Gedichte Sechste vermehrte Auflage

Part 1

Chapter 12,076 wordsPublic domain

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GEDICHTE

von

FRIEDERIKE KEMPNER.

Sechste vermehrte Auflage.

Berlin 1891. Verlag von Karl Siegismund. Mauerstraße 68.

Meiner verewigten Mutter,

der Frau Rittergutsbesitzer

Marie Kempner

geb. Aschkenasy.

Das waren Tage des Glückes, als ich diese Gedichte einzeln schrieb, und jedes derselben, noch kaum entstanden, ihr vorlas.

Ist's möglich, daß solch reine Wonne gleich einem Schatten vorüberziehen, oder gleich dem Untergange der Sonne nichts als ein in Gluth getauchtes Roth -- die Spur ihres leuchtenden Weges -- zurücklassen kann? --

Doch auch die Sonne geht nicht wirklich unter, und auch ihr reines Bild lebt hinter dem Vorhange unsrer Zeitlichkeit, und lächelt am Ufer dem noch auf den Wellen Spielenden....

Die Verfasserin.

Vorwort zur 2. Auflage.

Wenn ich der zweiten Auflage meiner Gedichte einige Worte voranschicken soll, so sind es Worte des Dankes an die liebe Lesewelt, welche der ersten Auflage ein so reges Interesse entgegenbrachte, daß nach so kurzer Zeit eine zweite nothwendig geworden ist.

Es freute mich unbeschreiblich, daß aus allen Gegenden Deutschlands, von nah und fern, Anfragen und das Verlangen nach diesen Gedichten an mich schriftlich ausgesprochen wurden. Ich bin stolz darauf und ganz besonders davon gerührt, daß alle Farben und Parteien dabei vertreten waren; scheint es doch, als wenn Jeder im Innern fühlte, daß es Aufgabe und Ziel der Poesie ist: die Wahrheit für Alle zu veranschaulichen, -- und durch ihren Sieg dereinst Alle zu versöhnen.

=Friederikenhof=, 1882.

Die Verfasserin.

Vorwort zur 3. Auflage.

Der dritten Auflage meiner Gedichte, denen ich viele neue hinzugefügt, schicke ich einige Worte des freudigsten Dankes voraus: Dank der liebenswürdigen Lesewelt, welche die 2. Auflage -- 1882 erschienen -- schon im Mai 1883 vergriffen hatte!

Möge dieser dritten dieselbe Gunst zu Theil werden, eine Gunst, die das Glück und den Trost der Verfasserin ausmacht.

=Breslau=, im April 1884.

Die Verfasserin.

Vorwort zur 4. Auflage.

Nachdem die dritte Auflage dieser Gedichte, denen ich eine Anzahl neue zur vierten Auflage beifüge, in etwa vier Monaten vergriffen, kann ich nur meinen lebhaftesten Dank wiederholen und nochmals sagen, daß dieses Wohlwollen und diese Sympathie mich rührt und wahrhaft beglückt. Ja, das Bewußtsein, meine Gedanken getheilt zu wissen, erhebt mich zu der freudigen Erwartung, daß auch meine humanen Bestrebungen sich in die Herzen der Menschen immer mehr Bahn brechen und den Sieg über Inhumanität und Unverstand davon tragen werden.

=Berlin=, im November 1884.

Die Verfasserin.

Vorwort zur 5. Auflage

Ich habe bei dieser fünften Ausgabe meiner Gedichte wiederum für das überreiche Wohlwollen, welches der vierten Auflage zu Theil geworden ist, nur zu danken. Es fehlte freilich auch nicht an anonymer Feindschaft, ja an Haß und Verfolgung niedrigster und widrigster Art, und wie mancher Beherrscher von Rußland, sah ich mich fast täglich von anonymen Briefen heimgesucht, eine Ehre, die ich gar nicht erwartet hätte, die ich aber zu würdigen wußte. Denn giebt es in der That ein einziges Streben oder eine einzige Schrift, welche Etwas will und nicht angefeindet worden wäre?

Und so kam ich zu der Ueberzeugung, daß denn doch hie und da ein vorurtheilsloses, harmloses Gedicht, ein humaner Gedanke, objektiv zur Anschauung gebracht, frei von aller Parteilichkeit, gezündet, d. h. manchen Bösewicht aufgestachelt haben müsse, so daß er zu Dynamit und Gift greifen wollte. Aber Dynamit und Gift sind schlechte Waffen, die sich überlebt haben, und die unparteiische Wahrheit trifft Beides nicht, und so hat denn das liebenswürdige Publikum diese gemeinen Angriffe kaum seiner Entrüstung gewürdigt und in seiner reichen Gunst sind die Gedichte ein bleibendes Buch geworden.

=Friederikenhof=, den 12. Oktober 1887.

Die Verfasserin.

Zur sechsten Auflage.

Mit regem Dankgefühl Send' ich euch wiedermal Euch Blätter ohne Zahl Ins menschliche Gewühl;

Bringt meinen Gruß der Welt Und habt ihr ihn bestellt, Verfolget euer Ziel Und -- gleichsam wie im Spiel. --

Verkündet allzumal: Auf Bergen und im Thal, In Hütte und Königssaal,

Der Schönheit Ideal Der Wahrheit Erz und Stahl Der Tugend Götterstrahl!

=Friederikenhof=, im Januar 1891.

Die Verfasserin.

Inhalt.

Seite

Abdel-Kaders Traum 2

Ach, meine Mutter, fänd ich Dich wieder 156

Ach, Sternlein dort 207

Alles grünt und alles blüht 103

Alles Träumen 100

Als ich heut so bitterlich 99

Als Jemand beim Anblick einer armen Frau den Kopf wegwendete 176

Am Rhein 42

Am Scheidewege 70

Amerika 56

An den Kaiser Friedrich 87

An denselben 89

An der Tugend nur genippet 141

An diejenige, welche immer das Böse von mir abwehrte 200

An einen Müßiggänger 144

An L. zu P. 91

An meine Mutter 151, 152

Ansicht 126

Antibrüderlichkeit 3

Antwort 104

Arglos und harmlos 85

Atheismus 61

Auch Goethe war nicht unfehlbar 139

Auf allerlei Hetzen 143

Auf der Höhe stehen Bäume 142

Auf des Lebens Ocean 183

Auf das Zimmer meines Vaters 172

Auf meinem Gesicht 187

Auf meinen dahingegangenen Papagei 240

An denselben 241

Auf und nieder steigt die Welle 10

August Böckh 171

Ausdauer 84

Aus dem Dunkel bricht das Licht 226

Barde, der 41

Beim Anblick eines prachtvoll gewesenen Bouquets 195

Besessen ist die Welt 196

Bitterböse ist das Leben 186

Bittrer als der Tod ist Leben 230

Blümlein, das rothe 51

Blümlein auf der Au 95

Brüderlich, brüderlich 138

Burschenlied, das 217

Daktylen, Jamben, Trochäen 174

Das Paradies verschwand 85

Daß die Sterne blässer werden 122

Dem Kaiser Wilhelm I. 86

Dem kleinen Prinzen B. von C. zum Geburtstage 96

Dem Priester-Philanthropen Franz Marson 173

Den Studenten 200

Der Dichter lebt im Traume 110

Der Himmel ist hell 197

Der Himmel so blau 124

Der Lorbeer sprießt! 114

Der Mond erscheint 179

Der müde Wandrer sitzet am Steg 132

Der Tag so kurz, der Tag so lang 214

Der Traum der Poesie 187

Des Abends letztes Gold 203

Deutsche Bildung, deutsche Sitte 192

Die Aerzte Philosophen gleichen 147

Die Fenster sind gefroren 140

Die Nachtigall schlägt 190

Die Nemesis, sie waltet 132

Die Sonne geht strahlend unter 145

Die weiße Rose am längsten blüht 143

Die Wolken sich thürmen 182

Dieselben Bäume hier wie dort 144

Dorten aus der grünen Hecke 147

Dorten winkt ein neuer Morgen 105

Drei Schlagworte 22

Droschkau 165

Du siehst das Vöglein in den Lüften fliegen 113

Dunkle Veilchen, weiße Blüthen 104

Du willst verbinden, was sich ewig flieht 139

Edelweiß 129

Egoist, der 178

Ein leeres Bauer, ein leeres Haus 136

Ein Meer von Balsam ist die Zeit 226

Ein purpurnes Röslein auf grüner Au 98

Ein Reiter auf der Haide 178

Eine Blume ist gebrochen 242

Eine Blüthe seh' ich prangen 156

Eine Mitternacht in Tyrol 208

Einen Vers soll ich Dir machen 199

Eingebung, die 127

Elisabeth 234

Es eilt der Fluß 198

Es flammet das herrlichste Sonnengold 111

Es geht die Zeit den sichern Gang 137

Es grünen die Bäume des Waldes 107

Es hat uns Gott gegeben 215

Es ist mir so federleicht ums Herz 93

Es ringt der Regen mit dem Winde 127

Es scheint der Mond in's Zimmer 121

Es scheint der Mond so helle 113

Es schläft die Welt 195

Es schwebt mir auf der Zung' ein Lied 116

Es sprechen nur noch die Affen 134

Es stimmen meines Herzens Saiten 119

Es stürmt so viel auf mich herein 144

Es wankt der Boden 131

Fanatismus und Geld 19

Feldarbeit 178

Fernweh 37

Fest-Romanze 60

Frage 104

Franzensbad 160

Frauenbild 63

Freundlich gucken meine Blicke 143

Frühlingslüfte wehen leise 101

Für Ferdinand Freiligrath 163

Für die Ostpreußen 83

Ganz gebrochen ist die Kraft 125

Gebet 206

Gedicht ohne r 237

Gefangenen, die 130

Gegen den Selbstmord 189

Gegen die Einzelhaft 11

Gegen die Vivisektion 66

Gehabt euch wohl, Gott segne euch 147

Gemälde 95

Geschichte 12

Giebt's ein Glück 197

Ginge es nach meinem Herzen 196

Goldfischer, der 246

Goldner Sonnenschein 189

Gott ist groß 140

Gott segne die Armen 146

Gretchen 227

Grüne Saaten, grüne Blätter 177

Grüne Zweige, goldne Frucht 114

Hab' ich Dich bisher geleitet 99

Habt ihr mir es gar verleidet 102

Hannah Thorsch 161

Hast Du darum mich verstoßen 225

Heimchen, die 40

Heinrich, der stolze, 134

Heinrich Heine 162

Heiße Thränen fließen, rauschen, 101

Herzog Georg Bernhard 149

Hoch auf der Berge Gipfel 106

Hoffnungsschimmer 77

Holden Träume, ging't verloren 176

Holdes Blümlein, du willst nützen 9

Hundegebell im Fleischerladen 194

Ja, ja, es kommt noch nach 229

Jagd, die 54

Ich lehn' am Fensterkreuze 109

Ich meint es rechtschaffen und ehrlich 226

Ich ritt auf einem Pferde 224

Ich träumte schön und träumte viel 123

Ich träumte tausend Lieder 213

Ich weiß eine große Geschichte 190

Ideelle, das 112

Jetzt 154

Ihr wißt schon, wen ich meine 165

Im Traume sah ich die Mutter heut 199

Immergrün 20

In der Schweiz 105

In die Wolken möcht ich fliegen 140

Innere Stimme 75

Invalide, der 5

Ist die Weihe denn gewichen 98

Ist's der Dichtung Loos 142

Judenkirsche, die 43

Kanarienvögleins Traum 65

Kalt ist's, eine trockene Kälte 212

Kälte 177

Kannst Du zweifeln, kannst Du zagen 107

Kennst Du das Land 59

Kennst Du nicht das Licht des Lebens 106

Kennst Du vielleicht ein Land 185

Kennt ihr sie nicht die böse bunte Schlange 201

Kind, das scheintodte 44

Klara Wuras 158

Kleine Blüthen, Röselein 92

Knaben, die 17

Kontrast, der 13

Kränk Dich nicht 194

Laßt mich in die Wüste eilen 109

Laßt mich schlafen, schlafen 125

Lauter Zank, 's ist eine Zeit des Leidens 141

Lawinenmasse 103

Leben, das 159

Leipziger Lerchen 164

Leuchtthurm, der 68

Lied 108, 184

Lied der braven Frau 170

Logik 46

Lord Byron 181

Mädchen an der Donau 49

Mädchen vom See 203

Mägdelein, das 205

Man sagt, die Liebe wäre blind 175

Meiner Mutter lichtes Bild 155

Meiner Schwester Luise zum Geburtstage 168

Meine Thränen fließen 124

Menschliche Hilfe ist bald kaput 186

Mich greift die Langeweile 185

Mir träumte, daß ich stund 232

Misanthrop, der 35

Motto 4

Mütterlein, das 18

Nach dem Gesetz über die Pensionirung der Arbeiter 243

Nach der Aufführung »Rudolfs II.« in Berlin 136

Nach Sedan, an den Kaiser Wilhelm I. 135

Nachtigall und die Katze 215

Natur und Mensch 47

Nero 145

Nero's Angedenken 133

Nicht bei der Leidenschaft trübem Feuer 78

Nicht Farbe und nicht Glaube 139

Nicht im Reichthum wohnt das Glück 176

Nicht mehr sprechen die Sterne 133

Nur allein kann ich erstarken 75

O erkläret mir das Räthsel 67

O Faust, Du Bild des Menschen 139

O gieb mir Laut und Stimme 117

O Gott, Du weißt am besten 197

O ist's denn ganz unmöglich 144

O mag ein Engel Dir die Schrift diktiren 115

O Mensch, Du trittst mit Füßen 79

O sieh, wie sich's thürmt 93

O wißt ihr, was ich denke 136

Oft ist verhaßt 175

Parteilichkeit, Parteienhaß 196

Phantasie 79

Poesie, die 90

Poesie ist Leben 92

Polterabend, der 26

Poniatowsky 48

Prall nicht an, prall nicht an 244

Purpurn glänzt die Abendröthe 102

Rhoswitha 26

Rosenbüsche, dunkle Haine 228

Röselein, das 23

Sag', was hängst Du so daran 115

Scheintodte, der 140

Schöner Stern, hab' Dich gern 146

Schwarze Wolken, graue Wolken 117

Seh' ich Euch wieder, goldne Sterne 215

Sei Dir Alles gleich, mein Kind 230

Sei ein Held, ertrag die Leiden 200

Selbst noch eine Menschenblüthe 74

Sieg des Geistes 233

Siehst Du nicht die grünen Matten 123

Sinn der Ferne 81

'S ist ja Alles nur ein Träumen 112

Sonnenuntergang und Aufgang 234

Sperrt euch ein in große Städte 177

Spitzen-Klöpplerin im Harz 204

Stimmung 62, 187

Sympathie und Antipathie 43

Tausend Mücken tanzen in der Sonne 82

Thierbändiger, der 219

Thräne, die stille 191

Tribun, der deutsche 53

Tröstend senkt die Poesie 122

Tscherkessen, die 30

Ufergemälde 37

Und der Himmel lacht mir wieder 141

Und hätte ich nicht im Herzen 121

Unnütz lyrisches Gesinge 142

Unter den Linden 128

Unter mir die tausend Plagen 116

Untergeh'nde Sonne, sprich 138

Verschiedenheit ist nöthig 201

Versunken ist das Glück 195

Vogelin-Prinzeß 72

Vöglein, das 1

Vöglein auf den grünen Zweigen 97

Von Moral ist keine Spur 194

Vor der Mutter Bild 157

Vor Hermann Bödekers Bildniß 166

Vor meiner Mutter Bild 188

Vor demselben Bilde 188

Vor Nees von Esenbecks Bildniß 148

Vor Schillers Denkmal in Berlin 145

Wahrheit 202