Geologische Beobachtungen Uber Die Vulcanischen Inseln Mit Kurz

Chapter 8

Chapter 83,257 wordsPublic domain

Die auf Ascension mit dem Obsidian abwechselnden Blätter der Schichten fallen mit einem bedeutenden Winkel unter den Berg ein, an dessen Fusze sie liegen; und sie erscheinen nicht so, als wären sie durch Gewalt in ihre geneigte Stellung gebracht worden. Eine starke Neigung kommt diesen Schichten gemeinsam in Mexico, Peru und auf einigen der italienischen Inseln zu[58]; andererseits liegen in Ungarn die Schichten horizontal; auch die Blätter einiger der oben erwähnten Lavaströme scheinen, so weit ich die von denselben gegebenen Beschreibungen verstehen kann, stark geneigt oder ganz senkrecht zu sein. Ich zweifle daran, ob in irgend einem dieser Fälle die Blätter in ihre jetzige Stellung aufgestülpt worden sind; und in manchen Fällen, so bei dem von Mr. SCROPE beschriebenen Trachyt, ist es beinahe sicher, dasz sie sich ursprünglich schon mit einer starken Neigung gebildet haben. Bei vielen von diesen Fällen finden sich Beweise dafür, dasz die Masse des verflüssigten Gesteins sich in der Richtung der Blätter bewegt hat. Auf Ascension haben viele von den Luftblasen ein langausgezogenes Aussehn und werden in der Richtung der Blätter von groben halbverglasten Fasern durchsetzt; einige von den die sphärulitischen Körner trennenden Schichten haben ein verschlacktes Ansehn, als wenn sie durch Rösten der Körner hervorgebracht wären. Ich habe ein Exemplar von gebändertem Obsidian aus Mexico in Mr. STOKES' Sammlung gesehn, an dem die Oberfläche der am besten ausgeprägten Schichten mit parallelen Linien gestreift oder gefurcht war; und diese Linien oder Streifen waren ganz genau denen ähnlich, welche sich auf der Oberfläche einer Masse künstlichen Glasflusses dadurch gebildet hatten, dasz er aus einem Gefäsz ausgegossen worden war. Auch HUMBOLDT hat hinter Sphäruliten in blättrigen Obsidian-Gesteinen aus Mexico kleine Höhlungen und Mr. SCROPE andere Höhlungen hinter Bruchstücken, die in seinem blättrigen Trachyt eingeschlossen waren, beschrieben, von denen er annimmt, dasz sie während der Bewegung der Masse entstanden sind[59]. Nach solchen Thatsachen haben die meisten Schriftsteller die Blätterung dieser vulcanischen Gesteinsarten ihrer Bewegung im noch flüssigen Zustande zugeschrieben. Obgleich es leicht einzusehn ist, warum jede einzelne Luftblase oder jede Faser im Bimsstein[60] in der Richtung der sich bewegenden Masse ausgezogen ist, so liegt es doch durchaus nicht auf den ersten Blick klar vor, warum derartige Luftblasen und Fasern durch die Bewegung in denselben Ebenen in absolut geraden und einander parallel liegenden Blättern angeordnet werden, die auch häufig äuszerst dünn sind; und noch weniger in die Augen fallend ist es, warum derartige Schichten von unbedeutend verschiedener Zusammensetzung und von verschiedener Textur sind.

In Bezug auf den Versuch, die Ursache der blättrigen Beschaffenheit dieser plutonischen feldspathigen Gesteine aufzufinden, wollen wir zu den so ausführlich beschriebenen Thatsachen auf Ascension zurückkehren. Wir sehen dort, dasz einige der dünnsten Schichten hauptsächlich aus zahlreichen, äuszerst minutiösen, wennschon vollkommenen Krystallen verschiedener Mineralien gebildet werden, dasz andere Schichten durch die Verbindung verschiedener Arten concretionärer Knollen gebildet werden, und dasz die in dieser Weise gebildeten Schichten häufig nicht von den gewöhnlichen Feldspath- und Pechstein-Schichten unterschieden werden können, welche einen groszen Theil der ganzen Masse bilden. Die faserige, strahlenförmige Structur der Sphäruliten scheint, nach vielen analogen Fällen zu urtheilen, eine Verbindung der concretionären und krystallinischen Kräfte anzudeuten; auch die einzelnen Krystalle von Feldspath liegen sämmtlich in denselben parallelen Ebenen [61]. Diese verwandten Kräfte haben daher bei der Hervorbringung der blättrigen Beschaffenheit der Masse eine bedeutungsvolle Rolle gespielt, man kann sie aber nicht als die primäre Kraft betrachten; denn die verschiedenen Arten von Körnern, sowohl die kleinsten als die gröszten, sind innen in äuszerst feinen Farbenschattirungen, welche der Blätterung des Ganzen parallel ziehn, gebändert; und viele derselben sind auch äuszerlich in derselben Richtung mit parallelen Leisten und Furchen gezeichnet, welche nicht durch das Verwittern entstanden sind.

Einige von den feinsten Farbenstreifen in den steinigen, mit dem Obsidian abwechselnden Schichten sind, wie man ganz deutlich sehen kann, Folge einer beginnenden Krystallisation der sie zusammensetzenden Mineralien. Die Ausdehnung, bis zu welcher die Mineralien krystallisirt sind, steht, wie gleichfalls deutlich zu sehen ist, mit der bedeutenderen oder geringeren Grösze und mit der Anzahl der minutiösen, abgeplatteten, crenelirten Luftbläschen oder Spalten im Zusammenhang. Zahlreiche Thatsachen, wie bei den Geoden und den Hohlräumen in verkieseltem Holz, in primären Gesteinen und in Adern, zeigen, dasz die Krystallisation durch die räumlichen Verhältnisse sehr begünstigt wird. Ich komme daher zu dem Schlusse, dasz, wenn in einer Masse sich abkühlenden vulcanischen Gesteins irgend eine Ursache eine Anzahl minutiöser Spalten oder Zonen von geringerer Spannung erzeugt (welche wegen der eingeschlossenen Dämpfe häufig zu zackigen Lufträumen ausgedehnt werden), die Krystallisation der constituirenden Bestandtheile und wahrscheinlich die Bildung von Concretionen in derartigen Ebenen herbeigeführt oder bedeutend begünstigt werden wird; und es wird in dieser Weise eine blättrige Structur der hier besprochenen Art hervorgerufen werden.

Dasz irgend eine Ursache parallele Zonen von geringerer Spannung in vulcanischen Gesteinen während deren Erstarrung wirklich erzeugt, müssen wir für die Fälle annehmen, wo sich dünne abwechselnde Schichten bilden, wie es bei Obsidian und Bimsstein HUMBOLDT beschrieben hat, und wo sich kleine, abgeplattete, crenelirte Luftblasen in den blättrigen Gesteinen von Ascension finden; denn unter keiner andern Voraussetzung können wir einsehen, warum die eingeschlossenen Dämpfe durch ihre Ausdehnung Luftblasen und Fasern in getrennten parallelen Ebenen anstatt unregelmäszig durch die ganze Masse zerstreut bilden sollten. In Mr. STOKES' Sammlung habe ich ein sehr schönes Beispiel dieser Structur an einem Exemplar von Obsidian aus Mexico gesehn, welches wie der schönste Achat mit zahlreichen, geraden parallelen, mehr oder weniger opaken und weiszen oder vollkommen glasigen Schichten schattirt und gebändert ist: der Grad der Opacität und Verglasung hängt von der Anzahl der mikroskopisch kleinen, abgeplatteten Luftblasen ab; in diesem Falle läszt sich kaum daran zweifeln, dasz die ganze Masse, zu der dieses Fragment gehört hat, irgend einer, wahrscheinlicherweise fortgesetzten Einwirkung unterlegen ist, welche eine unbedeutende Verschiedenheit der Spannung in den aufeinander folgenden Ebenen verursachte.

Verschiedene Ursachen scheinen im Stande zu sein, Zonen verschiedener Spannung in durch Hitze halbflüssig gewordenen Massen hervorzubringen. In einem Stücke entglasten Glases habe ich Schichten von Sphäruliten beobachtet, welche nach der Art und Weise, in welcher sie plötzlich gebogen waren, durch die einfache Zusammenziehung der Masse in dem Gefäsze, in welchem es abkühlte, hervorgebracht worden zu sein scheinen. Bei gewissen Trappgängen am Aetna, welche ÉLIE DE BEAUMONT[62] beschrieben hat und welche danach von abwechselnden Streifen schlackigen und compacten Gesteins begrenzt sind, wird man auf die Vermuthung geführt, dasz die Bewegung des Ausstreckens in den umgebenden Schichten, welche ursprünglich die Spalten hervorgerufen hatte, noch fortdauerte, so lange die injicirte Gesteinsmasse flüssig blieb. Durch Professor FORBES'[63] klare Beschreibung der gebänderten Structur des Gletscher-Eises geleitet, scheint indessen die bei weitem wahrscheinlichste Erklärung der blättrigen Structur dieser feldspathigen Gesteinsarten diejenige zu sein, dasz sie gestreckt worden sind, so lange sie noch in einem teigigen Zustande langsam hinfloszen[64], in genau derselben Art und Weise, wie Professor FORBES annimmt, dasz das Eis sich bewegender Gletscher gestreckt und gespalten wird. In beiden Fällen können die Bänder mit denen im schönsten Achate verglichen werden; in beiden dehnen sie sich in der Richtung aus, in welcher die Masse geflossen ist und die an der Oberfläche exponirten sind meistens senkrecht; im Eise werden die porösen Lamellen durch das nachfolgende Gefrieren des infiltrirten Wassers deutlich gemacht, in den steinigen feldspathigen Laven durch später eintretende krystallinische und concretionäre Einwirkung. Das Fragment von glasigem Obsidian in Mr. STOKES' Sammlung, welches mit minutiösen Luftblasen gebändert ist, musz, nach Professor FORBES' Beschreibung zu urtheilen, in auffallendem Grade einem Stück gebänderten Eises ähnlich sein; und wenn die Schnelligkeit seiner Abkühlung und die Beschaffenheit der Masse deren Krystallisation oder concretionären Wirkung günstig gewesen wäre, so würden wir auch hier die schönsten parallelen Bänder von verschiedener Zusammensetzung und Textur finden. Bei Gletschern scheinen die Linien porösen Eises und minutiöser Spalten Folgen eines beginnenden Streckens zu sein, welches dadurch verursacht wird, dasz die central gelegenen Theile des gefrornen Stromes sich schneller bewegen als die Seiten und der Grund, welche durch Reibung aufgehalten werden: es werden daher bei Gletschern von gewissen Formen und am untern Ende der meisten Gletscher die Bänder horizontal. Dürfen wir anzunehmen wagen, dasz wir in den feldspathigen Laven mit horizontalen Blättern einen analogen Fall vor uns haben? Alle Geologen, welche trachytische Gegenden untersucht haben, sind zu dem Schlusse gekommen, dasz die Laven dieser Reihe eine äuszerst unvollkommene Flüssigkeit besessen haben; und da offenbar nur Substanz von derartiger Beschaffenheit dem ausgesetzt sein wird, gespalten zu werden und Bänder verschiedener Spannung in der hier angenommenen Art und Weise zu bilden, so sehn wir wahrscheinlich hierin die Ursache, warum augitische Laven, welche allem Anscheine nach meistens einen hohen Grad von Leichtflüssigkeit besessen haben, nicht[65] wie die feldspathigen Laven in Blätter verschiedener Zusammensetzung und Textur gespalten sind. Überdies scheint in der Reihe der Augitgesteine niemals irgend eine Neigung zu concretionärer Wirkung vorhanden zu sein, welche, wie wir gesehen haben, bei dem Blättrigwerden der Gesteine der Trachyt-Reihe oder mindestens beim Hervortretenlassen dieser Bildungsweise eine so bedeutungsvolle Rolle spielt.

Was man nun auch immer von der hier vorgebrachten Erklärung der blättrigen Structur der Gesteine der Trachyt-Reihe denken mag, so erlaube ich mir nur, die Aufmerksamkeit der Geologen auf die einfache Thatsache zu lenken, dasz in der Masse eines Gesteines auf Ascension von unzweifelhaft vulcanischem Ursprung Schichten, oft von äuszerster Dünne erzeugt worden sind, welche völlig gerade und einander parallel sind; -- einige sind aus deutlichen Krystallen von Quarz und Diopsid, mit amorphen augitischen Flecken und körnigem Feldspath untermischt, zusammengesetzt, -- andere bestehn ganz und gar aus derartigen schwarzen augitischen Flecken mit Körnchen von Eisenoxyd --, und endlich noch andere werden aus krystallinischem Feldspath in einem Zustande mehr oder weniger vollkommener Reinheit, in Verbindung mit zahlreichen, längsweise angeordneten Krystallen von Feldspath gebildet. Auf dieser Insel haben wir Ursache anzunehmen und bei einigen analogen Fällen ist es als sicher bekannt, dasz die Lamellen sich schon ursprünglich mit ihrer jetzigen starken Neigung gebildet haben. Thatsachen von solcher Beschaffenheit sind ganz offenbar in Bezug auf den Ursprung der Structur jener groszen Reihe plutonischer Gesteine von Bedeutung, welche wie die vulcanischen der Einwirkung der Wärme unterworfen gewesen sind und welche aus abwechselnden Schichten von Quarz, Feldspath, Glimmer und anderen Mineralien bestehn.

[14] Geographical Journal, Vol. V. p. 243.

[15] ~Lesson~ hat diese Thatsache beobachtet: Zoologie du Voyage de la Coquille, p. 490. Mr. ~Hennah~ bemerkt ferner (Geolog. Proceedings, 1835. p. 189), dasz die ausgedehntesten Aschenschichten auf Ascension ausnahmslos auf der Seite der Insel unter dem Winde vorkommen.

[16] ~Nichol~'s Architecture of the Heavens.

[17] Voyage aux Quatre îles d'Afrique, Tom. I. p. 222.

[18] Voyage en Hongrie, Tom. II. p. 214.

[19] Manche Stücke dieses Peperino oder Tuffs sind hinreichend hart, um mit der gröszten Kraft von den Fingern nicht zerbrochen werden zu können.

[20] Auf der nördlichen Seite des Grünen Bergs zieht sich ein dünnes, ungefähr einen Zoll dickes Band von compactem Eisenoxyd in beträchtlicher Ausdehnung hin; es hat eine concordante Lagerung im untern Theile der geschichteten Masse von Asche und Bruchstücken. Diese Substanz ist von röthlich brauner Farbe mit einem beinahe metallischen Glanze; sie ist nicht magnetisch, wird es aber nach Erhitzung vor dem Löthrohre, wo sie geschwärzt und zum Theil geschmolzen wird. Dieses Band compacten Gesteins gibt dadurch, dasz es das wenige auf der Insel fallende Regenwasser aufhält, einer kleinen tröpfelnden Quelle Entstehung, welche zuerst von ~Dampier~ entdeckt wurde. Sie ist das einzige Süszwasser auf der Insel, so dasz die Möglichkeit ihres Bewohntseins gänzlich von dem Vorkommen dieser eisenhaltigen Schicht abgehangen hat.

[21] Professor ~Miller~ ist so freundlich gewesen, dies Mineral zu untersuchen. Er erhielt zwei gute Spaltflächen von 86° 30' und 86° 50'. Das Mittel aus mehreren, welche ich erhielt, war 86° 30'. Prof. ~Miller~ gibt an, dasz diese Krystalle zu einem feinen Pulver zerstoszen in Salzsäure löslich sind und etwas ungelöste Kieselsäure zurücklassen; der Zusatz von oxalsaurem Ammoniak gibt einen copiösen Niederschlag von Kalk. Er bemerkt ferner, dasz der Angabe ~von Kobell~'s zufolge Anorthit (ein in den ausgeworfenen Massen von Monte Somma vorkommendes Mineral) immer weisz und durchsichtig ist, so dasz, wenn dies der Fall ist, diese Krystalle von Ascension für Labrador-Feldspath gehalten werden müssen. Prof. ~Miller~ fügt hinzu, dasz er in ~Erdmann~'s Journal für technische Chemie die Schilderung eines von einem Vulcane ausgeworfenen Minerals gelesen habe, welches die äuszern Charactere des Labrador-Feldspaths besasz, aber von der, von Mineralogen gegebenen Analyse dieses Minerals abwich; der Verfasser schrieb diese Verschiedenheit einem Irrthum in der Analyse des Labrador-Feldspaths zu, welche sehr alt ist.

[22] ~Daubeny~ bemerkt in seinem Buche über Vulcane (p. 386), dasz dies der Fall ist; und ~Humboldt~ sagt (Personal Narrative, Vol. I, p. 236): »Im Allgemeinen sind die Massen bekannter primitiver Gesteine, ich meine diejenigen, welche vollkommen unsern Graniten, Gneisz und Glimmerschiefer ähnlich sind, in Laven sehr selten: die Substanzen, welche wir allgemein mit dem Namen Granit bezeichnen, welche vom Vesuv ausgeworfen werden, sind Gemische von Nephelin, Glimmer und Pyroxen.«

[23] Dieser Raum wird nahezu von einer Linie umschlossen, welche um den Grünen Berg herumgeht und die Berge mit einander verbindet, welche Weather Port Signal, Holyhead heiszen und von denen der eine »der Crater eines alten Vulcans« (im geologischen Sinne uneigentlich) genannt wird.

[24] Der Porphyr ist dunkel gefärbt; er enthält zahlreiche, häufig zerbrochene Krystalle weiszen opaken Feldspaths, auch zerfallende Krystalle von Eisenoxyd; seine Blasen schlieszen Massen von zarten haarähnlichen Krystallen, augenscheinlich von Analcim ein.

[25] ~D'Aubuisson~, Traité de Geógnosie, Tom. II. p. 548.

[26] ~Daubeny~ (on Volcanos, p. 180) scheint zu der Annahme geführt worden zu sein, dasz gewisse trachytische Formationen von Ischia und Puy de Dôme, welche denen von Ascension in hohem Grade ähnlich sind, sedimentären Ursprungs seien, und zwar hauptsächlich wegen der häufigen Anwesenheit »von schlackenartigen Stücken in ihnen, die in der Farbe von der Grundsubstanz abweichen.« ~Daubeny~ fügt andererseits hinzu, dasz ~Brocchi~ und andere bedeutende Geologen diese Schichten für erdige Varietäten von Trachyt angesehen haben; er hält den Gegenstand für weiterer Beachtung werth.

[27] ~Beudant~ (Voyage en Hongrie, Tom. III. p. 502, 504) beschreibt nierenförmige Massen von Jaspis-Opal, welche entweder in das umgebende trachytische Conglomerat übergehn oder wie Kreide-Feuersteine in ihm eingeschlossen sind; er vergleicht sie mit den Stücken opalisirten Holzes, welche in dieser Formation so häufig sind. ~Beudant~ scheint indesz ihren Bildungsprocesz eher für einen Procesz einfacher Infiltration als für eine moleculare Umwandlung angesehen zu haben; es scheint mir aber das Vorhandensein von Concretionen, die von der umgebenden Substanz gänzlich verschieden sind, wenn sie nicht in einer vorher bestehenden Höhlung gebildet wurden, entweder eine moleculare oder eine mechanische Umlagerung der Atome zu erfordern, welche den später von ihnen eingenommenen Raum erfüllten. Der Jaspis-Opal von Ungarn geht in Chalcedon über; es scheint daher in diesem Falle, wie bei Ascension, der Jaspis seinem Ursprunge nach in inniger Beziehung zum Chalcedon zu stehn.

[28] ~Beudant~ (Voyage Minér. Tom. III. p. 507) zählt Fälle des Vorkommens auf aus Ungarn, Deutschland, dem mittleren Frankreich, Italien, Griechenland und Mexiko.

[29] Die Eier der Schildkröte, welche von dem Weibchen begraben werden, werden zuweilen in das solide Gestein eingeschlossen. ~Lyell~ hat (Principles of Geology, Buch III, Cap. 17) eine Abbildung einiger Eier gegeben, welche, schon die Knochen junger Schildkröten enthaltend, in dieser Weise eingeschlossen gefunden wurden.

[30] Researches in theoretical Geology, p. 12.

[31] Der Selenit ist, wie ich bemerkt habe, den Gesteinen fremd und musz aus dem Meerwasser herrühren. Es ist ein interessanter Umstand, in dieser Weise zu finden, dasz die hinreichend schwefelsauren Kalk enthaltenden Wellen des Oceans ihn auf die Felsen ablegen, gegen welche sie in der Gezeit anschlagen. Dr. ~Webster~ hat (Voyage of the Chanticleer, Vol. II. p. 319) Schichten von Gyps und Salz beschrieben, welche bis zu zwei Fusz an Mächtigkeit durch Verdampfung des Flugwassers auf den Felsen an der dem Winde zugekehrten Küste zurückbleiben. Wundervolle Selenit-Stalactiten, welche in der Form denen von kohlensaurem Kalk ähnlich sind, bilden sich in der Nähe dieser Küsten. Auch amorphe Massen von Gyps kommen in Höhlen im Innern der Insel vor; und auf Cross Hill (einem alten Crater) sah ich eine beträchtliche Menge von Salz aus einem Schlackenhaufen vorquellen. In diesen letzten Fällen scheinen das Salz und der Gyps vulcanische Producte zu sein.

[32] Nach der in meiner Reise (Übers. p. 14) beschriebenen Thatsache, dasz ein von einem Bache abgesetzter Überzug von Eisenoxyd (wie ein sehr ähnlicher Überzug an den groszen Cataracten des Orinocco und Nils) fein polirt wird, wo die Brandung einwirkt, vermuthe ich, dasz auch in diesem Falle die Brandung polirend wirkt.

[33] In dem der Beschreibung von St. Paul's Felsen gewidmeten Abschnitt habe ich eine glänzende, perlige Substanz, welche die Felsen überzieht, und eine verwandte stalactitenartige Incrustation von Ascension beschrieben, deren Rinde dem Schmelz der Zähne ähnlich ist, aber hart genug ist, Tafelglas zu ritzen. Diese beiden Substanzen enthalten animale Substanz und scheinen von Wasser abgesetzt worden zu sein, welches durch Vögelexcremente gesickert ist.

[34] Mr. ~Horner~ und Sir ~David Brewster~ haben (Philosoph. Transactions, 1836, p. 65) eine eigenthümliche, »künstliche, Muscheln ähnliche Substanz« beschrieben. Sie wird in feinen, durchsichtigen, bedeutend polirten, braun gefärbten Blättern, welche eigenthümliche optische Eigenschaften haben, auf der Innenseite eines Gefäszes abgesetzt, in welchem zuerst mit Leim und dann mit Kalk präparirtes Zeug rapid in Wasser in Umdrehung versetzt wird. Sie ist viel weicher, durchscheinender und reicher an animaler Substanz als die natürliche Incrustation von Ascension; wir sehn aber doch hier wiederum die starke Neigung, welche kohlensaurer Kalk und animale Substanz darbieten, eine feste, mit Schalensubstanz verwandte Substanz zu bilden.

[35] Dieser Ausdruck kann leicht miszverstanden werden, da er sowohl auf Gesteine, welche in Blätter von genau derselben Zusammensetzung getheilt sind, als auch auf fest aneinander geheftete Schichten ohne Neigung zur Spaltbarkeit, aber aus verschiedenen Mineralien bestehend oder von verschiedenen Farbenschattirungen, angewendet werden kann. Der Ausdruck blättrig wird in diesem Capitel in dem letztern Sinne gebraucht; wo ein homogenes Gestein wie in dem erstgenannten Sinne in einer gegebenen Richtung spaltet, wie Thonschiefer, habe ich den Ausdruck spaltbar gebraucht.

[36] Professor ~Miller~ theilt mir mit, dasz die von ihm gemessenen Krystalle die Flächen _P_, _z_, _m_ der Figur 147 hatten, welche ~Haidinger~ in seiner Übersetzung von ~Mohs~ gibt; er fügt hinzu, es sei merkwürdig, dasz keiner auch nur die unbedeutendste Spur der Fläche _r_ des regelmäszigen sechsseitigen Prismas hatte.

[37] Geological Transactions, Vol. III. P. I. p. 37.

[38] Die vorstehenden Analysen sind aus ~Beudant~, Traité de Minéralogie, Tom. II. p. 113, und eine Analyse des Obsidians aus ~Philipps's~ Mineralogie entnommen.

[39] Diese Analysen sind aus ~Kobell's~ Grundzügen der Mineralogie, 1838, entnommen.

[40] Traité de Géognosie, Tom. II. p. 535.

[41] Dies ist bei der Fabrication des gewöhnlichen Glases und bei ~Gregory Watt's~ Experimenten an geschmolzenem Trapp zu beobachten; ebenso auch an der natürlichen Oberfläche von Lavaströmen und an den Seitenwänden von Trappgängen.

[42] Ich weisz nicht, ob es allgemein bekannt ist, dasz Körper, welche genau dasselbe Aussehn wie Sphäruliten haben, zuweilen im Achat vorkommen. ~Robert Brown~ zeigte mir an einem innerhalb einer Höhlung in einem Stücke verkieselten Holzes gebildeten Achate einige kleine Flecke, welche für das blosze Auge gerade eben sichtbar waren: als er diese Flecke unter eine stark vergröszernde Lupe brachte, boten sie ein wunderschönes Ansehn dar: sie waren vollkommen kreisrund und bestanden aus den feinsten Fasern von brauner Färbung, welche mit groszer Genauigkeit von einem gemeinsamen Mittelpunkte ausstrahlten. Diese kleinen strahlenförmigen Sterne wurden gelegentlich von bandartigen Farbenzonen im Achat durchschnitten oder es wurden Stücke von ihnen völlig abgeschnitten. In dem Obsidian von Ascension liegen die beiden Hälften eines Sphärulits häufig in verschiedenen Farbenzonen, sie werden aber nicht von solchen abgeschnitten, wie im Achat.

[43] Journal de Physique, Tom. 59, (1804), p. 10, 12.

[44] Journal de Physique, Tom. 60, (1805), p. 418.

[45] Voyage en Hongrie, Tom. I. p. 330; Tom. II. p. 221 u. 315; Tom. III. p. 369, 371, 377, 381.

[46] Essai géognostique, p. 176, 326, 328.

[47] ~P. Scrope~, in: Geological Transactions, 2. Ser., 2. Vol. p. 195. Vergl. auch ~Dolomieu~, Voyage aux isles Lipari, und ~D'Aubuisson~, Traité de Géognosie, Tom. II. p. 534.