Geschichte des Zeitalters der Entdeckungen
Part 65
Cadiz liegt 6° 17′ W. v. Greenwich, Saona, Ostspitze 68° 35′ „ „ ------------------------------------------- Differenz 62° 18′, so daß Columbus sich also in seiner Längenbestimmung um 18° 27′ verrechnete.
[247] +Muñoz+, Geschichte der neuen Welt. V, 25. S. 293.
[248] +Navarrete+ II, 118-120.
[249] +Navarrete+ I, 391-412.
[250] Die Insel Cuba, welche Columbus für das Gestade Asiens hielt.
[251] Columbus gerieth in die Region der Calmen.
[252] ~Ibi malaciis et ardoribus adeo (ut ait) oppressus fuit, ut fere navigia illa incenderentur.~ +P. Martyr+, ~Dec. I. VI, 70~.
[253] +P. Martyr+, ~Dec. I. VI, 71 capillis quasi more Hispano scissis in fronte~.
[254] ~Ibi se, ex quo navigare a teneris coepit, nusquam tantum formidasse fatetur.~ +P. Martyr+, ~Dec. I. VI, 73~.
[255] +P. Martyr+ (~Dec. I. VI, 75~) berichtet fast wörtlich dasselbe.
[256] Vgl. +Humboldt+, Kosmos II, 317.
[257] ~que en poco espacio haga tanta diferencia en cielo.~ +Navarrete+ I, 404. +P. Martyr+, ~I. VI. p. 76/7. De poli varietate quaedam refert, quae quoniam +contra omnium astronomorum sententiam+ prolata mihi videntur, sicco pertingam pede. Compertum est, polarem illam stellam, quam nautae nostri Tramontanam vocant, non esse arctici poli punctum etc.~ Aber wie der Stern Abends 5 Grad und Morgens 15 Grad hoch stehen kann, fasse ich nicht, sagt P. Martyr, auch die Gründe billige ich nicht, welche Columbus für seine Ansicht von der Birnengestalt der Erde anführt. Er schließt dann mit den Worten: ~De his satis, cum +fabulosa mihi videntur+.~
[258] Da man nur die Continentalmasse der alten Welt kannte, lag also jene Gegend am östlichen Gestade Asiens, in dessen Nähe Columbus schon auf der ersten Reise gekommen zu sein wähnte. Vgl. den Behaim’schen Globus.
[259] Dort fand Col. die Rechtweisung der Magnetnadel, von dort begann sich die Temperatur gegen Westen zu auffällig zu mildern.
[260] Udjen oder Udjein in der Landschaft Malwa in Vorder-Indien, mitten zwischen Dehli und Bombay gelegen, in der Nähe des Wendekreises, eine heilige Stadt der Inder, nicht eine Insel, wie spätere Kosmographen annahmen. Von hier zählten die indischen Astronomen den ersten Meridian. Wie der indische Laut ~dj~ arabisch ~z~, also aus Udjein, Uzein, Ozein, Ozin wurde, und wie diese Form dann von den Copisten noch in Arin verstümmelt wurde, darüber vgl. +Reinaud+, ~Memoire sur l’Inde. p. 373.~
[261] Hier erst beginnt das Gebiet der eigentlichen Neger.
[262] Beide liegen nahe dem 10. Grad n. Br., so daß Columbus in seinen Beobachtungen oder Schätzungen sich um 5 Breitengrade irrte.
[263] Krit. Untersuchungen II, 76.
[264] Col. denkt an den schon erwähnten äußersten Ostrand Asiens, diesem Punkte gegenüber schuf Gott die Sonne. (!)
[265] Daß Col. den Aristoteles nicht selbst gelesen, ist gewiß. Seine Gewährsmänner, welche sich auf Aristoteles beziehen, haben aber denselben offenbar misverstanden. (~Arist. Meteorol. II. 1, 15.~)
[266] +Peschel+, Zeitalter der Entdeckungen. 2. Aufl. S. 228.
[267] Zeitalter der Entdeckungen. 2. Aufl. S. 230.
[268] Kosmos II, 304.
[269] +Las Casas+ I, ~cp.~ 160 ~ms.~ bei Peschel. ~l. c.~ S. 238.
[270] In den königlichen Briefen vom 21. und 26. Mai 1499 (+Navarrete+ II, No. 127 und 128. +Las Casas+ I, ~cp.~ 179. ~ms.~) wurde Columbus nur als „Admiral des Weltmeers“, nicht mehr als Vicekönig bezeichnet.
[271] +Peter Martyr+ urtheilt über das Verfahren gegen Columbus wie ein vorsichtiger Diplomat, wenn er schreibt: ~Quid in praefectum et ejus fratrem, quidve in illos qui eis adversati sunt, fuerit perquisitum, non bene percipio. Hoc unum scio: capitur uterque frater in vincula, omnibus bonis spoliatus, conjectus ducitur. (Dec. I. VII. p. 86.)~
[272] ~Dec. I. IV. c.~ 10.
[273] ~Agora será mi viage en nombre de la Santa Trinidad, y espero della la vitoria.~ +Navarrete+ I, 479.
[274] Opposition des Jupiter und des Mondes, Conjunction des Merkur mit der Sonne. Ausführliches bei +Peschel+, Zeitalter. S. 288. Anmerkung 3.
[275] +P. Martyr+ schreibt Guanassa.
[276] +Columbus+, Brief aus Jamaica. +Navarrete+ I, 446.
[277] +P. Martyr+, ~Dec III. 4. p. 242. Regio Quicuri, in qua portus est +Cariai+, ab ipso Almiranto Myrobalanus appellatus.~ Columbus schreibt Cariay und nannte den Ort Myrobale, weil er eine Baumfrucht für die indische Myrobalane hielt. Er zweifelte nicht mehr, an der Küste Indiens zu sein, wie auch aus dem folgenden hervorgeht.
[278] ~Asia, cp. XII. Opera geogr. Francof. et Lips. 1707. p. 22.~
[279] Diese Berechnung der Größe eines Aequatorialgrades zu 56⅔ arabischen Meilen stammt von der Erdmessung arabischer Astronomen unter dem Chalifen Almamun. Columbus entlehnte dieselbe aus seinem beliebten Gewährsmanne Pierre d’Ailly (~Comp. Cosmogr.~ ~cap.~ 4).
[280] +P. Martyr+, ~Dec.~ III. IV, 247.
[281] Col. schreibt darüber in seinem Briefe aus Jamaica: „Man versichert, daß beim Tode der Fürsten von Veragua mit ihren Leichen all ihr Gold beerdigt werde. Man brachte zu Salomo von +einer+ Reise 660 Centner Gold, außer dem, was die Kaufleute und Seeleute besaßen und außer dem, was man in Arabien kaufte. Er machte aus diesem Golde 200 Lanzen und 300 Schilde und andern Schmuck, sowie eine große Zahl mit Edelsteinen besetzter großer Gefäße. Josephus erzählt davon in der Chronik de Antiquitatibus und meint, daß dieses Gold von dem goldenen Chersonese (~en la Aurea~) stamme. Wenn dem so ist, so behaupte ich, daß diese Minen der Aurea absolut dieselben sind, wie in Veragua. Salomo kaufte all dies: Gold, Silber und kostbare Steine, und hier hat man es nur suchen zu lassen, wenn man will. David hinterließ in seinem Testamente 3000 Ctnr. indisches Gold dem Salomo zum Tempelbau, und nach Josephus kam es aus diesen Ländern.“ Columbus hatte zwar die Meerenge nicht gefunden; daß seine Zeitgenossen aber an ihrer Existenz auch noch Jahre lang nach dem Tode des Entdeckers nicht zweifelten, läßt sich aus mehreren Karten jener Zeit erkennen. Die Meerenge ist gezeichnet auf dem Globus der Lenoxbibliothek in New-York etwa vom Jahre 1507, ferner auf zwei Globen in der Sammlung des Feldzeugmeisters Fr. R. v. Hauslab in Wien, deren Entstehungszeit nach F. A. de Varnhagen in die Jahre 1509 u. 1513 fallen mag, sodann auf den beiden Globen von Johannes Schöner von 1515 (in Frankfurt a. M. und in Weimar) und vom Jahre 1520 (in Nürnberg), weiterhin auf der handschriftlichen Globuszeichnung von Leonardo da Vinci (etwa 1515-1516) und endlich auf der Weltkarte des P. Apianus (in Camers’ Ausgabe des Solinus, Wien 1520). Vgl. darüber Fr. +Wieser+, Magalhâes-Straße, Innspruck 1881. S. 15, 27, 42. Anm. 3.
[282] Brief aus Jamaica. 1503.
[283] +Las Casas+, ~hist. Ind. II~, 37.
[284] +W. Irving+, Christoph Columbus, Buch 18, Cap. 3.
[285] Die Angaben, man habe 1877 in Domingo die wahren Ueberreste des Columbus aufgefunden, sind falsch; man fand Gebeine von den Verwandten.
[286] +Humboldt+, Krit. Untersuchungen I, 91.
[287] +Humboldt+, Krit. Untersuchungen II, 17.
[288] +Humboldt+, Krit. Untersuchungen II, 107. 108.
[289] Vergleiche Breusings Urtheil in der Zeitschrift für wissenschaftl. Geographie II, 193. 194.
[290] +Navarrete+ II, 289 u. folg.
[291] ~La Sancta Trenydad guarde à Vuestras Alteças como deseo y menester habemos, con todos sus grandes estades y senorios. De Granada à seys de hebrero de mill y quinientos y dos años.~ (Die heilige Trinität bewahre Eure Hoheiten, wie ich bitte und wie wir es bedürfen, mit allen ihren Staaten und Herrschaften. In Granada am 6. Febr. 1502.) Man vergleiche mit diesem frommen Briefschlusse die nüchterne geschäftsmäßige Form, mit welcher Vespucci unterzeichnet. Χρο Abkürzung für Χριστος = der Haupttheil von Columbus’ Vornamen, ~ferens~ die letzte Hälfte = Christus-Träger.
[292] +V. Margry+, ~Les navigations françaises~. ~p.~ 362. Paris 1867.
[293] ~The Landfall of Columbus p.~ 283.
[294] Leben des Columbus, Anhang Nr. XXXV.
[295] Krit. Untersuchungen II, 284.
[296] ~Psalterium Hebreum, Grecum, Arabicum et Chaldeum cum tribus interpretationibus et glossis~ 1511.
[297] +Harrisse+, ~Bibl. Am. Vetust. p.~ 154.
[298] ~Opus Epistol. Compluti (Alcalá)~ 1530. ~Ep.~ CXXXI.
[299] ~ibid. Ep.~ CXXXIIII.
[300] ~Ep.~ CXXXV.
[301] ~Ep.~ CXXXVI.
[302] ~Ep. CXXXXIII.~
[303] ~Epist. CLIII.~
[304] ~Copia de la lettera per Columbo mandata ali Sere^{me} Re et Regina di Spagna: de le insule et luoghi per lui trouate. Stampata in Venetia (a nome de Constantio Bayuera citadino di Bressa) per Simone de Louere. a di~ 7 ~di Mazo~ 1505. Dieser Brief ist im höchsten Grade selten geworden. Im Jahre 1810 wurde er in Venedig wieder abgedruckt unter dem seit der Zeit allgemein üblichen Titel ~lettera rarissima~.
[305] Vergleiche +Breusing+, Zur Geschichte der Kartographie in Zeitschrift für wissenschaftl. Geogr. II, 185. Daß Columbus bei einem Seezuge im Mittelmeer die grobe List gebraucht habe, der Rose über der Magnetnadel Abends die entgegengesetzte Richtung zu geben, um die Matrosen über die Richtung der Fahrt zu täuschen, wird als ungeschickte Erfindung bezeichnet, weil auf nichts an Bord so genau acht gegeben wird als auf die Richtung des Windes und schon aus der Vergleichung der Windrichtung mit dem herrschenden Seegange sich die Täuschung ergeben hätte.
[306] +Harrisse+, ~D. Fernando Colon, Historiador de su padre~. Sevilla 1871. 4^o. Dagegen schrieb d’+Avezac+: ~Le livre de Fernan Colomb.~ Paris 1873.
[307] Die New Welt der Landtschaften und Inseln. Straßburg 1534. Fol. 37.
[308] Von dieser anmuthigsten aller spanischen Rittergestalten entwirft Las Casas ein mit Vorliebe gezeichnetes Bild (+Navarrete+ III, 163). Hojeda war von kleiner Gestalt, aber von vollendetem Ebenmaß und von angenehmer Erscheinung, in dem schönen Gesicht ein Paar große Augen. Er war in allen Leibesübungen außerordentlich gewandt und sicher. Als einst die Königin Isabella auf den Thurm der Kathedrale zu Sevilla stieg, um von da aus die klein erscheinenden Menschen, welche unten standen, zu betrachten, stieg er auf einen Balken, welcher zwanzig Fuß aus dem Thurme herausragte und schritt auf demselben hin bis zum Ende, drehte sich hier auf einem Fuße herum und schritt mit derselben Schnelligkeit wieder zum Thurm zurück. Es war einer der verwegensten Streiche, die man ausführen konnte; alle, die es mit ansahen, zitterten vor Aufregung. Dann stellte er sich an den Fuß des Thurmes und warf eine Pommeranze bis zur Thurmspitze hinauf, um die außergewöhnliche Kraft seines Armes zu zeigen. Er war unserer lieben Frauen ergeben und schwur stets bei der Jungfrau Maria.
[309] +Navarrete+ III, 317. Juanoto Berardi starb 1495.
[310] ~Neque enim desunt, qui se circuisse Cubam audeant dicere. Dec. I. cp. VI, p.~ 78.
[311] W. Irving besuchte 1828 diese Plätze und hat davon eine eingehende Schilderung gegeben, welche als ~A visit to Palos~ seinem Werke „~Voyages and Discoveries of the Companions of Columbus~“ beigegeben ist. Palos ist ein armes Dorf, eine viertel englische Meile vom Fluß entfernt, in einer Bodensenkung. Es hat nur einige hundert Einwohner, welche sich lediglich von Feld- und Weinbau nähren. Die besseren Familien, darunter die noch blühende, angesehene Familie der Pinzone, sind alle in Moguer ansässig. In Palos gibt’s weder Schiffer noch Kaufleute. Kein Schiff gehört dem Platze, am Ufer finden sich keinerlei Hafenbauten. Das Volk ist ganz unwissend, und vermuthlich kennen die wenigsten den Namen Amerika.
[312] +Navarrete+ III, 542.
[313] +P. Martyr+, ~Dec. I. lib. VIII, p.~ 87 ~et seq.~
[314] +P. Martyr+, ~Dec. I. lib. VIII, p.~ 90. 91.
[315] ~este cabo se descubrio en ano de mil y CCCC CIX por Castilla, syendo descobridor vincentians (Vicente Yañez).~ Trotz der beiden, auf der beigegebenen Karte bezeichneten Defecte im Original können wir auf Cosa’s Karte den Verlauf der Entdeckung recht wohl verfolgen.
[316] Nach ihrer Heimkehr richtete P. Martyr an die Entdecker die Frage, ob es auch einen antarktischen Polarstern gäbe, was verneint wurde. ~Dec. I. lib. IX. p.~ 96.
[317] ~Verzinum mercatores Itali, Hispani brasilum appellant.~ +P. Martyr+, ~Dec. I. lib. IX. p. 99~.
[318] ~ut ipsi putant, ultra urbem Cataii et littus Indicum, ultra Gangem percurrerant.~ +P. Martyr+, ~l. c. p. 101~.
[319] ~Quatuor Americi Vesputii navigationes. Urbs Deodate (St. Dié) 1507.~ Diese „Vier Schifffahrten“ des Vespucci wurden zusammen mit der ~Cosmographiae Introductio~ von Martin Waltzemüller veröffentlicht, in welcher zuerst der Name „Amerika“ für die neue Welt vorgeschlagen wurde. Amerigo nennt in seiner zweiten Schifffahrt den leitenden Capitän nicht, nennt den Mai 1499 als Abfahrtszeit und den September 1499 als Zeit der Rückkunft, und doch sagt er, die Schiffe seien ein ganzes Jahr unterwegs gewesen. Die Zeitbestimmungen sind offenbar falsch. Die Gründe für die Annahme, daß Vespucci auf Lepe’s Schiffen mitfuhr, liegen in dem Verlauf der Fahrt. +Humboldt+ (Krit. Untersuchungen II, 428 u. f.) hat versucht, Vespucci’s zweite Fahrt mit der ersten Reise des Vicente Yanez Pinzon zu identificiren, d’Avezac weist, wohl richtiger, auf Lepe hin. (~Bull. Soc. géogr. Paris 1857. Avril et Mai.~)
[320] Bastidas war ~escribano~ (Notar) ~de Sevilla~. +Navarrete+ III, 25.
[321] +Navarrete+ III, 95.
[322] In der deutschen Uebersetzung des Briefes an Lorenzo Pierfrancesco de Medici (auf der königl. öffentl. Bibl. zu Dresden) lautet die Schilderung folgendermaßen: Vnd das ich mit einē wort alle ding begriffe solt du wissen, das in Sechtzig tagen vn̄ siben tagen die wir schiffeten vier vn̄ viertzig tag an vnderlaß an einander gehebt habē mit kegen tonnern vn̄ plitzen so gar finster das wir weder Sonnen im tag noch liechtē hymel in der nacht nie gesehen haben, Da von so geschach das vns solicher grosser schrecke einfiel das wir gar nach alle hoffnuug vnsers lebens hinwurffen, In solichen angsten dennoch vn̄ so wütungen des mers vn̄ des himels gefiel dem hochstē gott vns ze zeygen ingewont ertrich vn̄ new lantschafften vn̄ ein vnbekante welt.
[323] Vgl. Kunstmann und Thomas, Atlas zur Entdeckung Amerikas, München 1859.
[324] Nach +Humboldt+, Kritische Untersuchungen III, 10 sinkt dasselbe in der südl. Breite von 16° 24′ unter den Horizont.
[325] Der Stern η des großen Bären verschwindet unter 18° 10′ s. Br. (+Humboldt+ a. a. O.)
[326] „In der Geschichte der Geographie ist es, wie in allen übrigen Fällen, oft der Klugheit angemessen, nicht alles erklären zu wollen.“ +Humboldt+, Krit. Untersuchungen III, 14. Ob Vespucci so weit nach Süden vorgedrungen, bleibt immerhin fraglich. Er würde dann sicher darauf aufmerksam gemacht haben, daß ihm das Sternbild des großen +Bären ganz+ aus dem Gesichtskreise entschwunden sei.
[327] Vnbekanthe landte vnd eine Newe welt. Cap. CXXI.
[328] Die Dresdener Ausgabe ist in +Harrisse+, ~Bibl. Am. Vet.~ nicht beschrieben, das Exemplar zu Dresden weicht von der unter Nr. 38 (S. 81) beschriebenen Ausgabe im Druck etwas ab. Die letzten Zeilen der letzten Seite lauten im Dresdner Exemplar: Auß lateyn ist dyß missiue in Teusch ‖ gezogen auß dem Exemplar das von Paryß kam im meyen mo-|net Nach Christi geburt. xv. hundert vnd funff jar. Das von +Harrisse+ beschriebene Exemplar liest: „diß missiue in Teutsch“ und weiter „XV. hundert vnd funff jar“.
[329] ~Dum igitur proficiscar in orientem, iter agens per meridiem, Noto vehar vento. Grynaeus, Novus Orbis. Basil. 1532. p. 130.~
[330] ~Quo superbiam modo iustus omnium censor Deus compensat.~ (~Quarta Navigatio. Urbs Deodate. Anno supra sesquimilesimum. vij.~)
[331] +Navarrete+ I, 351.
[332] Zuerst veröffentlicht von +Harrisse+ in ~Bibl. Am. Vet. Additions~. Paris 1872, S. XXVII. Man vergleiche +Humboldt+, Krit. Untersuchgn. III, 111 u. ff.
[333] Krit. Untersuchungen III, 24.
[334] +Martin Waltzemüller+, ~Cosmographiae Introductio~. St. Dié 1507. ~Globus Mundi declaratio.~ Straßburg 1509. (auf d. Titel). ~Opusculum de mirabilibus.~ Rom 1510. ~fol. 101.~ -- +Joh. Schöner+, ~Luculentissima quaedam terrae totius descriptio. Noribergae 1515. cp. XI. fol. 60~. -- +Montalboddo+, ~Paesi novamente retrouati & Nouo Mondo da Alberico Vesputio florentino intitulato. Milano 1519. -- +Stobnicza+, ~Introductio in Ptolemaei cosmographiam. 1519. fol. 5~. -- ~Albertus +Pighius+ Campensis de æquinoctiorum solstitiorumque inventione. Parisiis 1520. p. 28~. -- +Vadianus+, ~Pomponii Melae de orbis situ~. Basel 1522. Das Werk beginnt mit einem 1512 geschriebenen Briefe Vadians an Rudolf Agricola, worin steht: ~America a Vespuccio reperta~ u. s. w.
[335] +Martin Waltzemüller+ aus Freiburg im Breisgau, ist etwa um 1480 oder 1481 geboren. Er war befreundet mit dem Elsasser Matthias Ringmann, dem Schüler des berühmten Philologen Jakob Wimpfeling. Nach der Sitte der Zeit nahmen beide in späterer Zeit latinisirte Namen an: Waltzemüller nannte sich Hylacomylus oder Ilacomilus (eigentlich eine Uebertragung aus Wald(see)müller), Ringmann dagegen Philesius mit dem Zusatze ~vogesigena~, weil er aus den Vogesen stammte. Als nun ums Jahr 1507 auf Anregung des reichen Canonicus Walther Lud und unter den Ausspicien des Herzogs René von Lothringen in der Stadt St. Dié an der Meurthe ein Gymnasium und eine Druckerei errichtet worden, berief man Ringmann und Waltzemüller an die neue Schule. Ringmann hatte in Italien den berühmten Mathematiker und Architekten Fra Giovanni del Giocondo, einen Dominikaner, kennen gelernt, welcher, mit Vespucci befreundet, den Brief dieses Reisenden über seine dritte Entdeckungsfahrt ins Lateinische übertragen hatte. So wurde er mit den glänzenden Erfolgen des Florentiner Reisenden bekannt und gehörte bald zu seinen Verehrern, so daß er die lateinische Uebersetzung Giocondo’s noch einmal in Straßburg 1505 durch den Druck veröffentlichte. In St. Dié gab dann Waltzemüller mit seiner ~Cosmographiae introductio~ zugleich alle vier Schifffahrten des Vespucci heraus. Daneben entwarf man den Plan, eine neue Ausgabe des Ptolemäus zu veranstalten, für deren bedeutende Kosten Walther Lud eintrat. Diese berühmte Ausgabe erschien aber erst zwei Jahre nach Ringmanns Tode († 1511) in Straßburg und wurde hauptsächlich durch Waltzemüller besorgt. Die berühmte Weltkarte dieser Ausgabe, ~Orbis typus universalis iuxta hydrographorum traditionem~ haben wir bereits in verkleinerter Copie der 36. Abtheilung der „allgemeinen Geschichte in Einzeldarstellungen“ beigegeben. Man vermuthet, daß diese Karte die Copie einer Originalzeichnung des Vespucci sei. Wie unklar die Vorstellungen des lotharingischen Gelehrten waren, erhellt daraus, daß er in der Vorrede zu dem Supplement seines Ptolemäus von einem gewissen Admiral des +portugiesischen+ (!) Königs Ferdinand spricht (~Admiralem quendam serenissimi Portugaliae regis Ferdinandi~), während die der Weltkarte folgende „~tabula terre nove~“, auf welcher die Küsten der neuen Welt in größerem Maßstabe dargestellt sind, in dem nördlichen Theile des südamerikanischen Continentes die Inschrift trägt: „Dieses Land sammt den angrenzenden Inseln ist auf Befehl des Königs von Castilien durch den Genuesen Columbus entdeckt worden.„(~Hec terra cum adiacentibus insulis inuenta est per Columbum Januensem ex mandato Regis Castelle~). Und trotzdem schlug Waltzemüller vor, dem „Entdecker“ zu Ehren das neue Land Amerika zu nennen.
[336] Pizarro ist der natürliche Sohn eines spanischen Hauptmanns und in Trujillo geboren. In seiner Jugend soll er die Schweine gehütet haben und ohne Unterricht aufgewachsen sein. Gewiß ist, daß der spätere Eroberer Peru’s des Schreibens unkundig war. Sein Geburtsjahr ist unbekannt. Das Jahr 1471, welches in der Regel angegeben wird, paßt nicht zu der Mittheilung, daß Pizarro, um einer Züchtigung von seiten seines Vaters zu entgehen, entlaufen sei und sich nach Westindien habe anwerben lassen. Denn wenn wir auch annehmen, daß er schon ums Jahr 1500 den Boden der neuen Welt betreten habe, so mußte er doch in seinem 29. Jahre längst der väterlichen Ruthe entwachsen sein. Mehr Glauben verdient die Angabe Herrera’s (~Hist. gen. dec. VI. lib. X. cap. 6~), daß Pizarro 63 Jahre alt geworden sei. Da er 1541 ermordet wurde, fällt demnach das Geburtsjahr auf 1478.
[337] +Navarette+ III, 374. ~porque ningund bachiller acá pasa que so sea diablo y tienen vida de diablos, é no solamente ellos son malos, mas aun fasen y tienen forma por donde haya mil pleitos y maldades.~
[338] +M. Wagner+ und +C. v. Scherzer+, die Republik Costa Rica. Leipzig 1857. S. 359-392.
[339] +P. Martyr+, ~Dec. III. lib. I. Col.~ 1574 ~p.~ 210.
[340] +Navarrete+ III, 343.
[341] +Navarrete+ III, 393-456. +Cl. R. Markham+, ~The narrative of Pascual de Andagoya. Hakluyt Soc. for 1865. vol. 34.~
[342] ~El anno de mil e quinientos e catorze: passo a la terra firme un infelice gouernador; crudelissimo tirano: sin alguna piedad ni aun prudencia: como un instrumento del furor divino.~ +Las Casas+, ~Brevissima relacion de la destruycion de las Indas~. Sevilla 1552. ~fol. b iiii.~
[343] +Andagoya+ in Navarrete, ~Col.~ III, 413.
[344] +J. G. Kohl+, (die beiden ältesten Generalkarten von Amerika. Weimar 1860, S. 169) vermuthet, daß die auf den Karten von 1527 und 1529 angegebenen Sierras de Gil Gonzalez de Avila mit den Bergen südlich von Soconusco, in der mexikan. Landschaft Chiapas, zwischen 15 und 16° n. Br. identisch seien.
[345] Ueber den sog. Jungbrunnen vgl. +Martyr+. ~Dec. II. lib. X. p.~ 202.
[346] Der Reisebericht desselben ist von +Herrera+ (~Dec. I. lib. X. cp. 16~) benutzt.
[347] Schon frühzeitig ist behauptet worden, Sebastian Cabot habe das Land vor Ponçe gesehen. +De Thou+, ~historia sui temporis~. 1609. ~lib. X. c. 4.~
[348] +Bernal Diaz del Castillo+, Entdeckung und Eroberung von Neu-Spanien. Deutsch v. Rehfues. Bonn 1838. I. S. 4. Ferdinand Cortes stellt die Sache so dar, als ob Cordova, Lope Ochoa und Cristoval Morante sich zum Unternehmen vereinigt und die Mannschaft geworben hätten. ~Colecion de doc. inedit. para la historia de España. I, 422.~
[349] Viele von den alten kunstreichen Steinbauten waren schon zur Zeit, als die Spanier eindrangen, verfallen und gehörten einer früheren Kulturepoche an. Einer der spanischen Mönche, welche bald nach der 1540 und 1547 vollendeten Eroberung Yukatan’s ins Land kamen, Fray Lorenzo de Bienvenido, schreibt darüber am 10. Februar 1548 an König Philipp, daß die Gebäude in Merida aus behauenen Steinen kunstvoll erbaut, aber vielleicht schon vor Christi Geburt errichtet seien, weil auf ihnen der Wald sich eben so mächtig erhöbe, als unten im Lande (~porque tan grande estava el monte ençima dellos como en lo baxo de la tierra~.) Auch fügt der Geistliche hinzu, daß die Eingeborenen damals nur in Hütten von Holz und Stroh wohnten (~ni hazen casa sino de paja y madera~.) ~Cartas de Indias. Madrid 1877. p. 71.~
[350] +Die Mayahandschrift d. kgl. öff. Bibliothek+ zu Dresden. 74 Tafeln in Chromo-Lichtdruck. Leipzig 1880. 4^o.
[351] +H. Meye+ u. +J. Schmidt+, Die Steinbildwerke von Copán und Quirigua. Berlin 1883. Fol.
[352] Cortes gibt die von Velasquez aufgewendeten auf ¼ der Gesammtsumme an. ~Colecion d. doc. ined. para la historia d’España. I, 423.~
[353] +B. Diaz+, Entdeckung u. s. w. von Neuspanien I. S. 23.
[354] Die Küste von der Mündung des Goatzacoalto (westlich vom Tabasco) bis nach Vera Cruz ist voller Riffe, daher Schiffbruch und Strandung häufig vorkommen. Eine kurze Strecke südlich von Vera Cruz sieht man zahlreiche Trümmer untergegangener Schiffe aus den Wellen oder dem Sande ragen. Fr. Ratzel, Aus Mexiko. S. 162.
[355] Die Instruction des Velasquez für Cortes findet sich in ~Col. d. doc. ined. p. l. hist. de España~ I, 385.