Fräulein Julie: Naturalistisches Trauerspiel

Chapter 5

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_Julie_ (nähert sich dem Hackblock, gleichsam gegen ihren Willen hingezogen). Nein, ich will noch nicht gehen; ich kann nicht -- ich muß sehen -- still! draußen fährt ein Wagen. (Sie lauscht, während sie die Augen starr auf den Hackblock und das Messer geheftet hält.) Glaubst du, ich kann kein Blut sehen? Glaubst du, ich bin so schwach -- o -- ich möchte dein Blut sehen und dein Hirn auf dem Holzblock. Ich möchte dein ganzes Geschlecht in einem See, wie der da, schwimmen sehen. Ich glaube, ich könnte aus deiner Hirnschale trinken, ich könnte meine Füße in deinem Brustkorb baden und dein Herz gebraten essen! Du glaubst, ich bin schwach; du glaubst, ich liebe dich; du glaubst, ich will deine Brut unter meinem Herzen tragen und mit meinem Blute nähren -- dein Kind gebären und deinen Namen annehmen! Höre du, wie heißest du? Ich habe niemals deinen Zunamen gehört -- du hast wohl gar keinen, glaube ich. Ich wollte Frau »Hofwächter«, oder »Madame Kehrichtfeger« werden -- du Hund, der mein Halsband, du Knecht, der mein Wappen auf den Knöpfen trägt -- ich sollte mit meiner Köchin teilen, mit meiner Dienstmagd rivalisieren. O! o! o! Du glaubst, ich sei feig und wollte flüchten! Nein, nun bleibe ich -- und dann möge das Unwetter heraufziehen! Mein Vater kommt heim -- er findet seinen Sekretär erbrochen, sein Geld gestohlen! Dann klingelt er -- mit der Glocke -- zweimal nach dem Bedienten -- und dann schickt er nach dem Schulzen -- und dann werde ich alles erzählen. Alles! O es ist schön, ein Ende damit zu machen -- wenn es nur ein Ende nehmen wollte! -- Und dann bekommt er den Schlagfluß und stirbt. -- -- Und dann hat die ganze Geschichte ein Ende -- und es tritt Frieden und Ruhe ein! -- Ewige Ruhe! -- -- Und dann wird das Wappen über dem Sarge zerbrochen -- das Grafengeschlecht ist ausgestorben -- und der Dienersprößling wächst in einem Waisenhaus heran -- gewinnt seine Lorbeeren im Rinnstein und endet in einem Gefängnis!

_Christine_ (zum Kirchgang gekleidet, das Gesangbuch in der Hand, kommt von rechts).

_Julie_ (eilt auf sie zu und fällt ihr in die Arme, als wollte sie Schutz bei ihr suchen). Hilf mir Christine! Hilf mir gegen diesen Mann!

_Christine_ (unbeweglich und kalt). Was ist denn das nun für Spektakel am Feiertagsmorgen. (Sie sieht nach dem Hackblock.) Und was für Schmutzerei Sie hier gemacht haben! -- Was soll das alles bedeuten? Und wie Sie schreien und skandalieren!

_Julie._ Christine! Du bist ein Weib und meine Freundin! Hüte dich vor diesem Schuft!

_Jean_ (ein wenig scheu und verlegen). Wenn die Damen räsonnieren, gehe ich hinaus und rasiere mich. (Er schleicht sich nach rechts hinweg.)

_Julie._ Du wirst mich verstehen; und du sollst mich anhören!

_Christine._ Nein, ich verstehe mich wirklich nicht auf solche Wippchen! Wo wollen Sie denn in Ihrem Reiseanzug hin? -- Und er hat auch den Hut auf? -- Was? Was?

_Julie._ Höre mich an, Christine; höre mich an, dann werde ich dir alles erzählen.

_Christine._ Ich will nichts wissen!

_Julie._ Du mußt mich hören!

_Christine._ Was denn? Von den Dummheiten mit Jean! Ja, sehen Sie, darum kümmere ich mich absolut nicht, denn da mische ich mich nicht hinein. Aber denken Sie ihn zum Durchbrennen zu verlocken, dann werden wir Ihnen schon den Weg versperren!

_Julie_ (äußerst erregt). Versuche ruhig zu sein, Christine! und höre mich an! Ich kann nicht hier bleiben, und Jean kann nicht hier bleiben -- wir müssen also reisen!

_Christine._ Hm, hm! --

_Julie_ (mit plötzlichem Einfall). Aber siehst du, nun bekomme ich eine Idee -- wenn wir alle drei reisten -- ins Ausland -- nach der Schweiz und zusammen ein Hotel errichteten. Ich habe Geld, (sie zeigt es) siehst du -- und Jean und ich werden dem Ganzen vorstehen -- und du, hatte ich mir gedacht, übernimmst die Küche. Ist das nicht nett! Sage nun ja und komm mit uns, dann ist alles arrangiert. Sage doch ja! (Sie umarmt Christine und klopft sie zärtlich.)

_Christine_ (kalt und nachdenklich). Hm! Hm!

_Julie_ (schneller). Du bist niemals draußen gewesen und gereist, Christine -- du sollst hinaus und dich in der Welt umsehen. Du kannst gar nicht glauben, wie unterhaltend es ist, auf der Eisenbahn zu fahren -- unaufhörlich neue Menschen -- neue Länder -- und dann kommen wir nach Hamburg und besehen uns auf der Durchfahrt den zoologischen Garten -- was hältst du davon? Und dann gehen wir ins Theater und hören die Oper -- und wenn wir nach München kommen, da haben wir die Museen, und da sind Rubens und Raphaels -- Bilder von den beiden großen Malern, weißt du. Du hast ja von München, wo der König Ludwig wohnte, reden gehört -- der König, weißt du, welcher wahnsinnig wurde -- und dann werden wir seine Schlösser besehen -- er hat Schlösser, die ganz wie in den Märchen eingerichtet sind -- und von da ist es nicht mehr weit bis zur Schweiz -- mit den Alpen, du -- denke die Alpen mit Schnee darauf mitten im Sommer -- und dort wachsen Apfelsinen und Lorbeerbäume, die das ganze Jahr grün sind --

_Jean_ (erscheint von rechts, sein Rasiermesser auf einem Riemen streichend, den er mit den Zähnen und der linken Hand festhält; er lauscht vergnügt dem Gespräch und nickt hie und da Beifall).

_Julie_ (äußerst schnell). Und dann übernehmen wir ein Hotel -- und ich sitze an der Kasse, während Jean steht und die Gäste empfängt -- ausgeht und handelt -- Briefe schreibt -- Das wird ein Leben, kannst du mir glauben -- dann pfeift der Zug, dann kommt der Omnibus, dann klingelt es im Hause, dann klingelt es in der Restauration -- und dann schreibe ich die Rechnungen aus -- und ich werde sie pfeffern. -- Du kannst dir gar nicht denken, wie schüchtern die Reisenden sind, wenn sie ihre Rechnung bezahlen sollen! Und du -- du sitzest als Herrin in der Küche. Du sollst natürlich nicht selbst am Herd stehen -- und du darfst fein und hübsch gekleidet gehen, wenn du dich vor Leuten zeigen sollst -- und du mit deinem Aussehen -- ja, ich schmeichle dir nicht -- du kannst dir schon eines schönen Tags einen Mann ergattern! einen reichen Engländer, siehst du -- die Leute sind so leicht (sie fängt an langsamer zu sprechen) zu fangen -- -- und dann werden wir reich -- und bauen uns eine Villa am Comersee -- freilich regnet es dort bisweilen -- aber (mit immer schlafferem Ton) die Sonne wird wohl auch manchmal scheinen -- wenn es auch trüb aussieht -- und -- dann -- dann können wir ja auch wieder heimreisen -- und zurückkommen (Pause) -- hierher -- oder irgendwo anders hin -- --

_Christine._ Hören Sie, Fräulein! Glauben Sie selbst daran?

_Julie_ (vernichtet). Ob ich selbst daran glaube?

_Christine._ Ja!

_Julie_ (müde). Ich weiß nicht; ich glaube überhaupt an nichts mehr. (Sie sinkt auf die Bank nieder und legt den Kopf zwischen die Arme auf den Tisch.) An nichts! An gar nichts!

_Christine_ (wendet sich nach links, wo Jean steht). So, du dachtest also daran, durchzubrennen!

_Jean_ (beschämt, legt das Rasiermesser auf den Tisch). Durchbrennen? Das ist nun zu viel gesagt! Du hörtest ja das Projekt des Fräuleins, und obgleich sie nun nach der durchwachten Nacht müde ist, kann das Projekt wohl ausgeführt werden!

_Christine._ Hör' 'n mal! War es deine Meinung, daß ich bei der da Köchin werden sollte --

_Jean_ (scharf). Sei so gut und bediene dich einer feineren Ausdrucksweise, wenn du von deiner Herrin sprichst! Verstehst du!

_Christine._ Herrin?

_Jean._ Ja!

_Christine._ Nein, hört doch! hört doch einmal den!

_Jean._ Ja, hör' du! das kann dir sehr dienlich sein, und schwatze etwas weniger! Fräulein Julie ist deine Herrin und wegen derselben Sache, deretwegen du sie jetzt verachtest, dürftest du dich selbst verachten.

_Christine._ Ich habe immer so viel Achtung für mich selbst gehabt --

_Jean._ Daß du andere verachten kannst?

_Christine._ Daß ich mich niemals unter meinem Stand fortgeworfen habe. Komm doch und sage, die gräfliche Köchin habe etwas mit dem Viehknecht, oder dem Schweinehirten zu thun gehabt! Komm und sage das!

_Jean._ Ja, du hast mit einem feinen Kerl zu thun gehabt, das ist ein Glück für dich!

_Christine._ Ja, ein feiner Kerl, der dem Grafen den Hafer aus dem Stall verkauft --

_Jean._ Davon willst du reden, die Prozente beim Gewürzkrämer bekommt und sich vom Schlächter bestechen läßt!

_Christine._ Wie?

_Jean._ Und du kannst nicht mehr Respekt vor deiner Herrschaft haben! Du, du, du!

_Christine._ Komm jetzt mit zur Kirche! Nach deinen Thaten kann dir eine gute Predigt sehr dienlich sein!

_Jean._ Nein, ich gehe heute nicht in die Kirche; du kannst allein gehen und deine Sünden beichten.

_Christine._ Ja, das werde ich auch, und ich werde mit Vergebung heimkehren, auch gleich noch für dich! Der Erlöser hat gelitten und ist am Kreuz gestorben für alle unsere Sünden, und wenn wir ihm mit Glauben und bußfertigem Sinn entgegentreten, dann nimmt er all' unsere Schuld auf sich.

_Julie._ Glaubst du das, Christine?

_Christine._ Das ist mein lebendiger Glaube, so wahr ich hier stehe, und das ist mein Kinderglaube, den ich mir von Jugend auf bewahrt habe, Fräulein Julie. Und wo die Sünde überfließt, fließt auch die Gnade über!

_Julie._ Ach, wenn ich deinen Glauben hätte! Ach wenn --

_Christine._ Ja, sehen Sie, den kann man nicht bekommen --

_Julie._ Wer bekommt ihn denn?

_Christine._ Das ist das große Geheimnis der Gnadenthat, sehen Sie, Fräulein, und Gott hat kein Ansehen der Person, sondern die Ersten sollen die Letzten sein.

_Julie._ Ja, dann hat er ja ein Ansehen der Person bei den Letzten --

_Christine_ (fährt fort). Und es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Himmelreich komme! Sehen Sie, so ist es, Fräulein Julie! Nun gehe ich indessen -- allein, und im Vorbeigehen werde ich dem Stallknecht sagen, daß er keine Pferde herausgiebt, im Falle jemand reisen wollte, bevor der Graf nach Hause kommt! Adieu! (Ab durch die Glasthür.)

_Jean._ So ein Teufel! Und all' das um eines Zeisigs willen!

_Julie_ (schlaff). Lassen Sie den Zeisig beiseite! Sehen Sie einen Ausweg hieraus, ein Ende für dieses?

_Jean_ (grübelt). Nein!

_Julie._ Was würden Sie an meiner Stelle thun?

_Jean._ An Ihrer? Warten Sie ein wenig? Als hochgeboren, als Weib -- als Gefallene? -- Ich weiß nicht-- ja! nun weiß ich!

_Julie_ (nimmt das Rasiermesser und macht eine Bewegung). So?

_Jean._ Ja! Aber ich würde es nicht thun -- beachten Sie das wohl! denn das ist der Unterschied zwischen uns.

_Julie._ Weil Sie ein Mann sind und ich ein Weib? Was ist dabei für ein Unterschied?

_Jean._ Derselbe Unterschied -- wie -- zwischen Mann und Weib!

_Julie_ (mit dem Messer in der Hand). Ich will es, aber ich kann es nicht! Mein Vater konnte es auch nicht, damals, als er es hätte thun sollen.

_Jean._ Nein, er hätte es nicht thun sollen! Er mußte sich erst rächen!

_Julie._ Und nun rächt sich meine Mutter wieder durch mich!

_Jean._ Haben Sie Ihren Vater nicht geliebt, Fräulein Julie?

_Julie._ Ja, grenzenlos, aber ich habe ihn sicher auch gehaßt! Ich muß es gethan haben, ohne es selbst zu bemerken. Aber er hat mich selbst zur Verachtung meines eigenen Geschlechtes herangezogen, zum Halbweib und Halbmann. Wer hat die Schuld an dem, was geschehen ist? Mein Vater, meine Mutter, ich selbst! Ich selbst? Ich habe ja kein Selbst! Ich habe nicht einen Gedanken, den ich nicht von meinem Vater, nicht eine Leidenschaft, die ich nicht von meiner Mutter bekommen hätte, und das Letzte -- daß alle Menschen gleich seien -- bekam ich von meinem Verlobten, den ich darum einen Schuft nenne! Wie kann es aber mein eignes Vergehen sein? Die Schuld auf Jesus schieben, wie es Christine macht -- nein, dazu bin ich zu stolz und zu klug -- dank den Lehren meines Vaters. Und daß ein Reicher nicht ins Himmelreich kommen könne, das ist Lüge, und Christine, die Geld auf der Sparkasse hat, kommt zum Mindesten nicht hinein! Wer hat die Schuld an dem Vergehen? Was geht es uns an, wer sie hat! Bin ich es doch, der die Schuld und die Folgen tragen muß.

_Jean._ Ja aber --

(Es klingelt laut zweimal hintereinander.)

_Julie_ (fährt auf).

_Jean_ (wechselt rasch links den Rock). Der Graf ist zu Hause! Denken Sie, wenn Christine -- (Er geht nach hinten ans Sprachrohr, klopft an und lauscht.)

_Julie._ Nun ist er schon am Sekretär gewesen?

_Jean._ Es ist Jean, Herr Graf! (Er lauscht; man hört nicht, was der Graf spricht.) Ja, Herr Graf. (Er lauscht.) Ja, Herr Graf! Sogleich. (Er lauscht.) Sehr wohl, Herr Graf! (Er lauscht.) Ja! In einer halben Stunde.

_Julie_ (äußerst ängstlich). Was sagte er? Herr Jesus, was sagte er?

_Jean._ Er verlangte seine Stiefel und seinen Kaffee in einer halben Stunde.

_Julie._ Also in einer halben Stunde! O ich bin so müde; ich vermag nichts, ich vermag nicht zu bereuen, nicht zu fliehen, nicht zu bleiben, nicht zu leben, nicht zu sterben! Helfen Sie mir nun! Befehlen Sie mir, und ich werde gehorchen, wie ein Hund! Leisten Sie mir den letzten Dienst, retten Sie meine Ehre, retten Sie meinen Namen! Sie wissen, was ich wollen _sollte_, aber nicht will. Wollen Sie es und befehlen Sie mir, es zu vollbringen!

_Jean._ Ich weiß nicht -- aber nun kann ich auch nicht -- ich begreife es selbst nicht. Es ist gerade, als wenn der Rock hier bewirkte, daß ich Ihnen nichts befehlen kann -- und nun, seitdem der Graf zu mir gesprochen hat -- ich kann es nicht recht erklären -- aber -- ah, es ist der Lakai, der mir im Rücken sitzt! Ich glaube, wenn der Graf jetzt käme und mir befehlen würde, ich sollte mir den Hals abschneiden, so würde ich es auf der Stelle thun.

_Julie._ Thun Sie also, als wären Sie er, und ich Sie! Sie konnten sich ja vor kurzem so gut verstellen, als Sie vor mir auf den Knieen lagen -- da waren Sie ein Ritter -- oder sind Sie niemals im Theater gewesen und haben den Magnetiseur gesehn?

_Jean_ (macht eine bejahende Gebärde).

_Julie._ Er sagt zu dem Medium: nimm den Besen; es nimmt ihn; er sagt: fege; und es fegt --

_Jean._ Dann müßte der andere ja schlafen.

_Julie_ (exaltiert). Ich schlafe bereits -- der ganze Raum steht mir wie voller Rauch vor Augen -- und Sie sehen wie ein eiserner Ofen aus -- der einem schwarzgekleideten Mann mit Cylinder gleicht -- und Ihre Augen leuchten wie Kohlen, wenn das Feuer ausgeht -- und Ihr Gesicht ist ein weißer Fleck wie Flugasche.

Das Sonnenlicht hat nun den Boden erreicht und strömt über Jean hin.

_Julie._ Es ist so warm und schön -- (sie reibt sich die Hände, als wenn sie sie an einem Feuer wärmte) und dann so hell -- und so still!

_Jean_ (nimmt das Rasiermesser und giebt es ihr in die Hand). Da ist der Besen! Geh nun, da es hell ist, hinaus in die Scheune -- und -- (er flüstert ihr etwas ins Ohr).

_Julie_ (wach). Danke! Nun gehe ich zur Ruhe! Aber sagen Sie mir jetzt noch, daß auch die Ersten der Gnade teilhaftig werden können. Sagen Sie es, wenn Sie es auch nicht glauben.

_Jean._ Die Ersten? Nein, das kann ich nicht! Aber warten Sie, Fräulein Julie -- nun weiß ich! Sie gehören ja nicht mehr zu den Ersten -- denn Sie sind unter den Letzten!

_Julie._ Das ist wahr! -- Ich bin unter den Allerletzten; ich bin die Letzte! O -- Aber nun kann ich nicht gehen -- Sagen Sie noch einmal, daß ich gehen soll!

_Jean._ Nein, jetzt kann ich es auch nicht mehr! Ich kann nicht!

_Julie._ Und die Ersten sollen die Letzten sein!

_Jean._ Denken Sie nicht! Denken Sie nicht! Sie rauben auch mir alle Kraft, sodaß ich feig werde! Was! Ich glaube, die Glocke bewegte sich! Nein! -- Sollen wir Papier hineinstecken! -- So bang vor dem Ton einer Glocke zu sein! -- Ja, aber das ist nicht nur eine Glocke -- es sitzt jemand dahinter -- eine Hand setzt sie in Bewegung -- und etwas anderes setzt die Hand in Bewegung -- aber halten Sie sich nur die Ohren zu! Ja, dann klingelt es noch schlimmer! klingelt, bis man Antwort giebt -- und dann ist es zu spät! und dann kommt der Schulze -- und dann --

(Es wird zweimal stark geläutet.)

_Jean_ (fährt zusammen; dann richtet er sich auf). Es ist entsetzlich! Aber es giebt keinen andern Ausweg! -- -- -- Gehen Sie! --

_Julie_ (geht festen Schrittes zur Thüre hinaus).

_Ende._

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Druckfehler und Unegelmässigkeiten

abstrakt, das heißt unselbständig sind _Originaltext hat »unselbst-/ständig« am Linienende_ Et vouz voulez parlez français! _Text (Antiqua) ungeändert_ Ja, ja, bei einem Einzelne _Originaltext hat »einen«_