Geschichte der Ilchane, das ist der Mongolen in Persien

Chapter 29

Chapter 292,364 wordsPublic domain

Teguder war der Sohn der Frau Kutui Chatun, welche mit ihm und seinem Bruder Tekschin, jener der siebente, dieser der vierte Sohn Hulagu's, während des persischen Feldzugs im Lager Mengkukaan's zurückbehalten und unter Abaka's Regierung von Kubilai nach Persien gesandt worden; in seiner Jugend war derselbe getauft worden und hatte den Namen Nikolaus erhalten[610]. Hierdurch schon dem Götzendienste des Budhismus entfremdet, mochte er so leichter zum Islam zu bekehren gewesen sein, als seine Bekehrer nicht ermangelt haben werden, nach moslimischer Ansicht der Dreifaltigkeit, als einer Trimurti, und den Uebertritt zum Islam als eine Erhebung zu reinerem Gottesdienste, durch den Aufschwung von Vielgötterei zur Anbetung eines einzigen Gottes darzustellen; der mächtigste Bekehrungsgrund war aber ganz gewiss die Aussicht auf den Thron, indem er den Islam erst, als er denselben bestieg, annahm. Die Nebenbuhler um denselben nach dem Tode Abaka's waren drei; Arghun hatte die Emire des Hauses seines Vaters[611], mehrere der grossen Emire[612] auf seiner Seite; die drei Prinzen _Adschai_, _Kungurtai_, _Huladschu_ (die drei Söhne Hulagu's), _Dschuskab_ und _Kunkschu_, die Söhne _Tschumkur's_, des zweiten Sohnes Hulagu's, die Emire _Schingtur_, _Sughundschak_ und andere stimmten für _Teguder_; endlich suchte die Frau Oldschai Chatun, die Mutter Mengu Timur's, demselben eine Partei zu gewinnen; als dieser aber am fünf und zwanzigsten Tage nach Abaka's Tode gestorben, schlug sie sich mit der Frau Kutui, der Wittwe Abaka's, auf die Seite Arghun's, welcher der Sohn aus der Beischläferin Kaimisch Ikadschi. Alsbald nach Abaka's Tode eilte Teguder aus Kurdistan nach Tebris und Arghun, welcher ohnedies auf dem Wege von Chorasan nach der Residenz, begegnete auf der vierten Station vor Tebris dem _Schingtur_ Nujan, welcher ihm mit der Nachricht von des Vaters Tod entgegengesendet worden. Arghun vollzog die Gebühren der Trauer nach mongolischer Sitte mit dem gewöhnlichen Todtenmahle, bei welchem, wie bei Festgelagen, der Becher mit _Kumis_ herumging; die Leibwachen[613], Speerträger[614] und Stallmeister[615] seines Vaters wurden ihm übergeben. Die Prinzen des Hauses, die Oheime und Neffen Arghun's, beriethen sich und stimmten für _Teguder_, und auf den Rath des weisen Emirs _Schischi Bachschi_ that Arghun, um sein Leben zu retten, keinen Einspruch. [RN: 26. Moharrem 681/6. Mai 1282] Fünf Wochen nach dem Tode Abaka's wurde Teguder als Chan und Ilchan, Schah und Padischah ausgerufen; die Herrlichkeit der festlichen Thronbesteigung wurde auf zwei Monate hinausgeschoben. Arghun begab sich nach _Alatagh_[616], um dort von dem Lager und dem Schatze seines Vaters Besitz zu nehmen; Taghadschar kam aus Fars zu seinem Dienste und die Frau Kutui mit ihren Anhängern begab sich ebenfalls in's Lager Arghun's. Der Wesir Schemseddin, welcher sich in dessen Macht befand, wurde ihm abgefordert, und der Emir des Lagers der Frau Kutui brachte denselben zu Teguder[617]. Am Tage der Sommersonnenwende[618] hatte die feierliche Thronbesteigung statt. [RN: 13. Rebiulewwel/21. Juni 1282] Nach dem uralten, schon auf den ägyptischen Denkmalen abgebildeten Krönungsgebrauche, vermöge welchem zwei Geleitsmänner den König, der eine zur rechten, der andere zur linken Hand, auf den Thron einführend, wurde Teguder vom Bruder Kungurtai und vom Emir Schingtur Nujan auf den Thron gesetzt, indem jener dessen rechte, dieser dessen linke Hand ergriff[619]; die Prinzen warfen, mit dem Gürtel um den Nacken, ihre Mützen in die Luft, zu sagen, dass ihr Hals bereit, auf den Wink des Herrschers mit dem Gürtel oder Strang zugeschnürt zu werden, und dass sie nicht mehr kopfbedeckt, das ist, nicht mehr frei. Mit siebenmaliger Niederwerfung wurde die Sonne, mit neunmaliger der neue Herrscher verehrt zur glücklichen, durch die Astronomen ausersehenen Stunde.

Zu einer guten Stunde, wo die Glücksgestirne Im Ort des Aufgangs niederwarfen ihre Stirne[620].

[Randnote: Schemseddin geschützt von einer der Gemahlinnen Teguder's.]

Nach Beendigung der Krönungsfeste liess sich Teguder die im unbezwinglichen Schlosse _Schahutela_ (dem persischen Königstein) aufbewahrten Schätze bringen und vertheilte dieselben unter die Prinzen, Nujanen und Emire des Hauses und des Heeres; jeder Soldat erhielt zwanzig Dinare und Arghun, der sich beklagte, dass man auf ihn mit der Krönungsfeierlichkeit nicht gewartet, zwanzig Goldbalische. Bei dieser Gelegenheit verbanden sich Arghun und sein Oheim Konghuratai (der neunte Sohn Hulagu's) im Lager der Frau Tuktini[621] durch Eidschwur in unzertrennlicher Freundschaft, welche hernach den häufigen Gesandtenwechsel zwischen ihnen und den gewaltsamen Tod Konghuratai's herbeiführte. Teguder befahl, seine Bekehrung zum Islame auszurufen, und erliess an die Obrigkeiten von Bagdad ein Jerligh, dass sie die gute Kunde den Einwohnern Bagdads mittheilen, den frommen Stiftungen ihre Einkünfte wie zur Zeit des Chalifats wieder geben, den Moscheen und Medreseen ihre vorigen Rechte wieder einräumen sollten; der Prophet habe gesagt, dass der Islam nicht aufhören werde, siegreich zu sein, bis an den Tag des Gerichts[622]. [RN: 2. Rebiul./4. Juli] Tags darauf lagerte er zu _Siahkuh_[623] und sandte Befehl nach Hamadan, dass Medschdolmülk und _Atamülk Dschuweini_, der noch als dessen Schlachtopfer dort gefangen gehalten ward, vor ihm erscheine. Medschdolmülk begann seine alten Ränke wider Schemseddin, und wenig fehlte, dass er nicht auch diesmal gesiegt hätte; nur der Schutz Ermeni Chatun's, der Gemahlin Teguder's, zu welcher Schemseddin flüchtete, rettete ihm und dem Bruder das Leben und verschaffte ihnen den Triumph über den Todfeind. Ermeni Chatun war nicht die Herrin des Harems, d. i. die erste Gemahlin oder grosse Frau Teguder's (welche Tokus Chatun, die Konghuratin), sondern die zweite, keine Armenierin, wie der Name glauben machen konnte, sondern auch eine Konghuratin; die dritte, _Tudakun Chatun_, die Tochter _Musa Gurgan's_, des Konghuraten, des Eidams Hulagu's, welchem dieser seine fünfte Tochter, _Tarakai_, zur Gemahlin gegeben, und folglich die Nichte Arghun's; die vierte _Baitegin_, die Tochter Huseinaga's; die fünfte, _Ilkotlogh_, die Mutter _Tughandschik's_, der Tochter Schadi Nujan's, des Gemahls der Prinzessin _Arguruk_, Tochter Dschumkur's, des zweiten Sohnes Hulagu's, aber nicht aus dieser, sondern aus der Beischläferin _Ilkotlogh_; Tughandschik, während der Herrschaft Teguder's getraut, wurde ob Verdacht von Zauberei in den _Kor_ (Cyrus) geworfen; die sechste, _Tudai Chatun_; diese gaben ihm drei Söhne[624] und sechs Töchter[625]. Stark durch den Schutz _Ermeni Chatun's_, arbeitete nun Schemseddin an dem Sturze Medschdolmülk's, denselben in allerhand Klagen verwickelnd und vor Gericht fordernd. Medschdolmülk, seines drohenden Ruines gewahr, sandte Wort an den Prinzen Arghun: Schemseddin habe Abaka vergiftet, und wenn nun er (Medschdolmülk) mit seinem Leben büssen müsse, geschähe es, um den Beweis der Vergiftung zu unterdrücken; auf diese Art warf er, selbst des Todes gewärtig, den Saamen der Rache am Todfeind in die Brust Arghun's, wo derselbe später zur blutigen Frucht zeitigen sollte. Schemseddin bediente sich als Werkzeug zum Sturze Medschdolmülk's eines Neffen des letzten, Namens Seaadeddin, welcher vom Oheime wegen Geldveruntreuungen seines Amtes entsetzt worden war; demselben ward die Stelle eines _Mestufi_ (Finanzpräsidenten) in Irak und Persien versprochen, und er klagte dafür den Oheim verrätherischen Briefwechsels mit Arghun an; demselben wurde die Zurückstellung aller von seinem Oheim confiscirten Güter Atamülk's, des Bruders Schemseddin's, aufgetragen, Medschdolmülk selbst vor Gericht gestellt.

[Randnote: Hinrichtung Medschdolmülk's.]

Die Richter Medschdolmülk's waren die Obersten, Befehlshaber der Truppen, _Sundschak_ und _Arukaka_. Dem _Medschdolmülk_ wurde nun mit gleichem Maasse eingemessen; wie er wider _Kudschuk Atamülk_ Papiere, mit Zügen und Schnörkeln beschrieben, als Beweise der Zauberei vorgebracht, so wurde als gleicher Beweis nun dem Medschdolmülk eine mit gelben und rothen Figuren bemalte Löwenhaut vorgehalten, welche sich unter seinen confiscirten reichen Stoffen gefunden und welche seine Feinde bei der Untersuchung eben so eingeschwärzt hatten, wie vormals er selbst unter das Habe Atamülk's; die Bachschi und Kamen, d. i. die mongolischen Schreiber und Wahrsager, gaben ihr Gutachten ab, dass diese Haut in Wasser geweicht, das Wasser dem Beklagten zu trinken gegeben werde, damit das Uebel der Zauberei an ihm selbst ausgehen möge. Medschdolmülk weigerte sich dessen, weil er wohl wusste, dass diesen Talisman der Scheich Abderrahman, ein Geschöpf Schemseddin's, verfertigt und denselben vermuthlich mit Gift getränkt habe. Trotz dieser Beweise wollten sie, so sehr auch der Scheich und Atamülk darauf drangen, das Todesurtheil nicht aussprechen; als aber Sughundschak, durch ein Fussübel zu Hause gehalten, zu Gericht zu sitzen verhindert war, besuchte ihn der Scheich und drang so lang in ihn, bis er das Urtheil erhielt. Es lautete dahin, dass er dem Brüderpaar Schemseddin und Alaeddin übergeben und von denselben nach der Jasa, d. i. mit dem Tode bestraft werden solle. Schemseddin wollte ihn mit dem Leben begnadigen, aber sein Bruder Alaeddin und sein Sohn Harun drangen auf die Todesstrafe. _Medschdolmülk_ (der Reichsruhm) wurde in das Zelt Atamülk's (Reichsgabe) geführt, wo er vom Nachmittagsgebete bis zum Abendgebete Rechenschaft über alle von ihm ausgestellten Urkunden, Diplome, Schenkungen, Vergantungen ablegen und, ausser allen Besitzungen, dreihundert Tomane zu Bagdad erpresster Gelder herausgeben musste. Als Alaeddin sich zum Abendgebete begab, wurde sein Todfeind vors Zelt geführt und der vor demselben versammelten Menge als Schlachtopfer vorgeworfen[626]. [RN: 8. Dschemmasiulewwel 681/14. August] Er ward sogleich zerstückt und Kopf und Zunge und Hände und Füsse in die Hauptstädte des Reichs zur Aussteckung gesandt; der Kopf nach Bagdad, wo er denselben so stolz erhoben. Der Geschichtschreiber Reschideddin sagt hierüber:

Der Kopf, von so viel Wahn und Gier besessen, So der Wesirschaft selbst für sich vermessen, Ich sah ihn als des Henkers Spiel und Tand Und jedes Glied in eines And'ren Hand.

Seine Zunge kaufte einer um hundert Goldstücke und brachte dieselbe nach Tebris, und Wassaf commentirt hierzu:

Hättest schweigend deine Zunge du bewährt, Hätte deinem Kopf nichts angehabt das Schwert.

Die Füsse wurden nach Schiras gesandt, wo er so hochmüthig aufgetreten war, und die Hände nach Issfahan, wo er dieselben so gierig ausgestreckt. Der schon mehr als einmal erwähnte Dichter _Pur Beha Dschami_ sagte, als die Hände ankamen:

Bis zu dem Himmel wollt' er heben seine Hand; Es kam die Hand nicht hin, doch her kam seine Hand.

und ein anderer Dichter Zeitgenosse dichtete auf diese Gliederversendung die Verse:

Ein Paar Tage lang beschwärztest du Rollen und Listen, Suchtest dir dadurch Reichthum zu mehren und Gut; Deiner Glieder jegliches ging in andres Land aus, Welteroberer wardst du in der Woche Verlauf[627].

Alaeddin erhielt nun wieder die Statthalterschaft von Bagdad und die Investitur derselben mittels eines vom Chane selbst getragenen Kaftans, Schemseddin die Wesirschaft in der vorigen Machtvollkommenheit und der Scheich Kemaleddin Abderrahman Er-Raſii die oberste Würde des Islams mit der Verwaltung aller Religionsgüter und dem Auftrage: die Einkünfte derselben auf die Pensionen grosser und berühmter Gelehrten und Almosen für Ssofi und Derwische und die Verwandlung der christlichen Kirchen in Moscheen zu verwenden.

[Randnote: Wassaf bei Schemseddin; Zustände von Schiras.]

Schemseddin, welchem unter Abaka's Regierung von seinen Anklägern Vergeudung der Staatsgelder zur Last gelegt worden und der sich ausgewiesen, dass dieselben zum Theil für den Hofstaat der Prinzen und andere Ausgaben des Hofes aufgegangen, begann seine neue Verwaltung mit Einschränkungen der Ausgaben der Küche des Chans und des Hofstaates der Prinzen und Prinzessinnen. Die Ausgaben der Küche, welche bisher unter dem Oberstküchenmeister Fachreddin jährlich achtzig Tomane (Toman ist zehntausend) betragen hatten, wurden nun ohne Einmischung des Oberstküchenmeisters mit der Hälfte dieser Summe bestritten. Dieser besonders wider das Zehrgadenamt gerichteten Oekonomie lag einige Persönlichkeit Schemseddin's wider Fachreddin zum Grunde, weil diesem gleich nach der Thronbesteigung Teguder die Wesirschaft verleihen wollte, was sich Fachreddin verbeten hatte; nichtsdestoweniger war Schemseddin auf denselben eifersüchtig; Wassaf, bei welchem sich diese Angabe findet, konnte um so besser von der Sache unterrichtet sein, als er gerade in diesem Jahre dem Wesir Schemseddin persönlich aufwartete, und einige Spannung, in welcher er mit demselben gestanden, auszugleichen bemüht war; es scheint nämlich, dass Wassaf sich einigen Tadel über des Wesirs frühere Verwaltung erlaubt, worüber ihn der Wesir zur Rede stellte. Wassaf bekräftigte zwar mit den stärksten Schwüren das Gegentheil und sandte zweimal entschuldigende und um Vergebung flehende Verse an Schemseddin[628], aber »ohne dadurch«, wie er sagt, »den leicht zu lösenden Knoten der Entfremdung des Inhabers des Diwans zu entwirren«. Wiewohl Wassaf weder den Gegenstand des Tadels, noch den Anlass seiner Reise ins Hoflager näher angibt, so betrafen wahrscheinlich beide die Angelegenheiten seines Vaterlandes, die Landschaft Fars, deren Geschichte er der seinen so umständlich einverleibt hat. [RN: 678/1279] Zu Ende der Regierung Abaka's war die Statthalterschaft von Schiras dem Emir Sughundschak (von dem so eben als vom Richter Medschdolmülk's die Rede gewesen) anvertraut, von dessen Scharfsinn und die Wahrheit ergründenden Urtheilen Wassaf Belege erzählt. Unzufrieden mit den Pächtern der Steuereinnahme, ernannte er einen derselben, der die wenigsten Staatsgelder unterschlagen hatte, den Chodscha _Nisameddin_, zum Wesir und ordnete ihm die anderen Pächter unter. Zum Richter der Richter ernannte er den _Ebu Mohammed Jahja Imadeddin_, wiewohl der grössere Theil der Einwohner den hochgelehrten _Seid Abdallah_, den Verfasser vieler Werke über die Exegese und Hermeneutik, über die Ueberlieferung und Rechtsgelehrsamkeit, über Dogmatik und Philosophie für den Würdigeren erkannten. Sughundschak begab sich mit einigen Pächtern, deren Summen noch ausständig, nach Hof; nur als es in seiner Abwesenheit zwischen dem Wesir und dem Oberrichter zu Reibungen kam, sandte er einen Befehl, vermöge dessen der letzte im Hause des ersten in Verhaft gesetzt ward. Zu dieser Zeit (wo eben Medschdolmülk's Anklage wider Schemseddin angebracht und Abaka's Sinn auf Zusammenscharren des Goldes erpicht war) wandte sich der Seid Richter an Buka, einen der geheimen Schatzmeister Abaka's, welcher sich damals zu Schiras befand, und dieser sandte den Seid und den Intendenten Schemseddin nach Hof, wo sie, von Abaka wohl empfangen, ihre Beschwerden wider die Verwaltung Sughundschak's und des von ihm bestellten Wesirs Nisameddin anbrachten. Abaka reichte ihnen mit eigener Hand einen Becher Wein und befahl, dass Nisameddin zweihundert der ausständigen Tomane abtrage; dieser wurde nun im Hause des Seid Imadeddin festgesetzt und der Emir Taghadschar kam, die Eintreibung der Summe zu vollstrecken; die Pächter aber, hierdurch aufgelärmt, machten mit Nisameddin gemeinsame Sache, und wiewohl sie dem Scheine nach sich den Befehlen Taghadschar's fügten, so ruhten sie doch nicht, bis sie den Nisameddin aus der Haft befreit und Taghadschar in Verlegenheit brachten. Dieser begab sich, da unterdessen die Thronbesteigung Teguder's stattgefunden, an's Hoflager und führte seine beiden Schutzgenossen, den Melik Schemseddin und den Seid Imadeddin, mit sich. Teguder verlieh dem letzten die Wesirschaft von Schiras und forderte den Statthalter Bulghuwan, welcher öffentlich die Partei der Intendenten wider Taghadschar ergriffen hatte, nach Hof; dieser hielt die Gesandten des Chans zu Schiras auf, ohne ihnen Erlaubniss zur Rückkehr zu gewähren, und wandte sich heimlich an den Prinzen Arghun in Chorasan, von dessen Umtrieben weiter unten die Rede sein wird. Diess war der Zustand der Dinge in Fars, als Wassaf sich bei Schemseddin rein zu waschen bemüht war.

Auf Veranlassung Schemseddin's wurde eine feierliche Botschaft an den Sultan Aegyptens abgesandt, um demselben von dem Uebertritte Teguder's zum Islam Kunde zu geben. Das Beglaubigungsschreiben der beiden Gesandten und die Antwort Kilawin's sind so durch Gehalt als Styl merkwürdig genug, um unverändert hier in sach- und wortgetreuer Uebersetzung zu folgen: