Geologische Beobachtungen über die Vulcanischen Inseln Mit kurzen Bemerkungen über die Geologie von Australien und dem Cap der guten Hoffnung

Part 18

Chapter 183,072 wordsPublic domain

Diese Art ist im elften Bande von MARTINI und CHEMNITZ gut beschrieben und abgebildet worden. CHEMNITZ äuszert einen Zweifel in Bezug auf die Gattung, zu welcher sie eigentlich zu bringen ist, und auch eine stark ausgesprochene Meinung zu Ungunsten der Folgerung, dasz sie als Landschnecke anzusehen sei. Seine Exemplare waren auf einer öffentlichen Auction in Hamburg gekauft worden, wohin sie von G. HUMPHREY geschickt waren, der sehr wohl mit ihrem richtigen Wohnorte bekannt gewesen zu sein scheint und sie für Landschnecken verkaufte. CHEMNITZ erwähnt indessen ein Exemplar in SPENGLER's Sammlung in einem frischeren Zustande als seine eigenen und welches aus China gekommen sein sollten. Die Darstellung, welche er von der Art gibt, ist nach diesem Individuum entworfen; mir scheint es nur ein gereinigtes Exemplar der St. Helena-Schnecke gewesen zu sein. Man kann sich leicht vorstellen, dasz eine Schnecke von St. Helena etwa zufällig oder absichtlich, nachdem sie durch zwei oder drei Hände gegangen ist, für eine Chinesische verkauft worden sein könnte. Ich halte es nicht für möglich, dasz eine Schnecke dieser Species wirklich in China gefunden worden sein könnte; und unter den enormen Mengen von Schnecken, welche vom himmlischen Reiche nach England kommen, habe ich niemals eine gesehen. CHEMNITZ konnte sich nicht dazu bringen, zur Aufnahme dieser merkwürdigen Schnecke eine neue Gattung zu errichten, obgleich er sie offenbar nicht mit einer der damals bekannten Gattungen in Einklang bringen konnte; und trotzdem er sie für keine Landschnecke hielt, hat er sie _auris-vulpina_ genannt. LAMARCK hat sie als zweite Art zu seiner Gattung _Struthiolaria_ gestellt unter dem Namen _crenulata_. Mit dieser Gattung hat sie indessen keine Verwandtschaft; man kann an der Richtigkeit von FÉRUSSAC's Ansicht nicht zweifeln, welcher sie in die vierte Abtheilung seiner Untergattung _Cochlogena_ bringt; LAMARCK würde auch nach seinen eigenen Grundsätzen ganz im Rechte gewesen sein, wenn er sie in seine Gattung _Auricula_ gebracht hätte. Es kommt eine Varietät dieser Species vor, welche in der folgenden Weise characterisirt werden kann:

_Cochlogena auris-vulpina_ var.

_Testa subpyramidali, apertura breviori, labio tenuiori: long. 1,68, aperturae 0,76, lat. 8,87 poll._

~Anm.~ Die Maszverhältnisse dieser Varietät weichen von denen der gewöhnlichen Varietät ab, welche die folgenden sind: Länge 1,65, der Mündung 1,0, Breite 0,96 Zoll. Es ist der Beachtung werth, dasz sämmtliche Schnecken dieser Varietät von einem andern Theile der Insel herkommen als die vorigen Exemplare.

2. _Cochlogena fossilis_ G. SOWERBY.

_Testa oblonga, crassiuscula, spira subacuminata, obtusa, anfractibus senis, subventricosis, leviter striatis, sutura profunde impressa, apertura subovata; peritremate continuo, subincrassato; umbilico parvo: long. 0,8, lat. 0,37 poll._

Diese Species ist von der Statur der _C. Guadaloupensis_, ist aber leicht durch die Form der Windungen und die tief ausgezeichnete Naht zu unterscheiden. Die Exemplare sind in ihren Verhältnissen unbedeutend verschieden. Diese Art wurde nicht von Herrn DARWIN erhalten, sondern ist aus der Sammlung der Geologischen Gesellschaft.

1. _Cochlicopa subplicata_ G. SOWERBY.

_Testa oblonga, subacuminato-pyramidali, apice obtuso, anfractibus novem laevibus, postice subplicatis, sutura crenulata; apertura ovata, postice acuta, labio externo tenui; columella obsolete subtruncata; umbilico minimo: long. 0,93, lat. 0,28 poll._

Diese und die folgende Art werden zu FÉRUSSAC's Subgenus _Cochlicopa_ gebracht, weil sie äuszerst nahe mit seiner _Cochlicopa folliculus_ verwandt sind. Als Species sind sie indessen vollkommen distinct; sie sind viel gröszer und nicht glänzend und glatt wie _C. folliculus_, welche Art im Süden von Europa und auf Madeira gefunden wird. Einige sehr junge Schalen und ein Ei wurden gefunden, welche, wie ich glaube, zu dieser Species gehören.

2. _Cochlicopa terebellum_ G. SOWERBY.

_Testa oblonga, cylindraceo-pyramidali, apice obtusiusculo, anfractibus septenis, laevibus; sutura postice crenulata; apertura ovali, postice acuta, labio externo tenui, antice declivi; columella obsolete truncata, umbilico minimo: long. 0,77, lat. 0,25 poll._

Diese Art weicht von der letzteren darin ab, dasz sie cylindrischer und, im ganz erwachsenen Zustande, nahezu frei von den stumpfen Falten der hinteren Windungen ist; auch ist die Form der Öffnung verschieden. Die jungen Schalen dieser Art sind längsweise gestreift und haben sehr obsolete längslaufende Falten.

1. _Helix bilamellata_ G. SOWERBY.

_Testa orbiculato-depressa, spira plana, anfractibus senis, ultimo subtus ventricoso, superne angulari; umbilico parvo; apertura semilunari, superne extus angulata, labio externo tenui; interno plicis duabus spiralibus, postica majori: long. 0,15, lat. 0,33 poll._

Die jungen Schalen dieser Species haben sehr verschiedene Maszverhältnisse von den vorstehend angegebenen, ihre Axe ist nahezu so grosz wie ihre Breite. Das gröszte Exemplar ist weisz, mit unregelmäszigen rostrothen Strahlen. Dies ist sehr verschieden von irgend einer bekannten recenten Species, obschon es mehrere gibt, mit welcher sie eine gewisse Analogie zu haben scheint, wie _Helix epistylium_ oder _Cookiana_ und _H. gularis_; bei diesen beiden sind indessen die inneren spiralen Falten innerhalb der äuszeren Schalenwand und nicht auf die innere Lamelle gebracht, wie bei _H. bilamellata_. Es gibt noch eine andere lebende Species, welche etwas analog zu dieser sich verhält; sie ist bis jetzt unbeschrieben und weicht von der vorliegenden und von _H. Cookiana_ in dem Umstände ab, dasz sie vier innere spirale Falten besitzt, von denen zwei auf der äuszeren, und zwei auf der inneren Schalenwand stehen; sie ist vom >Beagle< von Tahiti mitgebracht worden.

2. _Helix polyodon_ G. SOWERBY.

_Testa orbiculato-subdepressa, anfractibus sex, rotundatis, striatis; apertura semilunari, labio interno plicis tribus spiralibus, posticis gradatim majoribus, extento intus dentibus quinque instructo; umbilico mediocri: long. 0,07, lat. 0,15 poll._

Diese ist etwas mit _Helix contorta_ DE FÉRUSSAC, Moll. terr. et fluv. Tab. 51 A. Fig. 2, verwandt, weicht aber von ihr in mehreren Einzelnheiten ab.

3. _Helix spurca_ G. SOWERBY.

_Testa suborbiculari, spira subconoidea, obtusa; anfractibus quatuor tumidis, substriatis; apertum magna, peritremate tenui; umbilico parvo, profundo; long. 0,1, lat. 0,13 poll._

Die Art ist von _Helix polyodon_ leicht durch ihre weite, zahnlose Mündung zu unterscheiden.

4. _Helix biplicata_ H. SOWERBY.

_Testa orbiculato-depressa, anfractibus quinque rotundatis, striatis; apertura semilunari, labio interno plicis duabus spiralibus, postica majori; umbilico magno: long. 0,04, lat. 0,1 poll._

Diese Art musz wegen ihrer Form für vollkommen verschieden von _Helix bilamellata_ gehalten werden; ihr Nabel ist viel gröszer, ihre Spira ist nicht glatt, auch ist der hintere Rand jeder Windung nicht winklig. Es gibt Exemplare, welche zu dieser Species gerechnet werden müssen, die mit der vorhergehenden Art und mit der _Cochlogena fossilis_ in dem neueren kalkigen Sandstein gefunden wurden, welche letztere Art in Gesellschaft einer lebenden _Succinea_ war.

Palaeozoische Muscheln von Van Diemen's Land,

erwähnt auf p. 141 des vorliegenden Bandes.

1. _Productus rugatus_.

Dies ist wahrscheinlich dieselbe Species wie die von PHILLIPS _Productus rugatus_ genannte (Geology of Yorkshire, Part II, Plate VII, Fig. 16): sie findet sich indessen in einem zu unvollkommenen Zustande, um mir eine positive Entscheidung zu gestatten.

2. _Productus brachythaerus_ G. SOWERBY.

_Productus, testa subtrapeziformi, compressa, parte antica latiori, subbiloba, postica angustiori, linea cardinali brevi._

Die merkwürdigsten Charactere dieser Species sind: die Kürze der Schloszlinie und die vergleichsweise Breite des vorderen Theils: ihre Auszenseite ist mit kleinen, stumpfen Tuberkeln, die unregelmäszig vertheilt sind, verziert; sie findet sich in Kalkstein von der gewöhnlichen grauen Farbe des Bergkalksteins. Ein anderes Exemplar, welches, wie ich vermuthe, ein Abdruck der Innenseite der flachen Schale ist, liegt in einem Steine von einer hellen, rostbraunen Farbe. Es ist noch ein drittes Exemplar vorhanden, welches ich für einen Abdruck der Innenseite der tiefen Schale halte, in einem sehr ähnlichen Stein, in Gesellschaft anderer Muscheln.

1. _Spirifer subradiatus_ G. SOWERBY.

_Spirifer, testa laevissima, parte mediana lata, radiis lateralibus utriusque lateris paucis, inconspicuis._

Die Breite dieser Muschel ist eher gröszer als ihre Länge. Die Strahlen der seitlichen Flächen sind sehr wenig und undeutlich und der mittlere Lappen ist ungewöhnlich grosz und breit.

2. _Spirifer rotundatus_? PHILLIPS, Geology of Yorkshire.

Pl. IX. Fig. 17.

Obgleich diese Muschel nicht genau den hier angezogenen Figuren gleicht, so dürfte es doch unmöglich sein, einen irgend gut unterscheidenden Character aufzufinden. Unser Exemplar ist bedeutend verkrümmt; es ist überdies ein Beispiel von jener Art zufälliger Abweichung, welche darauf hinweist, wie wenig man sich in manchen Fällen auf besondere Charactere verlassen darf; denn die strahlenförmigen Rippen auf der einen Seite der einen Schale sind viel zahlreicher und dichter als die auf der andern Seite der nämlichen Schale.

3. _Spirifer trapezoidalis_ G. SOWERBY.

_Spirifer, testa subtetragona, mediana parte profunda, radiis nonnullis, subinconspicuis; radiis lateralibus utriusque lateris septem ad octo distinctis: long. 1,5, lat. 2,0 poll._

Es sind zwei Exemplare dieser Art vorhanden in einem dunklen, rostigen, grauen Kalkstein, wahrscheinlich bituminöser Natur.

_Spirifer trapezoidalis_ var.? G. SOWERBY.

_Spirifer, testa radiis lateralibus tripartitim divisis, lineis incrementi antiquatis, caeteroquin omnino ad Spiriferum trapezoidalem simillima._

Anfangs zögerte ich, diese Form mit _Spirifer trapezoidalis_ zu vereinigen; da ich aber beobachtete, dasz am Anfang die strahlenförmigen Rippen einfach waren, und ich weisz, dasz dieselben Abänderungen unterworfen sind, habe ich es für das beste gehalten, dies Exemplar als blosze Varietät zu unterscheiden.

* * * * *

Es finden sich noch mehrere andere, wahrscheinlich distincte Species von _Spirifer_, da es aber nur Abgüsse sind, so ist es augenfällig unmöglich, die äuszeren Charactere der Species anzugeben. Da sie indessen sehr merkwürdig sind, habe ich es für rathsam gehalten, einer jeder Form einen Namen und eine kurze Beschreibung zu geben.

4. _Spirifer paucicostatus_ G. SOWERBY.

Die Länge ungefähr gleich zwei Dritteln der Breite; Rippen wenig und variabel.

5. _Spirifer vespertilio_ G. SOWERBY.

Breite mehr als doppelt so grosz wie die Länge, die strahlenförmigen Rippen grosz, distinct und nicht zahlreich; hintere innere Fläche mit deutlicher Punktirung in beiden Schalen bedeckt.

6. _Spirifer avicula_ G. SOWERBY.

Die Maszverhältnisse dieser Species sind sehr merkwürdig, insofern sie nahezu dreimal so breit wie lang gewesen zu sein scheint; die strahlenförmigen Rippen sind nicht sehr zahlreich und die innere hintere Fläche der einen Schale allein (der groszen Schale) ist punktirt gewesen. In ihren Proportionen ist sie dem _Spirifer convolutus_ PHILLIPS[141] ähnlich, da aber unser _Sp. avicula_ nur ein Abgusz der Innenseite ist, so sind seine Proportionen nicht so abnorm wie die von _Sp. convolutus_.

Ein Exemplar, welches sehr stark aus seiner natürlichen Gestalt herausgedrückt ist, welches aber trotzdem etwas in seinen Proportionen verschieden zu sein scheint, zeigt nicht blosz den Abgusz der Innenseite, sondern auch den Eindruck der Auszenseite; seine strahlenförmigen Rippen sind sehr unregelmäszig und zahlreich; es musz aber noch für zweifelhaft angesehen werden, ob einige von ihnen nicht Hauptrippen, andere nur interstitielle sind; ihre Unregelmäszigkeit macht es unmöglich, dies zu unterscheiden.

[141] Geology of Yorkshire, Part II, Pl. IX. Fig. 7.

Beschreibung von sechs Species von Corallen aus der palaeozoischen Formation von Van Diemen's Land

von W. Lonsdale.

1. _Stenopora Tasmaniensis_ sp. n.[142]

_Verzweigt, die Zweige cylindrisch, verschieden geneigt oder zusammengedreht; Röhren mehr oder weniger divergirend; Mündungen oval, die Abtheilungsleisten stark tuberculirt; Andeutungen successiver Verengerung an jeder Röhre 1-2._

Diese Coralle ist in ihrer allgemeinen Wachsthumsweise der _Calamopora (Stenopora?) tumida_ (PHILLIPS, Geol. Yorkshire, Part. II, Pl. I. Fig. 62) ähnlich; in der Form der Mündung und andern Structureinzelnheiten sind die Verschiedenheiten sehr grosz. _Stenopora Tasmaniensis_ erlangt beträchtliche Dimensionen, ein Exemplar miszt 4½ Zoll in der Länge und einen halben Zoll im Durchmesser.

Die Zweige haben individuell genommen eine grosze Gleichförmigkeit in ihrem Umfange, sie weichen aber in Bezug auf einander an einem und demselben Exemplar ab; es besteht auch keine bestimmte Methode der Vertheilung oder der Wachsthumsrichtung. Die Enden sind gelegentlich hohl; und ein Exemplar, ungefähr 1½; Zoll lang und einen halben Zoll breit, ist vollständig platt gedrückt. Die Röhren haben in den am besten erkennbaren Fällen eine beträchtliche Länge, sie entspringen beinahe allein von der Axe des Zweiges und divergiren sehr leicht, bis sie nahezu den Umfang erreichen, wo sie dann nach auszen biegen. Im Körper des Zweiges sind die Röhren vom seitlichen Aneinanderdrücken winklig; beim Annähern an die äuszere Fläche werden sie aber oval in Folge der nun durch die gröszere Divergenz auftretenden Zwischenräume. Ihr Durchmesser ist durchaus sehr gleichförmig, mit Ausnahme der Verengerungen in der Nähe der Enden der vollständig ausgewachsenen Röhren. Die Wandungen im Innern der Zweige waren augenscheinlich sehr dünn, es findet sich aber eine verhältnismäszig beträchtliche Mächtigkeit an Substanz am Umfang. Es wurden keine Spuren von queren Scheidewänden innerhalb der Röhren bemerkt.

Erläuternde Fälle von Veränderungen bis zur Reife und endlichen Obliteration in den ovalen Enden der Röhren sind selten; doch wurden die folgenden beobachtet. Wo die Mündung frei und oval wird, sind die Wandungen dünn und scharf, und innerhalb der Röhre senkrecht. In einigen Fällen stehen sie mit einander in Berührung; aber in andern werden sie durch Gruben von schwankenden Dimensionen getrennt, in denen sehr minutiöse Löcher oder Poren nachgewiesen werden können. In dem Masze, wie sich die Mündung der Reife nähert, werden die Gruben mehr oder weniger ausgefüllt und die Wandungen verdicken sich, wobei eine Reihe sehr minutiöser Tuberkeln dem Rande entlang nachzuweisen ist. Auf dieser Stufe hört die Innenseite der Röhre auf, senkrecht zu sein, indem sie von einem sehr schmalen geneigten Streifen ausgekleidet wird. Die reifen Mündungen sind durch eine steile Leiste von einander getrennt, die meist einfach, aber nicht selten durch eine Grube getheilt ist; die doppelte, ebenso gut wie die einfache Leiste wird von einer Reihe vorspringender Tuberkeln gekrönt, die sich beinahe einander berühren. Nur ein Beispiel des Erfülltwerdens der Mündung ist beobachtet worden; es gibt aber genügende Beweise für eine allmähliche Ausdehnung des innern, vorhin erwähnten Streifens und für dessen endliche Begegnung in der Mitte. In diesem extremen Zustande findet ein allgemeines Verwischen der Details statt, doch sind meistens die Tuberkeln deutlich.

In dieser Species werden Beweise für eine, der Bildung der vollkommenen Röhren vorausgehende Verengerung der Mündungen und die endliche Zusammenziehung an den langen cylindrischen, geraden Zweigen nicht sehr ausgeprägt dargeboten; aber in der Nähe des Punktes, wo die Röhren nach auszen biegen, findet sich eine ringförmige Indentation, welche hintereinander von Abgusz zu Abgusz in einer linearen, der Oberfläche parallelen Richtung verfolgt werden kann; und zwischen dem auffallenden Verengern und der vollkommenen Oberfläche waren die Wandungen der Röhren leicht runzlig. An einem andern kurzen Zweige, welcher als zu dieser Species gehörig angenommen wurde, an welchem aber die Röhren sehr rapid nach auszen divergirten, ist das Verengern scharf ausgesprochen, aber nicht in gleicher Ausdehnung am ganzen Exemplar.

Die Grundmasse, in welcher dies Fossil eingeschlossen ist, ist ein grober kalkiger Schiefer oder ein grauer Kalkstein; es kommt darin auch _Fenestella internata_ etc. vor.

2. _Stenopora ovata_ sp. n.

_Verzweigt, Zweige oval; Röhren verhältnismäszig kurz, Divergenz bedeutend; Mündungen rund; Contracturen oder Unregelmäszigkeiten im Wachsthum zahlreich._

Die Charactere dieser Species sind nur sehr unvollkommen ermittelt worden. Die Zweige sind nicht gleichförmig oval, selbst in dem, augenscheinlich nämlichen Fragment. Die Röhren divergirten schnell der Linie der gröszeren Axe entlang und hatten nur ein beschränktes verticales Wachsthum. Ihre Abgüsse bieten eine schnelle Aufeinanderfolge von Unregelmäszigkeiten der Entwickelung dar. Die Mündungen waren, so weit dies ermittelt werden konnte, rund oder leicht oval und die theilenden, tuberculirten Leisten scharf; aber in Folge des Umstands, dasz ihre äuszeren Flächen nicht exponirt waren, konnten ihre vollständigen Charactere und die vom Wachsthum abhängenden Veränderungen nicht ermittelt werden.

Die Coralle ist in einem dunklen grauen Kalkstein eingeschlossen.

1. _Fenestella ampla_ sp. n.

_Becherförmig; zellentragende Oberfläche innen; Zweige dichotom, breit, platt, dünn; Maschen oval; Zellenreihen zahlreich, selten auf zwei, abwechselnd stehende beschränkt; quere verbindende Fortsätze zuweilen zellig; innere Lage der nicht-zelligen Oberfläche sehr fasrig; äuszere Lage sehr körnig, nicht fasrig; knospentragendes Bläschen? klein._

Einige der Abdrücke dieser Coralle haben eine allgemeine Ähnlichkeit mit _Fenestella polyporata_, wie sie in Capitain PORTLOCK's Report on the Geology of Londonderry, Pl. XXII. A. Fig. 1.a und 1.d. dargestellt ist; es findet sich aber keine Übereinstimmung zwischen dem Fossil von Van Diemen's Land und der Structur jener Species, wie sie auf Pl. XXII, Fig. 3 desselben Werkes, oder in PHILLIPS' Originalfiguren, Geology of Yorkshire, Part II, Pl. I. Fig. 19, 20 gegeben ist. Eine allgemeine Ähnlichkeit besteht auch zwischen _Fenestella ampla_ und einer Coralle, welche MURCHISON von dem Kohlenkalkstein von Kossatchi Datschi am östlichen Abhange der Ural-Gebirge erhalten hat; und doch besteht wiederum eine ausgesprochene Verschiedenheit in Structureinzelnheiten.

_Fenestella ampla_ erreichte beträchtliche Dimensionen, Fragmente, wie es den Anschein hatte, von einem Exemplar bedeckten eine Fläche von 4½ bei 3 Zoll; sie bietet auch eine beträchtliche Massivheit des Umrisses dar; die Zweige hatten an den Punkten, wo sie sich dichotomisch theilten, häufig mehr als ein Zehntel Zoll in der Breite.

In der allgemeinen Erscheinung dieser Coralle herrscht eine beträchtliche Gleichförmigkeit vor; aber die Zweige variiren in der Breite, sie schwellen in der Nähe der Bifurcationen bedeutend an; nichtsdestoweniger besteht kein ausgeprägter Unterschied im Character zwischen der Basis und dem oberen Theile des Bechers, selbst in der Zahl der Zellenreihen.

Im besterhaltenen Zustande der zelligen Oberfläche, welcher beobachtet worden ist, sind die Zellenmündungen relativ grosz, rund oder oval, und werden von einem leicht erhobenen Rande bestimmt; eine wellenförmige, fadenartige Leiste windet sich zwischen ihnen hin und theilt die Zwischenräume in biscuitförmige Felder. Die unmittelbar der Bifurcation vorausgehenden Zellenreihen erheben sich zuweilen bis zu zehn, und sind nach der Trennung meist mehr als zwei. Die Mündungen der seitlichen Reihen springen in die Maschen vor; auch sind zuweilen die queren verbindenden Fortsätze zellig. Die Zwischenräume zwischen den Mündungen, ebenso wie die wellenförmigen Leisten, sind granulirt oder sehr minutiös tuberculirt. Innerlich bieten die Zellen die gewöhnliche schräge Anordnung dar, sie liegen übereinander und endigen gegen den dorsalen Theil des Zweiges plötzlich. Die vollkommenen Abgüsse der zelligen Oberfläche geben das Umgekehrte der eben angeführten Charactere, aber noch gewöhnlicher entfalten der Eindrücke kaum eine Spur von irgend einer anderen Structur als longitudinale Reihen kreisförmiger Mündungen.

Auf der inneren Lage der nicht-zelligen Oberfläche lassen sich zuweilen zwanzig gut ausgeprägte parallele Fasern mit zwischenliegenden schmalen Gruben oder entsprechende Abgüsse nachweisen, und ist deren Zahl immer beträchtlich. Die Erhaltungsart gestattete nicht, die wahre Natur der Fasern zu ermitteln, aber nach dem, was bei andern Species entdeckt worden ist, ist zu schlieszen, dasz sie röhrig sind. Ihre Verbreitungsstrecke ist beträchtlich; in dem Exemplar aber, welches ihre Structur am vollständigsten darbietet, sind sie häufig mit kreisförmigen Löchern abgeschnitten. Ihre vollkommene Oberfläche ist minutiös gekörnt. Die äuszere Schicht oder der Rücken der Zweige wird aus einer gleichförmigen Rinde ohne irgend welche Andeutungen von Fasern gebildet, sie wird aber von zahlreichen mikroskopischen Papillen bedeckt mit entsprechenden, die Substanz der Schicht durchbohrenden Poren.

Die einzigen Andeutungen knospentragender Bläschen sind kleine kreisförmige Gruben, welche gelegentlich oberhalb der Mündung liegen und in ihrer Lage mit den Bläschen übereinstimmen, welche bei andern zelligen Gattungen als knospentragend betrachtet worden sind. An dem vorhin erwähnten russischen Exemplar sind ähnliche Gruben sehr gleichförmig zwischen den Abgüssen der Mündungen vertheilt.

Der jüngste Zustand der Coralle ist nicht beobachtet worden, ebensowenig irgend welche vom Alter bedingte ausgeprägte Veränderungen, ausgenommen die allmähliche Verdickung der nicht-zelligen Oberfläche durch das Bekleidetwerden mit der fasrigen Schicht.

Die Grundmasse der Exemplare ist ein dunkelgrauer splinteriger oder ein erdiger Kalkstein.

2. _Fenestella internata_ sp. n.

_Becherförmig; zellentragende Fläche innen; Zweige dichotom, comprimirt, Breite variabel; Maschen oblong, schmal; Zellenreihen 2-5 durch longitudinale Leisten getheilt; quere verbindende Fortsätze kurz, ohne Zellen; nicht-zellige Fläche mit scharf fibröser innerer und minutiös granulirter äuszerer Lage._

Durch die Zartheit ihrer Structur ist diese Species leicht von _Fenestella ampla_ zu unterscheiden; und darin, dasz die Zellenreihen von zwei zu fünf schwanken, ebenso in ihrer Entwickelungsweise ergeben sich noch weitere scharf ausgeprägte Verschiedenheiten. Sie scheint beträchtliche Dimensionen erreicht zu haben; es sind Fragmente von anderthalb Zoll Länge und einem Zoll Breite beobachtet worden.