Austrian literature -- 19th century

Gesammelte Schriften von Marie von Ebner-Eschenbach (1/10)

Es giebt Gelegenheiten, in denen man sonst ganz wahrhaftigen Menschen keinen Glauben schenken darf. Zum Beispiel, dem Großmüthigen, wenn er von seinen Ausgaben, und dem Sparsamen, wenn er von seinen Einnahmen spricht.

Chapters

1. Part 1

Es giebt Gelegenheiten, in denen man sonst ganz wahrhaftigen Menschen keinen Glauben schenken darf. Zum Beispiel, dem Großmüthigen, wenn er von seinen Ausgaben, und dem Sparsame...

2. Part 2

Manche Tugenden kann man dadurch erwerben, daß man sie lange Zeit hindurch heuchelt. Andere wird man um so weniger erringen, je mehr man sucht, sich ihren Sein zu geben. Zu den...

3. Part 3

Es steht etwas über unseren schaffensfreudigen Gedanken, das feiner und schärfer ist als sie. Es sieht ihrem Entstehen zu, es überwacht, ordnet und zügelt sie, es mildert ihnen...

4. Part 4

Es kam einst zu einem ungeheuern, einem echten Titanenkampf. Alle Tugenden und alle Laster rangen mit einander auf Leben und Tod. Furchtbare Wunden klafften, in Strömen floß das...

5. Part 5

Jedes Edelfräulein, mit dem er gelacht und gescherzt, war überzeugt, seiner Schwäche am geschicktesten geschmeichelt und damit sein Herz gewonnen zu haben. Doch keine dieser Hof...

6. Part 6

»Willst Du ihn groß und geehrt machen?« rief die Mutter aufleuchtenden Blickes. »Willst Du ihn schmücken mit Schönheit ohne Makel, mit Weisheit ohne Fehl? Willst Du ihm den Genu...

7. Part 7

In dir ein Schaffen unbewußt, Ein lautlos Schrei'n in deiner Brust, Ein Wogen, Keimen, Knospensprengen, Ein ruheloses Vorwärtsdrängen, Und dennoch keiner Blüthe Prangen, Und den...

8. Part 8

»Seidat war'r, Schandarm ... I sag, er war, jetzunder is er todt, Erschoss'n von die Pascher an der Grenz'. In letzten Hirgscht hon i die Nachricht kriegt.« Sie sprach es langsa...

9. Part 9