Führende Denker: Geschichtliche Einleitung in die Philosophie

Part 13

Chapter 132,997 wordsPublic domain

Sokrates hat als erster die Grundfrage nach den Zwecken unseres Daseins in den Mittelpunkt des Nachdenkens gestellt und dadurch der Philosophie ihren wahren Gegenstand bestimmt. In der Erkenntnis glaubte er die Lösung aller Schwierigkeiten zu besitzen. Noch hing er mit den Überlieferungen seines Volkes so eng zusammen, daß er überzeugt war, durch sein Denken die alte Sitte und Religion nicht umzustürzen, sondern erst in voller Reinheit zu erfassen. Platon, von der Wirklichkeit zurückgestoßen, in seinen Reformversuchen erfolglos, baute in großartiger Weise ein System menschlicher Ziele auf und stellte es in eine Welt, die selbst ganz und gar nach den Ideen der Vernunft gebaut ist. Die Wissenschaft der Neuzeit beweist im Gegensatz dazu, daß unsere Naturerkenntnis nicht nach Zwecken, sondern nach Ursachen fragen muß, wenn sie Erfolge erzielen will. Von neuem fordert der Umsturz einer lange herrschenden Denkweise zu einer Prüfung der Erkenntnisgrundlagen auf; Descartes findet in der Selbstgewißheit des Denkens den festen Punkt, von dem aus er den Zweifel überwindet. In ihm erreicht die Einsamkeit des Philosophen, seine Entfremdung von Staat, Volk und Gesellschaft einen Höhepunkt; denn schon sein Schüler Spinoza, durch das Schicksal ganz auf sich selbst gestellt, betont doch wieder die Fragen des menschlichen Zusammenlebens. Er findet in der Hingabe an eine ganz verstandesmäßig gedachte Gottnatur Befriedigung seiner religiösen Sehnsucht. Aber so groß der Eindruck seines Systems ist, der kritischen Vernunft hält es nicht stand. Wir haben an ihm die Unmöglichkeit einer Metaphysik und damit zugleich einer Ethik erkannt, die von einer Vorstellung des Weltzusammenhanges her den Wert unseres Lebens bestimmen wollte. Kant erst macht vollen Ernst damit, die Philosophie auf die Untersuchung der Voraussetzungen und der Tragweite unseres Erkennens zu begründen. Er findet, daß die Welt selbst unsere Aufgabe ist, daß wir sie als Ziel verstehen müssen, nicht aus ihr unsere Ziele ableiten dürfen. Zugleich macht er mit seiner Ethik des guten Willens der alten Einseitigkeit ein Ende, die glaubt, daß durch die richtige Erkenntnis schon das richtige Handeln gewonnen sei. So schafft er die Grundlagen, von denen aus wir nun von neuem versuchen müssen, Klarheit über die Ziele unseres Lebens zu erlangen. Als erster hat Fichte diese Aufgabe in ganz bestimmter Weise zu lösen begonnen. Von allgemeinen Forderungen ausgehend, kam er schrittweise zu der Erkenntnis, daß jedem Menschen nach seiner besonderen Stellung in seiner Zeit und in seinem Volke besondere Aufgaben erwachsen. Die Einheit mit seiner Umgebung, die in Sokrates trotz der beginnenden Entfremdung noch naiv vorhanden ist, wird hier als Vernunftziel gestellt. Dieser Gedanke ist für unsere Gegenwart besonders wichtig; wir sind getrennt und zerspalten in Stände und Parteien, jeder von uns ist auf ein kleines Lebens- und Arbeitsgebiet beschränkt und muß es sein, wenn er etwas leisten will. Die enge und innige Einheit, die eine als selbstverständliche Wahrheit hingenommene Überlieferung früheren Jahrhunderten gab, ist unwiderbringlich verloren. Und doch sollen wir ein echtes Volk, ein einheitlich fühlendes und handelndes Volk _werden_; denn wir sind weit entfernt es zu sein. Wir können das nur durch »Vernunftkunst«, um Fichtes Wort zu gebrauchen, durch wissenschaftlich begründete und dem Leben angepaßte Überzeugungen von dem, was wir sollen. Wir müssen dabei Fichtes Irrtum, die Mannigfaltigkeit des Lebens aus der Einheit der Vernunft abzuleiten, überwinden. Aber die Aufgabe, mit der er sein Leben lang kämpfte, die Vereinigung reinsten Wollens und Erkennens aus ursprünglichster Kraft mit Anerkennung des geschichtlich gewordenen Zusammenhangs ist auch die unsere.

Ich konnte Ihnen nur den ersten Anfang des Weges zeigen, den man hier gehen muß. Meine Absicht war, die Überzeugung von der Notwendigkeit der Philosophie als einer Wissenschaft von den Zielen unseres Lebens zu wecken und Ihnen die sicheren Grundsätze dieser Wissenschaft mitzuteilen.

Register.

(Die Philosophen, denen ein ganzer Vortrag gewidmet ist, sind nicht aufgenommen.)

Akademie 28

Anschauungsformen 89

Aristoteles 40. 46

Assoziationsgesetz 80. 82

Attribut 67

Aufgabe 85. 91. 93

Autonom 96

Bacon, Francis 78

Begriff 15. 30

Bruno, Giordano 43

Christentum 41 f. 109

Denken 50. 52

Eigentum 108

Empirist 79

Ethik 64. 69. 94 f.

Ewigkeit 37

Glauben 98

Goethe 46. 71

Gott 34. 51. 65 f. 92 f. 105 f.

Gottesliebe 70

Gute (Idee des) 33

Heteronom 96

Hume 80 f.

Ich 50. 104 f.

Idealismus 94

Idee (Platon) 30 f. (Kant) 93

Jesuiten 41. 43

Imperativ (kategorischer) 97

Kategorien 30

Kausal 34. 46

Kausalgesetz 80

Kepler 46

Kirche 62

Kopernikus 43

Leibniz 74

Liebe, platonische 35 f.

Locke 56. 79

Luther 98

Mathematik 31. 45 f. 64. 87 f.

Mechanistische Auffassung der Körperwelt 47. 53. 68. 75

Metaphysik 73. 85 f. 90 f.

Methode (sokratische) 15

Mittelalter 41 f.

Mystik 66. 70

Naturgesetz 85

Naturphilosophen (griechische) 8. 17

Naturwissenschaft 46 f. 89 f.

Neuzeit 42 f.

Newton 75

Nichtwissen (sokratisches) 12. 19

Pantheismus 65

Pestalozzi 103

Pflicht 96

Philosophie 5

Praktische Philosophie 94 f.

Primat der praktischen Vernunft 95

Protagoras 9. 17 f. 28. 80

Rationalist 78

Raum 87 f.

Realismus 94

Rein 87

Seele 36 f. 54 f.

Selbstgewißheit des Denkens 51 f.

Sensualist 79

Sinnesempfindung 28. 52

Sophisten 8 f.

Sozialismus 38. 108

Staat 36 f. 107 f.

Substanz 52. 66

Tapferkeit 12. 15 f.

Teleologisch 34. 46

Thales v. Milet 8

Tierseelen 55. 68

Unsterblichkeit 37

Vernunft 17

Vernunftkunst 110

Verstand 29

Wahrheit 9. 14. 16. 28 f.

Wahrnehmung 9. 29

Wille 95

Willensfreiheit 69. 97

Wissenschaftslehre 104

Wolff (Christian) 74 f.

Xenophon 13

Zeit 89 f.

Zweifel 49

Fußnoten

[1] Bei der Übersetzung habe ich zu Rate gezogen: Hermann Zimpel: Platons Apologie, Kriton, Phaidon. Breslau. Woywod 1888. Ich möchte diese durch ihre schlichte und lebendige Sprache zur Einführung sehr geeignete Übersetzung meinen Lesern dringend empfehlen.

[2] D. h.: der Gefängnisbehörde, einer Kommission von 11 Männern.

[3] Dem Gott der Heilkunst für seine Genesung -- denn so faßte Sokrates den Tod auf.

[4] In seinem Alterswerk, den Gesetzen, stellt er allerdings den Kommunismus als (für Menschen kaum erreichbares) Ideal hin.

[5] Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können. 1783.

Allgem. Geschichte der Philosophie

(Die Kultur der Gegenwart, hrsg. von Prof. _P. Hinneberg_. Teil I, Abt. V.) 2., verm. u. verb. Aufl. Geh. M. 14.--, geb. M. 18.--, in Halbfranz M. 24.--

»Man wird kaum ein Buch finden, das von gleich hohem Standpunkt aus, dabei in fesselnder Darstellung eine Geschichte der Philosophie von ihren Anfängen bis in die Gegenwart u. damit eine Geschichte des geistigen Lebens überhaupt gibt.«

(_Ztschr. f. latein. höh. Sch._)

Systematische Philosophie

(Kultur d. Geg., hrsg. v. Prof. _P. Hinneberg_. Teil I, VI.) 3. A. (U. d. Pr. 1920.)

»Die Hervorhebung des Wesentlichen, die Reife des Urteils, das Fernhalten alles Schulmäßigen und Pedantischen, die Klarheit u. Sorgfalt des sprachl. Ausdrucks -- dies alles drückt den einzelnen Abhandlungen den Stempel des Klassizismus auf.«

(_Jahrb. d. Philosophie._)

Einleitung in die Philosophie

Von Prof. ~Dr.~ _Hans Cornelius_. 2. Aufl. Geh. M. 8.--, geb. M. 10.--

»Die gegebenen Gesichtspunkte und Einleitungen führen tief in die Erkenntnistheorie und Psychologie. Leser, die einer tiefgründigen Untersuchung nicht aus dem Wege gehen, werden viel von ihm lernen.«

(_Leipziger Zeitung._)

Zur Einführung in die Philosophie der Gegenwart

Von Geh. Reg.-Rat Prof. ~Dr.~ _A. Riehl_. 5. Aufl. Geh. M. 4.50, geb. M. 6.40

»Von den üblichen Einleitungen in die Philosophie unterscheidet sich Riehls Buch nicht bloß durch die Form der freien Rede, sondern auch durch seine ganze methodische Auffassung und Anlage. Nichts von eigenem System, nichts von langatmigen, logischen, psycholog. oder gelehrten historischen Entwicklungen, sondern eine lebendig anregende u. doch nicht oberflächl., vielmehr in das Zentrum der Philosophie führende Betrachtungsweise.«

(_Monatschr. f. höh. Schulen._)

Wilhelm Diltheys gesammelte Schriften

In 6 Bdn. Jeder Bd. zum Preise von 8--12 M. geh. und 10--15 M. geb. Band II: Weltanschauung u. Analyse des Menschen seit Renaissance u. Reformation. Abhandl. z. Gesch. d. Philos. u. Relig. 2. Aufl. [U. d. Presse 1920.]

_Inhalt_: Auffassung und Analyse des Menschen im 15. und 16. Jahrhundert. -- Das natürlichste System der Geisteswissenschaften. -- Die Autonomie des Denkens. -- Giordano Bruno. -- Der entwicklungsgeschichtliche Pantheismus. -- Aus der Zeit der Spinozastudien Goethes. -- Die Funktion in der Anthropologie in der Kultur des 16. und 17. Jahrhunderts.

Band IV: Jugendgeschichte Hegels. [U. d. Presse 1920]

Naturphilosophie

Unt. Redaktion v. Geh. Reg.-Rat Prof. ~Dr.~ _C. Stumpf_. Bearb. von Prof. ~Dr.~ _E. Becher_. (Die Kultur der Gegenwart. Hrsg. von Prof. _P. Hinneberg_ Teil III, Abt. VII, 1.) Geh. M. 14.--, gebunden M. 18.--, in Halbfr. M. 24.--

_Inhalt_: Einleitung. Aufgabe der Naturphil. Naturerkenntnistheorie. Gesamtbild d. Natur.

Philosophisches Wörterbuch

Von ~Dr.~ _P. Thormeyer_. 2. verbesserte u. vermehrte Auflage. (Teubners kleine Fachwörterbücher Band 4.) Geb. M. 5.--

Sachliche, sprachliche und geschichtliche Erklärung aller wichtigen philosophischen Fachausdrücke nebst deren häufigeren Verbindungen und Zusammensetzungen sowie Darstellung der Hauptlehren der bedeutenderen Philosophen.

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=Das Grundproblem Kants.= Eine kritische Untersuchung und Einführung in die Kant-Philosophie. V. Prof. Dr. _A. Brunswig_. Geh. M. 3.60, geb. M. 6.80.

=Hegel und der nationale Machtstaatsgedanke.= Von Dr. _H. Heller_. [Unter der Presse 1920.]

=Persönlichkeit und Weltanschauung.= Psych. Untersuch. z. Religion, Kunst u. Philos. Von Dr. _R. Müller-Freienfels_. M. Abb. i. T. u. a. 5 Taf. M. 6.--, geb. M. 9.--

=Himmelsbild und Weltanschauung im Wandel der Zeiten.= Von Prof. _Troels-Lund_. Aut. Übersetzung von _L. Bloch_. 4. Aufl. Geb. M. 7.50

=Humor als Lebensgefühl.= (Der große Humor.) Von Prof. Dr. _H. Höffding_. Eine psycholog. Studie. A. d. Dänischen v. _H. Goebel_. Geh. M. 3.80, geb. M. 5.40

=Aus der Mappe eines Glücklichen.= Von Wirkl. Geh. Oberreg.-Rat Ministerialdirektor Dr. _R. Jahnke_. 5. Aufl. Kart. M. 5.--

=Gott, Gemüt und Welt.= Goethes Aussprüche über Religion und religiös-kirchliche Fragen. Von _Theodor Vogel_. 4. Aufl. Geb. M. 5.--

=Das Erlebnis und die Dichtung.= Lessing. Goethe. Novalis. Hölderlin. Von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. _W. Dilthey_. 6. Aufl. Mit 1 Titelbild. Geh. M. 9.--, geb. M. 12.--

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AUS WEIMARS VERMÄCHTNIS

»_Nichts vom Vergänglichen, wie's auch geschah! Uns zu verewigen sind wir ja da._«

Im Sinne dieses Goetheschen Spruches soll in dieser Reihe zwanglos erscheinender Schriften versucht werden, das ewig Lebendige der größten Zeit deutschen Geisteslebens für Gegenwart und Zukunft fruchtbar zu machen. -- Zunächst erschienen:

=Schiller, Goethe und das deutsche Menschheitsideal.= Von Prof. Dr. _K. Bornhausen_ (Bd. 1.) Kart. M. 5.--

Will den Sinn wecken für den bleibenden Wert des Lebens der befreundeten Dichter in enger Arbeitsgemeinschaft, das in seiner Bedeutung für ihr Volk und die Menschheit auch für sie größer war als sie selbst. Die ihrer Poesie innewohnende Kraft, den Teil des Ganzen zu vergegenwärtigen, der in ihnen und uns Ewigkeit hat, gilt es fruchtbar zu machen für die Selbstbesinnung unserer Zeit.

=Lebensfragen in unserer klassischen Dichtung.= Von Gymnasialdir. Prof. _H. Schurig_. (Bd. 2.) Kart. M. 7.50

In dem Büchlein soll eine Brücke geschlagen werden zwischen den Lebenden und der Dichtung, gezeigt werden, wie die Dichtung unserer großen Klassiker, die das Leben selbst ist, gefaßt in Reinheit und gehalten im Zauber der Sprache, auch heute noch wahren Lebens Quell sein kann.

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Hauptprobleme der Ethik

Neun Vorträge von Prof. ~Dr.~ _P. Hensel_. 2. Aufl. Kart. M. 3.60

»Das Buch _Hensels_ ist die beste Einführung in die Hauptprobleme der Ethik, des sittlichen Denkens und der sittlichen Welt. Ich wüßte kein Buch, wo so knapp und scharf die grundlegenden Probleme in ihren Tiefen erfaßt und gestaltet sind, wo die großen Gesichtspunkte in dieser überragenden und umfassenden Weite, so daß Inhalte und Werte des sittlichen Geistes dem Leben und der Welt des Geistes an sich eingeordnet werden, gesehen und durchgeführt werden.«

(_Theol. Jahresbericht._)

Geist der Erziehung

Pädagogik auf philosophischer Grundlage. Von Prof. ~Dr.~ _J. Cohn_. Geheftet M. 10.--, gebunden M. 13.--

Eine philosophische Begründung der Pädagogik, die zeigt, wie Erziehung und erziehende Gemeinschaften zusammenwirken können und müssen, um unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Kulturlage und der Eigentümlichkeiten des deutschen Volkes den Zögling zum autonomen Glied der deutschen Kulturgemeinschaft heranzubilden.

Individuum und Gemeinschaft

Grundfragen der sozialen Theorie und Ethik. Von Prof. ~Dr.~ _Th. Litt_. Geh. M. 7.--, geb. M. 9.--

Von den Erfahrungen und Bedürfnissen des praktischen Lebens ausgehend, sucht der Verfasser das überreiche soziologische Erfahrungsmaterial der Gegenwart, insbesondere der jüngsten gesamteuropäischen Krisis, mit Hilfe der Erkenntnismittel, die die fortschreitende Entwicklung des sozial- und kulturphilosophischen Denkens geschaffen hat, zu ordnen und zu deuten und für die soziale Selbsterfassung und Selbstleitung nutzbar zu machen.

Hauptfragen der modernen Kultur

Von ~Dr.~ _Emil Hammacher_. Geh. M. 10.--, geb. M. 12.--

»Man muß das inhaltreiche und fesselnde Buch selbst lesen, um sich von der Fülle von Anregungen, die es vermittelt, ein Bild zu machen. Neben den Arbeiten von Jonas Cohn, Adolf Dyroff, Karl Joel, Max Scheler, Georg Mehlis u. a. wird es als Zeuge eines hohen Idealismus seinen selbständigen Platz behaupten.«

(_Deutsche Revue._)

Geschichtsphilosophie

Von Prof. ~Dr.~ _O. Braun_. In einem Bande mit: Grundzüge der histor. Methode. Von Geh. Reg.-Rat Prof. ~Dr.~ _A. Meister_. 2. Aufl. Geh. M. 1.50, geb. M. 2.40

Der erste Teil gibt eine ausführliche Geschichte der Disziplin vom Altertum bis zur Gegenwart, der zweite Teil behandelt die bedeutendsten Probleme und Lösungen der Gegenwart. Überall entwirft der Verfasser von den wichtigeren Erscheinungen knappe Bilder unter Verknüpfung der Persönlichkeiten mit den allgemeinen Kulturströmungen.

Philosophische Propädeutik

im Anschluß an Probleme der Einzelwissenschaften. Hrsg. von Geh. Reg.-Rat u. Oberreg.-Rat ~Dr.~ _G. Lambeck_. Geh. M. 5.60, geb. M. 8.--

Zeigt, wie jede Einzelwissenschaft -- Naturwissenschaften, Mathematik, Geisteswissenschaften -- bestrebt ist, die philosophischen Voraussetzungen, auf denen sie beruht und die philosophischen Probleme, die ihr Gebiet einschließen, zu ergründen und zu lösen und so an ihrem Teile dazu beiträgt, der Philosophie kritisches Material für die Schaffung eines einheitlichen Weltbildes zu liefern, nach dem jeder denkende Mensch verlangt.

Psychologisches Wörterbuch

Von ~Dr.~ _F. Giese_. (Teubners kl. Fachwörterbücher.) Geb. ca. M. 6.--

Auf sämtl. Preise Teuerungszuschläge d. Verlags (ab April 1920 100%, Abänderung vorbeh.) und teilweise der Buchhandlungen

Teubners kleine Fachwörterbücher

bringen _sachliche und worterläuternde Erklärungen aller wichtigeren Gegenstände und Fachausdrücke_ der einzelnen Gebiete der Natur- und Geisteswissenschaften. Sie wenden sich an _weiteste Kreise_ und wollen vor allem auch dem Nichtfachmann eine _verständnisvolle, befriedigende Lektüre wissenschaftlicher Werke und Zeitschriften_ ermöglichen und den Zugang zu diesen erleichtern. Dieser Zweck hat Auswahl und Fassung der einzelnen Erklärungen bestimmt: _Berücksichtigung alles Wesentlichen, allgemeinverständliche Fassung der Erläuterungen, ausreichende sprachliche Erklärung der Fachausdrücke_, wie sie namentlich die immer mehr zurücktretende humanistische Vorbildung erforderlich macht.

Mit größeren rein wissenschaftlichen Nachschlagewerken können die kleinen Fachwörterbücher namentlich hinsichtlich der Vollständigkeit natürlich nicht in Wettbewerb treten, sie verfolgen ja aber auch ganz andere Zwecke, durch die Preis und Umfang bedingt waren. Den allgemeinen Konversationslexika gegenüber bieten sie bei den sich ohnehin mehr und mehr spezialisierenden auch außerfachlichen Interessen des Einzelnen Vorteile insofern, als die Bearbeitung _den besonderen Bedürfnissen des einzelnen Fachgebietes besser angepaßt_ und leichter auf dem neuesten Stand des Wissens gehalten werden kann, als insbesondere auch die _Neu- und Nachbeschaffung_ der einzelnen abgeschlossene Gebiete behandelnden Bände bedeutend leichter ist als die einer Gesamt-Enzyklopädie, deren erster Band gewöhnlich schon wieder veraltet ist, wenn der letzte erscheint.

Preis gebunden M. 5.-- bis M. 7.20

Hierzu Teuerungszuschläge des Verlags: September 1920 100%, Abänderung vorbehalten.

* sind erschienen bzw. werden demnächst erscheinen; die anderen Bände sind in Vorbereitung.

*=Philosophisches Wörterbuch.= 2. Aufl. Von ~Dr.~ _P. Thormeyer_.

*=Psychologisches Wörterbuch= von ~Dr.~ _Fritz Giese_.

=Literaturgeschichtliches Wörterbuch= von ~Dr.~ _H. Röhl_.

=Kunstgeschichtliches Wörterbuch= von ~Dr.~ _E. Cohn-Wiener_.

=Musikalisches Wörterbuch= von Privatdozent ~Dr.~ _J. H. Moser_.

=Wörterbuch des klassischen Altertums= von ~Dr.~ _B. A. Müller_.

*=Physikalisches Wörterbuch= von Prof. ~Dr.~ _G. Berndt_.

=Chemisches Wörterbuch= von Privatdozent ~Dr.~ _H. Remy_.

=Astronomisches Wörterbuch= von Observator ~Dr.~ _H. Naumann_.

*=Geologisch-mineralogisches Wörterbuch= von ~Dr.~ _C. W. Schmidt_.

*=Geographisches Wörterbuch= von Prof. ~Dr.~ _O. Kende_.

*=Zoologisches Wörterbuch= von ~Dr.~ _Th. Knottnerus-Meyer_.

*=Botanisches Wörterbuch= von ~Dr.~ _O. Gerke_.

*=Wörterbuch der Warenkunde= von Prof. ~Dr.~ _M. Pietsch_.

*=Handelswörterbuch= von ~Dr.~ _V. Sittel_ u. Justizrat ~Dr.~ _M. Strauß_.

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Die Großmächte und die Weltkrise

Von Prof. ~Dr.~ _R. Kjellén_. Geh. ca. M. 8.--, geb. ca. M. 10.--

In dem die Fortführung seiner in 19 Auflagen verbreiteten »Großmächte der Gegenwart« bildenden Werk beleuchtet der Verfasser im ersten Teil das System der Großmächte vor dem Weltkriege, sie als die gewaltigsten Lebenserscheinungen auf der Erde betrachtend, mit leidenschaftlicher Teilnahme und gespannter Aufmerksamkeit, zugleich aber mit dem scharfen kühlen Blick, der hinter der Einzelerscheinung die Gesetzmäßigkeit sucht. Mit kühnem raschen Griff aus der Fülle die wesentlichen Züge auswählend, schafft Kjellén so ungewöhnlich anschauliche Lebensbilder der acht Großmächte. Der zweite Teil will ein Wegweiser durch die Machtprobleme des Weltkrieges sein und bringt eine Kennzeichnung des Staatensystems, wie es aus dem Kriege hervorgegangen ist. Den Abschluß bildet eine Betrachtung über das Wesen der Großmacht überhaupt.

Das Gymnasium und die neue Zeit

Fürsprachen und Forderungen für seine Erhaltung und seine Zukunft. Geh. M. 4.50, geb. M. 6.--

Das Buch stellt in längeren Darlegungen und kürzeren Äußerungen berufener Fürsprecher aus allen Kreisen und Arbeitsgebieten, vor allem auch von Männern des praktischen Lebens, zusammen, was sich über Bedeutung der humanistischen Bildung und des Gymnasiums für die künftige Gestaltung unseres Volkslebens sagen läßt.

Zur Einführung in die Philosophie der Gegenwart

Von Geh. Rat Prof. ~Dr.~ _A. Riehl_. 5. Aufl. Geh. M. 4.50, geb. M. 6.40

»... So steigt ein Stück geistiger Menschheitsgeschichte in seinen wesentlichen Umrissen mit herauf, und indem wir uns um die Sache bemühen, lernen wir große Menschen kennen, die für uns gelebt haben und uns einladen, mit ihnen zu leben.«

(Tägl. Rundschau.)

Persönlichkeit und Weltanschauung

Psychol. Untersuch. zu Religion, Kunst u. Philosophie. Von ~Dr.~ _R. Müller-Freienfels_. Mit Abb. im Text u. auf 5 Taf. Geh. M. 6.--, geb. M. 9.--

Aus Weimars Vermächtnis

»Nichts vom Vergänglichen, wie's auch geschah! Uns zu verewigen sind wir ja da.« Im Sinne dieses Goetheschen Spruches soll in dieser Reihe zwanglos erscheinender Schriften versucht werden, das ewig Lebendige der größten Zeit deutschen Geisteslebens für Gegenwart und Zukunft fruchtbar zu machen. -- Zunächst erschienen:

=Schiller, Goethe und das deutsche Menschheitsideal.= Von Prof. _K. Bornhausen_. (Bd. 1.) Kart. M. 5.--

=Lebensfragen in unserer klassischen Dichtung.= Von Gymnasialdirektor Prof. _H. Schurig_. (Bd. 2.)

Das Erlebnis und die Dichtung

Lessing. Goethe. Novalis. Hölderlin. Von Geh. Reg.-Rat Prof. ~Dr.~ _W. Dilthey_. 6. Aufl. Mit 1 Titelbild. Geheftet M. 9.--, geb. M. 12.--

»Aus den tiefsten Blicken in die Psyche der Dichter, dem klaren Verständnis für die historischen Bestimmungen, in denen sie leben und schaffen mußten, kommt Dilthey zu einer Würdigung poetischen Schaffens, die eine selbständigfreie Stellung einnimmt.«

(Die Hilfe.)

Kapitalismus und Sozialismus

Betrachtungen über die Grundlagen der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung sowie die Voraussetzungen und Folgen des Sozialismus. Von Geh. Regierungsrat Prof. ~Dr.~ _L. Pohle_. 2. Aufl. Geh. M. 6.--, geb. M. 7.--

Auf sämtliche Preise Teuerungszuschläge des Verlags: Sept. 1920 100%, Abänd. vorbeh.

Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Der Buchkatalog _Aus Natur und Geisteswelt_ ist als eigenes Projekt im Project Gutenberg unter Nummer 53614 verfügbar und wurde hier entfernt.

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.

Korrekturen:

S. 8: Debattern → Debattierern zu wirksamen Rednern und schlagfertigen {Debattierern} ausbilden

S. 63: bei → zu warum {zu} Spinozas Lebzeiten