Geschichte Von England Seit Der Thronbesteigung Jakob S Des Zwe

Chapter 15

Chapter 152,722 wordsPublic domain

Es schien fast gewiß, daß nun eine Restauration stattfinden würde; aber es stand noch zu fürchten, daß sie keine friedliche sein würde. Die Stimmung der Soldaten war finster und wild, sie haßten den Königstitel, den Namen Stuart, verabscheuten den Presbyterianismus, aber mehr noch die Prälatur. Indem sie mit Bitterkeit das Ende ihrer langen Herrschaft und den Beginn eines Lebens voll Elend und ruhmlosen Mühens herannahen sahen, schrieben sie ihr Unglück der Schwäche und dem Verrathe einiger Generale zu. Eine Stunde ihres theuren Oliver Cromwell hätte selbst jetzt noch den erloschenen Ruhm neu anfachen können. Waren sie auch verrathen, uneinig und ohne einen Führer, der ihr Vertrauen besaß, so mußte man sie dennoch fürchten. Der Wuth und Verzweiflung von funfzigtausend Männern entgegenzutreten, die noch nie einem Feinde den Rücken gewendet hatten, war keine leichte Aufgabe. Monk und seine politischen Genossen sahen wohl ein, daß diese Krisis eine sehr gefährliche sein würde. Indem sie jede List anwendeten, die mißvergnügten Soldaten zu beruhigen und unter sich zu entzweien, trafen sie auch zugleich für den Fall eines Zusammenstoßes die kräftigsten Vorsichtsmaßregeln. Die in London garnisonirende schottische Armee erhielt man durch Belobungen, Versprechen und Geschenke in einer günstigen Stimmung. Die reichsten Bürger von London gewährten den Rothröcken alles, sie spendeten so freigebig ihre besten Weine, daß man ganze Haufen dieser frommen Krieger oft in einem Zustande fand, der weder ihrem religiösen, noch ihrem militairischen Charakter große Ehre machte. Monk wagte es, einige widerspenstige Regimenter aufzulösen, während die provisorische Regierung mit Hilfe der Gentry und der Behörden die größten Anstrengungen zur Organisirung der Miliz machte. Bald stand diese Streitmacht, die mindestens einhundertzwanzigtausend Mann stark war, in jeder Grafschaft marschfertig. Über zwanzigtausend gut bewaffnete und ausgerüstete Bürger ward in Hyde-Park Heerschau gehalten, wobei diese in einen Enthusiasmus ausbrachen, der zu der Hoffnung berechtigte, daß sie im Fall der Noth tapfer für ihre Läden und Häuser kämpfen würden. Die ganze Flotte hielt es mit der Nation. Es war eine Zeit der Aufregung und der Angst, aber auch eine Zeit der Hoffnung. Man war allgemein der Ansicht, daß England, wenn auch durch einen verzweifelten und blutigen Kampf, frei werden, und daß die, die so lange Zeit durch das Schwert geherrscht, jetzt durch das Schwert umkommen würden.

Glücklicherweise wurden die Gefahren eines Zusammenstoßes abgewendet. Dadurch, daß Lambert aus dem Kerker entwich und seine Kameraden unter die Waffen rief, entstand zwar ein Augenblick ernster Gefahr, und die Flamme des Bürgerkrieges loderte sogleich empor, aber man erstickte sie durch schnelle und kräftige Maßregeln, so daß sie sich nicht verbreiten konnte, und nahm den unglücklichen Nachahmer Cromwells von Neuem gefangen. Das Mißglücken dieses Unternehmens entmuthigte die Soldaten, so daß sie sich traurig ihrem Schicksale unterwarfen.

[_Die Restauration._] Das neue Parlament, oder richtiger gesagt der Convent, denn die Zusammenberufung hatte ohne königliche Ausschreiben stattgefunden, trat in Westminster zusammen, und die Lords kehrten wieder in den Saal zurück, von dem sie seit länger denn elf Jahren mit Gewalt fern gehalten worden waren. Beide Häuser luden sogleich den König ein, in sein Reich zurückzukehren. Mit einem nie gesehenen Gepränge ward er wiederum proklamirt. Eine glänzende Flotte holte ihn von Holland und schiffte ihn an der Küste von Kent aus. Die Felsen von Dover waren mit Tausenden von Zuschauern bedeckt, unter denen sich wohl nicht einer befand, der nicht vor Freude weinte. Seine Reise nach London war ein ununterbrochener Triumphzug. Von Rochester an war die ganze Straße mit Buden und Zelten bedeckt, daß sie einem endlosen Markte glich; überall flatterten Fahnen, überall ertönten Glocken und Musik, überall floß der Wein und das Bier auf das Wohl dessen, der Friede, Gesetz und Freiheit zurückbrachte. Aber inmitten der allgemeinen Freude gewährte ein düsterer Fleck einen drohenden Anblick. Zur Begrüßung des Herrschers hatte man die Armee auf Blackheath aufgestellt; ob er auch lächelte, sich verbeugte, den Obristen und Majoren seine Hand zum Kusse bot -- sein freundliches Entgegenkommen war vergebens. Die Haltung der Soldaten blieb eine düstere und drohende, und hätten sie ihren Gefühlen freien Lauf gelassen, so würde das Freudenfest, bei dem auch sie wider Willen betheiligt waren, ein schreckliches und blutiges Ende genommen haben. Aber es herrschte keine Einigkeit mehr unter ihnen, das Vertrauen zu den Führern und zu einander selbst hatten Zwietracht und Abtrünnigkeit geraubt. Die ganze Macht der City von London stand unter den Waffen, zahlreiche Milizkompagnien, geführt von loyalen Edelleuten und Gentlemen, waren aus verschiedenen Theilen des Landes gekommen, um den König zu bewillkommnen. Dieser große Tag ging in Frieden zu Ende, und der zurückgerufene Wanderer konnte sicher ruhen in dem Palaste seiner Vorfahren.

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Zweites Kapitel.

Geschichte Englands unter Karl II.

=Inhalt.=

Seite Das Verfahren zur Wiederherstellung des Hauses Stuart wird mit Unrecht getadelt 5 Beseitigung der Lehnspflichten der Ritterschaft 6 Auflösung des Heeres 7 Wiederausbruch der Streitigkeiten zwischen den Rundköpfen und Cavalieren 7 Religiöse Uneinigkeit 9 Unpopularität der Puritaner 11 Charakter Karls II. 15 Charakterschilderung des Herzogs von York und des Earl von Clarendon 18 Allgemeine Wahl von 1661 20 Gewaltsamkeiten der Cavaliere in dem neuen Parlamente 21 Verfolgung der Puritaner 21 Eifer der Geistlichkeit für die erbliche Monarchie 22 Veränderung in den Sitten der Gesellschaft 23 Verworfenheit der Politiker 25 Zustand von Schottland 26 Zustand von Irland 28 Die Regierung in England wird unpopulär 29 Krieg mit den Holländern 31 Opposition in dem Hause der Gemeinen 32 Sturz Clarendons 33 Zustand der europäischen Staatsangelegenheiten und Überlegenheit Frankreichs 35 Charakter Ludwigs XIV. 36 Die Tripleallianz 38 Die Vaterlandspartei 38 Verbindung zwischen Karl II. und Frankreich 39 Pläne Ludwigs in Bezug auf England 40 Vertrag von Dover 42 Natur des englischen Cabinets 43 Die Cabale 44 Zahlungseinstellung der Schatzkammer 46 Krieg mit den Vereinigten Provinzen und große Gefahr derselben 46 Wilhelm, Prinz von Oranien 47 Versammlung des Parlaments 48 Indulgenzerklärung 49 Cassirung der Indulgenzakte, Annahme der Testakte 50 Auflösung der Cabale 51 Verwickelte Lage der Vaterlandspartei 53 Verkehr dieser Partei mit der französischen Gesandtschaft 53 Frieden von Nimwegen 54 Große Unzufriedenheit in England 54 Danby's Sturz 56 Die papistische Verschwörung 56 Erste allgemeine Wahl von 1679 58 Heftigkeit des neuen Hauses der Gemeinen 60 Temple's Regierungssystem 60 Charakter des Halifax 63 Charakter Sunderlands 65 Prorogation des Parlaments 66 Habeas-Corpus-Akte 66 Zweite allgemeine Wahl von 1679 67 Popularität Monmouths 67 Lawrence Hyde 70 Sidney Godolphin 70 Heftigkeit der Parteien bei der Frage der Ausschließungsbill 71 Die Namen Whig und Tory 71 Zusammentritt des Parlaments und Durchgang der Ausschließungsbill im Hause der Gemeinen 72 Die Lords verwerfen die Ausschließungsbill 73 Hinrichtung Staffords 73 Allgemeine Wahlen von 1681 74 Das Parlament zu Oxford gehalten und aufgelöst 74 Toryreaction 75 Verfolgung der Whigs 76 Der Freibrief der City wird zurückgenommen 77 Verschwörung der Whigs 77 Entdeckung der Whigverschwörung 79 Strenge der Regierung 79 Entziehung von Privilegien 79 Einfluß des Herzogs von York 80 Halifax opponirt ihm 81 Lord Guildford 82 Politik Ludwigs 84 Stand der Parteien am Hofe Karls zur Zeit seines Todes 85

[_Das Verfahren zur Wiederherstellung des Hauses Stuart wird mit Unrecht getadelt._] Englands Geschichte bietet während des siebzehnten Jahrhunderts das Bild der Umgestaltung einer, nach Art des Mittelalters geschaffenen beschränkten Monarchie in eine, der höheren geistigen Entwickelung der bürgerlichen Gesellschaft angemessenere beschränkte Monarchie, deren Schutz und Vertheidigung nicht blos in den Händen des Adels liegt, und deren finanzielle Bedürfnisse nicht ferner von dem Ertrage der Krongüter bestritten werden müssen. Die Staatsmänner welche im Jahre 1642 die Spitze des Langen Parlaments bildeten, suchten diese Umwandlung dadurch herbeizuführen, daß sie den Reichsständen die Wahl der Minister, die Oberaufsicht über die gesammte Administration sowie den Oberbefehl über das Heer übertrugen; so vortrefflich dieser Plan aber auch immer durchdacht war, der Gang des herrschenden Bürgerkrieges ließ ihn nicht zur gewünschten Ausführung kommen. Es ist Thatsache, daß die Häuser endlich triumphirten, sie hatten aber vorher einen Kampf bestehen müssen, durch den sie zur Bildung einer Gewalt gezwungen wurden, die zu überwachen sie nicht mächtig genug waren, und welche gar bald die Herrschaft über alle Parteien und Stände des Landes sich anzueignen begann. So lange der weise und hochherzige Cromwell den Oberbefehl führte, waren die von einer Militairherrschaft unzertrennlichen Übel weniger fühlbar; als aber das Heldenschwert, welches er mit Kraft und Muth geführt, seiner Hand entsank, als Führer an die Spitze des Heeres traten, welche weder seinen Verstand noch seine Humanität, weder seine Fähigkeiten noch seine Tugenden besaßen, da schien der Augenblick nicht fern zu sein, wo Freiheit und Ordnung zu ruhmlosem Untergange übereinander stürzen würden.

Zu dieser Katastrophe sollte es jedoch nicht kommen. Oft haben der Freiheit huldigende Schriftsteller die Restauration ein unglückliches Ereigniß genannt, sie haben die Beschränktheit und Niederträchtigkeit der Convention verdammt, welche die vertriebene Königsfamilie aus der Verbannung rief, ohne neue Garantien gegen schlechte Staatsverwaltung in der Hand zu haben; aber Alle, welche dieser Ansicht sind, haben nicht die Eigenthümlichkeit der Krisis durchschaut, welche nach Richard Cromwells Absetzung eintrat. England war von der Gefahr bedroht, unter den Despotismus von bedeutungslosen Menschen zu gerathen, welche die Willkür der Soldateska heute emporhob, und morgen wieder in das Nichts zurückwarf. Jeder einsichtsvolle Vaterlandsfreund erkannte die Nothwendigkeit, der Soldatenherrschaft ein Ende zu machen, doch war die Lösung dieser Aufgabe höchst schwierig, so lange die Soldaten unter sich einig blieben. Bald aber schimmerte ein Hoffnungsstrahl; es kam zu Mißverständnissen und Streitigkeiten unter den Generalen, ein Heerführer bekämpfte den andern, und die Armeen standen einander erbittert gegenüber. Jetzt galt es, den kritischen Moment rasch zu fassen und zu benutzen, die Zukunft unseres Vaterlandes hing davon ab, und wahrlich! es haben unsere Voreltern nicht gesäumt, im verhängnißvollen Augenblicke zur That zu schreiten. Alle Streitigkeiten über Reformen, welche unserer Verfassung nöthig waren, wurden bis zu geeigneterer Zeit vertagt, Cavalier und Rundkopf, Episcopale und Presbyterianer, sie alle standen fest und einig zur Unterdrückung der militärischen Tyrannei und Aufrechthaltung der alten Gesetze des Landes. Mit Recht konnte die Frage über Vertheilung der Gewalt zwischen Monarchen, Adel und Gemeinen bis zu der nothwendigen Entscheidung unbeantwortet bleiben, ob künftighin Englands Regierung in der Hand des Königs und des Volkes, oder in der bewaffneten Faust der Soldateska liegen solle. Es war ein Glück, daß die Staatsmänner der Convention nicht durch lange Reden über Regierungsprinzipien, durch Entwerfung einer neuen Constitution, oder durch Eröffnung von Conferenzen die Zeit verloren; oder daß man wochenlang zwischen Westminster und den Niederlanden Boten mit Plänen und Gegenplänen, Fragen von Hyde und Antworten von Prynne hin und her gesandt. Wäre es geschehen, so würde die Coalition, welche die Erhaltung der öffentlichen Sicherheit bezweckte, ihrer Auflösung entgegen gegangen sein; es wären Streitigkeiten zwischen den Königlich Gesinnten und den Presbyterianern ausgebrochen; die militairischen Factionen hätten sich wahrscheinlich geeinigt und die getäuschten Freunde der Freiheit würden unter einer Regierung, unvollkommener als die des unfähigsten Königs aus dem Stamme der Stuarts, schmerzlich empfunden haben, daß die günstige Gelegenheit zur Abhilfe vorübergegangen sei.

[_Beseitigung der Lehnspflichten der Ritterschaft._] So wurde denn durch allgemeine Übereinkunft der beiden mächtigen Parteien die alte Staatsverfassung in der Form wiederhergestellt, welche sie vor achtzehn Jahren, wo König Karl I. die Hauptstadt verließ, gehabt hatte, und alle Acte des Langen Parlaments, welche der König genehmigt hatte, behielten ihre volle Geltung. Ebenso wurde auch von dem wieder eingesetzten Könige eine neue Concession bewilligt, welche für die Cavaliere von größerer Wichtigkeit war als für die Rundköpfe. Vor Jahrhunderten schon hatte man als das geeignetste Mittel der Nationalvertheidigung das militairische Lehnswesen eingeführt, das Nützliche aber was diese Einrichtung in sich trug, war im Laufe der Zeit verschwunden, und nichts als Beschwerden und leere Formen davon zurückgeblieben. Wer von der Krone ein Landgut gegen ritterliche Dienstleistung in Lehn trug -- und in dieser Weise war der größte Theil des Grundeigenthums von England vergeben -- hatte bei der Besitznahme eine bedeutende Geldsumme zu erlegen, konnte jedoch nicht den geringsten Theil des erworbenen Eigenthums ohne höhere Erlaubniß verkaufen. Starb er und der Erbe der Güter befand sich noch in den Jahren der Unmündigkeit, so übernahm der König die Vormundschaft, und erhielt für die Dauer derselben nicht allein einen bedeutenden Theil des Güterertrags, sondern der Unmündige war auch verpflichtet, bei Vermeidung schwerer Strafe, nach dem Willen des königlichen Vormunds und nur in angemessenen Rangverhältnissen Ehebündnisse zu schließen. Daher kam es, daß eine Menge mittelloser Abenteurer den Hof belagerten, in der Hoffnung, zum Lohne für Unterwürfigkeit und Schmeichelei ein solches reiches Mündel durch die Gnade des Königs zu erlangen. Mit der Monarchie endigten auch diese Mißbräuche, und alle Gutsherren des Landes wünschten natürlich dringend, daß mit der Wiedererstehung derselben sie nicht etwa wiederkehren möchten; deshalb wurden sie durch ein Statut feierlich beseitigt, und mit Ausnahme einiger ehrendienstlichen Handlungen, welche noch jetzt bei der Krönung von einigen Vasallen der Person des Königs geleistet werden müssen, entschwanden diese alten, ritterdienstlichen Lehen für immer.

[_Auflösung des Heeres._] Jetzt sollte das Heer aufgelöst werden. Funfzigtausend alte, kriegstüchtige Soldaten wurden verabschiedet und gerechtfertigt schien die allgemeine Furcht, daß diese große Menge brodlos gewordener Menschen Verbrechen und Unglück in bedeutender Zahl hervorrufen, und der Mangel sie zu Mord und Plünderung treiben würde; aber man hatte sich getäuscht, denn schon nach wenigen Monaten war die furchtbare Armee friedlich im Volke verschwunden und selbst die königlich Gesinnten mußten zugestehen, daß die entlassenen Kriegsleute als brave und tüchtige Arbeiter sich allgemeiner Achtung zu erfreuen hatten, und daß sie das Volk, wie man gefürchtet, weder durch Raub und Plünderung noch durch Bettelei belästigten. Ja es ging die gute Meinung, welche man von diesen entlassenen Soldaten hegte, soweit, daß wenn z.B. ein Bäcker, Maurer oder Fuhrman sich durch Fleiß und Redlichkeit bemerkbar machte, man unverholen aussprach, er müsse einst zu Oliver Cromwells alten Soldaten gehört haben. --

Obgleich die militairische Despotie geschwunden war, hatte sie doch im Volke tiefe Erinnerungen zurückgelassen. Man sprach mit Abscheu und Verachtung von den stehenden Heeren, und merkwürdig ist es, daß diese Empfindungen unter den Cavalieren stärker waren als unter den Rundköpfen. Es war ein Glück, daß als England unter der blutigen Regierung des Schwertes stand, dasselbe nicht von dem angestammten Fürsten, sondern den Männern der Revolution geführt wurde, obschon diese weder das Leben des Königs noch die Kirche schonten. Die Freiheit unseres Vaterlandes wäre dahin gewesen, wenn König Karl mit seinem guten Rechte an der Spitze einer so höchst vortrefflichen Armee stand, wie die Cromwells war. Der monarchischen Partei war das einzige Mittel, wodurch die Monarchie in eine absolute umgeändert werden konnte, zum Glück ein Gegenstand der Furcht und des Schreckens, und nach der Ansicht der Königlichen und Prälatisten nicht zu trennen von Fürstenmord und Feldkanzelgeschrei. Die Tories eiferten noch ein Jahrhundert nach Cromwells Tode gegen die Vermehrung des stehenden Heeres, und rühmten die Vorzüge einer Nationalbewaffnung. War es doch noch im Jahre 1786 einem Minister, der das Vertrauen der Tories in hohem Grade besaß, unmöglich, die Befestigung der Meeresküsten bei ihnen durchzusetzen, immer war ihnen das stehende Heer ein Gegenstand des Ärgernisses, bis endlich die französische Revolution ihren Ansichten einen Umschwung gab.

[_Wiederausbruch der Streitigkeiten zwischen den Rundköpfen und Cavalieren._] Die Coalition, welche den König wieder auf den Thron erhoben, hörte mit der Gefahr auf, die sie in's Leben gerufen; aber wiederum traten zwei feindliche Parteien auf den Kampfplatz. Ihre einzige übereinstimmende Handlung war die Bestrafung einiger Unglücklichen, auf denen zu jener Zeit der allgemeine Haß ruhte. Cromwell war nicht mehr, und diejenigen, welche einst zitternd vor ihm flohen, hatten die elende Genugthuung, den Leichnam des größten Mannes, der England je beherrschte, aus der Erde zu reißen, ihn zu verstümmeln, aufzuhängen und zu verbrennen. Auch von den republikanischen Häuptern fielen zwar wenige, aber immer noch zu viel der Rache anheim, bald aber, nachdem sie von dem Blute der Königsmörder gesättigt waren, wandten sich die Sieger gegen einander. Obschon die Rundköpfe nicht in Abrede stellten, daß der hingerichtete König viele Vorzüge besessen, und das Urtheil, welches ein gesetzwidriger Gerichtshof über ihn gesprochen, als ein ungerechtes verdammten, so behaupteten sie doch, daß er bei seiner Verwaltung sich Handlungen gegen die Verfassung erlaubt habe, und daß die Häuser in ihrem vollen Rechte gewesen seien, als sie die Waffen gegen ihn erhoben. Sie erklärten ferner, der gefährlichste Feind der Monarchie sei der Schmeichler, welcher das Gesetz den Prärogativen untergeordnet wissen wolle, der jede königliche Handlung gutheiße, selbst wenn sie Eingriffe in die Rechte Anderer enthalte, und nicht allein Cromwell und Harrison sondern auch Pym und Hampden mit den Namen Verräther belege. Wünsche der König eine friedliche und glückliche Regierung, so müsse er auch denen vertrauen, welche zwar die Waffen zur Vertheidigung der verletzten Privilegien des Parlaments ergriffen, sich aber doch der wüthenden Soldateska entgegen stellten, als es die Rettung seines Vaters galt, und deren Anstrengungen die königliche Familie ihre Zurückrufung hauptsächlich zu danken habe.