Flora von Deutschland Ein Hilfsbuch zum Bestimmen der zwischen den deutschen Meeren und den Alpen wildwachsenden und angebauten Pflanzen

Part 42

Chapter 422,888 wordsPublic domain

Kommt in 3 Formen vor: a) _víridans_ Crantz. Pfl. grünlich, violett überlaufen; Blätt. eif.; Traube dicht; Bltn grünlich, rötl. überlaufen, vorderes Lippenglied mit kleinem Höcker, hint. dunkelrot; b) _várians_ Crantz, Pfl. grün, Blätt. kleiner, mehr eif.-lanzettl.; Traube locker; Bltn meist gelblichgrün; vorderes Lippenglied ohne oder mit undeutlichem Höcker, seltener; c) _violácea_ Durand Duquesney, Pfl. kräftig, violett überlaufen; mittl. Blätt. meist kürzer als ihre Stengelglieder; Traube dicht und reichblütig; innere Bltnhüllblätt. grünlichweiß, äußere grün; Lippe zuweilen etwas violett. Sehr zerstreut.

15. _Listéra_ R. Br., Zweiblatt. XX.

Blätt. eif.; Lippe 2spalt.; Traube vielblütig, sehr verlängert; Bltn grün; Stengel kräftig, 20-50 cm hoch. 5. 6. Laubwälder, Wiesen, zerstr.

Großes Zw., _L. ováta_ R. Br.

Blätt. herzf.; Lippe jederseits am Grunde gezähnt; Traube wenigblütig, kurz; Bltn grün bis purpurviolett; Stengel zart, 8 bis 15 cm hoch. 5. 6. Feuchte Nadelwälder, Torfbrüche, selten

Kleines Zw., _L. cordáta_ R. Br.

16. _Neóttia_ L., Vogelnest. XX.

Laubwälder, besonders unter Buchen. 5. 6.

_N. nidus avis_ Richard

17. _Spiránthes_ Richard, Drehwurz. XX.

Blätt. grundst., längl.-eif.; Stengel seitenst.; Bltn weiß, außen grünlich. 8-10. Triften, Waldränder, zerstr., im Nordwesten selten

Herbst-Dr., _Sp. autumnális_ Richard

Stengel beblätt.; Blätt. linealisch-lanzettl.; Bltn weiß. 7. Stellenweise im südl. und westl. Gebiet, nördl. bis Darmstadt

Sommer-Dr., _Sp. aestivális_ Richard

18. _Goodyéra_ R. Br., Mooswurz. XX.

Zwischen Moos in Nadelwäldern, zerstr., im Westen, Nordwesten und Norden sehr selten. 7. 8.

_G. repens_ R. Br.

19. _Corallorhíza_ Haller, Korallenwurz. XX.

Schattige Wälder, Torfbrüche, zerstr., im Nordwesten fehlend. 5. 6.

_C. innáta_ R. Br.

20. _Líparis_ Richard, Glanzwurz. XX.

Moorwiesen, sehr zerstr. 6-8.

_L. loesélii_ Richard

21. _Maláxis_ Swartz, Weichwurz. XX.

Torfige Orte, besonders im nördl. und mittl. Gebiet. 7. 8.

_M. paludósa_ Swartz

22. _Microstýlis_ Nuttall, Einblatt. XX.

Torfbrüche, im östl. und nordöstl. Gebiet, bayrische Hochebene. 6. 7.

_M. monophýllos_ Lindley

23. _Cypripedíum_ L., Frauenschuh. XX.

Laubwälder, buschige Abhänge, besonders auf Kalk, zerstr., namentlich im mittl. und südl. Gebiet. 5. 6.

_C. calcéolus_ L.

2. Gruppe. _Gymnospérmae._ Nacktsamige Pflanzen.

Pflanzen, deren Samenknospen nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen sind, sondern sich auf dem offenen Fruchtblatte finden.

_1._ Blätt. schuppenf.

_7_

-- Blätt. nadelf.

_2_

_2._ Nadeln zu 15 bis vielen büschelig gehäuft, weich, im Herbste abfallend; Fr. ein aufrechter, holziger Zapfen

_Larix_ 414

-- Nadeln einzeln od. zu 2-5, immergrün

_3_

_3._ Nadeln zu 2-5, am Grunde von einer kurzen, später zuw. abfallenden Scheide umgeben; Fr. ein verholzender Zapfen

_Pinus_ 414

-- Nadeln nicht zu mehreren von einer Scheide umgeben

_4_

_4._ Nadeln zu 3 quirlst.; Fr. beerenart., kugelig, zuletzt blauschwarz

_Juníperus_ 413

-- Nadeln nicht quirlst.

_5_

_5._ Nadeln mit scheibenf. verbreitertem Grunde dem Zweige aufsitzend, kammf. 2reihig, auf der Unterseite mit 2 weißen Längsstreifen; Zapfen aufrecht

_Ábies_ 414

-- Nadeln am Grunde nicht scheibenf. verbreitert

_6_

_6._ Nadeln 2reihig angeordnet, flach, auf der Oberseite mit einer erhabenen Linie, unterseits grün; Fr. eine rote, becherf. Beere (Fig. 964)

_Taxus_ 414

-- Nadeln meist gleichmäßig rings um den Zweig gestellt, fast 4kantig, grün; Zapfen hängend

_Pícea_ 414

_7._ (1.) Zweige rundl. od. 4kantig, schuppenf. Blätt. alle gleich

_Juníperus_ 413

-- Zweige flachgedrückt, kantenst. Blätt. von den flächenst. verschieden

_8_

_8._ Zapfenschuppen dachig übereinanderliegend; Zweige unterseits grün

_Thuja_ 413

-- Zapfenschuppen aneinanderliegend; Zapfen kugelig; Zweige unterseits mit bläulichweißen Linien

_Chamaecýparis_ 413

106. Familie. _Pináceae_, Kieferngewächse.

1. _Juníperus_, Wacholder. XXII.

_1._ Blätt. alle od. z. T. schuppenf.

_3_

-- Blätt. alle nadelf.

_2_

_2._ Nadeln gerade, abstehend, stechend, 6-21 mm lang, unterseits stumpf gekielt. Aufrechte Sträucher oder Bäume von meist steif säulenf. Wuchs. 4. 5. Nadelwälder, Heiden, verbreitet

Heide-W., _J. commúnis_ L.

-- Nadeln gekrümmt, nicht stechend, 5-12 mm lang, unterseits kaum gekielt. Niederliegender Strauch von höchstens 1 m Höhe. 5. 6. Isergebirge, Riesengebirge (Pantschewiese), Mährisches Gesenke

Zwerg-W., _J. nana_ Willd.

_3._ Stamm niederliegend, mit aufsteigenden Ästen; Zweige gerieben stark unangenehm riechend; Beeren nickend, schwarzblau. 4. 5. Alpen, zuw. angepfl.

Sadebaum, _J. sabína_ Garcke

-- Stamm aufrecht, mit abstehenden Ästen; Beeren aufrecht, braunviolett. 4. 5. Angepfl.

Virginische Ceder, _J. virginiána_ L.

2. _Thuja_ L., Lebensbaum. XXII.

Zweige senkrecht verzweigt, beiderseits hellgrün; flächenst. Blätt. mit einer Drüsenfurche; Zapfen mit 6 zurückgekrümmten Hörnchen. 4. 5. Etwas empfindlicher Strauch und daher meist nur in milden Lagen angepfl.

Morgenländischer L., _Th. orientális_ L.

Zweige wagerecht verzweigt, oberseits dunkelgrün, unterseits hellgrün; flächenst. Blätt. mit einem Drüsenhöcker; Zapfen ohne Hörnchen. Sehr häufig angepfl.

Abendländischer L., _Th. occidentális_ L.

3. _Chamaecýparis_ Spach, Lebensbaumcypresse. XXII.

Blätt. kurz zugespitzt, die kantenst. mit nach vorn gerichteter Spitze; Zweige unterseits mit undeutlichen weißen Linien. Zapfen etwa 1 cm dick. 4. 5. Sehr formenreich.

Lawsons-L., _Ch. lawsoniána_ Murr.

Blätt. scharf zugespitzt, die kantenst. mit nach außen gebogener Spitze; Zweige unterseits mit weißen Flecken; Zapfen erbsengroß. 4. 5.

Erbsenfrüchtige L., _Ch. pisífera_ Koch

4. _Pinus_ L., Kiefer, Föhre. XXI.

_1._ Nadeln zu 5, dünn, weich; Zapfen 10-15 cm lang, hängend, graubraun. Rinde lange glatt bleibend. 5. Parkbaum aus Nordamerika

Weymouths-K., _P. strobus_ L.

-- Nadeln zu 2; Zapfen bis 7 cm lang

_2_

_2._ Nadeln 8-15 cm lang, steif, dunkelgrün; Zapfen sitzend, glänzend gelbbraun. 5. 6. Angepfl. Stammt aus Österreich

Schwarz-K., _P. nigra_ Link

-- Nadeln 3-7 cm lang

_3_

_3._ Nadeln blaugrün; Zapfen ziemlich lang gestielt, bald nach der Blütezeit herabgekrümmt, reif meist glanzlos; Flügel 3- bis 4mal so lang als der Same. 5. Oft Wälder bildend

Sand-K., _P. silvéstris_ L.

-- Nadeln grasgrün; Zapfen fast sitzend, wagerecht od. schief abstehend, reif glänzend; Flügel 2-3mal so lang als der Same. 6. 7.

Berg-K., _P. montána_ Miller

Man unterscheidet 3 Unterarten:

a) _uncináta_ Ramond, ~Hakenkiefer~, Zapfen hellbraun, schief, die Schuppen auf der Lichtseite stärker hervortretend, bald hakig zurückgekrümmt. Niederliegender oder aufrechter Strauch, seltener als Baum. Moore in Mittel- und Süddeutschl.

b) _pumílio_ Haenke, ~Krumm-~ od. ~Knieholz~, Zapfen dunkelbraun, am Grunde nicht schief, Schuppen auf allen Seiten gleichmäßig ausgebreitet. Sudeten, süddeutsche Hochgebirge.

c) _mughus_ Scopoli, ~Krummholz~, ~Krümpen~, Zapfen zimtbraun, gleichmäßig ausgebildet, unbereift, höchstens so lang als die Blätt. Niederliegender Strauch der Alpen und Voralpen.

5. _Ábies_ L., Tanne. XXI.

Wälder, besonders im Gebirge, angepfl. 5.

_A. alba_ Miller

6. _Pícea_ A. Dietrich, Fichte. XXI.

Wälder, häufig. 5.

_P. excélsa_ Link

7. _Larix_ Miller, Lärche. XXI.

Häufig angepfl. in Anlagen und Wäldern. 4. 5.

_L. decídua_ Miller

107. Familie. _Taxáceae_, Eibengewächse.

1. _Taxus_ L., Eibe. XXII.

Wälder, besonders im Gebirge, sehr zerstr. Oft angepflanzt. 3. 4.

_T. baccáta_ L.

2. Hauptabteilung. Kryptógamae. Blütenlose oder Sporenpflanzen.

Pflanzen, die keine Blüten besitzen und deren Vermehrung (vorwiegend) durch Sporen erfolgt.

(Hier nur die Gefäß-Sporenpflanzen, _Pteridophyten_.)

_1._ Stengel gegliedert, oft gefurcht, einfach od. quirlig verzweigt; Blätt. quirlig gestellt, schuppenart., zu gezähnten, stengelumfassenden Scheiden verwachsen (Fig. 137); Sporenkapseln auf der Unterseite schildf. Blätt., die am Ende des Stengels ährenart. gehäuft sind

Schachtelhalme, _Equisétum_ 428

-- Stengel nicht gegliedert

_2_

_2._ Pfl. frei schwimmend; Blätt. in 2 Reihen gegenst., 2 schwimmende Blätt. bilden mit einem untergetauchten, wurzelähnl. Blatt einen Quirl; Sporenkapseln in kugeligen, erbsengroßen Hüllen (Fig. 122)

_Salvínia_ 426

-- Pfl. im Boden wurzelnd

_3_

_3._ Blätt. langgestielt, 4zählig (kleeblattähnlich); Sporenkapseln zu 2-4 am Grunde des Blattstiels

_Marsílea_ 426

-- Blätt. anders gestaltet

_4_

_4._ Stengel mit zahlreichen, linealischen od. schuppenf. Blätt. dicht besetzt, die entweder sperrig abstehen od. sich dachziegelart. decken; Sporenkapseln einzeln, blattachselst. od. in Ähren

_12_

-- Stengel nicht dicht mit kleinen Blättchen besetzt

_5_

_5._ Blätt. fadenf. od. binsenf.

_11_

-- Blätt. mit breiter Fläche

_6_

_6._ Sporenkapseln auf der unt. Seite od. auf dem Rande der gefied. od. fiederschnittigen (selten ungeteilten) Blätt. meist zu Häufchen vereinigt. Farne

_10_

-- Sporenkapseln in endst. Rispen, Ähren od. Trauben

_7_

_7._ Stengel mit einem einzigen, ungeteilten Blatt; Sporenkapseln in endst. Ähre, die aus dem Blatt hervorgeht (Fig. 969)

_Ophioglóssum_ 425

-- Blätt. gefied. od. fiedert.

_8_

_8._ Pfl. höchstens 20-25 cm hoch, mit nur einem gefied. oder fiederteil. Blatt; Sporenkapseln in einer zusammengesetzten Traube (Fig. 970)

_Botrýchium_ 425

-- Pfl. 50-150 cm hoch

_9_

_9._ Unfruchtbare Blätt. umgeben trichterf. die viel kürzeren fruchtbaren, die ersteren doppelt fiedert., nach dem Grunde stark verschmälert, letztere gefiedert, bräunlich, straußenfederart.

_Onocléa_ 422

-- Blätt. doppelt gefied., mit längl., ganzrand. Fiederchen, nicht trichterf. gestellt; Sporenkapseln in einer langen, reichverzweigten Rispe, oft noch die oberen Blätt. oben od. unten mit Frhäufchen besetzt (Fig. 971)

_Osmúnda_ 425

_10._ Frhäufchen einzeln, gestielt, auf dem Rande der fast durchscheinenden, gefiederten Blätt. (Fig. 965) mit einem becherf. 2klappigen Schleier

_Hymenophýllum_ 416

-- Frhäufchen stets auf der Unterseite der Blätt., zuweilen von dem umgerollten Rande bedeckt, aber nie auf demselben.

Farne, _Polypodiáceae_ 416

_11._ Stengel kriechend; Blätt. schmal binsenf, in der Jugend eingerollt (Fig. 966); Sporenhüllen[58] kugelig, einzeln am Grunde der Blätt.

_Pilulária_ 426

-- Stengel kurz, nicht verästelt; Blätt. steif aufrecht, gebüschelt; Sporenhülle von der verbreiterten Basis der Blätt. eingeschlossen (Fig. 972)

_Isoétes_ 428

_12._ Sporenkapseln alle gleich gestaltet

_Lycopódium_ 426

-- Sporenkapseln verschieden gestaltet, die einen nierenf. oder rundl., die andern 3-4knopfig. Moosartige, fast nur im Gebirge vorkommende Pflänzchen (Fig. 978)

_Selaginélla_ 427

1. Klasse. _Filicínae_, Farne.

108. Familie. _Hymenophylláceae_, Hautfarne.

1. _Hymenophýllum_ Smith, Hautfarn.

Blätt. fiederspalt., mit linealischen, scharf gesägten Zipfeln. 8. Feuchte Felsenschluchten, in der Sächsischen Schweiz (Uttewalder Grund)

_H. tunbridgénse_ Smith

109. Familie. _Polypodiáceae_, Tüpfelfarne.[59]

_1._ Blätt. völlig ungeteilt, lang zungenf., zugespitzt (Fig. 973)

_Scolopéndrium_ 423

-- Blätt. gefied. od. fiederschnittig od. (Fig. 993) gegabelt

_2_

_2._ Fruchtbare Blätt.[60] von den unfruchtbaren auffallend verschieden (Fig. 977)

_12_

-- Fruchtbare Blätt. von den unfruchtbaren nicht od. wenig verschieden.

_3_

_3._ Blätt. fiedert. (Fig. 975), auf der Unterseite dicht mit rostroten Schuppen besetzt, die die längl. Frhäufchen anfangs ganz verdecken

_Céterach_ 423

-- Blätt. unterseits nicht od. sehr wenig schuppig

_4_

_4._ Frhäufchen randst., saumart., in einer ununterbrochenen Linie, vom umgebogenen Rande bedeckt (Fig. 967); Blätt. 2-4fach gefied., sehr groß (60-150 cm lang), lederart.; Blattstiel gelbl., im Querschnitt eine adlerähnliche Figur zeigend

Adlerfarn, _Pterídium_ 425

-- Frhäufchen rundl. od. längl., freiliegend

_4_

_5._ Frhäufchen längl., linealisch, zuweilen haken- oder hufeisenf., später oft zusammenfließend; Schleier an der Seite der Frhäufchen angeheftet

_11_

-- Frhäufchen rundlich (Fig. 985)

_6_

_6._ Unter den Frhäufchen eine tellerf. Hülle, die am Rande fransig zerschlitzt ist, so daß das Blatt am Rande der Frhäufchen lang behaart erscheint; Blätt. 3-15 cm lang, einfach gefied. mit fiedert. Fiedern. An Felsen

_Wōōdsia_ 422

-- Frhäufchen am Rande ohne lange Wimpern

_7_

_7._ Schleier vorhanden

_10_

-- Schleier fehlend od. verkümmert

_8_

_8._ Blätt. einfach fiedert.; Fiedern ganzrandig od. schwach gesägt (Fig. 974); Frhäufchen groß; Blattstiel meist etwas kürzer als die Blattfläche

_Polypódium_ 425

-- Blätt. mehrfach gefied. od. einfach gefied. mit fiedersp. Fiedern

_9_

_9._ Blattstiel viel kürzer als die Blattfläche; Blätt. 60-160 cm lang, am Grunde meist verschmälert

_Athýrium alpéstre_ 418

-- Blattstiel mindestens so lang als die Blattfläche; Blätt. höchstens 50 cm lang, am Grunde am breitesten $(_Phegópteris_)$

_Aspídium_ 420

_10._ Schleier nur an einer kleinen Stelle des Randes angewachsen, zart, zuletzt zurückgeschlagen, bald verschwindend; Blätt. 10-40 cm lg., zart, meist durchscheinend, 2-3fach gefied.; Fiederchen stumpf gezähnt; Blattstiel zerbrechlich, bis 2 mm dick

_Cystópteris_ 418

-- Schleier im Mittelpunkte des Frhäufchens angewachsen, entwed. schildf., mit freiem Rande (Fig. 984) od. nierenf., mit einer niedergedrückten Falte angeheftet (Fig. 985); Fiederchen der meist großen und kräftigen Blätt. entweder ganzrandig oder stachelspitzig bis dornig gezähnt (Fig. 986) oder mit kurz zugespitzten Zähnen. (Im letzten Falle die Blätt. einfach gefied. mit fiedersp. Fiedern, 30-140 cm lang.)

_Aspídium_ 420

_11._ Blätt. groß (30-160 cm lg.), 2-3fach gefied., kahl; Blattstiel viel kürzer als die Blattfläche, mit 2 bandart. Gefäßbündeln, die sich oberwärts hufeisenf. vereinigen, unten mit zarten, nicht gegitterten Spreuschuppen; Frhäufchen länglich oder hakenf. gekrümmt, zuweilen rundlich

_Athýrium_ 418

-- Blätt. 5-40 cm lang; Blattstiel mit 1 od. 2 Gefäßbündeln, die auf dem Querschnitt nie die Hufeisenform zeigen; Spreuschuppen starr, gegittert; Frhäufchen längl. od. linealisch, nicht gekrümmt

_Asplénium_ 423

_12._ Blätt. 2-4fach gefied., aufrecht, 15-30 cm lang. Gebirgspfl.

_Allosórus_ 425

-- Blätt. einfach fiedert. od. einfach gefied., mit fiedersp. Fiedern

_13_

_13._ Unfruchtbare Blätt. niederliegend, die fruchtbaren aufrecht, meist viel länger, alle einfach fiederschnittig, mit ganzrand. Zipfeln (Fig. 977)

_Blechnum_ 422

-- Alle Blätt. aufrecht, die unfruchtbaren gefied., mit fiederschnitt. Zipfeln; die fruchtbaren steif, einfach gefied. mit eingerollten Fiedern und dadurch straußenfederart., später dunkelbraun, innerhalb eines von den längeren unfruchtbaren Blätt. gebildeten Trichters stehend

_Onocléa_ 422

1. _Athýrium_ Roth, Frauenfarn.

Schleier bleibend, gewimpert; Frhäufchen ansehnlich, längl. od. hakig, von den Buchten etwas entfernt; Fiederchen seltener nur einfach gesägt $(var. _dentátum_ Döll)$, meist fiederspaltig, am Grunde ungleichhälftig, nach vorn mit einem der Spindel parallelen Abschnitt (Fig. 968), nach hinten schief gestutzt, letzte Abschnitte an der Spitze meist 2-3zähnig $(var. _físsidens_ Milde)$, seltener am ganzen Rande eingeschnitten gesägt $(var. _multidentátum_ Döll)$; Blattstiel unten mit schmal lanzettlichen Spreuschuppen. 7. 8. Schattige Wälder, Gebüsche, häufig

Wald-Fr., _A. filix fémina_ Roth

Schleier verkümmert, sehr vergänglich; Frhäufchen klein, später kreisrund, an den Buchten zwischen 2 Abschnitten sitzend; Fiederchen fiedersp., mit gesägten Abschnitten; Blattstiel am Grunde mit breit lanzettlichen Spreuschuppen. 7-9. Schatt. Gebirgsabhänge, selt. Alpen-Fr.,

_A. alpéstre_ Nylander

2. _Cystópteris_ Bernhardi, Blasenfarn.

_1._ Blätt. in Büscheln, meist 2fach gefied.; Blattfläche meist länger als der Stiel, im Umriß längl.; unterstes Fiedernpaar fast stets kürzer als die folgenden. 7. 8. Schattige Orte, Mauern, Hohlwege, zerstr., besonders im Gebirge

Zerbrechlicher Bl., _C. frágilis_ Bernhardi

2 Unterarten: a) _eufrágilis_ Aschs. u. Gr., letzte Nervenäste in die Spitze der meist ungeteilten Zähne auslaufend; Blätt. hellgrün. Ziemlich verbreitet; b) _régia_ Bernoulli, Zähne an der stumpfen od. gestutzten Spitze meist ausgerandet od. eingeschnitten; letzte Nervenäste in die Buchten auslaufend. Felsspalten und Geröll der Alpen und Voralpen.

-- Blätt. entfernt stehend, 2-4fach gefiedert; Blattfläche kürzer als der Stiel, 3eckig od. 3eckig-eif.; unterstes Fiedernpaar beträchtlich länger als die folgenden

_2_

_2._ Untere Fiedern sehr ungleichhälftig, das unterste, hintere Fiederchen länger als die folgenden, etwa der 3. od. 4. Blattfieder entsprechend; Blätt. 3eckig bis 3eckig-eif. 7. 8. Kalkige Gebirgswälder. Schwäbischer Jura, Alpen

Berg-Bl., _C. montána_ Bernhardi

-- Untere Fiedern weniger ungleichhälftig, das unterste, hintere Fiederchen nicht länger (meist kürzer) als die folgenden, etwa der 6. od. 7. Blattfieder gleich; Blätt. eif. od. 3eckig-eif. 7. 8. Östl. Sudeten

Sudeten-Bl., _C. sudética_ A. Br.

3. _Aspídium_ Swartz, Schildfarn.

_1._ Frhäufchen von einem Schleier bedeckt

_4_

-- Frhäufchen ohne Schleier

_2_

_2._ Blätt. einfach gefied., mit fiedersp. Fiedern, behaart, im Umriß lang 3eckig; unt. Fiedern sitzend, kaum größer als die folgenden, meist abwärts gerichtet. 6-8. Laubwälder, verbreitet $(_Phegópteris polypodioídes_ Fee)$

Buchenfarn, _A. phegópteris_ Baumgarten

-- Blätt. doppelt gefied., kahl od. drüsig, im Umriß breit und kurz 3eckig; unt. Fiedern gestielt, weit größer als die folg.

_3_

_3._ Blätt. ganz kahl, zart, lebhaft grün, mit übergebogener Blattfläche; unterstes Fiedernpaar fast so groß als der übrige Teil des Blattes. 6-8. Wie vor. $(_Phegópteris dryópteris_ Fee)$

Eichenfarn, _A. dryópteris_ Baumgarten

-- Blätt. unterseits mit kurzen Drüsen, derber, gelblichgrün, unterstes Fiedernpaar kleiner als der übrige Teil des Blattes. 7. 8. Felsritzen, Kalkfelsen, sehr zerstr. $(_Phegópteris robertiánum_ A. Br.)$

Storchschnabelfarn, _A. robertiánum_ Lürssen

_4._ Fiederchen (bei einfach gefied. Blätt. die Fiedern) deutlich gezähnt od. gesägt

_6_

-- Fiederchen ganzrand. od. schwach gezähnelt od. ausgeschweift; Blattstiel mit 2 bandf. Gefäßbündeln; Schleier klein, nierenf., früh verschwindend; Blätt. hell od. gelbgrün, einfach gefied., mit fiedersp. Fiedern

_5_

_5._ Blattstiel meist so lang als die Blattfläche, ohne Streuschuppen; Blätt. später unterseits drüsenlos; Fiedern etwas entfernt, die unt. nicht od. kaum kleiner; Fiederchen spitzlich, die sporentragenden am Rande umgerollt und dadurch 3eckig od. sichelf. (Fig. 983). 7-9. Torfwiesen, Waldsümpfe, fast nur in der Ebene

Sumpf-Sch., _A. thelýpteris_ Roth

-- Blattstiel viel kürzer als die Blattfläche, sparsam braun beschuppt; Blätt. unterseits zerstr. gelbdrüsig; Fiedern ziemlich genähert, die unt. viel kleiner; Fiederchen stumpf, flach od. kaum eingerollt. 7-9. Trockene Wälder, besond. im Gebirge

Berg-Sch., _A. montánum_ Roth

_6._ Schleier schildf., kreisrund, am Rande ringsum frei (Fig. 984); Blätt. kurz gestielt, stachelig gesägt od. gezähnt

_9_

-- Schleier nierenf., mit einer niedergedrückten Falte angeheftet (Fig. 985)

_7_

_7._ Blätt. bis fast zur Spitze 2-3fach gefied.; Fiedern zugespitzt, die untersten meist entfernt, ihre nach abwärts gerichtete Hälfte breiter als die obere, jederseits mit 10-15 Fiederchen; Fiederchen letzter Ordnung gesägt, mit stachelspitzigen Zähnen (Fig. 986); Blattstiel ziemlich lang, meist dünn und zerbrechlich. 7-9. Wälder, Moore

Dorniger Sch., _A. spinulósum_ Swartz

2 Unterarten: a) _eu-spinulósum_ Aschrs., Blattstiel etwa so lang als die Fläche; Blätt. hellgrün, aufrecht, im Umriß längl., meist doppelt gefied.; Fiedern kurz zugespitzt., häufig; b) _dilatátum_ Smith, Blattstiel kürzer als die Fläche; Blätt. dunkelgrün, meist übergebogen, im Umriß eif.-längl. bis 3eckig, am Grunde 3fach gefied.; Fiedern lang zugespitzt; Schleier drüsig. So besonders in höheren Gebirgen.

-- Blätt. einfach-, selten am Grunde fast doppelt gefied.; Fiedern fiedert.

_8_

_8._ Blattstiel etwa halb so lang als die Blattfläche, dünn, tief rinnig, oberwärts nebst der Spindel spärlich spreuschuppig; Blätt. schmal längl., am Grunde wenig verschmälert; Fiedern jederseits 17-20, die untersten gestielt, entfernt, aus herzf. Grunde 3eckig, jederseits mit 5-7 sehr genäherten Fiederchen (Fig. 987); die fruchtbaren meist senkrecht zur Blattfläche mit der Rückseite nach oben gedreht; Fiederchen rundl. bis rundl.-eif., nach der Spitze hin scharf gesägt. 7-9. Sümpfe, Moore, zerstreut

Kammförmiger Sch., _A. cristátum_ Swartz

-- Blattstiel viel kürzer als die Blattfläche, kräftig, schwach rinnig, nebst der Blattspindel dicht spreuschuppig; Blätt. lanzettl.; Fiedern jederseits 20-35, genähert, alle sehr kurz gestielt; Fiederchen längl., kerbig gesägt, mit nicht stachelspitzigen Zähnen (Fig. 988). Ziemlich veränderlich. 7-9. Wälder, Gebüsche, meist häufig

Wurmfarn, _A. filix mas_ Swartz

_9._ Blätt. einfach gefied., verlängert lanzettl. (größte Breite ca. 4-8 cm), starr; Fiedern ungeteilt, am Grunde spitz geöhrt, sichelf. aufwärts gekrümmt, fast dornig gezähnt (Fig. 976). 8. 9. Gebirgsabhänge, besonders im Hochgebirge

Lanzen-Sch., _A. lonchítis_ Swartz

-- Blätt. doppelt gefiedert

_10_

_10._ Blätt. beiderseits spreuhaarig, dünn, weich, nach dem Grunde stark verschmälert, bis 60 cm lang, nicht überwinternd; unt. Fiedern stumpfl.; Fiederchen jederseits bis 15, fast rechtwinkl. abstehend, am Grunde stumpf geöhrt, stumpf, mit aufgesetzter Stachelborste. 7. 8. Gebirgswälder, wenig verbreitet

Braun's Sch., _A. brāūnii_ Spenner

-- Blätt. oberseits kahl, mehr od. weniger derb, bis 1 m lang, überwinternd; Fiedern zugespitzt; Fiederchen jederseits bis 20, am Grunde oft geöhrt. 7-10.

Stacheliger Sch., _A. aculeátum_ Döll

2 Unterarten: a) _lobátum_ Swartz, Blätt. derb lederart., am Grunde stark verschmälert, oberseits etwas glänzend, mit zerstreut spreuhaariger Spindel; Fiederchen spitz, bis 1½ cm lang, vorwärts geneigt, meist mit keilf. Grunde sitzend, fast nur die untersten geöhrt, das unterste vordere aufrecht, größer als das folgende (Fig. 989); Schleier derb, bleibend. Gebirgswälder, steinige Abhänge, verbreitet; b) _anguláre_ A. Br., Blätt. weniger derb, am Grunde wenig verschmälert, glanzlos, wie die Spindel dicht spreuhaarig; Fiederchen stumpf, mit aufgesetzter Stachelborste, bis 1 cm lang, rechtwinklig abstehend, deutlich gestielt, am Grunde geöhrt, das unterste vordere nicht od. kaum größer als das folgende (Fig. 990); Schleier zart. Bergwälder, im Westen und Süden, wenig verbreitet.

Bastarde: _A. cristatum_ × _spinulosum_; _A. filix mas_ × _spinulosum_; _A. braunii_ × _lobatum_; _A. lobatum_ × _lonchitis_.

4. _Onocléa_ L., Straußfarn.

Schattige Gebirgs- und Waldbäche, sehr zerstr., fehlt im Nordwesten

_O. struthiópteris_ Hoffmann

5. _Wōōdsia_ R. Br., Wimperfarn.

Blattstiel glänzend rotbraun; Blätt. nebst dem Blattstiel mit Spreuschuppen und gegliederten Haaren besetzt; untere Fiedern etwas entfernt

_W. ilvénsis_ Babington