Gedichte Sechste vermehrte Auflage

Part 9

Chapter 9582 wordsPublic domain

Mancher hat Dich arg betrübt, Weil Du allgemein beliebt, Gönnte diesen Trost mir nicht, -- Das ist Wahrheit im Gedicht --

Nochmals Dank für Deine Treu! Lebe dorten auf, auf's Neu -- Jeder Geist er lebet fort Glücklich sei an jedem Ort!

An denselben.

Den ersten Gruß am Morgen Empfing ich stets von Dir, Und Herz und Geist und Seele Lag in dem Ton zu mir.

Du wirst mir immer fehlen, Stets bange bleibt's nach Dir Du süßer Jakob, Kobusch Bleibst unvergessen hier.

Seit zweiundzwanzig Jahren Seit meiner Mutter Tod Warst Du mein treu' Gefährte In Freude, Schmerz und Noth!

Du bist nicht fortgewichen Von ihrem Totenbett Und warst Dein ganzes Leben Stets geistvoll, klug und nett.

Du wirst mir immer fehlen Stets bange bleibt's nach Dir Du süßer Jakob, Kobusch Bleibst unvergessen hier.

Und mehr warst Du beweinet, Als mancher Mensch vor Dir O, Koberle, o Jakob Bleibst unvergeßlich mir.

Eine Blume ist gebrochen, Hier für immerdar, -- Und die edle Fürstin zählte Vierundzwanzig Jahr.

Wer des Lebens Glück gekostet, Und dann rasch entflieht, Kennt nicht seine Dissonanzen, Hörte nur sein Lied.

Und mich dünkt, in solcher Jugend Enden leichter sei, Wie die Töne leicht sich lösen Einer Melodei.

Nach dem Gesetz über die Pensionirung der Arbeiter.

Das Echo schall' es weit Es tagt Gerechtigkeit Es lauschet Menschlichkeit: Kommt eine bessere Zeit?

Ob Noth und Elend flieht Aus mächtigstem Gebiet. Es war ein Hohenzollernwort, -- Und Kaiser Friedrich freut sich dort.

Welch' Schreckenstille herrschet hier, Bin ich allein, ich bin allein! Entsetzen, ach, ein Grauen schier Erfaßt mich, so allein zu sein. --

Du nahmst mir Viel, fast räthselhaft Ist des Geschickes Grausamkeit, Beeil dich, Mut, beeil dich, Kraft, Zu kürzen mir die öde Zeit.

Der Menschheit Traum -- die Kunst -- verhindert hin -- Nichts als des Daseins anspruchsvoller Sinn! Doch halt, doch nein; das Größte ist bei Dir: Gott ist, ist überall, und ist auch hier.

Prall nicht an, prall nicht an, Steine giebt es überall, Und man kann, und man kann Haben einen bösen Fall;

Stoß nicht an, stoß nicht an, Böse Menschen giebt es viel, Und man kann, und man kann Kommen in ein böses Spiel;

Halt zurück, halt zurück Deine Meinung, deinen Blick Und die Klugheit, und das Glück Leiten weise dein Geschick.

Wanderlied.

Thüre auf, Thüre zu, Niemals Rast, niemals Ruh', Schöne Damen, liebe Herr'n Kaufet freundlich, kaufet gern, Brauch's auf Brot, und brauch's auf Bier, Und das gönnt ihr sicher mir.

Thüre auf, Thüre zu, Niemals Rast, niemals Ruh, In der Kälte, in der Glut, Keiner meiner Füße ruht, Such' am Heerde einen Platz, Finde keinen, keinen Schatz.

Schöne Damen, liebe Herr'n Kaufet freundlich, kaufet gern, Komm aus fernem Lande her Und dem Fremdling wird's so schwer: Thüre auf, Thüre zu Niemals Rast, niemals Ruh'.

Der Goldfischer.

Am Rande des Meeres Am Rande der Fluth, Da weilet der Knabe, Gar freundlich und gut;

Er stahl seinem Vater Die Goldfischlein sein Und wirfet sie wieder Ins Meer hinein.

Der Vater, er jaget Dem Ufer entlang, Da wird, ach, dem Knaben So ängstlich und bang;

Er fürchtet den Vater, Es sinkt ihm der Muth, Fast möchte er lieber Hinab in die Flut.

Da färbt sich das Wasser, Wird schwarz und wird grün Und weiße Gespenster Darüber hinziehn;

Die Tiefe, sie donnert, Der Abgrund geht auf Die Fluten beginnen, Den rasenden Lauf.

Sie stoßen den Knaben Den Goldfischlein nach: Das rufet des Vaters Gewissen erst wach.

=Ed. Freyhoff='s Buchdruckerei, Oranienburg.

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Anmerkungen zur Transkription

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