Geschichte der Ilchane, das ist der Mongolen in Persien

Chapter 38

Chapter 383,678 wordsPublic domain

und durch diese Massregeln der Läuterung wurde der Verwirrung der Finanzen nicht abgeholfen. Da befand sich _Aseddin Mosaffir Ben Mohammed Amid_, dessen hässliche Gestalt, dessen geschminktes Gesicht, dessen gebrechliche Constitution und schändliches Naturel ein Muster seiner Sitten und Eigenschaften war, im Lager an der Seite der Majestät und des Grosswesirs, als dessen Berather und leitender Vater. Er war's, der die Mühle des Betruges in den Gang gebracht, der mit Hoffnung und Furcht denselben kirr gemacht. Aus Eingebung schlechter Seele, welche, allen Geschäften des Menschen feind, als das Gegentheil des ursprünglichen Guten erscheint, wollte er seinen schlechten Namen bei den Weltbewohnern einfassen in einen ewigen Rahmen, damit er auf der Erde bis zu dem Tage der Auferstehung das Ziel der Pfeile des Fluches und des Spottes aller Menschen werde. Er stellte vor: »Es fehlen zur hinlänglichen Aufbringung der Gelder die Quellen; sei es im Schlimmen, sei es im Guten, bedarf der Schatz Gold für seinen Bedarf. Die Ueberschüsse der Einkünfte sind Heu und Spreu[770], und Anlehen zu machen, gehört künftighin zu den schwierigsten Sachen. Wenn es sich darum handelte, schnell das Heer zu rüsten und beritten zu machen, würde es schwer halten in allen Sachen, und das tändelnde und schändende Gerede der grollenden Feinde, die schnell und hart daherfahrende Fehde daimonischer Männer, von denen jetzt keine Rede, würde sich breit machen; die Bemühungen und Bestrebungen, welche dermalen gäng und gäbe, um die Spalten des Reiches zu verdämmen und um durch rechtliche und wohlthätige Gesinnung alles Unrecht zu hemmen, würde ein Ende nehmen, und wollte man (was jedoch nicht unmöglich anzunehmen) öffentlich die reinen Wasser mit Steuern belegen, oder neue Vergantungen[771] und schwere Strafgelder den Unterthanen zumuthen und auflegen, so würde dieses die Gemüther erbittern und das Land würde verwittern. Eine Maassregel, welche, vor allem Angriff vor Verschwärzern geschützt, schnell zur Herstellung alles Verfalles nützt und mannigfaltigen Nutzen umfasst und besitzt, ist mir so in den Sinn gekommen, dass man, wie in den Ländern des Kaan, auch in denen des Ilchan das Scheingeld, statt Silbers und Goldes, in Umlauf setze, damit dadurch die Thore des Verkehres geöffnet würden, damit das Geld ganz in den Schatz einlaufe und Schaden und Verlust keinen Menschen treffe auf Erden.« Nach diesen vorausgeschickten eingebildeten Gründen trugen der Herr des Diwans und _Bulad Dschinksanek_, der Gesandte des Kaans, das Wort vor. Da diese Maassregel dem Aeussern nach den Reichthum vermehrte, die Magazine der Kaufleute leerte, den Armen und Elenden Beruhigung gewährte, so schien dieselbe Anfangs denen, die darüber nachdachten, erspriesslich und gut. Der Ilchan erliess ein Diplom, befehlend, absolut und entscheidend, kurz und gut, dass man auch in den übrigen Ländern nicht mehr mit baarem Gelde Handel und Wandel treibe, sondern dass man überall die Webung goldener Kleider abschaffe und nur soviel davon gestatte, als für das Kleid des Padischah und seiner nächsten Umgebungen erforderlich sei, dass man sich nicht mit Verfertigung goldener und silberner Geschirre und mit keiner Kunst, welche Vergeudung des Goldes und Silbers mit sich führe, befasse, dass man die Goldschmiedekunst und die Silberarbeiterei der Gesichtsfarbe und dem thränenden Auge der Verliebten überlasse; kurz, durch die Einflüsterung und Verführung, Verlockung und Versuchung dieses Unholdes und gespenstischen Koboldes, der seinen Herrn auf diese Weise schändete, geschah es, dass er in alle Länder, in's arabische und persische Irak, nach Diarbekr, Rebiaa, Mossul und Miafarakein, nach Chorasan und Kerman und Schiras einen grossen mit diesem Geschäfte beauftragten Emir sandte, und dass überall eine Fabrik solchen Scheingeldes errichtet, dass Verwalter, Schreiber, Schatzmeister und andere Beamte dabei verwendet und überall grosse Summen zur Verfertigung des Scheingeldes gespendet wurden. Durch die Verlautbarung dieser Geschichten wurden die Völker in den Reif des Erstaunens gezwängt und blieben in demselben ohne Seele beengt.

_Arab. Vers._ Schnell, wie die Hoffnungen, des Lebens Zeit vergeht, Und umgekehrt, auf Persisch heisset _Dem_ nur _Med_[772].

Die Gestalt und Form des Scheingeldes _Dschaw_ war diese: Ein länglichtes, viereckiges Blatt Papier mit einigen chinesischen Worten beschrieben, in denen immer Fehler geblieben[773]; ober diesen chinesischen Worten stand auf beiden Seiten:

»_Es ist kein Gott als Gott, und Mohammed ist sein Prophet!_«

Dieses war das Gepräge dieses Silberblattes, der Juwelenknoten dieses Perlenstates, das Tughra dieser Befehle und das Amulet dieser Kehle; unter demselben war geschrieben: _Iritschi Turitschi_, auf Chinesisch (uighurisch), d. i. _Sobald es angekommen, sei es für bleibend angenommen!_ In der Mitte war ein Kreis beschrieben, der aber ausser dem Mittelpunkt ruhiger Ansicht liegen geblieben; dabei war der Werth des Papieres von einem _halben Dirhem_ bis _zehn Goldstücke_, und dann in Schrift das, was folget, geschrieben: »_Der Padischah der Welt hat im Jahre 693 (1293) eingesetzt dieses gebenedeite Papiergeld; es soll cursiren in Ländern allen; wer es verfälscht oder verändert, sei mit Weib und Kind der Todesstrafe und sein Gut dem Fiscus verfallen._« Nach Schiras war ein Patent dieses Papiergeldes, das, sehr ausführlich und lang, eingebildete Fragen aufwarf und die Antworten darauf aufdrang, gekommen. Ein Exemplar desselben ist noch in den Händen und es wäre unnütz, darüber noch mehrere Worte zu verschwenden. Das Wesentlichste seines Inhaltes ist: »dass, sobald das gebenedeite Papiergeld Goldes statt, wie die Thränen der Verbannten Lauf gefunden hat; so wird Armuth und Dürftigkeit und Schaden und Elendigkeit verschwunden sein unter den Söhnen der Zeit, Korn und Getreide wird zu haben sein in Wohlfeilheit, und Arme oder Reiche sind dann einander gleich.« Die Dichter und Trefflichen der Zeit haben zum Lobe des Papiergeldes nach der Eingebung ihres Genius dem Padischah und dem Herrn des Diwans lobend die Resultate ihrer Gedanken geweiht; als eine Probe von diesem Lobe ist das folgende Distichon aus einem Bruchstücke eines der Trefflichen hier eingereiht:

»Geht Papiergeld in der Welt, Sein Entgelt[774] sie frisch erhält.«

Es erging der Befehl, dass alle Künstler und Handwerker, welche Gold und Silber in ihren Arbeiten verarbeiten, dasselbe aus dem Hause, wo das gebenedeite Papiergeld ausgetheilt ward, erhalten, dass Alle, welche als Befehlshaber Länder verwalten, nach ihren Verdiensten ihre Besoldungen und Bezahlungen dort beziehen sollen, dass das alte abgenützte Papier dorthin gelangen, und der Bringer für den Gehalt von zehn Dinaren alten Papiergeldes neun Dinare neues empfangen soll, dass die Kaufleute des persischen Meeres, welche in fremde Länder handeln und wandeln aus dem Schatze Gold erheben und dafür ihr Papiergeld abgeben sollen, vorausgesetzt, dass dabei der Weg der Behutsamkeit beobachtet und ihre Erlaubniss und Befugniss von Nowaben und Aufsehern des Diwans gehörig betrachtet und erachtet worden sei. Verfügungen dergestalten waren in diesem Patente enthalten.

Tausendmal ist's besser, gar nicht anzufangen, Was zu keinem Resultate kann gelangen.

Wenn (wovon das Gegentheil nicht zu denken) diese Bedingungen nicht schon von Grund aus schlechter Art, wenn mittels der Umwälzung der Zustände, der Uebertragung der Herrscherkräfte und Veränderung der Geschäfte, diese Befehle von allem Fehle beschützt und bewahrt geblieben, wenn die Leute ohne Widersetzlichkeit und Blödigkeit, dasselbe zu nehmen und zu geben und den Lauf desselben zu gewähren, willig gewesen wären, so wäre es möglich gewesen, dass einige dieser präliminären Verfügungen gekommen wären zu eines Resultates Ehren; allein, wie man diess immer aus dem Gesichtspunkte der Vernunft und der Analogie betrachtet, so ist dieses eine Maassregel, nicht verwaltbar und (auf dem Spitz ein Kegel) nicht haltbar, besonders da der Zweck dieser Einbildungen ganz und gar kein andrer war, als die Schätze des Padischah zu erneuen und die der Unterthanen zu zerstreuen.

»_Zu bewahren des Moslim's Gut, ist Pflicht, wie zu bewahren des Moslim's Blut._«

In der practischen Philosophie ist durch Beweise festgesetzt, dass das Gold von Gott, als die kleine Gesetzgebung, eingesetzt; dass dasselbe den Werth der Sachen bestimmt und die Ordnung der Welt in Anspruch nimmt; dass ein kleiner Theil desselben eine grosse Menge anderer Sachen vertritt, deren Transportirung und Verführung sehr schwer und vielen Ungemaches nicht leer; dass wegen seiner inneren Festigkeit und Trefflichkeit dasselbe vor aller Gefahr der Vernichtung geschützt; dass es nicht durch Wasser, nicht durch Feuer, nicht durch Schneiden und Stossen verwundet wird und abgenützt. Diese Bedeutung bedarf keiner Erweiterung und Erläuterung,

»_Diess ist Erforderniss mündiger Weisheit._«

Die Nothwendigkeit und Dürftigkeit ist's, welche demselben Adel verleiht;

_Arab. Vers._ Wenn ich ein Gottesfürchtiger nicht wäre, Erwies' ich selbem göttliche Ehre.

»_Für der Welt Wunden ist das Pflaster im Golde gefunden_,« ist ein bekanntes Sprichwort;

_Vers._ »Hätte ich Gold, so wären meine Geschäfte auch golden; Golden sind sie nicht, weil ich besitze nicht Gold.«

_Ar. V._ Kein Gesandter fährt mit besserem Glück, Als das rundgeprägte Silberstück.

Wenn der Schreiber (dieser Geschichte) die Gleichnisse und seltsamen Einfälle, welche die Wohlberedten Arabiens und Persiens über die Eigenschaften, den Nutzen und das Lob des Papiergeldes geschrieben, und die ihm im Gedächtniss geblieben, aufgeschrieben hätte, so hiesse dieses Buch _die goldene Kette_[775] oder _die unvollkommene Erreichung des Zweckes_. Würde aber mit diesen Lobsprüchen das Gold zerstieben, woraus würde man denn verfertigen die Kronen mächtiger Sultane und Reiter, die Ohrgehänge, Armbänder und Knöchelringe der Schönen, welche den sich blähenden Busen gewärtigen? und wie könnte denn, mit dem papiernen Geld, die frische Rose, welche freudig die goldene Scheibe in der Faust und Goldbarren (die Staubfäden) im Busen verborgen hält, wie könnte sie die Wange des Windes anlachen? und wie könnte die Blüthe ohne Silber sich einen Schatz für ihr Alter zur Hülfe wider das anrückende Heer des Frühlings machen? Die trunkene Narcisse ist bemüht, im Zauberschlafe mit dem Traume des Goldes ihr sehnendes Auge zu färben, und im steinernen unbarmherzigen Herzen des Berges stocken die Blutadern (die Rubinen) aus Begierde, sich von der goldausstreuenden Sonne Einiges zu erwerben. Wie könnte das Gold einem Stücke Papier sich vergleichen? wie könnte den Werth von jenem dieses erreichen, welches durch einen Funken aufgeht in Rauch und wie die Töchter der Luft (die Dämpfe) davonfliegt bei des Windes geringstem Hauch, welches durch einen Tropfen Thau wird des Wassers Raub und im Staube wird zu Staub? Die Prahlerei kannte keine Gränzen mehr, und durch die Vergleichungen und Herausstreichungen ward die Traurigkeit immer mehr und mehr. Im Silkide d. J. 693 (1293) kam das Papiergeld zu Tebris in Lauf und vermöge der Herzensknoten und den Maassregeln von der Vernunft geboten, begann man sogleich, um seine Seele zu schützen und um etwas zu besitzen, mit Speisen und Waaren niedrigen Handel und Wandel. Binnen drei Tagen war Tebris, welches das kleine Kairo hiess, wie der Beutel der Geduld der Sehnsüchtigen leer; im Lande war kein Glanz und keine Freude mehr, und die Brust der Sicherheit und Rechtlichkeit hatte nicht Fett noch Schmeer. Die Laden und Gassen waren wie öde Häuser verlassen und geleert, die Thore des Handels und Wandels waren versperrt. Verkaufte man den Man Brotes um Einen Dukaten, so glaubten die Käufer, dass sie gewonnen, und die Verkäufer, dass sie verloren hatten. Ein Freund erzählte mir vom Blitze der Witze jener Gegend, was folgt: In dieser Umstände drängender Gefährde stand ich gaffend zu Tebris auf dem Markte der Pferde. Die Verkäufer schlugen ein Pferd, das um fünfzehn Goldstücke doppelt bezahlt gewesen wäre, schlugen dasselbe, fortgezogen durch der Begebenheiten Wogen, um hundert und fünfzig Dukaten Papiergeldes an, und der Käufer, aus Freude über den grossen Preis, lief herum im Kreis, um durch diesen Reigen gleichsam die Bewegung des Pferdes zu zeigen; dann bestieg er einen Gaul, tummelte denselben nicht faul, bis er aus den Augen verschwand. Seine Abreise war zum folgenden Verse der Realcommentar:

_A. V. des Verfass._: Wer das Papiergeld erfand, verführt als schlimmer Betrüger, Unter den Hunden ist keiner so trügrisch wie er.

Der Lärmen und das Getöse, der Saus und Braus der Nationen stieg bis an den Gürtel der Constellationen; die Befehlshaber und das Heer hatten keine Geduld mehr, das gemeine Volk flehte am Freitag in der Moschee mit klagendem Gebete; es verlauteten die Klagen über die Ungerechtigkeit, womit sie geschlagen. Sie verfluchten den Aseddin Mosaffir mit allen denen, welche zu dieser Neuerung und Theuerung das Gleiche beigetragen:

Spruch der Ueberlieferung: »_Wer schlechte Sitte eingesetzt, dem wird sie bleiben als Last bis an den jüngsten Tag._«

Sie wollten ihn mit seinen Einverstandenen erschlagen. Sie flohen aus dem Kreise und nahmen mit ihrer Seele bösen Namen mit auf die Reise. Die Trefflichen und Dichter der Zeit waren, ihn mit Spottgedichten zu durchgeiseln, bereit; so sagte Einer derselben, als er den Namen _Amidol-mülk_, die Säule des Reichs, angenommen:

Das Schiff _Amidol-mülk's_ inmitten Reichsgefahr, Ist wie das Wasser, wenn damit ein Schiff[776] gefüllt. Sein schlechter Bart ist schlechter als des Hundes Haar, Diess ist dagegen Atlas und ein seidner Quilt[777]. Sieh, ob er morgen stehet noch auf dem Altar, Wiewohl er heute für des Reiches Summe gilt.

Auch das folgende Bruchstück reimte Einer:

Du bist nicht Weltenehre, du bist der Schimpf der Welt, Die auf dein Sein und Wohl nicht das Geringste hält. Wenn _Geber_, _Jud_, _Moslim_ vor der Altäre Stufen _Ormusd_, _Jehova_ und _Allah ist gross!_ ausrufen, So flehen alle drei in Unterthänigkeit Zur Majestät des Herrn, der Welten Glück verleiht, Es möge ihm in dieser Welt von allen Dingen Kein einziges nach seines Herzens Wunsch gelingen![778]

Zu Schiras wurden fünf Tomane Goldes in Sachen des Papiergeldes ausgegeben. Da das Papier, in welchem das Capital der Männer von Verdienst bestand, auf vierzig Weisen ging von Hand zu Hand, so hätte der, welcher heimlich von den Nowaben der Papierfabrik einen Teller Goldes hätte erwirkt, spurlos wie das Gold sein Dasein verwirkt. Zu dieser Zeit wurde an einen Bruder der Reinigkeit (an einen guten Freund) wie es scheint, das folgende Bruchstück verfertigt und in der gehörigen Form abgefertigt: »Der Sicherheit Kiel laufe auf dem Blatte der Wohlfahrt für NN. zum Ziel! und Gott helfe Dir, wo Du immer sein mögest, gleichviel! Der aufrichtige Wohlwünscher und ganz eigene Sehnsüchtige legt gleich der Feder den Gürtel freundschaftlicher Liebe um die Mitte an; er hat den Mund zu wohlduftendem Preise und eröffnendem Wunsche aufgethan, und stellt das Gesicht reinen Verhältnisses weiss und klar mit Schriftzeichen der Aufrichtigkeit folgendermaassen dar: Das offene Feld der Sehnsucht nach dem Umgange mit dem Freunde, dem vertrauten, welcher süsser als das gewöhnliche Leben, hat sich Perlen gleich so ausgebreitet, dass es unmöglich ist, die Länge und Breite dieses Feldes mittels der Messkunst des zweizüngigten Kieles und mittels der Quadratfläche des zweigesichtigen Papieres,

»_Dieses ist heut in der Welt eben so wenig zu finden als der Ambra_,«

auszumessen. Schon geraume Zeit ist's, dass die goldenen Papageien der Federn, welche das Wort ausschreien:

»_Mittels der Federn werden die Länder regiert_,«

von der Moschustränke der Gnaden des Tintenzeuges dem weissen Silbersitze der Gärten der Wörter nicht zugeflogen, und dass die Gesandten freundschaftlicher Anzeige aus dem _Kairewan_ des Westens nach dem Lande des Südens Botschaft bringend ausgezogen. Wenn das Gemüth Gedanken und ihren Ausdruck flieht, so muss der Kiel der Denkkraft auf eingebildetem Blatte weilen oder die rothe Thräne die Schwärze des gekränkten Auges heilen. Es wird erwartet, dass einige Blätter jener Art, von welchen allein vor diesem Freund die Rede (einige Blätter Papiergeldes) _wie Blätter der Bäume voll Glanz, wie Busen der Schönen geglättet ganz, hell wie das aufgehende Licht und wie der aufrichtige Morgen, wenn er anbricht_, die Klagen der auf den Kopf geschlagenen Feder stillen werden. Bliebe aber das Gesicht dieser begehrten Sicherheit in den Schleier der Verweigerung verhüllt, so ist dieses Stoffes genug, dass der trauernde Kiel der Klage über Unterdrückung nach dem Papierhemde der Bedrückten lange und das Gestöhne der kratzenden Feder bis zum Gipfel des Himmels Merkur's, des Schreibers des Himmels, gelange; dass der Kiel mit der Zunge _Chakani's_ aus Schirwan, des Chakans der Bedeutungen, diesen Vers anwende:

Für mich sei Freundeshand als Klägerhemd gewandt, Weil er verweigert mir die Feder, das Papier,

und demselben sende.« Als nun die Klage der Erde und der Stunde gedrungen zu des Himmels Runde, als die That und das Messer drang in die Seele ein und das Messer geschnitten bis an das Bein, als der Strom gelangt war zum Munde, stellten die Emire und Nuwianen einstimmig dem Herrn des Diwans vor: Wenn dieser Zustand noch einige Zeit dauert; so ist aller Glanz der Länder aufgegeben, und es ist unmöglich die weitere Verwirrung zu heben:

»_Willst du, dass man dir gehorche, so fordre nur das Mögliche!_«

Da ergingen wirksame Befehle, dass man das Papiergeld abstelle. Gesandte gingen nach allen Seiten, um die Abschneidung des Bösen und Einkleidung dieser Maassregel einzuleiten. So ward durch Gottes, des Allmächt'gen, Gnade dieses ungeheure Unglück:

_Koransvers_: Weist du, was da die Flammenwuth? Es ist der Hölle brennende Gluth![779]

abgekehrt und den Gemüthern aller Völker Freude gewährt. Vornehme und Gemeine sagten:

»_Gott sei gelobt und gebenedeit! Er hat von uns abgewendet die Traurigkeit; denn Er ist unser Herr, der Allen Alles verzeiht; Er liebet die Dankbarkeit._«

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8 17 v. u. statt Recht lies recht 9 9 v. o. st. Ocean l. Onon 11 7 -- -- st. Sprache l. Aussprache 13 8 -- -- st. vier l. vierzig. 15 16 v. u. st. Gjawr l. Gjawe 16 7 v. u. st. der l. das 21 16 v. o. st. Begi l. Bigi 24 2 v. u. st. Tschitschejan l. Tschitschegjan 26 9 v. o. st. darnieder l. worunter 27 17 v. u. st. geschossener Pfeile l. geschossenen Pfeilen 32 9 v. u. st. Thronbesteigung als l. Thronbesteigung, zweimal als -- 14 v. u. st. die Tataren l. der Tataren 33 15 v. o. st. Karachetai l. Karachatai 35 12 v. u. st. Minkburni l. Mankburni 36 15 v. u. st. Sonne der l. Sonne des 43 13 v. u. st. Temur l. Timur 50 3 v. u. st. Mohakkah l. Mohakkak 65 8 v. o. st. Von der l. An der 70 16 v. u. st. am Berge l. vom Berge 72 10 v. u. st. hatten l. herrschten 75 13 v. u. st. Nami l. Nemi 78 4 v. u. st. denselben l. demselben -- 3 v. u. st. erlegen l. erlagen, st. ob denselben l. vor demselben -- 2 v. u. st. derselben l. desselben 81 am Rand st. Gemahlin l. Gemahlinnen 87 1 v. u. st. Journal II. l. Journal asiatique II. 93 13 v. o. st. Weg zu l. Weg zur -- 5 v. u. st. Schebehun l. Schebchun 96 5 v. o. st. und um l. nur um 102 11 v. u. st. dem Adlerneste, dem Hauptsitze l. das Adlernest, den Hauptsitz 109 4 v. o. st. Chalweih l. Chaleweih 117 14 v. o. st. Betekdschi l. Bitekdschi 121 2 v. o. st. einer gleichen l. mit gleicher 124 13 v. u. st. Intendanten l. Intendenten 125 8 v. u. st. des Musters l. des Gründers 163 4 v. u. st. by Naima l. by Neumann 178 9 v. o. st. vor der l. von der 180 9 v. u. st. Thierangels l. Thürangels 185 7 v. o. st. Telbaschil l. Telbaschir 186 11 v. o. st. Hama's oder l. Hama's und 187 4 v. o. st. Quelle entsteigt l. Quelle entspringt -- 18 v. u. st. Amrolkai l. Amrolkai's 189 6 v. o. st. des Turbeysel l. das Turbeysel 208 17 v. o. st. Mahribi l. Mahghribi 211 17 v. u. st. Maillenschläger l. Mailleschläger 214 15 v. o. st. nur vom l. nie vom 214 13 v. u. st. nur eines l. nur der eines 232 7 v. u. st. Ammer l. Aammar 237 4 v. o. st. Betha's l. Batha's 237 11 v. o. st. war ein Vergrösserer l. war ein weit grösserer 239 7 v. o. st. Wenn nur das Glück wie die Beisitzer wäre, l. Wenn mir das Glück wie Dir Beisitzer wäre, 240 2 v. u. st. geistiger Dichter l. persischer Dichter 241 3 v. o. st. Hamkjar l. Hemkjar 242 18 v. u. st. Aasa l. Osa 253 14 v. u. st. Ville Hardouin l. Villehardouin 259 3 v. o. st. Mogholtei l. Mogholtai -- 9 v. o. st. dem Herrscher l. des Herrschers 261 12 v. u. st. Armen l. Arme 262 1 v. u. st. Kuhdschu l. Kukdschu 268 13 v. o. st. Ferjab l. Farab -- 15 v. o. st. Ferjabi l. Farabi 274 5 v. u. st. Kejanenen l. Kejanen -- 17 v. u. st. Vasal l. Vassal 276 12 v. o. st. Mewlane l. Mewlana 280 2 v. u. st. nisadin l. nihaden 283 8 v. u. st. Aufgestochenen l. aufgestochenen 291 2 v. u. st. Suhuri l. Sughuri 293 17 v. u. st. Mineddin l. Moineddin 303 16 v. o. st. Mekka l. Mocha 308 14 v. o. st. (der Oheim Abaka's) l. (der Bruder Abaka's) 315 13 v. u. st. Buse l. Busse 318 13 v. u. st. Denn stets l. Du stets 320 4 v. u. st. nur diesem l. nur in diesem 329 8 v. o. st. Zehrgnadenamt l. Zehrgadenamt 345 10 v. o. st. mir nun l. mir nur -- 14 v. u. st. Rumi's l. Rum's 352 17 v. o. st. gleichzeitig mit l. gleichnamig mit 365 8 v. u. st. und Feder und setzte l. und Feder, setzte 367 5 v. u. st. beizustehn l. beizustehen 374 15 v. o. st. einheimischer Herrscher Herrschaft l. einheimischer Herrschaft 375 8 v. u. st. dass das l. dass sie das 393 11 v. u. st. Derwische Fakir l. Derwische als Fakir

Noch ist zu bemerken, dass durch ein Versehen der Druckerei die in eigenen Namen als lange geschriebenen ſ durchaus als kurze gedruckt worden, was ebenso wenig gleichgültig, als es im Deutschen gleichgültig ist K r e i ſ' oder K r e i s, r e i ſ' oder R e i s zu schreiben. Mit lindem ſ sind also auszusprechen: Abulghaſi, Abderreſak, Aſerbeidschan, Aaſiſ, Bacherſ, Bediieſ-ſeman, Chuareſm, Chumiaſ, Chuſistan, Dsheſire, Dchuſistan, Erſendschan, Faſl, Faſluje, Firamurſ, Firuſ, Firuſi, Ghaſa, Ghaſali, Ghaſna, Hafiſ, Haſret, Heſar, Heſarsif, Irſi, Iſeddin, Jeſd, Kjarſun, Kjariſ, Kirgiſ, Kaſwin, Kiſil, Kotoſ, Legſi, Maſenderan, Merſeban, Meimundiſ, Merkeſ, Mobariſeddin, Moiſ, Moheſib, Moſaffereddin, Newruſ, Nimruſ, Niſam, Niſameddin, Oghuſ, Oneiſe, Ormuſd, Paiſe, Raſieddin, Rabſ (besser Rabdh), Sebſ, Sebſewar, Sekiſ, Schahdiſ, Schiraſ, Schirſad, Taſik, Tebriſ, Teguſ, Toghuſ, Tokuſ, Tschengiſchan u. a. m.

Fussnoten.

[1] Fraehnii de Ilchanorum seu Chulagidarum nummis Commentatio. Petropoli. 1831.

[2] v. J. d. H. 653 (1255) bis 754 (1353).

[3] Leurs fils actuellement s'imaginoient, qu'ils avoient été connus aussi autrefois sous le nom de Mogols. Rechideddin. Journal asiat.

[4] Des peuples turcs qu'on nomme maintenant Mogols, mais dont chacun anciennement avoit un nom particulier. Rechideddin. Journ. asiat.

[5] _Be Moghol manende schude end_, welche den Mongholen _ähnlich_ waren, an dieselben _mahnen_, denn das persische _Manende_ und das deutsche _Mahnende_ ist eins und dasselbe.

[6] Dieser Umstand ist bisher allen mongolischen Geschichtschreibern, welche sich über den Ursprung des Namens der _weissen_ und _schwarzen_ Tataren den Kopf zerbrochen, entgangen.

[7] An anderen Orten heisst er Sungtai.

[8] Meters u rast gui.

[9] Reschideddin.