Gerichtliche Leichen-Oeffnungen. Erstes Hundert.

Part 13

Chapter 132,143 wordsPublic domain

Um nunmehr die Ueberzeugung zu erhalten, ob die ermittelte Schwefelsäure im freien Zustande vorhanden sei, wurden vier Unzen der letzteren Flüssigkeit, welche im Ganzen 20 Unzen wog, in eine glühende Retorte gegossen, und einer Destillation bis zur Trockene unterworfen. Das übergegangene Destillat war gelblich gefärbt, reagirte gegen Lacmuspapier stark sauer, hatte einen scharfen, stechenden Geruch. Salpetersaurer Baryt und essigsaures Bleioxyd erzeugten einen bedeutenden, in verdünnter Salpetersäure unauflöslichen Niederschlag. Durch Schwefelwasserstoffwasser erzeugte sich ein milchichtweisser Niederschlag von ausgeschiedenem Schwefel.

Hierdurch war nun die Gegenwart der Schwefelsäure in ungebundenem Zustande nachgewiesen.

Um nun noch zu ermitteln, wie viel Schwefelsäure wohl in den untersuchten Substanzen enthalten sei, obgleich das Resultat keinen sicheren Anhaltspunkt über die wirklich verschluckte Säure gab, da ein Theil derselben durch Erbrechen, welches dem Tode vorangegangen war, entfernt worden ist, wurde zu 4 Unzen der Flüssigkeit, die 20 Unzen gewogen hatte, so lange Chlorbaryum hinzugegossen, als noch ein Niederschlag sich bildete. Dieser wurde auf einem Filtrum gesammelt, mit destillirtem Wasser, dem etwas Salpetersäure zugesetzt war, sorgfältig ausgewaschen, getrocknet, und dann in einem Platintiegel geglüht. Der hierdurch erhaltene schwefelsaure Baryt wog 36 Gran; es wären also aus den 20 Unzen 180 Gran gewonnen worden, welche gleich sind 77,_{26} Gran concentrirter Schwefelsäure.

Die Untersuchung hat also nachgewiesen, ~dass in den Substanzen 1 Drachme 17-1/4 Gran freier Schwefelsäure enthalten waren~.

Berlin, den 29. December 18--.

_Casper. C. F. Baerwald._

Inhalts-Register.

(Die beigesetzten Zahlen beziehen sich auf die Seiten.)

_Anencephalus_, Fall eines 103.

Aortenbogen, Stichwunde in denselben 12.

_Arteria iliaca externa_, tödtliche Verletzung derselben 21.

_Arteria interossea_, Verletzung derselben 37.

_Atelectasis pulmonum_, Würdigung ders. für die Athemprobe 100.

Athemprobe, über die Beweiskraft derselben 97. -- Ihre negative Beweiskraft 100. 109.

Bajonettstichwunde, anscheinend lethale, hat gar keinen Antheil am Tode 33.

Belladonna, angebliche Vergiftung durch dieselbe 123.

Bewusstlosigkeit der Gebärenden 103.

Blut, seine Beschaffenheit nach Vergiftung durch Schwefelsäure 117. 118. 120. -- Nach Verbrühung 148.

Blutflecke, Ermittelung derselben auf einem Messer 44.

Brandblasen, ob sich dieselben noch nach dem Tode erzeugen lassen? 143. -- Versuche darüber 145.

Brustbein, penetrirende Stichwunde desselben 12.

Brustwirbel, _Process. spinos._ des ersten abgebrochen 25. Schusswunde in den dritten 28., in den achten 29.

_Carotis_, Stichwunde in dieselbe 14. 16. -- Schnittwunde 20.

Chemischer Bericht, betreffend eine Schwefelsäure-Vergiftung 165.

_Colon descendens_, Stichwunde in dasselbe 31.

_Condyli_, beide des rechten Oberschenkels abgebrochen 37.

Darm, Dolchstichwunde in denselben 30.

Einblasen von Luft in die Lungen Todtgeborner, ein nichtiger Einwand gegen die Beweiskraft der Athemprobe 98.

Einsturz eines Hauses tödtet drei Menschen 77.

Ellenbogengelenks-Verletzung, tödtliche 36.

_Emphysema pulmonum_, s. Lungenemphysem.

Entbindung, schwere, Veranlassung zum Tode 133.

Entbindung, bei Bewusstlosigkeit 103.

Erdrosselung eines Neugebornen, ob im Leben oder nach dem Tode erfolgt? 104.

Erdrosselung, ob Selbsterdrosselung oder Mord? 79.

Erdrosselungstod, über denselben 76.

Erhängungstod, über denselben 86.

Erstickung, drei Fälle durch Einstürzen eines Hauses 77.

Erstickung, kleiner Kinder in den Betten der Mütter, fünf Fälle 83.

Erstickung, Tödtungen durch dieselbe 76.

Erstickung im Menschenkoth 91.

Erstickungstod, neues Zeichen desselben bei kleinen Kindern 84.

Erstickungstod, sein zuverlässigstes Kennzeichen 78. -- die eingeklemmte Zunge kein characteristisches Kennzeichen 24. 78. 113. 120. 155.

Ertrinkungstod, sechs Fälle 87. -- Kein einziges Zeichen constant 87.

Ertrinkungstod eines Neugebornen, zweifelhafter 110.

Ertrinken in Koth und Urin 91.

Extremitäten, Fälle von Verletzung ders. 10. 21. 36. 37. 38.

Fäulniss in den Lungen, frühes Eintreten ders. bei Neugebornen 113.

Fäulniss der Lungen, als Einwand gegen die Beweiskraft der Athemprobe 99.

Fäulniss, s. Verwesung.

Feuertod, Fall desselben 149.

_Foramen ovale_, bei zwei zweimonatlichen Kindern noch offen 85.

Fragen, die drei des §. 169 der Preussischen Criminalordnung, s. Lethalitätslehre.

Fusstritte, forensisch gewürdigt 64. 66.

Gänsehaut, als Zeichen des Ertrinkungstodes 89.

Gebären in Bewusstlosigkeit 103.

Gebärmutter, die, verwest am spätesten unter allen Weichtheilen 156.

Gebärmutter, Form ders. im dritten Monate der Schwangerschaft in der Leiche 149.

Geburt, Sturz des Kindkopfs bei beschleunigter 101.

Geburt, schwere, tödtet das Kind 112.

Gehirneiterung nach Kopfverletzung 48. 52. 53.

Gehirnhämorrhagie nach Misshandlungen 74.

Gewicht des Neugebornen, als Zeichen der Reife 97.

Halsschnittwunden 14. 16. 17. 20.

Harnblase, leere bei einem Todtgebornen 111.

Herz, durch Verletzung ganz abgerissen 24.

Herzbeutel, Verletzung desselben 23. 25.

Herzwunde, tödtliche 24.

Homöopathie, als angeschuldigte Veranlassung zum Tode 130.

Hydrostatische Lungenprobe s. Schwimmprobe.

Immunität mancher Organe gegen Verletzungen 7.

Institut für den practischen Unterricht in der Staatsarzneikunde 1.

Jugularvenen durchschnitten 16. 17. 20.

Kindermord, ein zweifelhafter Fall durch Erdrosselung 104.

Kindermord, durch Stichwunden 14.

Kopfverletzung, tödtliche (mit Trepanation) 46. (ohne Trepanation) 11. 48. desgl. 52. desgl. 53. desgl. 56. desgl. 58. 60.

Kugeln, im Leichnam oft schwer zu finden 156.

Kunstfehler der Medicinal-Personen, über die Beurtheilung ders. 127. 129.

Leber, Schusswunde derselben 28.

Leber, Messerstichwunde derselben 30.

Leber, Riss derselben 9. 10. 26. 61.

Lethalitätslehre, Absurdität derselben 35. 47. 50.

Luftröhre, verfärbt sich schon früh bei eintretender Verwesung 89.

Luftröhre, Durchschneidung derselben 17.

Lungen der Neugebornen, zwei Fälle von selten früher Verwesung 113.

Lungenabscess in Folge einer Lungenstichwunde 54.

Lungenemphysem, ein nichtiger Einwand gegen die Athemprobe 98.

Lungenentzündung, bei Neugebornen 101. 103.

Lungenfäulniss, frühes Eintreten ders. bei Neugebornen 113.

Lungenfäulniss, in Beziehung zur Athemprobe 99.

Lungenprobe, s. Athemprobe und Schwimmprobe.

Lungenwunden, tödtliche, 23. 28. 54.

Lungen, Riss in gesunde 25.

Maass, des Neugebornen, als Zeichen der Reife 97.

Magen, Stichwunde in denselben 30.

Meconsäure, ihre chemische Ermittelung 126.

Messerklinge, auf Blutflecke untersucht 44.

Milz, Schusswunde derselben 26.

Missgeburt, gerichtliche Obduction 103.

Misshandlungen, neun Fälle von tödtlichen 60.

Mord, durch Messerstiche 12. 23. 24. 30.

Mord, durch einen Pfriem 24.

Mord, durch Schusswunde 28.

Mord, durch Dolchstich 31.

Mord, durch einen Hammer 56.

Mord, durch ein Beil 58.

Mord, durch Erdrosselung 79.

Mord, durch Verbrennung 136.

Mord, durch Vergiftung 116.

_Morphium_, seine chemische Ermittelung 125.

Nabelschnur, umschlungene, macht eine eigenthümliche Strangmarke 157.

Nabelschnur, nach ihren Rändern wurde der Mord vom Todtschlag unterschieden 15.

Neugeborne, zweifelhaftes Leben derselben nach der Geburt, einundzwanzig Fälle 96.

Neugeborne, Maass und Gewicht als Zeichen der Reife 97.

Nieren, Blutüberfüllung derselben als Zeichen des Erstickungstodes 78. 81.

Obduction, über die Etymologie des Wortes 3

Obductions-Protocoll, vollständiges 159.

Oberarmarterie, tödtliche Verletzung derselben 38.

Oberschenkelbruch, eigenthümlicher und tödtlicher 37.

Opium, Fall von angeblicher Vergiftung durch dasselbe mit chemischer Analyse 124.

Pfuscherei, fünf Fälle mit angeblich tödtlicher Wirkung 126.

Reife der Neugebornen, leichter durch deren Länge als durch deren Gewicht zu erkennen 97.

Rippenbrüche, ohne äussere Spuren am Leichnam 75.

Rostflecke von Blutflecken zu unterscheiden 44.

Rupturen innerer Organe 9. 10. 24. 26. 61.

Ruthenstreiche, wie sie an der Leiche zu erkennen 73.

Rückenmark, Zerschneidung desselben mit einem Tischmesser 14. -- Schusswunde in dasselbe 28.

_S. romanum_, Stichwunde in dasselbe 31.

Schlagfluss, durch Ueberfahren 12, angeblich nach Misshandlungen 72.

Schnittwunden, s. Halsschnittwunden.

Schusswunden, tödtliche, drei Fälle 26.

Schusswunden, s. Kugeln.

Schwangere, Section einer 149.

Schwangerschaft, noch bei ganz verwesten weiblichen Leichnamen zu ermitteln 93.

Schwefelsäure, Vergiftungen durch dieselbe 116. 117. 118.

Schwefelsäure, chemischer Bericht darüber 165.

Schwimmprobe, Fall einer merkwürdigen 100.

Schwimmprobe, sinkende Lungen bei einem achttägigen Kinde 101., bei zwei ganz verwesten Neugebornen 109.

Schwimmprobe, s. Athemprobe.

Selbstmord, zweifelhafter 17. 79. 86. 94.

Selbstmord, durch Halsschnittwunden 16. 17. 20.

Selbstmord, durch Schuss und Ertränken 26.

Selbstmord, durch Erhängen 86.

Selbstmord, durch Ertrinken 94.

Selbstmord, durch Schwefelsäure 117. 119.

Speiseröhre, Durchschneidung derselben 17.

Sprengung, tödtliche, von innern Blutgefässen 33.

Stichwunden, tödtliche 12. 14. 16. 21. 23. 29. 30.

Strangmarke, Würdigung derselben 107., von Umschlingung der Nabelschnur 157.

Strangmarke, die Pseudo-Strangulationsrinne am Halse fetter Leichname von Neugebornen 158.

Sturz des neugebornen Kindkopfs auf den Boden, 101.

Sugillationen, petechienartige der Pleura, Aorta oder des Herzens, bei kleinen Kindern, Zeichen des Erstickungstodes 84.

Sugillationen, fehlen bei den erheblichsten innern Verletzungen 152.

Thymusdrüse, bei einem Knaben von funfzehn Jahren 11.

Todtschlag, durch Messerstich 16. 21. 23. 30. 48. 54.

Todtschlag, durch Schusswunde 28.

Todtschlag, durch Säbelhieb 30.

Todtschlag, durch einen Hammer 46.

Todtschlag, durch einen Stock 52.

Todtschlag, durch eine Flasche 53.

Todtschlag, durch Misshandlungen 61. 64. 74.

Trepanation, Fall von 46.

Ueberfahren, Tödtung dadurch, acht Fälle 8.

Umschlingung der Nabelschnur, ihre Strangmarke 157.

Unterbindungen grosser Gefässe in Beziehung auf die Lethalitätsfrage 22.

Unterleibsentzündung, angeblich nach Misshandlungen, forensisch beurtheilt 64.

Unterschenkel, tödtlicher Bruch dess. 10.

Verblutungstod, ist im Gehirn nicht zu erkennen 154.

Verbrennungen, vier Fälle von tödtlichen 135.

Verbrennung, wie sie auf den Leichnam wirkt 143.

Verbrennung, ob diese oder Kopfverletzung den Tod bewirkt? Fall davon 136

Verbrennung, durch brennende Kleidungsstücke 148. 149.

Verbrennung und Röstung, am Ofen 149.

Verbrühung, tödtliche, im heissen Bade 147.

Vergiftungen, nach welchen Grundsätzen zu beurtheilen 115.

Vergiftungen, acht Fälle derselben 114.

Vergiftung, angebliche durch Opium 124.

Vergiftung, angebliche durch Belladonna 123.

Vergiftung, durch Schwefelsäure 116. 117. 118.

Verletzung, eine anscheinend tödtliche, existirte aber gar nicht 31.

Verletzungen, wichtige innere, ohne äussere Spuren am Leichnam 9. 13. 25. 63. 75. 152. (S. die einzelnen Organe.)

Verletzungen, dem Lebenden und dem Leichnam zugefügt, oft schwer zu unterscheiden 14. 150.

Verletzungen, des Herzens und der grossen Gefässe, elf Fälle 12.

Verwesung, Haupthinderniss zur Diagnose des Ertrinkungstodes 88.

_Volvulus_, für Vergiftung gehalten 122.

Wasser, in den Lungen und im Magen bei Ertrunkenen, kann täuschen 90.

Wirbelbeine, Verletzungen ders. 25. 28. 29.

Wunden, am Lebenden, wann nicht von denen am Todten zu unterscheiden? 14. 150.

Zermalmung, eines Neugebornen 112.

Zitzenfortsatz, Bruch desselben 11.

Zwerchfell, Schusswunde desselben 26., Stichwunde in dasselbe 24. 30.

Zunge, eingeklemmte, kein characteristisches Kennzeichen bei Erstickten 24. 78. 113. 120. 155.

Gedruckt bei Julius Sittenfeld in Berlin.

Fußnoten:

[Fußnote 1: Nach dem Erscheinen der ersten Auflage dieser Schrift erhielt ich von einem ausgezeichneten Gelehrten folgende Mittheilung: »In Bezug auf das allerdings auffallende Wort: Obduction bemerke ich, dass nach _Heyse's_ Fremdwörterbuch (S. 513 der 9. Aufl.) _obducere_ schon im Altlateinischen für aufdecken, öffnen, gebraucht wird. Herr _Heyse_ führt die Beweisstellen für seine Behauptung nicht an; indessen erklärt _Nonius Marcellus de compendiosa doctrina per litteras ad filium Cap. IV._ (pag. 246 in der Ausgabe von _Gerlach_ und _Roth_) _obducere_ durch _aperire_, indem er sich auf _Lucilius XXIX. vos interea lumen adferte atque aulaea obducite_ beruft. Hiernach würde, falls der Sinn der Stelle des _Lucilius_ richtig aufgefasst ist, die Bedeutung, welche in der gerichtlichen Medicin mit dem Worte _obductio_ verbunden wird, nicht weiter auffallend sein. Die Sache scheint mir aber noch einer genauern Untersuchung zu bedürfen.« Mein berühmter College an der Universität, Prof. _Boeckh_, meint dagegen, sich auf eine Stelle des _Plautus_ stützend, dass _obducere_ wahrscheinlich ursprünglich nur für »vorführen, herbeibringen« (des Leichnams) gebraucht worden sei.]

[Fußnote 2: in meiner Wochenschrift f. d. ges. Heilk. 1843 S. 393 ff.]

[Fußnote 3: Bekanntlich ist, seitdem das Obige geschrieben worden, das neue Strafgesetzbuch für die Preussischen Staaten erschienen, und mit dem 1. Juli 1851 im ganzen Umfange der Monarchie in Kraft getreten. In wie fern dasselbe Modificationen im Obductionsverfahren bedingt hat, werde ich im »zweiten Hundert« der Leichenöffnungen ausführlicher besprechen.]

[Fußnote 4: S. unten Corollarien Nr. 2.]

[Fußnote 5: Einen anderweiten Fall von Leber-Ruptur s. unten im 37. Fall.]

[Fußnote 6: Fernere tödtliche Verletzungen der Extremitäten s. 25., 27. u. 28. Fall.]

[Fußnote 7: Andere Fälle von tödtlichen Kopfverletzungen s. unten 29.-32. und 34.-36. Fall.]

[Fußnote 8: S. meine Wochenschr. f. d. ges. Heilk. 1842. S. 1 u. f.]

[Fußnote 9: Vergl. den analogen Fall unten sub Nr. 20.]

[Fußnote 10: Andere Fälle von Verletzung der Lungen durch Schuss s. 21. Fall, durch Stich 9. und 33. Fall.]

[Fußnote 11: S. unten Corollarien Nr. 4.]

[Fußnote 12: Man vergleiche, was oben (S. 6) bei Gelegenheit der Uebergefahrnen bemerkt ist.]

[Fußnote 13: Bekanntlich kennt das neue Strafgesetzbuch keine Lethalitätsgrade mehr. Ich komme im zweiten Hundert ausführlicher hierauf zurück.]

[Fußnote 14: S. meine Versuche und Beobachtungen über den Erhängungstod in meinen »Denkwürdigkeiten aus der medic. Statistik und Staatsarzneikunde« Berlin, 1846 S. 81 u. f.]

[Fußnote 15: Das neue Strafgesetzbuch kennt dies Vergehen nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft würde aber, wie ich wenigstens vermuthe, Fälle, wie die obigen, dennoch nicht fallen lassen, und sie wahrscheinlich unter die Tödtungen durch Fahrlässigkeit, wie sie §. 184 des Strafgesetzes vorsieht, subsumiren.]

[Fußnote 16: Im unverzüglich erscheinenden zweiten Hundert meiner »gerichtlichen Leichenöffnungen« komme ich ausführlicher auf den Ertrinkungstod zurück.]

[Fußnote 17: Das neue Strafgesetzbuch kennt keine Missgeburten mehr, d. h. also, es macht keinen Unterschied zwischen normalen und missbildeten Leibesfrüchten.]

[Fußnote 18: Verheimlichte Schwangerschaft und Geburt sind nach dem neuen Strafgesetzbuch nicht mehr verpönt, vielmehr nur -- abgesehen von der Kindestödtung und Fruchtabtreibung (§§. 180-182) -- das heimliche Beerdigen oder Beseitigen des Leichnams des unehelichen Neugebornen Seitens der Mutter (§. 186).]

[Fußnote 19: S. unten Corollarien Nr. 4.]

[Fußnote 20: Die neuen Bestimmungen finden sich im §. 197.]

[Fußnote 21: Ich lege Werth auf diese Bemerkung, die ja auf Tausenden von Thatsachen beruht, gleichsam unabsichtlichen Experimenten zur Entscheidung der Frage vom möglichen Entstehen der Brandblasen nach dem Tode, Experimente, die aller Orten täglich Behufs der Rettungsversuche, oder um sich vom sicheren Tode zu überzeugen, mit vermeintlichen oder wirklichen Leichen gemacht werden. Ich halte deshalb den Zusatz nicht für überflüssig, dass ich auch seit der Zeit, als obige Worte für die erste Auflage dieser Schrift niedergeschrieben worden, und bei den vielen Leichen, die ich nach dieser Zeit unter Händen gehabt, ~auch wiederum nicht in einem einzigen Falle~ eine Spur von Brandblasenbildung gesehen habe.]

[Fußnote 22: Für jüngere Aerzte: v. g. u. der herkömmliche Abschluss jedes Protocolls, d. h. vorgelesen, genehmigt, unterschrieben.]

[Fußnote 23: d. h. _actum ut supra_. Das Protocoll ist an demselben Tage geschlossen, an welchem es angefangen ward.]