Geschichte der Ilchane, das ist der Mongolen in Persien

Chapter 37

Chapter 372,847 wordsPublic domain

Hier sind nur vierzehn statt fünfzehn aufgeführt; es fehlt nämlich der von Reschideddin vor _Udur_ aufgeführte _Mohammed_; dafür fehlt bei Reschideddin _Jetukami_, welcher interpolirt scheint. Weiter ist über diese Namen zu bemerken, dass der dritte bei D'Ohsson S. 325 Berkatschar, in der Handschrift Reschideddin's auf der kais. Hofbibliothek _Berktschapar_, was jedoch ob Mangel der Punkte zweifelhaft und in meiner Handschrift des Dschihanguscha bei der Thronbesteigung Ogotai's _Berketschiter_ genennet wird. Das letzte scheint das richtigste und eine Zusammenziehung von _Berke kitschikter_, d. i. der kleinere Berke, zu sein; der vierte, hier _Juden_ oder vielmehr _Tuden_ genannt, heisst bei Reschideddin _Tewal_; der folgende bei demselben richtiger _Tschilaikun_ statt _Tschilaun_, was daraus zusammengezogen. Der hier _Dschemi_ genannte heisst bei Reschideddin _Dschintimai_ und ist aller Wahrscheinlichkeit derselbe mit Suntai, welchen Wassaf in dem Abschnitte: von dem Ende Tschengis Chan's und der Thronbesteigung seines Nachfolgers, mit dem Bruder _Batu_ nennt, und welcher auch im Dschihanguscha als der Befehlshaber des zur Eroberung des Restes von Kipdschak gesandten Heeres erscheint; endlich ist vom vorletzten, _Boka Timur_, zu bemerken, dass derselbe beim Abul Ghasi (B. 96 der Textausgabe) _Tokai Timur_ heisst, dass _Boka Timur_ im Dschihanguscha im Geleite _Batu's_ bei der Thronbesteigung Ogotai's erscheint, während nach Abul Ghasi _Tokai Timur_ als Regent in Kipdschak zurückgelassen ward. Hierauf folgt bei Haider die Aufzählung der Chane der weissen Horde: 1) _Menkai_, 2) _Sasi Boka_, 3) _Eideren Ben Sasi_, 4) _Tschitschai_, Sohn _Eideren's_, 5) _Urus Chan_, Sohn _Tschitschai's_, 6) _Tokatmisch Chan_. Im _Munedschimbaschi_ (auf der kais. Hofbibliothek Bl. 397) heisst 1) _Sasi Boka_ der Sohn _Tuli's_, des Sohnes _Orda's_; ihm folgt, 2) _Ebrsan_, der Eideren Haider's, 3) _Mubarek Chodscha_, 4) _Schintai_, der _Tschitschai_ Haider's, 5) _Urus Chan_. Hierüber ist zu bemerken, dass in den Geschlechtstafeln bei Reschideddin unter den Söhnen Orda's kein Menkai vorkömmt, welcher nach Haider's Angabe, sowie _Tuli_ nach der Munedschinbaschi's, der Vater _Sasi Boka's_ gewesen sein soll; nach Reschideddin war _Sasi Boka_ der Sohn _Pajan's_, des Sohnes _Kubindschi's_, des Sohnes _Sertaktai's_, des Sohnes _Orda's_, so dass er der Ururenkel Orda's und nicht der Enkel desselben gewesen, was wohl als das richtigere anzunehmen ist. Im Abul Ghasi (S. 99 der Textausgabe) erscheint Tokatmisch als der Sohn Chodschaoghlan's, des Sohnes _Tukkul's_, des Sohnes _Saritsche's_, des Sohnes _Us Timur's_, des Sohnes Tokai Timur's, des Sohnes Dschudschi's.

II. Beilage.

Auszug aus Wassaf über den Ulus Dschudschi's.

Erwähnung der Länder Dschudschi's.

Als Dschudschi vom Dienste Tschengis Chan's zurückkehrte, so ereignete es sich alsbald, dass er wider seinen Willen zur Reise in's andere Leben, welches die eigentliche grosse Reise ist, aufbrach. Es blieben von ihm sieben Söhne[762] zurück, als eben so viele Planeten am Himmel der Chanschaft, und die Person des Reiches war gleichsam aus sieben Gliedern zusammengesetzt. _Hordu_, _Batu_, _Berestai_, _Schekut_, _Berke_, _Berkedschar_, _Buka Timur_. Von ihnen war Batu, ausgezeichnet vor seinen Brüdern durch Genius seines Wesens, Gerechtigkeit seines Benehmens und Freigebigkeit seiner Anlagen, der Erbe der Länder des Vaters. Vier Distrikte (Hesare) der Krongüter Dschudschi's, _Gesek_, _Esan_, _Osek_, _Alghui_, welche zusammen mehr als neun Tomane (Landes) ausmachten, untergab er der Aufsicht seines älteren Bruders _Hordu_; der Sammelplatz der Heere Batu's waren die Distrikte am _Itil_ (Wolga). Er unternahm den Bau einer Stadt, deren Ausdehnung weit wie das Feld hohen Unternehmungsgeistes und diesen Fröhlichkeit sichernden Ort nannte er _Serai_.

Obwohl er der christlichen Secte folgte, deren Beistand und Hülfe Vernunft zuwider ist, so neigte er sich doch auf keine Seite der verschiedenen Secten hin, und war weit davon entfernt, an einer derselben halsstarrig zu halten, als das Feld der Welt durch die Thronbesteigung dieses Siegelringes der Zeiten zum Rosenfeld und das Auge der Welt durch die Lichter seiner Gerechtigkeit erhellet worden, als Zeit und Raum diese beiden Verse declamirten:

Die Welt ist hell von Deines Thrones Schatten, Er hat die Welt verkehrt in Rosenmatten.

Bei dem zweiten Kuriltai kamen die Prinzen darin überein, dass der Säbel mit Grimm wider die Köpfe der Anführer der Russen und Assen geführt werden solle, welche den Fuss der Feilheit in die Reihen der Widersetzlichkeit gesetzt. Von den Prinzen Mangu Kaan's wurden _Kajuk_, _Kadachan_, _Kurgan_, _Turi_, _Paidar_, _Hordu_, _Tangut_, welche letzte beide am Tage der Schlacht festen Fusses standen, und _Basintai Behadir_ zu dieser Unternehmung bestimmt. Sie setzten sich zur Zeit, als der Frühlingswind in voller Kraft wehte:

Der Rosenstrauch schwang in dem Garten Speere, Das Blatt war Dolch, die Dornen Lanzenspitzen,

in Bewegung. Die Heere kamen an der Gränze Bochara's zusammen und zogen wider Russland aus:

Was Indien, zeigt sein indisch Schwert Den _Assen_, _Russen_ und _Alanen_.

Sie eroberten die Stadt Moskau, gefüllt mit einem Heere zahlreicher als Heuschrecken, zanksüchtiger als Fliegen, und das sich bei der Wehr zusammennimmt, plünderten und mordeten nach ihrer Gewohnheit. Sie schnitten die Ohren der Erschlagenen ab.

Es füllet in der Welt dein Ruhm die Ohren, Vor deinem Grimm droht Untergang den Ohren.

Man zählte 270,000 abgeschnittene Ohren.

Du, schärf' das Ohr; der Himmel haut dich über's Ohr.

Die Prinzen und grossen Fürsten und siegreichen Freien waren

(Der Himmel war zu Willen und das Schicksal folgte)

wunschbefriedigt und die Engel sangen dazu:

Der, so sich wider Dein Gebot empört, Der, so dein Reich im mindesten nur stört, Dem spalte Partisan' das Aug' inmitten, Dess Körper sei dem Grimm des Dolchs zu Theil, Dem sei vom Messer Zunge abgeschnitten, Dem sei der Hals durchbohret von dem Pfeil.

Als sie zurückgekehrt, hatte Batu Lust, wider die _Kelaren_ und _Baschkirden_, welche die christliche Religion befolgten, aufzubrechen. Als die Heere des Winters, aus Furcht vor den Dolchen der Neider, das Gesicht abwandten, und die Rosen sich, wie das Glück der Glücklichen, mit hundert offenen Gesichtern zeigten und die Nachtigall mit bestimmtem Schall:

Weisst Du, warum der Lyra Saiten gellend schrein? Weil ohne dem Gesicht die Ros' nicht Ros' und Wein nicht Wein. Auf deiner Rosenwange ist das Heer zu schauen, Weil es darauf sich legt mit herzlichem Vertrauen,

ging der Prinz, der das Glück gefunden.

_Hem._ Die Welt an seinem Zügel, die Zeit an seinem Bügel.

_Hem._ Wenn deine Bügel weiter gehn, Was Wunder, wenn wir auch nicht stehn!

Er zog, fest wie Schlösser, mit 40,000 Reitern, deren jeder die Stütze eines mächtigen Heeres, in's Feld. Zur Zeit, als die beiden Heere auf einander trafen, trennte sie ein Fluss mit steilen Ufern. Batu sandte seinen Sohn mit einem Tomane Heeres, um über den Fluss zu setzen, und er selbst besetzte einen Hügel und betete demüthig vor der Majestät Gottes, des absoluten Gnadenverleihers, mit einem Herzen, brennend wie die Lampe dessen, der die Nacht durchwacht, und mit einem Hauche, kalt wie der des Morgens. So brachte er die Nacht bis an den Tag hin; am andern Tage, als der einpferdige Chosroes der Welt frohe Nachricht gebracht, und auf dem Degen (Rücken) der Berge das Rad (der Sonne) sichtbar gemacht, reihten sich beide Heere zur Schlacht. _Sertak_ fiel den Feind mit einem Toman stürmend an, und die anderen auf dem Hügel aufgestellten Heere rannten wie ein Gürtel von der Höhe nieder; gleich niederstürzendem Loose, welchem nichts zu wehren im Stande, wandten sie ihr Gesicht gegen das feindliche Lager, und zerstückten mit ihrem Säbel die Zeltstricke wie den Strick der Freundschaft der Verbrecher. Furcht und Schrecken bemächtigten sich der Einwohner von _Kelar_, die Waldteufeln glichen; die meisten derselben wurden ein Frass des Schwertes und der Hyänen, und so wurde auch dieses Land den Schwesterländern beigesellt. Im Jahre 653, als Mangu Kaan ein Kuriltai hielt, wurde _Sertak_ zum Dienste des himmelhohen Thrones gesandt. Ehe er zurückgekehrt, hatte sich Batu von der Braut der Chanschaft dreimal, d. i. unwiderruflich, geschieden und Sertak, mit Gnaden und Gunstbezeugungen überhäuft, kehrte in die Residenz zurück, und ohne sich lange aufzuhalten, ward er zur Abreise (aus dieser Welt) gezwungen. Vermög des Befehles Mangu Kaan's übernahm _Berakdschin Chatun_, welche die grösste der Frauen, die Sorge für die Beförderung der Reichsgeschäfte, und erzog hiezu den _Ulaghdschi_, den Sohn _Sertak's_; doch auch _Ulaghdschi_

_Hem._ endete in kurzer Zeit sein Leben.

_Berke Aghul_ erhielt die chanische Krone, dessen Heere sich zu wiederholtenmalen mit denen Hulagu's schlugen, und als die Chanschaft an _Mangu Timur_ gekommen, war diess der Fall mit den Heeren Abakachan's, wie diess schon oben vorgekommen.

III. Beilage.

Auszug aus Wassaf über den Krieg zwischen Hulagu und Berke.

Erwähnung der Ursachen der Bewilderung, welche zwischen Hulagu Chan und Berke Aghul statt gefunden.

Zur Zeit, als der welterobernde Padischah Dschengis-Chan alle Könige und Länder der Welt beherrschte und besass und dieselben seinen vier Söhnen Tuschi, Tschagatai, Ogtai und Tuli vertheilte und zumass, als er die Orte und Horte auf allen vier Seiten bestimmte, wie es seinem Scharfsinn gut dünkte und seinem durchdringenden Genius ziemte (die umständliche Theilung der Länder und Gebiete ist in der Geschichte _Dschihanguschai_ ausführlich beschrieben), wurden dem Dschagatai die Stationen und Regionen von den Gränzen der nigurischen Pässe bis nach Samarkand und Bochara zugetheilt, und sein gewöhnlicher Aufenthalt war in der Nachbarschaft von _Almaligh_. _Ogotai_, welchen der Vater bei seinen Lebzeiten noch zum Nachfolger bestimmt hatte, residirte an den Gränzen von _Imil_ und _Kobak_, welches der Chanschaft Thron und der Nabel des Reichs. _Tuli_ besass die Jurte, welche an die Chatai's stiessen, und von Kialik und Chuaresm, von den äussersten Gränzen von Saksin und Bulghar bis an die Gränzpässe von Derbend und Baku, war Alles auf den Namen des ältesten Sohnes Tuschi geschrieben. Hinter Derbend, welches insgemein das eiserne Thor heisst, war das Winterquartier seiner Heere, von wo dieselben bis Arran streiften, und Arran und Aserbeidschan gehörten noch zu ihren Ländern. Die Ursachen, welche Stoff zum Streit herbeiführten und die Zwistigkeit schürten, sind die folgenden: Im Winter des Jahres 662 (1263), als der Goldschmied der Allmacht die Flüsse von Derbend mit Silberplatten überzogen, und der Kirschner des Winters nach dem Maasse der Hügel und Haiden denselben Hermelinkleider angezogen, als die Oberfläche des Flusses auf die Tiefe eines Lanzenfusses gefroren wie Bein und Stein, ging auf Befehl Berke Aghul's ein Heer von Mongolen, die unreiner als Wüstenteufel und Ghulen, und deren Schaaren zahlreicher als die Tropfen des Regens waren:

Sie kamen, Flüsse tragend, Wie Teiche Wogen schlagend,

über den gefrornen Fluss wie Feuer und Wind geschwind. Von dem Gewieher und Geklirre ihrer Pferde und Truppen war die Zauberin der Erde voll rollender Donner und leuchtender Blitze; im flammenden Feuer des Zornes kamen sie bis an die Ufer des Kur (Cyrus). Hulaguchan ging ihnen zur Abwehrung des Funkens ihres Bösen mit einem Heere entgegen:

_Arab. Vers._ Morgens trafen sie auf ein vermischtes Heer, Unaufhörlich zog es wie die Erde her. Pferde, schwerbepanzert, mit zwei Reitern liefen Unterm Staub wie Dromedare in die Tiefen; Klingen strahlen weiss und Speere dunkeln braun; Sieh! die Braunen bohren und die Weissen hau'n.

In dem Treffen wurden sie geschlagen und zogen sich alsogleich zurück:

_Arab. Vers._ Wenn sie fliehen, wird der Feind nach ihnen ziehen, Wenn sie stehen, ist es um ihr Gut geschehen.

Im Passe Baluje standen sie abermal zur Schlacht. Es froren die Füsse dem Boden an, und im Heere Berke's hielten Klein und Gross, Mann und Ross aus, bis dass sie alle erschlagen, und die Andern, besiegt, die Zügel der Flucht davon getragen. Hulagu erlaubte den Heeren nicht, zurückzukehren, bis sie nicht über den gefrorenen Fluss gesetzt.

_Arab. Vers._ Des Blutes Ströme gehn wie Wasserrinnen, Die Säbel löschen ihren Durst darinnen; Sie schwanken zwischen Tod und zwischen Leben Und zwischen Leichtsinn und vernünft'gem Streben.

So wurden von Tag zu Tag die Stationen der Rebellen die Lagerorte des ilchanischen Heeres. Sie schlugen auch den Weg friedlicher Unterhandlung und Ausgleichung ein, und thaten die Hand der Verlängerung auf, bis sie das ganze Land von den Nachtheilen der Usurpation gereinigt und die Uebermacht der Fremden daraus verbannt.

_A. V._ Sie fielen aus im Sturm auf die, so in der Nähe; Wir fielen aus im Sturm auf die uns in der Nähe.

Sie trieben sie in die Enge und verfolgten sie durch einige Stationen Länge. Als der feindeverbrennende Padischah mit seinem glücklichen Lager herangenaht, gab er den Befehl, die Genossen Berke Aghul's, welche zu Tebris im Besitze von Reichthum und Waaren, mit Handel und Wandel beschäftigt waren, hinzurichten und ihre Güter in dem Schatze aufzuschichten. Viele derselben waren blos Commissaire, in deren Händen die Capitale und Güter ihrer Principale geblieben waren. Berke Aghul, um Gleiches mit Gleichem zu vergelten, liess die Kaufleute der Länder des Chans tödten und legte ihnen auf diese Weise das Geschäft. Der Weg der Gehenden und Kommenden, das Reisen der Kaufleute, war nun auf einmal, wie das Geschäft der Verdienstvollen, gesperrt und die Teufel der Unruhe waren der Flasche der Zeit entsprungen. Indessen hatte Kublai Kaan einen Gesandten gesendet und die Dinge Bochara's anders gewendet. Von sechzehn Hesaren, welche zu Bochara lagen, waren fünf dem Batu anhänglich, drei der Frau _Kutibeg_, der Mutter Hulagu-Chan's, und die übrigen dem Ulugh Kul, das ist dem grossen Delai, welche jedem der Kinder Tschengis-Chan's, die von dem Throne der Chanschaft Besitz nähmen, zu Befehl. Diese fünf Hesare führte _Batu_ in das Feld und las ihnen von den Klingen der Schwerter, welche die Bothen des Todes, des rothen, ihr Todesurtheil vor. Ihrer Güter, Weiber, Söhne wurde nicht geschont. Da die Regel des Spruches:

Die Liebe erbt fort und der Groll erbt fort,

in der Ansicht der Vernünftigen gegründet ist, so breitete auch _Mengu Timur_, der Sohn _Berke Aghul's_, welcher nach dessen Tode dessen Stelle vertrat, wider _Abaka Kaan_ den Teppich der alten Widerspenstigkeit auf, und es hatten zwischen ihnen zu widerholtenmalen Streitigkeiten und Zwistigkeiten Curs und Lauf. Einmal wurden 30,000 Reiter, säbelschärfende, lanzenwerfende, zur Zeit ihrer Rückkehr über den Fluss wie zerbröckeltes Eis aufgerieben und in den Abgrund getrieben und das Resultat ihres Lebens auf die Platten von Eis geschrieben. Als nun der hohe Abaka Chan mit der Menge ihrer Heere und ihrer Kühnheit näher bekannt, zog er gegen Derbend eine Mauer durchs Land, welche _Sitab_ genannt, um diesen weltverwirrenden Heeren den Einfall und Einbruch zu erschweren. Diese beiderseitige Feindschaft bestand, und diese gegenseitige Huth und Scheelsucht hatte Bestand, bis Kendschatu, der Chan, im Land. Als _Noghai_ der Erbe des Landes Mengu Timur's ward, wurde durch gegenseitige Gesandtschaften und Schreibenwechsel der Weg der Kaufleute und Handelsgenossen wieder aufgethan. Die Ursachen des Heiles lagen in dem Plan; das Land Arran fing durch die Menge von Wagen und Zelten, von Pferden und Schafen Wogen zu schlagen an und dieser Länder Waaren nach einigen Jahren wieder an zu gebahren.

IV. Beilage.

Auszug aus Wassaf über das Papiergeld.

Erläuterung der Ursachen, welche die Einführung und Vernichtung des Papiergeldes (Dschaw) herbeigeführt.

Der von ewig her bestehende Spender der Nahrung und der allweise Schöpfer (geheiligt seien seine Eigenschaften!), welcher die Bewohner der vier Wände der Naturen der Menschheit und die Eingekerkerten der sechs Richtungen irdischer Körper bald ohne Anlass geleisteten Dienstes durch den Ausfluss seiner, keinen Dank ansprechenden Gnaden bestimmt, und bald ohne vorhergehende Schuld seine Geschenke und Spenden zurücknimmt, Er dessen ewige Wissenschaft: Koranstext:

»_Ihm ist kein Sonnenstäubchen fremd auf Erden und im Himmel_«[763].

das vollkommenste Gemälde der Herrschergrösse ist, wollte es so, dass nach der Begebenheit (der Thronbesteigung) Arghun-Chan's in alle Herden der Mongolen eine Seuche fiel, welche sie in ihrer Sprache _Jut_ nennen. Aus diesem Anlass fehlte es den meisten Truppen zu Bagdad, Mossul, Diarbekr und Chorasan an den nöthigen Lastthieren und in dem Schatze war durch die Veränderung der Chane und Vergeudung des Goldes an die Truppen nichts zurückgeblieben; diess war der zweite Unglücksfall; dazu kam noch drittens, durch die angeborne Huld und natürliche Freigebigkeit des Vorsitzes der Welt und der Zeit, um die Völker zufrieden zu stellen und um Nothdurft zu stillen, ein Ausgabenüberschuss und Gnadenüberfluss; das vierte war die wenige Achtung des Ilchan's für Geschenke und Gaben und seine Verachtung der Oeconomie[764], d. i. des Besitzes in beweglichem und unbeweglichem Gut[765], an Geld und Vieh, und das Sprichwort sagt: »_Die Fünf findet sich in den Fünfzig._« Er hatte in der Zeit von zwei Jahren, während welchen der Welt Vorstand der Wissenschaft und Herrschaft vorstand, gegen fünfhundert zu Leihe genommene Tomane mittels rother Fertigungen an die Herren der Anweisungen übertragen, so, dass die grossen Fürsten diese Sache endlich gewahr wurden. Eines Tages hörte man von dem Munde des Herrn (des Grosswesirs) folgende Worte: »_Seadeddewlet_ hat zur Zeit, als er die Geschäfte der Länder förderte und tausend Tomane in dem grossen Schatze bereit lagen, und die stärkste Veranlassung zu dieser Zusammenhaltung Arghun-Chan's genaue Verwaltung gewesen, die Einkünfte und Ausgaben der Finanzen ohne rothe Fertigung[766] besorgt und für die Verproviantirung des Heeres und alle Erfordernisse der Küche, des Lagers und der Frauen gesorgt, und so habe der Ilchan in der kurzen Zeit von vierzig Jahren vom Jurt _Dilbertschin_ bis nach _Kiawbasi_ ein und vierzig Tomane für die Frauen, Pagen und Vertrauten der Majestät hergegeben.

_Arab. Vers._ Wenn Du aufgehst, müssen Sonn' und Mond sich niederlegen, Wenn Du scheidest, müssen sich verstecken Meer und Regen.

Zur Zeit Abaka-Chan's und Sultan Ahmed's waren für die ganzen Kosten der Küche nur vierzig Tomane bestimmt und doch waren die Verwalter und Küchenaufseher[767] nicht sicher vor dem Tadel der Tadelnden und dem Spotte der Spottenden und dem Schimpfe der Schimpfenden. Zur Zeit (Unserer) den Tag vermehrenden Regierung haben Wir hundert fünf und sechzig Tomane auf diese Weise an goldenen Verwendungen ausgetheilt, und dennoch rufen sie immerwährend: Wer gibt mehr? Die Prinzen und Prinzessinnen geben immer neue Wünsche kund und schliessen, gegen einander rechtend und spiegelfechtend, nicht den Mund.« Der Zweck dieser Prolegomenen ist, dass der Schatz auf alle Weise für den Bedarf baaren Geldes[768] bedurfte, dass die Einkünfte der Länder in einem Jahre 1800 Tomane, die bestimmten Ausgaben 700 Tomane betrugen und dass der Rest für die wichtigsten Geschäfte des Reiches, für die Gaben und Geschenke des Padischah nicht hinreichte. Der Herr des Diwans befahl, die Auflagen der Länder, besonders der von Bagdad und Schiras, welche der Gürtel des Reiches, zu läutern[769]; doch der Ueberschuss der Ausbeutungen des Dieners (des Grosswesirs) gab für die Majestät, auf deren Weberstuhl der Einschlag gestreifter Kleider steht, so viel aus, als der arabische Spruch:

_Arab. Vers._ Es sättigt nicht, was vom Zahnstochern kommt heraus,