Chapter 4
#15. Sand-Röhrling. Sandpilz.# Eßbar. *Bolétus variegátus Sw.*
Der _Hut_, anfangs halbkugelförmig gewölbt, hat einen scharf eingerollten Rand, ist bräunlichgelb und mit büschelig-haarigen kleinen Flocken besetzt, die im Alter und nach Regenwetter verschwinden. Der Durchmesser beträgt 5-15 cm. Die Oberfläche ist trocken, bei Regenwetter jedoch etwas schleimig. Das _Fleisch_ ist gelblich-weiß und läuft beim Zerschneiden mehr oder weniger bläulich an.
Die _Röhren_ sind sehr kurz, haben eine enge Mündung und sind schmutzig-gelblich, bräunlich oder auch olivgrün.
Der _Stiel_ ist gleichmäßig dick, wird selten über 5 cm lang und ist in der Farbe etwas heller als der Hut.
Der _Geruch_ ist eigentümlich scharf, nicht unangenehm, der _Geschmack_ mild.
_Zeit_: Im Sommer und Herbste.
_Standort_: In Nadelwäldern und vorzugsweise in solchen mit sandigem Boden.
_Wert_: Obwohl nicht zu den besseren Speisepilzen zählend, schmeckt er doch ganz gut. Wegen seines häufigen Vorkommens ist er ganz besonders zur Herstellung von Pilzextrakt geeignet, läßt sich aber nicht gut trocknen.
#16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe.# Eßbar. *Bolétus subtomentósus L.*
Der _Hut_ ist stets kurzfilzig und von graugelblicher bis grüngelblicher Färbung, mitunter auch graubraun, hat aber immer einen olivgrünen Schein. Der Durchmesser des Hutes beträgt 5-13 cm. Im Alter, besonders bei trockenem Wetter, zerreißt sehr oft die Oberhaut und es bilden sich Felder. Bei Verletzung der Oberhaut werden die Wunden je nach der Witterung kirschrot oder gelb. Das _Fleisch_ ist derb und blaßgelb, wird aber beim Bruche mitunter etwas bläulich. Ganz besonders zeichnet er sich aus durch die _Röhren_, welche bei jungen Exemplaren schön zitronengelb, bei älteren Exemplaren schmutziggelb sind. Sie haben sehr weite und eckige Mündungen, derart angeordnet, daß kleinere mit größeren, engere mit weiteren vermischt sind.
Der _Stiel_ ist meist rötlichbraun angelaufen und verhältnismäßig dünn und schlank.
Der _Geruch_ ist säuerlich obstartig, der _Geschmack_ sehr schwach.
_Zeit_: Im Sommer und Herbst.
_Standort_: Vorzugsweise in Nadelwäldern, besonders auf grasig-moosigen Plätzen, sowie auf lehmigen Böschungen der Hohlwege im Walde. Er kommt meist einzeln vor.
_Wert_: Er gehört unstreitig zu den wohlschmeckenden Pilzen und kann verschiedenartige Verwendung finden, nur taugt er nicht viel zum Trocknen.
#17. Butter-Röhrling. Ringpilz.# Eßbar. *Bolétus lúteus L.*
Der _Hut_ ist bei feuchtem Wetter und am Morgen außerordentlich schmierig und schleimig, bei trockenem Wetter glänzend, gelblich, gelbbraun oder dunkelgelbbraun, nie rötlich. Der Durchmesser beträgt 4-13 cm. Im Jugendzustande ist der Rand des Hutes stets mit dem Stiele durch einen weißen Schleier verbunden, der bei der Vollentwickelung als bläulich-schwarzer hängender Ring am Stiele zurückbleibt. Die Oberhaut ist leicht abziehbar. Das _Fleisch_ ist gelblich-weiß und unveränderlich.
Die hellgelb aussehenden _Röhren_ sind mit dem Stiele verwachsen, aber nicht mit dem Hutfleische.
Der _Stiel_ ist zylindrisch und wird bis 10 cm hoch. Er ist weißlich, fleischig voll und trägt ziemlich lange den schließlich verschwindenden Ring. Oberhalb desselben finden sich bräunliche, flockige Punkte.
_Geruch_ und _Geschmack_ sind obstartig säuerlich.
_Zeit_: Im Sommer und Herbste.
_Standort_: Ganz besonders auf grasigen Waldwegen, Waldwiesen und Waldrändern, zwischen Moos und Gras, und in jungen bis mannshohen Fichtenanpflanzungen.
_Wert_: Wird leider hier und da wegen seines schleimigen Hutes nicht so beachtet wie er es verdient. Da die Oberhaut fast mit einem Male abziehbar ist, ist er leicht zu putzen. Er gehört unstreitig zu unseren besten Speisepilzen, läßt sich aber nicht trocknen.
#18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.# Eßbar. *Psallióta campéstris L.*
Der _Hut_ kommt fast kugelförmig aus der Erde, wird halbkugelig und breitet sich dann flach gewölbt aus. Die _Farbe_ ist weiß oder bräunlich, seidenhaarig, flockig und kleinschuppig. Einzelne Pilze werden bis 15 cm breit. (Bei den Pilzausstellungen des Verfassers kamen sogar öfters solche von über 30 cm Hutdurchmesser und 30 cm Stielhöhe zur Darstellung.) Das _Fleisch_ ist dick, massig und weiß, bei Verletzung wird es oft rötlich.
Die anfangs rosaroten, später schokoladenbraun werdenden _Blätter_ kennzeichnen den Feld-Edelpilz ganz vorzüglich und sind das beste und untrüglichste Erkennungszeichen für den guten Edelpilz.
#Leider wird dieser herrliche Pilz öfters mit dem giftigsten unserer Pilze, dem _Gelblichen Gift-Wulstling_ (Knollenblätterpilz), verwechselt# (vergl. nächste Abbildung, Nr. 19). #Der Feld-Edelpilz hat aber am unteren Ende des Stieles _keine_ Knollen wie der Gift-Wulstling.#
Der _Stiel_ ist voll, weiß und trägt in der Mitte einen dicken weißen häutigen Ring oder Manschette. Er wird mitunter bis 8 cm hoch.
_Geruch_ und _Geschmack_ sind ganz vorzüglich.
_Zeit_: Ganz besonders gedeiht er in trockenen Jahren nach einem Regen auf mit Pferdedünger oder Jauche gedüngten Wiesen mitunter schon Ende Juni, dann im Hochsommer und Herbste.
_Standort_: Er wächst auf Wiesen, Feldrainen und Wegerändern.
_Wert_: Unstreitig der im Geschmacke beste Pilz, weshalb er auch überall gezüchtet wird. Er läßt sich sehr gut züchten, siehe Abhandlung über Züchtung der Pilze.
Seine Verwendbarkeit ist eine außerordentlich vielseitige.
#19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz.# Sehr giftig! *Amaníta bulbósa Bull.*
Der _Hut_ ist anfangs fast immer gelblich-grün, später weißlich bis weiß werdend, meist mit den weißlichen Fetzen der früheren Hülle bedeckt, 5-8 cm breit. Diese älteren Knollenblätterpilze mit den mehr weißen Hüten geben einzig und allein die Veranlassung zur Verwechslung mit dem Edelpilze (Champignon). Dieser Edelpilz hat aber im Jugendzustande rosafarbiges, später schokoladenbraunes Futter. Es wird leider viel zu viel Wert auf die _Farbe_ des Hutes statt auf die _Blätter_ gelegt.
Eine ebenso giftige Abart *A. Mappa Batsch* hat eine durchweg gelbe Färbung des Hutes mit weißen Pusteln.
Eine weitere, auch giftige Art, der grüne Knollenblätterpilz (*Am. phalloídes Fr.*), führt seltener zu Verwechselungen, da er durch seine ausgeprägte Grünfärbung von selbst warnt. Dieser grüne Knollenblätterpilz kommt aber viel seltener vor.
Das _Fleisch_ des Gift-Wulstlings ist weiß, ebenso die _Blätter_.
Der _Stiel_ ist schlank, anfangs markig, später an der Spitze hohl, weiß und mit einer gelblichweißen Manschette versehen. #Das untrüglichste Kennzeichen dieses Giftpilzes ist die ausgeprägte runde Knolle am Fuße des Stieles. Diese Knolle ist mit einer häutigen Scheibe umgeben.#
_Geruch_ und _Geschmack_ sind durchaus nicht unangenehm, der Geschmack sogar mild und erinnert an grüne Kartoffeln.
_Zeit_: Vom Sommer bis zum Herbste.
_Standort_: Seinen Standort hat er in Wäldern und Gebüschen, meist truppweise.
_Wert_: Wohl kein Pilz ist so giftig wie dieser; er ist um so gefährlicher, weil die Wirkung des Giftes erst nach 12-16 Stunden eintritt.
#20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.# Eßbar. *Amaníta pustuláta Schaeff. (A. rubéscens Pers.)*
Im Volksmunde der hellrote Fliegenpilz genannt, besitzt er einen schmutzig-rötlichen, blaß-fleischfarbigen, braunrötlichen oder bräunlichen _Hut_, der mehr oder weniger mit Pusteln besetzt ist, ähnlich wie der Fliegenpilz. Unter der leicht abziehbaren Oberhaut zeigt sich das _Fleisch_ blaßrötlich, ist aber im Innern weiß.
Die _Blätter_ sind anfangs weiß, erst im Alter etwas rötlich und dicht stehend.
Der ganz besonders in der Jugend _kegelförmige_, ebenfalls rötlich angehauchte _Stiel_ streckt sich später ziemlich gleichmäßig schlank und walzig. Vom Hute laufen bis ans Ende der Manschette feine Striche. Der Fuß des Stieles läuft in einen mit Schuppen und Warzen bedeckten Knollen aus.
Der _Geruch_ ist schwach, der _Geschmack_ anfangs mild, später etwas kratzend.
_Zeit_: Ziemlich früh und ist im Herbste seltener zu finden.
_Standort_: Vorzugsweise in hohem Stangenwalde, sowie in wenig begrasten Gebüschen.
_Wert_: Nach dem Abziehen der Oberhaut bildet er einen vorzüglichen Speisepilz (siehe »Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen«, S. 19). Zum Trocknen eignet er sich nicht, wohl aber zum Gemüse und Einmachen und besonders zum Bereiten von Pilzextrakt (siehe S. 15).
#In verschiedenen Fällen ist der Perlen-Wulstling mit dem so giftigen Königsfliegenpilz verwechselt worden.# Dieser hat aber stets die reine ledergelbliche oder dunkelrotbraune, also keine fleischfarbig-rötliche Oberhaut. Auch zeigt der Königsfliegenpilz unter der Oberhaut die gelbrote Farbe des Fleisches wie der Fliegenpilz, während die des Perlpilzes fleischrot ist. Man vergleiche nur scharf die Abbildungen (siehe auch Abb. 21) und die Beschreibungen.
#21. Königs-Fliegenpilz.# Sehr giftig! *Amaníta regális Fr.*
Der anfangs kugelige _Hut_ wird später flach, sich mitunter etwas nach der Mitte vertiefend. Er wird bis 20 cm breit. Die Oberhaut ist anfangs dunkelrotbraun, später leberbraun und bei alten Pilzen mit fast silbergrauem Hauche überzogen. Die den Hut bedeckenden _Flocken_ sind gelblichweiß oder weiß, mehr oder weniger dicht aufliegend. Der Rand ist gestreift. Beim Durchschnitt zeigt das _Fleisch_ nach der Oberhaut einen rotbraunen Rand und ist nach den Lamellen hin bräunlichgelb gefärbt. Die _Blätter_ sind weiß.
Der _Stiel_ ist anfangs voll, später hohl und hat gelbliches Fleisch. Er besitzt am Grunde einen fast rundlichen Knollen mit einer ziemlich lose sitzenden Hülle, die sehr regelmäßig in einzelne Ringe sich trennt, so daß man oft mehrere solcher Ringe deutlich zählen kann. Diese Hülle ist fast ockergelb, wie denn auch der Stiel vom Fuße bis zur Hülle eine gelbe Farbe besitzt. Der unregelmäßig gestaltete häutige Ring ist am Rande ebenfalls gelb.
Der _Geruch_ ist gering, der _Geschmack_ unangenehm.
_Zeit_: Im Sommer und ist bis zum Herbste zu finden. Dieser Pilz kommt nicht sehr häufig vor.
_Standort_: Im Nadelwalde vorzugsweise an Waldrändern, auch in Gebüschen.
_Wert_: Nach den Erfahrungen des Verfassers #gehört er mit zu den giftigsten Pilzen, denn verschiedene Vergiftungen endeten mit dem Tode. Es ist daher vor diesem Pilze ganz besonders zu warnen, da er nachweisbar mit dem Perlen-Wulstling (Abb. 20) verwechselt wurde.# Dieser jedoch und der eßbare Pantherpilz sind vom Hute bis mit dem herabhängenden Ringe gestrichelt, der Königs-Fliegenpilz aber ist glatt.
#22. Großer Schirmling.# Eßbar. *Lepióta procéra Scop.*
Der _Hut_ erscheint anfangs wie ein Paukenschlägel und breitet sich dann schirmdachförmig aus. Dabei platzt die graubraune dürre Oberhaut und bildet braune dachziegelförmig liegende Schuppen, nach der Mitte in einen dunkelbraunen Buckel übergehend. Das _Fleisch_ ist im Jugendzustande weich, später aber zäh und dürr. Dieser Pilz gehört zu den stattlichsten, denn sein Hut wird bis 25, ja 30 cm breit.
Die _Blätter_ sind breit, weiß, weich, stehen dicht und ganz frei vom Stiele.
Der röhrig-hohle _Stiel_, mitunter 15-30 cm hoch, prächtig braungefleckt, ist nach aufwärts etwas verdünnt und am Grunde knollig verdickt. Außerdem trägt er einen dicken, lederartigen und verschiebbaren Ring.
Der _Geruch_ ist angenehm und das Fleisch hat einen süßen _Geschmack_.
_Zeit_: In den Monaten August bis Oktober.
_Standort_: Auf lichten Waldstellen, Grasplätzen und an Waldrändern.
_Wert_: Im Jugendzustande wohlschmeckend, verliert er im Alter den Geschmack und ist dann zäh.
Er kann leicht verwechselt werden mit einer ihm ähnlichen Art, dem ebenfalls eßbaren Safran-Schirmling, *Lepióta rhacótes Vitt*, dessen Hut fast ebenso geschuppt, aber etwas kleiner im Durchmesser ist. Dieser Pilz zeigt aber beim Durchschneiden oder bei Verletzung zuerst orangefarbiges, dann safranfarbiges oder blutrotes Fleisch, auch der Stiel hat beim Abschneiden diese Farben, ist aber außen nicht so schön braungefleckt, sondern einfarbig schmutzigbräunlich.
#23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling.# Eßbar. *Lactária deliciósa L.*
Der _Hut_ dieses vorzüglichen Pilzes ist orangefarbig oder ziegelrot, meist gezont in orangefarbige und grünliche Ringe. Im Alter wird er grünspanfarbig, wie denn auch bei Verletzung diese Farbe stets hervortritt. Jung ist er flach mit nach unten gleichmäßig gebogenem Rande, später wird er trichterförmig. Bei feuchtem Wetter ist der Hut schmierig und wächst dann glatt ohne Zonenringe.
Das _Fleisch_ ist ebenfalls rötlichgelb und läßt beim Bruche eine #orangerote# Milch reichlich heraustropfen; dies ist das sicherste _Kennzeichen_ für diesen Pilz.
Die gelben _Blätter_ laufen etwas am Stiele herab und werden beim Drucke ebenfalls sofort grünspanfarbig.
Der _Stiel_ ist dem Hute gleichfarbig, anfangs voll, später hohl.
Der _Geruch_ ist außerordentlich aromatisch, der _Geschmack_ mild und angenehm würzig.
_Zeit_: Vielfach in großer Menge bereits Ende Juni bis in den November hinein.
_Standort_: Wächst unter dichtem Nadelgebüsch, auf feuchten, moosigen Wiesen und auf mit Heidekraut und Wacholdersträuchern bestandenen Waldhügeln. #Oft wächst er auf einer Stelle zusammen mit dem zum Verwechseln ähnlichen giftigen Milchling (Giftreizker)# (siehe Abb. 24), #der jedoch einen zottigen Hutrand und _weiße_ Milch besitzt#, auch ist dessen Geschmack bitter, beißend und scharf. Eine andere, aber ungefährliche Verwechslung kann mit dem Blut-Milchling, *Lactárius sanguifluus Paul*, vorkommen, der aber eßbar ist. Dieser Pilz hat eine #blutweinrote# Milch, die Blätter laufen am Stiele herab. Er sieht dem guten Reizker sehr ähnlich und kommt nur auf kalkhaltigem Boden vor.
_Wert_: Er gehört zu unsern wertvollsten Speisepilzen und läßt sich auf alle mögliche Arten verwerten, nur beim Trocknen verliert er an Geruch und Geschmack. Der von ihm bereitete Pilzextrakt wird im Wohlgeschmack von keinem Extrakt anderer Pilze übertroffen.
#24. Gift-Milchling. Giftreizker.# Giftig! *Lactária torminósa Schaeff.*
Der _Hut_ dieses Pilzes sieht im Jugendzustande dem des guten Reizkers oft täuschend ähnlich, nur wird er nie ziegelrot oder grünlich, sondern mehr fleischfarben, aber ebenfalls mehr oder weniger gezont. _Sehr charakteristisch ist der stets zottig behaarte Rand des Hutes._
Das _Fleisch_ ist weiß und sondert eine _weiße_ Milch ab, während der gute Reizker orangerote Milch absondert.
Die _Blätter_ sind weißlich.
Der _Stiel_ ist dem Hute gleichfarbig, im Alter hohl und brüchig.
Der _Geruch_ ist nicht besonders auffallend, der _Geschmack_ aber bitter, beißend und scharf.
_Zeit_: Im Sommer und Herbst.
_Standort_: Er wächst gern unter Birken, in Gebüschen, auf Heideplätzen, moosigen Wiesen und da zwischen den echten Reizkern.
_Wert_: Er ist entschieden giftig, wie zweifelsohne mehrere dem Verfasser bekannte Vergiftungsfälle dies bewiesen haben. Das Einprägen der Merkmale hütet vor Verwechslung.
Über das sogenannte Entgiften der Pilze siehe Abhandlung Seite 19: Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen?
#25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz.# Eßbar. *Lactária voléma Fr.*
Der _Hut_ ist gleichmäßig, rotgelb oder hellrötlichbraun und wird bis 12, mitunter 15 cm breit. Im Alter bekommt er Risse, in der Jugend ist der Hutrand etwas eingerollt.
Das _Fleisch_ ist fest, dick und enthält sehr viel weiße Milch. Diese tropft bei Verletzung sehr reichlich heraus.
Die _Blätter_ sind anfangs blaßgelb, werden später bräunlich und färben sich auch beim Drucke braun.
Der _Stiel_ ist in der Farbe dem Hute gleich, ziemlich dick, wird bis 12 cm hoch und rundet sich am Ende ab.
Der _Geruch_ ist bei jungen Pilzen angenehm, während ältere tranig riechen.
Der _Geschmack_ ist angenehm, fast süß.
_Zeit_: Im Sommer und Herbst.
_Standort_: In Laub- und Nadelwaldungen meist an feuchten Stellen und kommt oft truppweise vor.
_Wert_: Er wird vielfach roh gegessen und gibt besonders eine ganz vorzügliche Speise, wenn er gerieben und dann gebacken wird.
Für den Nichtkundigen ist eine Verwechselung mit dem nicht giftigen, aber ungenießbaren #braunroten Milchling# möglich, doch ist die Oberhaut dieses Milchlings feinflockig, der Rand filzig und der Geschmack der bei einer Verletzung sehr reichlich hervorquellenden ebenfalls weißen Milch sehr scharf brennend.
#26. Grünlicher Täubling.# Eßbar. *Rússula viréscens Schaeff.*
Die Täublinge, die bei einzelnen Arten eine mannigfaltige Farbenverschiedenheit zeigen, sind vom Laien sehr schwer zu bestimmen.
Der _Hut_ des grünlichen Täublings ist anfangs halbkugelig, breitet sich später flach gewölbt aus, hat einen stumpfen, glatten Rand und wird 6-12 cm breit. Die trockene Oberhaut ist graugrün, mitunter bräunlich- oder gelblichgrün verblassend, zerreißt teilweise und wird dann flockig oder gefeldert und warzig. Das dicke _Fleisch_ ist derb und weiß. Das Fleisch aller Täublinge ist härter als das der anderen Pilze.
Die _Blätter_ stehen mäßig dicht, sind teils ungleich lang, teils gegabelt.
Der fleischige _Stiel_ wird bis 8 cm lang, ist weiß und meist, zumal bei jungen Pilzen, nach unten verdickt.
Der _Geruch_ ist gering, der _Geschmack_ mild.
_Zeit_: Vom Juli bis September.
_Standort_: Findet sich meistens nur in Laubwäldern und in Gebüschen.
_Wert_: Er ist eßbar und gehört zu den schmackhafteren Täublingen. Für die Verwertung der Täublinge als Speise kann man die Regel aufstellen, daß alle mild schmeckenden Täublinge und solche mit gelblichen und gelben Blättern eßbar, alle beißend und unangenehm schmeckenden ungenießbar sind. Alle Täublinge können wegen ihres derben Fleisches mit wenigen Ausnahmen nur als Mischpilze verwendet werden.
#27. Ledergelbblättriger Täubling.# Eßbar. *Russulína alutácea Pers.*
Der _Hut_, anfangs halbkugelförmig, breitet sich bald flach aus und ist später in der Mitte niedergedrückt. Er wird 5-15 cm breit. Sein Rand ist dünn, anfangs glatt, später höckerig gerieft. Die _Farbe_ des Hutes ist sehr verschieden. Unter den Täublingen ist dieser Pilz das reine Chamäleon, denn die jungen Pilze sind entweder grünlich, grünlichgelb, ins Rote spielend, blutrot, braunrot, purpurrot oder kirschbraun. Die dünne Oberhaut läßt sich leicht abziehen.
Die _Blätter_ stehen frei am Stiele oder sind nur kurz angeheftet, ziemlich breit, anfangs gelblich, später lederartig, daher der Name des Pilzes.
Der volle, walzenförmige _Stiel_ ist meist weiß, seltener rot angehaucht.
_Geruch_ gering, _Geschmack_ angenehm mild.
_Zeit_: Vom August bis November.
_Standort_: Er kommt in Laub- und Nadelwäldern vor, jedoch nicht in allen Gegenden. Wo er wächst, findet er sich aber in großen Mengen.
_Wert_: Er gehört zu den wohlschmeckenden Täublingen.
Mit echtem Weinessig als Salat zubereitet schmeckt er vorzüglich.
#28. Samtfuß-Krämpling.# Genießbar. *Paxíllus atrotomentósus Batsch.*
Der außerordentlich dickfleischige _Hut_, meist an Baumstümpfen einseitig vorgestreckt, erreicht mitunter einen Durchmesser von 20 cm und mehr. Die Oberfläche ist erst braun, samtartig feinfilzig, bei trockenem Wetter rissig. Der Rand des Hutes ist scharf eingerollt, das Fleisch gelblichweiß, wässerig.
Die _Blätter_ sind kurz herablaufend, gelblich.
Der _Stiel_ ist kurz, dick und außen mit schwarzbraunem oder ganz schwarzem dichtzottigen Filze bekleidet.
_Geruch_ und _Geschmack_ sind säuerlich.
_Zeit_: Vom Anfang des Herbstes an.
_Standort_: In Nadelwäldern am Grunde alter Stämme oder an Wurzeln.
_Wert_: Im Vogtlande und Erzgebirge wird er viel eingetragen und zu sauren Kartoffelstückchen mitgekocht. Er schmeckt auch für sich gebraten säuerlich, alte und große Pilze sogar widrig.
#29. Kahler Krämpling.# Eßbar. *Paxíllus involútus Batsch.*
Der _Hut_, anfangs flach gewölbt, 5-15 cm breit, wird später fast trichterförmig. Die Oberfläche ist glatt, glänzend und ockerbraun oder gelbbraun, in der Mitte etwas schleimig. Eine Abart ist fast gelb. Das _Fleisch_ ist gelblich und wird bei Verletzung bräunlich oder rotbräunlich. Der Rand des Hutes ist ebenfalls scharf eingerollt (das charakteristische Kennzeichen der Krämplinge, daher auch ihr Name), filzigzottig. Die gelblichen Blätter sind nach hinten durch Queradern verbunden, laufen am Stiele herab und werden durch Druck braunfleckig.
_Geruch_ und _Geschmack_ angenehm, etwas säuerlich.
_Zeit_: Schon vom Juni an bis zum Spätherbst.
_Standort_: In Wäldern, Gebüschen, in Gräben, an Wegen, in Gärten, fast überall.
_Wert_: Er gehört zu den wohlschmeckenden Mischpilzen und ist deshalb wertvoll, weil er in großen Mengen zu finden ist. Das Fleisch färbt sich beim Kochen und Braten dunkel. Außerdem läßt er sich gut trocknen.
#30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker.# Eßbar. *Agáricus (Tricholóma) equéster L.*
Der _Hut_ erhebt sich wenig über den Erdboden, er ist anfangs glockig gewölbt, bei feuchtem Wetter schleimig-klebrig, verflacht sich später, behält aber in der Mitte einen kleinen Buckel. Er wird bis 10 cm breit, ist fleischig, braungelb, mitunter olivgelb und feinschuppig. Das _Fleisch_ ist gelb.
Die _Blätter_ stehen ziemlich dicht, sind an dem Stiele ausgerandet und schwefelgelb.
Der _Stiel_, anfangs nach unten verdickt, ebenfalls schwefelgelb, ist meistens glatt, selten feingeschuppt und sitzt fast immer im Erdboden.
_Geruch_ und _Geschmack_ sind angenehm.
_Zeit_: Im Spätherbst.
_Standort_: In Nadelwäldern, vorzugsweise in Kiefernwaldungen in großen Mengen, meist truppweise.
_Wert_: Von seiner Oberhaut befreit (die einen erdigen Geschmack besitzt), zählt er zu den besten Herbst-Speisepilzen und bildet bereits seit langer Zeit im Osten Deutschlands einen gesuchten Handelsartikel. Seit einigen Jahren kommt er auch in mitteldeutschen Großstädten in größeren Mengen zum Verkauf. In Schweden kommt er in sehr großen Mengen vor.
#31. Grauer Ritterling.# Eßbar. *Agáricus (Tricholóma) portentósus Fr.*
Der anfangs gewölbte _Hut_ breitet sich später aus, bleibt aber meist gebuckelt und wird 6-12 cm breit. Der Rand ist eingezogen und unregelmäßig geschweift, bei trockenem Wetter oft spaltig zerrissen. Die _Farbe_ der Oberhaut ist hell- bis dunkel-aschgrau, mit feinen eingewachsenen schwarzen Linien, und verbleicht bei älteren Pilzen nach dem Rande zu ins schmutzig Gelbgraue. Die Oberhaut läßt sich leicht abziehen.
Das _Fleisch_ und die _Lamellen_ sind weiß oder weißlichgelb.
Der _Stiel_, voll und walzenförmig, ist fein gestreift, meist weißlichgelb und sitzt fast immer bis zum Hute in der Erde. Beim Zerbrechen zerteilt er sich, und die faserigen Stränge rollen sich nach außen zurück.