Part 22
[_Zusammenkunft der Hauptverschwörer._] Im December wurde eine Zusammenkunft der leitenden Jakobiten gehalten. [135] Die Ansicht der Versammlung, welche ausschließlich aus Protestanten bestand, war die, daß etwas unternommen werden müsse, daß aber die Schwierigkeiten groß seien. Keiner wagte dazu zu rathen, daß Jakob ohne Begleitung von fremden Truppen herüberkommen solle. Dennoch aber fürchteten Alle, durch die Erfahrung des vergangenen Sommers belehrt, den Eindruck, den der Anblick französischer Uniformen und Fahnen auf englischem Boden machen würde. Es wurde eine Schrift aufgesetzt, von der man hoffte, daß sie sowohl Jakob als Ludwig überzeugen werde, daß eine Restauration ohne die aufrichtige Mitwirkung der Nation nicht bewerkstelligt werden könne. Frankreich -- dies war der wesentliche Inhalt dieses interessanten Schriftstückes -- könne die Insel möglicherweise in einen Trümmerhaufen, nie aber in eine unterworfene Provinz verwandeln. Wer die Stimmung des Volksgeistes nicht beobachtet habe, könne sich schwerlich einen Begriff von der wilden und finstren Entschlossenheit machen, mit der die Leute aller Klassen, Sekten und Parteien bereit seien, jedem fremden Potentaten, der es versuchen sollte, das Land durch Waffengewalt zu erobern, Widerstand zu leisten. Auch könne England nicht als ein katholisches Land regiert werden. Es gebe fünf Millionen Protestanten und keine hunderttausend Papisten im Königreiche; daß eine solche Minorität eine solche Majorität niederhalten könne, sei physisch unmöglich, und der physischen Unmöglichkeit müßten alle anderen Rücksichten weichen. Jakob werde daher wohlthun, wenn er unverzüglich solche Maßregeln ergriffe, welche erkennen ließen, daß er entschlossen sei, die bestehende Landesreligion zu schützen. Leider enthalte jeder Brief aus Frankreich etwas, was darauf hinziele, Gefühle aufzureizen, deren Beschwichtigung höchst wünschenswerth sei. Ueberall circulirten Geschichten von Kränkungen, welche in Saint-Germains Protestanten erfahren hätten, die den höchsten Beweis von Loyalität gegeben, indem sie einen Gebieter, der sich zu einem andren Glauben als dem ihrigen bekenne, in die Verbannung begleitet hätten. Die gegen die Hugenotten erlassenen Edicte könnten allenfalls durch die anarchischen Meinungen und Handlungen dieser Sectirer gerechtfertigt werden, aber es sei ein Uebermaß von Ungerechtigkeit und Ungastfreundlichkeit, diese Edicte gegen Männer anzuwenden, welche einzig und allein wegen ihrer Anhänglichkeit an einen katholischen König aus ihrem Vaterlande vertrieben worden seien. Söhnen der anglikanischen Kirche, die gehorsam ihrer Lehre Alles was ihnen auf Erden theuer sei, der Sache des Königs zum Opfer gebracht hätten, dürfe man es doch sicherlich nicht länger verwehren, sich in einem bescheidenen Hause zu versammeln, um die Gebräuche dieser Kirche zu üben und ihre Tröstungen zu empfangen. Eine Ankündigung, daß Ludwig auf Jakob's Ansuchen den englischen Verbannten gestattet habe, Gott nach ihren nationalen Formen zu verehren, werde die beste Einleitung zudem großen Versuche sein. Dieser Versuch müsse zu Anfang des Frühjahrs gemacht werden. Ein französisches Truppencorps müsse allerdings Se. Majestät begleiten; aber er müsse erklären, daß er diese Truppen nur zum Schutze seiner Person und seiner getreuen Unterthanen mitbringe und daß, sobald die fremden Tyrannen vertrieben seien, die fremden Befreier entlassen werden würden. Auch müsse er versprechen, den Gesetzen gemäß zu regieren, und müsse alle Punkte, welche zwischen ihm und seinem Volke streitig gewesen seien, der Entscheidung eines Parlaments anheimgeben.
[_Die Verschwörer beschließen, Preston nach Saint-Germains zu schicken._] Es wurde beschlossen, daß Preston die Resolutionen und Vorschläge der Verschwörer nach Saint-Germains bringen solle. Johann Ashton, ein Mann, der Geheimsekretär Mariens von Modena gewesen, als sie auf dem Throne saß, und den Interessen der verbannten Familie mit Leib und Seele ergeben war, nahm es auf sich, für die Beförderungsmittel zu sorgen, und gewann zu dem Ende die Mitwirkung eines heißblütigen jungen Jakobiten Namens Elliot, der nur im Allgemeinen erfuhr, daß der guten Sache ein etwas gefährlicher Dienst zu leisten sei.
Ein Schiff, dessen Eigenthümer sich wegen des Zweckes, zu dem es verwendet werden sollte, keine Sorge machte, war im Hafen von London nicht schwer zu finden. Ashton und Elliot wurden dem Kapitain einer Schmacke vorgestellt, welche der »Jakob und Elisabeth« hieß. Die jakobitischen Agenten gaben sich für Schmuggler aus und sprachen von mehreren tausend Pfunden, welche durch eine einzige glückliche Fahrt nach Frankreich und wieder zurück zu gewinnen seien. Das Geschäft wurde abgeschlossen, ein Sixpencestück zerbrochen und alle Anstalten zur Reise getroffen.
[_Die Preston anvertrauten Papiere._] Preston hatte von seinen Freunden ein Packet bekommen, das mehrere wichtige Papiere enthielt. Darunter befand sich eine Liste der englischen Flotte, von Dartmouth angefertigt, der mit einigen seiner alten Waffengefährten in Verbindung stand, ein Protokoll über die Beschlüsse, welche bei der Zusammenkunft der Verschwörer angenommen worden waren, und die Hauptpunkte einer Erklärung, deren Veröffentlichung man für wünschenswerth hielt, sobald Jakob gelandet sein würde. Außerdem befanden sich sechs bis sieben Briefe von angesehenen Personen der jakobitischen Partei darunter. Die meisten von diesen Briefen waren Parabeln, aber Parabeln, die nicht schwer zu verstehen waren. Ein Verschwörer bediente sich des juristischen Styls. Es sei Hoffnung vorhanden, daß Mr. Jackson bald wieder in den Besitz seines Gutes gelangen werde. Der neue Gutsherr sei ein harter Mann und habe seine Pächter gegen sich aufgebracht. Eine Kleinigkeit werde die Besitzung von ihrem Joche erlösen. Die Ansicht der besten Advokaten sei zu Gunsten Mr. Jackson's. Es bedürfe weiter nichts als seines persönlichen Erscheinens in Westminster Hall. Die Schlußverhandlung müsse noch vor Ablauf des Ostertermins stattfinden. Andere Briefschreiber affectirten den kaufmännischen Geschäftsstyl. Es sei starke Nachfrage nach einer Ladung von der rechten Sorte. Man habe Grund zu hoffen, daß die alte Firma bald vortheilhafte Verbindungen mit Häusern anknüpfen werde, mit denen sie bisher keine Geschäfte gemacht habe. Dies war offenbar eine Anspielung auf die mißvergnügten Whigs. Aber, hieß es weiter, die Verladungen dürften nicht verzögert werden. Nichts sei gefährlicher als den Markt zu lange warten zu lassen. Wenn die erwarteten Güter nicht bis zum 10. März einträfen, sei der ganze Gewinn des Jahres verloren. Bezüglich der Details könne man dem vortrefflichen Geschäftsführer, welcher das Schreiben überbringe, volles Vertrauen schenken. Clarendon spielte die Rolle eines Ehestifters. Es sei große Hoffnung, daß das Geschäft, welches er eingeleitet, zu Stande kommen und daß die Aussteuer gut angelegt werden würde. »Ihre Verwandten,« schrieb er in Anspielung auf seine kürzliche Haft, »haben mir vorigen Sommer hart zugesetzt; aber sobald ich wieder ohne Gefahr ausgehen konnte, betrieb ich das Geschäft.« Katharine Sedley vertraute Preston einen Brief an, in welchem sie sich ohne Allegorie oder Umschreibung beklagte, daß ihr Geliebter ihr eine Tochter zurückgelassen habe, die sie erhalten müsse, und dringend um Geld bat. Die beiden wichtigsten Depeschen aber waren vom Bischof Turner. Sie waren an Mr. und Mrs. Redding gerichtet, aber in einem Tone geschrieben, der jedem Andren als einem Könige gegenüber eines Gentleman unwürdig gewesen wäre. Der Bischof versicherte Ihren Majestäten, daß er ihrer Sache treu ergeben sei, daß er dringend eine wichtige Gelegenheit herbeiwünsche, um seinen Eifer beweisen zu können und daß er von seiner Pflicht gegen sie eben so wenig abweichen werde, wie er seiner Hoffnung auf den Himmel entsagen könne. In zwar bildlicher, aber vollkommen verständlicher Sprache setzte er hinzu, daß er das Organ mehrerer eidverweigernder Prälaten und speciell Sancroft's sei. »Ich spreche im Plural, Sir,« -- dies sind die Worte des an Jakob gerichteten Briefes, -- »weil ich sowohl die Gesinnungen meines älteren Bruders wie auch meine eigenen und die aller übrigen Mitglieder unsrer Familie ausdrücke.« Der Brief an Marie von Modena ist in demselben Sinne gehalten. »Ich sage dies im Namen meines älteren Bruders und aller meiner übrigen nächsten Verwandten, wie in meinem eigenen Namen.«[136]
Sämmtliche Preston anvertraute Briefe verwiesen den Hof von Saint-Germains wegen näherer Auskunft an den Ueberbringer. Er hatte eigenhändig geschriebene Notizen bezüglich der Gegenstände bei sich, über die er mit seinem Gebieter und mit den Ministern Ludwig's sprechen wollte. Diese Notizen, obwohl kurz und flüchtig, sind größtentheils nicht schwer zu verstehen. Die verwundbaren Punkte der Küste sind erwähnt. Gosport ist nur durch Pallisaden geschützt. Die Besatzung von Portsmouth ist klein. Die französische Flotte muß im April auslaufen und losschlagen, bevor die Holländer im Kanal sind. Es kommen einige abgebrochene Worte vor, aus denen sich klar ergiebt, daß wenigstens einige von den eidverweigernden Bischöfen eine Unwahrheit sagten, als sie vor Gott erklärten, daß sie den Gedanken, die Franzosen herüber zu rufen, verabscheuten.[137]
[_Caermarthen von dem Complot unterrichtet._] Alles war jetzt zu Preston's Abreise bereit. Aber in dem Eigenthümer des »Jakob und Elisabeth« war der Verdacht aufgestiegen, daß die Expedition, zu deren Behufe seine Schmacke gemiethet worden, mehr politischer als commercieller Natur sein könne. Es fiel ihm ein, daß er durch Denuncirung seiner Passagiere vielleicht mehr verdienen werde als durch sichere Beförderung derselben. In Folge dessen benachrichtigte er den Lordpräsidenten von dem Vorgange. Keine Nachricht konnte diesem willkommener sein. Er sah zu seiner großen Freude, daß es in seiner Macht stand, einen glänzenden Beweis von seiner Anhänglichkeit an die Regierung zu geben, welche zu verrathen seine Feinde ihn beschuldigten. Mit gewohnter Energie und Umsicht traf er seine Maßregeln. Sein ältester Sohn, der Earl von Danby, ein verwegener, sorgloser und etwas excentrischer junger Mann, der ein großer Freund des Seelebens war und viel mit Seeleuten umging, besaß eine kleine Yacht von außerordentlicher Schnelligkeit. Dieses Fahrzeug wurde, wohl bemannt, unter das Commando eines zuverlässigen Offiziers, Namens Billop gestellt und stromabwärts gesandt, wie um Matrosen zu pressen.
[_Verhaftung Preston's und seiner Begleiter._] Mitten in der Nacht, der letzten Nacht des Jahres 1690, begaben sich Preston, Ashton und Elliot unweit des Tower an Bord ihrer Schmacke. Sie waren in großer Angst, daß sie entweder von einer vor Woolwich liegenden Fregatte oder von der beim Blockhause von Gravesend postirten Wache angehalten und durchsucht werden möchten; als sie aber die Fregatte und das Blockhaus hinter sich hatten, ohne angerufen worden zu sein, faßten sie wieder Muth; sie bekamen starken Appetit, packten einen mit Roastbeef, Fleischpasteten und Weinflaschen wohlgefüllten Korb aus und hatten sich eben zur Sylvestermahlzeit niedergesetzt, als ihnen gemeldet wurde, daß ein von Tilbury her kommendes Schiff sie verfolge. Sie hatten kaum Zeit gehabt, sich in einer dunklen Höhlung unter dem Kies, den ihr Schiff als Ballast mit sich führte, zu verbergen, als die Jagd schon vorüber war und Billop an der Spitze eines Militärpikets an Bord kam. Die Luken wurden geöffnet, die Verschwörer festgenommen und ihre Kleider genau untersucht. Preston hatte in der Bestürzung sein Amtssiegel und das ihm anvertraute Packet auf den Kies fallen lassen. Das Siegel wurde da gefunden wohin es gefallen war. Ashton, der die Wichtigkeit der Papiere kannte, hob sie auf und versuchte sie zu verbergen; aber sie wurden bald auf seiner Brust entdeckt.
Die Gefangenen versuchten nun, Billop für sich zu gewinnen und zu bestechen. Sie ließen Wein bringen, stießen mit ihm an, lobten sein cavaliermäßiges Benehmen und versicherten ihm, daß, wenn er sie begleiten oder ihnen nur gestatten wolle, eine kleine Papierrolle über Bord in die Themse zu werfen, sein Glück gemacht sei. Die politische Fluth, sagten sie, sei im Fallen begriffen, die Dinge könnten nicht so fortgehen wie bisher und es stehe in der Macht des Kapitains so hoch zu steigen und so reich zu werden als er es nur wünschen könne. Billop aber blieb, obwohl sehr artig, unbeugsam. Die Verschwörer begannen nun einzusehen, daß ihre Hälse in großer Gefahr schwebten. Der Drang der Noth brachte den wahren Character aller Drei, der unter anderen Umständen vielleicht für immer unbekannt geblieben wäre, ans Tageslicht. Preston hatte jederzeit für einen muthigen und tapferen Cavalier gegolten; aber die nahe Aussicht auf Kerker und Galgen raubte ihm alle Energie; Elliot tobte und lästerte, schwur hoch und theuer, daß, wenn er je wieder frei würde, er sich rächen wolle, und rief unter entsetzlichen Flüchen den Donner des Himmels an, daß er die Yacht treffen, und die Londonbrücke, daß sie einstürzen und das Fahrzeug zerschmettern möge. Ashton allein benahm sich wie ein Mann.
Spät am Abend erreichte die Yacht die Treppe von Whitehall, und die Gefangenen wurden unter starker Bedeckung in das Staatssekretariat gebracht. Nottingham und Caermarthen untersuchten noch diese Nacht die auf Ashton's Brust gefundenen Papiere und Caermarthen händigte dieselben am folgenden Morgen dem Könige ein.
Bald war es in ganz London bekannt, daß ein Complot entdeckt, daß die Boten, welche Jakob's Anhänger abgesandt, um den Beistand einer Invasionsarmee von Frankreich zu erbitten, durch die Agenten des wachsamen und energischen Lordpräsidenten verhaftet worden seien und daß die Regierung schriftliche Beweise in Händen habe, die das Leben einiger hochgestellten Männer in Gefahr bringen könnten. Die Jakobiten waren in Todesangst; das Geschrei der Whigs gegen Caermarthen verstummte plötzlich und die Session endete in vollkommener Eintracht. Am 5. Januar dankte der König den beiden Häusern für ihre Unterstützung und versicherte ihnen, daß er kein verfallenes Eigenthum in Irland anderweitig vergeben werde, bis sie wieder zusammentreten würden. Er spielte auf das so eben entdeckte Complot an und sprach die Hoffnung aus, daß die Freunde England's in einem solchen Augenblicke nicht minder thätig und nicht minder eng verbunden sein würden als seine Feinde. Dann bedeutete er ihnen, daß es sein Wunsch sei, das Parlament zu vertagen. Am folgenden Tage reiste er, von einem glänzenden Gefolge von Edelleuten begleitet, zum Congresse im Haag ab.[138]
Fußnoten.
[1] +London Gazette, June 19. 1690; History of the Wars in Ireland by an Officer in the Royal Army 1690; Villare Hibernicum, 1690; Story's Impartial History, 1691; Historical Collections relating to the town of Belfast, 1817.+ Dieses Werk enthält interessante Auszüge aus Handschriften des 17. Jahrhunderts. Im Britischen Museum befindet sich ein Plan von Belfast vom Jahre 1685, der so genau ist, daß man die Häuser zählen kann.
[2] Lauzun an Louvois, 16. (26.) Juni. Der Bote welcher Lauzun die Nachricht brachte, hatte die Kanonenschüsse gehört und die Freudenfeuer gesehen. +History of the Wars in Ireland, by an Officer of the Royal Army, 1690; Life of James II. 392. Orig. Mem.; Burnet II. 47.+ Burnet irrt sich gewaltig, indem er sagt, Wilhelm sei bereits sechs Tage in Irland gewesen, ehe Jakob seine Ankunft erfahren habe.
[3] +A True and Perfect Journal of the Affairs of Ireland by a Person of Quality, 1690; King III. 18.+ Luttrell's Proklamation findet man im Anhange zu King.
[4] +Villare Hibernicum, 1690.+
[5] Der Befehl an den Zolleinnehmer findet sich in Dr. Reid's +History of the Presbyterian Church in Ireland.+
[6] +»La gayeté peinte sur son visage,«+ sagt Dumont, der ihn in Belfast sah, +»nous fit tous espérer pour les heureux succès de la campagne.«+
[7] +Story's Impartial Account; MS. Journal of Colonel Bellingham; The Royal Diary.+
[8] +Story's Impartial Account.+
[9] Lauzun an Louvois, 23. Juni (3. Juli) 1690; +Life of James, II. 393. Orig. Mem.+
[10] +Story's Impartial Account; Dumont MS.+
[11] Viele interessante Mittheilungen über das Schlachtfeld und dessen Umgebung findet man in Mr. Wilde's trefflichem Werke, betitelt: +The Beauties of the Boyne and Blackwater.+
[12] Memorandum von der Hand Alexander's, Earl von Marchmont. Die Quelle seiner Mittheilungen war Lord Selkirk, der in Wilhelm's Armee diente.
[13] Jakob sagt (+Life of James II. 393. Orig. Mem.+) daß die ganze Gegend keine bessere Stellung dargeboten habe. King erzählte in einer Danksagungsrede, die er nach Beendigung des Feldzugs in Dublin hielt, seinen Zuhörern, daß »der Vortheil der Position der Irländer sich nach der Ansicht aller Sachkundigen, zu der der Engländer wie Drei zu Eins verhalten habe.« Siehe King's Danksagungsrede, gehalten am 16. Nov. 1690 vor den Lords Justices. Dies ist ohne Zweifel eine absurde Uebertreibung. Aber Herr de la Hoguette, einer der vornehmsten französischen Offiziere, welche der Schlacht am Boyne beiwohnten, berichtete an Louvois, daß die irische Armee eine gute Defensivstellung einnehme. -- Brief von La Hoguette aus Limerick vom 31. Juli (10. Aug.) 1690.
[14] +Narcissus Luttrell's Diary, March 1690.+
[15] Siehe die +Historical Records+ von den Regimentern der britischen Armee, und Story's Liste der Armee Wilhelm's, wie sie acht Tage vor der Schlacht bei Finglas die Revue passirte.
[16] Siehe seine Gedächtnißpredigt, gehalten am 24. Juni 1690 in der Kirche von Saint Mary Aldermary.
[17] +Story's Impartial History; History of the Wars in Ireland by an Officer of the Royal Army;+ Hop an die Generalstaaten, 30. Juni (10. Juli) 1690.
[18] +London Gazette, July 7. 1690; Story's Impartial History; History of the Wars in Ireland by an Officer of the Royal Army; Narcissus Luttrell's Diary;+ Lord Marchmont's Memorandum; Burnet II. 50, und Danksagungspredigt; Dumont Manuscript.
[19] La Hoguette an Louvois, 31. Juli (10. Aug.) 1690.
[20] Daß ich der irischen Infanterie nicht unrecht thue, ergiebt sich aus den Berichten, welche die bei der Armee Jakob's am Boyne stehenden französischen Offiziere an ihre Regierung und an ihre Familien einsandten. La Hoguette sagt in einem am 4. (14.) Juli eilig geschriebenen Briefe an Louvois: +»Je vous diray seulement, Monseigneur, que nous n'avons pas esté battus, mais que les ennemys ont chaussés devant eux les troupes Irlandoises comme des moutons, sans avoir essayé un seul coup de mousquet.«+
In einem mehrere Wochen später aus Limerick geschriebenen ausführlicheren Briefe sagt er: +»J'en meurs de honte.«+ Er giebt zu, daß es im glücklichsten Falle nicht leicht gewesen sein würde, die Schlacht zu gewinnen. +»Mais il est vray aussi,«+ setzt er hinzu, +»que les Irlandois ne firent pas la moindre resistance, et plièrent sans tirer un seul coup.«+ Zurlauben, Oberst eines der schönsten Regimenter in französischen Diensten, schrieb in gleichem Sinne, ließ aber dem Muthe der irischen Reiterei Gerechtigkeit widerfahren, welche La Hoguette gar nicht erwähnt.
Im französischen Kriegsministerium befindet sich ein Brief, den Boisseleau, der Zweite im Commando nach Lauzun, nach der Schlacht hastig an seine Gattin schrieb. Er sagt: +»Je me porte bien, ma chère feme. Ne t'inquieste pas de moy. Nos Irlandois n'ont rien fait qui vaille. Ils ont tous laché le pié.«+
Desgrigny, der unterm 10. (20.) Juli schrieb, giebt mehrere Gründe für die Niederlage an. +»La première et la plus forte est la fuite des Irlandois qui sont en vérité des gens sur lesquels il ne faut pas compter du tout.«+ In dem nämlichen Briefe schreibt er: +»Il n'est pas naturel de croire qu'une armée de vingt cinq mille hommes qui paroissoit de la meilleure vollonté du monde, et qui à la veue des ennemis faisoit des cris de joye, dût être entièrement défaite sans avoir tiré l'épée et un seul coup de mousquet. Il y a eu tel regiment tout entier qui a laissé ses habits, ses armes, et ses drapeaux sur le champ de bataille, et a gagné les montagnes avec ses officiers.«+
Ich habe mich vergebens nach der Depesche umgesehen, in welcher Lauzun einen ausführlichen Rapport über die Schlacht an Louvois erstattet haben muß.
[21] Lauzun schrieb unterm 16. (26.) Juli 1690 an Seignelay: +»Richard Amilton a été fait prisonnier, faisant fort bien son devoir.«+
[22] Meine Hauptmaterialien für die Geschichte dieser Schlacht sind +Story's Impartial Account+ und Fortsetzung dazu; +History of the War in Ireland by an Officer of the Royal Army+; die Depeschen im französischen Kriegsministerium; +Life of James, Orig. Mem.+; Burnet II. 50. 60; +Narcissus Luttrell's Diary;+ die London Gazette vom 10. Juli 1690; die Depeschen Hop's und Baden's; eine Erzählung, wahrscheinlich von Portland, welche Wilhelm den Generalstaaten übersandte; Portland's Privatbrief an Melville; Capitain Richardson's Erzählung und Plan der Schlacht; das Dumont- und das Bellingham-Manuscript. Auch habe ich einen Bericht von der Schlacht in einem Tagebuche gelesen, das in schlechtem Latein und in kaum zu entziffernder Schrift von einem Offizier der geschlagenen Armee abgefaßt war, der ein verdorbener Schulmeister gewesen zu sein scheint. Dieses Tagebuch wurde mir von Mr. Walker, dem es gehört, freundlichst geliehen. Der Verfasser erzählt das Mißgeschick seines Vaterlandes in einem Style von dem eine kleine Probe genügen mag. »1. Juli 1690. +O diem illum infandum, cum inimici potiti sunt pass apud Oldbridge et nos circumdederunt et fregerunt prope Plottin. Hinc omnes fugimus Dublin versus. Ego mecum tuli Cap Moore et Georgium Ogle, et venimus hac nocte Dub.«+
[23] Siehe +Pepys's Diary, June 4. 1664.+ »Er erzählt mir vor Allem vom Herzoge von York, daß er inmitten eines verzweifelten Unternehmens mehr er selbst und urtheilsfähiger ist als zu andern Zeiten.« Clarendon sagt zu wiederholten Malen das Nämliche. Swift schrieb an den Rand seines Exemplars von Clarendon an einer Stelle: »Wie alt war er (Jakob) als er ein Papist und ein Feigling wurde?« An einer andren: »Er erwies sich als ein feiger papistischer König.«
[24] Der Pater Orléans erwähnt, daß Sarsfield Jakob begleitete. Die Schlacht am Boyne war kaum geschlagen, als sie auch schon den Stoff zu einem Drama hergeben mußte, betitelt: +The Royal Flight, or the Conquest of Ireland, a Farce, 1690.+ Etwas Erbärmlicheres ist nie geschrieben worden. Es verdient aber bemerkt zu werden, daß, obgleich die Irländer allgemein als Feiglinge dargestellt werden, in diesem elenden Stücke zu Gunsten Sarsfield's eine Ausnahme gemacht ist. »Dieser Bursche,« sagt Jakob für sich, »wird mich am Ende wider meinen Willen noch tapfer machen.« -- »Fluch meinem Unsterne,« sagt Sarsfield nach der Schlacht, »daß ich detachirt werden mußte! Ich würde den Händen der ketzerischen Fortuna den Sieg noch entrissen haben.«
[25] Sowohl La Hoguette als auch Zurlauben berichteten ihrer Regierung, daß es nothwendig gewesen sei, auf die irischen Ausreißer zu feuern, da sie sonst die französischen Reihen in Verwirrung gebracht haben würden.
[26] Baden an Van Citters, 8. (18.) Juli 1690.
[27] +New and Perfect Journal, 1690; Narcissus Luttrell's Diary.+
[28] Story; London Gazette vom 10. Juli 1690.
[29] +True and Perfect Journal; Villare Hibernicum; Story's Impartial History.+
[30] Story; +True and Perfect Journal;+ London Gazette vom 10. Juli 1690; Burnet II. 51; +Leslie's Answer to King+.
[31] +Life of James II. 404. Orig. Mem.; Monthly Mercury, August 1690.+