu können.

[31] Die Angabe dessen was geschehen sein würde, wenn Luxemburg die Macht und den Willen gehabt hätte, seinen Sieg zu benutzen, habe ich einer wie es scheint sehr männlichen und verständigen Rede entnommen, welche Talmash am nächsten 11. December im Hause der Gemeinen hielt. Siehe Grey's +Debates+.

[32] Wilhelm an Heinsius vom 20. (30.) Juli 1693.

[33] Wilhelm an Portland, 21. (31.) Juli 1693.

[34] London Gazette vom 24. April und 15. Mai 1693.

[35] +Burchett's Memoirs of Transactions at Sea;+ Burnet +II+. 114, 115, 116; London Gazette vom 17. Juli 1693; Monthly Mercury vom Juli; Brief aus Cadix vom 4. Juli.

[36] +Narcissus Luttrell's Diary;+ Baden an die Generalstaaten, 14. (24.) Juli, 25. Juli (4. Aug.). Unter den Tanner'schen Manuscripten in der Bodlejanischen Bibliothek befinden sich Briefe, welche die Aufregung in der City schildern. »Ich wünsche,« sagt einer von Sancroft's jakobitischen Correspondenten, »daß er uns die Augen öffnen und unsre Ansicht ändern möge. Aber nach den Berichten, die ich gesehen habe, verließ die Türkei-Compagnie vollkommen befriedigt und aufgeheitert die Königin und den Staatsrath.«

[37] London Gazette vom 21. Aug. 1693; L'Hermitage an die Generalstaaten, 28. Juli (7. Aug.). Da ich in diesem und den folgenden Kapiteln die Depeschen L'Hermitage's häufig benutzen werde, so wird es passend sein, etwas über ihn zu sagen. Er war ein französischer Refugié und lebte als Agent der Waldenser in London. Einige seiner Beschäftigungen hatte darin bestanden, Heinsius Neuigkeitsbriefe zu senden. Einige interessante Auszüge aus diesen Neuigkeitsbriefen findet man in dem Werke des Barons Sirtema de Grovestins. Wahrscheinlich auf Anrathen des Großpensionairs forderten die Generalstaaten durch einen vom 24. Juli (3. Aug.) 1693 datirten Beschluß L'Hermitage auf, Nachrichten über das was in England vorging zu sammeln und ihnen zu übersenden. Seine Briefe sind reich an interessanten und werthvollen Mittheilungen, die man sonst nirgends findet. Von ganz besonderem Werthe sind seine Berichte über die Parlamentsverhandlungen, und dies scheinen auch seine Vorgesetzten wohl erkannt zu haben.

Abschriften von den Depeschen L'Hermitage's und überhaupt aller Gesandten und Agenten, welche die Generalstaaten seit den Zeiten der Königin Elisabeth in England unterhielten, befinden sich jetzt in der Bibliothek des britischen Museums oder werden sich bald daselbst befinden. Diesen werthvollen Zuwachs zu dem großen Nationalmagazin des Wissens verdankt das Land hauptsächlich Lord Palmerston. Es würde jedoch Unrecht sein, wenn ich nicht hinzusetzte, daß seine Anweisungen von dem verstorbenen Sir Eduard Disbrowe unter der gefälligen Mitwirkung der gelehrten Männer, deren Obhut die herrliche Archivensammlung im Haag anvertraut ist, mit größtem Eifer ausgeführt wurden.

[38] +Little Hooknose+. Spottname des Königs. -- Der Uebers.

[39] Es ist auffällig, daß die Anklageschrift nicht in Howell's +State Trials+ aufgenommen wurde. Die mir vorliegende Abschrift war für Sir James Mackintosh angefertigt.

[40] Der größte Theil der auf uns gekommenen Aufschlüsse über Anderton's Prozeß findet sich in Howell's +State Trials+.

[41] Die +Remarks+ existiren noch und sind lesenswerth.

[42] +Narcissus Luttrell's Diary.+

[43] +Ibid.+

[44] Es existirt noch ein Flugblatt, an »alle Herren Seeleute, die ihres Lebens müde sind,« gerichtet, so wie eine Ballade, welche den König und die Königin der Grausamkeit gegen die Seeleute beschuldigt:

»Für Räuber, Diebe und so fort Hört täglich man das Gnadenwort, Für arme Schiffer, deren Hand Sie schützt in ihres Vaters Land, Ist jede Gnade unbekannt.«

Narcissus Luttrell beschreibt die Scene in Whitehall.

[45] L'Hermitage, 5. (15.) Sept. 1693. +Narcissus Luttrell's Diary.+

[46] +Narcissus Luttrell's Diary.+

[47] +Narcissus Luttrell's Diary.+ In einem damals unter dem Titel: +»A Dialogue between Whig and Tory«+ erschienenen Pamphlet spielt der Whig auf »die öffentlichen Ungebührlichkeiten in Bath in Folge der letzten Niederlage in Flandern« an. Der Tory antwortet: »Ich weiß nicht was einige hitzköpfige Trunkenbolde in Bath oder anderwärts gesagt oder gethan haben mögen.« In der Folioausgabe der +Collection of State Tracts+ ist irrthümlich gesagt, dieser +Dialogue+ sei um den November 1692 gedruckt worden.

[48] Der Aufsatz, den ich anführe, befindet sich unter den Nairne'schen Manuscripten und ist in Mackpherson's Sammlung nachzulesen. Der vortreffliche Schriftsteller Mr. Hatham ist bezüglich dieses Gegenstandes in einen bei ihm sehr seltenen Irrthum verfallen. Er sagt, der Name Caermarthen's werde beständig unter denen genannt, die Jakob zu seinen Freunden zählte. Ich glaube, man wird die Ueberzeugung gewinnen, daß der Beweis gegen Caermarthen sich lediglich auf das von mir erwähnte Schriftstück Melfort's beschränkt. Es befindet sich zwar unter den Nairne'schen Handschriften, welche Mackpherson abdruckte, ein Brief ohne Datum und Unterschrift, in welchem Caermarthen zu Jakob's Freunden gerechnet wird. Aber dieser Brief verdient ganz und gar keine Beachtung. Der Schreiber desselben war augenscheinlich ein unwissender heißblütiger Jakobit, der weder die Stellung noch den Character eines einzigen von den Staatsmännern kannte, die er erwähnt. Er macht arge Schnitzer in Betreff Marlborough's, Godolphin's, Russell's, Shrewsbury's und der Familie Beaufort. Die ganze Arbeit ist eigentlich ein Gewebe von Albernheiten.

Es muß bemerkt werden, daß in dem »Leben Jakob's,« das aus seinen eigenen Schriften compilirt ist, die Unterstützungszusicherungen, die er von Marlborough, Russell, Godolphin, Shrewsbury und anderen angesehenen Männern erhielt, mit sehr ausführlichen Details erwähnt sind. Aber es findet sich kein Wort in diesem Werke, welches andeutete, daß Jakob jemals solche Zusicherungen von Caermarthen erhalten hätte.

[49] +A Journal of several Remarkable Passages relating to the East India Trade, 1693.+

[50] Siehe die Monthly Mercuries und die London Gazette vom September, October, November und December 1693; Dangeau, 5., 27. Sept., 21. Oct. und 21. Nov.; +The Price of the Abdication,+ 1693.

[51] Correspondenz Wilhelm's und Heinsius'; dänische Note datirt vom 11. (21.) Dec. 1693. Die Note, welche Avaux damals der schwedischen Regierung überreichte, findet man in Lamberty's Sammlung und in den +Mémoires et Négociations de la Paix de Ryswick.+

[52] »Sir John Lowther sagt, Niemand kann heute wissen, was ein Haus der Gemeinen morgen thun wird, und Jedermann stimmte ihm darin bei.« Diese bedeutsamen Worte schrieb Caermarthen an den Rand einer von Rochester im August 1692 verfaßten Schrift. -- Dalrymple, Anhang zum 2. Bande, Kap. 7.

[53] Siehe Sunderland's berühmte Erzählung, welche oft gedruckt worden ist, und die Briefe seiner Gattin, die sich in den von dem verstorbenen Stabträger Blencowe herausgegebenen Sidney'schen Schriften befinden.

[54] Van Citters, 6. (16.) Mai 1690.

[55] Evelyn, 24. April 1691.

[56] +Lords' Journals, April+ 28. 1693

[57] L'Hermitage, 19. (29.) Sept., 2. (12.) Oct. 1693.

[58] Es ist ergötzlich zu sehen, wie Johnson's Toryismus da hervorbricht, wo wir ihn schwerlich zu finden erwarten. Hastings sagt im dritten Theile seines +Henry the Sixth:+

»Laßt uns auf Gott und auf die Meere bauen, Die er als unnehmbaren Schutz uns gab, und nur mit ihnen uns vertheidigen.«

»Dies,« sagt Johnson in einer Note, »ist der Rath eines Jeden gewesen, der zu irgend einer Zeit das Interesse England's begriffen und unterstützt hat.«