Flora von Deutschland Ein Hilfsbuch zum Bestimmen der zwischen den deutschen Meeren und den Alpen wildwachsenden und angebauten Pflanzen

Part 43

Chapter 433,162 wordsPublic domain

2 Unterarten: a) _rufídula_ Aschrs., Blätt. oft bräunlich grün, auch später behaart und beschuppt; Fiedern jederseits mit 5-8 eif. abgerundeten Zipfeln, die besonders am vorderen Rande deutlich gekerbt sind; im Mittelgebirge, nicht sehr verbreitet; b) _alpína_ Gray (_W. hyperbórea_ R. Br.); Blätt. gelbgrün, weniger behaart, später oft kahl; Fiedern jederseits mit 1-4 (meist 1-2) ganzrand., am Grunde keilf. Zipfeln; Riesengebirge, am Basalt der kleinen Schneegrube) und im Gesenke (großer Kessel).

6. _Blechnum_ L., Rippenfarn.

Fiedern der unfruchtbaren Blätt. kammart. genähert, schmal längl., die der fruchtbaren entfernt, sehr schmal (Fig. 977). 7-9. Schattige Stellen, zerstr.

_B. spicant_ Withering

7. _Scolopéndrium_ Smith, Hirschzunge.

Blätt. am Grunde etwas herzf. (Fig. 973), am Rande oft wellig; Frhäufchen linealisch. 7-9. Steinige Wälder, Mauern, Brunnen, häufiger im Rheinland, sonst sehr zerstr.

_Sc. vulgáre_ Smith

8. _Céterach_ Willd., Schuppenfarn.

Blätt. lederart., fiedert., mit längl. bis rundl., ganzrand. Fiedern. 7. 8. Felsen, alte Mauern, selten, am häufigsten in der Rheingegend

_C. officinárum_ Willd.

9. _Asplénium_ L., Streifenfarn.

_1._ Blattstiel etwa so lang od. länger als die Blattfläche[62]

_6_

-- Blattstiel kürzer als die Blattfläche

_2_

_2._ Blätt. doppelt gefiedert

_5_

-- Blätt. einfach gefied., linealisch od. linealisch-lanzettl.; Fiedern rundl. bis längl. (Fig. 980)

_3_

_3._ Blattstiel und Spindel schmal geflügelt, bis zur Spitze glänzend rot- bis schwarzbraun, elastisch; Fiedern meist in einer Ebene stehend, sehr kurz gestielt, zuletzt einzeln abfallend. unt. meist kleiner. 7. 8. Felsritzen, Mauern, besonders im Gebirge

Brauner Str., _A. trichómanes_ L.

-- Blattstiel und Spindel ungeflügelt, letztere wenigstens an der Spitze grün, unt. Fiedern kaum kleiner

_4_

_4._ Spindel nur im oberen Viertel grün und weich, sonst wie der Blattstiel rot- bis purpurbraun; Fiedern meist senkrecht zur Spindel gestellt, sehr kurz grün gestielt, zuletzt einzeln abfallend. 7. 8. Auf Serpentin, selten

Serpentin-Str., _A. adulterínum_ Milde

-- Spindel wie der obere Teil des Blattstiels grün und weich; Fiedern meist in einer Ebene liegend, deutlich gestielt (Fig. 980), nicht abfallend, sondern mit der Spindel verwelkend, hellgrün. 7. 8. Felsen, waldige Bergabhänge, sehr zerstr.

Grüner Str., _A. víride_ Hudson

_5._ Blattstiel nur am Grunde schwarzbraun, viel kürzer als die Fläche, 1 mm dick; Blätt. hellgrün, schmal lanzettl. (größte Breite bis ca. 1½ cm); unterste Fiedern entfernt, kleiner; Fiederchen gedrängt, eckig gezähnt; Frhäufchen dem Mittelnerven genähert. 7-9. Schattige Felsen. Nur an der »Jungfrau« bei Überkingen unweit Geislingen (Württemberg)

Schmaler Str., _A. fontánum_ Bernhardi

-- Blattstiel nebst dem unt. Teile der Spindel glänzend rotbraun, etwas kürzer als die Fläche, bis 2 mm dick; Blätt. dunkelgrün, längl. bis eif.-lanzettl. (größte Breite bis ca. 4 cm); unterste Fiedern entfernt, wenig kleiner; Frhäufchen dem Rande genähert. 7-9. Wie vor. Nur auf Vogesensandstein westlich von Weißenburg zwischen Fischbach und Steinbach

Lanzettlicher Str., _A. lanceolátum_ Hudson

_6._ Blätt. gegabelt, mit 2-4 sehr schmalen Blättchen (Fig. 993) od. (Fig. 981) einfach gefiedert $(höchstens am Grunde doppelt)$; Schleier ganzrand.

_9_

-- Blätt. 2-4fach gefied. $(od. doch nur die obersten Fied. ungeteilt)$

_7_

_7._ Blattstiel dunkelbraun $(od. nur unter der Blattfläche an der rinnigen Seite grün)$, bis 2 mm dick, am Grunde mit 2 Gefäßbündeln; Blätt. 15-40 cm l.; Schleier ganzrand. od. geschweift. 7. 8.

Schwarzer Str., _A. adiántum nigrum_ L.

3 Unterarten: a) _cuneifólium_ Viviani (_A. serpentíni_ Tausch), Blätt. weich, glanzlos, meist 3eckig-eif., kurz zugespitzt, meist nicht überwinternd; Fiedern meist gerade abstehend, selten etwas aufwärts gekrümmt; Fiederchen letzter Ordnung keilf., vorn gestutzt od. rhombisch (Fig. 991). Fast nur auf Serpentin. Fichtelgebirge, Sächs. Erzgebirge, Schlesien, besonders um Zobten und im Eulengebirge. b) _nigrum_ Heufler, Blätt. mehr od. weniger lederart., glänzend, eif.- bis lanzettl., lang zugespitzt, überwinternd. Fiedern meist gerade absteh.; Fiederchen letzter Ordnung eif., am Grunde verschmälert (Fig. 992). Felsen, Mauern, sehr zerstr. in Mittel- und Süddeutschland. c) _oreópteris_ Heufler, Blätt. dick, lederart., glänzend, überwinternd; Fiedern meist aufwärts gekrümmt und zusammenneigend; Fiederchen mit verschmälertem, ganzrand. Grunde schmal längl. bis eif. Nur auf Serpentin in Schlesien (Zobtengebirge).

-- Blattstiel höchstens bis zur Mitte dunkelbraun, 1 mm dick, auch am Grunde nur mit 1 Gefäßbündel; Schleier gefranst od. anfangs ganzrand., zuletzt unregelmäßig gekerbt

_8_

_8._ Blätt. zart, starr, zerbrechlich, sehr fein zerteilt, mit längl. bis lanzettl. (ca. 6-10 cm langer) Blattfläche, 3-4fach gefied., meist über 10 cm l.; Fiedern eif., stumpf, die unt. entfernt; letzte Fiederchen keilf., mit sehr schmalen, vorn gekerbten od. 2-3spalt. Zipfeln (Fig. 979); Blattstiel meist bis einige cm über dem Grunde glänzend braun; Schleier zuerst ganz, später etwas gekerbt. 7. 8. Nur am Kienberg bei Ruhpolding unweit Traunstein (Bayern)

Zerteilter Str., _A. fissum_ Kitaibel

-- Blätt. derb, biegsam, graugrün, mit meist 3eckiger (ca. 1-4 cm langer) Blattfläche, 2-3fach gefiedert, meist nicht bis 10 cm lang; obere Fiedern ungeteilt; letzte Fiederchen rautenf. bis verkehrt-eif., am Grunde keilig, vorn gekerbt od. gezähnt (Fig. 982); Blattstiel nur ganz am Grunde braun; Schleierrand gefranst. Sehr vielgestaltig. 7-10. Mauern, Felsen, besonders im Gebirge

Mauerraute, _A. ruta murária_ L.

_9._ Blattstiel fast allmählich in die Blattfläche übergehend, nur ganz unten braun; Blätt. gegabelt, mit 2-4 keilf., an der Spitze ungleich gezähnten, ca. 1-2 mm br. Fiedern (Fig. 993); Frhäufchen die ganze Unterseite der Blättchen bedeckend. 7. 8. Felsspalten, Mauern, verbreitet, im Norden selten

Nördlicher Str., _A. septentrionále_ Hoffmann

-- Blattstiel von der Fläche deutlich gesondert, bis zur Mitte glänzend braun; Blätt. hellgrün, glanzlos, einfach od. am Grunde doppelt gefied.; Fiedern jederseits 2-5, die unt. sehr entfernt; Fiederchen keilf., zuweilen sichelf. einwärts gekrümmt, die obersten zu einem fiedersp. Endblättchen zusammenfließend. 7-9. Felsspalten, Mauern, sehr zerstr.

$_A. trichomanes_ × _septentrionale_$ = _A. germánicum_ Weis

10. _Pterídium_ Gleditsch, Adlerfarn.

Wälder, Heiden, häufig. 7-9.

_P. aquilínum_ Kuhn

11. _Allosórus_ Bernhardi, Rollfarn.

Blätt. zart, gelbgrün, in Büscheln, die unfruchtbaren 3eckig-eif., mit keilf., verkehrt-eif. Fiederchen, die fruchtbaren eif.-längl., mit sehr schmalen, eingerollten Fiederchen. 7-9. Felsen der höheren Gebirge

_A. crispus_ Bernhardi

12. _Polypódium_ L., Tüpfelfarn, Engelsüß.

Mauern, Felsen, Baumstümpfe, schattige Abhänge, häufig. 8. 9.

_P. vulgáre_ L.

110. Familie. _Osmundáceae_, Rispenfarne.

1. _Osmúnda_ L., Königsfarn.

Heiden, Waldränder, Gebüsche, sehr zerstr. 6. 7.

_O. regális_ L.

111. Familie. _Ophioglossáceae_, Natternfarne.

1. _Ophioglóssum_ L., Natternfarn.

Wiesen, Triften, sehr zerstr. 6. 7.

_O. vulgátum_ L.

2. _Botrýchium_ Swartz, Rautenfarn.

_1._ Blätt. wenigstens in der Jugend behaart, im Umriß 3eckig, meist breiter als lang, 2-4fach gefiedert

_4_

-- Blätt. stets kahl, meist länger als breit, nicht 3eckig

_2_

_2._ Blätt. im unt. Teile der Pfl. entspringend, gestielt, rundl. bis eif., abgerundet, stumpf, fiedert. od. 3teilig, seltener ungeteilt. 6. Grasige Triften, selten

Einfacher R., _B. simplex_ Hitchcock

-- Blätt. in od. über der Mitte der Pfl. entspringend, sitzend od. kurz gestielt

_3_

_3._ Blätt. etwa in der Mitte der Pfl. sitzend, längl., einfach gefied.; Fiedern halbmondf., sich meist deckend (Fig. 970). 6. 7. Trockene Wiesen, zerstreut

Mondraute, _B. lunária_ Swartz

-- Blätt. über der Mitte der Pfl. sitzend, längl. od. eif., dick, fleischig, 1-2fach gefied.; Fiedern locker, längl.; Fiederchen längl., ganzrand. od. 2-3kerbig. 5. 6. Trockene Wälder, sonnige Hügel, sehr zerstr. $(_B. rutáceum_ Willd.)$

Ästiger R., _B. ramósum_ Aschrs.

_4._ Blätt. bis 6 cm lang gestielt, am Grunde der Pfl. entspringend, fleischig, doppelt gefied., 3zähl.; Fiederchen eif. od. rundlich. 7. 8. Lichte Wälder, sonnige Wiesen, selten

Kamillen-R., _B. matricáriae_ Sprengel

-- Blätt. fast sitzend, über der Mitte der Pfl. entspringend, dünn krautig, 2-4fach gefied.; Fiederchen längl., mehr od. weniger geteilt. 7. 8. Waldwiesen. Nur in Ostpreußen und am Steinberg bei Ramsau unweit Berchtesgaden

Virginischer R., _B. virginiánum_ Swartz

112. Familie. _Salviniáceae_, Schwimmblattgewächse.

1. _Salvínia_ Allioni, Schwimmblatt.

Stehende und langsam fließende Gewässer, zwischen Floßholz, selten. 6-8.

_S. natans_ Allioni

113. Familie. _Marsileáceae_, Kleefarne.

1. _Marsílea_ L., Kleefarn.

Stehende Gewässer, bei Rybnik in Schlesien und in Süddeutschland. 8-10.

_M. quadrifólia_ L.

2. _Pilulária_ Vaillant, Pillenfarn.

Sümpfe, Teiche, selten, besonders im nordwestl. Deutschland. 8. 9.

_P. globulífera_ L.

2. Klasse. _Lycopódinae_, Bärlappe.

114. Familie. _Lycopodiáceae_, Bärlapp-Gewächse.

1. _Lycopódium_, Bärlapp.

_1._ Sporenkapseln nicht in deutl. abgesetzten Ähren, in den Achseln von Blätt., die den übrigen völlig gleich gestaltet sind; Steng. aufsteigend, meist gabelästig, mit gleichhohen, genäherten Ästen (Fig. 994), die oft dichte Büschel bilden. Blätt. steif, meist aufrecht, dicht stehend, dunkelgrün. 7-10. Schattige Wälder, nicht häufig

Tannen-B., _L. selágo_ L.

-- Sporenkapseln in deutlich abgegrenzten Ähren (Fig. 995); Blätt. der Sporenähre von den übrig. mehr od. weniger verschieden

_2_

_2._ Sporenähren zu 2-6 auf einem gemeinschaftl., oben gegabelten Stiele (Fig. 998). $(Der Stiel ist viel sparsamer und mit anders gestalteten Blätt. besetzt als wie das Stämmchen)$

_5_

-- Sporenähren einzeln, endst., sitzend (Fig. 995). $(Das die Ähre tragende Stück des Stengels ist nicht abweichend beblättert)$

_3_

_3._ Blätt. dem Stengel angedrückt, die an den Kanten der zusammengedrückten, unten 2rinnigen Zweige sitzenden scharf gekielt; Sporenähre ca. 10-15 mm lang, ihre Blätt. allmählich in eine lange stumpfl. Spitze übergehend; Stengel bis 60 cm lang, meist oberirdisch kriechend. 8. 9. Grasige und steinige Gebirgstriften

Alpen-B., _L. alpínum_ L.

-- Blätt. vom Stengel mehr od. weniger abstehend, ungekielt; Sporenähre länger

_4_

_4._ Kriechender Stengel 2-10 cm lang, wenig verzweigt, meist nur ein aufrechter, ca. 4-8 cm hoher, die Sporenähre tragender Ast vorhanden; Blätt. der Sporenähre so lang od. länger als die übrigen, aus eif. Grunde in eine lange, abstehende Spitze verschmälert; Blätt. des kriechenden Stengels nach oben gerichtet, die des aufrechten allseitig abstehend (Fig. 995), alle pfrieml.-linealisch, ganzrandig. 8-10. Moorige Stellen, zerstr.

Sumpf-B., _L. inundátum_ L.

-- Stengel weit kriechend (bis 1 m), wiederholt gabelästig, die aufrechten Äste bis 30 cm hoch; Blätt. der Sporenähre kürzer als die übrigen, rundl.-eif., kurz zugespitzt, am Rande trockenhäutig; Blätt. des Stengels sperrig abstehend od. zurückgebogen, fein gesägt, linealisch-lanzettlich. 8. 9. Schattige Wälder, zerstr.

Sprossender B., _L. annótinum_ L.

_5._ Äste mehr od. weniger zusammengedrückt, 4reihig beblätt., die kantenst. Blätt. gekielt, die flächenst. ungekielt, alle spitz (ohne ein Borstenhaar); Blätt. der Sporenähre sehr breit, mit scharf abgesetzter, kurzer Spitze; Ährchen zu 2-6. 8. 9. Heiden, Wälder, besond. unter Kiefern, zerstr.

Flacher B., _L. complanátum_ L.

2 Unterarten: a) _anceps_ Wallroth, Pfl. grasgrün, die nicht sporentragenden Äste fächerf. verzweigt, bis 3 mm br., kantenst. Blätt. breiter als die flächenst., mit abstehender Spitze (Fig. 996). b) _chamaecyparíssias_ A. Br., Pfl. graugrün, d. nicht sporentrag. Äste dicht büschel., 1½ mm br., kantenst. Blätt. nicht breiter als die flächenst., angedrückt (Fig. 997).

-- Äste alle rund; Blätt. spiralig angeordnet, an den aufrechten Ästen in ein langes Borstenhaar auslaufend; Blätt. der Sporenähre eif., mit langer, farbloser Borste; Ährchen zu 2-3 (Fig. 998). 7. 8. Heiden, Nadelwälder, verbreitet

Kolben-B., _L. clavátum_ L.

115. Familie. _Selaginelláceae_, Mooskrautgewächse.

1. _Selaginélla_ Spring, Mooskraut.

Blätt. spiralig angeordnet, gleich gestaltet, spitz, entfernt fransig gezähnt, dunkelgrün. 7. 8. Grasige, steinige Abhänge höherer Gebirge, sehr selten in der Ebene (Oberbayern)

Gezähntes M., _S. selaginoídes_ Link

Blätt. 4reihig, paarweise ungleich, die seitl. wagerecht abstehend, die oberen kleiner, anliegend, alle ganzrand., glänzend grasgrün. 6-8. Alpen, Oberbayern, Fichtelgebirge, Schlesien (Jägerndorf, Troppau).

Schweizer M., _S. helvética_ Link

116. Familie. _Isoëtáceae_, Brachsenkrautgewächse.

1. _Isoëtes_ L., Brachsenkraut.

Blätt. dunkelgr., steif, kurz zugespitzt; Großsporen[63] dicht mit kleinen Höckern besetzt, selten fast glatt. 6-9. Auf dem Grunde von Seen und Teichen, sehr zerstr.

Sumpf-Br., _I. lacústris_ L.

Blätt. hellgrün, biegsam, allmählich fein zugespitzt; Großsporen dicht mit dünnen, sehr zerbrechl. Stacheln besetzt. 7-9. Wie vor. In Westpreußen, Pommern, Holstein (Lockstedt), Schwarzwald

Stachelsporiges B., _I. echinóspora_ Durieu

3. Klasse. _Equisétinae_, Schachtelhalme.

117. Familie. _Equisetáceae_, Schachtelhalmgewächse.

1. _Equisétum_ L., Schachtelhalm.

_1._ Fruchtbare[64] und unfruchtbare Stengel gleich gestaltet, zu gleicher Zeit erscheinend, stets grün

_5_

-- Fruchtbare und unfruchtbare Stengel verschieden gestaltet, erstere anfangs nicht grün

_2_

_2._ Pfl. zuerst (Frühjahr) bleiche, astlose, bald welkende fruchtbare und erst später grüne, verzweigte, unfruchtbare Stengel entwickelnd

_4_

-- Pfl. zu gleicher Zeit mit fruchtbaren und unfruchtbaren Stengeln, erstere anfangs meist bleich, astlos, später grün und verzweigt

_3_

_3._ Scheiden der fruchtbaren Stengel groß (bis 2,5 cm l.), glockig, in der oberen Hälfte rotbraun, mit 3-6 stumpfen, rötl. od. bräunl. Zähnen; Äste des unfruchtbaren Stengels lang, dünn, 2mal quirlig verzweigt. 5. 6. Schattige Wälder, nicht selten

Wald-Sch., _E. silváticum_ L.

-- Scheiden der fruchtbaren Stengel trichterf., bläulichgrün, mit 12-20 spitzen, breit lanzettl. Zähnen; Äste der unfruchtbaren Stengel meist nicht verzweigt, graugrün. 5. 6. Wie vor., sehr zerstr.

Wiesen-Sch., _E. praténse_ Ehrh.

_4._ Scheiden der fruchtbaren Stengel sehr genähert (teilweise zusammenstoßend), becherf., mit 20-40 haarfein zugespitzten Zähnen; unfruchtbare Stengel weiß, bis fingerdick, bis 150 cm hoch, ungefurcht; Äste meist unverzweigt, gefurcht. 4. 5. Feuchter Boden, Waldsümpfe, sehr zerstr. (E. _telmatéja_ Ehrh.)

Riesen-Sch., _E. máximum_ Lamarck

-- Scheiden der fruchtbaren Stengel stets entfernt, mit 6-19 schwarzbraunen Zähnen; unfruchtbare Stengel grün, bis 3 mm dick und bis 50 cm hoch, gefurcht, Äste meist verzweigt. 3. 4. Äcker, Wege, gemein

Acker-Sch., _E. arvénse_ L.

_5._ Sporenähre spitz; Stengel meist rauh und hart

_7_

-- Sporenähre stumpf, bis zur Spitze mit »Sporenblätt.« besetzt; Stengel glatt od. etwas rauh

_6_

_6._ Stengel gefurcht, dünn (bis 4 mm dick), meist verzweigt, nebst den Ästen etwas rauh; Scheiden grün, mit 4-12 breit-weißhäutig berandeten Zähnen. 5. 6. Sumpfwiesen, Ufer, häufig

Sumpf-Sch., _E. palústre_ L.

-- Stengel ungefurcht, bis 8 mm dick, seltener verzweigt, sehr glatt; Scheiden glänzend grün, mit 10-30 schwarzen, sehr schmal häutig berandeten Zähnen. 5. 6. Gräben, Teiche, Sümpfe, meist gemein $(E. _limósum_ Willd.)$

Teich-Sch., _E. heleócharis_ Ehrh.

_7._ Stengel mit 6-16 ~gewölbten~ (nicht kantigen) Rippen, meist ästig, nicht sehr hart, überwinternd; Rippen mit Querbändern; Scheiden oberwärts erweitert, grün, unter den Zähnen mit deutlich 1-3furchigen Rippen; Zähne mit stehenbleibendem, 2eckigem, schwarzbraunem, meist weißberandetem Grundteil und langer, pfriemenf., weißer, zuletzt meist abfallender Spitze. 7. 8. Sandboden. Selten, meist nur an den Hauptströmen, fehlt im Nordwesten

Ästiger Sch., _E. ramosíssimum_ Desfontaines

-- Stengel mit ~kantigen~ Rippen, meist astlos, meist überwinternd

_8_

_8._ Rippen des Stengels flach od. mit wenig vertiefter Längsrinne, 15-25; Stengel sehr rauh; Scheiden eng anliegend, mit flachen od. undeutlich gefurchten Rippen, weiß od. rot, am Grunde und am Saum mit schwarzer Querbinde; Zähne schwarzbraun, weiß berandet, meist früh abfallend, und einen stumpf gekerbten Rand zurücklassend (Fig. 999). $(Ändert ab: var. _mōōrii_ Aschs., Scheiden oberwärts abstehend; Zähne besonders an den ob. Scheiden bleibend; Stengel nicht überwinternd, mit 8-18 Rippen.)$ 7. 8. Wälder, sandige Abhänge, zerstr.

Winter-Sch., _E. hiemále_ L.

-- Rippen des Stengels mit deutlicher Längsrinne; Zähne bleibend od. nur die Spitze abfallend

_9_

_9._ Scheiden oberwärts glockig erweitert, am Saum mit schwarzer Querbinde, ihre Zähne mit 3eckigem Grunde und später abfallender, fadenf. Spitze; Stengel dünn (Fig. 1000a), oft niederliegend, mit 4-12 Rippen. 7. 8. Sandige Orte, sehr selten

Bunter Sch., _E. variegátum_ Schleicher

-- Scheiden eng anliegend, meist ganz schwarz, ihre Röhre mit 3furchigen Rippen, deren Mittelfurche sich auf die Zähne fortsetzt (Fig. 1000b); Zähne meist sehr lange bleibend; Stengel sehr rauh, mit 7-14 Rippen. 4-8. Nur am Rhein von Straßburg bis Mainz

Rauher Sch., _E. trachýodon_ Schleicher

Bastard; _E. arvense_ × _heleocharis_ (_E. litorále_ Kühlewein).

Fußnoten

[1] Fitschen, Jost, Gehölzflora, Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. Preis 15 M.

[2] D. i. der obere, oft ausgebreitete Teil der verwachsenblättr. Blkr. Die Übergangsstelle von der Röhre in den Saum wird Schlund genannt.

[3] Die fetten Ziffern verweisen auf die vorgesetzten Zahlen der Tabelle; die andern auf die Seiten, auf denen die Pfl. zu finden sind.

[4] Die Familien und Gattungen, deren Namen |kursiv| gedruckt sind, gehören zu den Dikotylen, sind aber hier mit aufgenommen, da sie vom Anfänger leicht für Monokotylen gehalten werden können.

[5] Gehört wie alle Gattungen, deren Namen kursiv gedruckt sind, zu den Monokotylen. Vergl. Anmerkung Seite 14.

[6] Hierher gehören aber nicht die Pfl., deren Bltn nur etwas gedrängt stehen. Die einzelnen Bltn sind so dicht zusammengerückt, daß sie oft den Eindruck einer einzigen Blüte machen.

[7] Die Scheide ist zuweilen zerrissen od. zerschlitzt und verschwindet mitunter ganz. Jüngere Exemplare untersuchen.

[8] Die Buchstaben bedeuten: Fr. = Fruchtknoten, H. = Haarkrone, Bl. = Blkrone, St. = Stbbeutelröhre, Gr. = Griffel mit der 2spalt. Narbe.

[9] Für die Benutzung dieser Tabelle genügt die Kenntnis folgender Kunstausdrücke: Ähre, Traube, Dolde, Köpfchen (Seite 8), grundst., wechselst., gegenst., quirl., gefied. (S. 2-3), gesägt, gezähnt, gekerbt, herzf. (S. 4-5). Dazu die Namen der Bltnteile (S. 6).

[10] Die einzelnen Teilblättch. dürfen nicht für ganze Blättch. gehalten werden. Da sämtliche Blätt. einer Pfl. stets in derselben Weise zusammengesetzt sind, ist dieser Fehler unschwer zu vermeiden. Desgl. ist ein kurzer Zweig mit gegenst. Blätt. nicht für ein gefied. Blatt anzusehen.

[11] Es ist zu berücksichtigen, daß die Blätt. hinsichtlich ihrer Größe, Gestalt, Behaarung usw. oft ganz bedeutende Abweichungen zeigen. Man lasse sich also nicht entmutigen, wenn ab und zu Blätt. gefunden werden, die der gegebenen Beschreibung nicht entsprechen. Wenn z. B. gesagt wird: »Blätt. bis 4 cm lang«, so können an der betreffenden Pfl. auch Blätt vorkommen, die über dieses Maß hinausgehen. Es empfiehlt sich daher, bei der Bestimmung stets mehrere Blätt. zu untersuchen.

[12] Vergl. die 2. Anmerkung auf Seite 37.

[13] Die Nerven sind stets auf der Unterseite des Blattes am deutlichsten zu sehen.

[14] Das sind die kleinen schuppenf. Blättch., hinter denen die Frkn. oder Stbblätt. stehen. Am Grunde ihrer Stiele finden sich 1-2 gelbliche, honigabsondernde Drüsen. Vergl. Fig. 243.

[15] Die Zahlen geben das Verhältnis der Länge zur Breite an. Die Angaben beziehen sich auf die Blätt. normal gewachsener Triebe, also nicht auf die der sogenannten »Wassertriebe«, deren Blätt. häufig Abweichungen zeigen, aber die Gestalt der Nebenblätt. immer sehr gut erkennen lassen.

[16] Besonders an älteren Zweigen während des Sommers zu beobachten. Die 1jährigen Zweige lassen den Reif zuweilen erst im getrockneten Zustande erkennen.

[17] Die Angaben treffen nur während der Blütezeit zu.

[18] Bei Euphorbia werden 10-20 Stbblätt. mit geglied. Stielen nebst einem gestielten Frkn. von einer glockenf. Hülle umgeben, die am Rande die rundl. od. halbmondf. Honigdrüsen trägt (Fig. 265-266). Die an den letzten Verzweigungen der Dolde sitzenden Blättchen sind als Deckblätt. bezeichnet.

[19] Es sind stets mehrere Blüten zu untersuchen, da mitunter Abweichungen vorkommen.

[20] Reife Frucht beobachten!

[21] Die beiden, bei _Obione_ und bei _Atriplex_ die Fr. einhüllenden, bis zur Reifezeit fortwachsenden Blättch. sind eigentl. Deckblätt., die die fehlende Bltnhülle vertreten. Sie sind stets zur Frzeit zu untersuchen.

[22] Ob sich die Fr. zu einer Schote oder einem Schötchen entwickelt, ist schon an der Gestalt des Frkn. zu erkennen. Bei der Reife spaltet sich bei den meisten Früchten die Fruchtwand der Länge nach in 2 Hälften (Klappen). Ohne reife Früchte ist zuweilen eine sichere Bestimmung nicht möglich.

[23] Die Nerven treten erst an der reifen Frucht deutlich hervor.

[24] Die Zahl der Samen ist gut zu erkennen, wenn man die Schötchen gegen das Licht hält.

[25] Hierher gehört auch _Viola mirabilis_, bei der anfangs der oberirdische Stengel noch unentwickelt ist. Durch die 1reihig behaarten Stengel und Blattstiele ist sie aber gut von allen andern Arten unterschieden.

[26] Nur die den Samen enthaltende Frschale ist runzelig, nicht der Schnabel. Erst im reifen Zustande deutlich!

[27] Man beachte, daß der Frkn. vom Blütenboden umschlossen wird, der auf einem oberen Rande die Kelchblätt., Blblätt. und Stbblätt. trägt.

[28] ~Zu merken~: Bltn, wenn nichts anderes bemerkt ist, weiß od. blaßrosa. Zum Bestimmen ist außer gut entwickelten Blütenzweigen ein beblättertes Stück aus der Mitte des Schößlings nötig. Es ist ratsam, nicht eher mit dem Bestimmen zu beginnen, als bis sich neben den Blüten Früchte zeigen, da sich dann einesteils das Verhalten der Kelchzipfel (Kz.) beobachten läßt, andernteils erst jetzt alle Teile der Pflanze ausgewachsen sind und ihre charakteristische Form zeigen. Zu beachten ist ferner, daß im Schatten wachsende Pfl. wichtige Artmerkmale, z. B. Form und Behaarung der Blätt. und Bltnstände, nur undeutlich zeigen, deshalb oft schwer zu bestimmen sind und besser anfangs gemieden werden.

Es kommen häufig Bastarde vor. Aus diesen mögen sich die oft vorkommenden, samenbeständigen Kleinarten von geringer lokaler Verbreitung z. T. entwickelt haben.

~Abkürzungen~: Gr. = Griffel; Kz. = Kelchzipfel; Sch. = Schößling; Stch. = Stacheln.

[29] Viele der zu dieser Familie gehörigen Pfl. sind ohne reife Fr. nicht sicher zu bestimmen. Die Angaben über die Blätt. beziehen sich auf die unteren; die oberen weichen oft ab.

[30] Die am Grunde der Dolde befindlichen Hüllblättchen nennt man Hülle, während die am Grunde des Döldchens sitzenden Blättchen als Hüllchen bezeichnet werden. (Vgl. Fig. 29i.) Da hinsichtlich der Zahl dieser Blättchen Abweichungen vorkommen, ist es geraten, mehrere Dolden resp. Pflanzen zu untersuchen.

[31] Die Bltn heißen strahlend, wenn die am Rande der Dolde stehenden Blblätt. größer sind als die übrigen.